Naziuniformen in einer Session, Kick oder unverantwortlicher Tabubruch

    Abigail schrieb:

    Aber das (das markierte) passiert doch gerade hier. Es wird ein Bezug zu den historischen Ereignissen hergestellt der in der form gar nicht gegeben ist.
    da kann ich Dir nicht folgen?
    "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

    "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
    Ich meinte, wenn das Tragen von Naziuniformen einvernehmlich mit allen Beteiligten geschieht (und keinen politisch motivierten Hintergrund hat) ist es für mich unverständlich, warum es mit historischen und gegenwärtigen Nationalsozialismus verglichen oder in Verbindung gebracht wird.
    Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren
    Ich hab nicht alles gelesen, aber fast alles und ich muss sagen, ich kann vielen Aussagen hier folgen.


    Ich kann verstehen, dass Uniformen, und im speziellen Nazi-Uniformen, faszinieren können. Das kann ich tatsächlich verstehen, denn das Böse hat den Menschen seit jeher fasziniert und angezogen. Kein Lebewesen dieser Erde hat sich perfidere Methoden ausgedacht, um andere seiner Art zu unterdrücken, zu foltern und zu töten, einzig aus Spaß an der Freude oder für Geld. Und nichts strahlt (meiner Meining nach) mehr Bosheit aus, als eine solche Uniform.


    Ich kann daher auch verstehen, dass es als respektlos und pietätlos angesehen wird, Nazi-Uniformen zur Befriedigung des Geschlechtstriebes einzusetzen.


    Wir sind als Menschen in der Lage, unsere Triebe zu kontrollieren. Deshalb wird eben nicht jeder, der wütend auf seinen Nachbarn ist, gleich zum Mörder und nicht jeder, der gerade knapp bei Kasse ist raubt eine Bank aus.


    Welche Triebe jetzt kontrolliert werden sollten und welche ausgelebt werden können, dazu hat zum Einen der Gesetzgeber eine Meinung, zum Anderen gibt es aber auch gute Sitten, Anstand, Ethik und Moral. Diese unterliegen dem Wandel der Zeit. So waren Dinge, die heute völlig normal sind, vor 100 Jahren völlig undenkbar oder verboten. Oder beides.


    Vielleicht sieht die Welt in 100 Jahren die Dinge anders, aber wir leben eben heute.


    Und ob Amis, Russen, Briten, Japaner oder Grönländer Nazi-Uniformen toll finden, interessiert nicht. Es ist nicht deren Geschichte, es ist unsere.
    Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

    - Tennessee Williams -
    ich habe mich hier offensichtlich missverständlich ausgedrückt:

    Louise schrieb:

    Vor allem dann, wenn versucht wird, das, was hier einvernehmlich gelebt wird, mit tatsächlicher - historischer und aktueller - Sklaverei zu vergleichen bzw. gleichzusetzen.
    Ich meinte: es gibt Personen hier im Forum, die ihre Art zu Leben, ihre Partnerschaft, mit der tatsächlichen, historischen und aktuellen, Sklaverei vergleichen bzw. dies gleichsetzen. Die "Sklaverei", von welcher wir aber hier im Forum im Grunde sprechen, ist die einvernehmliche, freiwillige, nicht die aufgezwungene, mit dem Tode bedrohte.

    Die einvernehmliche, freiwillige BDSM-Sklaverei hat nichts, aber auch gar nichts gemein mit tatsächlicher Sklaverei - außer leider der Bezeichnung. Sie hat mit freiwilliger Unterordnung oder Machtübernahme zu tun. Das empfinde ich - wegen der Freiwilligkeit - als harmlos.

    Das Tragen einer NS-Uniform und der damit verbundene Kick hat meinem Verständnis nach eben doch etwas mit politischem Hintergrund oder Weltbild zu tun. Warum sonst muss unbedingt das Hakenkreuz auf der Uniform sein? Warum tut es nicht eine Polizei- oder was auch immer Uniform? Meiner Ansicht nach kommen Fetische immer irgendwo her, meistens sind sie harmlos. Diesen finde ich nicht harmlos. Ich verurteile nicht das reine Vorhandensein des Fetischs, in dem Fall aber die Tatsache, ihn auch ausleben zu wollen.

    Danke @Shayleigh:

    Shayleigh schrieb:

    Welche Triebe jetzt kontrolliert werden sollten und welche ausgelebt werden können, dazu hat zum Einen der Gesetzgeber eine Meinung, zum Anderen gibt es aber auch gute Sitten, Anstand, Ethik und Moral. Diese unterliegen dem Wandel der Zeit. So waren Dinge, die heute völlig normal sind, vor 100 Jahren völlig undenkbar oder verboten. Oder beides.
    Das ist es, was ich versuche, auszudrücken.
    "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

    "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall

    Gordon schrieb:

    Naja, er hat ja schon irgendwie seine „vier Wände“ verlassen und seinen Fetisch hier mit uns, in einem öffentlichen Forum geteil
    Naja...war der Thread dazu gedacht unterschiedliche Meinungen zu hören oder über einen bestimmten Kink zu verurteilen?

    Nee ich finde es toll, wenn ich über die Vorlieben anderer etwas mitgeteilt bekomme, ganz unabhängig davon wie ich selber dazu stehe.


    Rudolf schrieb:

    Für mich stellt sich hier die Frage was der Mensch macht. Er trägt es nicht nur freiwillig. Es erregt ihn ja auch noch.
    @Rudolf Der Satz "es erregt ihn ja auch noch" der stösst mit wirklich sauer auf.
    Ja, es erregt ihn...
    Wollen wir jetzt anfangen zu sondieren was erregen darf und was nicht?

    Kommt es bei bestimmten Themen nicht mehr "nur" auf den Konsens an?


    Shayleigh schrieb:

    Welche Triebe jetzt kontrolliert werden sollten und welche ausgelebt werden können, dazu hat zum Einen der Gesetzgeber eine Meinung, zum Anderen gibt es aber auch gute Sitten, Anstand, Ethik und Moral.
    An meiner Tür, in meinen 4 Wänden, entscheide ICH, welche Werte gelten, für gute Sitte, Anstand, Ethik und Moral...und das ist etwas, was ich anderen auch zugestehe.
    Der GEsetzgeber hat entschieden etwas gegen Pädophilie, trotzdem bekommt hier keiner Schnappatmung bei DDLG und Schulmädchenuniformen.
    Seit Neuestem hat der Gesetzgeber auch etwas gegen Sodomie, trotzdem bekommt hier keiner Schnappatmung bei Petplay.
    Ich finde es immer fazinierend welche Richtungen eingeschlagen werden.
    Nunmal auf die Grundfrage zurückzukommen

    Für mich persönlich ein NO GO, finde sowas aber generell daneben, egal welche Verkleidung :)
    Jetzt kommt mein grosses ABER

    Wenn sich alle beteiligten darüber einig sind und es auch so wollen und anderen kein Schaden zugefügt wird?
    Wer bin ich dann darüber zu urteilen?
    Es hat keiner zu urteilen, welchen Fetisch ich habe bzw was mich kickt, genauso wenig habe ich da über andere zu urteilen.
    Wie gesagt, wenn es für ALLE Beteiligten ok ist und niemand dort Schaden in welcher Form auch immer nimmt.
    Das muss dazu einfach betont werden.

    Was in meinen privaten Räumen passiert, geht einfach keinem was an.
    Eine solche Uniform in der Öffentlichkeit sieht ja schon wieder ganz anders aus, da gibt's gottseihdank entsprechende Grenzen.

    Für mich persönlich kommt es einfach nicht in Frage.

    tinkerbellchen schrieb:

    Der GEsetzgeber hat entschieden etwas gegen Pädophilie, trotzdem bekommt hier keiner Schnappatmung bei DDLG und Schulmädchenuniformen.
    Seit Neuestem hat der Gesetzgeber auch etwas gegen Sodomie, trotzdem bekommt hier keiner Schnappatmung bei Petplay.
    laut Wikipedia ist Pädophilie = "das primäre sexuelle Interesse an Kindern vor Erreichen der Pubertät" , daraus folgt: "DDLG und Schulmädchenuniformen" ist keine Pädophilie

    Auch beim Petplay werden keine wehrlosen Tiere geschändet, sondern Menschen "spielen" Tiere, daraus folgt: keine Sodomie.

    Für mich ist dieser Vergleich, den Du hier ziehst, @tinkerbellchen, der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen.

    Dorion schrieb:

    Was in meinen privaten Räumen passiert, geht einfach keinem was an.
    Das stimmt nur bedingt.
    "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

    "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
    @Louise, dann nimm den Begriff Hebephilie (sexuelles Interesse an Pubertierenden, also etwa 11 bis 16 Jahre), wenn es ausgelebt wird, ist das überwiegend ebenfalls strafbar - zu Recht.
    Spätestens da fallen die Schulmädchen-Uniformen doch rein?

    Nein, echte minderjährige Schulmädchen sind natürlich nicht beteiligt. Genau wie beim Petplay keine echten Tiere beteiligt sind.
    Genau wie beim Tragen einer Nazi-Uniform im BDSM auch keine echten Täter echte Opfer vergasen.

    In allen drei Fällen wird etwas nachgespielt, was in der Realität strafbar wäre. Ich sehe da keine Äpfel-Birnen-Konstellation.
    Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

    ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
    Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dominantseptakkord () aus folgendem Grund: Autokorrektur nachjustiert. "vergaßen" statt "vergasen".

    Dominantseptakkord schrieb:

    Ich sehe da keine Äpfel-Birnen-Konstellation.
    ich schon und zwar aufgrund unserer Historie. Als ich anfangs in die Schweiz kam, waren mir viele Dinge dort fremd. Vor allem die offen zur Schau getragene Liebe zur eigenen Nation, welche frei und fröhlich ausgelebt wird, war ein Kulturschock für mich.

    Wir Deutschen haben aufgrund unserer Historie bestimmte Tabus. Inwieweit diese sinnvoll sind, ist eine andere Frage.

    Kein Mensch wird dadurch wieder lebendig, dass bestimmte Symbole verboten sind. Dennoch sind sie verboten. Sie sind mit unvorstellbaren Grausamkeiten verbunden. Die Symbole an sich können nichts dafür, dass es so ist, dennoch sind sie zurecht geächtet.

    Und hierin besteht für mich auch der Unterschied zur Vorliebe für Schuldmädchen-Uniformen. Mit Schulmädchen-Uniformen haben wir als Nation historisch gesehen nichts verbrochen, mit Nazi-Uniformen haben wir das.
    "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

    "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
    Eigentlich hatte ich nicht vor hier was zu schreiben, aber...

    Louise schrieb:

    Und hierin besteht für mich auch der Unterschied zur Vorliebe für Schuldmädchen-Uniformen. Mit Schulmädchen-Uniformen haben wir als Nation historisch gesehen nichts verbrochen, mit Nazi-Uniformen haben wir das.
    Ich finde solche Formulierungen immer ein bisschen schwierig... wir als Nation... die wenigsten der Menschen, die noch hier in Deutschland leben haben etwas mit dem Naziregieme zu tun gehabt, selbst meine Großeltern sind nach dieser Zeit geboren, oder waren kleine Kinder zu der Zeit des Krieges.
    Meine Urgroßmutter war ein Opfer und ich sehe keinerlei Grund wir zu sagen.
    Was nicht heißt, dass irgendjemand vergessen sollte, dass es möglich ist, dass solche Dinge geschehen. Blos sehe ich keinen Grund, wieso ich damit anders umgehen sollte, als zB jemand der in den USA, Großbritannien oder sonstwo lebt.

    Ich habe jetzt länger über diesem Thema gebrütet, weil auch ich als erste Reaktion hatte die Verwendung der Uniform anstößig zu finden.
    Ich vergleiche das aber inzwischen mit zB Rapegames. Man will weder Vergewaltigungen gutheißen, noch würde man es selber toll finden in der Realität vergewaltigt zu werden.
    Ungefähr so stelle ich mir das auch mit den Naziuniformen vor: es ist eben nicht die Realität und man möchte eben auch nicht, dass diese Verbrechen in der Realität geschehen.

    Ich glaube hier zwischen Realität und Fantasie emotional zu trennen ist für mich schwer, weil ich es nicht nachvollziehen kann. Rational gesehen sehe ich aber keinen Grund jemanden zu verurteilen, weil ihn dieses Spiel kickt.

    Ich sehe übrigens auch keinen Unterschied zwischen ausleben und nicht ausleben. Denn man schadet keinem damit solche Fantasien auszuleben im Gegensatz zB zu Pädophilie.
    Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

    Die Feuerzangenbowle; Heinrich Spoerl

    Katara schrieb:

    selbst meine Großeltern sind nach dieser Zeit geboren, oder waren kleine Kinder zu der Zeit des Krieges.
    Meine Großmutter ist damals mit ihren beiden Kindern aus ihrer Heimat vertrieben worden, mein Großvater war lange Jahre in Kriegsgefangenschaft. Noch heute könnte ich (obwohl ich ev. getauft bin), einen katholischen Gottesdienst halten, so oft war ich mit meinem Großvater in der Kirche. Lt. meiner Großmutter war das sein Versuch einer Buße. (Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich hauptsächlich bei meinen Großeltern aufgewachsen bin)

    In der Schule haben wir unsere jüngere Geschichte gefühlt von der dritten bis zur 13. Klasse immer wieder und wieder und wieder durchgenommen. Daheim durfte aber nicht darüber gesprochen werden, meine Großeltern konnten es nicht ertragen.

    Ich gehöre also zu einer Generation, auf welche die grausamen Ereignisse des zweiten Weltkrieges Einfluss haben, zumindest indirekt. Es hat nämlich durchaus unser Zusammenleben als Familie beeinflusst. Glücklicherweise nicht auf eine Weise, wie es andere Familien auseinander gerissen, zerstört oder ausgelöscht hat.

    Ja, die Generation, welche direkt betroffen ist, stirbt aus, diejenige, welche "indirekt" betroffen ist, wird auch immer älter. Ich gehe davon aus, dass sich der Umgang mit unserer Geschichte verändern wird. Vielleicht lässt die Verbissenheit nach.

    Ich habe es schon öfters erwähnt: während meiner Arbeit im Altenheim bin ich durchaus auf Menschen getroffen, welche den zweiten Weltkrieg noch hautnah miterlebten und welche teils ihre damaligen Ansichten noch heute vertreten. Niemals hätte ich mir angemaßt, ihnen erzählen zu wollen, dass sie das aber so und so nicht sehen dürfen. Weil ich nicht weiß, was sie alles erlebten. Weil es mir schlicht nicht zusteht.

    Ich bin - aufgrund meiner Sozialisation, Erziehung etc. - der Ansicht, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen beispielsweise Rapeplay und dem Tragen von Nazisymbolen im sexuellen Kontext. Für mich ist das Tragen solcher Symbole für den sexuellen Kick ein Schlag ins Gesicht aller Opfer.
    "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

    "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
    Ich habe im Rahmen von Rape-Play, Spielen mit Schuluniformen oder DDLG noch nie davon gehört, dass BDSMler reale Verbrechen nachspielen, zu denen sie konkrete Täter und Leidtragende oder sogar Ermordete im Kopf haben. Es macht für mich einen Unterschied, ob ein Paar mit einer Schuluniform spielt, ein Rape-Play veranstaltet, eine DDLG-Beziehung führt oder sagt: Wir spielen jetzt den Fall XY nach - du bist Vorname Nachname (Täter) und ich bin Vorname Nachname (Opfer). Letzteres empfinde ich aus denselben Gründen als pietätlos wie die Inszenierung von Szenen aus dem Holocaust. Da habe ich Gedanken an konkrete Menschen im Kopf, selbst wenn keine Namen genannt werden.

    Die Begriffe Sklave/Sklavin finde ich nicht optimal. Ich kann mich mit gutem Gewissen trotzdem so nennen, weil unser DS keine Inszenierungen realer Verbrechen beinhaltet. Würde mein Herr z.B. von mir verlangen, zu spielen, ich sei eine Sklavin in den Südstaaten der USA anno 1850, würde ich mich weigern. Wir tun nicht so, als wäre ich jemand, der Derartiges erdulden muss(te).
    Es gibt Hunderte von Arten, niederzuknien und den Boden zu küssen. (Rumi)
    1.) ein kurzer Blick auf Instagram zeigt sehr wohl Babystrampler und Schnuller im DDLG (LG wie in "LITTLE girl")-Kontext. Ich bezweifle, dass das Elemente sind, die die Pubertät signalisieren.
    2.) In allen drei Fällen ist es ein " als ob".

    Ob man das geschmacklos findet, Menschen die diesen Kink haben meidet, weil sie mit dem persönlichen Ethos kollidieren ist das eine und steht natürlich jedem frei. Rollenspiele hingegen in "erwünscht" und "unerwünscht" zu unterteilen finde ich ziemlich anmaßend. Meins ist alles drei nicht, aber nicht, weil ich der Meinung bin, eine DD wäre pädophil, ein Owner ein Sodomist und ein Uniformträger ein versteckter Nazi.Mich kickt's halt nicht, aber mir ist es ehrlich gesagt völlig rille, was jemand in seinen 4 Wänden *SPIELT*.
    Es wäre sinnvoller mMn die ganze Energie die sich hier gerade Bahn bricht, darauf zu verwenden, der Stadt Real freundlich aber bestimmt kund zu tun, dass man derartige Faschungsumzüge nicht knülle findet, die holy bimble zu kaufen und somit einen Künstler und seine sehr wichtigen Yolocaust-Fotos zu unterstützen, eventuell das ein oder andere Wort aus dem Sprachschatz zu streichen - Kapo zB ist ein Wort, das nicht zwingend verwendet werden sollte. Und dann könnte man, wenn das Thema so sehr unter den Nägeln brennt, alles konsequent vermeiden, was den IG Farben Töchtern entsprungen ist und entsprechend dagegen protestieren, sich Schuhhändler suchen, die nicht vom Schuhläufer-Kommando profotieren (teaser: ist eine ziemliche Aufgabe) etc. etc. etc.

    Ich persönlich wäre ja schon dankbar, wenn die Leser meiner Zeilen verstehen, wen ich mit IG Farben Nachfolger meine und warum ich mich darüber sei Jahrzehnten aufrege, das fände ich weitaus wichtiger als einen User an die Wand zu nageln, der eine angelehnte Uniform trägt.

    Damit bin ich raus aus der Diskussion.
    Ich frage mich, warum es den meisten hier nicht gelingt zwischen Roleplay und der Wirklichkeit zu differenzieren.

    Ich kann diesen Nazi-Spielchen absolut nichts abgewinnen und war sehr verstört als ich davon das erste Mal hörte, dass Leute das zur sexuellen Erregung nutzen. Aber denkt mal weiter: Wem schadet es, wenn Menschen das zu Hause in ihren eigenen 4 Wänden praktizieren? Den Opfern des NS-Regimes? Nein. Der Arbeit von Antifaschisten und bekennenden Demokraten gegen den offensichtlichen Rechtsruck der Gesellschaft? Nein. Den Usern, die hier diesen Kink verurteilen? Nein. Es schadet niemandem. Also geht es auch niemanden etwas an.

    Das was hier gerade stattfindet ist eine Verurteilung und keine Diskussion. Ich habe viele Freunde und Bekannte, die Uniformen besonders erregend finden und davon schämen sich einige für ihren Kink, weil sie nicht darauf klar kommen, dass sie einige wenige Naziuniformen erregend finden. Und diese vollkommen deplatzierte Scham kreide ich den Leuten an, die sich selbstgerecht in das Treiben der Leute in ihren Schlafzimmern einmischen. Alles was legal ist, ist auch erlaubt. Wenn ihr ein Problem damit habt, wirkt auf den demokratischen Prozess ein anstatt Leute dafür zu verurteilen, was sie erregend finden und was nicht. Es ist vom Gesetzgeber sehr klar definiert, was verboten ist, deshalb sehe ich auch kein Problem darin, wenn Leute alles geben diese Uniformen gesetzeskonform zu bereinigen und dann zum Spiel zu verwenden.

    Dann zum Thema Roleplay:
    Wenn Nazis in Filmen parodiert oder nachgestellt werden, in Star Wars zum Beispiel: Wie viele haben da aufgeschrien? Das wird sogar öffentlich ausgestrahlt und bleibt nicht im geheimen Kämmerchen. Wie viele Leute die solche Filme toll finden, verherrlichen damit die NS-Zeit? Das ist eine ungeheure Doppelmoral, die dahinter steckt.
    Wenn es falsch ist Nazis darzustellen bzw. deren Rolle anzunehmen in einem Spiel, in dem Gedenken an die unzähligen Opfer, weil das angeblich verherrlichend ist, dann müsste man mit derselben Argumentation auch Sklavenspielchen verbieten. Sklaverei hat unzählige Opfer gekostet. Oder Ageplay, wie viele Opfer gibt es von Pädophilie? Eine gute Bekannte von mir steht trotzdem darauf wie eine 6-jährige behandelt zu werden und von ihrem Daddy bespaßt zu werden. Ist das nicht dann auch eine Form von Verherrlichung, dessen was Kindern angetan wird? Oder Petplay als nächstes Beispiel: Ist nicht auch das verwerflich Sex mit Tieren nachzuahmen, wenn man an die tatsächlichen Fälle von Zoophilie denkt? Und wieder ist ersichtlich, dass da eine Doppelmoral existiert.
    Wie viele von euch haben in der Kindheit draußen auf der Straße Allierte gegen Nazis gespielt? Wie viele finden heutzutage das Spiel cards against humanity total toll? Wie viele der Jungs haben sich vor Spiegel mal aus Jux ein Hitlerbärtchen rasiert? Oder noch besser: Wer ist eigentlich von euch auch nur ein mal nicht zur Wahl gegangen? Für das Einstehen für unser heutiges Wahlrecht sind auch unzählige Menschen massakriert worden. Ich könnte stundenlang noch Dinge aufzählen, die eigentlich falsch sind, wenn man an die Opfer denkt. Dennoch entwickelt sich die Gesellschaft weiter, egal wie dagegen gewettert wird.

    Ich bitte euch deshalb inständig, hört auf diesen Kink zu verurteilen. Wir haben genug Probleme mit echten Nazis und faschistoidem Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft. Kinks zu verteufeln, wo die Leute nur so tun als ob, ist Verschwendung von Zeit und Energie.

    Katara schrieb:

    ch finde solche Formulierungen immer ein bisschen schwierig... wir als Nation... die wenigsten der Menschen, die noch hier in Deutschland leben haben etwas mit dem Naziregieme zu tun gehabt, selbst meine Großeltern sind nach dieser Zeit geboren, oder waren kleine Kinder zu der Zeit des Krieges.
    Meine Urgroßmutter war ein Opfer und ich sehe keinerlei Grund wir zu sagen.
    Du scheinst noch sehr jung zu sein, sonst würdest du nicht wirklich glauben, dass die wenigsten Menschen, die in Deutschland leben, bewusst etwas mit den Nazis zu tun hatten.
    Meine Eltern, meine Großeltern, meine Schwiegereltern..
    ...sie alle haben das bewußt miterlebt.

    Jeder, der ein gewisses Nationalbewußtsein hat, sollte ich mit der Geschichte auseinandersetzen und nicht nur die Vorteile, die ein deutscher Pass heutzutage mit sich bringt, sehen.

    Wenn jemanden Uniformen kicken, gibt es doch auch genug Alternativen, da muss es doch nicht gleich eine SS-Uniform sein.
    Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

    dornenspiel schrieb:

    Gordon schrieb:

    Naja, er hat ja schon irgendwie seine „vier Wände“ verlassen und seinen Fetisch hier mit uns, in einem öffentlichen Forum geteil
    Naja...war der Thread dazu gedacht unterschiedliche Meinungen zu hören oder über einen bestimmten Kink zu verurteilen?
    Nee ich finde es toll, wenn ich über die Vorlieben anderer etwas mitgeteilt bekomme, ganz unabhängig davon wie ich selber dazu stehe.

    (...)

    Verurteilen will ich hier niemanden, schon gar nicht für einen Kink. Wie ich hier in meinem ersten Posting geschrieben habe, man sucht sich seinen Kink nicht aus.
    Verurteile ich das? Nein. Kann ich für jeden Kink Verständnis erwarten? Nein.
    Das gilt nicht nur draußen in der Vanilla-Welt, sondern auch hier im Forum. Entsprechende Beispiele gebe ich hier bewusst nicht, es bedarf dazu aber auch keiner sehr großen Phantasie.

    In erster Linie war mir aufgefallen, mit welcher Begeisterung @uniformer_Freidenker seine Erfahrungen mit der „bösen Schwarzen“, wie er sie nennt, geschildert hat. Eingeleitet hat er sein Posting mit einer durchaus kritischen Einleitung. Gerade hier wird jedoch auch klar: er ist sich vollkommen bewusst, was er hier tut. Genau darauf kommt es ihm sogar an. Und da war mir wichtig, den historischen Kontext mit deutlichen Worten dagegenzustellen. Verstehen (und davon kommt Verständnis), muss ich diesen Fetisch jedoch nicht.
    Genau das wollte ich dieser „Begeisterung“ entgegenstellen, nicht mehr und nicht weniger.

    Nebenbei bemerkt hatte ich selber später geschrieben, dass ich dieses Posting mutig finde.



    dornenspiel schrieb:

    (...)


    Shayleigh schrieb:

    Welche Triebe jetzt kontrolliert werden sollten und welche ausgelebt werden können, dazu hat zum Einen der Gesetzgeber eine Meinung, zum Anderen gibt es aber auch gute Sitten, Anstand, Ethik und Moral.
    An meiner Tür, in meinen 4 Wänden, entscheide ICH, welche Werte gelten, für gute Sitte, Anstand, Ethik und Moral...und das ist etwas, was ich anderen auch zugestehe.

    Damit, @dornenspiel, hast Du recht. Zumindest in dem Rahmen, in dem der Rahmen der allgemeinen Gesetze eingehalten wird. Wenn das aber doch irgendwie nach draußen gelangt, kann ich nicht von jedem Für alles Verständnis erwarten.

    Und noch etwas möchte ich anmerken, weil hier einiges schon recht wirr durcheinander zu gehen scheint:

    • was DDLG mit Pädophilie zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Im Gegenteil, wenn man sich hier im Forum in den entsprechenden Threads einliest, wird klar, dass sich Menschen mit diesem Kink gerade deutlich vom Thema Pädophilie abgrenzen und das zu recht!
    • Ebenso hat Petplay nichts mit Sodomie zu tun. Wobei Sodomie meines Wissens in Deutschland nicht explizit strafbar ist, hier greift ggf. das Tierschutzgesetz,
    • Zum Thema Rapeplay hat sich @Frl. Irrlicht oben ganz treffend geäußert.
    Reicht jetzt aber wirklich von mir :lesen:

    @Gordon

    topaz schrieb:

    Du scheinst noch sehr jung zu sein, sonst würdest du nicht wirklich glauben, dass die wenigsten Menschen, die in Deutschland leben, bewusst etwas mit den Nazis zu tun hatten.
    Ja ich bin jung, aber trotzdem kann ich davon ausgehen, dass alle Menschen, die jünger als 80 Jahre sind keine Verbrechen im Naziregime begangen haben. Die Lebenserwartung liegt für Männern bei 78, für Frauen bei 83 was heißt, dass die meisten Täter tot sein dürften.

    Ich habe nie davon geredet, dass Menschen nicht von den Folgen betroffen wären, oder damit belastet sind, dass ihre Eltern involviert waren, oder ähnliches.

    Vielleicht liegt es auch an meiner Sozialisation, dadurch, dass meine Familie verfolgt wurde und meine Mutter mir beigebracht hat, dass ich mich nicht schuldig fühlen sollte, dass ich solche Formulierungen ablehne.
    Auch ich finde die Verbrechen die zu der Zeit begangen wurden grausam, auch ich habe mich über meine gesamte Schulzeit hinweg mit dem Thema beschäftigt. Meine mündliche Abiturprüfung handelte von dem Buch der Vorleser usw.
    Trotzdem denke ich nicht, dass Menschen, die keine Verbrechen begangen haben sich geiseln müssen, ja erinnern, sich dessen bewusst sein was geschehen ist.

    Trotzdem denke ich nicht, dass jemand mit Naziuniform ein konkretes Verbrechen nachspielt á la ich bin X du bist Y der vergast wurde. (Jedenfalls habe ich das so wahrgenommen im Gespräch, kann mich auch täuschen.) Es werden die Gefühle genutzt, die mit den Symbolen verbunden sind. Ich finde daran nichts schlimmes.
    Ich finde es hier eben besonders wichtig, zwischen Fantasie(Rollenspiel) und Realität zu trennen.
    Konsequent gesehen, müsste ich ansonsten jeden, der ein Rapegame macht, der eine Entführung nachspielt... verachten weil auch das schlimme Verbrechen sind. Weil auch das Respektlos gegenüber den Opfern wäre, weil wir genau heute damit zu kämpfen haben, dass solche Verbrechen seltener am besten gar nicht geschehen.
    Aber ich trenne zwischen der Fantasie und der Realität und in der Realität möchten die meisten (leider) nicht, dass es Vergewaltigungen gibt, genauso wenig, wie man Verbrechen im Naziregime gut heißt.

    Ich kann aber auch verstehen, dass für viele das Thema zu emotional aufgeladen ist um zu trennen. Trotzdem habe ich für mich entschieden, dass ich niemanden aufgrund von Rollenspielen beurteile, sondern aufgrund von der politischen Einstellung und seinem Umgang mit anderen Menschen außerhalb von Rollenspielen (wie gesagt, Fnatasie, Spiel, nicht echt...)
    Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

    Die Feuerzangenbowle; Heinrich Spoerl