Ist euch eine "korrekte Ansprache" des dominanten Parts wichtig?

      Für mich ist jede andere Anrede als sein Vorname undenkbar. Ebenso lege ich Wert darauf, ihn zu duzen und will selbst mit meinem Vornamen angesprochen werden.

      Mein ablehnen, Sir, Lord, Herr zu sagen hat die Suche nach einem passenden Counterpart nicht einfacher gemacht. Es gibt aber doch eine Menge Männer, die keinen Wert darauf legen. Hier wurde bei anderen Dingen müssen auch halt die richtigen Partner finden.
      Ich entstaube mal den Thread :fegen: . So, jetzt ist er wieder sauber und glänzt :) .

      Als niemals-nicht-never-ever-devote Sub hatte ich in keiner meiner vorherigen Beziehungen das Bedürfnis, meinen Dom mit Herr, Sir, Master oder ähnlichem anzusprechen. Du + Vorname war die Anrede der Wahl, nur ab und zu meldete sich das Subbie-Herz und war der Ansicht, man könnte doch vielleicht...

      Mit meinem Herrn habe ich schon sehr früh über die Anrede gesprochen und als er mir mitteilte, dass er ein Du nicht so prickelnd findet, meldete sich mein Subbie-Herz ziemlich intensiv und flüsterte mir daraufhin wochenlang ins Ohr, dass man es doch wenigstens mal versuchen könnte. Irgendwann war der Zeitpunkt da und ich fragte ihn, ob ich vom Du ins Euch wechseln dürfte. Es fühlte sich so richtig an und im Laufe der Zeit schlich sich auch mal das eine oder andere "Herr" oder "mein Herr" in die Konversation - sowohl schriftlich als auch mündlich. Je größer die Distanz in der Sprache wird, desto näher fühle ich mich ihm. Mittlerweile ist es für mich selbstverständlich, in mit Euch und mein Herr anzusprechen, wie es für ihn selbstverständlich ist, mich zu Duzen. Ich fühle mich angenommen, beschützt und in meinem Subsein respektiert <3 . So ändern sich die Ansichten...
      Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. (Khalil Gibran)

      Was ist Liebe? Eine Hütte nicht gegen einen Palast tauschen wollen, Untugenden und Fehler lächelnd übersehen, Hingabe ohne geringstes Zögern. (Aus China)

      BDSM ist nicht das geschenkte MacBook oder der Luftballon in Hubschrauberform. (Rainha)
      Von mir wurde die Anrede nicht (ein)gefordert. Er selber hat sich aber, wenn ihm danach war, als "mein Sir" bezeichnet.

      Dass mir ein "Yes Sir" auf den Lippen liegt bzw, dass ich es schreibe oder sage entspringt einem Empfinden des Moments. Ein ganz bestimmtes Auftreten mir gegenüber kann es mir entlocken, das Gefühl von Vertrauen usw...

      Der Mann konnte seinen Sir-Status bei mir nie richtig gewinnen bzw. verlor er ihn sogar zunehmend (ich verlor Achtung und Vertrauen), so dass ich es zeitweise nicht mal mehr aushalten konnte, dass er mit "Sir" eine Nachricht unterzeichnete.

      Ich kann es nicht auf Grund einer Vereinbarung äußern. Es ist wie mit den Kosenamen in jeder Beziehung: Sie entstehen einfach. Aber ich habe einen Hang dazu (neige dazu) meinen Partner mit "Herr (Nachname)" anzusprechen (das stellt den Anderen ja irgendwie auch höher). Sogar bei meinem Mann (und der war nicht dominant!).

      Ich sehne mich nach dem Mann, bei dem ich glücklich lächelnd oder voller Achtung und Respekt und aus vollem Herzen "Yes Sir" werde sagen können *träum*.
      Ich persönlich mag das "Du" nicht.
      Für mich wird heutzutage das "du" auch zu schnell verwendet, wenn ich mich mal umschaue.
      Wenn man jemanden im privaten oder beruflichen Umfeld kennen lernt wird man oftmals schief angeschaut, wenn man nicht duzt,

      Bei meiner Sub hat dieses "Nicht-Duzen" für mich aber noch einen anderen Grund. Es sorgt für einen anderen Umgang miteinander. Nach MEINER persönlichen Erfahrung sogar einen sehr positiven Umgang.
      Wie leicht sagt es sich "Du Arschloch" in einer Auseinandersetzung. Auch sagt man leichter Dinge in einem Streit die verletzend sind zu jemandem den man duzt. Wohingegen man sich in seiner Wortwahl schon anders ausdrückt, wenn man die Person nicht duzt oder nicht von dieser Person nicht geduzt wird.

      Ja, es schafft Distanz zwischen beiden Beteiligten. Darin stimme ich allen Kritikern zu. Aber es schafft durch diese Distanz auch eine Nähe, die man ansonsten nicht hätte. Eine besondere Nähe.

      Das alles hat jedoch nichts mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun, wie es hier auch schon angeführt wurde, sondern mit einer Einstellung die jedem selbst überlassen ist.
      Diejenigen die es nicht mögen, können es auch weiterhin nicht mögen. Keiner soll bekehrt werden. :)
      Nur bitte sollte man denjenigen, die es mögen und diesen Weg gewählt haben nicht versuchen es schlecht zu machen. Jeder Jeck ist halt anders ;)
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)

      Ich glaube, Gefahren lauern auf diejenigen, die nicht auf das Leben reagieren"
      Michail Gorbatschow

      Wabisukisha schrieb:

      Wohingegen man sich in seiner Wortwahl schon anders ausdrückt, wenn man die Person nicht duzt oder nicht von dieser Person nicht geduzt wird.
      Ohja. Ist mir grad erst am Wochenende wieder aufgefallen.
      Ich durfte switchen, also auch duzen. @Pat hat mich dann liebevoll mit etwas aufgezogen und ich hab ihm grinsend ein "Klappe" zugeraunt und später wegen etwas anderem noch einen Vogel gezeigt.

      Niemals würde ich mir das jetzt erlauben, wenn ich Sub bin und ich im Kopf das "Ihr" und "Euch" habe.
      Ich hatte übrigens ein schlechtes Gewissen beide Male hinterher, soviel zum Thema 24/7 und switchen :pardon:
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Ich könnte gar nicht anders als meinen Herrn zu duzen. Wir haben uns fernab von BDSM kennengelernt und nur zufällig irgendwann gemerkt, dass unsere Neigungen kompatibel sind.
      Ihn "mein Herr" zu nennen, ist mir hingegen sehr wichtig und das einzige, was sich richtig anfühlt. Immer und zu jederzeit. Ich könnte irgendwie gar nicht "Schatz", "Spatz" oder sonstiges sagen.
      Also ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, meinen Gebieter mit seinem Vornamen anziusprechen. In der Kennlernphase haben wir uns auch kommunikativ auf Augenhöhe bewegt. Aber je mehr meinem Subherz klar wurde, dass es eigentlich an seinen Platz zu seinen Füßen will, je deutlicher verspürte ich den Wunsch, ihn zu "Euchzen" (@Feuerpferd, danke für diese Wortschöpfung :-D). Das habe ich dann von mir aus dann konsequent gemacht und es ist für mich der richtige Weg.
      Ich empfinde das ebvenso,wie Rainha. Je größer die sprachliche Distanz ist, umso wohler und sicherer fühle ich mich, umso ruhiger bin ich. Er duzt mich weiterhin, spricht mich mit "Sklavin" an.
      "Ama et fac quod vis!" Augustinus

      Wenn jemand zu dir sagt, das geht nicht,
      dann sind das seine Grenzen - nicht deine.

      Elisabeth`s devotion schrieb:

      Ich kann es nicht auf Grund einer Vereinbarung äußern. Es ist wie mit den Kosenamen in jeder Beziehung: Sie entstehen einfach. Aber ich habe einen Hang dazu (neige dazu) meinen Partner mit "Herr (Nachname)" anzusprechen (das stellt den Anderen ja irgendwie auch höher). Sogar bei meinem Mann (und der war nicht dominant!).

      Ich sehne mich nach dem Mann, bei dem ich glücklich lächelnd oder voller Achtung und Respekt und aus vollem Herzen "Yes Sir" werde sagen können *träum*.
      Ich fand es so schön, selbst "wählen" zu dürfen. Wir haben uns am Anfang über eine Ansprache ausgetauscht, aber noch auf einer rein kommunikativen Ebene. Ich hatte Gelegenheit, meine Beweggründe für meine Wahl zu erläutern. Als ich mich dann entschied, meinen Platz zu seinen Füßen einzunehmen, da kam es mir selbstverständlich über die Lippen und das tut es weiterhin. Es fühlt sich einfach "richtig" an. Es unterstreicht für mich meine Zugehörigkeit zu ihm. :yes:
      "Ama et fac quod vis!" Augustinus

      Wenn jemand zu dir sagt, das geht nicht,
      dann sind das seine Grenzen - nicht deine.
      Ich finde es sehr schön und auch wichtig für mein persönliches empfinden ihn als Herr oder Master anzusprechen, da es uns sehr hilft in das Machtgefälle zu kommen. Ich könnte ihn gar nicht vorstellen ihn in einer Session mit seinem Namen anzusprechen oder gar mit schatz. Das wäre für uns ein klares Signal, dass gerade was nicht stimmt, eigentlich schon im Sinne eines safewords.

      Eigentlich ist es für mich schon schwierig, ihn zu duzen... Ein paar mal wäre mir schon fast das Ihr rausgerutscht.. Aber das habe ich noch nicht im Vorfeld kommuniziert und ich trau mich nicht ihn damit zu überraschen :rot:
      Mein Partner und ich sind nun fast 6 Jahre zusammen, wohnen auch zusammen.
      Mir war schon als Teen klar, dass Bdsm zu mir gehört.. meinem Partner habe ich dies nun vor einem halben Jahr klar kommuniziert (vorherige Anspielungen waren zu ungenau, kamen nicht an :rolleyes: )
      Nun experimentieren wir also seit einem halben Jahr rum und gehen unseren gemeinsamen Weg..
      Und die Frage der Anrede habe ich mir schon oft gestellt. Bisher waren wir immer beim Du + Vorname. Aber das fühlt sich für mich nicht „richtig“ an, ich tauche irgendwie nicht wirklich in den Sessions ab..
      Herr, Meister, Sir finde ich aber auch irgendwie nicht passend.. wie gesagt, es fühlt sich nicht „richtig“ an. Wohl deshalb, da wir auch zusammen wohnen und es manchmal schwer ist, zu trennen.
      Wie hier schon jemand geschrieben hat; wir sind ja nicht nur Dom / Sub, sondern auch ein liebendes Paar.

      Was würdet ihr denn raten? ?(

      BlackNo1 schrieb:

      Wie hier schon jemand geschrieben hat; wir sind ja nicht nur Dom / Sub, sondern auch ein liebendes Paar.
      Das sind wir auch!
      Anfangs hatten wir auch so ein Problem dieser Art.
      Vorname oder Schatz war für sie nicht das, was sie fühlte. Herr war für sie irgendwie aufgesetzt.
      Sie hat mir dann mal ein Türschild für unser Dachgeschoss als kleines Geschenk mitgebracht, in das ich sie regelmäßig einbestelle.
      Darauf stand Herr (mein Nachnahme) und seine Sklavin Maja.
      Ich freue mich immer darüber, wenn ich hochgehe.
      Seitdem bin ich bei ihr in der Anrede "Herr".
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Ich spreche meinen Partner und Liebsten mit Herr an, in allen Momenten in denen es möglich ist und es mir ein Bedürfnis und passend ist.
      Es ist etwas in seiner Stimme was das bei mir auslöst.
      In den entsprechenden Momenten würde er es sicher auch Einfordern, wenn ich es nicht tun würde.
      Aber das ist noch nie vorgenommen, da es mir dann ganz leicht fällt.
      @BlackNo1
      Bei uns ist das genau so, wir sind ein Paar und wohnen auch zusammen.
      Gerade deshalb finde ich die Bezeichnung sehr wichtig für mich, damit wir ein klarer abgegrenztes setting haben. Eigentlich haben wir auch die Regel, dass wir vorher rituell das Halsband anlegen, wenn wir ins Machtgefälle kommen wollen.

      Da es uns aber manchmal auch einfach so überkommt und wir dann schon mittendrin sind, sind die anderen Anreden quasi immer ein Zeichen für uns, dass wir jetzt im Konsens im Machtgefälle sind
      In einer (Spiel-) Beziehung ist es mir schon wichtig, den dominanten Part mit einer von ihm gewünschten Bezeichnung ansprechen zu können.
      Denn die Ansprache ist für mich der erste Schritt, in ein Machtgefälle zu kommen.
      Erst dann kann ich mich richtig in meine Rolle einfinden, ankommen und auch Dinge zulassen, die ich außerhalb des Sub-Modus nie zulassen könnte/wollte.
      Außerdem gibt es immer wieder Situationen, in denen es mir ein innerstes Bedürfnis ist, den Partner z.b. mit „mein Herr“ anzusprechen. Vor allem, wenn ich ihm dankbar bin, finde ich es wunderschön und befriedigend: „Danke, mein Herr“ sagen zu können. Es drückt einfach meine Dankbarkeit noch tiefer aus, als ein schlichtes Danke.

      Hab ich einen Partner, der keine besondere Ansprache mag, muss ich mir immer wieder auf die Zunge beißen, dass ich es nicht doch sage. Und irgendwie fehlt mir dann etwas.
      Wie hier schon von anderen erwähnt wurde, ist es bei mir auch.
      Bin ich im Sub-Modus, bringt mich eine distanzierte Ansprache meinem Partner viel näher.

      Ein Ritual, eine Geste oder auch eine bestimmte Berührung würden allerdings helfen, mich noch schneller und tiefer in den Sub-Modus zu führen.
      Ich bin nicht klein
      Ich hab Feen-Größe
      @Majasdom
      @LynnMae

      Schöne Idee mit dem Geschenk..
      und auch das anlegen des Halsbandes als Ritual gefällt mir gut..
      Ich glaube, dass mein Partner und ich unsere Rollen vielleicht auch erstmal festigen müssen.. oder uns besser gesagt noch richtig finden müssen..
      Wer weiß, was sich noch alles in der nächsten Zeit ergibt ;)
      Aller Anfang ist schwer...Danke für eure Beiträge :blumen: