Sehnsucht der sub nach Führung… angeboren oder anerzogen?

      Sehnsucht der sub nach Führung… angeboren oder anerzogen?

      kürzlich fand ich eine Mail von einer anderen sub, in der sie unter anderem folgende Sätze schrieb: "Ich brauche Führung! Ich will Führung! Das kann doch nicht normal sein oder ist das bei Dir auch so? Wie suchst Du da den richtigen DOM?" in meinem Postfach. Okay dachte ich mir, sie tickt annähernd wie Du und schrieb ihr zurück.

      „Ich merke immer noch, wie es mich fasziniert, wenn ich nach Führung förmlich lechze, aber dann gibt es auch diese Momente, in denen ich mich genau dagegen zur Wehr setze. Inwieweit sowas normal ist, kann ich nicht beurteilen und ehrlich ich will es auch nicht, das macht mich dann nur unsicher und Unsicherheit hatte ich die letzten Monate genug. Wie ich suche kannst Du in meinem Profil in der Com nachlesen, das würde jetzt hier ausufern.“ antwortete ich ihr.

      Dieser Mailaustausch brachte mich doch ins Grübeln. Woher kommt die Sehnsucht einer sub nach Führung, ist sie angeboren oder anerzogen oder gibt es noch ganz andere Ursachen? Was verbirgt sich in diesen zwei Sätzen „Ich brauche Führung.“ Und „Ich will Führung!“. Ist es die Sehnsucht nach Halt und Verlässlichkeit, was aus psychologischer Sicht die Erklärung sein könnte? Ist es Unsicherheit, Sehnsucht nach Geborgenheit, Verarbeiten von Erlebnissen aus der Kindheit?

      Ein möglicher Erklärungsansatz fiel mir durch puren Zufall in die Hände, als ich im Wartezimmer meines Zahnarztes in eine Illustrierten blätterte und auf einen Artikel zu BDSM stieß. In dem Artikel wurde eine Frau interviewt, die sich für einen Selbstversuch eine Weile in der Szene umgesehen hatte. Auf die Frage, die der Journalist ihr zum Thema „Sub sein - eine Einstellung, ein Erziehungsstil?“ stellte, antwortete sie: „Ich glaube es ist eine Kombination aus beidem. Zum einen die angeborene Neigung und zum anderen, Erlebnisse aus der Kindheit, bzw fehlende Grundbedürfnisse in der Kindheit, die eine sub kompensieren möchte.“

      Ich denke, so ganz stimmt das nicht. Sub sein ist eine Neigung Punkt, allerdings denke ich, dass eine bestimmte Vorliebenrichtung dann schon aus Kompensationsursache entstehen kann. Womit wir wieder beim Thema wären „Die Sehnsucht der sub nach Führung“. Ich halte es für möglich, dass sub, wenn es in der Kindheit und Jugend keine richtige Vaterrolle gab, zu mindestens keine, auf die man sich verlassen konnte, dass man dann im Erwachsenalter dies durchaus im sexuellen Bereich als sub nachholen oder auch abdecken es sozusagen kompensieren möchte.

      Wie seht ihr das?
      Ich denke das muss man differenzieren.
      Natürlich kann mit dem Ausleben seiner Neigung Defizite ausgleichen, die man aktuell hat oder in der Vergangenheit hatte. Allerdings ist die Neigung an sich nicht defizitär!

      Weil man ein Bedürfniss nach Schutz und Führung hat, muss nicht heissen, dass man in der Vergangenheit zu wenig Schutz und Führung bekommen hat.

      ich denke man wird es nie abschliessend erklären koennen, ehrlich gesagt.
      Catch me if you can...
      Sehr interessantes Thema @senait!

      Eine Vaterrolle hat mir durchaus gefehlt bzw. war sie unvollständig. Bin der Ansicht er ist einfach nicht der Typ von Mensch der überhaupt das Zeug besitzt eine kleine Seele groß zuziehen. Wer seiner 8 jährigen Tochter Dinge sagt wie "Sex ist was tolles" oder "Hitler war doch gar nicht so schlimm"... ich glaube mehr muss ich dazu nicht sagen ;)

      Was den Rest meiner Familie bzw Erziehung angeht, ohne zu viel aus dem Nähkästen zu plaudern, hatte ich für mich entdeckt dass alle Parteien die an meiner Erziehung beteiligt waren mehr oder weniger unabhängig voneinander handelten.

      Da gab es, die Erzieherinnen in der Ganztags-Kita und die Lehrer in der Schule, Mama, Papa, und die Großeltern; Alle in ihre eigenen kleinen Kleinkriege untereinander oder über mich verwickelt. Das einzige worin sich z. Bsp. meine Großeltern und meine Mama einig waren war, dass mein Vater gefälligst Unterhalt zahlen sollte. So hab ich relativ schnell gemerkt dass ich immer zu einer der anderen Parteien hüpfen konnte wenn es mir irgendwo nicht gefiel. Alle haben ihren Teil zu meiner Person beigetragen ohne aber darauf Rücksicht zu nehmen was die jeweils anderen tun.

      So war ich bei meinen Großeltern zum Beispiel immer vornehm, gesetzt und habe mich meist sehr anspruchsvoll ausgedrückt, da die beiden sehr viel Wert auf gute Artikulation legen.
      Bei meinem Vater war ich das kleine dusslige Ding, das keine Ahnung von tuten und blasen hatte und vom Rest der Welt manipuliert und dumm gehalten wurde (hauptsächlich den Juden - ich weiss -> augenroll)
      Und bei meiner Mama war es immer eher ungehalten... da konnte ich mich rauslassen bzw metaphorisch gesprochen den knopf der etwas zu engen Hose aufmachen ;) Dafür flogen regelmäßig Türen zu und Ausdrücke durch die Gegend und manchmal hatte ich auch Angst um mein Leben.


      Nun zum Punkt: All das zusammen hat mich zu einer Schauspielerin gemacht, die ihre Rolle der Situation angepasst hat. Über die letzten Jahre hinweg hab ich es versucht aus den 3 großen Bruchstücken meiner Person, ein großes funktionierendes Ganzes zu machen und ich glaube dort im Zentrum steht meine Sehnsucht nach der Führung im BDSM-Stil. Es würde mir - nach meinem Verständnis zumindest - eine Stabilität und Strenge liefern die ich noch nie hatte und mir vielleicht sogar weiterhin helfen diese zerbrochene Titanic zusammen zu zurren.

      Aber danke für den Thread. So wie ich es hier ausgeschrieben habe, hab ich noch nie über mich nachgedacht. Wieder was gelernt :)
      "She´s the giggle at a Funeral"
      Ich denke auch, dass es eine Huhn oder Ei Frage ist. Dafür sind Menschen (zum Glück) viel zu individuell.

      Seien wir ehrlich, das Verlangen nach Schutz trägt nahezu jeder Mensch in sich. Die Wege dahin, bzw. die Definition dessen macht es so unterschiedlich. Dem einen ist Selbstbestimmung das wichtigste, um sich sicher zu fühlen, dem anderen genau das Gegenteil und den meisten reicht die komplette Bandbreite dazwischen.

      Ob es anerzogen werden kann? - Sicherlich genauso gut, wie man es jemandem mit extremen Kontrollzwang ohne eingehen auf die individuellen Bedürfnisse auch madig machen kann.

      Vieles ist in meinen Augen abhängig von den eigenen Lebenserfahrungen, den Lebensumständen und natürlich auch zu einem Bruchteil wie man selbst charakterlich gestrickt ist.

      Von daher ist die Frage nicht mit einer eindeutigen Antwort zu beantworten
      Bekennender Schwarzteefetischist. Wehe dem, der meinen Tee kalt werden lässt...
      Auf die Frage, wird es keine allgemeingültig Antwort geben.
      Da müsste man komplette Studien für anlegen.
      Mir ist es auch gar nicht wichtig, dass zu ergründen. Ich mag meine Neigung, bin gegen so wie ich bin. Dadurch habe ich die Möglichkeit Dinge zu erleben, die andere nicht erleben. Es gehört einfach zu mir, warum auch immer. Genau so wie ich verdammt gerne Erdbeeren essen. Auch da tue ich es, weil ich es mag, weil es mit einfach gut tut. Da hinterfrage ich auch nicht, ob ich als Kind zu viele Erdbeeren bekommen habe und sich ein "Sucht" danach gebildet hat, oder zu wenige und ich ein Defizit ausgleichen will. Da geniesse ich lieber die Erbeeren und auch BDSM, denn das bin einfach ich.
      Wenn du jemanden verstehen möchtest,
      höre nicht auf seine Worte
      sondern beobachte sein Verhalten.
      Ich möchte mal einfach noch C.G. Jung's Archetypen in den Ring werfen.
      Bestimmte Verhaltensweisen und Grundeinstellungen sind tief in uns verankert.

      Man kann seine Neigung hinterfragen, anzweifeln, bekämpfen oder auch akzeptieren und das Leben damit genießen.

      Wobei es beim Gegenpart auch immer darauf ankommt, ob er mit der übertragenen Macht auch etwas (sinnvolles) anfangen kann.
      Existence could not resist the temptation of creating me
      Das Thema finde ich ungemein spannend, @senait.

      Zu dem Punkt Defizit-Kompensation dachte ich nämlich prompt "Nope, das ist es bei mir definitiv nicht." Ich denke mal, dass die Begründung der eigenen Neigung genauso facettenreich ist, wie es Personen gibt, die sie haben.

      Prinzipiell ist hier festzuhalten, dass Neigungen nicht angeboren sind, sondern durch frühzeitige Prägungen entstehen. Dies sind starr festgelgte Zeitfenster, in denen eine Prägung stattfinden muss. Passiert dies nicht oder anders als erwartet, ist dies unumkehrbar. Das ist ja auch der Grund, weshalb die These, "falsche" Neigungen "heilen" zu können, verworfen werden musste. Manche Verknüpfungen im Gehirn sind unveränderbar, wenn sie einmal entstanden sind. Und das ist ja auch nicht nur beim Menschen so. :coffee:
      Wo aber die Grenze ziehen von genetischer Veranlagung zu Prägung und von dort aus zu Erziehung? Nicht umsonst beschäftigen sich mit diesem Feld ein riesen Haufen Verhaltensforscher und Psychologen.
      Aber genug gefachsimpelt (Ich liebe das Thema Verhaltensbiologie einfach. Hach... :pardon: )

      Zum Beispiel jetzt mal ich:
      Ja, ganz ganz früh in meinem Leben hat es eventuell ein gewisses Fürsorge-Defizit gegeben, dass meine Eltern schlicht nicht beeinflussen konnten. Habe ich davon einen kleinen Knacks weg? Eventuell ja, es gibt Anzeichen dafür. Kommt daher meiner verstärkt devote Neigung? Keinen Schimmer.

      Gehen wir weiter zur Erziehung, denn hier wird es spannend: Ich bin voll das Papa-Kind! Bei ihm groß geworden und tatsächlich was geworden. Er hat mir eine tolle stabile Kindheit geboten und zu einer selbstbewussten starken Persönlichkeit herangezogen. Ich habe mir seine sehr gute Selbstreflektion, Zielstrebigkeit und seinen Ehrgeiz abgucken können. Wie hat mich das beeinflusst? Ich erwarte von meinem Partner genau diese Stabilität, dieses sichere Umfeld, in dem ich mich entfalten kann. Da meine Kindheit meine unbeschwerteste Zeit war und - ich lehne mich aus dem Fenster - es jeder gerne leicht und unbeschwert hat, sehne ich mich also danach.
      Hat mich also meine Kindheit und der väterliche Erziehungsstil devot werden lassen? Ich würde sagen, nein. Schläge -> :kopfnuss: hat es nie gegeben, ernste Strafen auch nicht wirklich. Mir wurden Rahmenregeln vorgegeben innerhalb derer ich meine eigenen Grenzen kennlernen konnte und musste. Ich durfte für Lerneffekte ruhig auch mal auf die Nase fallen. Vorher ein warnender Hinweis, aber wenn ich stur blieb... :pardon:

      Woher kommt denn nun also meine devote Neigung und sogar das herrlich erregende Kribbeln, wenn ich daran denke, wie mir mein Hintern rot (nächstens wollen wir uns zu blau steigern 8| :rot: ) gehauen wird?
      Leute, echt, ich habe nicht den Hauch einer Ahnung! Aber das BDSM, dass mein Partner und ich momentan für uns ergründen könnte unsere Beziehung retten, weil es uns frei macht und verbindet. So, who cares?

      Was ich damit sagen will, die Frage regt an und ist spannend. Sie eröffnet den interessanten Weg der Ursachenforschung. Wenn man das Warum kennt, kann man an das Was und Wie besser herantreten. Allerdings betreibe ich so meine Problembeseitigung, weshalb ich hier gar nicht nach dem Grund suchen mag, wie mir während des Schreibens klar geworden ist. ^^ Wenn etwas schön ist, nehme ich es als gegeben; wenn mich was stört, suche ich nach dem Grund, um es loszuwerden/besser zu machen.
      Und momentan finde ich das Entdecken meiner Neigung einfach nur sagenhaft toll! :thumbsup:

      PS: Ich hoffe, mit meinem Gequassel habe ich den Thread nicht zerfaselt. :whistling:
      Lenke mich, leite mich, fang mich auf.

      Auf dass ich als Blinde mehr sehen kann.
      Hm...so ganz verstehe ich nicht, was Du an der Interview-Aussage jetzt abweichend zu Deiner Sichtweise siehst.


      das Interview:

      senait schrieb:

      „Ich glaube es ist eine Kombination aus beidem. Zum einen die angeborene Neigung und zum anderen, Erlebnisse aus der Kindheit, bzw fehlende Grundbedürfnisse in der Kindheit, die eine sub kompensieren möchte.“
      Deine eigene Sichtweise:

      senait schrieb:

      Sub sein ist eine Neigung Punkt, allerdings denke ich, dass eine bestimmte Vorliebenrichtung dann schon aus Kompensationsursache entstehen kann.
      Ich hab auch schonmal darüber nachgedacht. Einfach weil ich immer wieder mal gerne reflektiere und auch, weil ich das Thema mal mit einem Freund hatte und wir dann mal geschaut haben, wie weit man da evtl. zurückgehen könnte.

      Ich bin mir z.b. selbst gar nicht so sicher, ob meine Neigung "Sub" schon angeboren ist.
      Vielleicht lag es auch am Einfluss der Erziehung und hat sich dann so entwickelt. Das kann ich für mich selbst wirklich nicht sagen.

      Aber ich bin mir sicher, dass bei mir schon Einiges in der Kindheit wiederzufinden ist, was sich jetzt eben in meinen Bedürfnissen zeigt, die ich versuche zu erfüllen.

      Bspw. bin ich ohne Vater aufgewachsen und dementsprechend hatte meine Mutter mit zwei Kindern und Vollzeitjob viel um die Ohren und konnte mir nicht die Führung bieten, die ich damals wohl gebraucht hätte.
      Da würde wohl jeder Psychotherapeut sofort sagen "Daa ist es, sehen Sie."
      Denn ich tendiere eher zu älteren Männern und sehne mich auch nach Führung in der Beziehung (mit leichten DDLG-Tendenzen).

      Ich finde es durchaus interessant hier mal für sich selbst zu hinterfragen.
      Ich fand es auch sehr interessant, mit dem Freund mal darüber zu diskutieren...auch er hat ein paar "Erklärungsversuche" für sich selbst in seiner Kindheit gefunden.

      Aber...dann ist es auch wieder gut. Heisst, ich sehe keine Notwendigkeit darin, hier irgendwas noch weiter aufzudröseln oder vielleicht sogar aufzuarbeiten oder so, solange es mir mit der gewählten Neigung gut geht.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!

      senait schrieb:

      Ist es die Sehnsucht nach Halt und Verlässlichkeit, was aus psychologischer Sicht die Erklärung sein könnte? Ist es Unsicherheit, Sehnsucht nach Geborgenheit, Verarbeiten von Erlebnissen aus der Kindheit?
      Bei mir: die Sehnsucht nach Halt und Verlässlichkeit definitiv, auch die Sehnsucht nach Geborgenheit.
      Ich hatte Eltern, die zwar in ihrer Rolle als Eltern funktioniert haben, die mir aber in meiner gesamten Kindheit kein Halt waren.
      Meine beiden langjährigen Partner haben eher mich als Stütze gesehen, sie haben die starke Frau an ihrer Seite gebraucht und geliebt.

      Unsicherheit kann ich für mich verneinen, ebenso das Verarbeiten von Erlebnissen aus der Kindheit.
      Letzteres ist ab und an ein sehr angenehmes Nebenergebnis, aber nicht das Ziel, dafür habe ich in meiner Vergangenheit (lange vor dem Erkennen meiner Neigung) etliche Psychotherapiestunden genommen und mich dadurch zu dem Menschen entwickelt, der ich heute bin...

      Die Schläge, die ich als Kind bekommen habe, waren nie gewollt oder provoziert, überhaupt nicht vergleichbar mit dem, was ich heute genieße.
      Bis zum ersten Treffen mit meinem Dom war ich der felsenfesten Überzeugung, dass es niemals ein Genuss für mich sein würde, wenn man mich schlägt. :rot:

      Und warum sollte ich mir sagen lassen, was ich zu tun und zu lassen habe? "Ich lass mich doch nicht mehr erziehen, bin Mutter von 2 erwachsenen Kindern und lass mich doch nicht rumkommandieren!" Tja, so kann man sich täuschen. :rot:
      Inzwischen liebe ich die Führung, allerdings muss ich das Gefühl haben, dass ich trotzdem akzeptiert werde, wie ich bin. Also ich möchte nicht zu einer Kopie von irgendjemandem oder zu einem Wunschpüppchen umgeformt werden, sondern ich genieße die Führung in den Bereichen, mit denen ich selbst nicht zufrieden, aber -aus welchem Grund auch immer-unfähig bin, mich so zu verhalten, wie ich es eigentlich möchte. (War das jetzt verständlich?)

      unicorn80 schrieb:

      Heisst, ich sehe keine Notwendigkeit darin, hier irgendwas noch weiter aufzudröseln oder vielleicht sogar aufzuarbeiten oder so, solange es mir mit der gewählten Neigung gut geht.
      So sehe ich das auch. Es ist, wie es ist und ich genieße es :)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      *grübel* und noch mehr *grübel* Die Frage trifft bei mir einen Nerv, ehrlich gesagt und ich frage mich selber ob die Frage nicht auch auftaucht, wenn man an bestimmte Reibungspunkte mit der Neigung und seinem Selbstbild kommt?

      Als sich letztes Jahr meine Neigung mit aller Gewalt wiedermeldete nachdem ich mich komplett und 100% bewusst mit wirklich guten Gründen davon verabschiedet habe für mehrere Jahre (ich war mit meiner Entscheidung auch zufrieden und dachte eigentlich, die sei endgültig) war ich ehrlich gesagt fix und fertig und total erschrocken, weil ich auf einmal nach Führung mehr noch Dominanz, Strafe und Schutz regelrecht bettelte. Und das war weiß Gott der unpassendste Lebensmoment überhaupt, um damit konfrontiert zu werden.

      Momentan habe ich bei mir eher den Eindruck, das Bedürfnis kommt bei mir eher durch, wenn ich einen Selbstbewusstseinsrückgang bzw. -abfall habe und massivem Stress, den ich subjektiv nicht mehr bewältigen kann, ausgesetzt bin. Dabei will ich gleichzeitig aber auf keinen Fall, dass mich jemand dominant sortiert - denn naja, gewichten, was in meinem Leben wichtig ist und was nicht, möchte ich eigentlich schon selber tun können (ob ichs immer hinkriege, ist eine andere Frage, aber das ist mein Grundanspruch an mich selber).

      Einer der wichtigsten Gründe für meine Distanzierung war eigentlich gewesen, dass ich eben bestimmte Erfahrungen aus meiner Kindheit - ich bin ziemlich massiver psychischer Gewalt (physisch auch, aber wesnetlich weniger lang und weniger schlimm) ausgesetzt gewesen, eben nicht positiv konnotieren wollte. Mir würde nie die Idee kommen, mit BDSM irgendwas zu verarbeiten.
      Dazu gehören eben auch solche Dinge, wie sich permanent zurücknehmen, um mein Gegenüber nicht zu verärgern, immer ängstlich die Reaktionen anderer abzupassen und mich daran anzupassen. Ich habe bestimmte Situationen überlebt, weil ich mich zurücknahm und meine Rechte als Mensch letztlich vor mir selbst auch verleugnete. Das Merkwürdige ist, bis zu einem bestimmten Vorfall habe ich diese KIndheits und Jugendserlebnisse nicht in einen Zusammenhang mit meiner Neigung oder BDSM überhaupt gebracht. Das waren ziemlich lange in meinem Kopf zwei verschiedene Dinge, weil BDSM ist ja freiwillig. Und das andere wurde mir ja nicht freiwillig angetan. Seit diesem Vorfall sehe ich das anders, als ob BDSM quasi die durchregulierte Parallelstraße zu diesen Erfahrungen ist, die auch gewaltig triggern kann.

      Und auf einmal ist bei mir da die Frage, Was, wenn meine Neigung in Wahrheit auch ein unbewusster Rückgriff auf nicht gute, aber für mein Gehirn einfach vertraute Strukturen ist? So ein Gehirn ist ja auch faul und naja, die bekannte neuronale Verbindung zu nehmen ist halt einfacher, als eine komplett neue zu bauen.

      Von daher würde ich bei mir ganz klar auf "geprägt durch Kindheitserfahrungen" verbunden mit dem Bedürfnis, mich fallen zulassen und beschützt zu werden in Stressituationen, tippen im Augenblick. Und ich würde auch sagen, die Neigung ist offenbar da und geht halt nicht weg, nur weil ich das gerne möchte, ich muss jetzt halt irgendwie damit klarkommen ohne mir zu schaden. Die Neigung an sich geht ja auch nicht weg, weil ich über meine schlechten Erfahrungen rede.
      Aber es gibt ja auch eine ganze Menge Menschen, die eben keine derartig intensiv schlechten Kindheitserfahrungen gemacht haben und BDSM glücklich praktizieren, deswegen würden mir die frühkindlichen Prägungen als Erklärungsansatz auch nicht ausreichen.
      Ich wollte bei niemandem alte Wunden aufreißen, verzeiht mir bitte sollte ich es doch getan haben Vielen Dank für Eure offenen Antworten.

      Ursprünglich hatte ich nach der Ursache gesucht, warum ich mich immer wieder so verunsichern lasse, von Menschen die mir wichtig sind. Weil ich kann nur etwas dagegen tun, wenn ich weiß, wo es herkommt. Das hab ich gelernt im Laufe der Jahre während diverser Psychotherapien und es hat mir geholfen mich von einigen Mühlsteinen zu befreien. Also fing ich an zu reflektieren und zu hinterfragen. Irgendwann kam dann schnell die Frage auf: Liegt es in meiner Kindheit? Wie das einmal so ist hat sich das Thema dann verselbständigt und die Frage nach der Sehnsucht war wichtiger spannender als die Ursprungsfrage, für die ich ja Strategien erlernt habe.

      Bei mir ist es definitiv auch die Sehnsucht nach Halt und Verlässlichkeit und auch die Sehnsucht nach Geborgenheit die meine Eltern aus diversen Gründen eben nicht geben konnten. Das macht es nicht gerade einfach, weil es für einen Partner echt anstrengend sein und werden kann.
      @senait Also bei mir hast du keine alten Wunden aufgerissen - ich habe mich unabhängig von deinem Thread sehr intensiv damit beschäftigt und als ich die Frage gelesen habe, wollte ich dir einfach antworten und hatte das Bedürfnis, meine Gedankengänge zu erklären, die sich auch etwas verselbstständigten :)

      EIn Teil der Frage denke ich kommt auf, weil man sich selbst mit der Neigung annehmen sollte (macht das Leben einfacher) und vielleicht auch ein bisschen gnädiger mit sich selbst umgehen sollte, sich vielleicht auch ein wenig "erlauben" muss, was man da möchte. Das wiederum macht teilweise auch den Reiz der Sache aus. Unabhängig von der Frage nach prägenden Kindheitserlebnissen habe ich tatsächlich auch mal wo gelesen, dass auch vermehrt Menschen, die starken Spannungsabbau betreiben müssen, um sich sexuell fallen lassen zu können, eher zu BDSM tendieren.

      Ich kann es nachvollziehen, wenn du sagst, diesen Sehnsucht nach Halt kann anstrengend werden für einen Partner - ich würds auf mich bezogen anders formulieren und sagen, dass ich meine Untiefen und Abgründe unbedingt selber sichern können muss bzw. wissen muss, wo die sind, weil ich es einem Partner einfach nicht zumuten kann, diesen Part zu übernehmen. Und wenn man so etwas nicht an irgendeinem Punkt fragt, wie soll man denn über kurz oder lang überhaupt wissen, wohin man möchte? Zudem nimmt man sich ja selber und die Lebenserfahrungen, die man gemacht hat, auch immer mit ...
      Ich denke, es kommt auch darauf an, was der Mensch aus seiner Erziehung als Kind lernt, was er draus macht.
      Für manche sind strenge Väter Respektpersonen, die einen stärker machen.
      Für andere ist vielleicht der gleiche Vater ein Alptraum.
      Und wieder andere werden dadurch schon als Kind devot.

      Ich habe meinen Vater (außer in der Pubertät ;) ) immer sehr gerne gehabt. Allgemein waren Männer für mich schon immer die Beschützer, die, bei denen man ganz ungefährdet herumalbern kann, die mir Halt geben und die sich vor mich stellen, wenn Gefahr droht.

      Ich würde von mir mittlerweile sagen, ich bin nicht all zu sehr devot, da überwiegt eher das Little in mir. Aber das deckt sich gut mit dem erlernten und erlebten in meiner Kindheit bzw. seit meiner Kindheit.

      Andere wären vielleicht mit den gleichen Erlebnissen eher starke Persönlichkeiten geworden, mich hat es eher klein und kindlich bleiben lassen.
      Jeder macht sein Eigenes daraus, daher würde ich sagen: ja, es beeinflusst uns im gesamten späteren Leben, aber nicht jeden auf die gleiche Weise.
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Wir schreiben wir ja alle sehr über die Einwirkung unserer Väter auf unsere Entwicklung, was sicherlich einen starken Einfluss gehabt haben dürfte. :yes:

      Was meint ihr, wie hat euch denn die erlebte Mutterrolle oder das Elternpaar insgesamt geformt? Stellt sich da vielleicht das eine oder andere Bild durch subjektiv verzerrte Erinnerungen für euch so dar, dass ihr sagen würdet, dass euch auch die Mutter oder das Zusammenspiel der Eltern irgendwie zu BDSM gebracht hat? :coffee:
      Lenke mich, leite mich, fang mich auf.

      Auf dass ich als Blinde mehr sehen kann.
      Die Erziehung, die man in der Kindheit erlebt, prägt.
      Zu meiner Zeit hatte man zu kuschen. Ein Kind kann noch keine eigene Meinung vertreten, hieß es. "Wenn Erwachsene sich unterhalten, hast du zu schweigen"Ok.
      Als vaterlos wuchs ich auf. Mutter dominant. Sie musste ja für "Recht und Ordnung" sorgen in allen Bereichen. So wurde meine Devotion bereits in Kinderwagen anerzogen. Der Wunsch nach einem dominanten Partner geweckt...
      Nun weiss ich, bzw nun habe ich durch BDSM auch meinen ureigenen Wunsch nach Devotion erkannt
      :pardon:
      Teufelchen im Blut, Engelchen im Herzen
      und ein bisschen Wahnsinn im Kopf 8)
      Auch ich sehne mich nach Führung... :love: Es kommt bei mir allerdings auch auf die Art der Führung an.
      Wenn ich die Art der Erziehung durch meine Eltern Revue passieren lasse, war der Erziehungsstil meiner Eltern schon sehr unterschiedlich.
      Meine Mama hatte einen sehr autoritären Erziehungsstil .... u. a. nach dem Motto:
      Wenn ich nicht schimpfe, ist das Lob genug.

      Mein Papa konnte sich bei mir auch durchsetzen, allerdings auf eine sehr liebe Art und Weise, u.a. Überzeugung durch Argumente, auch das er mir vor Augen führte,
      welchen Nutzen es für mich hat, zu gehorchen.

      Der Erziehungsstil meines Papa ist auch heute die Art der Führung, die ich liebe.. <3 wobei bei mir Druck und Zwang eher das Gegenteil bewirken, das ruft eher die Rebellin in mir wach.

      Also... persönliches Fazit: Sehnsucht nach Führung - angeboren oder anerzogen... teils, teils :)
      Das Leben ist ein Abenteuer.
      Lebe, fühle, liebe, spiele.
      @Ananke Ich tue mir schwer, dir da zu antworten, denn eigentlich habe ich als positives Beziehungsmodell meine Großeltern im Kopf, wenn ich an die Beziehungen meiner Eltern denke, dann kommen mir als erstes Abgrenzungen in den Kopf und was ich nicht für mein Kind will und das ich mein Kind vor XYZ schützen werde und als Verantwortliche da sein werde. Und außerdem mache ich die beiden nicht direkt für meine BDSM-Affinität verantwortlich (es soll ja auch Menschen geben, die schlimme Kindheitserfahrungen gemacht haben und keine BDSM-Neigung besitzen), ich denke eher, manches würde mir leichter fallen auch in dem Kontext, wenn bestimmte Dinge nicht so passiert wären.

      Das Wort Erziehung lässt mich schon in eine totale Abwehrhaltung gehen, denn ich verbinde damit unangemessene, meine Rechte verletzende Übergriffe, die nicht meiner Sicherheit, sondern der Bequemlichkeit anderer dienten - und wenn jemand auf Dom-sub Ebene mir mit Erziehung kommt, spring ich demjenigen innerlich fast schon vorbeugend ins Gesicht. Auch wenn ich weiß, der meint das gerade möglicherweise nicht negativ. Und das wäre ja eigentlich auch eine Art von Beeinflussung, die ich unfreiwillig mitgenommen habe.

      Aber ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, das nicht nur Väter prägen, sondern eben auch Mütter und das mehr oder weniger vorhandene partnerschaftliche Zusammenspiel, wenn man zb. ständig puffern muss zwischen beiden Seiten und dauernd emotionalen Diskrepanzen ausgesetzt ist, dann macht sich das schon bemerkbar im Umgang mit anderen Menschen. Manchmal ist es dann sogar merkwürdig, wenn keine Diskrepanz da ist, dann fehlt mir die Gefühlsintensität und ich werde total unruhig, weil ich mich zwar nach dem Überwinden der Diskrepanz sehne, diese Überwindung aber nicht notwendigerweise hilfreich ist - finde ich selber etwas gruselig und davon würde ich eigentlich innerlich lieber so weit wie möglich wegkommen für mich selber.
      Ich schleiche schon etwas länger um den Thread herum.
      Aber ich habe mit dem Wort "Führung" ein Problem.
      Was versteht Ihr genau darunter?

      Ich sage eigentlich lieber, ich möchte diszipliniert werden. Nicht in der Bedeutung von Strafe, sondern in dieser Bedeutung: Dazu gebracht werden, mich nicht zu sehr gehen zu lassen, perfekter zu sein für ihn, ihn stolz zu machen. Für mich bedeutet das jedoch eher Kontrolle als Führung (obwohl es selbstverständlich schon eine gewisse Art von Führung ist, wenn sie auch teilweise durch mich geschieht, um es ihm recht zu machen).
      Führung bedeutet für mich eher, dass der, der sich führen läßt, keine oder nur eine geringe Ahnung hat. Er ist eher unwissend oder kennt sich mit der Materie nicht so gut aus wie der Führer. Damit kann ich mich aber nicht identifizieren.
      So wie @sherazade ein Problem mit dem Wort "Erziehung" hat (das Wort ist bei mir zB sehr positiv besetzt, obwohl ich schon weiß, dass es auch negativ benutzt werden kann), habe ich eines mit dem Wort "Führung".

      Mein Devotismus beinhaltet jedoch auch noch andere Dinge. deswegen finde ich es schwierig, das auf "Führung" (selbst wenn dasselbe wie von mir gemeint ist) zu beschränken.
      Er umfasst ua. Verehrung, Disziplinierung (wie oben gesagt), Bestrafung für Fehler, Liebe, Fürsorge, Katharsis, Gefallen, Stolz...und vieles mehr.

      Inwiefern wurde das alles anerzogen oder angeboren?

      Ich denke, die Grundzüge davon sind bei mir angeboren (denn ich bin der festen Meinung, dass jedes Kind mit bestimmten Eigenschaften geboren wird). Aber die Stärke der Ausprägung wurde wohl anerzogen oder (besser) wurden durch Erfahrungen in der Kindheit abgeschwächt oder verstärkt. Da hat jedes Familienmitglied seine Anteile, auch der Umgang meiner Eltern mit meinem Bruder, den weiteren Mitgliedern im Umkreis (Onkel, Tanten etc.pp) und auch Fremden gegenüber.

      Im Endeffekt ist mir das aber egal.
      Es ändert sich nichts für mich bzgl. der Neigung, wenn ich weiß, woher sie kommt Ich habe lange genug damit gehadert und will sie jetzt einfach endlich genießen..:D
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Ich habe ja so meine Zweifel, ob sich die Frage so einfach generalisieren lässt... :gruebel: ...ich denke, dass die individuelle Perspektive berücksichtigt werden muss. Da hat gewiss Jede/r sein Päckchen zu tragen.

      senait schrieb:

      Ist es die Sehnsucht nach Halt und Verlässlichkeit, was aus psychologischer Sicht die Erklärung sein könnte?
      Halt und Verlässlichkeit habe ich ganz sicher nicht väterlicherseits vermisst.
      Mein Vater ist ein Musterbeispiel an nachkriegszeitlicher Disziplin, Autorität und Konsequenz.
      Dabei hat er mich nicht unterdrückt, sondern mir diese Bereiche im positiven Sinn vorgelebt.
      Nein, Halt und Verlässlichkeit suche ich persönlich nicht - die trage ich selbst in mir.

      senait schrieb:

      Ist es Unsicherheit
      Nein :whistling: .

      senait schrieb:

      Sehnsucht nach Geborgenheit
      Ja, gewiss auch...der Mensch gilt als Rudeltier :rolleyes: .

      senait schrieb:

      Verarbeiten von Erlebnissen aus der Kindheit
      Definitiv nicht.
      Ich bin vollkommen behütet groß geworden.

      senait schrieb:

      Ich halte es für möglich, dass sub, wenn es in der Kindheit und Jugend keine richtige Vaterrolle gab, zu mindestens keine, auf die man sich verlassen konnte, dass man dann im Erwachsenalter dies durchaus im sexuellen Bereich als sub nachholen oder auch abdecken es sozusagen kompensieren möchte.
      Da bin ich zum Beispiel raus, da eine verlässliche Vaterrolle existent war.
      Und doch lebe ich in einer sehr intensiven BDSM-Verbindung.

      Ananke schrieb:

      Was meint ihr, wie hat euch denn die erlebte Mutterrolle oder das Elternpaar insgesamt geformt?
      Meine Mutter empfinde ich - obwohl sie sich als recht patente Frau verkauft - als schwach. So wollte ich nie werden.
      Ich sympathisiere eher mit den Zügen meines Vaters, mit ihm kann ich mich eher identifizieren.
      Meine Eltern haben eine ganz solide Stino-Beziehung geführt.

      @Feuerpferd, unter Führung verstehe ich, dass er mich begrenzen kann - dazu waren irgendwann weder Elternhaus noch etwas/jemand anderes mehr imstande. Dies hat zur Folge, dass ich mich nur durch jemanden lenken lasse, der noch extremer ist als ich es bin. Ich spüre kaum Grenzen in mir, nehme aber - wenn ich mich bemühe und meine Antennen ausfahre - hochsensibel und bis ins kleinste Detail die Grenzen, Bedürfnisse und Gefühle im Anderen wahr.
      Der Wunsch nach Führung hängt bei mir unmittelbar mit dem Wunsch nach einem Konsens, einer festen Verbindung, nach der real gefühlten Einheit zusammen. Dabei empfinde ich mich aber nicht als schwach, sondern gegenteilig als sehr stark. Und ich fühle mich innerhalb und durch diese Gemeinschaft immer stärker...wenn ich mich von jemandem dominieren/führen lasse, will ich auch den Mensch dahinter 'haben', mich ihm zugehörig fühlen dürfen. Anders funktioniert es für mich nicht :pardon: . So geben im Idealfall beide Seiten dem Anderen jeweils das, was dieser begehrt.
      Es ähnelt ein wenig einer Spirale: Je tiefer ich gehe und je mehr er führt, desto stärker wachsen wir zusammen :rot: .

      Auch bei mir wird es wohl auf eine Kombination aus Veranlagung und Erziehung sein, wobei sicherlich nicht zu unterschätzen ist, dass er mich bereits mit 16 Jahren angenommen und seitdem intensiv geprägt hat. Er war mein erster Freund und ich war noch ein halbes Kind. Seitdem ist mir kein Mensch begegnet, der mir auch nur annähernd das zu geben vermag, was er in mir auslösen kann <3 .
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit