Meinungsbild zur Bezeichnung "Stino"

      Meinungsbild zur Bezeichnung "Stino"

      Sollte das Forum sich eurer Meinung von der Verwendung des Wortes "Stino" für Menschen ohne BDSM-Neigung distanzieren? 135

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      Wie eben in @BigDaddy s Thread "Wie erkennt man die Welt?" geschrieben, bin ich kein Fan der Bezeichnung "Stino" (Ankürzung für "stink normal") für Personen ohne BDSM-Neigung, weil ich den Begriff als abwertend empfinde.
      Damit alle meine Umfrage gleich verstehen, ist hier ein Ausschnitt aus meiner Antwort in besagtem Thread:

      Rehlein schrieb:

      Stino (steht ja für stink normal) finde ich schon ohne Kontext stark abwertend und habe schon häufiger überlegt, ob es nicht besser wäre, sich als Forum von der Verwendung eines in sich abwertenden Wortes zu distanzieren. Sozusagen als Zeichen gegen Diskriminierung und Abwertung von Gesellschaftsgruppen (vielleicht bin ich da ja voll neben der Spur, aber neugierig bin ich auf ein generelles Meinungsbild dazu schon).


      Die Bezeichnung Vanilla erlebe ich als relativ neutral. In meinem Freundeskreis verwenden viele die Unterscheidung in kinky und non-/nicht-kinky. Mir persönlich ist die letztere Ausdrucksweise am liebsten, weil sich die Unterscheidung auf einen Adjektiv begrenzt und quasi niemanden "abstempelt" als das ist so ein Typ von Mensch sondern nur eine Eigenschaft beschreibt.
      Soweit zur Ausgangssituation.


      Jetzt bin ich einfach interessiert, ob es Leute gibt, die meine Einstellung teilen, oder ob ich da gerade eine "extreme" Einstellung vertrete. Ich gehöre nicht den Entscheidungsträgern hier im Forum und möchte die Umfrage nicht im Sinne eine Petition oder ähnlichem nutzen.


      Die Frage ist:
      Sollte das Forum sich eurer Meinung von der Verwendung des Wortes "Stino" für Menschen ohne BDSM-Neigung distanzieren?

      Distanzieren
      bedeutet in diesem Fall eine ablehnende Haltung mit einem Hinweis, dass die Bezeichnung wegen der abwertenden Bedeutung nicht erwünscht ist, allerdings ohne Konsequenzen für den User auch bei wiederholter Nutzung.

      Jeder hat eine Stimme. Die Stimme darf geändert werden. Die Umfrage ist nicht anonym.
      Ich habe abgestimmt mit "finde nicht abwertend" und füge hierzu gern noch an:

      mir gefallen diese Ächtungen bestimmter Begriflichkeiten nicht. Ist es nicht viel wichtiger, welche Haltung hinter dem Begriff steht? Ja, Stino mag von manchen abwertend verwendet werden, diese werden aber auch jedes andere Wort, welches für Nicht-BDSM-ler stehen mag, abwertend gebrauchen. Spinner beispielsweise ist ein nicht gerade freundliches Wort, dennoch habe ich unseren Kater oft "mein Spinnerle" genannt, wo ganz sicher nichts anderes als pure Liebe aus mir sprach, trotz des an sich negativen Wortes.

      Was ich damit sagen will: ich empfinde die Ächtung eines Wortes, das zunächst einfach nur neutral ist, als nicht den richtigen Weg, auch wenn ich Deine/ Eure Gedankengänge nachvollziehen kann.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)
      "Merkwürdig, wie wir die anderen beurteilen und nicht merken, wie elend unsere Geringschätzung ist - [...]" Carlos Ruiz Zafón: "Der Schatten des Windes"
      "Nur eins beglückt zu jeder Frist: Schaffen, wofür man geschaffen ist." Paul Johann Ludwig von Heyse
      "Wann immer etwas nicht von mir ist, ist es an mir, dafür Sorge zu tragen, dass ich den Urheber nenne." Louise, 2022 :D
      ist das Problem wirklich das Wort die Bezeichnung? Ist es nicht viel eher die Einstellung? Wenn ich lese das Bdsm Beziehungen intensiver, besser, tiefer...what ever sind, komme ich ins grübeln, denn an dem Punkt wird versucht die eigene Beziehungsart als besser darzustellen.
      Auch wenn es nur erst mal theoretisch ist, praktische Erfahrungen gänzlich fehlen.
      Das Problem wird man nicht lösen können, in dem man bestimmte Wörter nicht mehr nutzt. Da fehlt es einfach an Akzeptanz für andere Lebenseinstellung.
      Ich tue mich schwer die Bezeichnung "stink normal" für eine Person als neutral zu sehen. Seht ihr da echt keine Wertung drin? Oder verliert sich die Abwertung für euch, wenn es in eine Abkürzung umgewandelt wird, deren Ursprung nicht klar erkenntlich ist? Außerdem sagen wahrscheinlich die wenigsten diese Bezeichnung jemandem ins Gesicht, sodass Personen ohne BDSM-Bezug sich wohl eher selten damit konfrontiert sehen.

      Meine Haustiere hatten auch schon öfters weniger schmeichelhafte Kosenamen ("Stinker" ^^) aber funktioniert das nicht gerade dadurch gut, dass man sie unabhängig von der Bezeichnung so sehr liebt?

      Für mich etwas vergleichbar ist der Unterschied zwischen der "Homo-Ehe" und der "Ehe für alle". Die Bezeichnung von etwas macht was mit uns. Da sind sich die Sprachwissenschaftler meines Wissens ziemlich einig.

      Hier soll es aber nur um die Bewertung und Auswirkung usw. von Bezeichnungen gehen. Für ungünstige Formulierungen mit dadurch wertendem Inhalt verweise ich zurück, an BigDaddys Thread, der mich auf die Idee zur Umfrage gebracht hat. Der ist im EP verlinkt :)
      An sich empfinde ich "stink normal" weniger negativ als sogar eher positiv, vielleicht erleichternd. Mein Eindruck ist, dass es - ausser im BDSM-Kontext - eher positiv wertend verstanden/ genutzt wird.

      Rehlein schrieb:

      Meine Haustiere hatten auch schon öfters weniger schmeichelhafte Kosenamen ("Stinker" ^^) aber funktioniert das nicht gerade dadurch gut, dass man sie unabhängig von der Bezeichnung so sehr liebt?
      Das bin ich ganz bei Dir, es ging mir darum, aufzuzeigen, warum ich es als "gefährlich" erachte, Worte verbannen zu wollen. Viel erstrebenswerter erscheint es mir, diesen Begriffen durch gelebte Toleranz ihr Stigma zu nehmen.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)
      "Merkwürdig, wie wir die anderen beurteilen und nicht merken, wie elend unsere Geringschätzung ist - [...]" Carlos Ruiz Zafón: "Der Schatten des Windes"
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Louise ()

      Ich sehe es wie @Louise. Für mich ist an "stinknormal" nichts Negatives, sondern auch eher etwas Positives.
      Aus der Sicht derer, die mit BDSM nichts anfangen können und BDSM pervers finden, wird stinknormal eine Bezeichnung sein, die sie mit "Zum Glück" kommentieren werden.
      Warum sollte "stinknormal" per se negativ sein?
      Der Ton und die Intention dahinter macht es doch aus.
      Und wie sonst sollte man Nicht-BDSMler bezeichnen? "Nicht-BDSMler" könnte man natürlich sagen, das ist jedoch ein sehr sperriger Begriff.

      Der Vergleich:

      Rehlein schrieb:

      Für mich etwas vergleichbar ist der Unterschied zwischen der "Homo-Ehe" und der "Ehe für alle".
      hinkt mMn etwas. Ehe für alle umschließt alle Formen der Ehe zwischen Menschen. Mit "Ehe für alle" wurde gefordert (und zum Glück auch durchgesetzt), dass kein Unterschied zwischen den verschiedengeschlechtlichen Eheformen gemacht wird. "Ehe für alle" umschließt deshalb auch Hetero-Ehen.

      Nur in dem hier diskutierten Fall möchte man ja gerade eine Unterscheidung herstellen zwischen Menschen, die BDSM praktizieren, und denen, die kein BDSM praktizieren, ;) .

      Und ja, ich gebe zu, ich bin da vielleicht auch etwas naiv und sehe zu sehr das Gute, :pardon:
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Feuerpferd schrieb:

      Warum sollte "stinknormal" per se negativ sein?
      Naja, weil es nicht reicht, jemanden als "normal" zu bezeichnen und zusätzlich ein Wort genutzt wird, mit dem sich die meisten nicht so gerne bezeichnen lassen.

      Ja, ich finde auch, dass "Ehe für alle" schöner ist, weil es die Gemeinsamkeit betont und nicht den Unterschied. Aber Verbände haben lange gekämpft, um diese positive Bezeichnung in der Politik und der Gesellschaft zu etablieren. Mit "Ehe für all" lassen sich leichter Sympathien erlangen. Und diese feinen Unterschiede in der Assoziation halte ich für wichtig.

      Rehlein schrieb:

      Naja, weil es nicht reicht, jemanden als "normal" zu bezeichnen und zusätzlich ein Wort genutzt wird, mit dem sich die meisten nicht so gerne bezeichnen lassen.
      Ich finde auch uns BDSMler normal, :pardon: .
      Insofern reicht das als Unterscheidung mMn eher nicht.
      Denn wenn NichtBDSMler "nur" als normal bezeichnet werden, würde man damit im Gegenschluß nicht suggerieren, BDSMler wären nicht normal?
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Ich empfinde alle solche Kürzel, ob nun "Assi", "Ossi" oder eben "Stino" als abwertend, im besten Fall vielleicht noch als verniedlichend, auf jeden Fall als nicht-ganz-für-voll zu nehmend.

      Vorschriften wollte ich aber niemandem machen.
      Ich wusste bis vorhin nicht mal was Stino bedeutet. Ich hab den Begriff nie verwendet und werde ihn aufgrund des jetzigen Wissens nicht verwenden.

      Denn jmd "stinknormal" zu nennen, finde ich persönlich absolut wertend. Und zwar nicht im positiven Sinne...

      Hingegen finde ich den Begriff Vanilla süß und nett und der ist mir absolut lieber, um "Nicht-BDSMler" zu bezeichnen.

      Letztlich muss das aber jeder für sich entscheiden, und es sollte niemandem verboten werden das Wort zu gebrauchen...
      Liebe Grüße,
      Valkyrie

      Ich muss unbedingt noch... Oh toll, ein Schmetterling :D

      Rehlein schrieb:

      Deshalb finde ich kinky und nicht-kinky praktisch. Oder Vanilla meinetwegen.
      Vanilla mag ich persönlich auch lieber.
      Kinky mag ich jedoch nicht. Weil es im Ursprung abnorm und pervers bedeutet.
      Das ist aber vielleicht so ein Generationending. Denn mir ist aufgefallen (vielleicht liege ich auch daneben?), dass insbesondere jüngere den Begriff kinky benutzen.
      Nicht-Kinky ist für mich ähnlich sperrig wie Nicht-BDSMler.
      Warum etwas mit "Nicht das und das" bezeichnen, wenn es einen eigenständigen Begriff dafür gibt?
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Kann mich Feuerpferd anschliessen, Kinky hat auch für mich die Bedeutung von unnormal/ pervers. Allerdings nutze ich auch den Begriff Vanilla anstatt Stino. Vanilla finde ich persönlich auch nicht diskriminierend

      Feuerpferd schrieb:

      Warum etwas mit "Nicht das und das" bezeichnen, wenn es einen eigenständigen Begriff dafür gibt?
      Das geht jetzt schon sehr ins Persönliche. Es stört mich überhaupt nicht, wenn jemand von Vanillas schreibt oder redet.

      Ein Punkt, warum ich eher kinky und nicht-kinky nutze ist sicherlich, dass meine Schwester sich mal beklagt hat, dass sie "Vanilla" doof findet. Und nachdem ich seitdem drauf geachtet habe sie auch in Erzählungen nicht so zu bezeichnen, hat sich kinky im Sprachgebrauch schnell etabliert.

      Ein anderer Punkt ist, dass ich Leuten lieber Adjektive zuordne als Nomen.
      Ich würde lieber sagen "Paul ist nicht kinky." als "Paul ist ein Vanilla.".
      Vielleicht vergleichbar mit "Paul hat etwas geklaut." und "Paul ist ein Dieb."
      Mir persönlich hilft das (glaube ich), ein weniger urteilendes Mind-set zu haben, weil ich eher eine beschreibenden Rolle einnehme. Das ist sicherlich etwas speziell und man muss das nicht nachvollziehen können.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rehlein () aus folgendem Grund: Tippfehler

      Ich finde 'Vanilla' auch schöner, aber 'Stino' finde ich persönlich jetzt nicht 'besonders' abwertend oder urteilend :pardon: .
      Ich nutze das Wort eher selten, sondern eher 'Vanilla'. Aber: wenn ich es benutze, dann ggü. 'Auch-BDSMlern' - und dann weiss jede/r, was ich meine.
      Ich kenne das Wort seit den 90ern. Evtl. hat man das gewählt, weil man dachte, man selbst wäre etwas Besseres. Ich mag den Klang von 'Stino' nicht besonders, deshalb ist mir 'Vanilla' lieber.
      Aber das Wort ist in der Welt, und egal, wie ich oder @Rehlein oder andere das beurteilen: es wird da bleiben. Wir werden das nicht ändern :pardon: .
      Vor kurzem habe ich das Wort selbst im Forum benutzt und habe es im Sinnzusammenhang negativ gemeint. Es ging um Menschen, die - meiner Meinung nach - meine Neigung für die Produktion von Unmengen von hässlichen Medienprodukten zur Ausschlachtung von Schlüsselreizen nutzen und so das entwerten, was mich im Innersten berührt. Da diese Leute die Bildgewalt dieser Vorstellungen nur missbrauchen, ohne selbst dafür Interesse aufzubringen, habe ich das Wort Stino benutzt und finde es ganz passend, eben auch, weil es einen negativen Beiklang hat. Grundsätzlich finde ich es aber nicht abwertend und weit davon entfernt, beleidigend zu sein. Ich bin selbst stinknormal, außer in ein paar Lebensbereichen. Wenn andere Spezialgruppen mich als in ihrem Sinne "Stino" bezeichen, ist mir das ziemlich egal. Ich finde es eher etwas lästig, wenn ich immer überlegen muss, wie ich etwas nennen darf, muss oder soll, damit sich auf keinen Fall und unter keinen vorstellbaren Umständen jemand davon wie auch immer unschön berührt fühlt. Das strengt an und stört einen offenen und lebendigen Austausch. Es sollte doch so sein, dass man auch mal was sagen darf, was nicht nur ganz nett ist.
      Wenn ich ansonsten über Leute spreche, die meine Neigung nicht teilen, nenne ich sie wahrscheinlich "Leute,die meine Neigung nicht teilen". Vanilla mag ich persönlich nicht, weil es so langweilig klingt, und manchmal bin ich ganz schön Vanilla und finde das garnicht langweiig. Aber das ist mein persönlicher Sprachgebrauch und jeder soll das bitte so sagen, wie er will.
      It's a sad and beautiful world.
      Ich habe - als Neuling - die Bezeichnung erst hier im Forum kennengelernt und sie da tatsächlich (in den allermeisten Fällen) als „abwertend“ empfunden.

      Aber dabei handelt es sich um mein persönliches Empfinden und ich sehe nicht ein, warum sich ein ganzes Forum - oder auch nur einzelne Menschen - danach richten sollen. Deshab: Ja - ich empfinde die Bezeichnung als abwertend und Nein zu einer Veränderung in irgendeiner Form diesbezüglich im Forum - oder bei Usern.
      Warte nicht auf den perfekten Moment
      sondern nimm den Moment und mach ihn perfekt.