Beziehungsprobleme oder Machtmissbrauch? (Anonyme Frage)

      Beziehungsprobleme oder Machtmissbrauch? (Anonyme Frage)

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich habe mich dazu entschlossen, mich an euch zu wenden. Wo fange ich an?
      Vielleicht bei den Fakten, die ich hier nur in groben Zügen darstellen möchte, da ich unerkannt bleiben möchte.

      Ich bin seit etwas über einem Jahr in einer Beziehung. Das gemeinsame Interesse an BDSM und dem Entdeckenwollen dessen, war gegeben und so fing die Romanze an.
      Klar - eine neue Liebe, das ist Aufregung pur. BDSM entdecken - wahnsinnig aufregend.
      Ich klärte meinen Partner darüber auf, was BDSM für mich bedeutet.
      Absprache war: Tabus achten, Grenzen erst einmal respektieren und -irgendwann - evtl. erweitern. Es sollte sich erst einmal und auf unbestimmte Zeit exklusiv auf das Sexuelle beschränken.
      Habe ich da Ausnahmen gemacht? Ich glaube eigentlich nicht. Klar, verwöhn ich meinen Partner gern auch mal mit anderen schönen Dingen, aber das sah ich in keinem DS-Kontext.
      So weit, so schön. Und das war es wirklich.

      Wie es in Beziehungen so ist... und wie es viele kennen. Der Alltag schleicht sich ein, das Leben lässt einen auch nicht in Ruh... Es passiert immer etwas, das die Beziehung belastet.
      Es ist nun aber so, dass ich rückblickend sagen kann, dass die Anspruchshaltung meines Partners immer höher wurde. Zeit, Pflichten (nicht mal im gemeinsamen Haushalt), Freizeitgestaltung, Menschen, die man gemeinsam sieht.
      Beuge ich mich dem nicht, redet er mit Engelszungen auf mich ein, um zu bekommen, was er will oder findet (nachvollziehbare?) Erklärungen. Seit einigen Wochen verhält er sich zunehmend manipulativer.
      In Streitsituationen habe ich auch schon zu hören bekommen, dass er mir am liebsten eine knallen würde, aber ich ja sogar darauf stünde.
      Ich habe ihm dann gesagt, dass Gewalt und BDSM nichts (!) gemeinsames haben. BDSM ist Einvernehmen, Gewalt bleibt Gewalt. Ich bin sehr klar mit dem was ich wie sage. Das BDSM keine Gewalt ist und Gewalt kein BDSM habe ich nicht nur in dem Augenblick klar gestellt, sondern gleich zu Anfang klar gesagt, denn mein Wissensstand war weit größer als seiner.
      Er meinte mal in den Anfängen, ich bräuchte einen starken Partner, der mir auch mal die Stirn bietet...
      Wir streiten sehr viel, da ich immer mehr das Gefühl habe eingeschränkt zu werden. Die Schuld und Verantwortung wird immer mir zugeschrieben.
      Gleichzeitig lässt er mich aber auch fliegen, indem er mich auf Händen trägt, mich wie seine Königin behandelt und mich in der Öffentlichkeit wirklich gut darstellt. Wenn er nicht sogar ein bisschen angibt.
      Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Trennung ist inzwischen ein in Erwägung gezogener Weg.
      Ich möchte einfach hier darüber schreiben, da ich mit Freunden nicht über meine Neigung sprechen mag bisher.
      Ich habe Angst an jemanden geraten zu sein, der BDSM zwar mag und seinen Nutzen darin sieht... Ich liebe ihn wirklich sehr und es ist einfach nur noch chaotisch.
      Benutzt er BDSM... und die ihm zugestandene Macht... missbräuchlich?
      Eigentlich will man doch immer das beste für seinen Partner? Egal, in welcher Konstellation?
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      BDSM dient dazu, zwei oder mehr Menschen durch das Ausleben ihrer Neigung glücklich(er) zu machen. Dafür müssen beide aber eine gewisse Kompatibilität aufweisen, haben sie diese nicht sollten sie die Finger von gemeinsamen BDSM lassen. Dass BDSM auch immer wieder missbraucht wird ist zudem eine unschöne Wahrheit, spätestens wenn man dafür Anzeichen sieht sollte man sich aus dem Staub machen, ist es einfach nur die Nichtbedienung der eigenen Neigung hilft oftmals Kommunikation. Neben dem Faktor BDSM gibt es aber eben bei fast allen BDSMlern noch die normalen Beziehungsaspekte, die nicht per se/dauerhaft durch und mit BDSM zu lösen sind. An einer Beziehung müssen immer alle Beteiligten mitarbeiten und nur wer in der Lage ist gewisse Kompromisse einzugehen wird dauerhaft damit Erfolg haben können.

      Anonym schrieb:

      Eigentlich will man doch immer das beste für seinen Partner? Egal, in welcher Konstellation?
      Naja wenn dem wirklich so wäre gebe es nicht so viele Beziehungsprobleme, so gut wie kein Mensch ist frei von Egoismus und an die vollkommen selbstlose Liebe zwischen erwachsenen Menschen glaube ich eh nicht. Unterschiedlich stark ausgeprägt ist dieser Egoismus hingegen schon.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      so wie Du das Verhalten Deines Partners schilderst ist er für mich ganz klar ein Egomane. Zum Begriff Egomane kannst Du sehr viele Infos googeln. Besonders bezeichnend für diesen Typus sind manipulatives Verhalten bis hin zu Einschüchterung, emotionale Erpressung.
      Auch seine Gewaltandrohung passt für mich in dieses Bild.
      Ich selbst habe zweimal einen solchen Mann kennengelernt. Anfangs ist man durch ihr charmantes, selbstsicheres und fürgsorgliches Verhalten geblendet.
      Wie Du Dich entscheiden solltest will ich nicht sagen. Ich für mich würde die Beine in die Hand nehmen.
      Ich wünsch Dir viel Kraft und und klare Gedanken.
      Da die Rahmenbedingungen (auf Grund der anonymen Anfrage natürlich absolut verständlich) sehr vage formuliert sind, scheint mir auch nur eine “abstrakte“ Antwort möglich.

      Ich glaube nicht, dass BDSM als Solches missbräuchlich benutzt werden kann, weil es dann eben kein solches mehr ist. Sehr wohl aber können vorgeblich unter BDSM-Aspekten vorgenommene Handlungen oder gesetzte Verhaltensweisen Deckmantel für gänzlich andere, aus meiner Sicht auch sehr negative Entwicklungen in einer Beziehung sein.

      Ein sehr schönes Beispiel dafür ist die in der Frage thematisierte Manipulation. Die kann ein sehr intensives BDSM-Element sein. Ich setze sie auch gelegentlich bewusst und sicher auch unbewusst ein. Die Frage ist hier: mit welcher Intention. Wenn ich “manipuliere“, dann, weil ichich in diesem Augenblick glaube, dass es der einfachste Weg in der gegebenen Situation ist, Sub dahin zu bringen, wo SIE hin will oder dahin, wo ich glaube, dass es für SIE günstig ist, sie hin zu bringen. Ich versuche, bewusst dort auf Manipulation zu verzichten, wo es um MEINE Wünsche geht. Was ich von ihr will, will ich geschenkt und nicht “erschwindelt“.

      “Gewalt“ schlägt da in die gleiche Kerbe. Kann ja praktisch auch als physisch erzwungene Manipulation gedeutet werden ...

      Die Fragestellerin erwähnt zwischen den Zeilen, dass sie mehr Erfahrung bzw. Kenntnisse hat als ihr Partner.

      In diesem Zusammenhang scheint es mir durchaus möglich, dass der Partner für sich selbstselbst kein “Konzept“ von BDSM im Kopf hat, sondern er es als ein Flickwerk von angelernten Praktiken und Verhaltensweisen betrachtet. Das würde sein Verhalten vielleicht erklären. Und in diesem Zusammenhang wäre sicher eine Rettung der Situation durch intensive Gespräche möglich. Eben nochmal in ErErinnerung rufen, dass es unabdingbare Grundelemente gibt wie Freiwilligkeit und Beachtung der Interessen des jeweils anderen ...
      Wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Stärkere. Laotse
      Ok, wenn ich das richtig verstanden habe, liebe Anonyme, möchtest Du die BDSM (oder korrekt DS) Dynamik Eurer Beziehung ausschließlich im sexuellen Kontext haben.
      Er verschiebt aber das Machtgefälle einseitig in den Alltag und andere Beziehungsaspekte. Dazu arbeitet er mit Gewaltandrohung und Manipulation. Korrekt soweit?

      Ihr streitet viel, redet auch über diese Probleme, Du machst verbal Deinen Standpunkt klar, aber hast den Eindruck, die Schuld an Allem läge immer bei Dir. Auch richtig verstanden?

      Außerdem machst Du Dir große Sorgen, hast sogar Angst. Stimmt auch das so?

      Tja, dann kann ich dazu eigentlich nur sagen, dass Ihr wirklich Probleme habt, und Du Dich fragen solltest, ob das "Fliegen lassen" und die Tatsache, dass er in der Öffentlichkeit gut mit Dir umgeht, das wett machen. Und ob Du so eine Beziehung führen möchtest, oder eben nicht.

      Und ob Du noch Versuche machen willst, an Eurer Beziehung zu arbeiten, weißt nur Du allein, aber ich wünsche Dir alles Gute. Wäre eine Paartherapie eine Option für Euch?
      Ich schließe mich sehr @Chardonnay s Beitrag an.

      Und wenn es für mich persönlich eine solche Situation gäbe, eben da, wo ich es als manipulativ im negativen Sinne empfinden würde, dann würde ich da eben genau deshalb von Hause aus in mir drin merken, dass ich nicht mehr über BDSM rede, sondern ganz klar ein zwischenmenschliches Problem habe, dessen Bestandteil eben auch sein kann, dass die Absprachen dessen, wie Ihr Euer BDSM leben wollt, nicht klar genug sind.
      KANN also ein reines Missverständnis sein.
      In dem Moment, wo man anfänge BDSM FÜR etwas zu benutzen, ist es das eben in meinen Augen schon nicht mehr. Tut das einer, sagt es was über ihn als Menschen aus.


      Gentledom schrieb:

      In Streitsituationen habe ich auch schon zu hören bekommen, dass er mir am liebsten eine knallen würde, aber ich ja sogar darauf stünde.
      DAS zB macht mich hellhörig.

      Klar kann in einem Streit, in dem wir uns selbst angegriffen fühlen und eben auch leichtfertig Dinge mal so herausschmettern, sowas absolut sarkastisch oder ironisch gemeint sein.
      WIE das in der Situation genau war, kannst nur Du entscheiden.
      Und auch nur Du wirst beurteilen können ob er "das ich würde Dir am liebsten eine knallen" denn tatsächlich im Fall der Fälle auch getan hätte. Würdest Du ihm das zutrauen oder würdest Du selbst sagen, dass es in der Situation eher ein "ironischer" und verzweifelter Spruch war?
      DAS zB würde ich in meine Überlegungen mit einbeziehen.
      Denn glaube mal, käme Dom bei mir auf die Idee, mir eine knallen zu wollen für was auch immer, in einer Weise, die bei uns zuvor NICHT im Rahmen unserer Beziehung als für uns beide lebbar abgesprochen ist, dann würde ich ihn fragen, ob er nicht ganz klar ist.

      WIE immer ihr das beide lebt, inweiweit Euer Konzept in den Alltag geht, das solltet ihr gemeinsam klar definiert haben, muss halt gelegentlich auch neu besprochen/ verhandelt werden.
      Wenn es aber Dein Problem zB eben auch ist, dass Du das selbst nicht mehr auseinanderhalten kannst, also was ER wann WARUM tut oder in welchem Kontext, dann wäre DAS mein erster Gesprächsansatz nach dem Motto: "Du, können wir nochmal reden, das nochmal nen bißchen genauer abgleichen, wer wie was will".
      Entsprechend diesem Gespräch würde ich dann weiter sehen.


      Gentledom schrieb:

      Eigentlich will man doch immer das beste für seinen Partner? Egal, in welcher Konstellation?
      Und ja sicher!
      Aber so ist es eben tatsächlich nicht immer und mancher sieht das ganz anders.

      Aufgabe ist es halt scheinbar herauszufinden, ob er das grundsätzlich anders sieht und primär an sich selbst denkt oder ob er einem Stolperstein unterliegt, dem jeder mal mehr und mal minder verfällt, weil wir eben alle doch auch nur Menschen sind und durchaus mal die eigenen Befindlichkeiten (zu) sehr in den Vordergrund stellen oder manchmal halt nicht anders KÖNNEN, weil xy eben nunmal nicht unsere Stärke ist. Dann ist fraglich, kannst Du ihm dabei ggf hlefen oder nicht...

      Also das wären so alles die Fragen, die ICH mir zunächst stellen würde, angehen würde und dann weitersehen würde.


      Alles Liebe für Dich.
      ...zwischen Schwarz und Weiß liegen 254 Graustufen - und wenn nicht, noch mehr :saint:
      sorry ich sags klar aus meiner Position aus, aus meinen Erfahrungen: mir rollen sich bei dem satz mit dem "eine knallen" die fußnägel auf.
      Für mich klingt es manipulativ und gefährlich. Du solltest ganz klar auf dein tiefstes bauchgefühl hören und nicht beachten, dass er dich AUCH fliegen lassen kann.
      Niemand auf der welt ist nur schlecht deshalb sind trennungen oft so ein schwerer weg.
      Du sagst, du hast schon eine trennung erwogen. Das wird gründe haben.
      Achte auf dich. Pass gut auf dich auf.

      Lass dich nicht von worten einschmeicheln wie er dich darstellt! Wie er dich behandelt ist das wahre. Das wirkliche. Das ehrliche.

      Er hat dich nicht geschlagen davon gehe ich aus. Höre auf dein Gefühl: könnte es wirklichkeit werden?

      Ich mach mir da sorgen um dich. Das solltest du auch tun.
      ..... bis einer heult ^^

      Gentledom schrieb:

      Wir streiten sehr viel, da ich immer mehr das Gefühl habe eingeschränkt zu werden. Die Schuld und Verantwortung wird immer mir zugeschrieben.
      Gleichzeitig lässt er mich aber auch fliegen, indem er mich auf Händen trägt, mich wie seine Königin behandelt und mich in der Öffentlichkeit wirklich gut darstellt. Wenn er nicht sogar ein bisschen angibt.
      Ok. Da stellt sich mir die Frage: Wie zeigt sich das, dass er Dich auf Händen trägt, Dich wie seine Königin behandelt?

      Denn gleichzeitig schreibst Du:

      Gentledom schrieb:

      Es ist nun aber so, dass ich rückblickend sagen kann, dass die Anspruchshaltung meines Partners immer höher wurde. Zeit, Pflichten (nicht mal im gemeinsamen Haushalt), Freizeitgestaltung, Menschen, die man gemeinsam sieht.
      So ganz verstehe ich den Satz zwar nicht, ich interpretiere ihn jedoch (auch im Zusammenhang mit dem ersten Satz des ersten Zitats) so, dass er sich immer mehr herausnimmt, während der "Alltag" an Dir hängenbleibt?
      Stimmt das? Oder meinst Du es ganz anders?

      Sollte es so sein: Wie verträgt sich das erste Zitat mit dem zweiten?

      Mir drängt sich leider sehr auf, dass Eure Ansichten über die Art und Weise einer Beziehung und der Ausübung von BDSM doch sehr voneinander abweichen.
      Du bist wütend, fühlst Dich hilflos und er reagiert darauf nicht. Oder reflektiert seine Rolle dabei nicht (denn Du hast ja immer Schuld).
      Unter den Bedingungen sehe ich leider auf Dauer keine Zukunft für Euch.

      Das mit "würde Dir gern eine knallen, aber darauf würdest Du ja stehen" finde ich (sollte es nicht scherzhaft gemeint sein, sondern todernst) respektlos und ganz gefährlich. Außerdem hört es sich nicht so an, als könnte er wirklich mit BDSM etwas anfangen, :pardon: .

      Ich finde es jedoch schwer, wirklich etwas detailliert zu sagen, weil ich manches in Deinen Ausführungen nicht so ganz verstehe.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Da alles sehr anonym und vieles wage beschrieben würde, würde ich dir anbieten, dass du mich und ein paar andere Subs (oder auch Doms) deines Vertrauens, oder aus völlig entfernten Ecken Deutschlandes vielleicht in eine PN-Gruppe nimmst und wir das mit mehr Infos geschlossen diskutieren.

      Ich wünsch dir auf jeden Fall alles Gute und kluge Entscheidungen. Und ein noch besseres Bauchgefühl

      Gentledom schrieb:

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich habe mich dazu entschlossen, mich an euch zu wenden. Wo fange ich an?
      Vielleicht bei den Fakten, die ich hier nur in groben Zügen darstellen möchte, da ich unerkannt bleiben möchte.

      Ich bin seit etwas über einem Jahr in einer Beziehung. Das gemeinsame Interesse an BDSM und dem Entdeckenwollen dessen, war gegeben und so fing die Romanze an.
      Klar - eine neue Liebe, das ist Aufregung pur. BDSM entdecken - wahnsinnig aufregend.
      Ich klärte meinen Partner darüber auf, was BDSM für mich bedeutet.
      Absprache war: Tabus achten, Grenzen erst einmal respektieren und -irgendwann - evtl. erweitern. Es sollte sich erst einmal und auf unbestimmte Zeit exklusiv auf das Sexuelle beschränken.
      Bis hierhin klingt das doch alles gut. Ihr beide wollt BDSM entdecken und habt auch darüber gesprochen das es Tabus und Grenzen gibt und ihr das Ganze erstmal nur im sexuellen Bereich ausleben wollt.


      Gentledom schrieb:



      Habe ich da Ausnahmen gemacht? Ich glaube eigentlich nicht. Klar, verwöhn ich meinen Partner gern auch mal mit anderen schönen Dingen, aber das sah ich in keinem DS-Kontext.
      Okay. Du hast es in keinem DS-Kontext gesehen, aber gilt das auch für deinen Partner? Es klingt ein bisschen so als hättest du da Grenzen zwischen dem Liebesbeziehungsbereich und dem BDSM-Bereich aufgeweicht. Das ist an sich nichts Schlimmes. Beziehungen entwickeln sich weiter. Die Frage ist eher ob ihr auf dem gleichen Stand seid? Für dich ist es kein DS für ihn aber vielleicht schon? Das kann zum Problem werden.


      Gentledom schrieb:



      So weit, so schön. Und das war es wirklich.

      Wie es in Beziehungen so ist... und wie es viele kennen. Der Alltag schleicht sich ein, das Leben lässt einen auch nicht in Ruh... Es passiert immer etwas, das die Beziehung belastet.
      Ja, das kenne ich. Und es hat nicht nur die Beziehung belastet, sondern auch mich und umso mehr es mich belastet hat umso mehr hat es die Beziehung belastet. Ein netter kleiner Teufelskreis.

      Gentledom schrieb:



      Es ist nun aber so, dass ich rückblickend sagen kann, dass die Anspruchshaltung meines Partners immer höher wurde. Zeit, Pflichten (nicht mal im gemeinsamen Haushalt), Freizeitgestaltung, Menschen, die man gemeinsam sieht.
      Ist das schlimm? Ich weiß ja nicht was ihr besprochen habt. Es scheint dir damit im Moment nicht damit gut zu gehen? Ich frage mich nur Wieso? Ist seine Anspruchshaltung generell zu viel und du willst das gar nicht oder ist der Moment einfach Schlecht? War das vielleicht so abgesprochen? Oder hast du Angst das es zuviel wird?


      Gentledom schrieb:



      Beuge ich mich dem nicht, redet er mit Engelszungen auf mich ein, um zu bekommen, was er will oder findet (nachvollziehbare?) Erklärungen. Seit einigen Wochen verhält er sich zunehmend manipulativer.
      Manipulativ zu sein muss erstmal nichts schlechtes sein. Es wird erst ungesund wenn dein oder das gemeinsame Wohl nicht mehr im Mittelpunkt steht.



      Gentledom schrieb:



      In Streitsituationen habe ich auch schon zu hören bekommen, dass er mir am liebsten eine knallen würde, aber ich ja sogar darauf stünde.
      Ich habe ihm dann gesagt, dass Gewalt und BDSM nichts (!) gemeinsames haben. BDSM ist Einvernehmen, Gewalt bleibt Gewalt. Ich bin sehr klar mit dem was ich wie sage. Das BDSM keine Gewalt ist und Gewalt kein BDSM habe ich nicht nur in dem Augenblick klar gestellt, sondern gleich zu Anfang klar gesagt, denn mein Wissensstand war weit größer als seiner.
      Du hast Recht damit das BDSM und Gewalt zwei völlig verschiedene Dinge sind und nichts miteinander zu tun haben.
      Und solange es im Streit gesagt wurde und nicht gemacht. Kann es verletzend sein, aber mal ehrlich wer hat nicht schon jemand verflucht und am liebsten an die Wand geklatscht im Streit.
      Etwas anderes ist es natürlich wenn er das nicht nur im Streit so sieht.
      Außerdem hoffe ich doch das er seinen Wissenstand in dem Bereich vergrößert hat?

      Gentledom schrieb:



      Er meinte mal in den Anfängen, ich bräuchte einen starken Partner, der mir auch mal die Stirn bietet...
      Manch einer braucht das.

      Gentledom schrieb:



      Wir streiten sehr viel, da ich immer mehr das Gefühl habe eingeschränkt zu werden. Die Schuld und Verantwortung wird immer mir zugeschrieben.
      Hier bekomme ich dann doch etwas Bauchweh.
      Ihr streitet, er immer mehr Einfluss auf dich nimmt und das dir ein ungutes Gefühl gibt eingeschränkt zu werden. Des Weiteren hast vor allem du daran die Verantwortung und Schuld.
      Das klingt erstmal nicht gut. Viel Streit in einer Beziehung der die Partnerschaft nicht weiterbringt ist nicht gut. Das führt nur zu noch mehr Frust auf beiden Seiten.

      Gentledom schrieb:



      Gleichzeitig lässt er mich aber auch fliegen, indem er mich auf Händen trägt, mich wie seine Königin behandelt und mich in der Öffentlichkeit wirklich gut darstellt. Wenn er nicht sogar ein bisschen angibt.
      Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Trennung ist inzwischen ein in Erwägung gezogener Weg.
      Ich möchte einfach hier darüber schreiben, da ich mit Freunden nicht über meine Neigung sprechen mag bisher.
      Ich habe Angst an jemanden geraten zu sein, der BDSM zwar mag und seinen Nutzen darin sieht... Ich liebe ihn wirklich sehr und es ist einfach nur noch chaotisch.
      Benutzt er BDSM... und die ihm zugestandene Macht... missbräuchlich?
      Eigentlich will man doch immer das beste für seinen Partner? Egal, in welcher Konstellation?
      Ob er die ihm von dir zugestandene Macht missbraucht kann ich/das Forum leider nicht für dich entscheiden. Das kannst nur du.
      Und ja in einer gesunden Beziehung wollen die Partner nur das Beste für den anderen. Das muss aber nicht bedeuten das beide das Gleiche wollen oder den gleichen Weg dorthin nehmen.

      An sich kann ich dir nur raten. Redet darüber und zwar ohne zu streiten. Sorgt dafür das ihr euch auch wirklich versteht. Wiederholt was der andere sagt. Schreibt es auf, bleibt ruhig und sachlich dabei und hört auf euer Bauchgefühl.

      Ich hoffe ihr findet eine Lösung, welche das auch immer sein mag.

      LG
      McG
      streiten, doch
      Streiten ist wichtig
      Aber ohne Vorwürfe , ohne du verlangst zu viel, ohne deine Anspruchshaltung ist zu hoch usw
      Liebe TE du schreibst du fühlst dich so als ob er dir Schuld gibt

      Ich weiss nicht wie ihr streitet, aber wenn du z .B sagst in einem Streit deine Anspruchshaltung wird immer grösser, ich verwöhn dich aber du willst mehr und mehr usw machst du das gleiche was du ihm vorwirfst
      Nämlich Schuld zu schieben......
      Bleibe bei dir in deinen aussagen, rede von dir
      Ich Botschaften....
      Ich fühle mich überfordert, eingeengt
      Ich habe zu wenig zeit für mich
      Ich möchte auch unsere Freizeit mit planen

      Streiten ist wichtig, aber eben ohne Schuld zuweisungen

      Versuch es mal

      Vileicht kommt etwas dabei raus was du gar nicht erwartet hast
      Vileicht sagt er ich hab es so empfunden das du es willst
      Ich habe geglaubt usw

      Und dann kann man neu ansetzen
      und die Aussage am Liebsten würde ich dir eine scheuern, hmmmmm
      Tatsächlich kenne ich das Gefühl jemanden einfach eine scheuern zu wollen
      Ich stand auch schon da, und hab gedacht boah würde das jetzt gut tun
      Endlich dieses bla bla bla unterbrechen, diese kaputte Schallplatte ausschalten
      Weil ich hilflos war in diesem moment
      Natürlich habe ich nicht zugehauen

      Und im nachhinein habe ich einfach gemerkt wir haben einfach nicht die gleiche sprache gesprochen
      Er über Fakten , ich auf der Gefühlsebene
      Da konnte nichts konstruktives bei raus kommen
      Ich weiss nicht wie ich es erklären soll
      Ich will damit nicht sagen, dass du bla bla redest
      Aber evntl ist es eine Fremdsprache die er nicht versteht, und es klingt für ihn so
      Mir fallen hierzu zwei Punkte ein.

      Zunächst würde ich nicht differenzieren zwischen "Beziehungsproblemen" auf der einen Seite oder "Machtmissbrauch" auf der anderen Seite.
      In der Beziehung ist für dich etwas nicht stimmig. Und egal, ob das jetzt aus dem "Stino-Komplex" oder aus dem "BDSM-Komplex" kommt - meine Interpretation wäre, dass so oder so ein Beziehungsproblem vorliegt.
      Dementsprechend ist deine Frage für mich schon nicht stimmig.

      Zum anderen - hat es für dich irgendwelche Auswirkungen, ob nun das eine oder das andere vorliegt?
      Ergibt sich daraus irgendein anderer Lösungsweg?

      Mein Ansatz wäre bei beiden Punkten (sofern ich davon ausgehen würde, dass hier überhaupt zwischen den beiden Punkten differenziert werden kann):
      1. Reden
      2a) bei ausreichender Besserung und befriedigender Beziehung: bleiben
      2b) sofern 1)scheitert oder 2a) nicht eintritt: gehen

      Just my 2 Cents.

      Nachtrag: wenn ich persönlich soweit wäre, dass ich mir überhaupt Gedanken darüber machen würde/müsste, dass mein Partner seine "Macht" eventuell missbräuchllich verwendet... dann wäre ich mir ziemlich sicher, dass das bereits der Fall ist.
      Wahrscheinlichkeitsfaktor 1 zu 1. Wir haben Normalität erreicht, ich wiederhole, wir haben Normalität erreicht. Alles, womit Sie jetzt noch immer nicht fertig werden, ist folglich Ihr Problem.
      ______________________________________________________________________________________________________________
      Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind.'

      Anonym schrieb:

      Wow, ich danke euch. Ich bin überwältigt von eurer Anteilnahme, dankbar für eure Denkanstöße und eure Bereitschaft mein Gedankenchaos etwas zu entwuseln.

      Ich versuche nun so gut wie möglich auf euren Input und eure Fragen einzugehen.
      Ich werde dazu einfach auf bestimmte Schlagwörter eingehen, um vielleicht ein Gesamtbild zu geben.

      Über die Kompatiblität hatten wir uns eingangs sehr ausführlich unterhalten. Wir sahen beide ein unglaubliches Potenzial.
      Da ich auch im realen Leben Menschen kenne, die BDSM ausleben, habe ich ihn in Kontakt zu diesen Personen gebracht. Dort konnte er auch eine Fragen klären. Z.B. auch, dass BDSM nicht als "Blitzableiter-Übung" gesehen werden sollte oder sogar darf, wenn im Alltag der Chef doof war oder sonst irgendwas zu einer geladenen Stimmung geführt hat. Ob er ungenügende/falsche Annahmen/mangelndes Wissen über BDSM könnte ich erfragen. Das ist ein interessanter Ansatz. Für mich war alles klar gesetzt und ich habe ihm viele Fragen beantwortet und Kontakte hergestellt, damit er sich schlau machen kann. Aber vielleicht sollte oder könnte ich das nochmal abklopfen. Vielleicht hat er ja einen DummDom-Ratgeber aufgetan, der sich anders dargestellt hat. Was aber letztlich auch schade wäre, da mein gesprochenes Wort sein A und O sein sollte. Der sich Unterwerfende steckt den Rahmen ab, so habe ich ihm das auch erklärt.
      Kompatibel waren und sind einige Praktiken. Vom DS im Alltag habe ich mich aber klar distanziert. Kommuniziert und abgesprochen war: devote Neigung ausleben - ja, aber eben eingeschränkt. Im Alltagsleben bzw. im sonstigen Beziehungsgeschehen Augenhöhe.
      Was sich dort verschoben haben könnte, ist, dass ich von Natur aus gerne "gebe". So war es für mich vollkommen ok bzw. toll ihm auch mal eine Freude zu machen, wenn ich ihm in welcher Form auch immer helfe (bezieht sich nun auf absolut Nicht-sexuelle Dinge, wie z.B. in seiner Wohnung was helfen, mal einen Einkauf tätigen, Massagen). Ich empfand das lange als ok, bis ich merkte, dass das absolut in Schieflage geriet.
      Anfangs empfand er alles als Geschenk und war dankbar, nun werden mehr und mehr Dinge eingefordert, ohne, dass ich bereit wäre diese permanent zu bedienen. Ich bin keine persönliche Assisstentin und beabsichtige auch nicht, eine solche zu sein. Für mich ist es okay, wenn eine Anspruchshaltung da ist, meine Ansprüche bzw. Grundbedingungen sind sehr hoch. Was nicht okay ist, ist, wenn diese Anspruchshaltung undurchschaubar für den anderen immer mehr steigt und es fast unmöglich erscheint diese zu erfüllen. Es sei denn, ich gäbe mich nach und nach mehr und mehr selbst auf und das beabsichtige ich definitiv nicht. Ich fühle mich sehr stark vereinnahmt. Seine Teilnahme an meinem Leben ist äußerst begrenzt, wenn ich das kritisiere und offen anspreche, kommt es zum Streit und dass ich Verständnis haben muss, was ich denn bitte noch alles verlangen würde usw. usf. Dabei formuliere ich Dinge sehr sachlich, darauf bin ich sehr bedacht. Kritik hört keiner gern, dessen bin ich mir bewusst.
      Womit ich nun auch auf unsere Kommunikation zu sprechen komme. Ich formuliere weitestgehend in Ich-Botschaften. Es sei denn, ich möchte ein Beispiel anbringen. Leider ist mir da noch keine Möglichkeit eingefallen, dass "ich fühle mich eingeengt und weiß nicht, was ich tun soll und welches Verhalten du erwarstest, da hast du z.B. xy gesagt und zx gemacht" zu umgehen. Ich bin mir bewusst, dass sowas sehr schnell als Angriff aufgefasst wird.

      Ich glaube an sich auch nicht, dass BDSM missbräuchlich benutzt werden kann. Es kann ein scheinheiliger Deckmantel sein. Und genau das macht mir Angst und da sehe ich auch das Gefahrenpotenzial. Entweder sind wir momentan einfach auf kommunikativer Ebene völlig auf dem Holzweg oder er hat in meiner anfangs offenbahrten devoten Neigung sehr viel Potenzial für... was auch immer gesehen. Ich bin inzwischen sogar schon am überlegen, ob ich diese Neigung auf "Eis lege", da ich sehe wie viel Gefahrenpotenzial sie für mich birgt. Ich hoffe, dass ich mich täusche. Ich hoffe es so sehr.

      Inwiefern ich Manipulation gut heiße, weiß ich nicht. Je nachdem, welcher Theorie man folgt, manipulieren wir ja eh ständig oder aber Manipulation ist böse. Dafür bräuchte ich vielleicht Input, was gute Manipulation sein kann. Dass man das beste für den jeweils anderen will, reicht mir da eigentlich nicht. Wie gesagt, Input wäre schön.

      Inzwischen habe ich auch Angst, ja, da seine Reaktion für mich nicht mehr durchschaubar ist. Die Ohrfeigen-Androhung war absolut entsexualisiert bzw. stand in Gänze nicht in diesem Zusammenhang. Auch Trennungsdrohungen kommen. Für mich ebenfalls nicht durchschaubar, warum. Auslösend ist aber immer, dass ich etwas nicht tun will, er aber gern hätte. Verzweiflung, Hilflosigkeit als Auslöser dafür gestehe ich ihm absolut zu.

      So... Zum Fliegenlassen. In der Öffentlichkeit werde ich toll dargestellt. Er behandelt mich aber auch im privaten Rahmen sehr oft wie seine Königin. Kleine Aufmerksamkeiten, Komplimente. Wenn alles gut läuft, behandelt er mich durchaus wie in einer sehr kitschigen Hollywood-Romanze. Was ich nicht unbedingt brauche, aber auch schön finde.

      Dass "so oder so" ein Beziehungsproblem bzw. zwischenmenschliches Problem vorliegt - da bin ich ganz bei euch.
      Ich bin inzwischen nur so weit, dass ich überlege, meine devote Neigung an den Nagel zu hängen bzw. sie künftig niemandem mehr preiszugeben, sollte sich da nun keine Lösung finden und ich die Trennung tatsächlich durchziehe. Er weiß, dass ich mich unten den gegebenen Umständen trennen möchte, falls die Frage grade bei euch aufkommen sollte. Ich fände es sehr schade, das bewusst nicht mehr zu leben, denn ich weiß, dass ich so veranlagt bin. Ich sehe aber auch einfach das riesige Gefahrenpotenzial, das dabei für mich entsteht. Ich weiß, diese Entscheidung kann mir keiner nehmen. Aber genau deshalb habe ich mir unter anderem diesen Rahmen ausgesucht, um darüber schreiben zu können.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Für MICH kann ich sagen, dass bei einer Ohrfeigen-Androhung Schluss wäre.

      Egal, ob aus Verzweiflung, Wut, Volltrunkenheit - abseits von BDSM Frauen zu schlagen, ist FÜR MICH ein Armutszeugnis.

      Aber auch hier wieder das (leider) schon so oft gesehene Muster: "Vielleicht bin ich selbst schuld, evtl. hab ich Fehler gemacht."

      Mein Fazit lautet also: mit diesem Partner Schluss machen, mit Deiner Neigung nicht unbedingt.
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel:

      Azrael schrieb:

      Für MICH kann ich sagen, dass bei einer Ohrfeigen-Androhung Schluss wäre.

      Egal, ob aus Verzweiflung, Wut, Volltrunkenheit - abseits von BDSM Frauen zu schlagen, ist FÜR MICH ein Armutszeugnis.
      ja, klar schlagen weil man sich nicht anders zu helfen weiss, ist immer ein arrmutszeugnis, ich sehe dennoch einen Unterschied ob jemand sagt am liebsten würde ich, oder ob er sagt ich knall dir gleich eine oder ob er tatsächlich zu haut

      ich schrieb ich habe diesen Gedanken schon mal gehabt, ich habe ihn allerdings nicht ausgesprochen
      ich war erschrocken über diesen Moment wo ich da stand und dachte, ich will jetzt jemanden eine Ohrfeige geben, mir meiner Hilflosigkeit in diesem Moment so bewusst
      ich habe geweint nach diesem Streit, weil er mir zeigte dass ich dermassen an meine Grenzen kam

      Ich entschuldige körperliche Gewalt nicht, und dennoch bin ich ehrlich genug zu mir selber dass es tatsächlich Situationen geben kann wo dieses Gefühl aufkommt

      Ich will nicht näher daruf eingehen, warum , weshalb , wieso, ich habe noch nie jemanden geschlagen , werd ich auch nicht, niemals

      wenn er nicht geschlagen hat, wovon ich jetzt erst einmal ausgehe, dann denke ich kann man darüber reden, fragen was lässt dich so wütend, so hilfols werden dass es dir hochkommt

      nein und ich rede auch nicht von Schuld, ich bin jemand der absolut gegen Schuldzuweisungen ist, genau auch der Grund weswegen ich auch nicht auf Strafen stehe, sie ablehne

      für mich stellt sich nie die Frage nach Schuld
      bastet: gute Position. Ich kann aus eigener Erfahrung aus meiner Zeit am Gericht nur sagen: die bloße Androhung ist für mich der Punkt, wo es zu Ende wäre. Gedacht habe ich das auch schon desöfteren, aber nie angedroht - denn die Leute, die das androhen, hat man zu 90% wiedergetroffen wegen der vollendeten Tat. In den Akten oder vor dem Richter.

      Will sagen: vom Gedanken zu der Drohung ist es ein gutes Stück Weg , von der Drohung zur Tat nicht.
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel:
      Ok liebe Anonyme, in Deiner Antwort liest es sich jetzt so, als ob dann alles mehr als perfekt, sogar Hollywood-kitschig schön ist bei Euch, wenn du funktionierst. Wenn Du seine (steigenden) Ansprüche erfüllst. Und wenn das nicht der Fall ist, kommt es zum Streit, der offensichtlich schnell in Vorwürfen endet.

      Da müsstest Du Dich jetzt wirklich fragen, was für eine Beziehung Du führen willst und dann aktiv Schritte einleiten, um diese zu bekommen.

      Was ich mich vor Allem auch frage ist, was ist es was er für Dich tut? Wenn Du ihn zitierst mit "Was willst du noch alles?"
      Führt Ihr eher eine Affäre oder ist das eine (Lebens)Partnerschaft? Dann wäre meine Sorge an Deiner Stelle was passiert, wenn Du
      wirklich mal nicht kannst, es Dir schlecht geht und Du Hilfe brauchst?

      Azrael schrieb:

      Will sagen: vom Gedanken zu der Drohung ist es ein gutes Stück Weg , von der Drohung zur Tat nicht.
      Das ist mit Sicherheit richtig.
      Hier war es ja aber scheinbar keine Androhung im Sinne von "ich werde gleich" sondern die Aussage "ich würde am liebsten", das ist erstmal auch ehrlich, ausgesprochen, was manch anderer nur denkt.

      Im Zusammenhang mit der ganzen Situation zu betrachten, wie das nun zu werten ist, und das können wir alle hier nicht denke ich.


      Liebe anonyme Schreiberin...
      Nach Deinem letzten Post möchte ich Dir gerne 2,3 Dinge sagen, die mir spontan beim Lesen einfallen:

      Klar, wenn man erstmal soweit ist, über Trennung nachzudenken, dann will das schon auch etwas heißen.
      Ich bin auch kein Freund davon, die Schuld ewig nur bei sich selbst zu suchen.

      @bastet hat total Recht mit vielem, was sie schreibt und mit den wichtigen Ich-Botschaften, die sie erwähnte. Du sagst ja aber auch, dass Du das tust.
      Das ist gut.

      ABER, Dein Schreibstil, das Ausführliche und Wortgewandte und die Schilderungen, erinnern mich stellenweise an mich selbst.
      Ich kann extrem gut reden, extrem überzeugend sein, ich glaubte immer, alles was ich sage, sei so klar und deutlich... Aber leider irrte ich mich da.
      Ich musste zuhören lernen- WIRKLICH zuhören. Ich musste lernen, Gehörtes sacken zu lassen, eigene Gedanken zu konkretiesieren und zu überprüfen, bevor ich sie ungebremst hinauslasse.
      Oft war ich für mein Gegenüber gar nicht verständlich, oft machte ich meinem Gegenüber eher Angst und rückblickend betrachtet ist mir an vielen Stellen Überforderung klar. Ich kann jemanden gut in Grund und Boden reden und habe dabei oft so gute Argumente, dass der andere einfach gar keine Chance mehr hat.
      Auch fehlte es mir einfach zu realisieren, dass das WAS hinter MEINER Stirn ist, nichts zwangsläufig auch der andere wissen muss. Das war ein langer Prozess bei mir.
      Als ich ihn aber erkannte änderte das Vieles und rückblickend sage ich auch: Vieles, was ich von mir gab, würde ich heute auch nicht mehr verstehen.
      Dazu waren meine Ansprüche recht hoch. Das aber in einer Form, dass sie kaum erfüllbar waren, bzw immer den Stolperstein enthielten, dass ICH es dann auslegen konnte wie ich wollte oder ein passendes ABER parat hatte.
      Ich gebe gerne und opferte mich auf in meinen Beziehungen, und doch sage ich heute, dass ich sehr auf MEINE Vorstellungen und MEINE Werte und MEINE Funktionsweise fokussiert war und meinte, die müsse dem anderen doch so klar sein, gerade wo ich es so klar ausdrücke. Aber nix da...Der Weg durch die gesunde Selbstreflexion lehrte mich Besseres. Die Krux: Ich konnte SO GUT reden und war ja so selbst davon überzeugt, dass ich weiß WAS ich rede und WAS ich will, dass da erstmal keinem anderen und am allerletzten MIR der Handlungsbedarf bei MIR auffiel.

      Ich will nicht sagen, dass DU so bist. Ich will nur sagen, dass Du auch DAS überprüfen solltest der Fairness halber und wenn Du ihn halt liebst und selbst das Gute, was es ja gegeben hat, sehen willst.
      Und grundsätzlich schadet es ja nie, sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

      Du schreibst, er behandelt Dich oft genug wie seine Königin, Du schreibt von Sätzen wie "was Du alles noch von ihm erwarten würdest"... Das ist Teil dessen, warum ich nur darauf komme, dass da eben auch einfach eine Überforderung vorliegen könnte, dass er es Dir Recht machen WILL, gleichzeitig aber eben auch merkt evtl, dass er es nicht kann, es evtl nie wirklich genug ist und das wiederum sorgt dann für Verzweiflung, die sich ggf in Aggression äußert (die sich natürlich nicht in Androhung von Schlägen äußern darf).

      Letztlich war, was mein Partner tat, auch immer verkehrt. Dabei meinte ICH, doch ganz einfach gestrickt zu sein.

      Dazu kommt, dass Du evtl nicht unterschätzen solltest, dass die Schritte in der BDSM Richtung nicht nur für Euch etwas als Paar bedeuten, sondern auch für jeden alleine als Mensch. Das ist nicht immer leicht. Man schießt schnell über das Ziel hinaus. Du scheinst ihm gegenüber da einen gewissen Vorsprung zu haben.
      Ich weiß von meinem Dom, dass das anfänglich eben auch nicht ganz leicht war- die eigene Schere im Kopf, die Neigung neu, der Mensch, den ich liebe, den ich wie eine Königin behandeln will, dann evtl noch die Wortsicherere, die Angst, es falsch zu machen, die eigene Überforderung, was ist wann richtig, das Dumme aber "ich bin ja Dom, das erwartet sie, da kann ich das doch jetzt nicht zugeben, passt das denn"?
      Der eigene Druck, den sich jemand macht... Verstehst Du, was ich sagen will?
      Das kann meiner Meinung nach zu kurzfristiger "Orientierungslosigkeit" oder missverständlichem Verhalten führen.

      Das ließe sich aber klären, finden man den richtigen Einstieg in der richtigen Art im richtigen Moment für so ein Gespräch, evtl immer mit dem Hintergedanken, dass Veränderung bei einem selbst beginnt und in wertschätzendem Verhalten.
      Kommt dann doch nichts bei rum, kann man zumindest in den Spiegel schauen und sagen, ICH habe wirklich alles versucht.

      Man sollte dann aber eben auch eine Grenze, die eigenen Grenzen, feststecken und dann auch einsehen, wenn es wirklich keinen Sinn mehr macht. Ein schwieriges Unterfangen.

      Wie gesagt bei mir stellte sich Vieles später als ganz anders heraus, nachdem ich erstmal MICH überprüfte und es dem anderen überhaupt erst einmal möglich war, sich zu öffnen und wir eine gemeinsame Sprache entwicklet hatten.

      Dass er Dich auf der einen Seite wie seine Königin behandelt und auf der anderen Seite dann ganz anders reagiert, kann natürlich auch einfach ein Widerspruch in ihm sein, bzw DASS er so ein geteiltes Wesen HAT.
      Nicht selten können die größten Ar....l...er und brutalsten Typen ja auch die zärtlichsten und schmeichelndsten Prinzen sein, was ja uA Teil des Geheimnisses ist, dass Frau sich überhaupt auf sie einlässt.
      Und dann, ganz unmerklich, verschieben sich die Grenzen. Die Blumensträße werden weniger, die Ohrfeigen mehr, die Entschuldigungen zwar größer, aber auch die Abstände kürzer. Ich war mit so einem Exemplar verheiratet und weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es a) ist das zu erkennen und b) dann noch die Reißleine zu ´ziehen. Wie lang der Prozess ist, keine Entschuldigungen mehr für den anderen zu finden- was ja widerum mit uns selbst zu tun hat.
      Ob er ein solcher Typ sein KÖNNTE und das in eine solche Richtung laufen KÖNNTE und das nur die Anfänge sind, das kannst nur Du selbst herausfinden.
      Auch das ist möglich und wenn es so wäre, dann solltest Du schnell laufen.
      Vielleciht aber trifft auch die zuvor genannte Variante zu.

      Und letztlich... wenn wir loslaufen Richtung BDSM, dann hat das meiner Meinung nach auch ganz viel mit Entwicklung in uns selbst zu tun, mit dem Finden unseres Ich, viel Neues, viel Fragen, viel neue Gefühle, Ansichten etc.
      Zum einen kann es eben zu oben genannter kurzfristiger Überforderung / emotionalem Durcheinander führen als kurzfristiger Overload sozusagen, erschlagen von all dem und darüber hinaus macht man Fehler,
      ABER man findet sich ja auch tatsächlich und eine tatsächliche Entwicklung FINDET STATT.
      Evtl ging diese auch bei ihm in eine andere Richtung, als vorherzusehen war. Vielleicht ist er im Rahmen dieser Entwicklung inzwischen tatsächlich ein anderer, als er zu Beginn der Wegstrecke war.
      Und wenn ein Paar sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt oder nur einer entwicklet sich und der andere bleibt stehen, auch DANN führt das zu Problemen.

      Bei den einen sind diese Dinge nach Erkennen lösbar, bei anderen nicht.
      Auch das kannst nur Du zuordnen.

      Nicht umsonst aber taucht hier oft der Begriff "die Büchse der P." auf... Man geht los und da rollt etwas, etwas verändert sich, man kann nicht mehr wirklich zurück, muss sich damit auseinander setzen. Der eine kann es besser, der andere weniger und mancher benimmt sich dann evtl kurzfristig wie nen Idiot.


      Keine Ahnung. Das alles nur als Denkansätze von mir. Denn hättest Du ihn schon abgeschrieben, würdest Du hier wohl auch nicht mehr schreiben. Also scheint es Dir wichtig zu sein.
      Weder will ich SEIN verhalten entschuldigen, noch Deines loben oder irgendwas. Es ist nur eine Seite, DEINE Schilderung, die wir hier kennen und das alles sind nur meine spontanen Gedanken, die keinerleich Wertung oder Aufforderung enthalten sollen. Nicht einmal einen Ratschlag. Einfach nur eine Gedankeninspiration.

      Nur bezüglich Deiner Neigung, diese grundsätzlich an den Nagel zu hängen, da möchte ich schon raten: Das lass mal. Die ist da. Du würdest Dich nur selsnt verraten.
      Und meiner Meinung nach ist auch nicht Deine Neigung das, was gefährlich für Dich ist oder Gefahren mit sich bringt, sondern nur die Art der Auseinandersetzung damit, des Umgangs damit und wen ich diesbezüglich wie und unter welchen Kriterien an mich heranlasse. Da lassen sich Gefahren schon auch sehr minimieren.


      Vielleicht kann Dir das ein oder andere hier ja helfen. Schnapp Dir das, was Dir passt und denke es weiter.

      Doch ganz schön viel, aber nur das, was mir tatsächlich beim Lesen Deiner letzten Worte in den Sinn kam.

      Viele Grüße.
      ...zwischen Schwarz und Weiß liegen 254 Graustufen - und wenn nicht, noch mehr :saint:

      Azrael schrieb:

      . Gedacht habe ich das auch schon desöfteren, aber nie angedroht - denn die Leute, die das androhen, hat man zu 90% wiedergetroffen wegen der vollendeten Tat. In den Akten oder vor dem Richter.
      da kann ich nichts zu sagen , und ich glaube dir das gerne

      aber noch mal zu dem post von @anonyme

      ich sehe ein Problem welches ich aus meiner Ehe kenne
      nicht das mir mein Ex Schläge angedroht hätte

      Zu der Zeit als ich verheiratet war , ist schon ne ganze weile her, war ich mir meiner Neigung kein bisschen bewusst
      dennoch habe ich wohl in meinem ganzen Verhalten es irgendwie schon immer gelebt
      Mein ex war kein Dom, und heute weiss ich das jemand der zwar gerne der Bestimmer ist noch lange nicht mit einer Frau umgehen kann die submissiv veranlagt ist

      Leztendlich wurde ich auch irgendwie ausgenutzt, was aber ich schon schrieb keine Schuldzuweisung sein soll
      ich habe mich ja auch in gewisser weise so verhalten, bzw ist es immer eine Interaktion zwischen zwei Menschen, die dann irgendwann eine Eigendynamic entwickelt

      Jemand der nicht wirklich achtet, wertschäzt das jemand devot, submissiv veranlagt ist, ist sich der Verantwortung nicht wirklich bewusst, er wird die Situatinen eher ausnutzen, ohne jetzt da Böswilligkeit zu unterstellen

      ich weiss nicht wie ich es anders beschreiben soll

      es geht um die Achtsamkeit, den anderen nicht zu überfordern, sich selbst auch mal beherrschen zu können

      ich kann es nicht beschreiben, ich weiss nur für mich, dass ich in eine Beziehung wo nicht wirlich dieses gerade achten meiner Art meiner Devotheit, eine ganz wichtige rolle spielt, auch auf dauer eher auf der strecke bleiben würde, weil ich einfach so bin wie ich bin

      vileicht steckt in ihm eben nicht wirlichh ein Dom, auch wenn es ihn reizt, er offen dafür scheint, so kann er scheinbar nicht wirklich mit einer devoten Partnerin umgehen, ja und dadurch kommt es ins ungleichgewicht, und er versteht es noch nicht einmal, versteht den unterschied zwischen gegenseiteiger Bedürfnisbefriedigung und einseitigem nehmen nicht