Was gefällt euch am Sub / Bottom sein am besten?

      Für mich ganz klar zum einen der Subspace, dieser "Modus" der sich manchmal aber nicht immer einstellt. Ich liebe dabei am meisten das Gefühl, mit Raum, Zeit, Gedanken und meinem Herrn zu verschmelzen und im Moment zu leben, jede kleine Sekunde des Lebens bewusst und intensiv verbunden zu spüren als ob man unendlich wäre. Dies ist immer wieder einer der achtsamsten Momente bzw. Zeitspannen, die ich für mich persönlich entdecke, wenn ich in diesen Modus verfalle.
      Und zum anderen auch wie einige schon erwähnt haben, dass ich sein kann wer ich bin und so wie ich mich am wohlsten fühle; was ich leider privat nicht oft ausleben kann und so umso mehr genieße.
      Manchmal wünsche ich mir einfach nur, das du mir über den Kopf und durch die Haar streichelst und leise sagst, schsch, alles ist gut.
      Dann ist die Welt wieder repariert.
      Mir fällt es nicht so leicht, hier konkret zu antworten.
      Es ist auch bei mir eher so, dass ich im „wahren Leben“ stets die Kontrolle wahren will und muss.
      Daher ist es sich auch eher das Sich-Fallenlassen-Können, das Vertrauen in das, was Dom mit mir macht und das Wissen, dass es danach immer wieder schön ist. Regeln meines Doms dienen letztlich meiner Weiterentwicklung und der unserer Beziehung. Lasse ich mich darauf ein, kann ich es genießen.
      Das Wichtigste ist, dass ich weiß, dass Dom alles daran setzt, dass es mir gut geht.
      Alleine diese Tatsache ist Grund genug, …
      Mir gefällt am Sub-Sein am besten, dass ich sozusagen das Allheilmittel für Konflikte und Turbulenzen aller Art entdeckt habe. Durch meine defensive Grundhaltung fällt innerhalb unsere Ehe schon eine riesig große Menge an Streitpunkten einfach weg. Mein Mann bestimmt, ich äußere meine durchdachte Meinung, bei Bedarf kann ich ihn auch beraten oder wir diskutieren eine Sachfrage - abschließend entscheidet aber er, in voller Verantwortung für mich und auch sich selbst. Das hätte ich mir zu Beginn unserer Reise nie träumen lassen, wie entlastend diese Unterwerfung tatsächlich für mich sein könnte und es jetzt auch in der Realität geworden ist. Dabei bin ich wirklich kein kuschendes Angstbündel. Blutleer, langweilig und humorlos bin ich Gott sei Dank dabei nicht, mein Temperament blinzelt gern um's Eck. Ich bin im Alltag jedenfalls voll orientiert und jederzeit handlungsfähig. Seine "Generalvollmacht" für vernünftige Entscheidungen und auch für Geistesblitze in all dem Wahnsinn zwischen Familie, Beruf, Haus, Wald, Ehrenamt usw. hab ich immer im Hinterkopf ^^ Dass ich meinen Gebieter auch unheimlich sexy finde, wenn er für mich oder über mich bestimmt, kommt als Zuckerl dazu. Egal, ob er jetzt "nur" im Restaurant für mich wählt, oder ob er die ganz großen Entscheidungen in unserem Leben trifft. Mein Vertrauen zu ihm hat sich zu einer festen Basis entwickelt, die auch in den Stürmen unseres Daseins nicht bröckelt. Ich wage sogar zu behaupten, dass er sich ebenfalls sehr weiterentwickelt hat und in seiner Verantwortung gereift ist, als Mann und Gefährte, Familienvater, Angestellter, Ehrenamtler usw. Davor habe ich großen Respekt! Denn unterwerfen kann ich mich nur deshalb, weil er so handelt, dass ich seine besten Absichten immer erkenne. Wenn seine letztgültige Antwort ein NEIN ist, dann eben NEIN, wir können trotzdem in aller Behaglichkeit einen Cappuccino trinken und zusammen den Abend genießen. An Kleinkram hänge ich mich schon lange nicht mehr hin. Selbst wenn er auch mal blöd zu mir ist oder ich mich ärgere, weiß ich: das geht vorüber, und an unserer Grundsatzentscheidung "D/s-Kiste" ändert sich rein gar nichts.

      Ich habe mir aber auch generell eine Geisteshaltung angewöhnt, die es mir leicht mit meinem Gegenüber macht. Gespeist aus meiner Kraftquelle Submissivität kann ich den Mitmenschen gelassen begegnen. Mein Verhalten ist mäßigend, ohne Angriffslust, dabei in der Sache aber gut informiert und in meinen Entscheidungen recht rational. Mir ist es tatsächlich sogar ein Stück weit egal, wenn mir einer mal minimal auf der Nase rumtanzt, und ich dafür Frieden und Ruhe hab. Völlig in der Dummheit rumschubsen will ich mich natürlich nicht lassen. Aber wenn ich im Arbeitsumfeld mal ein bisschen mehr erledige als gefordert oder es die Kollegen tun würden, was soll's.... Im privaten Leben kümmere ich mich schon auch um Dinge, die ich gut kann und die mir am Herzen liegen, ohne dass es mir mit vollem Recht angeschafft werden könnte. Wann immer möglich, überlege ich erstmal, versetze mich in die Lage und in die Gefühle meines Gesprächspartners, reflektiere meine eigenen Unzulänglichkeiten (da gibt's haufenweise viele) und komme oft zur Selbsterkenntnis: Mädchen, schau den Balken in deinem Auge an, bevor du den Splitter beim Nachbarn beklagst. Mittlerweile kann ich die Not eines Anderen sehen, auch wenn ich es nicht unbedingt billige, wie er oder sie gerade handelt. Menschen machen Fehler, die sind oft verzweifelt, in ihrer eigenen Hölle gefangen und dann tun sie wirklich seltsame Sachen. Ich brauche diese Fehler nicht zu meiner Hölle zu machen. Aber ich kann den Leuten entweder hilfreich begegnen oder bei völliger Ablehnung meiner Person, kann ich halbwegs ruhig weitergehen und diesen Konflikt nicht zu meinem machen. Das habe ich in einer harten Zeit gelernt, als ich entscheiden musste, ob ich an einem zänkischen Gemüt zugrunde gehen will, oder ob ich nicht lieber einen Ruhepunkt in mir selbst suche.

      Insgesamt kann ich es wohl so sagen, dass ich (endlich) eine Lebensweise gefunden habe, die für mich vollkommen stimmig ist. In Konfliktsituationen bin ich nicht besonders gut, die rauben mir den Schlaf und ich musste mich nach einer ernsthaften seelischen Krise neu aufstellen. Viele Gespräche später, mit meinem Mann, geneigten Freund(-innen) und Fachpersonal kann ich nun Kraft schöpfen. Und zwar aus dem Wissen, dass ich mit einer selbst gewählten Defensive recht entspannt durch meine Art von Leben gehen werde :saint:

      Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von Deinen.... Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehen wie vor dem Eingang zur Hölle.
      - Franz Kafka -
      Ich denke mir gefällt in erster Linie auch mal die Kontrolle abgeben zu können. Ich finde es
      mühsam dauernd auf sich zu achten und die Kontrolle über die eigene Gegenwart haben zu müssen. Ich bin stark, dass weiß ich, aber ich will es eigentlich nicht sein müssen. Als Sub im hauptsächlichen D/S Bezug ist mein Verlangen mich abzugeben, fallen lassen zu können mit dem Wissen das da jemand ist der sich um mich sorgt und es besser kann als ich es selber kann und mir eine Anleitung dafür gibt. Ich will gar nicht dauernd meine Frau stehen müssen. Ich wünsche mir jemanden der mich beschützt vor der Welt und dem ich das durch meine Unterwerfung danken kann und darf.
      Hört sich vielleicht doof an. Aber so würde ich es im ersten Gedankengang beschreiben.
      Aber da gehört noch einiges mehr dazu. Für das erste belasse ich es aber bei diesen Worten...
      - Ich kann jetzt auch nur vermuten was ich meine... -