Führungsstile

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      Führungsstile

      Hallo :)

      angeregt durch ein Gespräch über Panzerfahrlehrer bei der Bundeswehr und deren Art der Fahrschule habe ich mir Gedanken über Führungsstile gemacht.
      Zwar sind Führungsstile kein exklusives BDSM-Thema, jedoch kann D/s, je nach Art der Auslebung, sehr viel mit Führen und Folgen zu tun haben. "Dominieren heißt führen" wurde mir mal gesagt. Ich möchte daher im Folgenden mal versuchen, zwei unterschiedliche Stile der hierarchischen Führung zu beschreiben. Wer mag, kann im Geiste "Führender" und "Folgender" durch "Dom" und "Sub" ersetzen, aber ich wollte es mal ein wenig allgemeiner halten.

      Führungsstil 1
      Hier geht es in der Anfangsphase um viele strikte Vorgaben, denn zu Beginn wird nicht nur das Ziel, sondern auch ein Weg vorgegeben. Der Führende beschreibt genau, was wie zu tun ist und kontrolliert die Ausführung. Bei Abweichungen vom vorgegebenen Weg wird zu Beginn schnell eingegriffen und korrigiert. Der Führende handelt also stets proaktiv und wartet nicht ab, bis der Folgende einen Fehler selbst bemerkt. Stattdessen wird erklärt, weshalb ein bestimmtes Verhalten gewünscht/nicht gewünscht ist und welche Folgen es hätte. In der Anfangsphase sind Fehler des Folgenden auch Fehler des Führenden, denn der hätte im Zweifel besser aufpassen und mehr kontrollieren müssen.

      Erst wenn der Führende das Gefühl hat, dass die Ausführung der Aufgaben zu seiner Zufriedenheit abläuft, werden die Zügel etwas lockerer gelassen und es wird mehr Raum für individuelle Abweichungen beim Folgenden gegeben. Zwar hat der Führende auch in dieser Phase noch immer das letzte Wort, jedoch darf der Folgende den Weg selbst optimieren. Da dem Folgenden ja erfolgreich beigebracht wurde, wie es "richtig" geht, trägt er nun die volle Verantwortung/sämtliche Konsequenzen, falls eine Abweichung von der ursprünglichen Vorgabe zu einem schlechteren Ergebnis führt.

      Führungsstil 2
      Nach dem Motto "aus Fehlern lernt man" wird zunächst nur ein Ziel vorgegeben, es liegt am Folgenden, einen guten Weg zu finden. Hier geht es darum, dass der Folgende eigenständig eine Lösung erarbeitet und sich lieber selbst genau das beibringt, was er zur Ausführung benötigt, als dass es ihm "von oben" beigebracht wird. Der Führende greift nur proaktiv ein und korrigiert, wenn der Folgende im Begriff ist, einen schweren Fehler zu machen. Die Korrektur fällt möglichst klein aus und die Ausführung wird möglichst schnell wieder dem Folgenden überlassen. Fehler, deren Konsequenzen der Folgende ertragen kann, werden zugelassen. Der Folgende soll möglichst schnell spüren, dass er in der Lage ist, Aufgaben selbstständig zu bewältigen. Bittet der Folgende um Hilfestellung, kann diese geliefert, oder aber auch verwehrt werden, wenn der Führende der Meinung ist, dass der Folgende das Problem auch selbst lösen kann. Der Führende ist flexibel in der Ausführung und offen für kreative Versuche des Folgenden, solange der Folgende daran arbeitet, die Aufgabe möglichst gut zu bewältigen.

      Hat der Folgende einen Weg ans Ziel gefunden, wird mit der gezielten Optimierung begonnen. Auch hier wird versucht, den Folgenden selbst darauf zu bringen, wie der Weg verbessert werden kann. Dies kann dadurch geschehen, dass die Schwierigkeit erhöht wird, oder genau die Dinge verlangt werden, die bisher nicht optimal funktionierten. Hier kann der Führende den Folgenden auf Fehler aufmerksam machen, vermeidet es jedoch, falls möglich, eine konkrete Lösung vorzugeben.


      Natürlich ist ein Führungsstil immer individuell und muss zu Charakter und Situation passen. Niemand ist genau so wie im Lehrbuch.

      Dennoch meine Fragen an euch (Doms und Subs): Ist einer der beiden Stile euer Favorit, oder haltet ihr einen der beiden für eure D/s-Beziehung für ungeeignet? Wenn ja, warum? Wenn nein, bevorzugt ihr vielleicht einen gänzlich anderen?

      Ich bin gespannt :)
      "Du gibst Widerworte X( " – "Nein :miffy: "
      Ich persönlich bevorzuge grundsätzlich den Führungsstil Nummer 2, egal in welchem Bereich des Lebens ,weil ich ihn schlichtweg für effektiver halte. ich sehe mich selber in einer Führungsposition idealerweise als Leitplanke, indem ich den grösstmöglichen Spielraum lasse und nur das Ziel vorgebe. Der Folgende bekommt somit grösstmögliche Selbstermächtigung und höhere Motivation Ziele zu erreichen. Soweit meine Erfahrungen.
      Ich muss zugeben, ich war erstmal sehr skeptisch was da jetzt kommt, aber war dann doch ganz spannend.

      Es hängt ein bisschen von der Aufgabe ab, aber allgemein ist mir wohl Typ 1 deutlich lieber vorausgesetzt ich erkenne die Autorität der Person an oder hab keinerlei Vorwissen, was mein gegenüber ja auch kurzfristig in eine dominante Position versetzt.
      Wenn ich die Autorität nämlich wahrnehme, dann möchte ich es auch gleich "richtig" machen und nicht nur "irgendwie" und dabei ist es dann egal ob es ums morgentliche Bettenmachen, Blowjobs oder Dateiablage geht. Wenn ich dann den perfekten Endzustand kenne, kann ich immer noch anfangen meinen eigenen Stil reinzubringen.
      Ich seh den Lernprozess allerdings als gemeinsames Üben und nicht als "Kontrolle der Tätigkeit". Wenn da jetzt wirklich jemand 2 Wochen lang beim Betten machen zusehen würde, würd ich wohl doch ausrasten. :evil_icon:

      Magst du nicht noch eine Umfrage ergänzen, @myownspirit? :whistling:
      Muss wohl jeder selbst entscheiden, Führungsstil 1 ist imo. für Einsteiger und Anfänger am besten geeignet, so wirds auch in meiner Firma gemacht, vielleicht auch weil man dort nicht so leicht aus Fehlern lernen kann, die fallen dann erst auf wenns zu spät ist.

      Aber auch zu mir persönlich würde 2 nicht passen, wenn dann hab ich lieber klare Anweisungen und kein "probier mal, dann schaun wir weiter".
      Also die beiden definierten Führungsstile oder eher Ausbildungswege kombinieren Eigenschaften der drei Führungsstile "Kooperativer Führungsstil", "Autoritärer Führungsstil" und "Laissez faire".

      Grundsätzlich finde ich es entscheidend, wem die Art der Führung besser liegt. Das ist in meinen Augen abhängig vom Charakter, der Geduld und manchmal auch einfach dem, was einem kickt.

      Ich persönlich bin ein Freund der Variante 2. Ich muss nicht haargenau alles definieren und bedinbedingunglos kontrollieren. Aber ja, das kann auch Spaß machen. Ich mag durchaus beide Varianten, beides hat seinen Reiz, aber auch seine Berechtigung.

      Außerdem ist es vom Ziel abhängig. Habe ich Zeit und Interesse an unterschiedlichen Lösungsansätzen für "das Problem". Hane ich das nicht oder mir ist mein vorgegebener Weg wichtig, dann ganz klar Variante 1.

      Die Mischung macht es, denn es muss zur Situation passen. Von daher würde ich sagen, im Regelfall Variante 2, ansonsten gerne auch Nunmer 1
      Bekennender Schwarzteefetischist. Wehe dem, der meinen Tee kalt werden lässt...
      Zwischen Suppe und Kartoffeln, aus der Hüfte geschossen und weder konkret auf BDSM noch auf die Bundeswehr bezogen: Weder 1 noch 2.
      Ich bevorzuge den Ausbau der individuellen Stärken einer Person und das gemeinsame Arbeiten an den Schwächen, so sie denn relevant sind (manche Schwächen können auch eine Stärke sein). Motivation, Ansporn und Begleitung haben sich für mich als am erfolgreichsten erwiesen.

      Just my 2 Cents.

      Turnschuh.
      Ich habe mich für die Nummer 1 entschieden, da ich gerade in punkto "Sex/ BDSM" mehr Führung brauche und mir auch wünsche, ich habe zwar tolle Ideen und ein reges Kopfkino, doch bestand mein Sexualleben vor meinen Dominus eher aus 0815-Wissen und Tun.

      Im restlichen Alltag würde ich keine der beiden Varianten wählen, da ich der Meinung bin, dass wenn man sich zusammen tut das best möglichste Ergebnis erzielen kann. Sprich jeder wirft eine Idee und ein Ziel in den Topf und man sucht sich dann das effektivste aus um das Ziel zu erreichen. Natürlich hätte mein Dominus das letzte Wort - aber er baut sehr auf meine Ideen und Ratschläge und ergänzt diese optimal.
      Die Mischung machts, manchmal ist es effektiver selber zu kniffeln, dann weiß ich wahrscheinlich auch bein nächsten Mal wie es zusammen gebaut wird. In anderen Dingen darf man mir auch gerne mal sagen wo es lang geht oder mich von meiner langen Leitung schubsen. Und in wieder ganz anderen Fällen, könnte sogar ein schlichtes Verbot passen.
      Wichtig ist mir das der Führungstil zur Person passt die führen will.
      Ein Charismatischer Fürungsstil gemischt mit einer Brise Autorität und Kooperation hätte ich gern..lach
      Mir gefällt die eins sehr gut ... ich mag klare Vorgaben und brauche die Kontrolle... allerdings könnte ich mir durchaus auch einen Wechsel zwischen beiden Varianten vorstellen ... je nach Situation.

      Ich mag die Haltung von @Turnschuh ... Stärken ausbauen... an Schwächen arbeiten ....

      .... nur bitte nicht die ganze Person bis zu Unkenntlichkeit verbiegen ... sind es doch die besonderen Eigenarten, die die Persönlichkeit ausmachen und dazu gehören auch die Schwächen.
      Was du suchst,
      ist nicht auf den Gipfeln der Berge, nicht in den Tiefen der Meere,
      nicht in den Straßen der Städte;
      es ist in deinem Herzen.

      <3

      Hm, das kann ich so gar nicht sagen... zur Zeit führe ich ja nicht und werde auch nicht geführt. Ich weiß auch nicht, wie es aussähe, wenn es anders wäre, denn 1. bin ich der Meinung, dass es noch mindestens einen weiteren Führungstil gibt - wenigstens einen Misch-Stil aus beiden, aber eigentlich mehr - und 2. würde ich sagen, dass es ja auch von der jeweiligen Situation abhängt/anhängen sollte wofür man sich entscheidet.
      Wenn es darum geht eine bestimmte Methode/Technik zu vermitteln, etwas das also als Vorgang 'erlernt' werden soll, dann ist Stil 1 womöglich besser geeignet. Vor allem für Anfänger/innen. Wenn es aber um das Erreichen eines Ziels mithilfe der bekannten Methoden geht - was auch heißt, dass 'Sub'/'Folgender' mehrere Lösungswege kennen muss - dann ist es eben eher Stil 2. Das ist dann was für Fortgeschrittene.
      Und es gibt ja Fälle, in denen sowieso nur eine Methode zum Ziel führt, und umgekehrt kann es ebenso sein, dass eine Methode die 'Dom'/'Führender' nicht kennt, zu einem viel besseren Ergebnis führt.

      @Turnschuh: Stärken ausbauen, Schwächen abbauen... klingt erstmal nach Beobachten und einschätzen, bevor man Vorgaben macht - das könnte der dritte Stil sein. ;)


      Aber ich bleibe dabei: Es hängt von der Situation ab. :rolleyes:


      Ich sehe gerade, dass das ja schon erwähnt wurde:

      The Lady Blue schrieb:

      [...] allerdings könnte ich mir durchaus auch einen Wechsel zwischen beiden Varianten vorstellen ... je nach Situation.

      [...]

      .... nur bitte nicht die ganze Person bis zu Unkenntlichkeit verbiegen ... sind es doch die besonderen Eigenarten, die die Persönlichkeit ausmachen und dazu gehören auch die Schwächen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von RitterSchlag ()

      Für mich würde sowohl 1, als auch 2 nicht wirklich das darstellen was ich mir wünsche.

      Zu 1:
      der Anfang wäre ja soweit gut, vorausgesetzt dass auch auf Bedürfnisse, Wünsche und Ziele von Sub geachtet wird. (es liest sich in dem Text nur sehr einseitig fand ich)


      myownspirit schrieb:

      Erst wenn der Führende das Gefühl hat, dass die Ausführung der Aufgaben zu seiner Zufriedenheit abläuft, werden die Zügel etwas lockerer gelassen und es wird mehr Raum für individuelle Abweichungen beim Folgenden gegeben.
      Das hier wäre dann aber nichts mehr für mich.
      Ich möchte nicht dass die Zügel lockerer gelassen werden...im Gegenteil, ich hätte gerne endlich mal einen Dom der die Konsequenz die er am Anfang aufgestellt hat auch durchhält. :P

      Zu 2:
      mich eigene Fehler machen zu lassen...mich sozusagen erst ins Fettnäpfchen treten zu lassen...ganz falsche Richtung für mich.
      Würde zu noch weniger Selbstwertgefühl führen und ich würde mich immer weniger trauen anstatt mehr.

      Zu mir würde wohl eher die durchgängig klare, liebevolle, achtsame aber konsequente Führung passen.
      Zusammen den Rahmen erarbeiten, dann die Grenzen setzen und die Regeln vorgeben. Möglichst klar und deutlich formuliert um Fehler zu vermeiden so gut es nur geht.
      Bei Nichteinhaltung von Sub-Seite deutliche Konsequenzen, bei gutem Gelingen Lob und Anerkennung.
      Ich muss im Alltag relativ häufig mit Variante 2 arbeiten, finde die Ergebnisse auch manchmal total super und spannend, meistens dauert es mir aber zu lange.
      Bin wohl ein eher ungeduldiger Mensch... :pardon:
      Den Lerneffekt halte ich bei Variante 2 auch durchaus für höher als bei der Ersten.

      Privat bin ich allerdings ein großer Freund von klaren Ansagen. Ich treffe selber nicht so gerne Entscheidungen und brauche auch relativ lange bis ich selber weiß was ich will und was ich nicht will. Ich finde rumgeiere einfach ganz schrecklich. Eine klare, deutliche Ansage und alle wissen wos lang geht. Ob es jetzt die wochendliche Abendplanung oder im Bett ist, spielt da jetzt keine Rolle für mich.

      Und schon kommt das beste Beispiel, ich kann mich schon wieder nicht entscheiden und finde zusammenfassend haben beide ihre Vor- und Nachteile und es ist am Ende reine Geschmackssache. :gruebel:
      Sei frech, wild und wunderbar :love:
      Ich bin da ganz bei @Marie80 . Ich sehne mich nach klaren Regeln und Grenzen, weil sie mir Sicherheit und Geborgenheit geben. Auf ein (nicht ganz so kleines) Vergehen meinerseits folgtem vor kurzem einige Tage der Begegnung ausschließlich auf Augenhöhe und völlige Regelosigkeit. DAS war echt furchtbar und hat als Strafe definitiv seine Früchte getragen. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass wir eine Art Spielbeziehung führen, die nur in gewissem Rahmen in den Alltag greift und wo ein klares Machtgefälle (mehr oder weniger dauerhaft) gewünscht ist.

      Als Herzblutpädagogin sehe ich außerhalb des BDSM einen kooperativen Führungsstil, welcher in letzter Konsequenz autoritär ist, als meinen Favoriten.

      PS: Mein erster Forumsbeitrag :thumbsup:
      Also ein bißchen Führung hätte ich schon gerne, allein wegen der Durchsetzung eines Haushaltsplanes. Aber ich möchte meinem Liebsten die Zeit geben, die er braucht und warte lieber auf ihn. Vielleicht ist er eines Tages so weit und so lange übe ich mich in Geduld.
      Welchen Stil ich dann bevorzugen würde, kann ich nicht sagen. Müssen wir dann ausprobieren.
      Sei wer Du bist und sag, was Du fühlst.
      Denn die, die das stört, zählen nicht
      und die, die zählen, stört es nicht.
      Eine Mischung aus beidem würde mir gefallen, da ich zum einen klare Ansagen, Anweisungen und Forderungen mag und teilweise brauche, zum anderen aber auch nicht so ganz ohne meine eigenen Ideen und meine Kreativität kann. Davon abgesehen probiere ich grundsätzlich gerne Neues aus.

      Für berufliche Dinge bräuchte ich unbedingt Variante 2, da ich mich sonst sehr eingeschränkt und eingeengt fühlen und vermutlich in einem Meer aus kreativen Ideen untergehen würde... Sehr unbefriedigend, auf Dauer langweilig und in meiner Entwicklung käme ich keinen Schritt voran. Gewisse Vorgaben und einen Rahmen, in dem ich mich bewegen darf, fände ich dennoch sinnvoll, um nicht Gefahr zu laufen, mich und mein eigentliches Ziel aus den Augen zu verlieren.

      Für eine D/s Beziehung hingegen würde ich mir Variante 1 wünschen, weil ich zu große Angst hätte, viel zu viel falsch zu machen, seinen Ansprüchen und Vorstellungen nicht gerecht werden zu können – nicht "gut genug" für ihn sein zu können... Gerade zu Beginn hätte ich da zu starke Selbstzweifel. Und wenn solche Ängste sehr ausgeprägt sind, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass man sich tatsächlich "dumm anstellt"... Darunter würde letzten Endes das Selbstbewusstsein leiden und es würden nur noch mehr Hemmungen und Unsicherheiten entstehen – und das wäre natürlich völlig kontraproduktiv.

      Eine klare Linie, Vorgaben und feste Regeln würden mir helfen, mich sicherer und wohl behütet zu fühlen, mich auf den gewünschten Weg einzustellen und in die neue Situation einzufinden. Wenn irgendwann ausreichend Selbstsicherheit und innere Stabilität vorhanden sind, wäre ich bereit, nach und nach in Richtung Variante 2 zu gehen, denn durch die neu gewonnene innere Stärke wäre ich in der Lage, mehr aus mir herauszukommen, mir mehr zuzutrauen und mich geistig und seelisch darauf einzulassen, mich nun wirklich auf meine Weise entfalten zu können und darauf zu vertrauen, dies auch zu dürfen. Dennoch sollte nie darauf verzichtet werden, mir Grenzen zu setzen und konsequent umzusetzen, was vorher angekündigt wurde. Andernfalls fiele es mir womöglich schwer, Autorität als solche anzuerkennen und mich überhaupt noch in irgendeiner Form unterzuordnen / unterordnen zu wollen.
      Also vorweg einmal: Führungsstil ist mehr als nur die Art wie man Aufgaben stellt. Dazu gehört u.a. auch Motivation und Einschätzung der Stärken und Schwächen der geführten Personen.

      Ansonsten nutze ich -abhängig von der Situation und Aufgabe- verschiedene Varianten:

      In der Anfangszeit (die heutzutage so verachtete Ausbildung/Erziehung) geht es darum beizubringen wie ich etwas mag. Da wird dann genau vorgegeben wie Haltungen zu sein haben, oder wie der Tisch gedeckt zu sein hat bzw. was angezogen wird. Sobald das verinnerlicht ist und sie ein Gefühl für meinen Stil und Vorlieben hat, kann man z.B. bei den Haltungen oder der Kleidung offener werden.

      Bei Haltungen und Verhaltensweisen gibt es eine Mischform: Da jede Haltung/Geste abhängig von der inneren Haltung bei verschiedenen Menschen unterschiedlich wirkt. Hier wird gemeinsam gearbeitet: Meistens gebe ich ein Ziel und einen Weg vor, und lasse den dann variieren, bis es sich für beide gut anfühlt. Hierbei habe ich dann einen Blick auf die Variationen und kann unterstützend oder verändernd eingreifen bis das gewünschte Ziel erreicht ist. ( Beispiel: Dienen am Tisch; einige Frauen verschwinden im 'nichts', wenn sie abseits stehen und warten andecken oder nachschenken zu dürfen; andere sind so präsent, daß man kaum zum essen kommt :) )

      Die offenste Situation sind Aufgaben bei denen ich von meinem gewohnten und üblichen Trott ausbrechen will und mich überraschen lassen will (z.B.: "Organisiere die Samstag-Nachmittag Unternehmung") . Das sind Gelegenheiten für meine Sub entweder sich an meine Interessen (Oper, Musical, Kino, etc) zu orientieren oder mal was nach ihrem Gusto zu machen (Metal-Punk-Konzert, o.ä. :) )

      Daher ist auch die Umfrage mit den diskreten Aussagen für mich nicht beantwortbar.
      Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern Gewinn.
      - Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist
      Ich unterscheide zwischen Alltag und Beziehung .
      In meinem Alltag und Job bin ich die Führungskraft - führe dort mit einer Mischung aus den genannten Führungsstilen - situativ und individuell angepasst an Person und Aufgabe .
      In meinem BDSM ist der erste Führungsstil mein Favorit . Da mein Ziel ist ,meinem gegenüber perfekt zu dienen brauche ich dafür auch ein Gerüst an dem ich mich mehr als nur orientieren kann .
      Zu Anfang einer Beziehung bin ich mit dem FreischwimmerAnspruch überfordert - kann mich nicht fallen lassen - und ständig im inneren Kampf ,es richtig zu machen .
      Ihm zu gefallen .
      Und zu freizügige Möglichkeiten könnten mich schnell in eine Manipulation der Aufgabe bringen zu meinen Gunsten - :pardon:
      Im weiteren Verlauf und abgestecktem Rahmen einer Beziehung ist eine Veränderung oder Vermischung der Führungsstile sicher situativ angebracht - zeigt es doch den Beteiligten auf welcher Beziehungsebene sie sich befinden . Vertrauen und Respekt vorausgesetzt .
      Immer mit der Option den Stil zu ändern - wenn es erforderlich ist oder er mich herausfordern will :rot:
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont

      Chloe schrieb:


      Und zu freizügige Möglichkeiten könnten mich schnell in eine Manipulation der Aufgabe bringen zu meinen Gunsten - :pardon:
      Typischer Fall von Selbstüberschätzung bzw. Ausdruck des Wunsches, Grenzen austesten zu dürfen?

      Diese starke Differenzierung zwischen den einzelnen Führungsstilen wird den Möglichkeiten der Ausgestaltung sicher nicht immer gerecht, aber ein Handlungsrahmen ist nie schlecht, die Rigidität, mit der er regelt sollte allerdings auch anpassbar sein, muss sogar anpassbar sein. Wir lernen, egal auf welcher Seite des Machtgefälles, im Idealfall immer hinzu, weswegen mir an Stil 1 nicht gefällt, dass vieles dem Konzept einer Konditionierung untergeordnet wird.
      Zumal D/S mir manchmal auch zu eng wird und mein Hang zu einer gewissen Regellosigkeit (temporär) attraktiv erscheint.