Wie viel weiß euer Partner von eurer sexuellen Vorgeschichte?

      Mein Mann weiß nach der ganzen Zeit einfach alles von mir, jeden Gedanken, jeden Wunsch, jede Idee und das nicht nur im Bett sondern aus jeder Lebenssituation. Es gibt nichts was ich ihm verheimlichen müsste oder wofür ich mich schämen müsste und umgekehrt ist es ganz genau so. Wie würde eine Beziehung egal ob im BDSM-Kontext oder sonst einer Art auf dauert bestand haben, wenn man nicht offen und ehrlich miteinander umgeht. Das sind doch wichtige Grundpfeiler einer Beziehung, die das Konstrukt erst stabil machen und zum Halten über einen sehr langen Zeitraum bringen.
      Sei ein Unikat in einer Welt voller Kopien
      Meine Frau weiß von meinen früheren Partnerschaften und Beziehungen, genauso wie ich von ihren weiß. Wir kennen die Namen, wissen ungefähr wann und wie lange die Beziehungen bestanden. Alte Bilder zeigen wir nicht vorsätzlich, aber wir verstecken sie auch nicht - sie sind meinserseits aber auch alle unverfänglich. Es ist für uns beide selbstverständlich, dass wir uns keine Intimitäten von früher erzählen. Meine Frau weiß lediglich, dass eine meiner früheren Partnerschaften BDSM-lastig war - allerdings auch hier keine Details.

      Wiking
      interessante Fragestellung, über die ich in der Tat eine Weile nachdenken musste.
      Aber liegt vielleicht auch ein wenig daran, dass ich gerade so vieles für mich versuche zu definieren. Das wäre hier aber definitiv zu OT.
      Grundsätzlich vertrete ich die Meinung wer fragt bekommt Antwort. Nur damit sollte man dann auch leben können ;)
      Mein Freund weiß viel über mich aber ich bin mir nicht sicher wie weit er über die "Abgründe" meiner kinky Fantasien bescheid weiß :pardon:
      Auf der anderen Seite, muss er das auch garnicht. Gewisse Dinge waren einfach nie Thema und ich denke auch nicht das ich diese Teilbereiche mit ihm leben wollen würde.
      Andererseits ist es so das meine sehr sehr gute Freundschaft plus da wesentlich mehr weiß aber andere Facetten (beruht auf Gegenseitigkeit)
      Also würde ich gerade die Frage tatsächlich mit Nein beantworten müssen. Meine sagen wir Partner wissen nicht alles und ich weiß nicht alles von ihnen. Klar, relevante Themen weiß man definitiv aber so im Bereich frühere Praktiken, erster Kuss, erster Sex nicht unbedingt.
      Aber was nicht ist kann ja noch werden :D
      Schwierig bei uns. Wir haben nie groß über Sex oder Sexuelles geredet. Ich weiß nach 24 Jahren nichts von meiner Frau und sie auch nichts von meinen Devot-maso Machenschaften.
      2000 kennen gelernt, dann absichtlich nicht verhütet und 2002 dann Eltern geworden.
      Für mich stand fest kein 2tes Kind. der Sex der eh nicht so toll war ebbte ab und bleib ab ca. 2007 dann ganz aus.
      Mich stört das jetzt nicht, meine Frau anscheinend auch nicht. Sonst wäre sie wohl nicht mehr bei mir.
      ...Sexualität war bisher auch immer stark an meine Ich -Entwicklung(psycho-sexuelle) gekoppelt und ist eben der Lebensstrom,der mich speist...
      (Verlust von Libido,Zugewinn,Wiederherstellung...
      Neigungsentdeckung..)

      Daher kommt man um das Thema nicht drumherum,aber die Erfahrungen der Vergangenheit dominieren nicht die Beziehungsgestaltung im "Hier und Jetzt "
      Guten Morgen,

      grundsätzlich schätze ich einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander. Demzufolge vertrete auch ich, die hier schon mehrfach zu lesende Einstellung, dass jemand der fragt und verdient ins Vertrauen gezogen zu werden, auch Antwort bekommt.

      Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass man auch zu viel von der Partnerin mitgeteilt bekommen kann. Meine letzte Beziehung habe ich ganz bewusst, unter Anderem deshalb beenden müssen, weil die Dame im Geiste immer noch viel zu sehr mit ihrem Ex-Mann beschäftigt war. Die beiden waren geschieden und auch das Sorgerecht war aus rein juristischer Sicht geklärt. Dennoch ging es selbst nach zweieinhalb Jahren, die ich mit ihr zusammen war in den Gesprächen immer wieder um ihren Ex. Das habe ich irgendwann nicht mehr ertragen. Ich wusste Dinge über die Beiden, die ich nun wirklich nicht wissen wollte. Aus JEDEM Bereich ihrer gescheiterten Ehe. Auch wenn wir sonst ein tolles Paar waren, war diese permanente geistige Anwesenheit des Ex für mich einer der entscheidenden Gründe, einen Schlusspunkt zu setzen.

      Was ich damit zum Ausdruck bringen will: Es ist sicher gut dass Eine oder Andere zu aus der Vorgeschochte des Anderen zu erfahren und sich selbst auch entsprechend mitzuteilen. Aber wenn auch nur Eine(r) der Beteiligten noch keine ausreichende Distanz zu seiner vorausgegangenen Beziehung aufgebaut hat, wird eine neue Beziehung scheitern. Man kann dem Anderen auch ZU viel erzählen.

      Und meine gescheiterte Beziehung ist aus meinem Umfeld nicht das einzige Beispiel dafür.

      Viele Grüße vom Duke
      "Man lobt oder tadelt, je nachdem das eine oder das andere mehr Gelegenheit gibt, unsere Urteilskraft leuchten zu lassen."
      Friedrich Wilhem Nietzsche
      Ich bin da sehr offen und ehrlich. Für mich ist es wichtig, das mein Partner da alles weiß und sich auch dafür interessiert. Nur so, find ich zumindest, kann er sich gut und richtig auf mich einstellen und letztlich ist das auch eine Art Machtgefälle für mich und damit gebe ich ihm (oder ihr) auch gute und passende Mittel und Hebel in die Hand mit mir umzugehen und mich zu steuern. Wie heißt es so schön, Wissen ist Macht - warum also auch nicht und erst recht auf diesem Gebiet …. !?
      Be blessed and unstoppable!
      Ich sehe das ähnlich, wie @Laurana . Jeder von uns hat ja eine Vergangenheit, die zum Leben gehört.

      Wenn man nun dieses Leben mit jemandem anderen teilt, gehört m. E. auch diese Vergangenheit dazu und ein neuer Partner sollte wesentliche Teile dieser Vergangenheit mit der Zeit kennen.

      Wichtig ist nur, dass man darauf achtet, nicht ständig in dieser Vergangenheit zu leben oder schlimmer noch, von ihr zu schwärmen, denn aktuell lebt man mit dem neuen Partner in der Gegenwart und möchte bestenfalls auch die Zukunft gemeinsam gestalten.

      Ich glaube, es ist auch mehr ein Thema für eine beginnende Beziehung, in der man versucht, viel von dem Anderen zu erfahren. Je länger man dann zusammen ist, umso mehr hat man dann ja auch eine gemeinsame Vergangenheit.

      Die Psychologie kennt da in Anlehnung an das Johari Fenster (Selbst- und Fremdwahrnehmung) ein Ziel, den Bereich "kenn ich von Dir" und "kennst Du von mir" zu erweitern. Natürlich sollte und m. E. darf auch jeder sein kleines Geheimnis haben, aber je mehr man vom Anderen weiß, umso besser kann man sich aufeinander einstellen.

      Gerade wenn man z. B. weiß, was der Andere in seinen bisherigen Beziehungen evtl. vermisst oder nicht gemocht hat, hilft es einem diese "Fehler" zu vermeiden und bestenfalls nicht zu wiederholen und man weiß dadurch ja auch, was sich der Partner z. B. wünscht.

      Man kann ja auch, statt zu fragen, "was hat Dir in deiner bishrigen Beziehung nicht/gut gefallen", z B. auch ganz neutral fragen, "was wünscht Du Dir von/in einer guten Beziehung" und damit den Blick nicht zurück, sondern nach vorne zu richten.
      Guter Sex beginnt in ihrem Kopf :P

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von konse quenz ()

      Artepus schrieb:

      Ja, auch wenn die Vorgeschichte kurz ist.
      Ich glaube, die vorausgegangenen Erfahrungen sind diesbezüglich wirklich wesentlich:

      Jemand der schon viel erlebt hat, lernt im Laufe der Zeit auch, wann in welchem Kontext welche Erfahrung, oder Geschichte zum Thema passt und etwas beiträgt. Solche Menschen lernen auch, welche Geschichten man besser für sich behält.

      Jemand mit weniger Erfahrung will unbedingt noch mehr Erfahrungen sammeln und mehr Wissen aneignen und ist deswegen sehr viel neugieriger, aber auch mitteilsamer.

      Das ist nicht gut, oder schlecht. Es hängt einfach mit der individuellen Erfahrung zusammen. Dabei kann jemand mit Mitte 20 durchaus in einzelnen Teilbereichen schon Erfahrungen haben, die für einen Fünfzigjährigen noch ganz neu sind. Umgekehrt wird der Fünfzigjährige aufgrund seiner Lebenserfahrung einen anderen Umgang, auch mit neuen Erfahrungen pflegen.
      "Man lobt oder tadelt, je nachdem das eine oder das andere mehr Gelegenheit gibt, unsere Urteilskraft leuchten zu lassen."
      Friedrich Wilhem Nietzsche
      „nicht gut und nicht schlecht“ das ist eine schönen Formullieriung @Duke_of_Dufftown. Es lässt sich ja auch auf eine sehr schöne Art und Weise drehen. Wenn der Partner ein Interesse an der Vergangenheit zeigt, vielleicht sogar auch aktiv nachfragt, dann will er ja auch nichts Böses. Es ist eigentlich eine sehr schöne Art und Weise zu zeigen, wie sehr man den anderen mag, sich um ihn kümmert und an ihm interessiert ist.
      Be blessed and unstoppable!
      Witzigerweise war seine sexuelle Vergangenheit unser Einstieg in BDSM... :D
      Mein Ehemann und Spielpartner hatte mir gleich zu Beginn unserer (damals noch rein Vanilla-) Beziehung von seiner (recht kurzen, aber intensiven) Spielbeziehung zu einer Sub (auf ihren Wunsch) erzählt. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte, war entsetzt und schockiert, weil ich das nicht glauben konnte und mein Mann bereute schon, mir das erzählte zu haben. 8|
      Nach einer gewissen Zeit aber machte sich Neugier breit, ich informierte mich und irgendwie kribbelte da was in mir... Als ich ihm sagte, dass ich das auch mal "ausprobieren" wollte, war er sehr erstaunt, willigte aber ein und merkte dann selber, dass das "auch seins" war.
      Tja, und so veränderte und erweiterte sich unser Liebesleben :love:
      Meine Beiträge sind auf der Ebene der Selbstoffenbarung gesendet, nicht mehr und nicht weniger, an dieser Stelle ein Gruß an Friedemann! :sekt: