BDSM und die Schönfärberei am Beispiel der Begrifflichkeiten monogam und Single

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      BDSM und die Schönfärberei am Beispiel der Begrifflichkeiten monogam und Single

      Da ist ja schon die Überschrift ein halber Roman geworden :engel:

      Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen versuchen sich in einem besseren Licht darzustellen, dies ist vermutlich ein zutiefst menschliches Verhalten. Wobei es dabei nicht nur um die Darstellung nach außen geht, sondern eben auch um die Darstellung vor einem selbst.
      Wenn ich in meinem NichtBDSMler Freundeskreis frage: „was ist Monogamie“ erhalte ich immer die gleiche Antwort: Sex (evtl plus Liebe) mit nur einer Person.
      Unter BDSMler sind da aber ganz andere Definitionen vorhanden. Als Beispiel ein lesenswerter älterer Forumsthread, in welchem fast die Hälfte der Beteiligten eine abweichende Ansicht vertreten hat:

      diverse schrieb:

      Ich kann mit fünf anderen schlafen ohne meinen Partner zu betrügen, wenn er davon weiß oder vielleicht sogar dabei ist. Meine Liebe und Hingabe bekommt nur einer. Das ist für mich Monogamie.

      Für mich selbst bedeutet Monogamie, dass zwei zusammenlebende Menschen ausschließlich miteinander Sex haben. In meinen Augen zählt das auch bei einer zweiten oder weiteren Beziehung.

      Ich würde sagen: Ich LEBE Monogamie, weil ich einen festen Partner sprich Ehemann habe. Trotzdem ERLEBE ich eine Vielzahl von sexuelle Aktivitäten mit anderen Partnern - jedoch immer nur mit meinem Mann zusammen.

      monogamie kann auch bedeuten wenn man auf EINEN sexuell fixiert ist...u wenn er einem dazu anweist sex mit anderen zu haben ändert es nichts am zustand der monogamie...

      Auf partnerschaftlichen Ebene ... habe ich ausschließlich Sex (in gennanten Variationen) ... mit meinen Partner. Auf BDMS Ebene ... habe ich ausschließlich BDSM (in verschieden Variationen) ... mit meinem BDSM Partner (oder wie immer man das Gegenüber bezeichnen will) Obwohl es 2 "Beziehungen" sind ... sind sie doch innerhalb der Ebenen ... monogam...

      Monogam ist für mich meine Beziehung wenn ich mich voll und ganz nur auf meinen Partner einlasse, erwartet dieser als mein Herr von mir, dass ich auch mit anderen Männern oder Frauen sexuell verkehre ist das nicht meine Entscheidung.
      Besonders spannend fand ich dabei einen Fall, bei dem jemand, nachdem sich seine Beziehung erweitert hat, auch seine Definition von Monogamie erweitert hatte, so dass diese auch zum neuen Beziehungsmodell passte. Dies ist für mich ein Zeichen, dass etwas wahrscheinlich auf die jeweilige Situation angepasst wird und es sich nicht um feste Definitionen oder gar Grundüberzeugungen handelt.

      Grundsätzlich ist es kein großes Problem, dass jeder seine eigene Definition von einem Begriff hat. Natürlich erschwert es die Kommunikation, jedoch redet man maximal aneinander vorbei. Schwieriger wird es jedoch, wenn es sich um verkehrswesentliche Eigenschaften für einen Kontakt handelt. Wo man in einem Forum vielleicht aneinandervorbeischreibt, sieht es bei einer BDSM-Flirtcommunity schon ganz anders aus. Wenn ich einen monogamen Partner suche, dann würde ich erwarten, dass ein Profilinhaber der monogam in seinem Profil hat, eben die allgemeingültige Definition von monogam nutzt.

      Dies ist aber meist nicht der Fall. Mehrfach schon habe ich gelesen, dass die Angabe Single in einer BDSM Community nur bedeuten soll, dass man im Bereich BDSM Single ist und das nichts mit dem normalen Alltag zu tun haben müsste, wo man eben auch verheiratet sein kann. Oder offene Beziehung bedeutet, dass man offen für eine weitere Beziehung ist (der aktuelle Partner davon aber noch nichts wissen muss). Ganz ehrlich, ich käme mir da ziemlich verarscht vor, egal ob ich nun eine Liebes- oder Spielbeziehung suche. An dem diesen Punkten endet für mich die Schönfärberei und beginnt der absichtliche Betrug, sofern man den Status monogam oder solo im Profil nicht konkretisiert hat.

      Ich verstehe, dass man über Randabgrenzungen vortrefflich diskutieren kann, zum Beispiel ist man noch monogam, wenn man sich fingern lässt oder in der Trennungsphase Sex hat, dann aber wieder zusammenkommt. Wobei ich es auch verstehe, warum man Monogamie anders definieren will, damit man noch drunter fällt. Monogamie ist eben ein gesellschaftliches Ideal und niemand verabschiedet sich gerne von seinen Idealen. Aber ist Konsequenz nicht für Dom und Sub auch etwas sehr wichtiges?

      Ist es nicht konsequenter zu sagen, ich bin nicht mehr monogam, aber (ich liebe nur einen/ich habe nur im Beisein des Partners, usw). Kurz sich bewusst eingestehen, dass man es nicht mehr ist und dann für sich selbst die Grenzen definiert die allem dennoch einen (semi-) exklusiven Rahmen gibt. Für mich ist Exklusivität ein viel passenderer Begriff für meine emotionalen und sexuellen Interaktionen, denn im Gegensatz zur Monogamie, kann die Exklusivität die Sexualität einteilen in Bereiche. Die meisten meiner Beziehungen waren nicht monogam, alle waren jedoch in weiten Bereichen exklusiv. Ich war niemals in zwei Menschen verliebt und habe daher immer Exklusivität bei der Liebe geben können, auch wenn mein BDSM nicht immer exklusiv war, so war der „normale“ partnerschaftliche Sex (also liebevoller Sex ohne BDSM) immer der Partnerin vorbehalten.

      Für mich gibt es mehrere Beziehungsarten:
      Monogam: Liebe und Sex nur mit ein und dem gleichen Partner
      Polygam: Liebe mit einem, Sex aber mit mehreren Partnern (offen und verdeckt)
      Polyamor: Sex und Liebe mit mehr als einem Partner

      Natürlich sind die Begriffe monogam und solo nicht die einzigen bei denen die Schönfärberei kritisiert werden kann. Auch mir wurde es schon ab und an vorgeworfen, dass ich mein BDSM als SSC definiere, obwohl ich harte SM Sessions hatte oder auch Atemreduktion betreibe. Meine Antwort darauf ist eine eigene Definition, welche eben SSC erweitert oder konkretisiert, je nach Sichtweise.

      Gentledom schrieb:

      Würde ein Fachmann auf dem jeweiligen Gebiet (z.B. Arzt, Psychologe) meine Art, BDSM zu praktizieren, als verantwortungsbewusst und im Vergleich zu normalem Sex ohne signifikant gesteigertes Risiko für die körperliche und geistige Gesundheit von involvierten Personen ansehen?

      Nun bin ich mal neugierig, wo ist euch Schönfärberei im Bereich BDSM aufgefallen oder warum nutzt ihr vielleicht auch selbst einen Begriff der laut Duden eigentlich anders definiert ist für einen Teil eures BDSMs?
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Hallo @Gentledom, spannende Fragen, die Du da in den Raum stellst. Ich persönlich bin kein Freund von "verwaschenen" Definitionen.Definitionen sind dafür da, eine hohe Wahrscheinlichkeit herzustellen, dass alle Beteiligten vom Gleichen (oder Selben? Ich lerne es nie ...) reden.

      Nehmen wir das Beispiel "Gewalt": der Brockhaus Multimedial definierte 2003 Gewalt folgendermaßen: "[...] die Anwendung von physischem oder psychischem Zwang gegenüber Menschen. Gewalt umfasst 1) die rohe, gegen Sitte und Recht verstoßende Einwirkung auf Personen (lat. violentia), 2) das Durchsetzungsvermögen in Macht- und Herrschaftsbeziehungen (lat. potestas) [...]".
      Wir merken hier schon, selbst wenn wir den Begriff "Gewalt" gebrauchen, wie der Brockhaus ihn versteht, kann es zu Missverständnissen kommen (siehe 1) und 2)). Wenn jetzt jeder noch seine eigene Definition von Gewalt "erfindet", dann brauchen wir bald gar nicht mehr kommunizieren, weil wir uns irgendwann nicht mehr verstehen (vgl. Peter Bichsel: "Ein Tisch ist ein Tisch").

      Ich bin daher ganz arg der Meinung, wir sollten Begrifflichkeiten so verwenden, wie sie aktuell in Duden, Brockhaus u.ä. zu finden sind. Was auch bedeutet, dass jemand, der zwei Beziehungen führt, welche in irgendeiner Form sexueller Natur sind, nicht monogam ist. Das Führen einer solchen Beziehung ist nicht verwerflich, aber: es ist nicht monogam, da kann sich der/ die Beziehungsführende im Kreis drehen und in den eventuell vorhandenen Schwanz beissen.

      Merke ich, dass jemand mit selbst kreierten Definitionen um sich wirft und sich dann wundert, wenn er/ sie schief dafür angeschaut wird, kann ich persönlich denjenigen nicht mehr ernst nehmen und habe auch nicht mehr viel Lust auf weitere Konversation. Ja, diese Schönfärberei, wie Du sie nennst: ich finde sie verwerflich.

      Quellen:
      Brockhaus Multimedial 2003, Wikipedia 2018
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      Hallo @Louise, verwerflich finde ich es nur dort, wo der andere getäuscht werden könnte. Also an den Stellen wo jemand auf Partnersuche ist und der wegen der "Andersnutzung" von einer ganz anderen Voraussetzung ausgeht. Überall sonst finde ich es nicht verwerflich und höchstens störend, wenn man eben aneinander vorbei redet/schreibt. Aber in der Regel ist das bei Sachen wie "monogam" und "Single" bei einem nichtflirtivem Austausch eigentlich kein echtes Problem. Ich finde die Diskussion im verlinkten Thread zum Beispiel sehr spannend, auch weil ich mich dann immer frage, was sind wohl die jeweiligen Auslöser für die abweichende Definition eines Begriffs.

      Es wird aber immer auch vorkommen, dass Begriffe in Subkulturen anders belegt sein können. Nehmen wir mal das Beispiel "pervers", dieser ist definiert und negativ belegt. Innerhalb der Subkultur BDSM wird er aber mit einem Augenzwinkern genutzt und für viele ist er eine eher lustige und nicht beleidigende Bezeichnung für BDSMler. Von daher kann es immer Dynamiken geben die zu einer anderen Definition führen. Für mich ist der Unterschied zwischen pervers und monogam, das eine hat viele Bedeutungen, das andere eine. Das eine kann mit einem Augenzwinkern genutzt werden, das andere nur bedingt, usw.

      Sollte sich irgendwann wirklich eine subkulturelle Definition von monogam durchsetzen, dann ist das OK. Ich glaube aber nicht daran, da jene die es anders definieren es eben nicht einheitlich definieren, sondern nach meinem Gefühl meist genau dort die Grenze ist was man selbst macht und alles dahinter eben dann doch nicht mehr als monogam von der jeweiligen Person wahrgenommen wird.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Spannendes Thema ^^

      das große Problem an solch offenen Begrifflichkeiten ist meist die eigene Wahrnehmung, die eigene Grenze, die eigene Interpretation.

      Unterschiedliche Definitionen sind beispielsweise auch beim festen Partner problematisch. Ich bewege mich quasi mit meinem Partner in zwei verschiedenen Parallelwelten dieser Definition, wenn diese unterschiedlich sind. Genauso kritisch kann übrigens auch der Begriff "Treue" analysiert werden. Manche sprechen von nur einem emotionalen und sexuellen Partner im Leben, während gleichzeitig argumentiert werden kann, dass Treue heißen kann, meine Liebe und Zuneigung nur einem Mann zu schenken und dennoch manch anderes mit zum Beispiel einer dritten Person zu teilen. Das wäre in dem Fall wieder eine individuelle Definition des Wortes.

      Wichtig ist: ich muss in dem Augenblick für mich selber entscheiden, ob ich meine Definition quasi "umdefiniere" und mich meinem Partner anpasse, oder eben meine Definition leben will, ohne eine Täuschung zu begehen. Vielleicht ändert aber natürlich auch der Partner seine Definition.
      Unabdingbar ist jedoch, dass man auf den gleichen Nenner kommen sollte, auch wenn dies nicht immer ganz einfach ist, denn so oder so muss sich entweder einer einschränken oder eben einer seine Grenzen überschreiten.

      Louise schrieb:

      Ich bin daher ganz arg der Meinung, wir sollten Begrifflichkeiten so verwenden, wie sie aktuell in Duden, Brockhaus u.ä. zu finden sind. Was auch bedeutet, dass jemand, der zwei Beziehungen führt, welche in irgendeiner Form sexueller Natur sind, nicht monogam ist. Das Führen einer solchen Beziehung ist nicht verwerflich, aber: es ist nicht monogam, da kann sich der/ die Beziehungsführende im Kreis drehen und in den eventuell vorhandenen Schwanz beissen.
      Ich finde auch, das feste Begrifflichkeiten verwendet werden sollten, aber finde es sogar noch viel wichtiger, dass man mit dem Gegenüber die gleiche Definition teilt und dies sollte auch möglichst schnell geäußert werden. Denn selbst wenn es feste Begrifflichkeiten gibt (und das kennen wir ja heute zu gut), gibt es immer wieder Menschen, die versuchen sich aus solchen Begrifflichkeiten zu winden.

      Daher meine Meinung, die auch die von @Gentledom widerspiegelt: solange es keine Täuschung gibt und alle im Klaren sind, ist eigentlich alles gut. :)
      ich sehe da Schönfärberei wenn jemand momogam im Profil stehen hat, aber in einer Beziehung lebt, dieses monogam dann eben nur auf den BDSM Partner bezieht

      Ich selber habe lange auch gesagt , ja geglaubt ich wäre monogam, ich habe auch monogamie gelebt

      ich war single, suchte eben mehr als einen spielpartner

      was mir jetzt dabei unangenehm aufgestossen ist, das zwar von mir als sub erwartet wurde diesem BDSM Partner monogam zu sein, aber er selbst eben in einer festen Beziehung lebte

      Mein Problem dabei war , ich selber hätte gar nicht die Möglichkeit eben auch den Lebenspartner kennen zu lernen wenn von mir erwartet wird nicht nach links und rechts schauen zu dürfen

      deswegen schloss ich lange Zeit eine reine Spielbeziehung aus

      Mittlerweile kann ich auch die haben, weil ich mittlerweile ganz klar sage, bis es bei mir im Kopf wirklich zooom macht, lebe ich polygam

      das heisst nicht das ich ständig wechselnde Partner habe, aber solange ich eben keinen festen habe bei dem auch Liebe vorkommen darf, solange jemand eine andere Beziehung hat, sich nicht klar zu mir bekennt bin ich nicht monogam

      das heisst auch nicht das ich monogamie nicht mehr will, vileicht kommt derjenige wo aufeinmal beide sagen wir reichen uns, in allem

      aber solange der mir nicht über den weg läuft bin ich so frei , meine sexualität einfach als anders zu bezeichnen

      und ich muss ganz klar sagem als sub, die nur ab und an jemanden trifft bin ich single, aber falls jemand nachfragt erkläre ich demjenigen gerne was single eben für mich bedeutet
      Wenn ich damals richtig aufgepasst habe in der Vorlesung steht gamos für Ehe und mono für Eins, sprich die Herkunft des Begriffs Monogamie ist die Einehe. Die Einehe ist auch gesetzlich verankert, wobei dort nichts zur Treue steht, wäre auch blöd, sonst würde ein Seitensprung ja automatisch zur Scheidung führen :) und nur Verheirate könnten überhaupt monogam sein. Wobei ich nun nicht so weit gehen würde eine Wortherkunft über den üblichen Sprachgebrauch/Duden zu stellen. Dafür gibt es zu viele Beispiele wo die Wortherkunft eben mit den Jahrhunderten zig Abwandlungen unterzogen wurde, bis sie ihre aktuelle Bedeutung hat. So wäre die Polizei auch die Staatsverwaltung von der Wortherkunft her und klar ist sie Teil des Staates aber ich kann dort nicht meine Steuererklärung abgeben, einen neuen Pass beantragen, dort werden keine Straßen geplant, usw.

      Eine Spielbeziehung ist für mich ein Status bei dem man Single ist, außer natürlich man führt neben der Spielbeziehung noch eine Liebesbeziehung. Wobei das meine persönliche Ansicht ist, für manch einen mag eine Spielbeziehung auch mehr sein, mein Standpunkt ist da aber eben ein anderer.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Gentledom schrieb:

      Eine Spielbeziehung ist für mich ein Status bei dem man Single ist, außer natürlich man führt neben der Spielbeziehung noch eine Liebesbeziehung.
      sehe ich mittlerweile auch so
      wobei sich da bei mir die Frage stellt,habe ich als single wechselnde Partner, oder eben auch neben meiner spielbeziehung noch andere oder auch nur einen anderen sexuellen kontakt, bin ich dann poly?

      kann ich als single überhaupt poly sein?

      oder darf derjenige der sich in einer spielbeziehung befindet nicht dann doch automatisch als monogam bezeichnen, da sich ja monogam eben für viele nur auf beziehung bezieht?

      und ist nicht auch eine spielbeziehung eine art beziehihung wo man eben doch nicht ganz single ist?

      da ja auch doch verbindlichkeiten da sind

      bin ich poly, nur weil ich single bin, und nicht weiss ich wie lange nur einen sexualpartner habe?

      bastet schrieb:

      und ich muss ganz klar sagem als sub, die nur ab und an jemanden trifft bin ich single, aber falls jemand nachfragt erkläre ich demjenigen gerne was single eben für mich bedeutet


      ich revidiere noch mal
      wenn ich einen spielpartner habe, dann bin ich schon irgendwie single aber auch wieder nicht

      in dem Moment wo ich einen habe, habe ich eine beziehung, und hab ich neben dieser beziehung noch eine , auch wenn es eine weiterer spielbeziehung ist bin ich poly

      weil ich zu diesen Menschen ja eine verbindung habe, ja beziehung eben

      also single mit beziehung, hmm irgendwie blöd ne? aber ich fühl das so
      Hm, es gibt ja auch feste Spielbeziehungen. Da fände ich die Bezeichnung Single nicht passend.

      Zurück zum Thema... Schönfärberei begegnet man doch überall im Leben, zum Beispiel in der Werbung, Arbeitssuche und ja auch in der Partnerschaft bzw. beim ersten Kennenlernen.

      Wenn jemand meint er müsste mit seinen Status protzen und dann wird aus einem kleinen Ruderboot schnell mal eine Segelyacht. Solche "Farbenspiele" zeigen mir nur, dass die Person kein Vertrauen zu sich selbst hat und wird für mich uninteressant. Zumal die Wahrheit sowieso ans Licht drängt. Für mich ist in meinem Umkreis weniger mehr.

      Gibt sich jemand unberechtigt als Single aus, dann ist das für mich nicht tragbar. Schönfärberei ist menschlich und da gibt es Abstufungen von harmlos bis zum Betrug. Warum sollte BDSM davon ausgespart werden?

      Endet eine Schönfärberei damit, dass andere verletzt werden, dann ist das für mich Betrug und unverzeihbar. Ist es lediglich ein Kunstwerk von Schönmalerei, wo sich derjenige selbst betrügt, dann tut er mir leid aber weitere Gefühle gibts da nicht von mir.
      ~Es ist das Unbekannte was so reizt. Reizt es immer noch, wenn es bekannt ist, dann ist es das Besondere~ Author: Unbekannt

      bastet schrieb:

      wenn du jetzt @Gentledom als single eine spielpartnerin hast, neben dieser noch eine, evntl noch nach einer dritten suchst, nur ein ganz fiktives beispiel, was schreibst du dann in dein Profil , monogam mit mehreren spielpartnern oder poly?
      Ich schreibe das ins Profil was ich bin und das hängt auch von der Community ab, denn überall gibt es andere Begriffe. Wenn ich zwei oder mehr Sexualpartner parallel habe bin ich polygam (nicht polyamor), also auf keinen Fall monogam. Monogam bin ich in einer Liebesbeziehung, wenn das eben die Absprache ist, dann habe weder ich noch sie weitere Sexualpartner. Für mich ist das irgendwie eine recht klare Sache :) und habe ich keinen Partner habe ich bei uns in der Community einfach die Option "es kommt auf die Partnerschaft an" angeklickt. Wobei ich denke nicht, dass es bei der Thema Schönfärberei nun im diese Feinheiten geht :)
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Für mich bedeutet single, dass das Herz frei ist. Es ist ungebunden und dieser Ausdruck gilt für mich, ob Vanilla oder BDSMler immer gleich.
      Bin ich single, dann lebe ich polygam, ich bin niemandem verpflichtet.

      Empfange ich von einem Dom das Halsband, gehe ich eine für mich bindende Spielpartnerschaft ein und werde keinen weiteren Dom als Herr ansprechen. Lebe aber weiter polygam (z.Bsp. noch 1 Vanilla Partner). Trotzdem bin ich dann BDSM - technisch nicht mehr single, sondern bin eine Verpflichtung eingegangen. Mein Herz ist aber weiterhin ungebunden.

      Deshalb ist es jetzt für mich schwieriger darzustellen und ich muss mein "Single bzw. gebunden" erklären. Das ist in einem Profil nicht einfach, aber da für mich mein Herz über allem steht, benutze ich single weiter.

      Hätte ich eine Liebes-BDSM-Beziehung lebte ich monogam und zwar auch dann, wenn mein Herr mich einem anderen zur Benutzung überlässt.
      Benutzung bedeutet "sub dient" und trifft keine eigenen Entscheidungen. Das gilt für mich auch dann, wenn das Spiel "Überlassung" vorab von uns beiden besprochen worden ist und es mich kickt. Schliesslich kickt mich nicht das "Polygame" daran, sondern eben das Dienen.

      Deshalb finde ich jetzt, dass ich keine Schönfärberei betreibe. ?(
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno

      Saubi 63 schrieb:

      Benutzung bedeutet "sub dient" und trifft keine eigenen Entscheidungen. Das gilt für mich auch dann, wenn das Spiel "Überlassung" vorab von uns beiden besprochen worden ist und es mich kickt.
      Guten Abend @Saubi 63, da gehe ich mit Dir nicht konform. Natürlich hat sub in dem Fall eine eigene Entscheidung getroffen, möglicherweise nicht zu der konkreten Aktion, aber doch vorher bzw. im Metakonsens. Für mich ist das ein gutes Beispiel von "nicht monogam sein, sich das aber so zurechtbiegen" (bitte nicht als Angriff verstehen, so ist es absolut nicht als Angriff gemeint). Da ist es auch unwichtig, ob es Dich kickt oder nicht. Du hast irgendwann in irgendeiner Form ja gesagt dazu und damit bist Du für mich in dieser Beziehung mit diesem Dom nicht mehr monogam.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      @Louise

      Ich fühle mich nicht angegriffen. ^^ Ich habe gerade über diese Konstellation sehr nachgedacht und muss dazusagen, dass
      ich eben noch keine Erfahrung mit Liebe und BDSM habe. Wenn mein Herz besetzt ist, dann will ich keinen Anderen.
      Aber ich gehe davon aus (Theorie ;) ) , dass ich meinem Liebesdom auf jeden Fall diese Freude machen würde, wenn er
      es wünscht (kick nicht ausgeschlossen, weiss ich aber heute noch nicht). Dies bedeutet, kein freier Wille meinerseits und
      da ich polygam als "Selbstentscheid" verstehe, bleibe ich monogam.

      Nehmen wir jetzt an (wieder Theorie), meine Liebesbeziehung dauert bereits 5 Jahre und in mir taucht der Wunsch auf,
      einmal überlassen zu werden. Grenzen sind ja gerade im BDSM auch dazu da, bei "Bedarf" überschritten zu werden, um wieder
      eine Entwicklung zu machen, z.Bsp. gegen Eifersucht/Besitzdenken, was ich leider doch habe :whistling: . Wenn ich nun diesen
      Wunsch bei meinem Dom äussere und er ihn mir irgendwann erfüllt, dann widerum sehe ich mich als polygam, weil ich selbst-
      bestimmt überlassen werde.

      Ähm , verstehst du, was ich sagen möchte? :gruebel:
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno
      Ich grüble nun auch schon ein Weilchen an diesem Thema herum. Und ich frage mich gerade, wie es wäre, wenn ein Mensch gegen seinen Willen sexuelle Handlungen erduldet (ich arbeite das Beispiel mal mit einem männlichen Opfer aus, da ist die Gefahr aufgrund der Häufigkeit wahrscheinlich geringer, ggf. Wunden aufzureissen). Würde ich diesen Menschen weiter als monogam ansehen? Ja, definitiv. Warum ist das so? Weil in diesem Fall das Einverständnis der betroffenen Person fehlt. Ich glaube, genau das ist für mich der Knackpunkt. Sobald in irgend einer Form ein Einverständnis zu sexuellen Handlungen mit einer dritten Person vorherrscht, welches nicht auf reinem Überlebenstrieb beruht, ist es für mich vorbei mit dem monogamen Leben. Evtl. selbst dann, wenn noch gar keine tatsächlichen Handlungen vorgenommen wurden, sondern lediglich die Möglichkeit besteht, dass dies mit Einwilligung geschieht. Das ist ähnlich wie mit Fremdgehen allein dadurch, dass Mann (oder Frau) unkeusche Gedanken über eine dritte Person hat. Ist das dann schon Untreue/ Fremdgehen/ Poly? Reicht die blosse Vorstellung aus? Ich meine: ja. Ich bin ja auch weiter BDSMler, auch wenn ich aktuell nicht aktiv BDSM betreibe, sondern ggf. nur in der Phantasie.

      Saubi 63 schrieb:

      Dies bedeutet, kein freier Wille meinerseits und
      da ich polygam als "Selbstentscheid" verstehe, bleibe ich monogam.
      Genau hier ist der Widerspruch .... doch, es ist in dem Fall Dein freier Wille, denn wäre er es nicht, dann wäre es kein einvernehmliches BDSM. Sollte es tatsächlich gegen Deinen erklärten Willen geschehen, dann wäre es Missbrauch, Anstiftung zur Vergewaltigung o. ä. Hiervon reden wir aber denke ich nicht? Deshalb hatte ich vorhin den Metakonsens erwähnt. Du hast grundsätzlich eingewilligt und damit ist es keine Monogamie mehr.

      PS: "Einverständnis zu sexuellen Handlungen mit einer dritten Person vorherrscht, welches nicht auf reinem Überlebenstrieb beruht" - hier spreche ich davon, dass es oft heisst, das Opfer habe sich "doch nicht gewehrt, doch mitgemacht". Dieses "sich nicht wehren" ist aber meines Wissens ein reiner Schutzmechanismus, um das Überleben zu sichern und darf keinesfalls verstanden werden als Indiz dafür, dass das Opfer Spass an der Situation hat oder auch nur im Geringsten einverstanden ist.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall

      Saubi 63 schrieb:

      Dies bedeutet, kein freier Wille meinerseits und da ich polygam als "Selbstentscheid" verstehe, bleibe ich monogam.
      Polygam nicht als Tabu zu erklären und sich verleihbar zu machen ist auch eine Selbstentscheidung. Wird diese Freiheit dann von Dom genutzt und man wird verliehen und dabei kommt es zu sexuellen Interaktionen ist man für mich nicht mehr monogam.

      Selbstverständlich führt eine Vergewaltigung oder ein Missbrauch nicht dazu, dass jemand nicht mehr monogam ist, denn darauf hatte die Person eben keinen Einfluss, seinem Partner die Möglichkeit einzuräumen, das ist aber etwas das man beeinflussen kann.

      Auch des Eingehen einer Metakonsensualen Beziehung ist eine freie und bewusste Entscheidung. Einzig jemand der sich an der Stelle gar keine Gedanken dazu gemacht hat, dass zum Beispiel TPE auch einen Verleih beinhalten könnte und der es dann gegen seinen Willen, aber aus Angst für einer Trennung seitens des Doms, über sich ergehen lässt, dort könnte man sagen, die Person bleibt monogam, eben weil es die Person nicht auf dem Schirm hatte und die Tat selbst illegal gewesen wäre und damit einer Vergewaltigung oder einem Missbrauch gleich steht.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Ein bisschen stosse ich mich an der Überschrift und der Erklärung "im bessere Licht stehen zu wollen.
      Sowohl Mongam als Polygam sind für mich erst mal Neigungen und damit wertefrei.

      Monogam bedeutet , 1 Partner und keinerlei Sexualität mit anderen Menschen.
      Alles andere führt diesen Begriff ad absurdum.

      Wenn in einer Beziehung die sexuelle Selbstbestimmung an den dominanten Part abgegeben wird, ist es eine frei Entscheidung, nicht monogam leben zu wollen( wenn es denn so vereinbart ist). Verleih, Überlassung, Neigung ausleben können ect... ist dann selbst gewählt und widerspricht der Monogamie.

      Mein Herr hat das Exklusivrecht über meine Sexualität zu entscheiden.
      Da gibt es nichts, was ich schön reden wollen würde ...warum auch, es ist das was ich mir an Beziehung ausgesucht habe.

      Auch als Single macht es imho wenig Sinn, sich Begriffe "zurecht zu biegen".
      Jemand der eine mpnogame Beziehung will, wird sich nicht auf solche Ausweitung des Begriffs einlassen.
      Ein spannendes Thema.

      auf den Kontext Sex bezogen sehe ich die Definition von Gentledom durchaus auch so.
      Dennoch gibt es auch verschiedenste Bereiche bei der Auslebung von BDSM bei denen Sex im eigentlichem Sinne
      keine oder untergeordnete Rolle spielt.
      Daher klingt es für mich durchaus plausibel das jemand auch da rein Monogam sein kann.
      Ich persönlich z.B. bin beim Bondage nicht von sexuellem Interesse getrieben.
      Das hätte bei einer anderen Person daher eher den Charakter als ob ich mit einem Freund etc. zu einem Fußballspiel gehe.
      Einfach weil eben beide Spaß daran haben und dennoch kein Sex im Spiel ist.
      Im Bereich des möglichen ist dieses ja durchaus.
      Auch der Begriff Liebe ist sehr Individuell. Ich kann einen Partner lieben. Eine andere Form der Liebe wäre die Liebe zu Eltern oder Geschwister.
      Ich habe für mich persönlich festgestellt das es den meisten Sinn macht über Begrifflichkeiten mit einem eventuellen BDSM Partner
      ausgiebig zu sprechen. So lassen sich dann auch die Ansichten zu verschiedenen Definitionen die möglich wären herausfinden.
      Grundsätzlich spricht man auch mit seinem Partner, solche Sachen ausgiebig ab. Welchen Rahmen ein Spielen mit anderen Personen beinhalten darf / kann oder nicht.


      dornenspiel schrieb:

      Monogam bedeutet , 1 Partner und keinerlei Sexualität mit anderen Menschen.
      Alles andere führt diesen Begriff ad absurdum.
      In unserer Community ist dies zum Glück genau angegeben. Nämlich unter Sexualverhalten.
      Sich Monagam zu verhalten benötigt somit immer einen Kontext in welchem Sinne.
      Da liegt für mich also eher der entscheidende Sinn damit der Gegenüber etwas damit anfangen kann.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !
      @Louise
      Eigentlich sind mir das jetzt zu heftige Beispiele aber so gesehen gebe ich dir recht.

      @Gentledom
      In dem Fall bin ich in einer Vanillabeziehung monogam und in einer BDSM-Beziehung bei Bedarf polygam. 8|
      Wusste ich nicht, dass es das gibt, aber jetzt, wo ich es weiss, hätte ich gerne im Profil
      die Möglichkeit, das so zu kommunizieren... :P

      Ein interessantes Thema und wieder was über mich gelernt :thumbsup:
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno