Prostitution- verwerflich, ja oder nein?

      Also, beim Straßenstrich in Darmstadt, da stehen nicht so viele, dass dir jemand zu Hilfe eilen würde. Aber es geht ja nicht mal darum, ob man konkret Hilfe bräuchte.

      Die Straße liegt auf dem Weg zum Bahnhof und ich als Mutter fand es damals nicht prickelnd zu erfahren, als meine zu der Zeit 15jährige Tochter mir erzählt hat, dass neben ihr Autos gehalten haben und Männer sie gefragt haben, ob sie sich Geld verdienen will. Es muss wirklich nicht sein, dass Mädchen solche Erfahrungen mehr als einmal machen müssen!

      Das mag von Stadt zu Stadt anders sein und von den Gegebenheiten abhängen, aber das ist meine Erfahrung.
      @MoMo @Weltenwanderin
      Entschuldigung, aber von welchem Männerbild redet ihr ?(
      Gäbe es keine Prostituierten, hätten wir mehr Vergewaltigungen, da bin ich mir sicher.
      Es hilft, Druck abzulassen... Lest hier mal genau, schon mehrmals haben Männer uns erklärt, dass "es" weh tut,
      wenn "es überfüllt ist"... Schön MoMo, wenn es dir nicht so geht!
      Und es ist - nicht böse sein - für mich lustig, wenn ein BDSMler über fragwürdige Leute schreibt. :D

      Ich sehe es exakt wie @Viva und es entspricht auch exakt meinen Erfahrungen als Städterin.
      Übrigens, Männer können Prostituiere erkennen... ;) und sehen nicht in jeder Frau eine Hure

      @Weltenwanderin

      Weltenwanderin schrieb:

      Männer sie gefragt haben, ob sie sich Geld verdienen will
      Das ist schlimm - keine Frage - aber es ist schlimmer, wenn deine Tochter in einem ruhigen Quartier angegriffen wird und nur
      mit knapper Not davonkommt.
      Davon mal abgesehen, dass sie es dir in ihrem Schock möglicherweise gar nicht erzählt...
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno
      Ja, man sollte meinen, dass sie leicht zu erkennen seien. Erklärt aber nicht die Erlebnisse von Mädchen und Frauen mit dem Darmstädter Straßenstrich.

      Es gibt Untersuchungen, dass es bei sehr vielen Vergewaltigungen gar nicht um sexuelle Befriedigung geht, sondern um Macht.
      Wenn man sexuell unbefriedigt ist gibt es immer noch die Möglichkeit der Selbstbefriedigung. Wenn es nur um den Druckabbau gehen sollte.
      Ich sehe es nicht so, dass Männer, die zu Prostituierten gehen, sonst überdurchschnittlich stark Frauen vergewaltigen würden. Allerdings halte ich sie auch nicht für potentiell gefährlicher weil sie zu Prostituierten gehen. Denn dafür kenne ich genug Männer, die das zumindest früher getan haben, die ich als vollkommen respektvoll Frauen gegenüber erlebt habe. Weshalb es mir aber eben auch sehr schwer fällt zu glauben, dass diese ohne diese Möglichkeit Frauen vergewaltigt hätten.

      Andererseits müsste es dann auch in Gegenden mit einem stark reduzierten Angebot an Prostituierten dann ja richtig gefährlich für Frau werden. Das ist hier ja auch nicht zu beobachten.
      Kennt ihr den Film "Zoomania"? Irgendwie scheint mir hier das Männerbild vorzuliegen, das in dem Film allegorisch auf Raubtiere übertragen wird... :-/ unschön. Ich hoffe, ihr kommt noch miteinander überein, damit diese Aussagen nicht frei im Raum stehen bleiben.

      Zur Ursprungsfrage: Verwerflich ist es ohne Kondom, ansonsten kein bisschen. Ich würde es vermutlich nicht können, aber ich könnte auch kein Zahnarzt sein oder Rettungsassistent sein und mag keine überfüllten Konzerte - ich hab gern körperliche Distanz zu mir fremden Menschen, besonders in emotional aufgewühlten Stimmungen, in der ein Mann beim Sex sicherlich ist ;)

      Mit dem "Wert" der Person oder ihres Körpers hat das nichts zu tun. Eine Prostituierte verkauft ja auch weder ihre Seele noch ihren Körper. Sie bietet Dienstleistungen an, die ein Kunde kaufen kann, wenn sie beide überein kommen. Daran seh ich für keine der beiden Seiten etwas "Verwerfliches".
      Diese Statistik: weh.weh.weh: appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/submitViewTableAction.do

      in Verbindung mit diesen Infos: weh.weh.weh: de.wikipedia.org/wiki/Prostitution_nach_L%C3%A4ndern

      bestätigt meine gefühlte Wahrnehmung: ohne Prostitution steigt die Zahl sexueller Übergriffe an.

      Die Tabelle bei Eurostat spiegelt folgende Reihenfolge wieder:
      (absteigende Anzahl der sexuellen Übergriffe bezogen auf je 100.000 Einwohner)

      1. Länder in denen Prostitution und Bordelle verboten sind
      2. Länder in den Prostitution verboten, Bordelle aber erlaubt sind
      3. Länder in denen Prostitution und Bordelle erlaubt sind

      Ergänzung:
      Die hohen Zahlen in Schweden beruhen im wesentlichen darauf, das jede Tat einzeln gezählt wird. Für Schweden weiß ich das,
      ob es noch weitere Länder gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. (Beispiel: mehrfache, anhaltende Vergewaltigung in der Ehe)
      sicherlich gibt es Zusammenhänge, aber die damit zu erklären (wie von anderer Seite in diesem Thread geschehen), dass Männer durch einen überfüllten Hodensack zu aggressiven Straftätern werden, ist viel zu plump.

      Vielleicht ist in Ländern, in denen Prostitution verboten ist (und man diese Verbote auch durchsetzt) einfach das allgemeine Frauenbild so beschaffen und die Aufgeklärtheit im Umgang mit Sexualität so gering, dass es häufiger zu Übergriffen kommt. Ansonsten hätte man so ein Gesetz doch sicher mal infrage gestellt.

      Oder vielleicht tut es Männern, wenn sie jahrelang abgewiesen werden, einfach gut, die Nähe und das Reden und das ganze Drumrum kaufen zu können - der Besuch bei der Prostituierten dient ja nicht nur dem Druckabbau, sondern auch der psychischen Stabilisierung durch Sozialkontakt mit Frauen.

      Da genauer hinzusehen, wäre sicherlich interessant - hier geht es aber doch mehr um die moralische Wertung der Prostitution. Und ich denke nicht, dass sie hier mit den Argumenten über sinkende Straftaten als selbstlose Volksheldinnen zum Schutze des Gesellschaft stilisiert werden sollen, oder? ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Viva () aus folgendem Grund: nach Absprache

      Roadrunner schrieb:

      Die Tabelle bei Eurostat spiegelt folgende Reihenfolge wieder:
      (absteigende Anzahl der sexuellen Übergriffe bezogen auf je 100.000 Einwohner)

      1. Länder in denen Prostitution und Bordelle verboten sind
      2. Länder in den Prostitution verboten, Bordelle aber erlaubt sind
      3. Länder in denen Prostitution und Bordelle erlaubt sind
      Nur: Woran liegt das?
      Liegt es nicht gerade auch daran, dass es in Ländern, in denen Prostitution und Bordelle verboten sind, ein entsprechendes Frauenbild und eine gewisse, ich nenne es mal konservative Einstellung zu Sex allgemein gibt?
      Ich denke, je toleranter die Einstellung zu Sex und je mehr das Frauen (Menschen-)bild von Gleichberechtigung und Emanzipation geprägt ist, desto weniger Sexualübergriffe gibt es.
      Das hat nichts mit Prostitution oder Bordellen per se zu tun. Die sind lediglich ein Anzeichen für die allgemeine Einstellung.

      Die Tabelle bei Eurostat finde ich iü mit Deiner Adresse nicht, :pardon: .
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Richtiger Link:

      weh.weh.weh: appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?query=BOOKMARK_DS-559176_QID_1727C2DE_UID_-3F171EB0&layout=ICCS,L,X,0;UNIT,L,X,1;GEO,L,Y,0;TIME,C,Z,0;INDICATORS,C,Z,1;&zSelection=DS-559176TIME,2015;DS-559176INDICATORS,OBS_FLAG;&rankName1=INDICATORS_1_2_-1_2&rankName2=TIME_1_0_0_0&rankName3=ICCS_1_2_0_0&rankName4=UNIT_1_2_1_0&rankName5=GEO_1_2_0_1&rStp=&cStp=&rDCh=&cDCh=&rDM=true&cDM=true&footnes=false&empty=false&wai=false&time_mode=ROLLING&time_most_recent=true&lang=EN&cfo=%23%23%23%2C%23%23%23.%23%23%23

      Feuerpferd schrieb:

      Nur: Woran liegt das?
      Liegt es nicht gerade auch daran, dass es in Ländern, in denen Prostitution und Bordelle verboten sind, ein entsprechendes Frauenbild und eine gewisse, ich nenne es mal konservative Einstellung zu Sex allgemein gibt?
      Ich denke, je toleranter die Einstellung zu Sex und je mehr das Frauen (Menschen-)bild von Gleichberechtigung und Emanzipation geprägt ist, desto weniger Sexualübergriffe gibt es.
      Das hat nichts mit Prostitution oder Bordellen per se zu tun. Die sind lediglich ein Anzeichen für die allgemeine Einstellung.
      Für mich ist Sex ein menschliches Grundbedürfnis das in (fast) jedem Menschen soweit steckt, das er es nicht "abstellen" kann.
      Somit ist es für mich eine logische Konsequenz, das Menschen denen die Bedürfnisbefriedigung im zwischenmenschlichen nicht möglich oder von ihnen nicht gewünscht ist, dann von Staats wegen auch noch eingeschränkt werden oder ihre Befriedigung im legalen ganz verunmöglicht wird, EINIGE, sicher NICHT ALLE in die Illegalität flüchten.
      Illegalität dem Staat gegenüber (freiwillige Prostitution trotz Verbot) und EVENTUELL Illegalität Mitmenschen gegenüber.


      Dieses menschliche Verhalten lässt sich an vielen Beispielen, im Großen und im Kleinen nachvollziehen.
      (Prohibition, Verhalten im Strassenverkehr etc.)



      Abschließend, um wieder zum eigentlichen Thema zu kommen, meine Sicht zur Eingangsfrage:

      Prostitution ist für mich nicht verwerflich.

      Die Frage nach Minderjährigen, Zwangsprostitution, Gewalt und Ausbeutung hat für mich nichts mit der grundsätzlichen Frage zu tun.
      Da habe ich jetzt gelesen, dass häufiger Männer die zu Prostituierten gehen auch diejenigen sind, die häufiger sexualstraftatem begehen.

      Also nicht alle die zu Prostituierten gehen werden übergriffig und nicht alle Sexualstraftäter gehen zu Prostituierten.

      Aber man hat einen Zusammenhang festgestellt. Vielleicht in der Motivation?

      Alleine deswegen scheint es gut zu sein, wenn das älteste Gewerbe der Welt erreichbar ist ohne Menschenhandel und Zwang und ordentliche Bezahlung. Eine Prostituierte auf dem Strassenstrich verdient 30 Euro für GV und 25 für Oralverkehr.

      Aber jetzt mal an die Männer.... kann der Druck wirklich so groß werden dass die eigene Hand nicht reicht oder geht es dabei um was anderes? Geht es auch dabei um Macht und Unterwerfung und Erniedrigung? Ich bin kein Mann, aber wenn ich Sex brauche und einen Orgasmus möchte kann ich doch besser selbst Hand anlegen wenn der Partner nicht da ist, dann ist mir als Frau ein schöner Orgasmus sicherer als wenn ich irgendeinen Typen ranlassen. Wie ist das bei männern?

      Renitenzia schrieb:

      Da habe ich jetzt gelesen, dass häufiger Männer die zu Prostituierten gehen auch diejenigen sind, die häufiger sexualstraftatem begehen.

      Also nicht alle die zu Prostituierten gehen werden übergriffig und nicht alle Sexualstraftäter gehen zu Prostituierten.

      Aber man hat einen Zusammenhang festgestellt. Vielleicht in der Motivation?
      Kannst Du uns bitte an Deinem Wissen teilhaben lassen, hast Du einen Link o.ä. zu diesen Informationen?
      Bei der Vergewaltigung geht es nicht immer um Sex, sondern da kann auch einfach nur Gewalt im Vordergrund stehen(Frauenhass oder Streiterein, oder whatever) und man will sein Opfer "bestrafen", oder erniedrigen. Sowas passiert in Indien sehr oft, da werden Frauen "vergewaltigt", einfach weil sie einer niedrigen Kaste angehören, und die die gesellschaftlich ganz unten stehen, auf die haut man drauf und die sind halt an allem Schuld. Aber wenn man liest das die verprügelt werden und Eisenstangen eingeführt werden, da sieht man doch das das ein reiner Gewaltakt war und nichts mit "Druckablassen" zu tun hat.


      Ich denke, das die Vergewaltigungen, wo es nur um Sex geht, eher in den eigenen 4 Wänden stattfinden, und nicht draußen auf der Straße.
      also für mich ist das natürlich nicht verwerflich wenn erwachsene sich entschließen irgendetwas zu machen was wen anders nicht schadet. und wenn es dann noch so passt, dass man sogar spaß o. wem spaß bereitet mit seiner sexarbeit und somit spaß bei der arbeit hat, sicher noch besser. und das man da mal gute und mal schlechte tage hat - ist ja in anderen berufen auch nicht anders.
      Freut sich immer über liebe PM.s... :)
      Ich finde es verwerflich wenn viele einfach mal im forum vergessen das auch Männer sich anbieten und auch Frauen Kunden sind.

      Ich selbst gehe nicht zu Prostituierten, bin aber trotzdem einigen ex-huren begegnet, die es des Geldes wegen taten. Eine Freundin geht anschaffen, weil es ihr gefällt ..

      Prostitution ist aber nicht nur im RotlichtMilieu zu finden .. Wenn ich alleine sehe wie viele sich für mehr Ansehen oder Geld im Job anbiedern ..Da wirkt die Hure viel ehrlicher auf mich als viele andere.

      Prostitution an sich ist nicht verwerflich.