Sub erfahrener als Dom? Schwierigkeiten und Tipps

      Sub erfahrener als Dom? Schwierigkeiten und Tipps

      Hallo liebe Community, :hi:

      ich bin über beide Ohren verknallt. :rot:
      Habe seit ein paar Monaten eine ziemlich frische Liebschaft. Nach einigem erfolglosem Online-Dating, habe ich einen Mann im "reallife" (zufällig in der Uni) kennengelernt und bereits beim ersten Date haben wir uns mehr oder minder voreinander geoutet. (Ich Sub, er Dom) Durch stundenlange Gespräche haben wir schon unsere gemeinsamen Vorlieben und No-Gos abgesteckt, was ja schonmal ein ziemlich guter Anfang war (meiner Meinung nach). Auch haben wir bereits einige Dinge spielerisch ausprobiert.

      Nun ist diese Situation in vielerlei Hinsicht neu für mich. Es ist das erste Mal, dass ich echte Gefühle für einen Mann entwickle, der gleichzeitig mein Dom ist. Als wäre diese neue Situation nicht schon aufregend und schwierig genug, bringe ich auch mehr "technische" Erfahrung mit als er. Soll heißen: Ich habe in einigen Bereichen z.B. SM bereits mehr Erfahrung gesammelt als er. (Obwohl ich natürlich selbst, noch nicht "alles" weiß)
      Meine bisherigen Doms waren alle mehr oder minder erfahren. Damit meine ich, dass sie ihren persönlichen Stil bereits gut kannten und auch die relevanten Techniken (also die auch konkret gespielt wurden) beherrschten.

      All dieses Neue stellt mich doch vor einige Unsicherheiten und vielleicht kann mir der oder die ein oder andere hilfreiche Tipps zu meinen vielen Fragen geben.

      Meine erste Frage geht an die Doms.
      Wie war es bei euch, als ihr Anfänger bzw. Einsteiger in dem Bereich wart? Welche (unerwarteten) Schwierigkeiten kamen auf euch zu und wie kann ich als Sub meinem Dom möglicherweise helfen, dass einfacher zu gestalten/Fehler zu vermeiden?
      Mir ist bewusst, dass hier wohl vor allem Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist. Ich habe auch nicht vor z.B. meine Schmerzgrenze zu "vergessen", nur weil er gerade so schön in Fahrt ist und ich ihm ein Erfolgserlebnis bescheren will. So bin ich nicht :rolleyes:
      Aber vielleicht hat der ein oder andere, einen "Profitipp"?


      Eine weitere "Schwierigkeit" ist dass, er und vor allem ich gerne :whistling: endlich Schlaginstrumente z.B. den Flogger ausprobieren würden. Und da stehen wir vor dem Problem, dass er ja absolut keine Erfahrung hat und wir ungern einfach "drauf loshauen" wollen. Ich habe bereits in vielen Büchern/Foren/Videos gesehen und gelesen, dass viele BDSMler ausschliesslich einen Workshop empfehlen, um dies zu lernen. Problem: Beide Studenten, immer blank. Gibt es vielleicht einen günstigeren (und vor allem anonymeren Weg) gewisse Dinge zu erlernen?[/b] Freunde die uns das zeigen könnten, haben wir keine. :sofa:


      Und meine letzte Frage dreht sich eher um das Thema "Dominieren von unten". Das Letzte was ich will, ist ihm einen "Fahrplan" vorzuschreiben.
      Ich provoziere ihn das ein oder andere Mal gerne spielerisch oder bringe ihn auch "ganz von selbst" und "ausversehen" :whistling: auf eine Idee. Das ist auch Teil unserer Dynamik.
      Wenn ich frech bin, oder mit nem fetten Grinsen sage - ach des wäre ja sooo schlimm - :thumbsup: kriegt er immer einen kleinen "Kreativitätsschub" was man Neues ins Spiel (z.B. in Form einer Strafe) einbinden könnte. Was ich auch toll finde. Trotzdem erwische ich mich manchmal, dass ich mir denke dass es noch nicht hart genug gewesen wäre oder er zu früh hat gut sein lassen. Also schlicht, dass ich noch nicht an meiner Grenze war.

      Ich hab ihn dann auch mal bei einem ruhigen Spaziergang darauf angesprochen und ihm das genauso geschildert, auch dass er keine Angst haben muss mir "ernsthaft wehzutun", da ich ja immer meine Safewörter hätte und die auch benutzen würde. Er hat das auch sehr positiv aufgenommen.

      Ich hab bloss noch viel Angst davor ihm allzu viele eigene Vorschläge zu machen bzw. ihn "jedes Mal" zu kritisieren, weil ich die Befürchtung habe, dass
      a. In seinem Selbstfindungs und Lernprozess gehemmt wird.
      b. Es irgendwann eben nur noch nach meinem Schema abläuft und er seine eigene Kreativität blockiert.

      Vielleicht sehe ich das falsch und ich sollte nach jedem Spiel ausführlich kritisieren? Wie sind eure Meinungen dazu?



      Puuuh ein wirklich langer Thread und ich bedanke mich jetzt schonmal an jeden, der sich die Zeit und die Muse nimmt mir den ein oder anderen Tipp zu geben. :thumbsup:
      Liebe Grüße an euch da draussen.
      - Liebeskind



      Also ich würde es nicht so verbissen sehen, genießt eure Liebe und testet aus. Ich finde es in dieser Konstellation total ok, dass Du im viele Denkanstöße gibst, irgendwann wird er dann hoffentlich die Führung für sich beanspruchen. Was die Schlagwerk betrifft, nehmt doch erstmal das nahe liegendste , seine Hand. Und testet aus mit viel Feedback zwischendurch damit er weiss ob härter oder nicht. Dann könnt ihr ja einfach neue Sachen wzs dem Hazshalt austesten.Natürlich wirst Du dich nicht so gut fallen lassen können und er wird noch Unsicherheit spüren aver der Invest wird sich auszahlen. Evtl lohnt sich auch die ein oder andere Lektüre von Fachliteratur ?
      Catch me if you can...
      Also prinzipiell sehe ich kein großes Problem darin, wenn Sub mehr Erfahrung hat als Dom.
      Schwierig würde es für mich nur werden, wenn der Dom sich seiner Neigung noch nicht so wirklich bewusst ist und vielleicht erstmal selbst noch beide Seiten ausprobieren möchte.

      Safewort ist ja so eine Sache. Letztlich ist ja immer im Kopf, das Safewort nur im Notfall zu gebrauchen, da es zumindest die Meisten so nutzen, dass es zum direkten und totalen Abbruch der Session führt. Vielleicht könnt ihr das durch den Ampelcode erstmal etwas erleichtern? Grade beim Schlagen geht das doch sehr gut...so kriegt er mehr Rückmeldung von Dir die er einordnen kann.
      Was das Schlagen angeht, schau mal hier auf der Hauptseite unter "Grundlagen", "SM-die Ausführung", da ist sehr schön beschrieben worauf man achten sollte.
      Ich würde jetzt auch wirklich nicht behaupten, dass Jeder der einen Flogger in die Hand nehmen will erstmal einen Workshop dafür besuchen sollte.
      Mit einer Bullwhip sieht das dann wohl schon wieder anders aus. ^^

      Kritisieren hört sich direkt ein wenig nach Bevormundung an im ersten Augenblick...aber ihm einfach ausführliche Rückmeldung zu geben finde ich schon wichtig.
      Gerade am Anfang wenn man dabei ist sich kennenzulernen. Du kannst ihm ja immer sagen, wie es Dir womit gegangen ist.
      Letztlich wird er sich dann im Idealfall selbst daraus den Weg basteln und Du musst ihm keine Vorgaben machen.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!
      Dieses Thema ist sehr Interessant und hatte ich letztens in einem anderen Zusammenhang.

      Erfahrene Sub und Neuling als Dom ist natürlich wesentlich Schwieriger als anders herum da es auch schnell zu Topping from the Bottom kommen kann. Und das gerade für einen Unerfahrenen Dom ziemlich schräg ankommen kann. Aber ansich ist es kein Problem wenn er auch offen für Rückmeldungen ist, solange es nicht gerade mitten in der Session passiert. Ihr solltet es geniessen was Ihr habt und versuchen mit viel Kommunikation EUREN weg zu eurem Sexualleben zu finden.

      Eigentlich würde mich über weitere Informationenn wie es bei euch ausschaut freuen. So manch Unerfahrener Dom hat das Problem das er keine Sub findet weil erfahrene Sub " keine Lust " hat Ihren Dom auf den richtigen Weg zu bringen. Witzigerweise wird andersherum immer als ganz normal angesehen. Vielleicht wird auf diese Weise so manch erfahrene Sub auch Geschmack an solchen Experimenten finden und sich auch mal einen unerfahrenen Dom nehmen.

      Ich wünsche euch ganz viel Spass und Freude und eine schöne Lernzeit für Ihn.


      Rimsbold
      Norden, Süden, Krieg und Frieden, Chaos, Ordnung, Liebe, Hass
      Unwahrheiten, Ehrlichkeiten bringe ich in jede Stadt
      Trauer, Freude, Tod und Leben, will ich nehmen, will ich lassen
      wenn der Narr dann weiterzieht, wird man ihn lieben oder hassen
      ( R.I.P. Schelmish 15.12.2012 )
      ich mache jetzt mal einen Zusatz extra (weil like und so):

      meiner Erfahrung nach ist es eh so, dass man mit jeder neuen Beziehung (welcher Form die auch immer sein mag) auch neu zusammen anfängt.
      Man mag vielleicht in der einen Beziehung eine Spielart gar nicht und in der nächsten findet man es dann auf einmal toll, weil es wieder ganz anders und mit völlig anderem Gefühl dahinter stattfindet.
      Von daher...sehe ich jahrelange Erfahrung jetzt nicht unbedingt als Vorteil an.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!

      Liebeskind schrieb:


      Meine erste Frage geht an die Doms.

      Wie war es bei euch, als ihr Anfänger bzw. Einsteiger in dem Bereich wart? Welche (unerwarteten) Schwierigkeiten kamen auf euch zu und wie kann ich als Sub meinem Dom möglicherweise helfen, dass einfacher zu gestalten/Fehler zu vermeiden?

      Mir ist bewusst, dass hier wohl vor allem Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist. Ich habe auch nicht vor z.B. meine Schmerzgrenze zu "vergessen", nur weil er gerade so schön in Fahrt ist und ich ihm ein Erfolgserlebnis bescheren will. So bin ich nicht :rolleyes:

      Aber vielleicht hat der ein oder andere, einen "Profitipp"?



      Also, als Profi würde ich mich definitiv nicht beschreiben. Aber ich bin noch in meiner Findungsphase als Dom und kann Dir zumindest beantworten, welche Schwierigkeiten ich dabei habe.

      Mein größtes Problem ist die Angst, meine Partnerin zu überfordern und zu egoistisch zu sein. Oft habe ich Gedcanken im Kopf, die ich total scharf finde, die ich sogar mit meiner Partnerin bespreche und diese die Ideen für gut hält, und scheitere dann in der Ausführung doch einfach daran, dass ich denke, dass kannst Du nicht machen. Oder mir sage, dass sie ja auch unbedingt zu einem Orgasmus kommen muss. Solche Gedanken verhindern dann natürlich die absolute Dominanz. Als Besonderheit dabei gilt allerdings, dass wir beide uns in diesem Sektor neu bewegen und die Angst daher auch nicht ganz unbegründet ist.

      Was hilft mir? Das, was hier immer gesagt wird: reden. Wenn @Pienkie mir immer wieder versichert, dass das alles so okay ist, sie das wirklich will, traue ich mich mehr. Und so werden dann Stück für Stück doch alle möglichen Ideen umgesetzt.

      Ebenfalls sehr hilfreich finde ich ein Tagebuch, das Pienkie schreibt und wo sie ihre Fantasien und Reflexionen zu unseren Treffen reinschreibt. Somit habe ich die Chance, noch eher zu erfahren, worauf sie steht, was sie anmacht.

      Des weiteren haben wir ein Strafenbuch, in dem ich Strafen für Verfehlungen reinschreibe. Bisher kommt es immer wieder vor, dass ich durch eine Strafe eine neue "Technik" einbringen, die Menge an Schlägen erhöhe, etwas erniedrigerendes mache etc.

      Was ich allgemein wichtig finde und hier im Forum auch immer wieder mal irritierend finde: jede Form von BDSM ist anders. Hier kommen öfter mal Kommentare von "alten Hasen" (nicht despektierlich gemeint :dance2: ), was ein richtiger Dom so alles tun und können muss. Streckenweise ist das ziemlich hartes Zeug (Credo: mein Dom darf alles, oder so). Da fühle ich mich dann wie ein Kuschel-Dom oder halt der belächelte Wunschzettel-Dom. Fakt ist aber, dass ich noch gar nicht da bin (und Pienkie auch nicht), und ich auch nicht weiß, ob ich da überhaupt hin will, so extrem dominant zu sein. Warum schreibe ich das? Ich glaube, für einen Neuling als Dom ist es nicht immer hilfreich, auf die anderen zu schielen.

      Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Spaß auf eurer Reise.

      Vielleicht sehe ich das gerade falsch aber den Dom kritisieren?
      Schließlich kann er ja während einer Session machen was er "will".

      Damit meine ich natürlich, das hinterher nicht drüber gesprochen werden soll aber mich macht es eigentlich stolz wenn mein Dom an mir wächst, quasi.

      Und so ganz unerfahren ist er ja auch nicht :yes:
      Sollte er Fehler machen, kannst du ja drüber lachen ( bitte vorher absprechen!) und prompt folgt dann deine Strafe dafür. :D :pardon:
      :dance: :dance2:

      Lieber alles ausprobieren und sagen es war nichts, als niemals etwas zu erleben.
      Ich würde meinen dass, das auch auch gut funktionieren kann.

      Jedes Paar hat doch sein ganz individuelles BDSM, das sich im besten Fall aufgrund von Austausch und Feedback zwischen den Partnern immer mit den individuellen Vorlieben usw. weiterentwickelt.
      Vielleicht lässt sich der Dom anfangs auch von Sub inspirieren. Daran ist nichts Schlimmes. Heißt ja auch nicht, dass das in dieser Phase stecken bleiben muss.... oder ihr das schlimm finden müsst.

      Entscheidend ist, dass ihr eure Neigung auslebt und beide daran Spaß habt.
      Es gibt ja auch genügend BDSM Paare in der intern Sub bestimmt wie weit das Spiel geht. Und dann gibt es Paare in denen Sub so rein gar nichts zu sagen hat.
      Ihr könnt euch doch diesbezüglich positionieren wie ihr wollt... und an der Schraube des Machtverhältnisses nach euren Bedürfnissen drehen und entwickeln.
      Hallo,

      Danke erstmal für eure Antworten. Ich versuche jetzt mal in zwei drei Posts darauf einzugehen.

      Viva schrieb:

      Was die Schlagwerk betrifft, nehmt doch erstmal das nahe liegendste , seine Hand.
      Ja mit seiner Hand habe ich bereits reichlich Erfahrung gemacht ;D Wir sind also eben gerade bei einem Levelaufstieg. :engel:

      Rimsbold schrieb:

      Eigentlich würde mich über weitere Informationenn wie es bei euch ausschaut freuen. So manch Unerfahrener Dom hat das Problem das er keine Sub findet weil erfahrene Sub " keine Lust " hat Ihren Dom auf den richtigen Weg zu bringen.
      Hmm ich glaub bei meiner ersten Beschreibung ist er unerfahrener und unbeholfener rübergekommen, als das tatsächlich der Fall ist.

      Tatsächlich ist es wohl so, dass auch er seine Neigung mehr oder minder seit Jahren auslebt. Er hatte aber eben eher dominanten, harten Sex was ihm auch bis dato erstmal genügte.
      Doch hat dies nie in dem BDSM Kontext gelebt. Er ist Sadist, ist aber in der Schlagwerkzeug Umsetzung neu (ich hoffe das war verständlich :pardon: )
      Jedoch hat auch er mir bereits einiges Neues gezeigt, wo er schon bereits zu Hause ist und ich mich noch finden muss ;)

      Unsere Beziehungsform bauen wir gerade gemeinsam auf. So wie wir das handhaben, fühlen wir uns beide super wohl mit.

      Aber mal zum eigentlichen Kern deines Zitats: Unerfahrener Dom findet keine Sub.

      Hand aufs Herz. Es war "Liebe auf dem ersten Date". Ich war mit ihm ganz spontan nach der Arbeit essen und wusste sofort, dass er "gut und richtig" für mich ist. Ich hatte keine Zweifel und war mir ihm sicher. (Wenn man mich kennt, weiß dass das 180 Grad meines normalen Verhaltens ist). Da kannte ich noch nichtmal die Ausprägung seiner Neigung.
      Hätte eine böse Enttäuschung werden können, ist es aber bisher nicht.

      Was ich sagen will, ich denke wenn wir uns nur auf der Ebene des BDSM kennengelernt hätten, wäre er auch für mich relativ uninteressant gewesen. Wie du schon sagst ich hätte nicht unbedingt "Lust gehabt" viel Zeit und Energie zu investieren, in eine reine Spielbeziehung die mich nicht immer auf meine Kosten kommen lässt und vielleicht schneller vorbei, als dass sie angefangen hat.

      Doch dadurch, dass mich auch der Mensch so faziniert, müssen wir nicht immer alles sofort haben und können uns langsamer ranwagen. Und jetzt hör ich mal lieber auf von ihm zu schwärmen, bevor hier jemand Diabetes von dem ganzen Geschnulze bekommt oder Flamingos kotzt :rofl:

      LG Liebeskind
      Hallo Darwin,

      ich finde deine Antwort von den bisherigen sogar mit am Hilfreichsten, da du selbst gerade mitten in der Findungsphase steckst und ich glaube, das mein "Hasi" wohl ähnliche Schwierigkeiten hat wie du.

      Darwin schrieb:

      Mein größtes Problem ist die Angst, meine Partnerin zu überfordern und zu egoistisch zu sein. Oft habe ich Gedcanken im Kopf, die ich total scharf finde, die ich sogar mit meiner Partnerin bespreche und diese die Ideen für gut hält, und scheitere dann in der Ausführung doch einfach daran, dass ich denke, dass kannst Du nicht machen. Oder mir sage, dass sie ja auch unbedingt zu einem Orgasmus kommen muss. Solche Gedanken verhindern dann natürlich die absolute Dominanz. Als Besonderheit dabei gilt allerdings, dass wir beide uns in diesem Sektor neu bewegen und die Angst daher auch nicht ganz unbegründet ist.
      Ich merke, dass es ihm wohl auch oft so geht. Da droht er mir 20 Schläge an und lässt es nach 10 gut sein, da ich schon feuerrot bin. (Fluch und Segen einer sehr hellen Haut)
      Wo ich dann aber insgeheim auf 30 gehofft habe. :rofl:

      Und ich war noch nie gut im "um Strafen bitten" und will ihm dann auch nicht mittendrin reinquatschen, da ich ja nicht ahnen kann ob die restlichen 10 oder 20 nur zeitverzögert kommen. ;D Da müssen er und ich noch daran arbeiten unser Level zu finden.


      Ich habe letzhin ein super E-Book gelesen. Ich bin mir nicht sicher, in welcher Form ich hier Buchempfehlungen geben darf, deshalb erzähle ich mal aus dem Inhalt und kann dir bei Interesse den Tipp als PN schicken.
      Das Buch ist von einem sehr erfahrenen "Master" geschrieben und ist eigentlich eine Anleitung zur 24/7 Beziehung. Ist in der Form nicht unbedingt mein Ding, aber ich fand Masters Einstellung zu BDSM so richtig und so gut, dass ich es einfach lesen musste! :rot: Und vieles kann man auch lernen, wenn man nicht unbedingt 24/7 (sofort) leben möchte, da es eig primär um die Grätsche zwischen Liebesbeziehung und BDSM geht.

      Einerseits verwendet er das klassische Ampelsystem mit ein paar extra steps. (So gibt es z.B. Gelb für ein körperliches HöchslLimit und Orange für ein emotionales).
      Parallel dazu arbeitet er noch mit einem Zahlensystem/Fingersystem. Er bittet seine Sub, nach ein paar Schlägen den Härtegrad mittles der Finger anzuzeigen.
      1. steht hier für "ich spüre eig fast gar nichts"
      3. für "genau das richtige Level"
      5. kurz vor Gelb (Gelb wäre sogesehen hier der 6. Finger)

      Ich habe meinem Dom das bereits vorgeschlagen und wir wollen es auf jeden Fall sobald es ans "eingemachte" SM geht anwenden.

      Vielleicht kann euch das auch weiterhelfen? Da man eine ständige Kommunikation, ohne Bevormundung der Sub hat.


      Darwin schrieb:

      Was ich allgemein wichtig finde und hier im Forum auch immer wieder mal irritierend finde: jede Form von BDSM ist anders. Hier kommen öfter mal Kommentare von "alten Hasen" (nicht despektierlich gemeint ), was ein richtiger Dom so alles tun und können muss. Streckenweise ist das ziemlich hartes Zeug (Credo: mein Dom darf alles, oder so). Da fühle ich mich dann wie ein Kuschel-Dom oder halt der belächelte Wunschzettel-Dom. Fakt ist aber, dass ich noch gar nicht da bin (und Pienkie auch nicht), und ich auch nicht weiß, ob ich da überhaupt hin will, so extrem dominant zu sein. Warum schreibe ich das? Ich glaube, für einen Neuling als Dom ist es nicht immer hilfreich, auf die anderen zu schielen.
      Ich muss sagen, ich kenne dieses Problem. Ich kann mich noch an eine Chatdiskussion von vor ein paar Monaten sehr lebhaft erinnern. Ich habe "laut" von einem Dom geträumt, der eben nicht nur die Führungsqualitäten mit sich bringt, sondern eben auch gewisse körperliche Attribute (so stehe ich zum Beispiel sehr auf große Männer über 1,8 besser noch 1,9 oder fast 2m. Trotzdem eben sehr muskulös). Uuuuuh ganz grosser Fehler, ich wäre eine Wunschzettelsub und andere Dinge wären doch erstmal primär viel wichtiger. und das ich sehr oberflächlich wäre. Ich verstehe das "Problem" mit der Aussage bis heute nicht. :bahnhof: Mir ist bewusst, dass niemand perfekt ist, aber man wird ja wohl noch von seinem persönlichen Optimum träumen dürfen.


      Man muss manchmal doch sehr vorsichtig sein, was ist Erfahrungsaustausch und wo beharrt der ein oder andere auf "den einzig richtigen Weg". Bin ich eine Tänzerin, wenn ich nur einmal die Woche zum Training gehe, oder muss ich wirklich 5 mal die Woche trainieren um das zu meinen Hobbys zählen zu dürfen. Ist ein Vegetarier, der einmal im Monat Fleisch isst, keiner mehr?

      Letztendlich verstrickt man sich manchmal viel zu sehr in Definitionsfragen, die einem auch ziemlich schnell den Spaß an einer Sache rauben können. Deswegen meine Meinung: Das Wichtigste Credo ist das, welches du mit deiner Pienke ausarbeitest, aber über den Tellerrand schielen und sich umhören kann auch nicht schaden. :thumbup:

      LG Liebeskind
      @Darwin Oh ich habe noch vergessen was zu fragen. Geht natürlich aber auch an alle 8o

      Was glaubst du/ihr ist besser?

      Ich bin eigentlich die Meiste Zeit sehr brav und sehr folgsam. Manchmal wäre ich gerne ein bisschen frecher :frech: und würde gerne z.B. Arbeitsverweigerung machen. Grund dafür: Mir macht das Spaß ihn zu provozieren und hoffe eigentlich dadurch ein bisschen was aus ihm herauszukitzeln. Ich habe dann aber auf der anderen Seite ein bisschen Angst, dass ihn Ungehorsam überfordert und er nicht weiß dem zu entgegnen. Wo wir dann wieder bei Topping from the Buttom wären.

      Wie ist das bei dir? Motiviert dich das eher, gibt dir das einen Kreativitätsschub oder macht es die Dynamik erstmal schwieriger? :gruebel:
      Hallo @Liebeskind,


      Liebeskind schrieb:

      Ich merke, dass es ihm wohl auch oft so geht. Da droht er mir 20 Schläge an und lässt es nach 10 gut sein, da ich schon feuerrot bin. (Fluch und Segen einer sehr hellen Haut)Wo ich dann aber insgeheim auf 30 gehofft habe. :rofl:
      Da hast Du den Nagel voll auf den Kopf getroffen. So gehst es Pienkie manchmal auch (denke ich zumindest). Und es ist für mich tatsächlich eine Herausforderung, darauf zu vertrauen, dass sie etwas sagt, wenn sie an ihre Grenze kommt und nicht nur etwas tut, um mir zu gefallen.

      Und für den Buchtipp wäre ich dankbar. :yes:

      Zu Deiner Frage:


      Liebeskind schrieb:

      @Darwin Oh ich habe noch vergessen was zu fragen. Geht natürlich aber auch an alle 8o

      Was glaubst du/ihr ist besser?

      Ich bin eigentlich die Meiste Zeit sehr brav und sehr folgsam. Manchmal wäre ich gerne ein bisschen frecher :frech: und würde gerne z.B. Arbeitsverweigerung machen. Grund dafür: Mir macht das Spaß ihn zu provozieren und hoffe eigentlich dadurch ein bisschen was aus ihm herauszukitzeln. Ich habe dann aber auf der anderen Seite ein bisschen Angst, dass ihn Ungehorsam überfordert und er nicht weiß dem zu entgegnen. Wo wir dann wieder bei Topping from the Buttom wären.

      Wie ist das bei dir? Motiviert dich das eher, gibt dir das einen Kreativitätsschub oder macht es die Dynamik erstmal schwieriger? :gruebel:
      Ich möchte es gar nicht, dass Pienkie immer brav ist. Das wäre mir auch einfach zu langweilig. Und 24/7 ist von meinem Naturell wohl eher nicht mein Fall. ABER: Wenn Pienkie mich provoziert, gehe ich gerne weiter. Das motiviert mich, weil es für mich quasi eine Erlaubnis ist, weiter zu gehen. Da werden viele sagen, das ist Toping from the bottom, aber mein / unser BDSM bezieht sich halt eher auf unsere Sexualität. Und daher sage ich: na und? Ich finde es gut, wenn Pienkie mir so ein Zeichen gibt, dass sie mehr will, weil ich im Endeffekt ja will, dass sie auch glücklich ist. Weil ich sie liebe. Trotz verschiedener Rollenverteilung sind wir Partner.

      Wenn ich also provoziert werde, dann verschärft das unseren Umgang mit einander. Ich finde das sowas von überhaupt nicht schlimm. Denn das Ergebnis ist, dass wir beide mehr Spaß haben. Und darum sollte es ja schließlich gehen.
      Das Thema ist ja super spannend, da wir, ich Anfänger-Dom und erfahrenere Sub, seit 5 Monaten eine tolle Liebesbeziehung führen und uns auch schrittweise unserem BDSM nähern und ich auch sehr viel gedanklich gestrauchelt bin und erst jetzt der Knoten aufgeht.

      Wir reden ebenfalls sehr viel miteinander, teilen Phantasien mit und beginnen erstmal mit Trainingseinheiten, in denen sie mir ohne Konsequenzen währenddessen Feedback geben kann.
      Ich habe anfangs ein sehr grosses Problem gehabt meine Neigung auch nur ansatzweise umzusetzen, da die vielen "Stino"-jahre sehr geprägt haben. Zudem der Gedanke alles Richtig machen zu wollen....

      Mir hilft es viel und regt mich zum Denken an, indem sie auf der einen Seite es mir nicht einfach macht, aber dennoch Hilfestellungen gibt, lockerer und mutiger zu werden- Loszulassen vom "Richtigmachenwollen".


      Buchtipp hätte ich auch gern :)
      Mein Freund hatte eine sehr unglückliche, unerfüllte, langweilige Beziehung über 1 1/2 Jahre. Seine Sexualität war in dieser Zeit beinahe eingeschlafen.

      Und dann komme ich wie ein Wirbelwind daher und spreche hiervon und davon und schwärme über dies und jenes. Da muss ich einfach geduldiger werden.

      Nächstes WE hat er WG sturmfrei und ich werde das ganze Wochenende bei ihm verbringen. Es ist erst das zweite Mal, dass wir solange Zeit so ungestört und zweisam sein können. Ich habe mir jetzt für die Woche vorgenommen, extra frech und bockig zu sein damit er am Wochenende allerhand Gründe hat, mal seinen inneren Dämon von der Leine zu lassen ;D

      @Ixery Wie hast du gelernt? Also welche Bücher/Artikel/Threads/Videos/Magazine (ich nehm alles ;D) hast du gelesen um z.B. Schlagtechniken zu erlernen, Knoten zu üben, neue Inspirationen für Strafen usw? Vielleicht kannst du mir ja im Gegenzug auch ein paar Tipps geben :)
      Hallo @Liebeskind,

      ich finde, ihr hattet doch den besten Start, der nur möglich ist.
      Ihr habt euch im RL kennengelernt, mögt euch (oder auch mehr), habt festgestellt, das ihr beide BDSM mögt, geht ungetwungen und spielerisch an alles heran...

      Ich finde deine Herangehensweise sehr positiv, weil du es, meiner Meinung nach, schaffst, "konstruktive Kritik" zu üben, ohne gleich "Topping from the Bottom" auszuüben.

      Selbst in einer Beziehung, wo beide ähnlich viele Erfahrungen haben, muss doch erst einiges ausgelotet werden.
      30 Schläge mit einem Schlagwerkzeug z.B. sind eben auch differenziert.
      Wie hart schlägt er? Wo schlägt er hin? usw.

      Für Flogger und Co braucht es auch keinen Workshop, der ist eher für ine Bullwhip oder so angesagt.
      Neben der Hand kann er ja auch einen Gürtel benutzen. Und die Küche hat da auch oft einiges zu bieten!
      Mut ist nur die Abwesenheit von Angst.
      Hallo @Liebeskind,

      ich finde, Ihr macht das doch richtig gut. Und jemanden zu finden, mit dem es sich sowohl neigungstechnisch als auch beziehungstechnisch entwickelt, das ist doch einfach ein großes Glück.
      Ihr kommuniziert gut miteinander und tastet Euch langsam vor.
      Ein paar Kleinigkeiten sind mir dann aber doch eingefallen:

      Liebeskind schrieb:




      Eine weitere "Schwierigkeit" ist dass, er und vor allem ich gerne :whistling: endlich Schlaginstrumente z.B. den Flogger ausprobieren würden. Und da stehen wir vor dem Problem, dass er ja absolut keine Erfahrung hat und wir ungern einfach "drauf loshauen" wollen. Ich habe bereits in vielen Büchern/Foren/Videos gesehen und gelesen, dass viele BDSMler ausschliesslich einen Workshop empfehlen, um dies zu lernen. Problem: Beide Studenten, immer blank. Gibt es vielleicht einen günstigeren (und vor allem anonymeren Weg) gewisse Dinge zu erlernen?[/b] Freunde die uns das zeigen könnten, haben wir keine. :sofa:



      Klar ist es nicht verkehrt, Respekt vor Schlaginstrumenten zu haben, doch die meisten bedürfen auch meiner Meinung nach keinen Workshop. Wie Du ihn beschreibst, tastet er sich ja sowieso vorsichtig vor, wird das also nach Wirkung langsam steigern, bzw. dosieren können. Gute Tipps gibt es auch auf der Gentledom-Hauptseite, z.B. hier gentledom.de/grundlagen/bdsm-anleitung/sm-die-mittel/. Tipps zu Literatur habe ich im Forum noch hier gefunden forum.gentledom.de/index.php/T…?postID=176088#post176088.








      Liebeskind schrieb:




      Ich hab ihn dann auch mal bei einem ruhigen Spaziergang darauf angesprochen und ihm das genauso geschildert, auch dass er keine Angst haben muss mir "ernsthaft wehzutun", da ich ja immer meine Safewörter hätte und die auch benutzen würde. Er hat das auch sehr positiv aufgenommen.






      Ich finde grundsätzlich gut, dass er sich so eher vorsichtig herantastet. Steigern kann er sich immer, einen zu starken Schlag zurückzunehmen ist dagegen schon schwieriger... auch wenn Mensch alller Erfahrung nach ja eine Menge aushält.

      Also, macht so ganz in Ruhe weiter, viel Spaß dabei :D :D :D !
      Hallo @Liebeskind,

      ich finde auch das liest sich ganz toll was ihr da entwickelt.

      Was das Schlagen betrifft bin ich, wie viele hier der Meinung, einfach mit Flogger/Gerte ect ausprobieren. Du kannst ihm doch sagen wie weit er gehen darf, einfach rantasten und Feedback geben. Es ist ja nicht, dass ihr keine Zeit hättet in einer Liebesbeziehung. Dann werden eben mal fünf Sessions mit viel Feedback investiert, so lange bis er sich sicherer ist und du das Zepter langsam aus der Hand geben kannst.

      Ich weiß aber genau was du meinst, da ich in einer ähnlichen Situation bin. Mein Partner ist eben bisher mehr im SM Bereich unterwegs gewesen und ich versuche ihm jetzt langsam mehr aus der DS-Schiene rauszukitzeln. Ich sehe das aber sehr entspannt, denn die Basis ist ja da, wir müssen uns nur noch gegenseitig auf das jeweilige Level das beiden gut tut einspielen. Und dabei ist er auf meine Hilfe angewiesen. Wir haben Zeit und eine spannende Reise vor uns die uns beide einiges lehren wird. Als Topping meinerseits sehe ich das aber nicht. Im Vanillabereich ist es doch genauso, dass man sich gegenseitig unterstützt am Anfang und dem neuen Partner hilft den Körper nach Vorlieben zu erkunden.

      Jeder ist anfangs der Wächter seiner selbst. Und irgendwann gibt man eben ganz den Schlüssel aus der Hand.
      @Ziva ich glaub einer meiner schlechtesten Eigenschaften ist Ungeduld :rolleyes: Aber ich weiss er rennt mir nicht davon, also muss nicht alles auf Anhieb klappen. ^^

      Und wie du schon sagst. Im Vanillabereich unterstützt man sich wo man kann und wir haben meiner Meinung nach eine tolle Vanillabeziehung :love:

      Viel Spaß mit deinem Liebsten :thumbsup:

      @Gordon ich schau gleich mal rein in den Thread. Danke für den guten Tipp 8o

      @topaz Ich weiß, dass man Kochlöffel gut als Paddle zweckentfremden kann, aber was gibts denn noch :?: :yes: Würde mich freuen, wenn du mir noch ein paar Dinge konkret nennen würdest 8o :D ^^