submissive Männer und ihr Image

      Sublimis schrieb:

      Zunächst mal konnte ich mit diesen ganzen Geschlechterclichés ohnehin nie viel anfangen. Ich war nie der Typ, der ein großes Bedürfnis danach verspürte, sich in Sachen vermeintlicher Männlichkeit zu messen.

      Dementsprechend wüsste ich auch gar nicht, was schlimm daran sein sollte, Neigungen zu besitzen, die nicht der "männlichen Norm" entsprechen. Nichtsdestotrotz war auch mir einst sehr unangenehm, offen über meine Präferenzen zu sprechen. Das Idealbild des Mannes ist ja einfach das des starken Jägers, der sich nimmt, was er will und der Frau eine starke Schulter zum Anlehnen bietet. Gibt es aber irgendeinen Grund, warum ein selbstbewusster Malesub nicht diesem Idealbild entsprechen sollte? Bloß weil er es schätzt, seiner Angebeteten zu Füßen zu liegen?

      Ging/geht mir auch so. Ich habe da Männlichkeitsnormen in/bei mir entdeckt, von denen ich nie dachte, dass ich so einen Unsinn mitmache.

      Sublimis schrieb:

      Inzwischen sehe ich meine Subader eher als nettes Alleinstellungsmerkmal.

      Kannst du das erläutern? Also beziehst du das Alleinstellungsmerkmal auf "normale" Partnerschaften bzw. siehst einen Vorteil darin? Oder meinst du das einfach in dem Sinne, dass es eine weitere, etwas speziellere Komponente deiner Persönlichkeit ist?

      Sublimis schrieb:

      Wobei man ja auch ganz klar sagen muss, dass Sub nicht gleich Sub ist. Ich hätte etwa keinen Bedarf danach, mir mein ganzes Leben diktieren zu lassen und ich finde auch die Aussage, dass Sub keinerlei Wünsche zu haben hat, ziemlich abwegig. Eine gute Beziehung, sei sie nun D/s oder nicht, beruht ja schließlich auf Gegenseitigkeit. Und so ein kleiner Switcher steckt ja bestimmt auch in den meisten von uns.

      Ja...wobei "keine Wünsche haben" im Grunde schon eine Spiel-Aussage ist, weil letztlich kann man es als empirisch doch relativ gesichert betrachten, dass ein gesunder Mensch Wünsche und Bedürfnisse hat. Und natürlich ebenso wie Tabus. ;)



      Sublimis schrieb:

      Ich glaube übrigens auch, dass bei all den "wahren Losern" da draußen das Hirn in die Hose gerutscht ist. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass so manche Persönlichkeitsstörung und so mancher Minderwertigkeitskomplex ebenfalls mit gewissen Neigungen assoziiert sein kann. In sofern tun mir solche Leute zunächst mal leid.
      Also dann: Power to the Subs und so!

      Naja, die selbsternannten wahren Loser und nichtswürdigen Würmer sind eben im Spiel-Modus. Also ja, das Blut fürs Hirn wird akut wo anders benötigt...das Schlimme daran ist aber doch diese Vermischung der Ebenen. Wenn so etwas (also letztlich ein Machtgefälle jeder Form, und sei es auch nur ein einseitiges Siezen der Göttin-Herrin) schon beim Kennenlernen oder beim Anschreiben dabei ist, dann ist man(n) ja schon im Grunde bei einer sexuellen Handlung. Wenn das dann aber nicht so gehandelt wird, sondern als quasi-normaler Umgang, wird das halt abstrus bzw. daher rührt dann auch das ganze negative Image.

      Und natürlich von den ganzen Bezahl-Tanten und Taschengeld-Göttinnen, wobei gerade durch die ja deutlich wird, was dieser ganze Tonfall eigentlich ist. Denn klar, wenn ich schon Geld bezahle, dann will ich bitte auch schön Wurm sein können und mir keine Frau, sondern eine Göttin kaufen. Göttinnen, die sich im Schaufenster eben entsprechend mit dem Tonfall anpreisen...und während man in einem Forum wie diesem von Malesubs und Femdoms liest, was die so miteinander erleben und wie sie das tun, prägt der finanzielle Sektor vermutlich das äußere Bild entscheidend stärker.

      Letztlich kann einem das (irgendwann?) egal sein, weil es eben schon auch eine Frage des Reflexionsgrades ist, ob jemand dann das Domina-Klischee schluckt oder sich doch erklären lässt, dass es dann eigentlich ein bisschen anders ist. Und das gilt ja generell für BDSM: Rein rational und vernünftig ist das eben eine sexuelle Spielart, die, da (bzw. sofern) alle Beteiligten dabei einvernehmlich agieren, legitim ist. Also es gibt keine objektiven Gründe gegen diese Legitimität, sodass auch Menschen, die zwar nichts damit am Hut haben, aber ein Mindestmaß an rationaler Einsicht aufbringen können, nicht gleich die ganze Palette an negativen Zuschreibungen damit verbinden. Und so eben auch speziell zum Malesub.
      Oder zumindest hoffe ich das... ;)
      Only truth will help to set me free; my every weakness I must turn into strength

      Machine Head- Imperium
      Habe nun äusserst lange (!) über diesen doch eigentlich so schönen Thread gegrübelt un mir mal so einige Gedanken darüber sortiert. Das hier geschriebene entstand denn auch nicht in 10 Minuten und auch nicht am Stück. Bin ja auch nur ein Mann und kann nicht 100 Gedankengänge gleichzeitig zur Tastatur bringen :| .

      Was da von der TE so in der Schublade gefunden wurde (Danke @Kataleya) entspricht auch für mich so dem typischen, einfachen schwarz/weiss Denk-Muster.
      Frau=Schwach und Mann=Stark. Solange das stimmt ist in unserem Kulturkreis alles i.O. und man wird als 'normal' angesehen. Dabei existieren auch heutzutage noch Kulturen, bei denen die Frau im Hause das sagen hat (die starke ist) und dies dort das normalste der Welt ist. Also ist das doch eine reine Einstellungssache. Normal ist erstmal das im eigenen Umfeld allgemein gebräuchlichste Modell. Dabei geht es doch schon bei den einzelnen Begriffen los. Was ist denn eigentlich 'Frau/Mann' (bzw. weiblich und männlich) und was ist 'stark' bzw. 'schwach' ?

      So komme ich erst einmal auf die Ausgangs-Fragen zurück.

      ist kein „richtiger“ Mann
      Da würde ich sofort gegen fragen: Definiere "richtiger Mann". Im Restaurant gehe ich auch ans Pissoir. Zuhause setzte ich mich hin. Ist sauberer und vor allem bequemer. Bier vertrug ich zeitweilen in rauen Mengen. Heute nehme ich lieber ein Glässchen Rotwein. Sprüche klopfen kann ich auch. Diskutiere meist aber lieber mit Herz und Verstand. Im Job (im Büro) musste ich auch schon mal laut werden. Lege aber (wenn angebracht) lieber die Hand auf die Schulter von Kollegen und Kolleginnen.
      Ich kann Frau auch führsorglich an der Hand nehmen, liefere mich ihr dennoch genre aus. Warum also soll ich kein richtiger Mann sein nur weil ich viele Teile in mir trage, ja sie gerne darstelle, deren Substantive femininen Artikel tragen oder als weiblich angesehen werden ? (Yup, das war genau so eine reine Unterstellung von mir das 'sub' eher mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht wird).

      ist nur devot, weil er zu schwach oder zu blöd zum Herrschen ist
      Antwort hierzu erübrigt sich wohl durch obige Erläuterungen, sonst (auch) weiterlesen.

      ist impotent oder frigide
      So eine Aussage grenzt schon fast an Beleidigung.
      Menschen die so pauschal urteilen dürfen gerne - auch mit meiner Unterstützung - die Stufe wiederholen in der sie hängen blieben.

      bringt es nicht im Bett
      Das nun wieder kommt doch schlicht auf die Vorlieben der Partner an.

      ist ein Versager
      Beruflich auf der sicheren Seite hab ich mich entschlossen. In einem anderen Land, in einer Fremdsprache, in einer mir damals unbekannten Branche neu zu starten und mich dazu selbstständig zu machen. Das Geschäft läuft ausreichend gut. Den Versager find ich da nicht wirklich.

      besitzt keinen Stolz
      Nun, so manche Menschen beschreiben mich als geduldig, empathisch, geschickt, mein sozialer IQ findet mancherorts Anerkennung. Ich bin durchaus im Stande abstraktes, differenziertes, reflektierendes und auch selbstkritisches Gedankengut zu formulieren. Ausserdem, so kann ich mittlerweile von mir behaupten, krieg ich auch handwerklich einiges zustande. Mit einiges an Zeit, Musse und etwas Übung kann ich künstlerisch ausdrucksstarkes hervorbringen. Als Spätzünder und Frühaussteiger immerhin u.A. mal den Braungurt im Karate geschafft. Hmm. Was hab ich vergessen ? Tatsächlich, ich bin nicht eingebildet und stolz würde ich eher als "ich weiss dass ich etwas kann", formulieren. Aber das bleibt ganz im Privaten. Muss ich nicht in die Welt hinaus posaunen.

      So, damit mal wieder ein Malesub auf diese Fragen direkt geantwortet hat.
      Nun mal wieder etwas Gesellschaftskritik - oder eben auch Verständnis für diese:

      Die Allgemeinheit neigt meiner Meinung nach schon zu sehr zu vereinfachen. Kann man doch nicht auf sämtlichen Gebieten seine Erfahrungen sammeln. Jedermann/frau muss sich ständig im Alltag durchsetzen. Viele Ringen mit sich und anderen ständig um Status und Anerkennung. Da kommt es so einigen gelegen, wenn ein Individuum als potentiell schwächer eingestuft werden kann. Damit kann man sich selber dann wieder etwas 'besser' fühlen. Warum schauen sich viele Menschen nur all diese Dumpfbacken-TV Dinger an ? Genau - auch damit sie sich mit anderen vergleichen können bei denen sie besser dastehen. Auch ist es immer willkommener, wenn man auf jemanden zeigen kann, ohne Gefahr zu laufen, sich persönlich outen zu müssen: Es leben die Ratings im WWW !

      Sub's sind da - rein oberflächlich betrachtet - dankbare Opfer:
      Für ahnungslose und undifferenzierte Mitmenschen scheinbar schwach, willenlos, lassen sich demütigen und - so habe ich tatsächlich gehört - auch verhauen.
      Die Synapsen sprengt es dann beim Laye definitiv wenn es sich dabei um einen Mann handelt. Nur, ehrlicherweise betrachtet - ist doch solch ein Bild schon auch ein wenig verständlich. Musste doch so manch eine(r) von uns BDSMlern sich selber erstmal schlau machen, sich und manch scheinbaren Widerspruch erst mal überwinden bevor das sub-Sein eingestanden werden, einen kreativen Umgang damit gefunden und allenfalls Frieden einkehren kann.

      So gesehen kann ich durchaus verstehen dass man - zum ersten mal mit solch einem Thema konfrontiert - viel zu leicht in meist inkorrekte Vorurteile verfällt.


      Kataleya schrieb:

      Dient die Submissivität eines Mannes nur zu der Befriedigung seiner Geilheit?
      Ist es ein Zeichen von Schwäche?
      oder:
      Ist es ein Weg zur Erfüllung?


      Ok - also mal etwas Seriosität:

      Hmm, ich nehme an dass meine Submissivität wohl eine recht 'weibliche' ist. Vielleicht darum 'weiblich' weil man dieses 'dem Partner dienen' von Frauen ganz allgemein noch recht oft mitbekommt bzw. mir dies von meiner Mum so mitgegeben wurde. Von daher hat die Aussage 'kein richtiger Mann' schon etwas Wares an sich. :pillepalle:

      Natürlich habe ich Bedürfnisse deren Erfüllung ich geniesse. Selbst den Wunsch 'kein Bedürfnis zu haben' wäre genau so Bedürfnis. Solches kann dem realen Leben aber
      nicht standhalten und ist demnach nur in eng abgestecktem Rahmen (temporär im Spiel oder personell durch kaufbare Dienstleistung) erfüllbar. Geniessen kann ich persönlich meine Bedürfnisse jedoch besser wenn ich in mindestens genau so umfassenderer Weise für die Partnerin da sein kann und meine Partnerin mir die Erfüllung solch eines Bedürfnisses 'schenkt'. Das 'für die Partnerin da sein' kann dann aber durchaus auch mit z.B. diesem sog. maskulinem Beschützertrieb verschmelzen
      (Uff, also doch wieder was männliches ).

      Insgesamt sehe ich die Erfüllung massgeblich darin dass es sich letzten Endes um ein gegenseitiges für einander da sein handelt. Nur einfach mit etwas stärker verdrehten Windungen und daher komplizierter zu verstehen.

      Alles in allem also ziemlicher Unsinn, dieses Schwarz/Weiss Denken, hach von wegen sub gleich looser. Zur Entstehung eines Images - wenn es nicht gezielt gepflegt wird, muss man halt leider oft vom KGV (googelt halt, nicht P/E ratio) ausgehen, bei dem nun wirklich jeder mithalten kann.

      Viel lieber hätte ich da ein Bild eines mehrfach ineinander verschlungenen mehrdimensionalem Mäanders. Dies wäre mir im Übrigen nicht nur für subs oder doms angemessener.


      Real submission is about being naked for her, not just in the physical sense, but also in the spiritual one
      Also ich habe diesen Thread nun bereits mehrfach angelesen, hatte aber bisher noch nicht die Zeit mich mal etwas differentierter zu diesem Thema zu äußern. Also zunächst:

      Warum sollte es mich als submissiven Mann überhaupt kümmern, was ich für ein Image habe? Ist ein positives Image nicht grundsätzlich etwas, dass das Ego stärken soll und somit eigentlich für Doms viel relevanter ist als für Subs? Oder etwas provokanter formuliert: Ist dieses Vorurteil gegenüber Maleubs nicht nur etwas, dass von Maledoms bzw. Female-Subs projeziert werden kann, da sie zur Funktionalität ihrer eigenen Rolle ein positives männliches Image brauchen?

      Ich bin submissiv veranlagt ja, aber um mal ein paar Vorurteile zu zerstreuen: Ich bin beruflich im sozialen Bereich tätig und da ist es meine Aufgabe Menschen zu führen und diese erfülle ich meiner Meinung nach sehr gut. Desweiteren bin ich musikalsich tätig und habe dort auch schon einige Erfolge vorzuweisen, die meinem Ego auch beizeiten sehr gut tun. Wenn ich mit meiner Frau und Eheherrin unterwegs bin, bin ich meist der jenige der sich stärker in Konversationen einbringt. ( Ja es gibt auch Doms, die im wahren Leben zurückhaltender sind als ihre Subs ). Außerdem kann ich in Diskussionen meinen Standpunkt sehr gut vertreten. :D

      Ist männliche Submissivität ein Zeichen von Schwäche? Nein, im Gegenteil. Es gehört als Mann bereits einiges an Stärke dazu sich diese Neigung selber einzugestehen. Außerdem sind Malesubs viel härter drauf als ihre dominanten Geschlechtsgenossen, weil sie wahrscheinlich viel geübter darin sind Schmerzen zu ertragen. :ironie:

      Der Sub-Mann bringt es nicht im Bett? Hmm, also meine Herrin hat sich (auf der Metaebene) noch nie darüber beschwert ;)

      Der Sub-Mann besitzt keinen Stolz? Wenn ich keinen Stolz besitzen würde, würde ich dann hier so argumentieren ?

      Lange Rede kurzer Sinn: Selbst in dieser Szene, die schon aus ihrem Selbstverständnis heraus eigentlich alle Lebensstile und Neigungen tolerieren sollte, entstehen immer noch Vorurteile durch soziale Prägungen und althergebrachte Klischees in Kombination mit 1-2 negativen Erfahrungen. Wenn selbst wir es nicht schaffen uns davon zu befreien, wie soll es die Gesellschaft als Ganzes dann erst schaffen?

      Bei weiteren Fragen empfehle ich diesen Thread hier: Die 10 Vorteile des männlichen Sub-Daseins

      :whistling:
      "Glaube denen, die nach der Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben."

      André Gide
      Was ihr schreibt ist sicher richtig, aber insgesamt finde ich wäre es schon gut, wenn das Image des submissiven Mannes besser wäre.

      Stellt euch vor man würde mit einem submissiven Mann als erstes assoziieren:
      Höflichkeit, Gepflegtheit, jemand der versucht sportlich zu sein und bewußt auf seinen Körper achtet.
      Jemand dem es Freude macht seine Partnerin zu verwöhnen, gut kocht, für eine angenehme Atmosphäre zu Hause sorgt, im Haushalt richtig anpackt. Jemand dem man nicht 10mal sagen muss, dass eine Glühbirne kaputt ist oder dass der Müll hinausgetragen werden müsste.
      Jemand dem Frau im Sommer zuschauen kann wie er sich mit verschwitztem muskulösen Oberkörper als Gärtner betätigt (um ein Klischee heraufzuholen:-) ), weil es ihm gefällt sich so tatkräftig vor seiner Geliebten zu präsentieren.
      Ein Mann dem die sexuelle Befriedigung seiner Partnerin sehr wichtig ist. Jemand der sich Zeit lässt beim Sex, ein langes Vorspiel liebt und sich nicht in der Pause bei der Fußballübertragung schnell einen blasen lässt (um ein weiteres Klischee zu bedienen :) )
      Etc. ...

      Ich glaube, dass wäre schon gut für submissive Männer wenn man als erstes solche Dinge mit uns assoziieren würde.
      Ich stelle mir vor wieviel leichter es ein junger Mann haben würde der seine Neigungen seiner Freundin gesteht wenn diese als erstes an obige Dinge und Klischees denken würde, wenn sie das erste mal hört, dass er wohl submissiv veranlagt ist.

      Ich denke viele Frauen würden es auf einen Versuch ankommen lassen, ob eine dominante Ader in ihnen steckt wenn sie nicht Angst hätten, dass der Partner mit dem sie zusammen sind, sich jetzt von heute auf morgen in einen Wurm verwandelt, der wenn sie ihm nicht jeden Abend den Hintern versohlt oder mit einem Strap on fickt, unbefriedigt im Internet nach einer Domina Ausschau hält, welcher er das Urlaubsgeld überweisen kann, um sich an ihrem getragenen Höschen riechend einen herunterzuholen (um es einmal pointiert auszudrücken).

      LG

      Spawn schrieb:



      Warum sollte es mich als submissiven Mann überhaupt kümmern, was ich für ein Image habe? Ist ein positives Image nicht grundsätzlich etwas, dass das Ego stärken soll und somit eigentlich für Doms viel relevanter ist als für Subs? Oder etwas provokanter formuliert: Ist dieses Vorurteil gegenüber Maleubs nicht nur etwas, dass von Maledoms bzw. Female-Subs projeziert werden kann, da sie zur Funktionalität ihrer eigenen Rolle ein positives männliches Image brauchen?

      Als weibliche Sub brauche ich zwar ein für mich positives männliches Image, aber wenn ich das Mal auf die Allgemeinheit umwälze: Das positive männliche Image ist individuelle Auslegungssache. Es gibt vielleicht ein zwei Grundpfeiler, welche alle als männlich ansehen. Doch danach kommen ganz unterschiedliche Nuancen zum Vorschein.
      Allerdings frage ich mich eine Sache schon eine Weile:
      Gibt es einen Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Sub? Wenn wir jetzt Mal die Biologie beiseite lassen.

      englischer_Gaertner schrieb:

      Stellt euch vor man würde mit einem submissiven Mann als erstes assoziieren:

      Höflichkeit, Gepflegtheit, jemand der versucht sportlich zu sein und bewußt auf seinen Körper achtet.
      Jemand dem es Freude macht seine Partnerin zu verwöhnen, gut kocht, für eine angenehme Atmosphäre zu Hause sorgt, im Haushalt richtig anpackt. Jemand dem man nicht 10mal sagen muss, dass eine Glühbirne kaputt ist oder dass der Müll hinausgetragen werden müsste.
      Jemand dem Frau im Sommer zuschauen kann wie er sich mit verschwitztem muskulösen Oberkörper als Gärtner betätigt (um ein Klischee heraufzuholen:-) ), weil es ihm gefällt sich so tatkräftig vor seiner Geliebten zu präsentieren.
      Ein Mann dem die sexuelle Befriedigung seiner Partnerin sehr wichtig ist. Jemand der sich Zeit lässt beim Sex, ein langes Vorspiel liebt und sich nicht in der Pause bei der Fußballübertragung schnell einen blasen lässt (um ein weiteres Klischee zu bedienen :) )
      Etc. ...

      Ich verstehe zwar worauf du hinauswillst, trotzdem stehe ich ein wenig auf dem Schlauch. Wenn ich erstmal die sexuelle Komponente weglasse, berichtest du von einem aufmerksamen, achtsamen Menschen, dem es wichtig ist mit seinem Partner zu harmonieren. Das ist doch vermutlich für jeden Menschen erstrebenswert. Einige der erwähnten Eigenschaften stehen sogar einem Dom.

      Den wirklichen Unterschied im Handeln kommt doch oft erst, wenn entweder die Sexualität oder die submissiven Gefühle dazu kommen. Davor bin ich noch beim Prototyp Mann.


      Um zum Image zurückzukommen: klar gibt es Menschen, die Subs als jemanden wahrnehmen, der kleingehalten wird oder Subs als kriecherisch ansehen. Es gibt also viele mögliche Negativsichtweisen. Aber genauso oft wird es vermutlich einfach als gegeben wahrgenommen.
      Dazu kommt: wäre es für Frauen wirklich leichter dominant zu sein, wenn das Image des Male-Subs ein anderes wäre? Oder ist für Frauen eher das Image der Femdom Dank der Medien problematisch?
      @Snowflake zu deiner letzten Frage. Die Herausforderung steigen umso höher die Diskrepanz zur sog gesellschaftlichen Norm ist und z direkten sozialen Umfeld.

      noch ergänzend: ich denke,dass es für dominante Frauen,die im Zweifel schon mit ihrer eigenen Neigung hadern doch einfacher wäre sich diese zuzugestehen,wenn das Bild einen Malesubs ein sehr positives bzw "normales" wäre. Es gibt oft genug noch die Meinung,dass ein Mann viril und dominant aufzutreten hta und Mädchen/Töchtern wird als Aufgabe mitgegeben einen Ernährer für sch zu finden, sehr überspitzt gesagt.
      Umso weniger die Frau sich davon schon gelöst hat umso schwieriger wird es auch zu einem devoten Malesub zu stehen. Hinzu kommt natürlich auch dsa verdrehte Bild einer Femdom.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Viva ()

      Guten Morgen Miteinander,

      einer der für mich interessantesten Threads der letzten Zeit, danke dafür! Vor allem, da mich das Thema auch selbst seit Monaten/ Jahren (?) schwer beschäftigt.

      englischer_Gaertner schrieb:

      Jemand dem es Freude macht seine Partnerin zu verwöhnen, gut kocht, für eine angenehme Atmosphäre zu Hause sorgt, im Haushalt richtig anpackt. Jemand dem man nicht 10mal sagen muss, dass eine Glühbirne kaputt ist oder dass der Müll hinausgetragen werden müsste.
      Hier bin ich ganz bei @Snowflake . Diese Attribute assoziere ich wenig mit der Submissivität des Mannes oder der Submissivität an sich, sondern eben damit, wie die Person sozialisiert, erzogen wurde. Eine solche Haltung stünde jedem Manne gut zu Gesicht, egal, ob Dom oder sub :whistling: .

      Die Frage von @Snowflake: "Gibt es einen Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Sub? Wenn wir jetzt Mal die Biologie beiseite lassen" stelle ich (mir) auch oft, denn Antworten auf sie sind möglicherweise auch Antwort auf die Frage dieses Threads.

      Eine Sache, die - in meinen Augen - submissiven Männern so überhaupt keinen Dienst erweist, ist diese Anbiederung selbsternannter Würmer. Diese Kontaktversuche sind für mich unheimlich abstoßend und dem Image des submissiven Mannes an sich ganz sicher alles andere als dienlich. Ich glaube, je öfter frau über solche 'Kontaktgesuche' oder Anschreiben stößt, umso grösser ist die Gefahr, von der männlichen Submissivität an sich abgestoßen zu werden/ sein.

      BB, Louise

      PS: Einen Dank spreche ich an dieser Stelle den männlichen subs dieses Forums aus ... sie helfen dabei, mein Bild, welches ich von submissiven Männern habe, aus der geht-gar-nicht Ecke herauszuzerren. Viel ist noch nicht zu sehen vom Bild, aber Ihr arbeitet stetig daran, danke dafür!
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      @ SMaus1001 und Spawn

      Ihr habt ja Recht mit dem, was ihr schreibt und wie ich auch schon meinte: Letztlich – also auch zeitlich, irgendwann – kann es einem auch recht egal sein, was das Image ist.

      Aber dennoch fände ich es auch erheblich leichter, wenn die vom englischen Gärtner hier skizzierten Assoziationen vorherrschend wären. Dann hätte ich das vielleicht auch nicht mein halbes Leben (bzw. mein ganzes Geschlechtsleben) so von mir gewiesen, wer weiß?



      Louise schrieb:

      Guten Morgen Miteinander,

      einer der für mich interessantesten Threads der letzten Zeit, danke dafür! Vor allem, da mich das Thema auch selbst seit Monaten/ Jahren (?) schwer beschäftigt.

      englischer_Gaertner schrieb:

      Jemand dem es Freude macht seine Partnerin zu verwöhnen, gut kocht, für eine angenehme Atmosphäre zu Hause sorgt, im Haushalt richtig anpackt. Jemand dem man nicht 10mal sagen muss, dass eine Glühbirne kaputt ist oder dass der Müll hinausgetragen werden müsste.

      Hier bin ich ganz bei @Snowflake . Diese Attribute assoziere ich wenig mit der Submissivität des Mannes oder der Submissivität an sich, sondern eben damit, wie die Person sozialisiert, erzogen wurde. Eine solche Haltung stünde jedem Manne gut zu Gesicht, egal, ob Dom oder sub :whistling: .



      Ja, das seht ihr m.E. schon richtig, bei den Beispielen wird natürlich (sexuelle) Neigung und Alltag stark vermengt.
      Das geschieht aber ja bei dem ganzen Thema generell, denn rein logisch ist die submissive Ader im BDSM-Sinne in der Kategorie mit "Mann bevorzugt beim Geschlechtsakt Stellung xy oder eine besondere Ausprägung der weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale" – das hat mit dem Rest vom Leben, mit dem Alltag, erst einmal nichts zu tun. Dementsprechend erübrigen sich hinsichtlich des größten Teils der Betroffenen (ich gehe mal davon aus, dass die allerwenigsten Malesubs wirklich total alltagsdevot sind) sämtliche Urteile bezüglich deren sonstigen Lebensbereiche.

      Nun ist es aber natürlich nicht ganz so einfach, weil sich das in der Wirklichkeit so einfach und logisch eben bei den meisten nicht trennen lässt. Irgendwo im Forum hat jemand mal geschrieben, dass es auch etwas Bemerkenswertes hat, was wir eigentlich alles so sexualisieren. Und das passt auch in diesen Kontext ganz gut, denn erst einmal ist es eine sexuelle Neigung und eben auch nur das. Wie weit diese dann auch auf die restlichen Lebensbereiche ausstrahlt oder wie viele Eigenschaften von dem, was wir submissiv nennen, dann in der jeweiligen Persönlichkeit noch zu finden ist – das ist ja nicht nur höchst verschieden, sondern auch höchst ambivalent. Und ich weiß nicht, ob man so einfach zwischen "Schlafzimmer-devot" und "alltags-devot" unterscheiden kann oder wirklich ausmachen kann, wie und was an den vielen Persönlichkeitsmerkmalen nun submissiv ist oder nicht.
      Ich bin z. B. reichlich passiv, abwarten und beobachtend – eine reichlich aktive und entscheidunsgfreudige Partnerin würde rein praktisch sicher eine Menge bestimmen. Aber ist das schon submissiv? Und ist das submissiv im BDSM-Kontext? Zumindest Letzteres lässt sich erst einmal verneinen – bis dann Gefallen und Lust aufkommt daran, dass sie gerade bestimmt. Da fällt dann eher das eine mit dem anderen zusammen und vermischt sich, obwohl das nicht wirklich sinnvoll in einen Topf geworfen werden kann.

      Dazu kommt dann die Außenwirkung bzw. die für gewöhnlich eher unreflektierte Aufnahme. Was hat denn bitte das, was jemand im Schlafzimmer gerne tut, mit dem Kontext zu tun, in dem ich ihm begegne – sofern ich nicht gerade der Sexualpartner bin?



      Louise schrieb:

      Die Frage von @Snowflake: "Gibt es einen Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Sub? Wenn wir jetzt Mal die Biologie beiseite lassen" stelle ich (mir) auch oft, denn Antworten auf sie sind möglicherweise auch Antwort auf die Frage dieses Threads.


      Das ist eine interessante Frage, die bei mir auch immer wieder aufkommt, ja. Wenn wir die Biologie beiseite lassen, besteht der Unterschied eben in der Soziologie – in den gesellschaftlichen Rollenbildern und deren Einfluss auf die Individuen. :pardon:

      Aber wenn wir Spaß und allgemeine Trivialitäten ebenfalls beiseite lassen, muss ich auch sagen, dass es eine schwere Frage ist. Allgemein scheinen mir nicht wirklich geschlechtsspezifische, sondern eher individuelle Aspekte relevant zu sein. Speziell, auf die Praktiken und die Art und Weise des "Spielens" bezogen, werden dann eben einerseits die anatomischen Unterschiede relevant und andererseits wiederum die gesellschaftlichen Rollenbilder und Stereotypen. Diese darf man aber auch wirklich nicht unterschätzen, denn das ist ja nichts, was man bewusst wählt oder aussucht und eben auch nichts, was man so einfach abstreifen kann, egal wie bewusst einem das auch sein mag.

      Mir kam dabei und gerade auch in Verbindung zu diesem Thread und dem Image vom Mann das interessante Paradoxon in den Kopf, dass Spielarten rund um Erniedrigung und Demütigung, bei denen Malesub auf die eine oder andere Art und in verschiedener Qualität die Männlichkeit abgesprochen wird, mir schon recht verbreitet zu sein scheinen. Sogar hier im Forum klingt das zwischen den Zeilen mal durch und ich selbst muss zugeben, dass das im Demütigungs-Kontext seinen Reiz hat.

      Interessant ist das in diesem Kontext in zweierlei Hinsicht. Erst einmal nämlich als einen Unterschied, denn ich habe noch nie von einer Femsub gehört, die etwa in Männerkleidung gesteckt wurde, um sie zu demütigen oder dass das Absprechen vom Frau-Sein irgendwie lustfördernd wäre. Und das scheint mir nicht nur eine Frage von individuell bevorzugten Spielereien zu sein, sondern der Tendenz nach schon tatsächlich geschlechtsspezifisch UND vielleicht auch relevant für die Frage nach dem Unterschied von weiblichen und männlichen Subs. Weil das doch wieder auf die Stereotypen zielt: Ein Mann ist ein Mann. Und wenn er auch sonst nichts ist, immerhin ist er ein Mann. Umso weniger er sonst noch ist, umso mehr ist er ein ganzer Mann. Meinetwegen auch dank Chappie (oder wie hieß das Zeug?!). Diese Geschlechts-Normativität scheint es mir bei Frauen so einfach nicht in dem Maße zu geben.

      Und zweitens ist es schon sehr paradox, über die Vereinbarkeit von Männlichkeit und Submissivität zu resümieren und gleichzeitig das Absprechen der Männlichkeit im Spiel-Kontext reizvoll zu finden. Und obgleich das nicht jedermanns Sache ist, so scheint mir das in unterschiedlicher Intensität doch sehr stark verbreitet zu sein. Ich meine nicht nur irgendwelche extremen Spielereien explizit in die Richtung (wie etwa Feminisierung). Wenn man es genau nimmt ist sogar das "Herum-Gewurme" zum Teil auch darauf bezogen, in seiner Souveränität, Stärke & Männlichkeit gedemütigt zu werden. Sich von einer Frau züchtigen zu lassen, zumal auf den Po, hat eigentlich auch etwas davon.
      Vielleicht liegt das auch einfach nur daran, dass Erniedrigung bei Männern über diese Schiene sehr gut funktioniert. Aber auch das wäre ein Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Subs oder? Solch ein geschlechtsspezifischer Unterschied könnte ja ohnehin nur ein tendenzieller sein, bei dem es eben auch immer auch Ausnahmen geben mag, denn absolute Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es eben nur anatomisch.

      Bei mir finde ich das vor allem interessant, weil, wenn jemand mir ernsthaft, also bewusst-rational als Urteil, die Männlichkeit absprechen würde, fände ich das eher nur albern und könnte besagte Person intellektuell schon nicht mehr ernst nehmen, weil dieses Beharren auf die Verknüpfung von Geschlecht und (gesellschaftlich-reproduzierter) Normen eben, gelinde gesagt, nicht ganz richtig und auch nicht vorteilhaft ist. Das könnte ich als echte Aussage kategorisch nicht ernst nehmen. ;)

      Fortsetzung folgt, 10.000 Zeichen maximal für einen Post sind nicht wirklich meins offenbar...
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      Machine Head- Imperium
      ...

      Louise schrieb:

      Eine Sache, die - in meinen Augen - submissiven Männern so überhaupt keinen Dienst erweist, ist diese Anbiederung selbsternannter Würmer. Diese Kontaktversuche sind für mich unheimlich abstoßend und dem Image des submissiven Mannes an sich ganz sicher alles andere als dienlich. Ich glaube, je öfter frau über solche 'Kontaktgesuche' oder Anschreiben stößt, umso grösser ist die Gefahr, von der männlichen Submissivität an sich abgestoßen zu werden/ sein.


      Das ist sicher richtig. Auf den ersten Blick ist die Anbiederung von Würmern schlicht dem Zustand akuter großer Erregung des Anbiedernden geschuldet. Wobei das im Grunde auch nur die andere Seite der Dumm-Mann-Medaillie ist, denn die Wurm Anbiederungen sind eigentlich das Äquivalent zum klassischen Dumm-(Male)Dom. Das scheint wohl leider mal wirklich ein wenig geschlechtsspezifisch zu sein und hat auch nichts mehr mit BDSM zu tun.


      Ob der Maledom nun eine Sub anschreibt mit "Hallo Sklavin zieh dich aus knie hin und zeig mir Bild von deiner F*** du ***** , ich erziehe dich streng und hart zum braven ****" oder eben der Malesub die Domme mit "Hallo große erhabene Göttin, ich krieche vor Ihnen im Staub und bettle um die Gunst, den Dreck von Ihren Stiefeln lecken zu dürfen und Ihre willenloses Objekt sein zu dürfen" – das ist schon ziemlich dieselbe Kategorie, eben nur rollenspezifisch.
      Und die Frage ist doch, sind so viele einfach nur so primitiv oder spielt dabei nicht auch stark mit hinein, dass irgendwie geglaubt wird, das müsse so sein und das wird erwartet? Wie viele Femsubs machen zu Beginn den Unsinn von diesen allgemeinen BDSM-Normen á la "eine Sklavin tut dies oder jenes" teilweise mit oder werden davon abgeschreckt? Ich denke, dass es auch viele Malesubs gib, die denken, dass sie sich in einen Wurm verwandeln müssen, weil eine Femdom genau das will. Und das wird nun auch nicht nur und überall dementiert, sondern mitunter wird genau das im Gegenteil kolportiert – und zwar nicht nur durch den finanziellen Bereich. Aber gut, ich glaube, das macht schon den Löwenanteil aus. Aber ich glaube auch, dass das abfärbt.




      Louise schrieb:

      PS: Einen Dank spreche ich an dieser Stelle den männlichen subs dieses Forums aus ... sie helfen dabei, mein Bild, welches ich von submissiven Männern habe, aus der geht-gar-nicht Ecke herauszuzerren. Viel ist noch nicht zu sehen vom Bild, aber Ihr arbeitet stetig daran, danke dafür!


      Das finde ich sehr schön. Das ist bei mir zwar naturgemäß nicht ganz genau so, aber mir hilft das Forum trotzdem enorm mit der Akzeptanz. Es ist eben doch noch etwas anderes, das Bild durchs Lesen und auch durch den Austausch beständig zu erfahren oder es einfach nur als rationales Urteil im Kopf zu haben, das allein für sich offenbar lediglich Züge eines anzustrebenden Ideals annimmt, aber keinen Ist-Zustand.



      @Viva


      Viva schrieb:

      @Snowflake zu deiner letzten Frage. Die Herausforderung steigen umso höher die Diskrepanz zur sog gesellschaftlichen Norm ist und z direkten sozialen Umfeld.


      noch ergänzend: ich denke,dass es für dominante Frauen,die im Zweifel schon mit ihrer eigenen Neigung hadern doch einfacher wäre sich diese zuzugestehen,wenn das Bild einen Malesubs ein sehr positives bzw "normales" wäre. Es gibt oft genug noch die Meinung,dass ein Mann viril und dominant aufzutreten hta und Mädchen/Töchtern wird als Aufgabe mitgegeben einen Ernährer für sch zu finden, sehr überspitzt gesagt.
      Umso weniger die Frau sich davon schon gelöst hat umso schwieriger wird es auch zu einem devoten Malesub zu stehen. Hinzu kommt natürlich auch dsa verdrehte Bild einer Femdom.


      Das denke ich auch. Es bedingt sich ja auch traurigerweise ein bisschen und schaukelt sich gegenseitig hoch. Wenn dann sogar bei den Betroffenen mitunter von ihrem Äquivalent eben dieses verdrehte Bild vorherrscht, ist das schon bitter.


      Einer der Schlüsselmomente, der mich hier ins Forum und damit zu einer etwas ernsthafteren und akzeptierenden Beschäftigung mit meiner Neigung gebracht hat, war ein Gespräch mit einem anderen Malesub, dessen Freundin wohl ziemlich dommig zu sein schien, der ihr aber seine Neigung nicht gestehen wollte. Für mich war sein Spruch "Wenn du wüsstest, was für einen Befehlston sie drauf hat, würdest du bestimmt verstehen, warum ich mir einen Strapon um ihre Hüften wünsche" – ausschlaggebend, weil es mir irgendwo deutlich vor Augen geführt hat, dass es, wenn es eben so ist, dass man auf diese Dominanz steht, das eben einfach so ist, dass man dem nicht entkommt und weil ich ja von mir weiß, dass ich unter den passenden Umständen auf solch einen bestimmenden Ton einer Frau ebenfalls so reagiere (wenn auch inhaltlich nicht vornehmlich mit den Strapon-Bild, das hier jetzt eher eine Metapher ist :D )
      Klingt nach einer Tautlogie, aber irgendwie war das ein Klick-Moment in meinen Kopf, der ansonsten alles zum Kleinreden der Neigung getan hat.

      Dieser Mann jedenfalls, der mir so etwas geschrieben hat, wollte seiner Freundin partout nicht seine Neigungen gestehen, weil er Angst hatte, sie dann zu verlieren. Er hatte Angst, dass sie tatsächlich drauf steht, tatsächlich Femdom ist und er dann nur zu ihrem Sub wird und nicht mehr ihr Freund und Partner sein würde...das war wohl irgendwie einfach in seinem Kopf drin, dass beides nicht ginge, weil sie dann irgendwann den Respekt vor ihm (als Mann und Partner) verliert...und deswegen trieb er sich dann in irgendwelchen Chats herum. Und wer weiß, vielleicht saß in dem Moment seine Freundin an einem anderen Rechner und hat mit einer Femdom über ihren subbigen Freund geschrieben, dem sie ihre Neigung aber nicht gestehen mag, aus Angst, ihn dann zu verlieren, weil er sie nur noch als kaltherziges, be- und ausnutzendes Wesen sieht?!
      Und auch, wenn das nach mangelndem Vertrauen oder großer Unsicherheit klingt, kann ich diese Angst immer noch verstehen.


      Unterm Strich ist es aber eigentlich natürlich auch alles sehr einfach. Mann ist eben wie man ist und frau auch. Die Neigung ist ein unterschiedlich großer Teil davon. Manche sind da ähnlich, manche nicht, aber sie verstehen das oder akzeptieren/respektieren es zumindest einfach, zumal es die meisten Anderen, die nicht gerade der Sexualpartner sind, in der Regel auch gar nicht tangiert. Manche respektieren es zumindest nach Erklärung und Aufklärung, auch wenn sie vielleicht ihre Schwierigkeiten damit haben und es persönlich ablehnen.
      Und der Rest kann sich zum Teufel scheren.
      Only truth will help to set me free; my every weakness I must turn into strength

      Machine Head- Imperium

      Louise schrieb:

      Eine Sache, die - in meinen Augen - submissiven Männern so überhaupt keinen Dienst erweist, ist diese Anbiederung selbsternannter Würmer. Diese Kontaktversuche sind für mich unheimlich abstoßend und dem Image des submissiven Mannes an sich ganz sicher alles andere als dienlich. Ich glaube, je öfter frau über solche 'Kontaktgesuche' oder Anschreiben stößt, umso grösser ist die Gefahr, von der männlichen Submissivität an sich abgestoßen zu werden/ sein.

      Ich glaube da hast du den Kern des Ganzen freigelegt. Männer sind halt leider sehr oft schwanzgesteuert. Und in Momenten der Einsamkeit springt ihnen die Geilheit aus dem Kopf direkt auf die Zunge bzw. die Tastatur. Ob es nun im Vanillabereich ist ( Ich steck dir meinen harten Sch.. in deine F..F..) , bei männlichen Doms ( Knie nieder Sklavenf.. Ich werde dich zu meinem willenlosen Objekt formen ) oder beim Malesub ( Ich möchte bis in alle Ewigkeit der Dreck unter deinen Stiefeln sein ). Diese ultimativen Phantasien direkt bei der Kontaktaufnahme rauszuhauen ist glaube ich grundsätzlich nie eine gute Idee. Also ob Dumm-Dom oder Dumm-Sub, es scheint wohl eher ein Problem bei der Kommunikation der männlichen Bedürfnisse zu sein, was bei Frauen aller Neigungen Befremdlichkeit hervorruft.



      Snowflake schrieb:

      Gibt es einen Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Sub? Wenn wir jetzt Mal die Biologie beiseite lassen.

      Männliche Subs stehen auf Füße, weibliche nicht :D

      Aber im ernst: Ich denke die Art der Submissivität ist individuell so dermaßen verschieden angelegt, dass sich hier kaum ein klares Bild ergeben wird. Wenn ich tippen müsste würde ich aber sagen bei Männern spielt D/S eine leicht größere Rolle als S/M, bei Frauen eher umgekehrt. Also zumindest von der prozentualen Verteilung. Und ich glaube auch, dass Männer mit ihrer devoten Neigung noch eher hadern als devote Frauen. Mich würde das aber auch mal interessieren. Vielleicht kann man das Thema ja als eigenen Thread auslagern? :gruebel:
      "Glaube denen, die nach der Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben."

      André Gide
      *staubwedel* ich wollte gerne mal diesen Thread hier wiederbeleben :D

      Also meiner Erfahrung nach gibt es einen gigantischen Unterschied je nach dem ob man das Image submissiver Männer rein auf Online-Communities begrenzt betrachtet, oder ob man von männlichen Subs spricht, denen man in der Szene in der "realen" Welt begegnet.

      Online scheint es tatsächlich sehr viele Schaumschläger zu geben, die große Töne spucken, aber eigentlich nur ihre Phantasie bedient haben wollen und sich keine Gedanken darum machen, was sie der Partnerin geben können. Ich schätze das hat viel mit verinnerlichten Rollenbildern zu tun wie Männer und Frauen gesellschaftlich gesehen zu sein haben. Solange das Stigma vorhanden ist, dass der Mann dominant zu sein hat und Submissivität eigentlich Schwäche und unmännlich ist, gibt es eben solche Phänomene. Innere Konflikte, Hadern mit der Neigung, Angst vor Verletzlichkeit und Überkompensation. Das alles führt dann zu einem Verhalten, das eben jenes negative Image erzeugt.

      Aber in der echten Welt, also auf Parties, in perversen Freundeskreisen oder auf Stammtischen bin ich ehrlich gesagt noch nie damit konfrontiert worden. Auch wenn ich eindeutig als submissiver Mann aufgetreten bin. Ich denke, die Meisten lernen eigentlich recht schnell, dass es vollkommen okay ist, devot zu sein und dass man das mit den Geschlechterrollen vielleicht nicht so eng sehen sollte, sobald man eben die ersten Erfahrungen gesammelt und mit ein paar Leuten gespielt hat. Das Image ist, so wie ich es dort erlebt habe, kein Stück negativ besetzt.

      Was mir als Sub am ehesten Schwierigkeiten bereitet hat (und teilweise ist es immer noch vorhanden), ist die unbegründete Angst, einer von den besagten "Wunschzettelsubs" zu sein. Ich musste eher lernen, dass es in Ordnung ist sich etwas zu wünschen und dass ich mich ruhig darauf verlassen kann, nein gesagt zu bekommen, wenn der Partnerin etwas nicht zu sagt. Meine Befürchtungen, dass sie nicht genug auf ihre Kosten kommen könnte, wenn ich sage "könntest du bitte xy mit mir machen?" kamen wohl aus eben jenem negativen Image.

      Mein Fazit ist also: weniger labern, mehr machen :D soll heißen, was andere Leute über andere Subs denken bedeutet nicht viel. Solange der Wille sich zu erforschen und zu lernen vorhanden ist, ist man auf bestem Wege zu einem ausgeglichenen Selbstbild und Zufriedenheit im BDSM.
      "Du gibst Widerworte X( " – "Nein :miffy: "
      Ich stimme dir da bis zu einem gewissen Grad zu @myownspirit im realen Leben, wenn man sich in die Augen sieht und Face to Face steht ist vieles ganz anders. Ich stelle aber auch immer wieder fest, dass gerade MaleSubs vor allem online schnell in eine bestimmte richtig gepresst werden. In andern Communities, genauso wie hier und erschreckender weise auch aus den eigenen Reihen. Ist mir besonders wieder in den letzten Tagen aufgefallen! Da wird einer Femdom schnell geraten "du hast so viel Auswahl, warum beschäftigst du dich überhaupt mit Individuen die nicht 100% deiner Bedürfnis befriedigen". Eben so schnell wird vergessen, dass es zwischen dem folgsamen devote Diener und dem topping from the bottom noch ganz andere Dom/Sub Sphären gibt. Die lustiger weise in der Konstellation FemSub/MaleDom vollkommen normal sind aber in umgekehrter Konstellation als total absurd dargestellt werden. Das eine FemSub individuelle Bedürfnis hat die auch gefälligst bedient werden müssen ist völligst normal und anerkannt. Solche Ratschläge und Ansichten kommen, dann aber auch von MaleSubs wo ich mir echt an den Kopf fasse. Da muss ich mich dann auch nicht wundern, wenn charakterlich nicht so gefestige Personen aus Angst vor Ablehnung schnell in die Richtung der zitierten "Schaumschläger" abdriften, resultiert halt aus der oft entgegen gebrachten Geringschätzung. Man merkt vielleicht, mir geht das Malesub Gebashe mittlerweile echt auf die Eier. Ich bin froh, dass ich mich und meinen Wert nie auf meine Neigung habe reduzieren lassen. Vor allem aber, dass ich weg vom Markt bin und mir das nur noch aus der Ferne geben muss. ^^ :thumbup:
      Don't tell me what I can and can not do.
      I'd hate to have to make a fool out of you.
      Ich habe die Theorie das es auch daran liegen könnte das Männer sehr begeisterungsfähig sind. Wenn sie für etwas eine Leidenschaft haben wird das gerne kommuniziert, gerne ausgelebt und sie " hängen " ein bisschen in den Thema fest.
      Mag es das neue Auto sein , was dann viel besprochen wird, oder ein Sport der dann für eine Zeit Hauptthema ist , wo sich das halbe Leben auf einmal drum dreht und wo natürlich auch auf Erfolg und Leistung hingearbeitet wird.

      Apropos Erfolg und Leistung- liest man was so mancher Sub hier im Thread geantwortet hat kommt das auch schön zur Geltung. *gg*
      Mein Haus , mein Studium, meine Karriere ....
      Ich habe geleistete.... !

      Dazu kommt noch das Männer laut meiner Beobachtung wert darauf legen das alles Regelkonform abläuft, das alles so sein soll wie es zu sein hat.

      Nun ist aber Sexualität und BDSM im besonderen kein Ding mit festen Regeln. Es gibt keine Vorbilder, kein Regelwerk, keinen festen Ablauf.
      Also suchen sie sich vermeintliche Anhaltspunkte.
      Landen sie dann im Schmuddelheft oder auf der Seite der Leck- Mir- die - Füße- Wurm Dominas versuchen sie diesem Bild zu entsprechen.
      Blöd nur wenn sie dann an Annelise FemDom geraten, die mit diesem Gehabe nichts anfangen kann weil sie lieber etwas anderes bevorzugt. Oder die Männer dann in ihrer Begeisterung für die entdeckte Leidenschaft bei der berühmten ersten Nachricht über das Ziel hinaus schießen.

      Ich finde man kann hier im Forum gut beobachten wie es mit den Anfängern und Neueinsteigern so ist je nach Geschlecht.

      Frauen fragen eher nach den emotionalen Dingen, nach vertrauen, nach verliebt sein in den Dom, nach Schmerz aushalten und tendenziell in Richtung DS und Dienen und den Dom zufrieden stellen, etwas selbstlos und eher warm im Gefühl.

      Männer sind mir eher aufgefallen mit den Fragen nach technischen Vorgängen, nach Praktiken, nach Schmerz im besonderen, nach Anerkennung oder auch nicht, mehr auf die Außenwirkung bedacht, schon die eigenen Interessen im Blick habend, eher in Richtung SM orientiert und mal mehr mal weniger darauf aus eine Anleitung bzw eine klare Aussage über etwas zu bekommen.


      PS. Ich habe mir jetzt mal erspart immer dazu zu schreiben das natürlich nicht immer und jeder gleich ist .... und so weiter.
      Ich vertraue mal darauf das ihr wisst wie ich es meine und das die Welt Bunt ist und BDSM eh und Regenbogen Einhorn Peace.
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.

      M.J. Craw-Corteaz schrieb:

      Ich habe die Theorie das es auch daran liegen könnte das Männer sehr begeisterungsfähig sind. Wenn sie für etwas eine Leidenschaft haben wird das gerne kommuniziert, gerne ausgelebt und sie " hängen " ein bisschen in den Thema fest.
      Mag es das neue Auto sein , was dann viel besprochen wird, oder ein Sport der dann für eine Zeit Hauptthema ist , wo sich das halbe Leben auf einmal drum dreht und wo natürlich auch auf Erfolg und Leistung hingearbeitet wird.

      Apropos Erfolg und Leistung- liest man was so mancher Sub hier im Thread geantwortet hat kommt das auch schön zur Geltung. *gg*
      Mein Haus , mein Studium, meine Karriere ....
      Ich habe geleistete.... !

      Also zunächst mal: Du hast meiner Meinung nach mit allem Recht was du hier schreibst. Auch Sub-Männer unterliegen halt dem männlichen Bedürfnis nach Schwanzvergleich. :whistling: Und viele geben auch gerne mit ihren Erfolgen an. Das ist unsere soziokulturelle Prägung und hat wahrscheinlich sogar evolutionäre Gründe. Vielleicht ist unsere Neigung sogar der Ausdruck eines unbewussten Wunsches sich aus dieser Tretmühle zu befreien, wer weiß. So kam es mir zumindest vor, als ich mir die Neigung eingestand und anfing sie auszuleben.

      Eine gute Femdom-Beziehung kann aber auch das Ziel haben, sich in diesem Punkt weiter zu entwickeln. Das heißt das Femdom versucht ihrem Sub Schritt für Schritt aus diesem Denkmuster zu befreien und er sich in einer gewissen Art von Gleichmut ihren Bedürnissen unterordnet und das Kopfkino mal pausieren lässt, in dem er völlig im Hier und Jetzt der aktuellen Spielsituation aufgeht. Erweitert auf 24/7 Beziehungen bedeutet das vielleicht sogar, dass man sein ganzes Leben völlig diesem einen Ziel hingibt und sich so aus diesem männlichen Geltungswahn befreien kann. Das ist es zumindest woran wir gerade arbeiten. Aber auch heute stehe ich mir manchmal noch selber dabei im Weg. Es ist jedenfalls ein hartes Stück Arbeit für beide.

      Trotzdem möchte ich aber auch noch mal das Thema männliche Begeisterungsfähigkeit aufgreifen. Ich kann jetzt erst mal nichts negatives daran erkennen, wenn jemand für eine Sache mit Haut und Haaren brennt. Das ist doch genau das was man Leidenschaft nennt. Und seine Phantasien und Wünsche auszuleben hat ja auch stark mit dem was man allgemein so ein erfolgreiches und glückliches Leben nennt zu tun. Deswegen würde ich mir für manche meiner begeisterungsfähigen Neigungsgenossen hin und wieder ein bisschen mehr Nachsicht wünschen. Vielleicht steckt ja auch hinter dem notgeilen-Skalvenwurm der Sub/Partner fürs Leben, den sich Femdom nach ihren Bedürfnissen hin formen kann. ;)
      "Glaube denen, die nach der Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben."

      André Gide
      Ich Stimme dir voll und ganz zu und möchte ebenfalls nochmal betonen das ich es für eine Gabe halte sich für etwas zu begeistern.
      Das hält das Leben in Schwung und bringt einen Vorran und hebt die Laune. ;)

      Und ja , manch mal wäre Nachsicht schon ausreichend um die Chance zu haben auch mal hinter die Fassade zu schauen.

      Vielleicht sind die Kerle ja auch deshalb so ungeduldig und streben immer nach mehr und weiter, weil sie den Erfolg des erfüllten Leben quasi schon riechen können ?
      Ein guter Gedanke und nicht zu unterschätzen ^^
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.
      Ich finde Deine Gedanken, @M.J. Craw-Corteaz sehr erhellend und ich glaube, sie haben mir soeben einige Aha-Erlebnisse verschafft. Ich kann diese männlichen Begeisterungsfähigkeit aus meinen bisherigen Beziehungen nur bestätigen. Auch mein Mann brennt für neue Interessen, sei es beruflich oder privat. Er redet dann sehr viel darüber (ist er sonst üblicherweise nicht der geschwätzigste, ist das immer ein guter Hinweis darauf, dass sich da evtl. ein neues Interessengebiet aufgetan hat) und ist sehr fokussiert.
      Manchmal fällt es mir schwer, ihn dann nicht zu bremsen, weil dieses Interesse bei mir ja nicht vorhanden ist (bisher) und ich mich manchmal ziemlich überfahren fühle. Andererseits denke ich mir dann, dass ich froh bin, wenn er sich für etwas neues interessiert, dass ich das dann auch auf keinen Fall ausbremsen möchte. Und trotzdem: manchmal ist das durchaus anstrengend für mich.

      Und so langsam rundet sich da für mich persönlich auch ein kleines bisschen mehr das Bild der männlichen Submissivität/ Devotion, mit der ich mir (für mich) extrem schwer tue. Vielleicht, weil sie meinen bisherigen Erfahrungen nach so anders ist als die weibliche und ich sie deshalb nur ganz schwer nachvollziehen kann.

      Danke @M.J. Craw-Corteaz :cake: :blumen:

      PS: Ich hoffe, ich bin nicht gänzlich offtopic
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      @M.J. Craw-Corteaz, und @Spawn was ihr geschrieben habt finde ich wirklich großartig und spiegelt meine persönliche Erfahrung wieder, dass es sich um einen Entwicklungsweg handelt sein sub sein als Mann erfüllend auszuleben zu können. Aber auch der Weg an sich kann wenn man sich etwas Zeit lässt wirklich wunderschön sein und Highlights haben.

      @Sin was du schreibst kann ich gut nachvollziehen. Z.T. fühle ich mich auch angesprochen. Ich denke aber immer noch dass wenn ich das einmal so plakativ aus dem angesprochenen tread herausgreifen darf man als sub z.Bsp im Detail fordert „dass ein Vibro Ei zwischen KG und Hoden zu klemmen in Auftrag gegeben werden soll“ und dann noch pampig ist wenn dass jetzt nicht sofort ins Spiel übernommen wird - dieser Mann per se weder schlecht noch wertlos ist, aber es eben für beide noch viel Zeit und Energie brauchen wird bis man auf eine für beide befriedigende Ebene des Auslebens Ihrer Sexualität kommt.
      Wenn dieser Mann dann noch gebunden ist,etc. dann ist es doch ein vernünftiger Rat einmal zu schauen ob überhaupt eine gemeinsame Basis da ist bevor man beschließt diesen Weg gemeinsam zu gehen.
      Guten Morgen allerseits,

      aus aktuellem Anlass - gestern eine unschöne Kommunikation - ein paar Zeilen von mir.

      myownspirit schrieb:

      Also meiner Erfahrung nach gibt es einen gigantischen Unterschied je nach dem ob man das Image submissiver Männer rein auf Online-Communities begrenzt betrachtet, oder ob man von männlichen Subs spricht, denen man in der Szene in der "realen" Welt begegnet.


      Online scheint es tatsächlich sehr viele Schaumschläger zu geben, die große Töne spucken, aber eigentlich nur ihre Phantasie bedient haben wollen und sich keine Gedanken darum machen, was sie der Partnerin geben können. Ich schätze das hat viel mit verinnerlichten Rollenbildern zu tun wie Männer und Frauen gesellschaftlich gesehen zu sein haben. Solange das Stigma vorhanden ist, dass der Mann dominant zu sein hat und Submissivität eigentlich Schwäche und unmännlich ist, gibt es eben solche Phänomene. Innere Konflikte, Hadern mit der Neigung, Angst vor Verletzlichkeit und Überkompensation. Das alles führt dann zu einem Verhalten, das eben jenes negative Image erzeugt.
      @myownspirit - ich kann dir nur zustimmen in dem, was du geschrieben hast.
      Die Neigung wird als unmännlich angesehen - wohl überwiegend von Männer. Ich wurde von einem User angeschrieben, der sich als "über-den-Tellerrand-hinaus-blickend" bzw. "mit einem philosophischen Weitblick" bezeichnet. Sehr schön, ich schätze tiefsinnige Unterhaltungen, dachte ich sofort. Tja... Wie eigentlich immer kam die Diskussion über die Neigung. Und dann stieg richtig Wut in mir auf!
      "Ich gehöre nicht zu den Menschen, welche sich erniedrigen lassen. Diese devoten Typen... Auf der Arbeit den Chef spielen und zuhause das andere..." Und so ging es weiter. Zuerst dachte ich, ich könnte ihm doch etwas behilflich sein, auch in diesem Bereich über den erwähnten "Tellerrand" zu blicken. Aber die Diskussion wurde immer unschöner.
      Scheinbar fühlen sich die Männer doch sehr "angegriffen", wenn es um submissive Geschlechtsgenossen geht, was nicht der üblichen Rollenverteilung entspricht. Offensichtlich scheint es - auf die Denkweise dieses Users bezogen - wohl so zu sein, als ob die gesamte Männerwelt durch devote Männer in Gefahr ist. Aus welchem Grund auch immer, sieht er die Neigung des einzelnen auch auf sich übertragen und muss wohl "klarstellen", dass er nicht zu dieser Gruppe der "Schlapp***nze" gehört, dass diese Menschen gestört und krank sind.
      Erstaunlich - ich wurde von weiblichen Usern auch angeschrieben, die sich mit mir über meine Dominanz unterhalten wollten. Aber bisher kamen nie solche Bemerkungen zu submissiven Männer. Andersrum haben Frauen wohl kaum ein Problem damit, wenn eine Frau nicht dem klassischen Bild entspricht und ihre dominante Neigung auslebt. Mag sein, dass es auch unter den weiblichen Geschöpfen welche gibt, die so abwertend über einen devoten Mann denken - ist mir bislang aber noch nicht begegnet.
      Ich habe gestern schon posten wollen, aber die Gedanken haben mich einfach überrollt. Es ist so schade, dass solche Männer nicht bereit sind, etwas weiter zu denken und es dadurch wirklich für den einen oder anderen submissiven Mann schwer machen, aus der virtuellen Welt in der realen zu treten. Ich schreibe nicht von den oben erwähnten "Schaumschläger", die sowieso nicht vorhaben, aus der Anonymität des Internets hervorzutreten, sondern von jenen Männern, denen die Neigung bewußt ist, aber mit sich kämpfen, sich nicht trauen, Angst haben, es real werden zu lassen. Ein Teufelskreis entsteht - und @myownspirit hat es sehr gut beschrieben.

      Und dabei ist diese Devotion ein so wunderbares Geschenk...

      Viele Grüße
      Soultouch
      Hey @Chevalier du plaisir ich möchte jetzt nicht im Detail auf den einen angesprochenen Post eingehen, da ich sonst dort eine Antwort schreiben müsste und nicht hier. Hier ging es ja auch nicht um die Individualität dieses einen Postings. Es war ein Beispiel für viele die mir immer mal wieder aufgefallen sind. Vielleicht ist ja Provokation und Herausforderung sein Ding?! Bist du dir sicher zu wissen welche Reaktion er mit seiner Handlung erhofft zu bekommen? Vielleicht testet er mal ob die Herdplatte heiß ist, vielleicht mag er das Spiel mit dem Feuer? Aber nur weil etwas nicht Standard ist, eine andere Dynamik und Komplexität aufweist, warum muss man dann jemandem raten es am besten direkt ganz zu lassen?!

      Chevalier du plaisir schrieb:

      ... aber es eben für beide noch viel Zeit und Energie brauchen wird bis man auf eine für beide befriedigende Ebene des Auslebens Ihrer Sexualität kommt...
      Ja na und (?), dann dauert es eben! Warum muss immer alles schnell gehen? Hedonismus wird im BDSM oft kritisiert, aber genau das lese ich hier raus! Ich hab da kein Problem, ich verfolge in vielen Dingen wahrscheinlich selbst einen hedonistischen Ansatz. Aber für mich passt dieses ultra strikte so muss es unbedingt sein, ohne Abweichungen und die Aussagen, wenn es nicht schnell genug passt dann lass es gleich sein einfach nicht zusammen. Es hat oft den Anschein dass der Satz "mein BDSM muss nicht dein BDSM sein" für alle zählt nur nicht für MaleSubs und wenn die sich dann noch gegenseitig kannibalisieren und keine Abweichungen zulassen ist das traurig X/ . Irgendwann Enden wir dann wieder bei der Diskussion Ritter oder Wurm um positive und negative Stereotypen zu bilden. Ganz ehrlich ich will nichts von beiden sein! Ich bin ein König, aber was die Königin mit dem König mach steht auf einem anderen Blatt :P ^^ . Aber reduziert euch ruhig selbst und gegenseitig, als Malesub hat man es ja nicht schwer genug ;) . Zurück zum ersten Beispiel, mutmaße ich nun dass ich mit meinem Verdacht recht habe, dann ist es schon was her aber da hat eine Femsub über ganz ähnliches Verhalten aus ihrer Sicht berichtet - Reaktion komplett anders um nicht zu sagen die Menge hat der Individualität der Berichteten applaudiert! Komisch oder? ;)
      Don't tell me what I can and can not do.
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