Neigung oder Sympathie - was ist für euch wichtiger?

      Bei mir müssen immer erst Sympathie/Gefühle da sein - egal welche Form der Verbindung, ob Liebes- oder Spielbeziehung, BDSM oder Vanilla. Selbst beim ONS wäre das bei mir schon eine Voraussetzung. Die Tiefe der Gefühle variiert dabei dann jedoch. Wenn das nicht gegeben ist, habe ich gar kein Interesse und meine Lust auf die Person würde überhaupt nicht getriggert werden.

      Bei einer Liebesbeziehung kann ich tendenziell eher auf das Ausleben meiner Neigung verzichten, obwohl es sehr schwierig ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Bei allem anderen geht es mir um die Sache an sich, BDSM/Sex. Da verschiebt sich daher meine Priorität wirklich auf den Teil und da müssen dann zur Sympathie auch die Neigung sowie die Vorlieben größtenteils zusammen passen.

      Neigung ohne Gefühle - gar nicht denkbar
      Gefühle ohne Neigung - teils denkbar
      Hi!
      Also ich muss sagen, nach vielen kleinen und großen Beziehungskatastrophen weiß ich eins ganz genau.... Nur Sympathie würde nicht mehr durchgehen!
      DIE ist schnell mal da wenn man nicht komplett entgegengesetzt ist und selbst dann besteht darauf noch Hoffnung. Aber nochmal aufs Ausleben meiner Neigung zu verzichten... NEVER! Dann lieber Freunde bleiben.
      Aber um mich aufs Spielen einzulassen, muss sie ZUMINDEST da sein... :gruebel:

      Izrah
      Sympathie ist für mich das Wichtigste, eindeutig.
      Ich habe, als ich meine Neigung entdeckt habe, einmal eine Session gehabt mit eine Typ, der mir zu diesem Zeitpunkt schon fast auf die Nerven gegangen ist mit seiner übertriebenen dummen Devotheit. Und ich würde sowas nie wieder machen. Ich war sowas von kalt und unberührt von ihm.
      Deshalb habe ich zu Beginn zu Subbie einmal gesagt: Lieber mache ich beim BDSM Abstriche als im zwischenmenschlichen Bereich.
      Dazu stehe ich immer noch. In erster Linie bin ich Mensch mit Gefühlen und Bedürfnissen. BDSM ist eines davon, aber eben nur eines.
      Zu Anfang fühlte ich mich nur als Dom. Dann hat Subbie meine sadistische Ader erfolgreich hervorgekitzelt. Jetzt, nach einem halben Jahr, pendle ich wieder mehr in Richtung D/S, werde aber wohl immer wieder in Richtung S/M zurück kehren. Und er spielt mit, weil es ihm gefällt und meine dominante Ader beim Spielen immer natürlicher zum Vorschein kommt, was ihm auch gefällt. Und ich kann voll und ganz auf ihn eingehen, weil da ein starkes Gefühl für ihn ist.
      Unsere Neigungen sind nicht deckungsgleich, aber das wird wohl für viele Paare gelten.
      Solange die Gefühlsebene paßt, werden wir es schaffen, einen Ausgleich zu finden, daß beide auf ihre Kosten kommen.
      Bei mir ist Sympathie tatsächlich das Wichtigste.

      Ohne Sympathie finde ich den Menschen nicht einmal (sexuell) anziehend, sondern nur attraktiv. Finde ich ganz spannend, deswegen kann ich mir auch
      beispielsweise gar keine ONS vorstellen.

      Würde ich zum Beispiel einen Menschen treffen, der dominant oder devot ist, das auch super macht und alles, mir aber mega unsympathisch ist, könnte ich
      mir da nicht viel vorstellen und wäre auch abgeneigt. Da kann ich noch so "switchig" sein, .. da läuft nichts ohne gemeinsame Basis. :D

      Andererseits, wenn jetzt Partner super sympathisch ist, aber Null meine Neigung teilt.. das wäre auf jeden Fall sehr schade, aber für mich machbar, denke ich.
      In meinem kleinen Luftschloss gehe ich davon aus, dass wir dann eine gemeinsame Basis finden würden und/oder vielleicht offenere Beziehungen anstreben würden.
      Aber da das alles ja nur theoretisch ist, kann ich nur spekulieren. :gruebel:


      In einer meiner früheren, zunächst Vanilla-Beziehungen hat es fast 2 Jahre gedauert bis aus einer anfänglichen Ablehnung meiner Neigungen ein komplexes Verständnis füreinander und ein gemeinsames lustvolles Entdecken neuer Horizonte wurde. Aber es hatte halt trotzdem irgendwie gefunkt.
      Das wäre ohne tiefe Sympathie und gegenseitiges Vertrauen gar nicht möglich gewesen.

      Im Umkehrschluß habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich ein zu geringer Sympathiefaktor für die Partnerin auch immer negativ auf das für mich notwendige Vertrauen zum Ausleben meiner Sexualität und meiner Neigungen auswirkt.
      Das wirkt bei mir wie ein Hemmschuh, der den gewünschten Kick einfach nicht aufkommen lässt.. Wenn ich es trotzdem versucht habe, fühlte es sich für mich eher mechanisch, farb und glazlos, ohne wirkliche Highlights an.

      Daher auch für mich: Sympathie vor Neigung
      Für Freundschaften: Sympathie.

      Für BDSM-Beziehungen: Sympathie UND Neigung. Die Sympathie ist eine essenzielle Grundvoraussetzung, damit die Neigung überhaupt ausgelebt werden kann.

      Die Sympathie stellt für Sub sicher, dass Sub dem Dom vertrauen kann. Und sie stellt für Dom sicher, dass er die Wertschätzung für Sub beim bespielen empfinden kann. Das Interesse am Wohlbefinden der Sub, das immer da sein sollte, wird durch die Sympathie drastisch erleichtert.
      Außerdem ist das bespielen der Sub eine Wertschätzung in sofern, dass ich als Dom insgeheim zu ihr aufschaue, weil sie in der Lage ist, die ganzen Strapazen die ich ihr zufüge, locker wegzustecken. Und diese Form der Wertschätzung möchte ich nur Leuten gebe, die ich sympathisch finde.

      LadySarah schrieb:

      Ich habe, als ich meine Neigung entdeckt habe, einmal eine Session gehabt mit eine Typ, der mir zu diesem Zeitpunkt schon fast auf die Nerven gegangen ist mit seiner übertriebenen dummen Devotheit. Und ich würde sowas nie wieder machen. Ich war sowas von kalt und unberührt von ihm.
      Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich will keine leblose Puppe, die einfach so submissiv ist. Dann ist ihre Submissivität nichts wert. Ich würde mich dann auch wertlos fühlen, weil sie ja dann jedem Vollidioten ihre Submissivität gibt. Wie der Lehrer, der jedem noch so schlechten Schüler die 1,0 gibt. Und wenn die leblose Puppe zu allem ja und Amen sagt, ist ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet ("Ja, du kannst ruhig mich die Klippe runterschmeißen, kein Problem.").
      Ich schätze Subs mit eigener Persönlichkeit und Eigenverantwortung. Dann schaue ich zu ihnen auf und weiß es zu schätzen, wenn sie mir ihre Submissivität schenken.

      Introdom schrieb:

      Ich will keine leblose Puppe, die einfach so submissiv ist. Dann ist ihre Submissivität nichts wert. Ich würde mich dann auch wertlos fühlen, weil sie ja dann jedem Vollidioten ihre Submissivität gibt. Wie der Lehrer, der jedem noch so schlechten Schüler die 1,0 gibt. Und wenn die leblose Puppe zu allem ja und Amen sagt, ist ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet ("Ja, du kannst ruhig mich die Klippe runterschmeißen, kein Problem.").
      Ich schätze Subs mit eigener Persönlichkeit und Eigenverantwortung. Dann schaue ich zu ihnen auf und weiß es zu schätzen, wenn sie mir ihre Submissivität schenken.
      Es mag ja sein, dass du mit bestimmten Subs nicht klar kommst
      Das du für dein Wertegefühl etwas bestimmtes braucht. Das ist soweit alles in Ordnung. Nur wäre es schön,wenn andere dann nicht abgewertet werden.

      Sorry, aber Beispiel mit der Klippe ist genau so alt wie blöd.
      Nur gibt es in meinen Augen nichts schöneres, als ein Vertrauen in den Partner , dass man dann "Ja" sagen kann.
      Weill man weiss das nichts passiert.

      Zum Thema
      Mir ist beides wichtig, ich würde weder auf das eine noch auf das andere verzichten wollen.

      dornenspiel schrieb:

      Es mag ja sein, dass du mit bestimmten Subs nicht klar kommst
      Das du für dein Wertegefühl etwas bestimmtes braucht. Das ist soweit alles in Ordnung. Nur wäre es schön,wenn andere dann nicht abgewertet werden.

      Sorry, aber Beispiel mit der Klippe ist genau so alt wie blöd.
      Nur gibt es in meinen Augen nichts schöneres, als ein Vertrauen in den Partner , dass man dann "Ja" sagen kann.
      Weill man weiss das nichts passiert.
      Zunächst einmal vielen Dank für Dein konstruktives Feedback. Leider war mir beim Verfassen und Abschicken des Beitrages nicht bewusst, dass bestimmte Subs sich dadurch abgewertet fühlen könnten. Ich habe da leider den Fehler gemacht, missverständlich zu formulieren. Ich bitte um Entschuldigung.

      Den Begriff "leblose Puppe" habe ich ganz anders gemeint, als ihn manche verstehen.

      Die betroffenen Subs, die sich angegriffen fühlen, können ironischerweise damit gar nicht gemeint sein, weil sie dadurch eben beweisen, dass sie KEINE leblosen Puppen sind.

      Ich versuche es neu zu formulieren:

      Ich mag intelligente, verantwortungsbewusste und selbstbewusste Subs mit eigener Meinung, die keine Scheu haben, mir ihre Grenzen klar zu kommunizieren. Dadurch bekommt ihre Devotion einen Wert. Dies schließt nicht aus, dass sie sich während der Session verletzlich und schutzlos geben dürfen. Außerhalb des Spiels ist eine Interaktion auf Augenhöhe wichtig.
      Natürlich beides , für mich ergänzt sich das .
      Wobei irgendwie schon etwas mehr als Sympathie da sein muss.
      Ohne dies fühle ich weder den Wunsch mich zu unterwerfen , noch könnte ich genug Vertrauen um wirklich los zulassen
      Definitiv Sympathie :yes:

      Wobei ich hier jemanden, der mit meiner Neigung und meinen damit einhergehenden Vorlieben (was Charakter/Dominanz angeht) nicht übereinstimmt zwar grundsätzlich nicht unsympathisch finde, aber diese Sympathie nicht für eine Beziehung ausreichen würde.
      - Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen. -
      Hermann Hesse