Haben es Späteinsteiger schwerer?

      In meinen Fall - IM GEGENTEIL.

      Ich habe erst mit über 50 die bunte Welt von BDSM für mich entdeckt. Und es war genau die richtige Zeit.
      Habe nicht mit meiner Neigung "gehadert" sondern sie als Bereicherung empfunden. Als etwas Wunderbares was sich hier auf einmal für mich eröffnete.

      Zu keiner Zeit zuvor war ich so geerdet, frei im denken und fühlen und hatte diese Lust auf Neues.

      Ich genieße es einfach. :whistling:
      Nichts ist beständiger als der Wandel
      Auch für mich ist es nicht wirklich ein Problem die Neigung erst jetzt greifbar festgestellt zu haben. Eher würde ich sogar sagen, daß eine größere Lebenserfahrung durchaus vorteilhaft sein kann, wenn man sich einem so vielfältigen und komplexen Thema nähert. Obwohl ich einen gewissen jugendlichen Leichtsinn in einigen Lebensbereichen immer noch nicht ablegen kann, gelingt es mir, so wie ich hoffe, gerade einen einigermaßen gescheiten Einstieg in BDSM zu finden. In Anbetracht der kleinen Ausrutscher, die mir trotz aller Umsicht aus Unerfahrenheit bisher passiert sind, möchte ich nicht wissen, wie schnell (m)eine Sub entsetzt das Weite gesucht hätte, :LA2: wenn ich mich nicht vorher so massiv überall durchgelesen hätte.
      Seine Lust ist meine Belohnung, meine Erregung ist mein Ansporn, die Liebe zu meinem Dom ist die Beflügelung (aus dem Tagebuch meiner Sub)
      Also ich bin jetzt fünfzig und habe unterbewußt bewußt seit meinem 20 Lebenjahr diese Neigung. Konnte sie aber nie einordnen. Als Mann mit Fünfzig muss ich sagen das es schon etwas komplizierter ist seine Neigung auszuleben. Vor allem als (Daddy) Dom. Männer in meinem alter gelten doch nur als alte geile Böcke. Welche Neigung dahinter steckt interessiert doch keinen.
      Ob Mann eine feste Beziehung sucht oder Kinder haben möchte interessiert in unserem zusammenhang glaube ich ohnehin keine.

      callahan schrieb:

      [...]Als Mann mit Fünfzig muss ich sagen das es schon etwas komplizierter ist seine Neigung auszuleben. Vor allem als (Daddy) Dom.[...]
      Wir spielen da wohl in einer ähnlichen Alters-Liga. Bei mir war es wohl ein glücklicher Zufall, daß ich in diesem Alter gemeinsam mit meiner Frau meine Neigung entdeckt, oder sagen wir, erkannt und aktiviert habe. Daß man es als Mann auf der Suche nach einem gleichgesinnten Partner in diesem Alter schwer hat, kann ich mir dann doch gut vorstellen. Eben genau aus dem von dir genannten, oft zitierten Gesellschaftsbild dieser Altersgruppe von Männern. Für Frauen stellt sich dieses Problem dann wohl eher nicht, oder liege ich da falsch, Ladies?
      Seine Lust ist meine Belohnung, meine Erregung ist mein Ansporn, die Liebe zu meinem Dom ist die Beflügelung (aus dem Tagebuch meiner Sub)
      naja das was ihr beschreibt ist doch eher das Klischee,wenn ein grosser Altersunterschied zwischen den Partnern besteht :)
      Ich glaube ,dass Frauen es eher im Alter schwerer haben Partner zu finden als Männer, nicht zuletzt weil viele ältere Männer nur jüngere Frauen haben wollen , ja Klischee ich weiss.

      Das Hauptproblem bei der Partnersuche ist eher ,dass viele nicht bereit sind sich zu binden und auch mal ein Risiko einzugehen, was aber evtl nichts mit dem Alter zu tun hat.
      Catch me if you can...

      Viva schrieb:

      Das Hauptproblem bei der Partnersuche ist eher ,dass viele nicht bereit sind sich zu binden und auch mal ein Risiko einzugehen, was aber evtl nichts mit dem Alter zu tun hat.
      Ja, oder bekannte und bequeme Wege zu verlassen.
      Das hat aber dann doch wieder viel mit dem Alter zu tun. Man hat sich etwas aufgebaut, Familie, Haus (mit Kredit), Freundeskreis, Karriere,...
      Da kann es schon schwer fallen, wenn einem die eigenen Neigungen bewusst werden, dann auch denen nachzugehen. Man hat einfach viel zu verlieren und weiß noch nicht mal, gegen was genau man das eventuell alles eintauscht.

      Ich finde es toll, dass es trotzdem einige schaffen! :sekt: auf die >50!
      BDSM und "Verfallsdatum" immer wieder eine interessante Frage ;)

      callahan schrieb:

      Als Mann mit Fünfzig muss ich sagen das es schon etwas komplizierter ist seine Neigung auszuleben. Vor allem als (Daddy) Dom. Männer in meinem alter gelten doch nur als alte geile Böcke. Welche Neigung dahinter steckt interessiert doch keinen.
      Ob Mann eine feste Beziehung sucht oder Kinder haben möchte interessiert in unserem zusammenhang glaube ich ohnehin keine.
      Mit zunehmendem Alter wird es generell schwieriger einen "passenden" Partner zu finden - völlig unabhängig von einer Neigung oder einem Lebensstil. Ich denke das hängt auch davon ab, welche Ansprüche Du an eine Partnerin hast und auch wie Du sie kommunizierst.

      Warum sollen BDSM und Kinder sich ausschließen? Das liegt dann einzig und allein an der Form der Beziehung. In einer Spielbeziehung hat das Thema m.E. nichts zu suchen, aber in einer festen Partnerschaft, warum denn das nicht? Dass während einer Schwangerschaft alles außgeschlossen werden muss, dass das Wohl des Kindes oder der Mutter gefährdet versteht sich von selbst. Doch das ist ja nur temorär und lässt sich bei genügend Fantasie entsprechend überbrücken. Und ansonsten ist eine Schwangerschaft ja keine Krankheit, in der kein Sex stattfinden darf ;)

      Als Mann mit fünfzig und Kinderwunsch ist aber das Alter der Frau schon eingeschränkt - eine gleichaltrige fällt aus. Über Mitte dreißig könnte rein biologisch schwierig werden. Das wären dann schon Mal 15 Jahre Altersunterschied. Oder vielleicht noch mehr? Ich kenne da Deine "Zielvorgaben" oder Deinen Geschmack nicht. Könnte das auch das Problem bei der Partnersuche sein? ;)
      Es gibt zwei Tragödien im Leben eines Menschen: Wünsche, die sich nicht erfüllen ... und Wünsche, die sich erfüllen!
      (frei nach Oscar Wilde)

      Mirage schrieb:

      Als Mann mit fünfzig und Kinderwunsch ist aber das Alter der Frau schon eingeschränkt - eine gleichaltrige fällt aus. Über Mitte dreißig könnte rein biologisch schwierig werden. Das wären dann schon Mal 15 Jahre Altersunterschied. Oder vielleicht noch mehr? Ich kenne da Deine "Zielvorgaben" oder Deinen Geschmack nicht. Könnte das auch das Problem bei der Partnersuche sein?
      Das dachte ich auch gerade, vor allem in dem Zusammenhang :


      callahan schrieb:

      Vor allem als (Daddy) Dom. Männer in meinem alter gelten doch nur als alte geile Böcke.

      Wie definierst Du Dich als Daddy-Dom, @callahan? Also ich weiß von mir, dass ich sehr starke "daddy"-Elemente in mir habe, ich habe für mich aber eher den Eindruck, dass die es mir immer leichter, nicht schwerer gemacht haben, ins Gespräch zu kommen (wobei ich zugeben muß, dass ich nie explizit auf der Partnersuche war).

      Ich für mich definiere "Daddy" aber als rein geistige Einstellung, die nichts mit dem biologischen Alter zu tun hat. Meine Partnerin ist zum Beispiel älter als ich, trotzdem habe ich ihr gegenüber dieses Fürsorgebedürfnis und den "Gefühlsmix", der für mich "Daddy" ausmacht. Das fühlt sich in etwa gleich an wie auch bei meiner letzten Sub (die war allerdings nur knapp mehr als halb so alt wie ich), es ist aber in beiden Fällen in genau derselben Weise ausgeprägt. Da kommt es, das kann ich also aus eigener Erfahrung sagen, überhaupt nicht aufs Alter an. (Puh, Kurve weg vom OT gekratzt ... :old: )

      Dasselbe (nämlich, dass es in keiner Weise jemals auf mein Alter angekommen wäre), habe ich auch von meinem Gegenüber jeweils vermittelt bekommen. (Ok, @rubbi hat ganz am Anfang schon mal gemeint:" puh, ein bisschen jung ...", aber das hat sich ganz schnell gegeben ... :whistling: ). Im Gegenteil, da hatte, wenn, dann ich eher das Brett vor dem Kopf. Als ich damals mit, wenn ich mich recht erinnere 42, auf meine damalige, 25jährige Sub getroffen bin, dachte ich mir: "Kannst Du das jetzt wirklich machen, bist Du dann nicht der sprichwörtliche alte, geile Bock ...?" und hab mir damit das Leben ziemlich unnötig schwer gemacht. Weil sie eine ganze Weile gebraucht hat, mir das auszureden und mir klar zu machen, dass ich genau das bin, was sie will.

      Wenn Du den Eindruck hast, dass man Dir Skepsis in die Richtung entgegenbringt, denke ich eher, dass da vielleicht ein Mißverständnis ist (oder vielleicht, so wie bei mir, die Barriere eher in Deinem eigenen Kopf). Natürlich gibt es Frauen, und das ist ja auch ganz in Orndnung so, die für sich einen jüngeren Partner wollen. Zu denen paßt man halt nicht, aber "nicht zusammenpassen" kann ja ganz viele Gründe haben, da ist das Alter nur einer davon ... Aber generalisieren würde ich das niemals.

      Natürlich gibt es dann auch die, die wirklich die alten, geilen Böcke sind. Die kenn ich auch und die berühren dann sogar mich (als Mann und ggf. auch als Dom) eher peinlich - da kann ich mir gut vostellen, wie das auf die "gejagten" jungen subs/littles/etc wirken muss ... Das sind aber nur jene, die ihren Fokus wirklich auf die, sagen wir mal, knapp 18 jährigen Mädels legen, sich in der Disko mit Krücke und ergrautem Haar "auf Teufel komm raus" in die Teenie-Gruppe drängeln und vergessen, dass sie da mit 60+ im wahrsten Sinne ganz schön alt aussehen.

      Gerade als potenzieller Daddy müßte es Dir aber ja eher liegen, Deine Souveränität und Erfahrung auszuspielen, als den "Großwildjäger" raushängen zu lassen ... und dann bin ich mir sicher, dass sich auch eine große Anzahl von littles, sagen wir mal "im gebährfähigen Alter" für Dich interessieren könnte, von denen Dich sicher keine einzige für einen alten, geilen Bock halten würde ...
      Wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Stärkere. Laotse
      Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob ich es als "Späteinsteigerin" (ich war 55 auf der Schwelle zu 56) schwerer habe, als wenn ich schon mit 20 "eingestiegen" wäre. Habe ja nur meine jetztige Erfahrung.

      Für mich war das Entdecken meiner Neigung eine Offenbarung, ein Ankommen, ein Abenteuer, ein Neubeginn.

      Klar dachte ich zuerst, dass ich nie einen Partner finde - zu alt, zu dick, zu unerfahren, zu zickig, zu normal ... etc. und dann auch noch mit diesem "Handicap" ;-). Dann fand ich meinen ersten Mentor, der mich erstmal auf die Spur gesetzt hat, auf die Spur zu mir, meinem Körper, meiner Ausstrahlung, meinem Veränderungsprozess, meiner Devotion.

      Dann fand ich meinen ersten virtuellen Kontakt. Er war ca. 20 Jahre älter als ich und einfach ein wunderbarer Mann. Er hat mich eintauchen lassen in ein respektvolles und lustvolles Miteinander.

      Und kurze Zeit später begegnete mir mein SIR. Meine Liebe, meine Herausforderung ... ;) .

      Ich empfinde mein "Alter" nicht mehr als Nachteil, sondern als Vorteil. Ich genieße es Lebenserfahrung zu haben, eine gewisse Gelassenheit, Besonnenheit (obwohl die mich hin und wieder verlässt ;) ) dieses genießen können, weil mir, obwohl ich im Leben net mehr damit gerechnet hätte, nochmal so etwas wunderbares geschenkt wird. Ich muss nicht mehr höher, schneller, weiter, sondern inniger, verständnisvoller, geduldiger.

      Also ich glaube, ich habe es jetzt nicht schwerer als mit 25 oder 35. Mangelndes Selbstwertgefühl und Minderwertigkeitskomplexe hatte ich damals auch. Heute wird es mir zunehmend egaler.
      Und meine Neigung auszuleben und auch zuzugeben fällt mir sicher heute auch leichter.

      Ich liebe mein "neues Leben" ... :love:
      Was du suchst,
      ist nicht auf den Gipfeln der Berge, nicht in den Tiefen der Meere,
      nicht in den Straßen der Städte;
      es ist in deinem Herzen.

      <3

      Ich mag die Fragestellung, aber ich finde sie höchst individuell, denn jeder hat eine andere Entwicklung seines Ichs und seiner Sexualität. Die hängt natürlich wie von vielen hier schon angsprochen von vielen äußeren Faktoren ab, aber auch vom eigenen Charakter.

      Ich kann die "Was wäre wenn..."-Frage ja nicht beantworten, weil ich nun 40 bin und nicht mehr 20. In meinem Fall hätte ich einen erfahrenen und sehr behutsamen Dom damals gebraucht, um mich gleich in diese Ecke zu ziehen, die ja längst da war. War aber nicht. Dafür habe ich meinen jetztigen Mann kennen gelernt, der mir eine Denkperspektive in meinem Leben gegeben hat, für die ich ihm immer dankbar sein werde. Ich wusste damals sehr genau, dass ich mich nun zwischen Lebenspartner und meiner Lust/Neigung entscheide. Ja, nur eines habe ich damals nicht bedacht: ich wusste nicht, dass das wieder kommt und neu in mein Leben tritt.

      Und eigentlich bin ich sehr froh drum, denn ich weiß heute, was ich will und was mir wichtig ist, weil ich so viel gelernt und erfahren habe in den letzten 20 Jahren. Darum bin ich sehr dankbar und ich will all das nicht missen.

      Fazit: Späteinsteiger haben es in einer Hinsicht nicht schwerer, denn sie haben mehr Erfahrung und Fähigkeiten der Selbsterkenntnis, die es ihnen leichter macht, ihre Neigung besser zu verstehen und sich auszudrücken. Sie haben aber ggf. schwerer, ihre Neigung dann auch zu leben, weil sie z.B. gebunden sind (wie ich mit einem Vanillapartner) oder weil sie es jetzt schwerer haben einen richtigen Partner zu finden, weil man vielleicht auch nicht mehr sooo flexibel ist oder sein will. Wenn man jung ist, hat man im Gegenzug mit anderen Faktoren zu kämpfen, die auch nicht unbedingt "besser" sind.

      Einziger wirklicher Vorteil: statistisch gesehen hat man mehr Jahre zu spielen.
      Mit Ü 50 eindeutig Spät Einsteigerin . Für mich ist es im Rückblick der logische Weg . Ich habe mich zu dominanten Männern hingezogen gefühlt . Nach diverser Literatur 50 SoG ,konnte ich den Wunsch benennen . Mit meiner Demut ,mit meinen Maso ,mit meiner Unterwerfung komme ich zurecht . Das Gefühl klein zu sein ,verletzlich zu sein ,fällt mir schwer . Verantwortung auch mal abgeben ,ja ,das finde ich befreiend . Ja ich lasse mich einvernehmlich schlagen . Meine Grenzen musste ich erst kennenlernen . Hadern mit dem Zeitpunkt ,nein . Für mich genau richtig . Ich bin Devot ,würde keiner in meinem Privaten Umfeld vermuten . Ich bin eine Sub :sekt:
      Wenn es Dich nicht mit Begeisterung füllt, ist es nicht der richtige Weg :P :engel:
      nochmal ich. Nein, es ist nie zu spät für den Einstieg.Eher stellt man sich die Frage, ob man jemals den Ausstieg schaffen würde. Man denkt darüber nach, wieviel und was man eigentlich versäumt hat. Viele Damen in meinem privaten Umfeld haben mit "dem da" ( womit sie ihr Sexualleben meinen) "abgeschlossen" . Sie sprechen nur ungern darüber und halten mich, bzw erklären mich für verrückt. Na und? :sofa: :D ich bin ich und das ist gut so.
      Teufelchen im Blut, Engelchen im Herzen
      und ein bisschen Wahnsinn im Kopf 8)
      Mit knapp unter 60 gefunden und sofort gemerkt: das ist es!
      Es ist nicht zu spät! ich hatte das große Glück auf mein Gegenstück - welches auch keine Ahnung hatte - gestoßen :D zu sein. Wir können uns beide nicht vorstellen, jemals wieder eine "normale" Beziehung zu haben.
      Das einzige, was ich bedaure, ist erst so spät BDSM zu entdeckt zu haben.
      Aber egal! Lieber spät als nie!
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      "Haben es Späteinsteiger schwerer?"

      Klare Antwort von mir: Ja und nein! :coffee:
      Ja, weil ich
      - nicht mehr so unbedarft an BDSM herangehen konnte, wie vielleicht in jungen Jahren
      - geprägt bin durch Erfahrungen, leider eben auch negative
      - mein Kopf öfter die Überhand hat und mir deshalb mehr im Weg steht
      - mich nicht mehr so einfach auf Männer einlassen kann
      - geprägt bin durch meine Erziehung und mein Umfeld

      Nein, weil ich
      - heute besser reflektieren kann
      - weiss, wo ich stehe und wer ich bin

      SunnySideUp schrieb:

      Habe nicht mit meiner Neigung "gehadert" sondern sie als Bereicherung empfunden. Als etwas Wunderbares was sich hier auf einmal für mich eröffnete.

      Zu keiner Zeit zuvor war ich so geerdet, frei im denken und fühlen und hatte diese Lust auf Neues.
      Ja, und diese Aussage trifft es dann eben auf den Punkt.
      Mut ist nur die Abwesenheit von Angst.
      40 Jahre bin ich jetzt alt und auf einmal war es da. Dieses unglaubliche Gefühl endlich ist die Reise nach der Suche zu Ende. Ein wunderbarer und erfahrener DOM hat mich über mehrere Wochen durch mein tiefstes Inneres geführt. Erst habe ich gehadert, dann als mir klar geworden ist was ich gefunden habe, bin ich vor Verlangen fast ausgeflippt und nun kehrt langsam Ruhe ein. (Gedanklich eine tiefe Verneigung und unendliche Dankbarkeit an diesen tollen Mann...auch wenn es mit uns nicht geklappt hat).

      Für mich ist es jetzt genau das richtige Alter. Aufgrund meiner Vorgeschichte die ich heute noch nicht Preis geben werde, hätte ich mich in jüngeren Jahren immer als Opfer gesehen. Erst jetzt wo ich im Reinen mit vielen Erlebnissen bin, kann ich zulassen und geniessen.

      Und ich habe das Glück, dass ich tatsächlich auch schon mehrere gefunden habe die mich sehr gern als Sub wollten. Nur scheine ich tatsächlich ein sehr wählerisches Exemplar zu sein. ;) Das wiederum würde ich jetzt schon meinem Alter zuschreiben. Ich weiß was ich will. Und mit 20 Jahren hätte ich mich auf Dinge eingelassen die ich vielleicht nicht gewollt hätte. Dafür kann ich mich heute aber auch wenn ich gefunden habe wonach ich gesucht habe, zu 100% hingeben.

      Also für mich persönlich ein super Alter, alles richtig gelaufen und ich könnte für mich auch nicht sagen das ich es schwerer hätte. :yes:
      Da schließe ich mich topaz an, klare Antwort: JA und NEIN.

      JA: das sehe ich rückblickend.

      sincerely hh schrieb:

      "ach herrjeh- darauf hättest du auch eher kommen können"
      Den Gedanken hatte ich auch. Man muss aber auch erstmal darauf stoßen oder darauf gestoßen werden. Mit zwölf Jahren war mein Horizont noch ein ganz anderer. Die Bravos, die ich damals gelesen habe, gaben das nicht her. Zu der Zeit gab es bei mir zu Hause auch noch kein Internet, das war ja noch im letzten Jahrtausend. :rolleyes: Da gab es bloß Kopfkino, viele Experimente und noch mehr Schamgefühl. Ich war zu der Zeit auch der festen Überzeugung, dass ich der einzige Mensch auf der ganzen Welt sein muss, der so tickt. Dann habe ich es sehr viele Jahre unterdrückt - und gelitten ;( Diese lange Leidenszeit wäre mir definitiv erspart geblieben, wenn ich da schon "eher drauf gekommen wäre".

      Und NEIN:
      Aber ich glaube andererseits auch, dass erst jetzt der richtige Zeitpunkt für mich war. Noch vor ein paar Jahren hätte ich nicht genug emotionale Reife gehabt, mich damit zu beschäftigen. Und ich habe auch erst jetzt genug Selbstbewusstsein, mir einzugestehen, dass ich soo anders bin.
      "There must be something else, there must be something good, far away" (Chris Cornell)
      Ich zähle mich auch zu den Späteinsteigern als ich mit 43 darauf aufmerksam wurde, aber von da ab war es noch ein langer Weg bis ich es zulassen konnte, weil es so garnicht mit meiner Erziehung und meiner bis dato eigenen Einstellung konform lief

      Immer wieder stolpert ich vor einigen Jahren (glaube es war 2012) über die vier Buchstaben BDSM in meinem damaligen Netzwerk wer-kennt-wen und konnte mir keinen Reim darauf machen was das bedeuten könnte, also ging ich mal in so eine Gruppe und las mich ein wenig ein ... gelinde gesagt war ich schockiert, mir streubten sich die Nackenhaare und alles in mir rebellierte dagegen was ich da so lesen musste :twisted:

      Aber, es ging mir seitdem auch nicht mehr aus dem Kopf :gruebel: aber ich wies es weiterhin vehement von mir, denn ich setzte es mit Gewalt und Unterdrückung gegen Frauen gleich (muss grad schmunzeln :D )

      Im März 2015 ließ ich mich auf den ersten virtuellen und telefonischen Kontakt ein und geriet erstmal an einen total egonzentrischen Narziss, dessen größte Freude es wohl war mich emotional zu quälen und abhängig zu machen, aber er war auch derjenige mit dem ich Blut leckte ... das Hin und Her mit dem ging etwa ein dreiviertel Jahr, dann konnte ich ihn als Dom auch garnicht mehr ernstnehmen :)

      Erst durch meine jetzige Beziehung weiß ich was ich da die ganzen Jahre verpasst habe ... es ist etwas Wundervolles mit dem richtigen Menschen, etwas das ich nie wieder missen möchte ...ich habe nur selten in meinem Leben solch eine Geborgenheit, tiefe Liebe und ein Angenommensein empfunden wie in den letzten beiden Jahren. Danke Leon <3

      Und nein, ich denke nicht dass man es vom Alter abhängig machen kann ... wäre ich vor 20 Jahren schon darauf gestoßen, ich könnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ich damals schon dazu die Reife dazu gehabt hätte ... ich denke eher nicht
      Du siehst die Welt nicht wie sie ist, Du siehst die Welt so wie Du bist
      Ich glaube es kommt nicht auf das Alter an sondern eher darauf wir frei man im Kopf ist und in der Erziehung war um das Thema BDSM an sich selbst ran zulassen.

      Unsere Konstellation:

      Ich kam, Anfang 20, mit BDSM in Berührung und habe es vom ersten Augenblick genossen und auch meinen Weg sofort klar gesehen, erkannt und angenommen (der Dame die mich geführt hat gilt heute noch mein besonderer Dank) auch wenn danach eine lange Pausenzeit von 20 Jahren folgte was mit meiner Heirat zu tun hatte.
      Hätte mal vielleicht besser keine Andeutungen gemacht sondern tachles geredet :facepalm:

      Meine Partnerin und Frau hingegen wurde eigentlich im Sog des SoGHype auf BDSM aufmerksam und auch Neugierig was nach den Büchern weitere Lektüre und Interesse nach sich zog, das Ganze mit ende 40.
      Da sie eben keine Probleme damit hatte mit mir über Ihre Empfindungen zu reden war schnell klar, daß Sie es ausprobieren will. was mir auch sehr in meine Gedankenwelt hinein passte.

      Das einzige an das sich meine Lady gewöhnen musste war nicht, den Schmerz annehmen, sondern die Intensität und Stärke die Sie von sich aus forderte, war zu Anfang noch ein bisschen festeres Streicheln von Ihrer Seite aus angesagt ging es schon im Zeitraum ab der 3. Session kräftiger zur Sache, was Sich auch von mal zu mal steigerte was die Schläge und auch die Schlaginstrumente anging.
      So war Sie doch etwas verwundert, daß Sie die Schläge liebt und kein Problem damit hatte wenn die Spuren und das fühlen auch mal 2-3 Tage zu sehen und spüren waren.

      Meine Frau ist sechs Jahre älter als ich, als wir zusammen kamen waren wir 23+29 Jahre alt, ich weiß nicht ob Sie mich in dieser Zeit als ihren Dom angenommen hätte, ich für meinen Teil denke daß hier der spätere Einstieg seitens meiner Frau ein Vorteil war da Sie mich lange vorher im Alltag erlebt hat und so zumindest mit meiner dominanten Seite Erfahrung hatte und wusste daß es auch diese Seite an mit gibt, an den Sadist hat sie sich schnell gewöhnt und ihn auch lieben gelernt.
      Von allen sexuellen Perversionen ist die Keuschheit vermutlich die Perverseste.
      Remy de Gourmont (1858 -1915)

      "Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen".
      (Oscar Wilde)

      Interessante Ausführungen. Habe die 40 ebenfalls überschritten, aber die ersten Schritte erfolgen im Alter um die 20. Allerdings eher zurückhaltend und forschend. Im Nachhinein betrachtet fehlte mir das Selbstbewusstsein, über das ich heute verfüge. In einer längeren Beziehung war BDSM kein fixer Bestandteil, aber immer wieder Teil davon. Lack, harter Sex, Toys und Fixation waren meist dabei. Je länger es dauerte, desto heftiger war es. Beiderseits erwünscht.

      Nach Beendigung der Beziehung hatte ich wieder Zeit für mich und tauchte mehr zufällig - wurde durch Bekannte angefixt - tief in die Szene ein und erfreue mich einem spannenden wie turbulenten Leben.

      Das Ganze ist keine Frage des Alters, sondern der Offenheit bzw. Ehrlichkeit zu sich selbst. Jeder soll seinen Weg gehen, den er für richtig hält.