Schaut ihr BDSM Pornos?

      Mich sprechen professionelle Pornos nicht an, zumindest habe ich noch keinen gesehen, der mir wirklich gefallen hätte.

      Ich mag gut gemachte „selbstgedrehten“ Videos. Ein gewisser ästhetischer Anspruch sollte aber da sein... wenn im Hintergrund z.B. ein völlig unaufgeräumtes Zimmer zu sehen ist oder die Protagonisten alte, verwaschene Unterwäsche tragen, ist das ein absoluter Abturner.
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -
      Selten bis nie.

      Denn das was mich beim BDSM erregt, findet zum großen Teil in meinem Kopf statt. Die bloße Handlung an sich ohne mein entsprechendes (D/s-)Mindsetting macht mich eigentlich nicht an. Selbst Dinge, auf die ich eigentlich stehe, bringen mir filmisch dargeboten nicht so richtig was.

      Es gibt daher nur einige wenige BDSM-Pornos, die ich mochte. Viele davon, oder sogar die meisten davon, sind interessanterweise aus dem Gay-Bereich (Mann/Mann).
      you never know it all
      Ich habe gestern einen interessanten BDSM Porno geschaut. Chinese und Chinesin. Beide Mundschutz. Ich hab kein Wort verstanden, aber sofort gemerkt, die spielen Schnick Schnack Schnuck. Zuerst haben sie das gespielt, weil es darum ging, wer wen jetzt mit Polyster Klettverschuss Fesseln die Hände auf Rücken fesselt. Er hatte verloren und Sie hat ihm dann die Hände gefesselt und sich auf sehr nette aber auch manchmal nicht so nette Weise um seinen Penis gekümmert. Dann haben sie wieder gespielt, was Sie noch alles bei ihm wohl anstellen darf. Der arme Mann hatte wieder verloren. Danach hatte er aber endlich mal Glück und durfte die Fesseln los werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, vom Gezeigten, hat Sie ihm gesagt, wenn er jetzt wieder verliert, kommen die wieder dran. Gewinnt er allerdings, darf er Sie fesseln. Er gewann und hat ihr die Hände auf den Rücken gefesselt, und wollte dann bei ihr schöne aber auch nicht schöne Dinge tun. Nur die Chinesin hatte andere Pläne und hat trotz ihrer Fesseln ihn ganz schön geärgert. Das war mal wirklich nix übertriebenes und angenehm zu sehen.
      Ich habe früher eine Menge BDSM-Pornos geschaut. Mit der Zeit hat das immer mehr abgenommen. Mich stört vor allem...

      ...wie selten es wirkliche Dialoge gibt
      ...wie selten es wenigstens den Ansatz einer Charakterisierung gibt (ich verlange ja nicht Oscar-reifes :D )
      ...wie wenig wirkliche Geschichten erzählt werden
      ...wie oft die "Handlung" unlogisch und platt ist
      ...wie oft mitten in ein Geschehen gesprungen wird
      ...wie selten Macht auf der psychischen Ebene eine Rolle spielt

      Besonders aufgefallen ist mir das bei einem Porno "Prison" von Marc Dorcel, welchen ich mal vom Grabbeltisch für ein paar Euro irgendwo mitgenommen habe. Fantasie ist schnell erklärt: Prison Play. Ein paar junge - natürlich total attraktive ;) - Männer und frauen lassen sich übers Wochenende in einen Hochsicherheitstrakt einsperren und sind den Wärterinnen und Wärtern ausgeliefert.

      Und was soll ich sagen? Die ersten vier Minuten des Films sind wirklich gut. Einlieferung, Kleidungswechsel, Ansprache, Off-Erzählerin hat Angst, was nun passieren mag. Nun könnte man schön subtil auf der psychischen Ebene ein Setting aufbauen, in dem beispielsweise Regelverstöße kaum zu vermeiden sind, Strafen folgen, sich ein, zwei Allianzen bilden, eine Balance der eigenen Grenzen für die Insassinnen und Insassen schwer wird, die Wärterinnen und Wärter wenigstens - auch verbal - ein bisschen kreativ sind usw. Ist also eine ideale Vorlage.

      Doch die restlichen 84 Minuten bestehen aus: Sexszenen. Es passiert eigentlich nichts Anderes, als das der Wärter/die Wärterin die Zelle aufschließt und der Insasse/die Insassin sich willig zeigt - und los geht`s. Macht spielt quasi keine Rolle, das Ganze könnte überall stattfinden. Es gibt auch keine Fallhöhe, die am Anfang angedeutet wird. Es muss ja niemand zu irgendwas angewiesen werden. Alle wollen ja immer und ständig und sind natürlich nie erschöpft. Eine explizite Sexszene ist sogar 23 Minuten oder so lang (jedenfalls deutlich über 15 Minuten, ich habe irgendwann nebenbei gelesen). Was nicht unclever ist, weil das sicher das Budget für den Film enorm verkleinert hat.

      Von diesen Pornos, im Netz dann natürlich in kürzerer Form, gibt es viele. Das Setting ist purer Etikettenschwindel, wird nicht in eine Handlung eingebettet, bleibt somit eine nur zum Schein bestehende unerfüllte Ankündigung.

      Kürzlich habe ich von feministischen Pornos gelesen, die wesentlich besser sein sollen. Habe auch im Netz mal ein wenig geschaut, aber bislang nichts wirklich Brauchbares gefunden.
      ....gelegentlich...und manche Szenarien sind erst dann an-erregend, wenn ich selbst weiss, wie es sich in dieser oder jenen Position, Ort, Situation anfühlt...

      Allerdings verselbständigt sich häufig dann mein Kopfkino und schwelgt in Erinnerungen und selbst erlebten.

      ...

      Als junge Frau gab es mal die Herausforderung sich selbst in der Lust und im Schmerz in bewegten Bildern wahrzunehmen...Es wurde gefilmt.
      Das war für mich eine ganz andere Hausnr.
      Und ja natürlich war ich auch ein wenig erschrocken über das, was alles möglich war und was ich bewusst wahr genommen habe.
      Eine Perspektive, die Frau nicht alle Tage hat.
      Da kann keine produzierte , komerzialisierte Aufnahme mithalten.