Wie wird mein Partner dominant/er?

      Wie wird mein Partner dominant/er?

      Hallo zusammen!

      Kurz zu meiner Situation:
      Ich, w24, bin in einer "eigentlich" glücklichen Partnerschaft, jedoch klappt es beim Sex einfach nicht. Obwohl ich ihm bereits mehrmals von meinen Vorlieben erzählt habe, und versucht habe, auch an meiner Einstellung und Situation was zu ändern, damit es eher klappen könnte, fehlt es ihm einfach stark an "Überzeugungskraft" und Selbstbewusstsein. Er schafft es nicht einmal, auf eine nicht-BDSM Art (Vanilla? Sorry, die Begriffe sind mir nicht geläufig :)) auf mich anziehend zu wirken, geschweige denn mich in das Setting zu versetzen, in dem ich mich ihm unterwerfen möchte. Es liegt nicht an seinem Aussehen, sondern nur an seiner unsicheren, teils unterlegenen Art mir gegenüber, das ihn so unattraktiv für mich macht.
      Nun ist es bereits ca. 4 Monate her, dass wir keinen Sex mehr hatten. Seit Beginn der Beziehung hat es nicht geklappt, aber ich hatte mich damals z.T. noch überwunden und einfach mitgemacht. Ich bin auch seine erste Freundin, mit der er (mehr als einmal) Sex hatte, und allgemein hatte er früher (und hätte wohl heute noch) sehr Mühe damit, bei Frauen den 1. Schritt zu machen. Ich dachte zu Beginn, das würde sich mit der Zeit legen, und wenn ich nur genug geduldig und entgegenkommend wäre, würden wir gemeinsam einen Weg finden. Nun ja, die Rechnung geht leider nicht auf, obwohl er meint, ihm würde es gefallen, dominant zu sein (er hat sich mal darüber informiert).. Aufgeben wäre mich für momentan keine Option, wie gesagt, ansonsten verstehen wir uns sehr gut, und ich bin mit ihm in allen anderen Bereichen überaus glücklich. So glücklich, wie ich es zuvor mit keinem war, ich möchte so etwas Wertvolles nicht einfach auf den Nagel hängen, auch wenn mich die Situation sehr frustriert.

      Nun meine Fragen:
      - Kann man "dominant sein" erlernen?
      - Wenn ja, wie?
      - Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

      Ich dachte ja schon daran, dass ich ihm eine offene Beziehung vorschlage, in der nur er sich mit anderen Frauen treffen kann. In der Hoffnung, dass er das lernt, was ich mir so sehr wünschen würde. Anscheinend kann ich ihm das nicht beibringen, und ich weiss auch gar nicht mehr, was ich noch tun könnte, um was daran zu ändern.


      Für aufschlussreiche Antworten danke ich im Voraus :)
      Xazra
      So leid es mir für dich tut, aber die Antwort ist:
      Nein, man kann es nicht lernen.

      Okay, das stimmt vielleicht nicht ganz. Mein Partner will manche "dominanten" Dinge lernen, die er noch nicht so "draufhat". Aber er hat schon eine Basis dafür. Er trägt die Domianz schon in sich - nicht so ausgeprägt wie bei manch Anderem, aber sie ist da.

      Wenn dein Partner so gar nicht dominant ist, und selber auch keine Intention dazu hat, es zu werden, dann kannst du ihm es auch nicht beibringen - es sei denn, du möchtest dir einen Wunschpartner formen und brichst im schlimmsten Fall seinen Charakter - und selbst dann wärst eigentlich du dominant.

      Deine Situation ist etwas unglücklich. Ich würde sagen, als Paar wird das nicht lange gut gehen, ohne dass einer darunter leidet . und das tust du ja schon.

      Ich würde dir so in meiner frühmorgendlichen Wahrnehmung ja raten:
      Lass ihn ziehen. Schick ihn in die Welt, er soll eigene Erfahrungen machen, ohne dich als Partnerin.
      Eure Basis klingt für mich nach einer wunderbaren Freundschaft; eine von der Sorte, die lange hält und sehr liebevoll sein kann. Aber als Partnerschaft sehe ich da im Moment eher wenig Zukunft.

      Ich halte auch nichts davon, eine Beziehung mit so großen Kompromissen einzugehen, vor allem, wenn das zu Beginn schon bekannt ist. :pardon:

      Ich wünsche euch beiden viel Glück!
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Hm, wenn du an der Beziehung festhalten möchtest, würde ich sagen, solltet ihr zuallererst das Sexleben in Schwung bringen/auf die Reihe bekommen.
      Das ist jetzt reine westentaschenpsychologie, aber: Unterstellen wir mal, dass er wirklich zaghaftes Interesse daran hat, dich zu dominieren. Eventuell hat es deinen Partner verunsichert, dass er dich im Bett sexuell scheinbar nicht befriedigen kann und zweifelt dementsprechend daran, andere Wünsche befriedigen zu können.

      Was ich aus eigener Erfahrung (mein Partner) weiß, ist, dass man aus einem vermeintlichen Vanilla den Bdsmler herauskitzeln kann. Aber auch nur, wenn er tief in seinem Inneren eine Anlage dafür hat.

      Was allerdings einige Subs in meinem Bekanntenkreis versehentlich schon getan haben: Ihren "Anfänger" zu überfordern. Wenn du schon länger diese Vorlieben hast, darüber nachdenken konntest, dir vielleicht Szenarien zurechtgelegt hast etc. und jetzt damit auf ihn einprasselst, der sich vielleicht höchstens mal gedacht hat, dass er dir den Popo versohlen könnte, dann ist er natürlich etwas verloren.

      Im Großen und Ganzen liegt aber eine Menge Beziehungsarbeit vor dir, fürchte ich. Ich weiß nicht, wie lange ihr schon zusammen seid (hab ich das überlesen?), aber 4 Monate kein Sex lässt auf ein ziemlich brach liegendes Bett schließen. :coffee:
      Be so happy that when others look at you, they become happy too! :blumen:
      Guten Morgen....
      Nur weil du ihm von deinen Vorlieben erzählt hast,heißt es nicht,das er sich in der Rolle wohlfühlt oder Interesse an BDSM hat.
      Bist du mal auf die Idee gekommen,das ihm das gar nichts bringt?
      Vielleicht musst du einfach akzeptieren, das er nicht will!

      Dominant werden,ist kein Lehrberuf. Diese Prägung kann man nicht lernen,man kann nur lernen, eine Peitsche zu schwingen. Der dominante Teil bringt viel Verantwortung mit sich...(Ja auch der devote).
      Guten Morgen liebe @xazra,


      xazra schrieb:

      ... obwohl er meint, ihm würde es gefallen, dominant zu sein (er hat sich mal darüber informiert)...

      Damit habt ihr doch zumindest eine gute Basis.

      Warum er es nicht schafft, aus sich heraus zu gehen, darüber können wir nur spekulieren. Traut er sich nicht, weil du ihm als Partner zu nahe stehst?

      Vielleicht wäre das Mentoring eine Idee für deinen Partner. Er sozusagen in die "Lehre" geht bei einem erfahrenem Dom. Es ist doch tatsächlich ein gewaltiger Schritt, aus seinen Gedanken raus in die greif/hör- und sichtbare Realität zu gehen.

      Etwas zu lernen zu können setzt zumindest Interesse und Neugierde voraus. Nicht zwangsläufig Talent. Unseren Kindern geben wir auch die Möglichkeit, zu entdecken, zu erforschen, zu entwickeln. Ohne zu wissen, in welche Richtung es sich entwickeln wird.

      Das Interesse deines Partners ist da. Es muss scheinbar nur rausgekitzelt werden. Ein Reiz, ein Trigger, was aus dem bis dato Verborgenen eine tatsächliche Neigung zu Tage fördert.



      xazra schrieb:

      So glücklich, wie ich es zuvor mit keinem war, ich möchte so etwas Wertvolles nicht einfach auf den Nagel hängen, auch wenn mich die Situation sehr frustriert.

      Ein Pfeiler eurer Beziehung - die sexuelle Komponente - passt (noch) nicht zusammen. Eine Entwicklung ist von beiden Seiten gewollt, von daher steht euch so ziemlich die ganze Welt offen.
      Eine offene Ehe sehe ich bei dir eher kritisch, da dein Partner dir ja keine klare Absage gegeben hat. Er traut sich nur nicht. Sich jemanden anderes zu suchen (auch wenn er diese Option haben könnte) würde ihn wohl vor den Kopf stoßen. Und man läuft Gefahr, dass er sich noch mehr zurück zieht.

      In Summe, liebe @xazra, Geduld. Gespräche. Und (zumindest am Anfang) Eigeninitiative. Bring Vorschläge. Beginne. Und erleichtere ihm damit den Einstieg.

      Alles Liebe

      K.
      Ich sehe da auch eher ein grundlegendes Problem bei Euch als romantisches Paar, wenn er auf Dich (Zitat) "gar nicht anziehend" wirkt. Und eben Sex bei Euch schon gar nicht mehr stattfindet. Da solltet Ihr dran arbeiten und vielleicht auch darüber nachdenken, ob das eine Zukunft hat - das könnt nur ihr beide wissen.

      Und was das dominant sein angeht - ich habe diese ganze BDSM Kiste auch von der Sub Seite in eine bestehende Beziehung reingetragen und kann Dir deshalb sagen, es erfordert viel Geduld von Dir. Und er muss es wirklich wollen und zumindest neugierig sein darauf und nicht nur Dir zuliebe etwas machen, was ihn in Wahrheit gar nicht anspricht.
      Denn wenn Du wirklich möchtest, dass er das Heft in der Hand hält was Eure sexuelle Beziehung angeht, also er bestimmt und Du Dich unterordnest bzw. sogar unterworfen wirst, dann musst Du ihn auch machen lassen. Wann und wie er will.
      Natürlich müsst ihr vorher und parallel viel reden, ihr müsst Eure Grenzen kennenlernen, es muss Vertrauen da sein, er muss wissen, was Dich kickt, was Du möchtest, ihr müsst einen Rahmen abstecken und evtl. Safewords festlegen etc. Aber was er mit diesem Wissen macht, liegt dann bei ihm, überspitzt formuliert.

      Um mal meine Erfahrungen mitzuteilen, die natürlich nicht für jeden gut sind, aber bei uns geklappt haben:
      Wir haben ganz zu Anfang gesagt, wir probieren einfach mal ohne rituellen Ernst, sondern mit Spaß und der Erlaubnis auch mal in Lachkrämpfe ausbrechen zu dürfen wenn es affig wird, ein paar Sachen aus, die wir spannend finden. Einfach um nicht nur theoretisch über Sachen, Grenzen und Tabus reden zu müssen, sondern auch um zu wissen, wie sich das konkret anfühlt.
      Dabei hatte jeder von uns ein Veto-Recht wenn etwas gar nicht geht (oder an dem Tag nicht geht), aber grundsätzlich galt, alles wird mindestens einmal ausprobiert und wenn es dann blöd ist einfach ohne großes TamTam gelassen oder angepasst. Dann hatten wir mal eine Basis. Und parallel habe ich ihm viel aufgeschrieben, was ich mag, probieren möchte, mir gefällt. Und so hat er eine Art Tool-Box, aus der er schöpfen kann und der Rest ergibt sich je nach Lust und Laune und Tagesform im Tun.
      Aber das ist keine Schulaufgabe, die man jemandem beibringen kann - das sollte sich meiner Meinung nach in der Erotik, dem Knistern zwischen zwei Leuten individuell entwickeln.

      Lilly13 schrieb:

      Nein, man kann es nicht lernen.
      Man lernt doch immer dazu...

      Klar, wenn jemand jetzt sehr devot ist und sich gerne unterdrücken lässt, dann wirst du ihm nicht "beibringen" können, dich richtig zu beherrschen, aber das ist eine Einstellungssache, kein mangelndes Lernvermögen.

      Wenn er allerdings sagt, dass er Dominanz im Grunde gut findet, dann gibt es da natürlich eine ganze Menge zu lernen.

      Bei mir ist es auch so, dass ich zwar dominant bin, aber mich mit dem ersten Schritt schwer tue. :rolleyes: Nur, weil man in einer vertrauensvollen Partnerschaft dominant ist, heißt das nicht, dass man durch's Leben läuft und sich alles nimmt, was man haben will.

      Ich bin kein Sexualtherapeut, aber hier ein paar Tips:

      Macht ein Zeichen aus, mit dem du ihm signalisieren kannst, dass du gerne Sex haben willst. Wenn ihr kuschelt oder rumknutscht, kannst du ihm so grünes Licht geben. Dann fällt es ihm leichter, den ersten Schritt zu gehen. Es sollte etwas sein, was du sonst nichts machst. Tip ihm zweimal liebevoll auf die Nase oder so. Und dann musst du es natürlich auch durchziehen. Wenn du dann im Verlauf sagst: "Ach, irgendwie heute doch nicht.", machst du es / ihn kaputt. :D

      Baut die Frage "Gefällt dir das?" in euren Sex ein. Die hat einen super Doppelnutzen: auf der einen Seite dominiert sie dich, denn auch wenn du gerade in Gedanken woanders bist, musst du darauf antworten. Tust du das nicht, gibt es einen Klapps. Auf der anderen Seite ist es für den unsicheren Dom ein direktes Feedbak, ob es dir tatsächlich gefällt.
      Wenn er etwas sicherer ist, vereinbart ihr dann, dass die einzige valide Antwort darauf: "Ja, sehr" ist. :whistling:

      Wenn er sehr unsicher ist, solltest du am Anfang trotz aller Unterwerfung nicht Sachen wie "bitte nicht" oder "hör auf" sagen. Du kannst ihn, solange das für ihn noch neu ist, immer bestärken, dass das, was er tut, gut ist. Wenn du "etwas fester" sagst, weiß er, dass dir das gut tut und ihr kommt auch irgendwann bei "fest" an. Führ ihn an die grundlegende Spielart (z. B. "Halt meine Handgelenke fest.") ran und zeig ihm, dass es dir gefällt.
      Wir Männer (ok, Frauen auch) sind wie Hunde. :saint: Wenn er drei mal etwas macht und du ihm sagst, dass dir das gefällt, dann tut er es danach auch, wenn du sagst: "Oh nein, bitte nicht".

      Und heb dir Sachen, wie deine NoGo-Liste und ein Safeword für später auf. Setz ihn nicht unter Druck. ^^ Wünsche dir viel Erfolg.

      PS:

      Lilly13 schrieb:

      Lass ihn ziehen. Schick ihn in die Welt, er soll eigene Erfahrungen machen, ohne dich als Partnerin.
      8|
      Sie hat gesagt, sie will sich nicht trennen. Das finde ich eine gute Einstellung. Dann lieber an der Beziehung arbeiten...
      Vielen Dank für die bisherigen Antworten! Leider würde es etwas den Rahmen sprengen, auf alle Antworten einzeln einzugehen, darum hier meine allgemeine Antwort:


      Es hilft sehr zu lesen, dass es nicht ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, aus jemandem die dominante Seite herauszukitzeln (vorausgesetzt, diese ist auf eine Art auch vorhanden). Es macht mir Mut, und es hilft mir auch zu wissen, dass andere auch schon den langen Weg vor sich hatten, dem Partner das mehr oder weniger beizubringen. Es ist auch gut zu wissen ,dass auch andere Doms Mühe damit haben, den ersten Schritt zu machen. Von meiner Seite aus ist bestimmt noch mehr Geduld gefragt, wenn es darum geht, ihn in seinem Tempo dominieren und machen zu lassen (auch wenn es mich dann nicht erregt). Solange das zielführend ist, und ihm bei seiner Entwicklung hilft, bin ich bereit mich darauf einzulassen.
      Jedenfalls, wenn noch weitere Personen von ihren Erfahrungen berichten mögen, bin ich sehr dankbar dafür :) Leider wüsste ich nicht, mit wem sonst darüber sprechen..

      Nun, bevor jetzt weitere Fragen in der Art kommen wie "Hast du dich gefragt ob es ihm überhaupt gefällt etc." - Ja das hab ich. Nicht nur mich, sondern auch ihn, einige Male, wir reden viel und offen darüber, zumindest ich bin da sehr offen. Wie gesagt, er meint, es würde ihm gefallen, von dem was er bis jetzt gelesen oder in Podcast angehört hat. Es scheint mehr an der Umsetzung (völlig) zu scheitern..
      Ich frage dann natürlich auch nach, ob er sich denn blockiert fühle, ob er Angst vor etwas habe, was ich ändern könnte, damit es ihm leichter fällt, etc. Bis jetzt erhalte ich keine klare Antwort darauf, er wisse es selbst nicht. Jedenfalls haben wir schon einige Male abgemacht, dass ich ihm auf eine gewisse Art signalisiere, dass ich Lust habe, jedoch klappt das auch nicht immer, da ich auch nicht immer Lust habe die ganze Initiative zu übernehmen. Heute z.B. habe ich ihm einen Blowjob angeboten (zudem es dann auch kam), nur verliert es auf die Dauer auch seinen Reiz, weil es dann immer ähnlich abläuft, ausser ich lass mir was einfallen. Aber da ich dann die Kontrolle über alles habe, bleibt es für mich unbefriedigend..
      Es ist wirklich nicht so einfach.
      Nun gut, ich habe ja jetzt schon einige wertvolle Tipps von euch erhalten, ich schau Mal für die nächste Zeit, wie ich das einbauen kann :)

      Danke nochmals.

      Liebe Grüsse
      Xazra
      Ich hatte heute Morge, kurz nachdem Du den Thread erstellt hast, leider keine Zeit zu antworten, möchte aber jetzt gerne noch ein paar Worte dazu sagen.
      Ich schließe mich in meiner Meinung im vollen Umgang @Lilly13 an. Ich bin mittlerweile fast 50 Jahre alt und habe die Erfahrung gemacht, dass wenn es sexuell nicht "stimmt", über kurz oder lang die ganze Beziehung scheitert. Und es ist egal, ob es sich dabei um Vanilla-Sex oder BDSM handelt.
      Diese Meinung resultiert aus einer 10 Jahre dauernden Ehe mit zahlreichen Neuanfängen, Versuchen und viel Hoffen, dass sich noch etwas ändern wird. Ich habe damals darunter gelitten und habe für mich letztlich die Konsequenzen gezogen und habe mich getrennt.
      Was ich allerdings in den Raum stellen möchte, ist dass Du Dir mal Gedanken über eine reine BDSM-Spielbeziehung machen könntest, wenn er Dir soviel Freiraum lässt.
      Liebe Grüße und ich drücke Dir die Daumen, dass ihr eine Lösung findet.
      Kira2206

      xazra schrieb:

      - Kann man "dominant sein" erlernen?
      Nein.

      xazra schrieb:

      - Wenn ja, wie?
      Siehe oben.

      xazra schrieb:

      - Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
      Ja.
      Ich habe in einigen meiner alten Beiträge darüber berichtet; z.B. in diesem Thread hier:
      Aller Anfang ist schwer

      Hat nicht funktioniert.

      Was nicht ausschließt, dass es bei andern doch funktionieren könnte.

      Alles Gute für dich.
      (Gerne auch mehr per PN)
      Wahrscheinlichkeitsfaktor 1 zu 1. Wir haben Normalität erreicht, ich wiederhole, wir haben Normalität erreicht. Alles, womit Sie jetzt noch immer nicht fertig werden, ist folglich Ihr Problem.
      ______________________________________________________________________________________________________________
      Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind.'
      Sorry für meine Direktheit!
      Manches ist und bleibt Wunschdenken!
      Ich denke, es ist nicht möglich eigene Wünsche auf eine andere Person zu projezieren.

      Ich hatte dieses Bedürfnis auch nie, von daher kann ich deine Gedankengänge vielleicht nicht nachvollziehen.

      ich möchte meine Neigung mit jemandem ausleben, der genau so empfindet wie ich. Ich mag niemanden überzeugen.
      Mut ist nur die Abwesenheit von Angst.
      Ehrlich gesagt sehe ich das mit euch auch sehr kritisch. Dominanz kann man nicht lernen. Das ist ein Charakterzug - und so etwas hat man eben in sich oder auch nicht. Man kann aber lernen, sich dominant zu verhalten. Das kennen viele Menschen aus dem Arbeitsleben, wenn man Führung und Verantwortung übernehmen muss, obwohl man das eigentlich gar nicht so will. Trotzdem kann es glaubhaft rüberkommen und funktionieren. Beim Sex ist das ähnlich, allerdings wird es ihn nicht erfüllen, wenn es nur aufgesetzt ist. Du wirst es ebenfalls spüren und auch nicht glücklich damit werden.

      Sein vermeintlichen Interesse kann er sich auch selbst eingeredet haben. Ich meine, wenn man mal für einen Moment ganz egoistisch denkt... wem gefällt es da nicht, bedient und verwöhnt zu werden? Das heißt aber nicht, dass man das ständig haben will, die Initiative dazu ergreifen und wirklich die Führung übernehmen will.

      Ob bei ihm die Neigung nun wirklich vorhanden ist oder nicht, weiß er aber womöglich selber nicht richtig. Da hilft es tatsächlich nur, es auszuprobieren. Aber er muss auch ehrlich zu sich selbst sein und wenn er deine Wünsche nicht erfüllen will oder kann, dann sollte er das auch zugeben.

      Du willst dich erstmal nicht trennen. Das ist OK. Da muss auch jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Aber bitte hoffe nicht zu lange darauf. Wenn es nicht klappt, ist es besser, sich irgendwann zu trennen. Was kannst du also tun?
      Du klingst in deinem Eingangspost auch ziemlich fordernd. Wenn du ihm gegenüber auch so bist, dann setzt du ihn damit unter Druck. Du signalisierst ihm eindeutig, dass er "nicht gut genug" ist. Gleichzeitig scheint er ohnehin ein kleines Defizit mit seinem Selbstbewusstsein zu haben, und dadurch wird das ganz sicher nicht besser.

      Was du jetzt brauchst, ist sehr viel Geduld. Und mit Geduld meine ich nicht, dass du dich zusammenreißt und still wartest, bis sich endlich etwas tut. Nein, Geduld heißt, dass du voll und ganz akzeptierst, dass er in naher Zukunft nicht dominant sein wird. Mache dir das wirkliczh bewusst, verinnerliche das. Stell deine Hoffnungen und Erwartungen eine Zeit lang zurück. Ich weiß, dass das verdammt schwer ist. Aber das nimmt den Druck raus. Dann sollte ER mit anderen BDSMlern das Gespräch suchen. Jeder hat mal klein angefangen und viele dominante Menschen mussten erst einmal einige Hemmungen überwinden. Der Austausch kann ihm dabei schon auch helfen.


      Ich hatte eine ähnliche Hoffnung bei meinem Ex. Wir haben direkt über das Thema gesprochen, als wir uns kennenlernten. Er meinte damals von sich aus, dass ihm das gefallen würde. Zu dem Zeitpunkt hatten wir beide noch keine Erfahung damit. Er erwähnte auch bei entsprechenden Bilder immer mal wieder, dass ihm der Anblick gefällt. Nachdem nach zwei Jahren aber nichts von ihm kam, und ich langsam total verzweifelt war, habe ich ihm unter Tränen deutlich gemacht, wie wichtig mir das ist. Er versprach, sich Mühe zu geben. Es gab dann auch eine Zeit lang einige erste Gehversuche. Teilweise habe auch in die Initiative ergriffen. Die haben mich zwar auch noch absolut nicht erfüllt, haben auch recht aufgesetzt gewirkt... aber ich war froh, dass er es versucht. Mit der Zeit wird das schon, so dachte ich. Leider hat er sich schon total unter Druck gesetzt gefühlt. Von da an gab es immer nur das Versichern, es würde ihm gefallen und das Versprechen, er würde es versuchen. Passiert ist nichts. Bis wir uns dann nach 7 Jahren im Guten getrennt haben.
      Heute leben wir beide unsere BDSM-Neigung aus - mit jeweils einem anderen Partner. Bei einer anderen Frau konnte er dann plötzlich aus seiner Haut. Wir haben es damals einfach durch und durch vergeigt.
      ~*~ Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen! ~*~
      (Oliver Wendell Holmes)

      xazra schrieb:

      dass andere auch schon den langen Weg vor sich hatten, dem Partner das mehr oder weniger beizubringen.
      Also mein Mann würde auch gern mein Dom sein (er selbst meint ja, Switcher zu sein). Wir haben es auch probiert. Und ich habe ihm gesagt, was ich gern möchte, zB brauche ich auch einen bestimmten Ton in der Stimme. Den er nicht hat. Darauf kam von ihm nur ein beleidigtes:" Ich soll noch zu einer Schauspielschule gehen?"
      Da ist mir bewusst geworden, dass er gar nicht versteht, was ich mir wünsche, was ich begehre. Für ihn reicht es, billige Pornosprüche abzulassen, mich als "Dreilochstute" zu betiteln. Das ist seine Auffassung von Domsein.
      Im Endeffekt habe ich es aufgegeben. Er hat einfach nicht das gewisse Etwas, das ich suche.

      Was will ich damit sagen?
      Meinem Mann werde ich nie beibringen können, ein Dom zu sein, dem ich mich unterwerfen kann. Weil er es garnicht lernen will. Und sich auch nicht bemühen will.

      Ich wünsche Euch viel Glück, aber ich persönlich sehe da auch eher schwarz.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Du bezeichnest deinen Partner als
      - dir unterlegen
      - unattraktiv
      - und nicht anziehend (nicht mal, wenn er sich bemüht)

      Ähh warum willst du mit ihm zusammen sein?
      Und warum sollte er mit dir zusammen sein wollen, wenn du so über ihn denkst?!

      Also ich bin zwar nicht dominant, aber jemand der auch nur ansatzweise so von mir denkt, mit dem würde ich nicht das Bett teilen wollen! Da schlaf ich lieber auf dem Sofa und such mir was eigenes.

      Wenn kein Respekt mehr für den Partner da ist, wo soll da Lust herkommen?
      Ohne Respekt geht gar nichts und den bekommt man mMn nicht durch BDSM zurück, den muss man davor schon haben.
      Hier sind doch einige, die sagen, dass sie ihre Neigung erst vor 1 bis ... Jahren entdeckt haben... Vielleicht geht es ihm genauso.

      Interesse von seiner Seite aus scheint ja da zu sein. Da er anscheinend generell noch nicht so viel Erfahrung hat, ist er sicher auch noch dabei sich in diesem Bereich kennenzulernen.

      Ich würde es halten wie K. Baptista. Experimentiert, aber lasst es langsam angehen und redet offen miteinander.

      Man muss nicht immer gleich alles sofort wegwerfen nur weil es mal hängt.

      JamieLyn schrieb:

      Du bezeichnest deinen Partner als
      - dir unterlegen
      - unattraktiv
      - und nicht anziehend (nicht mal, wenn er sich bemüht)

      Ähh warum willst du mit ihm zusammen sein?
      Und warum sollte er mit dir zusammen sein wollen, wenn du so über ihn denkst?!
      Das hat sie so doch gar nicht gesagt?
      Die Rede war von "teils unterlegen" (im Bett), woraus die beiden anderen Punkte resultieren.

      Weshalb sie mit ihm zusammen ist findest du hier:

      xazra schrieb:

      verstehen wir uns sehr gut, und ich bin mit ihm in allen anderen Bereichen überaus glücklich. So glücklich, wie ich es zuvor mit keinem war, ich möchte so etwas Wertvolles nicht einfach auf den Nagel hängen
      Das sollte doch die Basis für eine Beziehung sein.
      Sex? Klar, gehört dazu. Aber da gibt es ja immer noch die Hoffnung, durch mehr Erfahrung und "Übung" ein gewisses Selbstbewusstsein zu entwickeln.
      Und wenn es dann dennoch nicht zum Dom langt, dann besteht auch die (theoretische) Möglichkeit, sich nach gemeinsamer Absprache diese Art der Befriedigung außerhalb der Beziehung zu suchen.

      xazra, gibt die Hoffnung nicht auf! Vielleicht musst auch du erst einmal den domianten Part übernehmen, ihn heranführen bis du den Staffelstab in einiger Zeit an ihn übergeben kannst und du endlich bekommst wonach du dich sehnst ;)
      Irgendwie merkwürdig, mir 10 mal zu überlegen, ob ich meinem Senf dazu gebe.

      Sehr schade, das zum einen beim Zitieren der Threaderöffnerin wichtige Infos weggelassen werden.

      Deshalb nur kurz zur Erinnerung:

      Mit Unattraktivität, fehlenden Unterlegenheit und mangelnde Anziehung beschreibt @xazra die sexuelle Komponente zwischen ihr und ihrem Partner.

      Nicht mehr, nicht weniger.
      Und das sie eben nicht sofort wegläuft, nur weil ihr Partner ihr sexuell keine Befriedigung geben kann, sondern sie versucht, zumindest Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen, das spricht sehr wohl von Respekt. Ihm und der Beziehung gegenüber.

      Alternative würde es doch sonst Augenwischerei und Lügen bedeuten.

      Im übrigen beschreiben diese Attribute zu 100 % auch den sexuellen Aspekt zwischen meinem Mann und mir. Beidseitig!
      Und trotzdem respektieren wir uns. Dafür wie wir sind und sein können. unterschiedlich und doch so verbunden.

      K.

      maxste schrieb:

      Das hat sie so doch gar nicht gesagt?
      Die Rede war von "teils unterlegen" (im Bett), woraus die beiden anderen Punkte resultieren.
      Also ich les das anders und vom Bett les ich hier gar nichts:

      xazra schrieb:

      Es liegt nicht an seinem Aussehen, sondern nur an seiner unsicheren, teils unterlegenen Art mir gegenüber, das ihn so unattraktiv für mich macht.


      Stimmt schon, andere Teile im Text klingen weniger abwertend. Allerdings klingen sie für mich nach einer Freundschaft, nicht nach Beziehung. Ich bleib dabei, würde mein Partner so von mir reden, ich wär weg. Ich finde die Aussagen respektlos und vom andern erwarten, dass er sich den Respekt zurückholt, den man ihm nicht mehr zugesteht, ist eben in meinen Augen Wunschdenken.

      Natürlich kann man sich dafür entscheiden, eine Beziehung zu führen, bei der die sexuelle Basis nicht passt. Ob man damit wirklich so glücklich ist oder ob man es sich doch nur einredet, muss jeder selbst entscheiden. Nur die Hoffnung, dass sich das nochmal ändert sollte man dabei dann eben mMn nicht mehr mit einkalkulieren, die ist trügerisch.

      Wer um Rat fragt bekommt eben Vorschläge. Was ihr Weg ist, wird sie am Ende eh selbst entscheiden.
      @K. Baptista, ich denke, das ist ein durchaus emotionales Thema, Subjektivität spielt hier eine grosse Rolle.

      Ich denke nicht, das ich den ET falsch verstanden habe und das, was du beschreibst, kenne ich auch.

      Und gerade deswegen habe ich mich von meinem LP getrennt. WEIL ich es nicht ertragen konnte, das wir sexuell nicht zueinander finden konnten.

      Das ist meine Meinung, ich respektiere aber auch deine Ansicht bzw. die Ansicht von jedem anderen.
      Mut ist nur die Abwesenheit von Angst.