Naziuniformen in einer Session, Kick oder unverantwortlicher Tabubruch

      Interessant, @Viva und ich haben erst vor ein paar Tagen über genau solche Spielszenarien gesprochen.

      Für mich ein absolutes NoGo - was sicherlich auch daran liegt, dass man durch Erzählungen im Bekannten- und Freundeskreis sowie im schulischen Bereich einfach einen negativen persönlichen Bezug dazu hat.

      In seinen eigenen vier Wänden kann und soll das jeder handhaben wie er möchte, für mich persönlich kommt es nicht in Frage.
      Was sein “Höschen feucht“ werden lässt, kann doch jeder in seinen privaten Raum bei beiderseitigen Einverständnis doch gerne ausleben. So hab ich es bisher hier gelesen. Es geht darum, inwieweit die Toleranz geht dieses Spiel in Naziuniform in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

      Wir hatten doch schon mal die Diskussion was Auftreten und Spiel in der Öffentlichkeit betrifft und wenn ich mich richtig erinnere, gab es da auch Einiges, was in die Öffentlichkeit nicht denkbar ist. Also eingestampft muss deshalb mal gar nichts.
      ~Es ist das Unbekannte was so reizt. Reizt es immer noch, wenn es bekannt ist, dann ist es das Besondere~ Author: Unbekannt

      Gentledom schrieb:

      So wie ich es unpassend fände wenn ein Südafrikaner die Rassentrennung nachspielt, finde ich es unpassend wenn ein Deutscher die Nazizeit nachspielt. Wenn nun ein Chinese beides nachspielen würde, würde es wegen seines Abstandes zu den beiden Szenarien eben anders berurteilt werden.
      Und wenn es dem südafrikenischen BDSMler gefällt, Sklave zu spielen? Ist es deshalb moralisch verwerflich?
      Ich meine, solange es keinem schadet und alle Beteiligten einverstanden sind, ist es das nicht.
      Es stößt nur der allgemeinen Bevölkerung auf...


      Gentledom schrieb:

      Wenn nun ein Chinese beides nachspielen würde, würde es wegen seines Abstandes zu den beiden Szenarien eben anders berurteilt werden.
      Und warum "darf" der Chinese das "ungestraft"? Beschränkt uns das nicht in unserer eigenen Persönlichkeitsentfaltung?




      Gentledom schrieb:

      Eine Uniform dient eigentlich immer dazu eine Identifikation mit einer Idee und/oder einem Kodex herzustellen.
      Ich halte dagegen, und sage: in der ursprünglichen Definition bedeutet eine Uniform nur:


      Als Uniform (umgangssprachlich Kluft) bezeichnet man gleichartige Kleidung, um optisch einheitlich (lateinisch-französisch: uniform) in der Öffentlichkeit aufzutreten.(Quelle: wikipedia.org/wiki/Uniform)



      Und auch im Duden findet man (jedenfalls online)

      (besonders beim Militär und bei der Polizei) im Dienst getragene, in Material, Form und Farbe einheitlich gestaltete Kleidung (Quelle: duden.de/rechtschreibung/Uniform)


      Ich selber habe in meiner Ausbildung, in der ich auch eine uniforme Arbeitskleidung tragen musste, gelernt, dass Uniformen zuerst einmal da sind, um die Zugehörigkeit zu symbolisieren.

      Ich trug die Uniform und arbeitete auch gerne dort, obwohl ich manche Produkte selber nicht konsumieren würde.

      Hätte ich diese Kleidung nun privat getragen und hätte im Spiel die Produkte, die ich nicht mag, verbrannt, wäre das wohl auch nicht großartig moralisch verwerflich.


      Natürlich sollte Rücksicht genommen werden, wenn Dritte anwesend sind. Und auch bewerben sollte man so etwas nicht, wohl aber im kleineren Kreise durchaus darauf hinweisen dürfen, dass entsprechende Uniformen zum Spielen zugelassen sind. Diskretion ist hier wichtig.



      Gentledom schrieb:

      Wenn ich an einen Polizisten denke, so denke ich an einen sicheren Rechtsstaat und jemandem der einem Bürger hilft,
      Ich denke dabei an einen Polizisten, der im Dunkeln am Hauptbahnhof die Beifahrertür des Autos aufreißt (hinter der ich mich eigentlich sicher fühlte) und uns grundlos bzw unrechtmäßig wegen unseres Kennzeichens anscheißt. So hat jeder sein eigenes Bild...

      Deswegen empfinde ich aber eine Polizistenuniform im Dunkeln nicht als schlimm, wenn es im Spiel stattfindet.
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von igel () aus folgendem Grund: link raus

      AnaJo schrieb:

      Dürfen dann die BDSMler aus den Südstaaten ihre devoten Partner auch nicht mehr auspeitschen und als Sklaven bezeichnen???
      Ich treibe den Gedanken mal weiter. Ich mag keine Kerzen, währe es für mich in Ordnung kleine Holzkreuze stattdessen zuverbrennen. Damit sollte doch keiner hier ein Problem haben, ich bin ja schließlich kein südstaatler, oder irre ich mich?
      Sic semper tyrannis

      Lilly13 schrieb:

      Ich halte dagegen, und sage: in der ursprünglichen Definition bedeutet eine Uniform nur:


      Als Uniform (umgangssprachlich Kluft) bezeichnet man gleichartige Kleidung, um optisch einheitlich (lateinisch-französisch: uniform) in der Öffentlichkeit aufzutreten.(Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Uniform)

      Also wenn man schon Wiki zitiert sollte man auch ein wenig weiter lesen, genau zwei Sätze weiter hätten gereicht, dort steht nämlich: "Die Uniform symbolisiert die Funktion ihres Trägers und/ oder dessen Zugehörigkeit zu einem Verband und zu einer Organisation (Bekleidung, Abzeichen, Nationalflagge u. a.). Durch das Tragen der Uniform soll das Individuum seinen Beruf oder seine Aufgabe verkörpern und seine Aufgabe als Funktionsträger besonders in den Vordergrund stellen. Mit dem Tragen der Uniform wird auch der Korpsgeist der Uniformträger ausgebildet und gefestigt."

      Mit einer Uniform zeigt man also grundsätzlich seine Zugehörigkeit zu etwas und das was Wiki unter Korpsgeist versteht meinte ich eben mit Identifikation und Kodex dem man sich unterwirft.

      Lilly13 schrieb:

      Ich selber habe in meiner Ausbildung, in der ich auch eine uniforme Arbeitskleidung tragen musste, gelernt, dass Uniformen zuerst einmal da sind, um die Zugehörigkeit zu symbolisieren.
      Meine Rede.

      Lilly13 schrieb:

      Natürlich sollte Rücksicht genommen werden, wenn Dritte anwesend sind. Und auch bewerben sollte man so etwas nicht, wohl aber im kleineren Kreise durchaus darauf hinweisen dürfen, dass entsprechende Uniformen zum Spielen zugelassen sind.
      Wie ich schrieb, solange sichergestellt ist, dasskein Recht gebroche und keiner unbeteiligten Personen damit vor den Kopf gestoßen wird, kein Problem. Nicht meins aber wenn sich niemand gestört fühlt oder Recht verletzt wird, ist es Sache der Leute.

      Wir sollten aber alle beim Thema bleiben :blumen: dafür ist das Thema einfach zu kritisch um es zu zerreden.

      Edit:

      Lilly13 schrieb:

      Und warum "darf" der Chinese das "ungestraft"? Beschränkt uns das nicht in unserer eigenen Persönlichkeitsentfaltung?
      Weil auf einer Party in China mit chinesischen Besuchern mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit keine Opfer oder auch direkten Nachfahren von Opfern dieser Unrechtssysteme anzutreffen sein werden... unpassend wäre es in China eben mit einer Uniform der Einheit 731 aufzutreten. Nochmals für mich gilt:

      Gentledom schrieb:

      Toleranz endet für mich dort, wo die wechselseitige Freiheit endet
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von igel () aus folgendem Grund: Links entfernt

      Wäre ich nicht Bürger eben dieses Landes, sondern von woanders weg, ich würde es sicher trotzdem zumindest schwer befremdlich finden, wobei hinter verschlossen Türen ja bitte jeder machen soll was gerade beliebt. Das heimische Schlafzimmer ist für mich ohnehin Moral und Ethik freie Zone gegenüber dritten.
      Wenn nun aber um einen semi öffentlichen Rahmen (play party?) geht, dann sehe ich hier in der Tat eine Grenzverletzung, wobei auch hier wieder mit der Einschränkung, dass bloße Anleihen an NS-Uniformen allein nicht ausreichen, es müsste schon soweit gehen, dass die Intention des Kostümbildners, lediglich das Verbot der öffentlichen Zurschaustellung von derartiger Symbolik umgehen zu wollen, deutlich werden müsste.
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Mit dem Thema wurde ich vor ein paar Jahren konfrontiert.

      Eine liebe Freundin stand unheimlich auf Uniformen- am liebsten drittes Reich - und sie
      spielte sehr gern *verhören* Jude/Nazi.
      Auch öffentlich.

      Ein NoGo?

      Tja, besagte Freundin ist Jüdin. Und große Teile ihrer Familie haben nicht überlebt.

      Sie hat mir gegenüber ähnlich argumentiert wie @Nom_de_guerre

      Abgesehen davon habe ich das Gefühl (ich hoffe die Österreicher steinigen mich nicht)
      dass das Thema in Österreich etwas leichter genommen wird als in Dland.
      (Ich bin gebürtige Deutsche, seit 15 Jahren in AT)

      Bei mir schlägt da doch meine Prägung zu, und ich würde mich bei solchen Spielen- so
      sie öffentlich stattfinden- in einen anderen Raum begeben.
      Das würde ich aber auch bei anderen extremeren Spielen.
      Für mich ein absolutes No Go.
      Ich bin durch den Zufall meiner Geburt das was ich bin, nämliche deutsche Staatsbürgerin. Auch wenn ich keine Verantwortung übernehmen kann, für das, was während der Nazizeit passiert ist, lebe ich mit diesem Erbe.
      Geschichtlich interessiert und mit Eltern, die in dieser Zeit groß geworden sind, aufgewachsen, finde ich, das jede äusserliche oder gedankliche Zuwendundung an Nazis nicht geht!

      Nom_de_guerre schrieb:

      @Saillady, das ist für mich gerade der Knackpunkt, der ich spannend finde - warum ist es für "uns" keine Verhöhnung der Opfer von Vergewaltigungen, wenn wir damit "spielen"?
      Warum ist es für uns keine Verhöhnung von tatsächlichen Sklaven, wenn wir uns als solche bezeichnen und auch noch stolz darauf sind?
      Warum ist es für uns keine Verhöhnung sämtlicher Gewaltopfer, wenn wir uns über Schmerz freuen?
      Warum ist es für uns keine Verhöhnung von Zwangsprositituierten, wenn wir Vorführungs-/Benutzungsszenarien oder entsprechende Rollenspiele inszenieren?
      Sorry, ich finde, das ist nicht das Gleiche.

      Trage ich eine entsprechende Uniform, zeige den Hitlergruß, tätige entsprechende antisemitische Äusserungen usw. bekenne ich mich zu einer bestimmten politischen Richtung.

      Ich bin selbst "Opfer" deiner oben dargestellten Szenarien, @Nom_de_guerre und habe lange mit meiner Neigung gekämpft. Der Unterschied ist, das ich das, was ich tue, freiwillig tue. Mit dem Wissen, das es meine Entscheidung ist, ich nicht gezwungen werde und damit kein Statement für alle geschundenen Frauen dieser Welt abgebe.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      ist nicht die Frage wie wahrheitsgemäss die uniform auszieht ? Es ist auch die frage in wie weit sich der Träger mit der Uniform intentifiziert. Ich denke schon das man ein anderes verhalten an den tag legt wenn man sowas anzieht.
      Für mich persönlich sind Uniformen egal welche ein No-Go da sie für mich was autoritäres verhalten signalisieren mal negaiv oder auch positiv was absolut nichts mit Lust oder Begierde zutun hat. Also alles was mit Staatsangehörigkeitsuniformen zutun haben hab ich eh ein rotes Tuch...
      Mir persönlich wird bei jedem Gedanken an die Nazis und die NS zeit einfach nur übel. Aber ich schätze wenn man es schafft nicht nur an Tod Leid und und unmenschliche Gräueltaten zu denken geht es vielleicht. Ich kann das halt nicht, ich fühl mich einfach nur schlecht wenn ich daran denke oder erinnert werde.
      Ich bin auf dem Standpunkt: Jeder kann in seiner kleinen privaten Welt tun und lassen, was er/sie möchte, so lange er/sie keinen anderen (wider dessen Willen) schädigt. Vollkommen anders sieht es aber aus, wenn es in den öffentlichen Raum geht und es die Gefühle von anderen massiv tangiert, es möglicherweise auch andere provoziert.

      Für mich ganz persönlich gibt es Dinge, die man schlicht und einfach nicht anfasst. Und dazu gehören ganz klar auch Nazi-Uniformen oder -Devotionalien. Da ist es auch kein Argument, dass das doch "lange her sei" oder "unsere Generation damit ja nichts zu tun habe". Bullshit! - für mich zumindest. Diese Zeit ist gerade wieder präsenter denn je ...

      Sir_MarcO schrieb:

      Für mich ganz persönlich gibt es Dinge, die man schlicht und einfach nicht anfasst. Und dazu gehören ganz klar auch Nazi-Uniformen oder -Devotionalien. Da ist es auch kein Argument, dass das doch "lange her sei" oder "unsere Generation damit ja nichts zu tun habe". Bullshit! - für mich zumindest. Diese Zeit ist gerade wieder präsenter denn je ...
      Stimmt!
      Ich kenne iü auch noch ein "Argument": "Das ist Geschichte." :facepalm: :thumbdown:
      Klar ist das Geschichte, aber deswegen muss man sich damit nicht umgeben.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Für mich ist es auch ein No-Go.
      Ich mag generell auch keine Uniformen. Auch nicht die "typischen" BDSM-Uniformen á la schwarzes Leder, schwarzrotes Latex, Rüschen für die Zöfchen, Slutty Klamotten auf Deubel komm raus oder Schulmädchen-Klamotten, Pink für Littles und Sissies... usw. Ich mag es nicht, wenn es Leute über einen Kamm schert oder eine "Gesinnung" zeigen soll, aber nicht wirklich zu demjenigen passt.

      Ich bin selbst schon als Jugendliche sehr bewusst und erschüttert über die NS-Zeit gewesen, habe andererseits auch sehr stark gefühlt, wie "verführerisch" es wohl für viele Menschen damals war, eine "einfache" klare Ideologie vorgesetzt zu bekommen.


      Aus verschiedenen Gründen habe ich mich vor 10 Jahren, als ich so langsam realisierte, dass BDSM was mit mir zu tun hat, vorwiegend im englischsprachigen Bereich schlaugemacht. Bin auch immer noch mal in der riesigen englischsprachigen (kanadischen) Webseite, die mit F anfängt, am Stöbern.
      Gerade dort sind Uniformen und dabei speziell Nazi und DDR- bzw. russische und damit verbunden Konzentrationslager-Szenarien ein Mega-Kink.
      Wenn Amis und Briten schweren deutschen Akzent von einer Frau hören, fangen viele sofort an, zu hyperventilieren (egal, ob Subs oder Doms, übrigens, nach meinem Eindruck ;) ) und machen sich schier nass. Meine subjektive Wahrnehmung ist, dass es für die meisten dabei am geilsten ist, wenn es ein blondes Vollweib in Uniform ist, das möglichst ultimativ grausam agiert.

      Aber woran liegt das? Ich sags euch... Es liegt daran, dass die Deutschen international als das dreckigste, versauteste und kinkieste Volk der Welt gelten.
      Und das wiederum liegt daran, dass es so ungemein viele deutsche BDSM-Pornos gibt. Bei denen sich natürlich keiner die Mühe macht, sie zu dubben, also sind da nur Subtitel drunter und der Originalton ist hörbar.

      Inzwischen sind die russisch/polnisch/tschechisch-sprachigen Pornos wohl schwerst auf dem Vormarsch, aber offenbar waren die Deutschen da wohl wirklich lange Nummer Eins in der Welt.


      Es hat mich mal jemand mit so Zeug bombardiert, ich hab nur kurz reingeguckt und finde das Zeug absolut obergruselig gemacht. Total künstlich, aufgesetzt...

      Außer einem einzigen Film, der hat mich total geängstigt, da ging es um ein Frauenerziehungslager und es wurde dermaßen geprügelt und das Geschrei klang so grausam echt und panisch, da frage ich mich ehrlich bis heute, ob das eine Art Snuff-Movie war.

      Tja... lange Rede, kurzer Sinn. nix für meiner Mutter ihre Tochter. Überhaupt nicht.

      Ich find es nur lustig, wie man die Deutschen von außen wahrnimmt und wie ich selbst auf der Seite mit F manchmal mit großen verdutzten Augen stundenlang Bilder gucke und immer so dabei denke, dass ich in Deutschland mir so eine Seite einfach gar nie vorstellen kann.
      Eine fremde Seele, das ist ein dichter Wald.
      Anton Pawlowitsch Tschechow
      Ich habe sehr wohl weiter gelesen, @Gentledom.
      Mir ging es darum, dass eine Uniform zuerst mal nur eine Uniform ist. Natürlich stellt sie etwas dar. Aber genau das ist ja dann auch gewollt.

      Ich persönlich finde, wie schon gesagt, solange alle Beteiligten damit einverstanden sind (egal, wieviele das nun sind), ist es okay. Das schließt einen zu öffentlichen Rahmen natürlich aus.

      Was mir noch einfällt: wenn wir jetzt sozusagen alle Naziuniformträger verurteilen - tun wir dann nicht auch denen Unrecht, die damals eben nur die Uniform getragen haben, aus Angst z.B.? Man kann auch Uniformen tragen ohne sich ein Leben lang mit den extremsten Denkweisen zu identifizieren.

      @MrTom spielte das Ganze noch etwas weiter: was nun, wenn ein "echter" Nazi beim Spielen mit seiner Sub eine solche Uniform trägt, und diese Sub nun auch noch Jüdin ist? Ist das dann moralisch inakzeptabel? Auch, wenn beide wissen, wo die Grenzen liegen, und wenn es beiden Spaß macht?
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Ich liebe Uniformen generell und alles was damit zusammen hängt. Naziuniformen allerdings nicht.
      In seinen eigenen 4 Wänden kann jeder tun was ihm beliebt.
      Allerdings in der Öffentlichkeit unverantwortlich.
      Durch mein BDSM befinde ich mich auch auf einem sehr schmalen Grat zwischen erlaubtem und verbotenem.
      Möchte nicht verurteilen und richten, was andere tun und warum.
      An unserer Vergangenheit von 1938-1945 werde wir zeitlebens zu knabbern haben, ich halte jede Diskussion für äußerst schwierig.
      Denn wenn der persönlich Bezug fehlt, schwinge ich mich nicht auf alles besser zu wissen, was damals passiert ist.
      Niemand kann dieses Leid erahnen, geschweige nach empfinden.
      @Lilly13
      Jetzt juckt es mich als G'studierte Historikerin aber doch zu sehr in den Fingern:
      Ja, viele, die meisten haben damals Uniformen aus Mitläufertum und Angst getragen (die schicken schwarzen Ledermäntel mit den silbernen Totenköpfen der SS musste man sich allerdings verdienen, das war definitiv gewollt) - das ist das Wesen einer totalitären Diktatur.
      Aber wenn so Jemand (und der wäre ja jetzt auch schon weit über 90, gell?) das danach freiwillig wieder überzieht, um damit aus Spaß an der Freude eine Session zu bestreiten, dann zeigt das schon eine etwas seltsame Nähe und Identifikation mit NS Symbolen.

      Aber wie ich schon oben sagte - damit es nicht total OT wird - privat kann jeder und jede machen was alle daran Beteiligten schön finden. Eklig finde ich das trotzdem, aber das gilt auch für andere Praktiken und das ist ja hier nicht das Thema.

      Und ja, es wurde denke ich gefragt, wo wir Grenzen ziehen - denn das ist doch der Sinn von Ethik und Moral, oder?