Prostitutionsgesetz: Diskussion über den Sinn und die Auswirkungen auf die Szene

      Was macht das denn für einen Club für einen Unterschied?
      Kostet das mehr und alle Veranstaltungen werden teurer oder warum sollte mich das als Nicht-Versteigerungsparty-Gast interessieren?


      Vielleicht wird dann in Sklavendollar versteigert, die nur gegen Getränke (und Eintritt) im Club einlösbar sind?
      Oder es wird eben nur noch Spanking versteigert und den Sex gibts dann entweder gratis dazu oder eben nicht. Vielleicht entwickeln sich auf Dauer auch irgendwelche Codes..?
      Irgendwas werden sie sich schon einfallen lassen.

      Wenn es jedoch als Prostitution läuft, nehm ich aber stark an, dass sie sich die Ausweise vorher zeigen lassen (müssen) und dass man dann das System nicht so einfach umgehen kann.
      Prositution ist im Grunde ein Job wie jeder andere. Zumindet in der Theorie. Dass es in der Praxis aus so ist, darauf wird gerade hingearbeitet - eben auch durch die neuen Gesetze.

      Projeziert das mal auf andere Berufe... Auch ein Hobbykünstler (ohne Anführungszeichen) macht sich strafbar, wenn er seine Werke verkauft, aber kein Gewerbe angemeldet hat. Wenn man mit irgendeiner Tätigkeit Geld verdient, ist das eine gewerbliche Dienstleistung. So einfach ist das. Wieso sollte das bei Prostitution anders sein?

      Im Moment fühlt es sich für mich auch komisch an, wenn man sich für ein bisschen Hobbyhurerei vorher anmelden muss. Auch wenn ich nie Geld für Sex verlangt habe und es vermutlich auch nie werde. Den Reiz kann ich aber verstehen.

      Aber das komische Gefühl liegt auch daran, dass es neu und ungewohnt ist. Es ist schließlich auch nicht soo lange her, dass Protitution nicht mehr als sittenwidrig angesehen wird. Es wird ein paar Jahre brauchen, bis sich auch die Gesellschaft dran gewöhnt hat. Bis auch Prosition wirklich ein Job "wie jeder andere" ist.


      JamieLyn schrieb:

      Vielleicht wird dann in Sklavendollar versteigert, die nur gegen Getränke (und Eintritt) im Club einlösbar sind?
      Bei Versteigerungen wurde doch ohnehin schon oft in Spielgeld gezahlt. Und mit dem Spielgeld kann man nur Sklaven ersteigern (und ggf. "Huren" auf dem "Straßenstrich" kaufen oder Ähnliches), aber keine Gtränke oder Eintritt damit bezahlen! Bei dem Spielgeld hatte man in der Regeln also sowieso schon keine echten finanzielle Vorteile. Ich vermute mal, diese strinkte Trennung zwischen Spiel- und Echt-Geld jetzt einfach noch wichtiger ist als vorher. Vielleicht steigen jetzt ein paar Veranstalter einfach auf Spielgeld um.
      ~*~ Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen! ~*~
      (Oliver Wendell Holmes)
      Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich diese Diskussion nach über zwei Jahren wiederbelebe, denn es gibt einen guten Grund dazu. Bin gerade richtig gerührt, dass Daria (meine erste Domina, die mir bis heute viel bedeutet) einen Gastbeitrag von mir freigeschaltet hat, über den sie sich sehr gefreut hat:

      miss-daria.de/kommentar-eines-lieben-gastes-zum-prostschg/

      Inwieweit das Prostituiertenschutzgesetz und weitere Gesetzesverschärfungen, die immer wieder diskutiert werden, auch Dienstleistungen aus dem BDSM-Bereich einschränken und erschweren, kann ich nicht beurteilen. Für Daria und ihre Kolleginnen ist es aber ein großes Thema.

      Meine Befürchtung ist, dass eines Tages auch bei uns eine Gesetzgebung nach schwedischem Vorbild eingeführt wird, bei der es im Extremfall auch keine Dominas und kommerziellen BDSM-Studios mehr geben dürfte. Diese Sorge habe ich in meinem Kommentar zum Ausdruck gebracht und erklärt, warum ich gerade die Angebote an der Schnittstelle zwischen BDSM und Therapie, wie Daria sie anbietet, für unverzichtbar halte.
      Wunderbar geschrieben! Vielleicht solltest du diesen Text oder Auszüge davon / umformuliert tatsächlich veröffentlichen, in einer Petition oder einer Zeitung?
      Ich kann mir vorstellen, dass Menschen ohne BDSM-Bezug das alles gar nicht auf dem Schirm haben. Du könntest da vielleicht wirklich etwas mit bewirken...
      Danke für´s Zeigen deines Kommentars und auch ein Dank an Daria, dass sie dich so gut betreut und den Text veröffentlicht hat! :blumen:
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Aus Verständnisgründen möchte ich noch einmal explizit nachfragen, weil ich in den juristischen Fragen noch nicht so tief drinstecke:

      - Gelten kommerzielle BDSM-Dienstleistungen tatsächlich als "Prostitution" im Sinne des Gesetzes, sobald dabei Geld fließt?

      - Wenn ich zur Domina oder Bizarrlady gehe, bin ich dann im juristischen Sinn ihr "Freier"?

      - Was ist, wenn ich mich mir einer Domina (im Studio) ausschließlich zum Reden treffe und sie als eine Art BDSM-Coach oder-Beraterin auftritt: Ist das im rechtlichen Sinne auch schon Prostitution, oder muss es dafür zu sexuellen Handlungen kommen?

      - Muss man damit rechnen, dass auch Dominastudios jederzeit von Polizei oder Ordnungsamt kontrolliert werden können ? Und dass dabei - auch ohne konkreten Anlass - die Personalien sowohl der Dominas als auch der Kunden kontrolliert werden können?