Auffangen

      Auffangen
      Bei vielen scheint das ein ganz wichtiges Thema zu sein.
      In verschiedenen Threads wird es immer wieder angesprochen, dass Dom aufzufangen hat.
      Irgendwie ist mir nicht ganz klar, was damit gemeint ist, scheinbar deute ich den Begriff für mich ganz anders, als andere.
      Für mich würde ich behaupten, dass ich ein Auffangen bis dato nicht brauchte.
      Es setzt für mich voraus, dass vorher ein fallen war, ein fallengelassen werden.
      Deshalb mal ganz neugierig nachgefragt.

      -Wann ist es euch wichtig das ihr aufgefangen werdet?

      -Wie findet es statt?

      -Warum ist ein Auffangen notwendig?

      Oder definiert ihr Auffangen ganz anders?

      dornenspiel schrieb:

      Es setzt für mich voraus, dass vorher ein fallen war, ein fallengelassen werden.
      Deshalb mal ganz neugierig nachgefragt.
      sehe ich ähnlich
      Auffangen wäre für mich etwas, was ich mir nicht wünsche das ich es bräuchte
      will heissen, Aufgefangen werden muss nach einem Absturz und den wünscht man sich ja nicht

      wenn ich in Profilen von Doms lese, sie fangen mich oder die Sub nach der session wieder auf , denk ich mir immer so ups okay der riskiert also in jeder session den Absturz von Sub

      okay wenn ich jetzt mit jemanden kommunizieren würde der das so drin stehen hat , würde ich natürlich noch mal nachfragen

      sicher erhoffe ich wenn ich wirklich mal in der Situation wäre dass ich wirklich aufgefangen werden müsste Dom auch dann dazu in der Lage wäre

      Bisher brauchte ich ein wirkliches auffangen auch noch nicht

      ein wenig um mich kümmern ja,

      aber unter auffangen verstehe ich eben auch dass ich wirlich relativ down bin und diesen Zustand den will ich eigentlich nicht erreichen
      ich bin grad am überlegen was eigtl der Unterschied zwischen Aftercare und Auffangen ist.... :gruebel:

      Für mich ist Auffangen, das sprichwörtliche Auffangen, wenn jemand ins Straucheln geraten ist. Also etwas, was notwendig wird, wenn es einen Sub oder auch Domdrop gab.

      Dabei geht es dann primär denke ich darum, dem anderen Part Sicherheit zu geben im Zweifelsfall einfach nur durch Präsenz, körperliche Nähe oder auch Redeangebote.

      und um nochmal den Bogen zu meiner Eingangsfrage zu schliessen, Aftercare wäre für mich alles was man nach einer Session macht ohne dass es zwingend ein negativen Verlauf gegeben haben muss.

      Ich muss gestehen, dass ich noch nie in der Verlegenheit war auffangen zu müssen... zum Glück



      edit: Beitrag überschnitten mit bastets :blumen:
      Ach so, nicht unbedingt ein fallengelassen werden mit Absicht
      aber eben das etwas passiert ist wo ich eben nicht wirklich mit klarkomme

      wieso , weshalb warum sei jetzt mal dahingestellt

      kann ja auch sein das z.B vorher abgesprochen war, ich will diesaber im nachhinein komme ich doch nicht mit klar

      das was @Viva schreibt das um sich kümmern um Sub nach einer Session verstehe ich auch nicht als Auffangen

      mir ist z.B eisekalt weil mein kreislauf runterfährt, ich zitter, dom denkt mich zu

      das ist aber kein auffangen, denn mental geht es mir ja gut
      für mich ist es auch ein Unterschied zwischen After Care und Auffangen.....

      Auffangen bedeutet jemand kommt ins stolpern.....und damit er nicht fällt sollte er vorher aufgefangen werden um eine unsanfte Landung zu verhindern.


      Bei After Care ist eine sanfte Landung ja grundsätzlich möglich, man bekommt halt "Begleitung" dabei
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Mir ist das so was von Latte wie das heißt. Hauptsache mein Partner ist für mich da und lässt mich nicht allein.

      Ich brauche ihn nach der Session, seine Nähe, seine starken Arme wenn er sanft den Landeanflug einleitet und ich mich an ihn kuschele. Wenn er meine Tränen trocknet und mich einfach nur fest hält.

      Und da ist es mir so was von egal ob er mich da gerade auffängt oder meinen After cared... ;)
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      @Shayleigh sicher hast du Recht das es innerhalb der eigenen Beziehung egal ist, wie irgendetwas benannt wird. Da geht es darum das alles stimmig ist.
      In einer Diskussion sieht so etwas dann aber anders aus.
      Wenn mir jemand sagt, das er bei "Mensch ärger dich nicht" bei einer 7 zwei Karten ziehen musste, frage ich auch irritiert nach ;)


      Das nach einer Session (Aftercare), ist für mich etwas ganz normales zwischenmenschliches.
      Ähnlich dem was eigentlich auch bei Vanillas statt findet.
      Mich erstaunt es eher das sowas "normales" überhaupt einen Namen braucht.

      Das ein Partner sich innerhalb einer Beziehung, damit auseinander setzt, wenn ich ein Problem habe, empfinde ich auch als normal und nicht als auffangen. Das füreinander da sein, sollte ja eigentlich etwas sein was beide gerne machen. Den anderen dann auch evtl mal aufbauen Mut zusprechen, Lösungen suchen ect...

      Für mich ist Auffangen eine Aktion von Dom, wenn eine eine Krisensituation (Absturz') sich ankündigt oder bereits besteht.

      Jetzt habe ich extra Aktion geschrieben, da es meiner Meinung nach, nicht nur um das gute Zureden geht, nicht nur um das trösten. kuscheln, sondern darum Sub aus einem negativen Zustand herauszuführen.

      In einer Diskussion mit einem Bekannten (Dom) hat dieser, bezogen auf das Thema, mal berichtet das er seine Sklavin mittels Ohrfeige, aus einer kritischen Situation herausgeholt hat, nach einer Session.
      Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen: Ich hab auch fast nie ein "Auffangen" über normales "After care" hinaus gebraucht, ich gehe gut gelaunt und gerne in die Session hinein und gehe noch besser gelaunt wieder heraus. Es ist alles nur ein Spiel. Sicherheit gibt man sich gegeneinander, durch Gespräche vorher, durch Rückmeldungen und Bestätigung währenddessen und durch Rituale, Nähe und in einigem Abstand auch Manöverkritik hinterher. Das brauche ich und das brauchen meine Spielpartner und Partner auch von mir.

      Dennoch käme mir nicht in den Sinn, in mein Profil zu schreiben, dass ich den Dom immer auffange (im Sinne von normalem Achtgeben und Erden) hinterher... Ist das nicht seltsam irgendwie, wenn ich es doch immer tu und so wichtig finde? Wieso schreiben Doms es in ihr Profil und Subs nicht...?

      Daraus folgt eine Anschlussfrage und ich hoffe, ich darf damit hier mit aufspringen. Seht ihr Auffangen als eine einseitige Sache von Dom zu Sub? Ist es nicht ein gegenseitiges, gemeinames Zur-Ruhe-Kommen?
      Ich habe mir noch nie Gedanken über die Begrifflichkeiten gemacht.
      Vielleicht geht es anderen auch so. Auffangen oder Aftercare, wo ist der Unterschied?
      Für mich ist der Begriff "Auffangen" nicht negativ behaftet.

      Ich darf mich fallen lassen, das heißt nicht, dass ich fallen gelassen werde. Und wenn ich mich fallen lassen darf, dann darf ich auch aufgefangen werden.
      Er ist mein Sicherheitsnetz. Egal, an welchen Punkt er mich bringt, wie sehr ich fliege, wie sehr ich mich in mir selbst verliere...
      Ich weiß, das er da ist, wenn ich zurückkomme. Und mich auffängt.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      Freudenschwalbe schrieb:

      Daraus folgt eine Anschlussfrage und ich hoffe, ich darf damit hier mit aufspringen. Seht ihr Auffangen als eine einseitige Sache von Dom zu Sub? Ist es nicht ein gegenseitiges, gemeinames Zur-Ruhe-Kommen?
      @Freudenschwalbe gerne darfst du mit aufspringen. Denn genau das sind die Fragen die sich mir such stellen.
      Wenn man sich anschaut, wo Auffangen gefordert wird, dann meist, dass Dom auffangen muss / soll / in der Pflicht ist.
      Deshalb setze ich es evtl. auch nicht mit Atercare gleich. Da müsste es dann auch mehr Themen darüber geben das Sub den Dom auffängt.
      Wenn ich mal ein Beispiel anbringen darf:

      Als mein Herr mich zum ersten Mal beim Sex angespuckt und geohrfeigt hat, war das erste, was ich 'danach' zu ihm sagte 'Ich liebe dich!'. Ich kenne ihn und weiß genau, dass er -so geil es für uns beide auch war- an seinem eigenen Handeln gezweifelt hat und Angst hatte, dass das 'zu viel des Guten' gewesen sein könnte oder er mich damit seelisch verletzt haben könnte. Er hat sich im Anschluss dafür bedankt und sagte, dass es so gut getan hat, das als erstes von mir zu hören... Er war beruhigend für ihn und hat ihm seine Zweifel genommen. Ich bin sicher, das war eine Art, wie ich ihn aufgefangen habe.

      topaz schrieb:

      Ich darf mich fallen lassen, das heißt nicht, dass ich fallen gelassen werde. Und wenn ich mich fallen lassen darf, dann darf ich auch aufgefangen werden.
      Mich fallen lassen zu dürfen und ein Absturz sind für mich trotzdem nicht dasselbe.
      Deshalb gibt es für mich auch einen Unterschied zwischen Auffangen und Aftercare.
      Aftercare ist für mich das, was nach einer Session immer stattfindet. Ein Auffangen war bei
      mir glücklicherweise noch nie nötig.

      dornenspiel schrieb:

      Wann ist es euch wichtig das ihr aufgefangen werdet?

      -Wie findet es statt?

      -Warum ist ein Auffangen notwendig?

      Oder definiert ihr Auffangen ganz anders?
      Auffangen würde ich jetzt mit Nähe, Sex und/oder Gesprächen gleichsetzen. Natürlich falle ich in einer Session, stürze ab oder wie auch immer man das betitelt - das ist ja der Sinn unserer Zusammenkunft. Da passt ein Auffangen theoretisch schon rein, aber ist praktisch nicht unbedingt nötig, wie ich festgestellt habe.
      Ich muss nicht aufgefangen werden, nein. Wenn ihm danach ist, passt es; wenn er mich wegschiebt oder nach Session noch etwas nachsetzt, ist es auch okay.
      Ich finde auch alleine 'zurück'.
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit

      kara schrieb:

      Natürlich falle ich in einer Session, stürze ab oder wie auch immer man das betitelt
      "Abstürzen" ist aber in der BDSM-Szene-Terminologie klar etwas anderes als "Fliegen" oder "Sich-Fallenlassen". Ein Absturz ist nie etwas Gutes, sondern immer der Wort Case, wenn etwas schief läuft. Ein Absturz kann sich verschieden äußern, durch Tränen, Schockstarre und und und... aber "allein wieder rausfinden" ist da schwer, und schön ist es nie. Den Begriff sollte man nicht gleichbedeutend mit einer gelungenen Session mit Höhenflug verwenden, wenn wir uns hier überhaupt noch verstehen wollen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Freudenschwalbe ()

      Auffangen finde ich extrem wichtig. Manchmal gibt es kleine Dinge in der Session die nicht passen. Eine Spielart fühlt sich anders an oder es ist eine neue Spielart, welche mit den eigenen Moral und Wertvorstellungen kollidiert. Und dann kann es zum Absturz kommen. Finde ich auch gar nicht wild. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Ein Absturz hat folglich nichts mit schlechtem Dom oder Sub zu tun.

      Für mich persönlich ist Auffangen wichtig. Wer mich auffangen kann, wenn es schief geht, ist ein wahrer Meister. Auffangen ist nicht gleich aftercare, wo man betüdelt wird oder noch gekuschelt. Beim Absturz sind manifeste des eigenen selbst am wackeln. Wird man hier nicht aufgefangen, bleiben Sorgen und Ängste bestehen. Da sie nicht beseitigt wurden. Auffangen kann viele verschiedene Handlungen umfassen, wobei man sich immer mit der Situation auseinander setzen muss, welche sie auslöste.

      Ach übrigens hat auffangen für mich wie beschrieben nichts mit fallen lassen zu tun. Fallen lassen klingt so negativ a la "kümmer dich um deinen eigenen Mist". Das ist nicht der Fall. Auffangen ist eher etwas umsorgendes. Eine Art "ich bin für dich da, wenn es Mal aus Versehen schief läuft.". Und das ist nichts selbstverständliches.

      Freudenschwalbe schrieb:

      @Snowflake (und natürlich an alle anderen auch), und wie siehst du da danns: fängt Sub Dom nach so einer neuen Erfahrung genauso auf wie Dom Sub, oder gibt es da Unterschiede?
      Natürlich. Aber nur wenn es benötigt ist. Einen Absturz kann meinem Verständnis her auch ein Dom haben. Nur ist es da auch eher individuell, was einen Sturz auslöst. Manchmal reagiert Sub oder auch der Körper überraschend, dass muss auch Mal ein Dom verarbeiten. Oder er merkt, dass ihm etwas besser gefällt "als es sollte". Ich kann mir auch vorstellen, dass über Schleimhautblutungen einen schon Recht schockieren können und man da Feedback braucht.
      Mal am Rande, wenn ich lange etwas von meinem Partner haben will, dann fange ich auch auf.

      Freudenschwalbe schrieb:

      @Snowflake (und natürlich an alle anderen auch), und wie siehst du da danns: fängt Sub Dom nach so einer neuen Erfahrung genauso auf wie Dom Sub, oder gibt es da Unterschiede?
      Ideal wäre für mich schon, dass ein Sub den Dom nach einem Domdrop genauso auffängt. Es geht ja schon um eine Beziehung,die für beide geschützt und unterstützend sein sollte.
      Für mich ist ein Aftercare der innige Moment wenn wir aus der Session wieder in der Alltag auftauchen , aus Sub wieder die Person wird die das reale Leben ohne Unerwerfung meistert , dazu gehören körperliche Nähe , Manchmal Gespräche über dies und das und man kann alles ausklingen lassen .
      Ein Auffangen ist für mich anders konotiert- auch hier sind Gespräche wichtig , sogar immens wichtig , auch manchmal körperliche Nähe .
      Ein auffangen erlebe ich häufig als Notwendig wenn ein Part mit der Spielsituation nicht zurechtkommt , sie als unangenehm erlebt , weil er sie nicht annehmen und in das Spiel positiv einbinden kann . Daraus plötzlich Panik , Traurigkeit oder ein loslösen außer Spielsituation und ein Verlust der Dominanz oder Devotion resultiert - man nicht mehr im Spielmodus sich positiv angenommen fühlt - ein Unwohlsein in allen Bereichen Auftritt .
      Dann benötige ich den Gegenpart , als Fänger , der mich wieder in die Realität führt , Gespräche zum Trost und zur Analyse anbietet , evtl körperliche Nähe anbietet aber auf jedenFall mentale Nähe .
      Damit ich die Situation lösen kann ,sie mir keinen Stress mehr macht .
      Dieses Auffangen habe ich schon in beide Richtungen erlebt - und sollte als Verantwortlicher Mensch auch selbstverständlich sein . Als Dom ist es evtl klarer zu erkennen das ein Auffangen nötig ist , weil mein Spielmodus anders verankert ist - ich mich kontrollierter in die Situation begebe - als Sub ist es bei mir manchmal etwas schwieriger bei Domabsturz schnell aus der Devotion zu kommen und es zu erkennen . Aber trotzdem bin ich dann so schnell wie möglich für Dom da und versuche ihn aufzufangen - denn in diese Richtung können Bedürfnisse entstehen die ich erkennen sollte und auch angehen sollte um die Möglichkeit zur Weiterentwicklung auf meiden Seiten zu schaffen , auch dadurch das Bezihungskonstrukt und Vertrauen aufrechtzuerhalten .

      My2cents
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont