Tabu-Liste?

      Tabu-Liste?

      Ich habe in letzter Zeit mehrere Beiträge zum Thema Tabu-Liste gelesen.

      Mir erschließt sich das Konzept der Tabu-Liste nicht so ganz. ?(

      Es sollte doch eigentlich so sein, daß ein Tabu etwas ist, was ich auf gar keinen Fall nie im Leben mit mir machen lassen werde.


      Aber wie kann ich denn an alle Eventualitäten denken?? ?(

      Es gibt so viele Dinge, an die ich im Traum nicht denken würde. z.B. würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, daß ein Dom seiner Sub den Kopf kahl rasiert. Meine Haare sind mir heilig und es ist für mich eine absolute Selbstverständlichkeit, daß sich niemand außer meinem vertrauen Frisör mit einer Schere oder einem Rasierer meinem Kopfhaar nähert (es sei denn, er hängt nicht sonderlich an seinem Leben... ;) ) Daher würde ich auch nie im Leben auf die Idee kommen, so etwas auf meine Tabu-Liste zu setzen.

      Jetzt steht es also nicht drauf. Darf Dom das dann? Oder sage ich mein Safe-Word und er hört auf? Wozu brauche ich dann die Liste, wenn mich das Safe-Word doch ohnehin vor allem bewahrt, was ich nicht will?


      Oder gibt es dann Diskussionen: Das steht aber nicht auf deiner Liste, also hast du eben Pech gehabt? Hättest ja dran denken können.....


      Wie ist das bei euch? Wie handhabt ihr das?


      Habt ihr eine Tabu-Liste? Wenn ja, steht das wirklich alles drauf, was ihr nicht wollt und Dom darf alles andere machen, was eben nicht drauf steht?
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Ich habe ein Tabuliste. Diese hat sich im Laufe der Zeit erweitert.
      Wie du schon geschrieben hast, kann und konnte ich nicht alle Eventualitäten berücksichtigen!

      Auf Diskussionen bezüglich meiner Tabus würde ich mich nicht einlassen, weil ja schon der klare Menschenverstand sagen muss, das man nicht an alles denken kann.

      Ich habe bisher diesbezüglich einmal das Safewort ausgesprochen und hinterher im Gespräch gesagt, das diese Sache auf meine Tabuliste kommt.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Ich habe eine Tabu-Liste, aber sie existiert nicht physisch sondern wurde durch viele Gespräche mitgeteilt. Ich glaube der Sinn so einer Liste ist nicht alle Eventualitäten abzudecken, sondern eher vorhersehbare Fehler zu vermeiden. Mal ein persönliches Beispiel: Ich möchte nicht mit einem Kochlöffel geschlagen werden. Die Gründe dafür sind unerheblich, wichtig ist nur, dass es gar nicht mal so unwahrscheinlich ist, dass genau das geschehen würde, wenn ich es nicht als Tabu benannt hätte. Wer kommt schon auf die Idee, dass ein Kochlöffel an sich Probleme verursacht?

      Ich muss beim ersten Mal nicht von Praktiken reden und sie als Tabu benennen, die so extrem sind, dass man sie eben nicht beim ersten Mal durchführen würde. Aber Praktiken oder auch nur Details, die für die meisten Leute keine große Sache darstellen, sind durchaus sinnvoll als Tabu zu benennen, wenn man weiß, dass es da für einen selbst Probleme gibt. Das schöne an einer Tabu-Liste ist auch, dass nicht darüber diskutiert werden muss. Das kann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt geschehen, kann aber auch für immer ausbleiben. Wenn ich kein Tabu nenne, der entsprechende Fall in der Session dann aber eintritt und ich die Notbremse ziehe, hätte ich viel mehr das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen und das vielleicht auch nicht ganz ohne Grund.

      Nur weil etwas nicht vorher als Tabu erklärt wurde heißt das bei uns aber auch nicht, dass das bedenkenlos durchgezogen werden darf. Wir sprechen eigentlich immer über neue Dinge, die einer ausprobieren möchte. So eine Liste soll ja nicht gegen jemanden verwandt werden. Ich sehe darin vor allem ein effizientes Kommunikationsmittel. Das Wort "Tabu" bringt darüber hinaus noch einmal viel deutlicher zum Ausdruck, dass etwas wirklich nicht gewollt ist und auch kein Interesse daran besteht daran herangeführt zu werden. Das ist in der Kommunikation mit meiner Partnerin glücklicher Weise nicht notwendig, aber in anderen Konstellationen kann das sicherlich zum tragen kommen.
      "Ich liebe den Verrat, aber ich hasse Verräter"
      wir haben vor unserer allerersten session den neigungsbogen von der hauptseite ausgedruckt und für jeden von uns durchgesprochen. da sind extrem viele spielarten drauf und manche mussten wir tatsächlich nachschlagen, weil wir nicht wussten, was sie bedeuten. es hat tatsächlich stunden gedauert, einfach weil wir ins reden gekommen sind, vieles besprochen und erklärt haben. wir haben einander nich einmal viel besser kennen gelernt.

      am ende standen mehrere erarbeitete tabus im raum - auf beiden seiten. vielleicht wäre ich etwas verpeiltes wesen wirklich auf die idee gekommen, einem mann mit permanent zuer nase einen knebel anzulegen - gut, dass wir das im vorfeld geklärt haben :dash:

      tatsächlich stand meinerseits auf der liste, dass ich definitiv keinen stammtisch besuchen werde ... nun, der berliner stammtisch weiß, dass dieses tabu definitiv nicht mehr steht. dinge ändern sich eben. heute sähe der neigungsbogen ganz anders aus. aber heute brauchen wir ihn auch nicht mehr, weil wir einander viel besser kennengelernt haben und wissen, was geht und was nicht.
      Eine Liste in dem Sinne haben wir nicht, aber ich habe ihm 3 Dinge genannt die für mich absolut tabu sind und auch bleiben. Natürlich gibt es viele weitere Dinge, die ich auf keinen Fall möchte. Über einige haben wir so gesprochen und bei denen waren wir uns einig. Er fragt hin und wieder nach meinen phantasien und daran hangelt er sich so entlang. Vieles wurde aus Zeitproblem noch nicht gemacht, aber wer weiß, wann es mal passt. :evil: . Bisher (seit 3.5 Jahren) gab es nur eine Situation, in der ich ein Safeword gebraucht hätte. Wir haben keins und bei der Situation habe ich nein gesagt und habe extrem geweint. Danach wurde sie als tabu bezeichnet. Also ich mache mir keine Sorgen, dass mein Dom etwas verlangen würde, nur weil ich es nicht als Tabu bezeichnet habe. :love:
      Ich stehe im BDSM sehr am Anfang.

      Mein Herr weiß über einige Sachen Bescheid die für mich ein absolutes Tabu wären.
      Z.B. eine Ohrfeige ist für mich ein absolutes NoGo.
      Für meinen Herrn allerdings auch.

      Da ich noch am Anfang stehe und ich keine Praktischen Erfahrungen habe spielen wir in einer Session mit dem Ampel System.
      Er beobachtet mich genau. Redet viel mit mir, fragt immet wieder nach wie es mir geht.
      Und lässt es sehr langsam und behutsam angehen.
      Er möchte mich als seine Sub schließlich nicht verschrecken oder vergraulen.
      Noch ist ein Stopp auch ein Stopp.
      So finden wir gemeinsam raus. Was macht viel Spaß, was bereitet große Lust, wo wird es unangenehm. Langsames rantasten an Grenzen und evtl auch Tabus.
      Wenn jemand zu dir sagt: Das geht nicht!
      Denke daran:
      Es sind seine Grenzen, nicht deine.
      naja ich sags mal so...werde ich nach Tabus gefragt, kann ich da ein paar Punkte aufzählen...ziemlich typische Tabus denke ich.
      Geht es nun um ein ernsthaftes Kennenlernen, dann kommen solche Punkte eh irgendwann zur Sprache.
      Aber wie Du schon sagst, man kann nie alle Eventualitäten abdecken.
      Es gibt immer wieder Neues zu entdecken und ich kann vorher nicht sagen wie das dann für mich wird.
      Sollte ich nun an einen Dom geraten, der auf den Hinweis meinerseits, das nie wieder erleben zu wollen antwortet, das wäre ihm egal, weil es nicht auf meiner Tabuliste stand....dann wäre das auch ganz eindeutig der falsche Dom für mich.
      Hier muss in meinen Augen dann einfach Verstand und Menschlichkeit greifen.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!
      Auch wir haben Tabus, zwar nicht aufgeschrieben, aber wir reden immer wieder über viele und vor allem neue Dinge. Eines dieser Tabus sind z. B. Nadeln die für uns beide ein Nogo sind. Am Anfang war meine Liste seeeeehr lang. Mittlerweile ist sie jedoch sehr geschrumpft, weil ich es denn doch ausprobieren wollte. Eines wackelt im Moment. Der Rest bleibt jedoch unberührbar. Auch wenn er mit einem davon ganz gerne mal mein Kopf Kino reizt, ich weiß dennoch er würde es nie brechen. Denn es ist auch für ihn ein Tabu.
      Das Safeword ist (bei uns) nötig für unvorhergesehene Situationen.
      Ich folgte dir in deine Welt, nun ist es auch die Meine,
      und leise lächelnd denk ich mir, dass ihr da draußen niemals wisst,
      wie schillernd schön es für uns ist …… :love:
      ein sehr schönes Thema @Shayleigh über das ich schon auch des öfteren nachgedacht habe, gerade dann wenn ich nach meinen Tabus gefragt werde.

      Gerade am Anfang als ich begann mich mit dem Thema BDSM zu beschäftigen habe ich überlegt , was soll nun drauf auf so eine Liste, nicht einfach wenn man selber auch noch gar nicht weiss wie weit man selbst überhaupt gehen kann.

      Und wie du ja sagst , Tabus sind ja Dinge die sich nicht verrücken lassen, niemals
      so einige Dinge gibt es da bei mir natürlich, wobei ich es jetzt gar nicht als liste sehe

      ich habe in dem Sinne keine Tabuliste, ich habe es für mich so geregelt , dass ich auch von Anfang kommuniziere , nur weil ich etwas nicht nenne, dass es dadurch nicht automatisch als machbar gesehen wird

      was ich sage , bzw ein einziges Tabu ist , dass nichts geschiet, was mir so sehr körperlich wie auch seelisch schadet , dass ich Schaden nehme könnte

      Und würde jetzt etwas an mich herangetragen werden von dem ich glaub , nein das geht nicht, dass schadet mir nachhaltig , so darf ich nein sagen

      Das mag für viele die BDSM extremer leben als ich sehr schwammig formuliert sein, so klingen als wenn ich mir ein Hintertürchen offenhalte, ja in gewisser weise ist es auch so

      dennoch ist es für mich der einzig gangbare Weg, einerseits gibt es mir die Sicherheit, anderrerseits verbaue ich mir damit aber auch nicht durch ein Tabu , was evntl nur eine Grenze ist etwas , was ich vileicht heute noch wenn es an mich rangetragen würde ablehne, aber an einer anderen Stelle doch aufeinmal machbar wäre, weil die Dinge sich ändern

      Ich bin wie ich ja schon öfters sagte wohl eher nicht die Sub/ Sklavin die uneingeschränkt den Dom als den sieht der alles entscheiden kann, nur weil er Dom ist

      Bleibe ich damit immer in einer Komfortzone?
      Bin ich somit die sogenannte wunschzettelsub?

      Vileicht, wobei ich es selber nicht so sehe, weil es nicht bedeutet nur weil etwas unangenehm, nicht nur wow toll ist, ausgeschlossen wird

      aber am ende sehe ich wie in jeder anderen Beziehung es so, dass da zwei Menschen miteinander etwas tun wollen , was für beide bereichernt sein soll

      und nur dem Kick des anderen zu gefallen, dafür vergesse ich mich nicht selber

      Ich passe mit Sicherheit nicht zu den Doms, die es allumfassender wollen, die die totale Unterwerfung möchten, aber die dann eben auch nicht zu mir

      was witzig ist, mir hat mal jemand gesagt der schon eher sehr extrem BDSM lebt, dass in mir mehr Sub steckt als in manchen die das von sich selbst behaupten, sehr devot zu sein, keine ahnung ob das so ist
      Hallo @Shayleigh, genau das

      Shayleigh schrieb:

      Aber wie kann ich denn an alle Eventualitäten denken??
      ist - wie ich im anderen Thread auch schon geschrieben habe - auch mein "Problem mit Tabulisten.

      Shayleigh schrieb:

      Darf Dom das dann?
      Nein. Aber es kann natürlich sein, dass Top dann denkt, dass er etwas darf, was von Bottom-Seite her einfach nicht geht. Kann man dann dem Top - je nachdem, worum es sich handelt - auch nicht verübeln. Aber "durchziehen" kann er das dann natürlilch - zumindest, wenn ich der Bottom bin - nicht.

      Shayleigh schrieb:

      Wozu brauche ich dann die Liste, wenn mich das Safe-Word doch ohnehin vor allem bewahrt, was ich nicht will?
      Natürlich ist nach der Verwendung des Safewords die Stimmung erstmal eine andere. Dom ist da ja auch gegebenenfalls erstmal aus dem Konzept gebracht; hatte sich ja was ausgedacht, was er so nicht umsetzen kann, muss improvisieren... Dementsprechend ist es schon schöner, wenn im Vorfeld abgklärt ist, was geht und was nicht - dann kommt es nicht zu solchen "Brüchen", der flüssige Ablauf der Session wird nicht gestört.

      Shayleigh schrieb:

      Oder gibt es dann Diskussionen: Das steht aber nicht auf deiner Liste, also hast du eben Pech gehabt? Hättest ja dran denken können.....
      Für andere Beziehungen kann ich nicht sprechen; wer eine totale Unterwerfung lebt, wo nur einmal zu Beginn eingewilligt wird, da mag sowas vorkommen - das kann ich nicht beurteilen.
      In meiner Beziehung gäbe es das nicht, und ich würde mich auch nicht auf eine derartige Diskussion einlassen. Ein Tabu ist bei mir aus gutem Grund ein Tabu; man kann darüber sprechen, warum es ein Tabu ist und sich dem Partner erklären, damit er das nachvollziehen kann - aber ich diskutiere nicht, ob es eines ist.

      Shayleigh schrieb:

      Habt ihr eine Tabu-Liste? Wenn ja, steht das wirklich alles drauf, was ihr nicht wollt und Dom darf alles andere machen, was eben nicht drauf steht?
      Nein, haben wir nicht.
      Wie ich im anderen Thread schon geschrieben habe, formuliere ich ganz zu Beginn, wenn man sich erst langsam kennen und einschätzen lernt, eine "Positiv-Liste"; also Dinge, die ich mag.
      Davon ausgehend kann man sich dann gemeinsam +ber die Zeit "vorarbeiten"; zudem lernt man sich ja im Zeitverlauf immer besser gegenseitig kennen und weiß dann um die Trigger der anderen Person.
      Wahrscheinlichkeitsfaktor 1 zu 1. Wir haben Normalität erreicht, ich wiederhole, wir haben Normalität erreicht. Alles, womit Sie jetzt noch immer nicht fertig werden, ist folglich Ihr Problem.
      ______________________________________________________________________________________________________________
      Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind.'
      Tabulisten oder auch Positivlisten sind grad am Anfang einer Beziehung wichtig und hilfreich. Wenn man sich noch nicht so gut kennt und einfach nicht Gefahr laufen möchte eine Praktik anzuwenden,die komplett kontraproduktiv ist für den Verlauf der Session. Ich denke umso besser man sich kennt umso weniger braucht man solche Listen. Ich als Top habe ja kein Interesse daran meinem Bottom zu schaden und das ist doch meist der Sinn eines Tabus, Schaden abzuwenden der durch die ausgegrenzte Aktion entstehen würde. Klar kann man auch sagen ein Safeword reicht aber so wie @Nom_de_guerre auch schon schreibt,im schlimmsten Fall fängst Du dann als Top immer weider von vorne an,weil Du unglücklicherweise immer wieder das Falsche rausgreifst...
      Also, ich persönlich bevorzuge tatsächlich Positivlisten und ermuntere zum Wunschzettelsubdasein am Anfang. Das beinhaltet für mich nämlich einfach nur, dass ich aus einem gemeinsamen Pool an Ideen (Wünschen) schöpfen kann.

      Shayleigh schrieb:

      Wie ist das bei euch? Wie handhabt ihr das?


      Habt ihr eine Tabu-Liste? Wenn ja, steht das wirklich alles drauf, was ihr nicht wollt und Dom darf alles andere machen, was eben nicht drauf steht?
      Nein, ich habe keine Tabuliste.
      Oder sonst irgendwelche Listen, SW oder ähnliches.
      Dafür eine Menge Vertrauen.
      Und Menschen, die es hoffentlich und scheinbar gut mit mir meinen.
      Ich finde Tabulisten anfangs ziemlich... verwirrend...
      Ich hatte zwar auch eine, aber die war in 4 abschnitte geteils...

      Es ist ja schon schwer, alleine weil man vor allem zu anfang garnicht unbedingt weiß, was es für Möglichkeiten gibt...

      Ich hatte die Sachen, wo ich sicher wusste, dass sie niemals für mich infrage kommen...
      Dann hatte ich Sachen die mich reizen, an die ich mich noch nicht rangetraut habe
      Sachen die ich mir momentan nicht vorstellen kann, aber ich finde gerade beim BDSM ist es oft eine Grenzverschiebung die bewusst oder unbewusst vorkommt, daher hatte ich eben viele sachen in der Rubrik vielleicht irgendwann mal...

      Naja... ich denke...
      Das wichtigste ist vor allem Reden..
      Offene/aufkommende Fragen offen und ehrlich kommunizieren.
      und das beiderseits.

      LG
      Wir haben keine Tabuliste, bzw. es gibt kein Schriftstück, in dem irgendwelche Tabus notiert sind.

      Als wir uns kennenlernten und wussten, dass wir eine D/s-Beziehung führen würden, haben wir sehr viel geredet, und dabei kamen auch die Dinge zur Sprache, die bei mir - aus den verschiedensten Gründen - nicht gehen. Mein Herr hat das akzeptiert und es gab nie irgendwelche Diskussionen, auch keine Versuche seinerseits, ein Tabu zu umgehen oder zu ignorieren.

      Das hat mein Vertrauen zu ihm noch mehr gefestigt........und es hat letztendlich dazu geführt, dass ich von mir aus das eine oder andere Tabu aufgehoben habe, manche Dinge versucht habe, die noch vor einem Jahr völlig undenkbar gewesen wären.

      Ich denke, dass eine Tabuliste für manche hilfreich sein kann, weil sie sich dann sicherer fühlen, aber sie ersetzt für mich nicht das Gespräch über die NoGo´s, und sie ist ja nicht in Stein gemeißelt, sprich, man kann sie immer wieder hinterfragen und ggf. ändern.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka

      HerrK schrieb:

      Ob es aber eine Liste sein muss, die man schriftlich oder elektronisch ausfüllen muss, weiß ich nicht.
      ausfüllen muss man die gar nichts
      also , ich denke auch das mündliche Tabu welches ich nenne ist genauso bindet, als wenn ich es irgendwo aufschreibe :lesen:
      sollte weder, das Kurz -noch das Langzeitgedächtnis eines Doms dazu in der Lage sein sich diese Dinge zu merken, hätte ich Befürchtung dass er etwas was er gerade gelesen hat, auch wieder vergisst.
      also wenn man sich nur mit jemanden trifft um mit ihm/ihr bdsm zu spielen dann macht das sicher sinn vorher fesetzulegen was nicht - oder was gespielt werden darf.
      wenn man wie ich nach und nach mehr entdeckt und gefallen daran findet, dann würde ich mir durch eine tabuliste vermutlich selbst das ein oder andere schöne erlebnis verwehren.
      Freut sich immer über liebe PM.s... :)
      Ich habe keine Tabuliste. Das ist bei uns einfach nicht nötig. Wir sind seit Jahren zusammen – BDSM ist erst seit knapp anderthalb Jahren ein Thema für uns. Dadurch, dass wir uns eben schon deutlich länger kennen, sind wir uns sehr vertraut und können uns gegenseitig wirklich gut einschätzen. Dazu kommt noch, dass wir uns in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ähnlich sind. Glücklicherweise trifft das in großen Teilen auch unsere (sexuellen) Vorlieben, Interessen und Fantasien zu, sodass diesbezüglich selten Worte nötig sind. Die Dinge ergeben sich ganz einfach zwischen uns. Es wird selten etwas geplant, insbesondere wenn es darum geht, etwas Neues auszuprobieren. Sowas entwickelt sich bei uns eigentlich von ganz allein, ergibt sich aus der Situation heraus. Es ist bei uns immer ein Miteinander, ein Zusammenspiel.

      Wir kommunizieren sehr sehr viel über Blicke, gehen aufmerksam und achtsam miteinander um, können uns fast immer in die Gedanken des anderen hineinversetzen und haben ein enorm feines Gespür für Stimmungen, Wünsche und Bedürfnisse des anderen. Das ist ein wahres Geschenk und großes Glück für uns! Vieles ist einfach von vornherein ganz klar und es stehen keine Fragen im Raum. Und das, ohne dass wir jemals darüber gesprochen haben! Das war von Anfang an so. Ich habe meine Tabus nie klar definiert und ihm mitgeteilt. Das hat noch nie zu Problemen oder Unsicherheit(en) zwischen uns geführt.

      Ich bin für vieles offen, möchte einfach nicht von vornherein Dinge ausschließen, über die ich nicht ganz sicher sagen kann, dass sie für mich aus dem und dem Grund definitiv nicht gehen / passieren dürfen. Gerade in den letzten Monaten habe ich immer wieder gemerkt, dass meine Fantasien teilweise in ganz neue Richtungen abwandern oder inhaltlich einfach "krasser" werden (hätte er mich vor einem Jahr gefragt, was ich davon halte, diese Dinge mal auszuprobieren, hätte ich ihm vermutlich 'nen Vogel gezeigt!). Von daher denke ich mir lieber "Sag niemals nie", anstatt mir allein aufgrund meiner derzeitigen Vorstellungen und Einstellung die Chance auf etwas zu verwehren, was sich möglicherweise schon ganz bald als etwas sehr Bereicherndes herausstellen und eine schöne Erfahrung sein könnte.

      Was ich mir aktuell nicht – noch nicht, wohlgemerkt – vorstellen kann, sind keine Tabus, sondern eher sowas wie Grenzen. Und die können sich ja überraschend schnell verschieben oder sogar komplett in Luft auflösen. Auch sowas musste ich bisher nie genau definieren und in Worte fassen. Das Gute ist, dass wir vorher beide keine Erfahrungen im BDSM Bereich hatten. Alles, was wir diesbezüglich bisher erlebt haben, haben wir miteinander erlebt – es ist also wirklich von Grund auf eine gemeinsame Entwicklung (fast sowas wie eine gemeinsame "Entdeckungsreise"). Und da wir, wie gesagt, sehr ähnlich ticken, genaue Beobachter sind und über ein recht hohes Maß an Empathie verfügen, können wir einander ziemlich gut einschätzen, sodass sich die Frage nach Tabus und Grenzen einfach nicht stellt. Was dem sicher zuträglich ist: Genauso deutlich, wie ich ihm zeige, was mir gefällt, gebe ich ihm auch zu verstehen / lasse ich ihn spüren, was mir nicht zusagt, ungute Gefühle in mir auslöst oder gerade einfach nicht geht.
      Über Wünsche und Fantasien sprechen wir übrigens auch nur recht selten! Manchmal kommt es mir selber schon total unrealistisch vor: Es keimen irgendwelche neuen Wünsche / Ideen / Fantasien in mir auf und spätestens nach ein paar Wochen setzen wir diese in die Tat um, ohne vorher darüber gesprochen oder auch nur Andeutungen gemacht zu haben. Es ergibt sich einfach so...

      So wie es ist, funktioniert es bei uns jedenfalls sehr gut. Wir brauchen weder eine Tabuliste noch ein Safeword. Und sollte tatsächlich doch mal etwas "schief gehen", wäre das für mich auch kein Weltuntergang. Dann müsste die Session abgebrochen werden, die Stimmung wäre im Eimer und vermutlich würden wir uns erstmal ziemlich blöd und schlecht fühlen. Aber wir würden uns gegenseitig auffangen. Und natürlich würden wir ausführlich über das Erlebte sprechen; darüber, was da im Einzelnen nicht gestimmt hat, wo das Problem gelegen hat und warum das so war / ist. Und dann wär's auch wieder gut. Mein Vertrauen zu ihm würde darunter nicht leiden – so schnell geht's wirklich nicht. Und zu wirklich schlimmen Grenzüberschreitungen könnte es bei uns gar nicht kommen, denke ich. Dafür ist unsere Kommunikation einfach viel zu intensiv: Er liest mich und ich lese ihn – und wir sprechen dieselbe Sprache! Sowas wie "Selber schuld, du hast ja nichts gesagt!" gibt es bei uns nicht, schließlich ist ihm daran gelegen, dass es mir gut geht, ich mich (mit ihm) wohlfühle und dass wir letzten Endes beide etwas Positives aus dem ziehen, was da zwischen uns stattfindet. Davon abgesehen hat er grundsätzlich überhaupt kein Interesse daran, irgendwas zu tun (oder mich tun zu lassen), was mir voll und ganz widerstrebt, mir Angst macht oder mir in irgendeiner Form schaden würde / könnte. Das würde ihm nichts geben. Er ist da schon sehr rücksichtsvoll. Ich habe keine Angst davor, dass er etwas machen oder von mir verlangen würde, was für mich eine ernsthafte Belastung darstellen würde. Ich fühle mich bei allem, was wir tun, ganz sicher und geschützt.

      Würde man mich ganz konkret nach meinen Tabus fragen, kämen mir als erstes wahrscheinlich Handlungen und Szenarien in den Sinn, die ich unweigerlich mit traumatischen Erlebnissen meiner Vergangenheit in Verbindung bringen würde bzw. die mich daran erinnern würden und unter Umständen zu Flashbacks führen könnten. Da mein Liebster / Herr aber um diese Erlebnisse und deren Folgen / Auswirkungen weiß, wird es niemals zu Situationen kommen, die auch nur annähernd in diese Richtung gehen. Das sind aber keine Tabus, sondern ist für uns beide selbstverständlich. Das musste ich nie extra nochmal erwähnen. Ebenso selbstverständlich ist es für uns, dass immer darauf geachtet wird, dass sowohl mein seelisches als auch mein körperliches Wohl niemals ernsthaft gefährdet wird und nachhaltig Schaden davonträgt. Das hat oberste Priorität.


      Würde ich jetzt allerdings "nur" einen Spielpartner suchen, wären diese Selbstverständlichkeiten natürlich nicht mehr selbstverständlich, da es nun mal seine Zeit braucht, bis man sich wirklich kennt und einschätzen kann. Ohne intensive Gespräche (nicht nur im BDSM Kontext!), klar festgelegte Grenzen und eine gewisse Vertrautheit würde ich mich darauf gar nicht einlassen (können und wollen). Das wäre mir zu gefährlich. Außerdem muss ich einen Dom auch als Menschen kennen, um herausfinden zu können, ob es wirklich passt.
      Ich habe am Anfang meiner "Subkarriere " eine sehr weit gesetzte Tabuliste gehabt .
      Die immer kleiner wurde je mehr ich mich hier durchs Forum wühlte - Spielarten und ihre Wirkungsweisen erfassen konnte u d auch als Kick für mich erlebte .
      Nun habe ich ein Beziehung in der wir bewusst auf Tabus verzichtet haben - um an der Grenze spielen zu können und neue Erfahrungen zu machen die uns gemeinsam weiter entwickeln.
      Wir arbeiten dabei mit einem sehr intensiven Austausch - er kann mich sehr gut lesen , ich verstecke mich aber auch nicht mehr und öffne mich dafür .
      Wir haben tatsächlich nur ein einziges Tabu , eines das aus einer früheren Spielbeziehung kommt , in der ich einen totalen Vertrauensverlust erlebt habe , diese Spielart ist deswegen als einziges Tabu von mir benannt , er würde es auch nicht fordern , da er sich viel zu sehr daran erfreut mich nicht aus den Augen zu lassen .
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont