Regeln, Grenzen, Emotionen oder haltlos in Seattle

      Regeln, Grenzen, Emotionen oder haltlos in Seattle

      :hi:

      Vorweg, ich bin mir nicht ganz sicher ob es einen ähnlichen Thread vielleicht schon gibt und ich einfach unfähig bin die Suchfunktion richtig zu bedienen. Wenn dem so ist tut es mir sehr leid Verwirrung gestiftet zu haben, wenn dem nicht so ist tut es mir leid mit diesem Anfang wahrscheinlich genauso für Verwirrung zu sorgen.

      Ja, man merkt ich bin verwirrt.

      Im Grunde ist meine Frage ganz einfach. Es gibt einige Threads in denen geht es um die sog. "Kampfsub", um Renitenz und sogar Aufmüpfigkeit. Jedes mal habe ich mich bei diesen Themen gefragt, wie kommt es dazu, was löst ein solches Verhalten auf der Seite des devoten Parts aus.

      Ist es vielleicht nur Teil des Spiels oder braucht es vielleicht eine andere Form der Führung oder der Konsequenz auf Seiten der dominanten Person?

      Wenn dem so wäre, wäre das nicht dann schon manipulation von Seiten der/des Subs oder sollte Sub sich dem Führungsstil anpasden, ähnlich wie ein Chamäleon?

      Fühlt Sub sich einfach nur Haltlos und versucht so Halt zu finden?

      Ich hoffe meine Frage ist nicht zu durcheinander und irgendwie verständlich.
      Witzig, das Thema hatte ich gestern mit einer Freundin.

      Aktuell lebe ich das ja mir verschiedenen Partnern aus, aber über einen kann ich in dem Zusammenhang berichten.

      Er ist ein ein sehr lieber Mensch, konsequent und zwar so, dass sogar ich mir ab und an überlege was ich sage ;) , dominant ist er sicher auch ABER ich habe ihn in meinem KOPF als "meinen Sadisten" abgespeichert. Er ist dazu da, dass er mir weh tut, meinen Masochismus befriedigt. Irgendwie kann man fast sagen ich benutze ihn dazu, wobei er natürlich deutlich seine Freude daran hat. Soooo und nun kommt ab und an offenbar in ihm der Gedanke auf, dass ich ihm gehorchen soll.

      Holla die Waldfee, da brennt aber die Hütte :D

      Ich bekomme das in meinem Kopf nicht zusammen und kämpfe wie eine Irre um z.b. nicht knien zu müssen - absoluter worst Case!

      Dieses Verhalten würde ich bei jemand anderem nie an den Tag legen. Es ist absolut Personenabhängig ;)
      "Es ist besser, gelegentlich betrogen zu werden, als niemandem mehr zu vertrauen.“ (Astrid Lindgren)
      Das kommt echt darauf an, wie jedes Paar das für sich auslebt, denke ich. Also wie und wo die ausgesprochenen oder unausgesprochenen Regeln verlaufen - wann und ob man eben dagegen verstößt.

      Ich zum Beispiel bin von der Hedonistenfront, betrachte das alles als Spaß und BDSM findet auch nur in der sexuellen Beziehung statt. (Für einige wäre ich deshalb so gar keine Sub, denke ich mal, aber das ist ein anderes Thema.)
      In diesem erotischen Bereich richtig kämpfen mag ich nicht, deshalb ist Renitenz zeigen gar nicht nötig. Wir haben das bisher immer hinbekommen, rechtzeitig aufzuhören und/oder das Spiel anzupassen, bevor es übel wird. Da ist eine grundsätzliche Absprache, dass er eben "Oben" ist und da ist keine weitere Diskussion nötig oder gewollt.

      Aber es gibt sicher Paare, für die ist das Teil der Beziehung und auch eine Form der Kommunikation- Grenzen aktiv austesten.
      Warum auch nicht - Hauptsache alle sind glücklich dabei.
      ich denke es kommt darauf an was ein jeder eizelne unter Wiederspenstiglkeit, aufmüpgig sein, kämpfen versteht
      was bedeutet überhaupt aufmüpfig zu sein.
      Aufmüpfig hat für mich was von Kind, und in einer Beziehung zwischen Erwachsenen gibt es das nicht

      So aber weswegen lehnt man sich jetzt auf, gegen dass was man vileicht mal vereinbart hat, was man mal für sich als paar entschieden wie man leben will, unabhängig der Intensität

      Mein Verhalten, oder überhaupt ein Verhalten kann man denke ich niemals losgelösst betrachten, es ist immer eine Reaktion auf das verhalten eines anderen, auf Empfindungen die jemand hat

      bewusst gegen vorhandene regeln vertossen wäre in meinen Augen nicht einfach ein Charakterzug weil ich gerne diskutiere oder Grenzen austeste, sondern eher ein, oh da stimmt irgendetwas nicht in der Beziehung, den wenn ich mich wohlfühle dann muss ich das nicht tun

      Und ganz oft machen das Menschen aber sie provozieren selbst mit negativen Verhalten um eine Reaktion zu bekommen, die sie meinen dann positiv besetzen zu können

      Als beispiel, ein Partner sehnt sich nach mehr Aufmerksamkeit, statt zu sagen du, mir fehlt Zuwendung fängt er an irgendetwas zu tun , von dem er weiss, wenn ich dieses oder jenes mache, dann reagiert sein gegenüber weil es ihn stört was weiss ich.

      man beokmmt Aufmerksamkeit, vileicht durch Steit, aber der andere ist da, setzt sich in dem Moment mit seinem Partner auseinander

      Nur leider geht dieses Verhalten oft nach hinten los, denn z.B Streit will man ja eigentlich gar nicht, eigentlich will man die positive Zuwendung

      Ich meine nicht dass man sich deswegen nicht streiten darf, oder zweifel ansprechen ; sehnsüchte ansprechen soll, auch diskutieren, aber besser ist eben in meinen augen ich Botschaften zu senden, statt zu provozieren

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bastet ()

      greta85 schrieb:

      Ist es vielleicht nur Teil des Spiels oder braucht es vielleicht eine andere Form der Führung oder der Konsequenz auf Seiten der dominanten Person?

      Wenn dem so wäre, wäre das nicht dann schon manipulation von Seiten der/des Subs oder sollte Sub sich dem Führungsstil anpasden, ähnlich wie ein Chamäleon?
      ja, in gewisser weise ist es Manipulation, aber eine unterbewusste, und nein Sub sollte sich dem Führungsstil nicht anpassen wenn es sich eben falsch anfühlt, wenn es nicht der Stil ist den Sub braucht um auch ihre eigenen Bedürfnisse befriedigt zu bekommen

      Aber wenn es denn so ist wird Sub durch diese manipulatin nur erreichen das kurzfristig ein mehr an führung erfolgt, aber es wird ein kampf bleiben, der auf dauer nicht gelebt werden kann weil unbefriedigend für beide seiten

      wie gesagt hier helfen nur offene Worte über die eigenen Bedürfnisse, kann Dom diese nicht erfüllen darauf eingehen passt das paar einfach nicht zusammen

      Weder Dom soll sich manipulieren lassen, noch sub sich an jemanden anpassen der nicht geben kann was man selbst braucht
      Ich denke auch, das ist von Person zu Person - und von Situation zu Situation unterschiedlich.

      Ich würde behaupten, dass ich in meiner Beziehung ein ganz sanftes 24/7 lebe. Da ich mein Little nicht völlig von mir trennen kann, ist es immer unterschwellig da und kann durch Kleinigkeiten oder Stimmungen hervorbrechen.
      Ich sehe mich im Großen und Ganzen als erwachsene Frau, aber ich kann durchaus aufmüpfig werden.
      Daher muss ich dem:

      bastet schrieb:

      Aufmüpfig hat für mich was von Kind, und in einer Beziehung zwischen Erwachsenen gibt es das nicht
      für mich eindeutig widersprechen.

      Dieses Aufmüpfig werden kann mehrere Gründe haben:
      entweder ich bin einfach schlecht gelaunt, will damit eigentlich gar nichts bezwecken. (Eine Folge hat es aber manchmal trotzdem...)
      Ich setze das aber durchaus auch mal ein, um meinen Partner aus der Reserve zu locken, ihn zum Spielen auffordere.
      Und genauso kann es mal sein, dass ich einfach eine deutlichere Führung möchte und mit meinem Aufbocken gegen die Grenzen diese einfordere.

      Bei mir trifft also alles zu, je nach meiner Stimmung und der jeweiligen Situation - wenn auch in einem Maße, über das "gestandene Doms, echte Subs und korrekte DSler" sicher lachen würden.
      Aber es ist ja meins, also muss es nur für mich passen. :pardon:
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      @Lilly13 bitte jetzt nicht falsch verstehen für mich ist es einfach nur dieses Wort, welches ich so kindisch empfinde

      ne echte Sub, korrekte Dsler huh, ich bestimmt auch nicht,
      auch ich lebe nach dem Motto, mein leben, mein wohlbefinden, also genau wie bei dir ist es mir auch egal was andere über meine Art zu leben denken, und gebe dir absolut recht für dich muss es passen, und mein leben zu mir

      deswegen wiederspreche ich dir auch nicht, sondern lese einfach interessiert was du unter aufmüpfig sein verstehst und weswegen du es ab und an bist
      Verhalten ist jeden Tag und jede Minute anders. In der falschen Situation löst etwas dass sonst die devote Sub in mir weckt absolut eine "fight or flight" Reaktion aus.
      Fliehen habe ich einmal probiert, war doof. Also kämpfe ich.
      Die Reaktion ist instinktiv und verzweifelt. Das hat aus meiner Sicht nichts mit kampfsub zu tun. Schließlich muss ich gegenüber den meisten Menschen selbstbewusst und nicht devot sein. Somit kann ich es mir gar nicht leisten, dieses Verhalten abzulegen. Damit kommt es eben auch mal in der falschen Situation vor.
      Wenn der dominante Part sich davon angegriffen fühlt ist es ein Problem, das muss er dann regeln. :pump: :rofl: Vielleicht mit dem Hintergedanken dass subs auch Menschen sind.

      K. Baptista schrieb:

      für mich grundlegend: Sub sein bedeutet für mich nicht automatisch devot sein.
      Sub kommt von submissive wortbedeutung.info/submissiv/ Ein Synonym dafür ist unter anderem devot duden.de/rechtschreibung/devot
      Somit ist für mich eine Sub immer devot, alles andere wäre in meinen Augen falsch. Ein Grund, weswegen ich mich selbst lange Zeit allenfalls als Bottom bezeichnet habe.
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Félin () aus folgendem Grund: Link entfernt

      Devotion ist bei mir definitiv abhängig von meinem Gegenüber.

      Gibt es kaum Regeln oder spürbare Konsequenz bin ich nur in maßen devot, warum auch, wenn es nicht von mir erwartet wird ist es nicht sein Wunsch oder? Dem Wunsch nach Submissivität/Unterordnung/Devotion nachzugeben wäre dann auch nicht gerade devot.
      Die Frage für Sub ist doch: was muss jemand in mir auslösen, damit ich ihm/ihr gegenüber devot bin?
      Reicht sein/Ihr Blick? Stimme? Erfahrung? Lebeszeit? Eine Kombination (=Aura) daraus? Muss er(sie) mir körperlich überlegen sein? ...?

      Daraus abgeleitet stellt sich dann die Frage: spüre/weiß ich das direkt und akzeptiere ich es bedingungslos? Mutmaße ich und gebe ihm/ihr die Chance ohne zu "kämpfen"? Oder teste ich es aus?

      Bei fortschreitender (Spiel-) Beziehung kann auch die Frage: wie reagiert Dom, wenn ich mal das Gewohnte durchbreche und nicht direkt mitspiele? Ist er/sie mir überhaupt noch gewachsen? ...?
      Wenn man mich fragt, gibt es für "Sub" zwei grundsätzliche Möglichkeiten, vereinfacht gesagt:

      a) Sub will sich unterwerfen

      Anders gesagt, will Sub jemanden, dem/der sich Sub quasi "freiwillig" hingeben kann, dem/der Sub dienen will.

      b) Sub will unterworfen werden

      Anders gesagt, will Sub jemanden, der Sub auf die Knie zwingt, der beweist, dass er/sie stärker ist (egal ob körperlich oder geistig), der/die aktiv die Unterwerfung quasi "erzwingt". Man könnte so jemanden als "Kampf-Sub" oder "renitent" bezeichnen, aber imho beinhaltet das eine arge Wertung und ist daher nicht ideal.

      In der Praxis, weil das natürlich vereinfacht ist, gibt es auch alles dazwischen, also z.B. Subs, die sich gerne unterwerfen, aber eben auch manchmal brauchen, dass Dom ihnen ihren Platz wieder aktiv zeigt, die also ab und an mal Widerstand leisten, um ihren Platz bestätigt zu bekommen. Oder Subs, die recht "widerspenstig" sind, aber ab und an auch Momente haben, wo sie sich einfach friedlich unterwerfen.

      Ist davon nun irgendwas schlimm? Nope, absolut nicht. Solange das kommuniziert wird und einvernehmlich passiert, ist beides - und alles dazwischen - völlig ok. Schlimm wird es erst, wenn Dom das eine will und Sub das andere. Dann ist man entweder inkompatibel oder muss eben einen Kompromiss finden, mit dem beide leben können.

      Sub ist letzten Endes auch einfach ein Mensch. Dom kann nicht einfach ignorieren, was Sub braucht, sondern muss halt deren Bedürfnisse auch stillen, sonst wird das langfristig keine gesunde Beziehung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kleanthes ()

      Kleanthes schrieb:

      Sub ist letzten Endes auch einfach ein Mensch.


      echt ja :D
      aber ich stimme dir zu, ja wir sind Menschen



      Kleanthes schrieb:

      Dom kann nicht einfach ignorieren, was Sub braucht, sondern muss halt deren Bedürfnisse auch stillen, sonst wird das langfristig keine gesunde Beziehung.
      Und auch hier, das ist eben was ich meine, wenn gekämpft wird weil bedürfnisse auf der Strecke bleiben, und auch reden nichts bringt dann passt man halt einfach nicht zueinander, wenn das kämpfen genau das ist was beide brauchen ist ok
      Sub zu sein ist ja nicht in allen Situationen des Lebens präsent oder sinnvoll .
      Ich habe einen Job und eine Familie -beides fordert eine starke Alltagsdominanz und wenn dann meine Submissivitat gefragt ist gelingt es nicht immer sofort den Schalter umzulegen .
      Dann bin ich schnell herausfordernd und brauche eine Machtdemonstration um meinen Platz wiedereinzunehmen . Das ist manchmal gewollt und manchmal auch eher unbedacht herausgefordert -
      Andererseits gibt es Blicke , Gesten oder bestimmte sprachliche Tricks um mich sofort niederknien zu lassen - zumindest mental und mich ohne Umschweife in den Submodus schicken .
      Kurz es ist Tagesform abhängig - und ich mag es eigentl schon, nicht immer berechenbar zu sein , aber die Spur ,der ich folge ,auch mal ein paar Holpersteine einzubauen .
      Wie es funktioniert hängt ja wesentlich vom gegenüber ab - passe ich nicht in seine Erwartungen , wurde er sich sicher nicht langfristig mit mir auseinandersetzen .
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont
      Also, ich fordere meinen Dom schon mal ganz gerne heraus. :D Es ist dann schon notwendig, das ich unmissverständlich auf meinen Platz verwiesen werde. :yes: ^^ Es gibt aber auch Tage, da bin sehr leicht zu führen, bin gehorsam, einfach lieb.. :engel:
      Es ist eben nicht ein Tag wie der andere. Wir finden solche Spielchen :D auch reizvoll, und es belebt unsere Beziehung.
      Es gibt eben nicht d i e mustergültige Dom/Sub Beziehung, jede Beziehung ist einzigartig.
      Erlaubt ist, was beiden gut tut und gefällt. :D
      Life's what you make it