Automasochismus, sich selbst schlagen... macht ihr das?

      Wenn man ohne Dom ist und den Lustschmerz mag, ist das eine kleine Alternative, aber bei weitem kein Ersatz, als wenn es ein Dom macht.
      Es ist ein riesen Unterschied, wenn er den Lustschmerz zufügt, da er die Intensität bestimmt, zusätzlich setzt er an Stellen an,
      wo man selber evtl. nicht hinkommt. Meine Konzentration gilt nur ihm, kann mich dabei richtig gehen lassen, daher spüre ich intensiver.

      Bei der Selbstbefriedigung setze ich auch ab und an Klammern an mehreren Stellen, oben wie unten,
      als Effekt des Hinauszögerns vom Orgasmus. Aber es kommt nicht annähernd an das Resultat eines Doms ran.

      Selfbon., auch dabei, könnte ich nie Fesseln so einsetzen wie ein Dom, es gibt mir nichts, wenn ich es an mir selbst vollbringe.
      Zudem stellte ich fest, dass ich ganz schön aufpassen muss, nicht tief zu fallen, denn es ist niemand da, der mich auffängt.
      Da ich sehr sensitiv (seel.) auf Fesseln reagiere, weiß ich, dass ich lieber nicht Selfbon. an mir selbst betreibe, das sollte einem Dom zustehen.
      Abgestimmt habe ich nicht, da ich mich weder als Sub, Dom noch als Switch sehe. Ich bin Masochistin aus rein egoistischen Gründen.

      Aber um die Frage zu beantworten: Ja. Ich schlage mich nicht selber, aber ich füge mir selbst Schmerzen zu. Brennesseln oder heißes Wachs z.B. eignen sich dafür ganz wunderbar. Und meine bevorzugte Körperstellen kann ich selber gut erreichen. Eigentlich mag ich die Ruhe und Konzentration, die dies erfordert. Wenn ich die Augen schließe, spüre ich nur den Schmerz und es ist unerheblich, wer ihn erzeugt.

      ... Aber ich kann nicht komplett abschalten. Ich spüre den Schmerz, ich hebe ab, fange an zu schweben. Im nächsten Moment lande ich wieder auf den Füßen weil ich umschalten muss auf Konzentration. Ich halte die Kerze, suche ein neues Blatt der Brennessel und lege es auf. Den Subspace werde ich so nie erreichen. Vielleicht sowieso nicht durch diese Methoden, die keine große Schmerzsteigerung erlauben. Der Schmerz erreicht immer das selbe Niveau, das er hält. Nicht mehr. Steigern lässt er sich nicht. Ich komme nie an meine Grenzen, werde sie nie überschreiten können. Ich habe keine Erfahrung mit Peitsche oder Rohrstock, habe auch eigentlich kein besonderes Interesse daran, aber könnte mir vorstellen, dass sich der Schmerz damit beliebig steigern lässt?

      Was beim Automasochismus natürlich auch fehlt, ist der Reiz der Unberechenbarkeit, da ich ja vorher genau weiß, wo, wann und wie der Schmerz kommen wird. Was andererseits auch ein Vorteil ist, da ich den Schmerz eben genau dort hervorrufen kann, wo ich ihn gerade haben möchte.


      @Snowflake: ich verstehe genau was du meinst. Wenn man alleine ist, muss man höllisch aufpassen, wie weit man geht, je nachdem welche Methoden man verwendet. Es ist dann tatsächlich kein zweites Augenpaar dabei, das einen stoppen kann, wenn es doch zu weit geht. Wenn man alleine ist, ist es noch wichtiger, sich klare Grenzen zu setzen und sie einzuhalten. Wenn man sich da nicht völlig sicher ist, dass man das auch kann sollte man es lieber sein lassen (bzw. von bestimmten Methoden Abstand nehmen.)

      Snowflake schrieb:

      Denn wann ist es Auto-Masoschismus und wann eine Selbstschädigung? Wo ist da die Grenze zwischen gesund und ungesund?

      Meine persönliche Definition ist:
      Ich füge mir Schmerzen zu wenn es mir gut geht und weil es mir dabei gut geht (ich kann das tatsächlich auch nur in einem positiven Grundzustand) und deshalb ist es Automasochismus.
      Wenn ich mir Schmerzen zufüge weil es mir schlecht geht (was ich persönlich nicht kann, weil mein Körper dann automatisch auf Abwehr umschaltet), ist es SVV.
      "There must be something else, there must be something good, far away" (Chris Cornell)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vinterbarn ()

      Mir gibt dieses Selfspanking nichts.
      Bei mir hat es viel mit Interaktion zu tun. Und das geht nunmal nur mit einem Gegenüber.

      Klar, hab ich mir schon mal Wachs an Stellen gegossen, oder mir mal eine mit dem Gurt übergezogen. Aber dies eigentlich nur aus „wissenschaftlichen Zwecken“. Ich kann so gut einschätzen, ob ich den Schmerz in Lust umwandeln kann. Die Lust kommt dann aber wie bereits gesagt nur mit der Interaktion/Reaktion eines Gegenübers.
      Mir geht es wie @GreenBlueEyes. Alleine bringt mir das nichts - ich brauche dafür ein (dominantes) Gegenüber. Interaktion ist das Stichwort.
      Wenn ein Machtgefälle wahrnehmbar ist, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass ich den Schmerz genießen kann und er mich erregt (wobei es natürlich auch von der Stimmung abhängt).

      Ich habe es schon mal alleine ausprobiert (mit einem Gürtel auf den Rücken), aber es hat mir überhaupt nichts gegeben.
      Wachs macht mir schon mehr Freude, aber mit Lust oder Masochismus hat das nichts zu tun. Ich mag einfach das Gefühl von heißem Wachs in der Handfläche oder auf dem Unterarm (tut auch nicht wirklich weh).
      Liebe ist nicht alles, aber ohne Liebe ist alles nichts.
      ja, ich füge mir ( gelegentlich ) selbst Schmerzen zu. Am Liebsten auf Anweisung und vor der Kamera, nur für die Augen meines Partners, da wir uns nicht so oft sehen können wie wir gerne möchten.
      Auch zum Testen der neuen ( selbstgemachten ) Schlaginstrumente bevor ich sie meinem Partner schenke. Da wurde mir seinerseits aber auch schon Einhalt geboten weil mir die Rosshaarpeitsche zu gut gefallen hat :D
      Wenn ich mich mal selbst befriedige dann geht ohne Schmerzreiz nix mehr. Wobei das auch früher nicht gut geklappt hat, wahrscheinlich weil ich denn Schmerz dabei schon immer brauchte und es nur nicht wusste.
      Nach einer Session, die ich brauchte um seelischen Schmerz abzubauen oder besser umzuwandeln (er wusste natürlich bescheid ) habe ich begriffen wie reinigend Schmerz sein kann, und ich kann mir vorstellen, das auch ohne sexuelle Komponente zu probieren ( bisher hatte ich aber kein Bedürfnis danach ).
      Tatsächlich holt sich mein Körper was er braucht, wenn wir lange keine Session hatten stoße ich mich vermehrt, renne gegen Türen, Tische, Ecken, Bettkanten oder so ein Quatsch. Das gibt mir aber überhaupt nichts außer, dass es mich extrem nervt :dash:
      " Wie ein Adler aus dem Blauen ist der Schmerz der seine Klauen jählings scharf ins Fleisch dir schlägt, aber dann mit starkem Flügel über Wipfel dich und Hügel zu des Lebens Gipfeln trägt"
      Emanuel Geibel
      So, das ist hier ein Thema um das ich ständig herum schlich.

      Ich habe mich früher mal selber verletzt. Auf eine sehr harmlose Art und Weise. Es hat keine bleibenden Spuren hinterlassen (keine Narben), ich brauchte nie medizinische Hilfe. Und ich fühlte mich auch nie in der Gefahr, dass es sich steigern und ausufern könnte. Ich war in meinem Tun sehr kontrolliert und wusste genau, wieso ich es mache und wofür ich es brauche. Ich habe mich trotzdem lange Zeit deswegen sehr schlecht gefühlt, weil ich unter dem gesellschaftlichen Druck stand, dass so ein Verhalten nur falsch und krank wäre. Für meinen damaligen Partner war es irgendwie schrecklich, was mir leid tat.


      Mittlerweile habe ich ein anderes Verhältnis dazu. Ich spüre, dass es für mich Entlastung in starken Stresssituationen schaffen kann. Ich empfinde es als Genuss, meinen Körper auf diese Art und Weise spüren zu können (manchmal dann, wenn meine geistigen Aktivitäten überhand nehmen).

      Allerdings gebe ich zu, dass die Spuren, die dabei entstanden andere Menschen vermutlich total schockieren würden. Ich würde sie verstecken müssen (was im Sommer blöd ist) und als mein Sohn da war wollte ich nicht, dass er so etwas an mir sieht. Also verzichte ich darauf. Aber ich habe häufiger Sehnsucht und Bedürfnis danach. Nach dieser Art Schmerzgefühl.


      Mein Sir hat es mir verboten, als er davon erfuhr. Es war das erste Verbot was er mir gegenüber aussprach und ich war total fassungslos damals, als er das formulierte. Er hat schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, die sich selber verletzten. Eben genau, dass sie die Kontrolle darüber nicht mehr haben und es gefährlich oder ernsthaft körperlich schädigend wurde.

      Er würde es lieber selber tun wollen, wenn ich Bedarf habe, weil er die Kontrolle hätte und entscheiden könnte, wann es genug ist.

      Er ist aber oft nicht da, wenn ich es bräuchte. Und der Schmerz und die Spuren von ihm sind nicht vergleichbar und nur ein Ersatz. Dennoch lasse ich mich darauf ein, dass ich es nicht mehr selber mache, sondern die Möglichkeit habe, es im BDSM mit ihm auszuleben und mir gut tun zu lassen. Ein wenig verschiebt sich dadurch auch der Fokus. Ich kann Lust und Entspannung auch immer mehr ohne Schmerz genießen und erreichen.

      :gruebel:

      E`s d (Liza)