Was so alles als "selbstverständlich" aufgefasst wird

      Was so alles als "selbstverständlich" aufgefasst wird

      Hallo ihr Lieben,

      in letzter Zeit geht mir in mehreren Abstufungen dieses Thema durch den Kopf.
      Da ich Sub bin, kann ich auch nur von dieser Seite aus berichten und schreiben.

      Nun fängt es damit an, dass diverse Verhaltensweisen oder Praktiken als selbstverständlich angesehen werden und geht dazu über, dass gefordert wird.
      Warum? -ja weil das nunmal in einer BDSM-Beziehung dazugehört!
      Hö? Ich wusste gar nicht, dass es hier einen Katalog gibt mit Dingen die automatisch erfüllt werden müssen. :gruebel:

      Ok, ich gehe mal zu praktischen Beispielen über:

      Meine Wunschvorstellung einer festen D/s-Beziehung hat sich noch nicht erfüllt und die Partnersuche gestaltet sich...nun...vorsichtig formuliert...sehr aufschlussreich und interessant.
      Meist schreibt man sich erstmal gegenseitig...auch über "harmlosere" Dinge und versucht ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Gegenüber so tickt.
      Dann geht es an die Wünsche und Beziehungsvorstellungen und irgendwann geht es dann evtl. auch mal zu den Details über.

      -Der Blowjob
      ich mag BJ´s und ja, ich schlucke auch, weil es für mich halt dazugehört und ich kein Problem damit habe.
      Aber...ich habe ein Problem damit, wenn es als Selbstverständlichkeit angesehen und ohne Wenn und Aber gefordert wird. Immer frei nach dem Motto "hä?? Du bist doch Sub, natürlich hast Du da zu schlucken!" (in der Steigerung hat man dann den göttlichen, weißen Saft des Mannes noch zu verehren) Wäre ich nun keine echte Sub, wenn ich ein Problem damit hätte?

      Dann scheint auch die Steigerung...Deepthroat...schon normal und überall verbreitet zu sein. Offensichtlich beherrschen das ca. 75% der Subs (Sklavinnen, ...der devote Part eben) problemlos und die, die es noch nicht können, naja, denen wirds dann halt beigebracht.

      -Analverkehr
      auch das mag ich und habe kein Problem damit. Aber auch das wird irgendwie ständig als völlig normale Voraussetzung angesehen im BDSM-Bereich.

      -NS
      ist für mich z.b. eine "harte Grenze" (kein Tabu, sondern etwas, woran ich mich evtl. mit genügend Feingefühl nochmal ranwagen würde...aber es ist schwierig für mich).
      Auch dafür hab ich schon völliges Erstaunen geerntet und die allseits beliebte Antwort erhalten "na dann wird das eben geübt, bis Du Dich dran gewöhnt hast". (und wenn ich mich nicht dran gewöhne??)


      Und um mal von den sexuellen Praktiken wegzukommen...ich hatte in den letzten zwei Monaten wohl sowas wie eine "aktive Phase", in der ich mehrere schriftliche Kontakte und dann auch diverse erste Treffen hatte. Kennenlern-Treffen. Ab dem zweiten "ersten Treffen" hielt ich es für notwendig meinem Gegenüber vorher klar zu sagen, dass ich hier noch keine Körperlichkeiten möchte, sondern nur gerne feststellen würde, ob man sich eben auch in live gut unterhalten könne und irgendeine Anziehung vorhanden sein könnte. Kein Dom-Sub-Gehabe...nur zwei Menschen die sich mal treffen.
      Aber auch diese vorherige "Warnung" hat nichts genützt. Es wurde getatscht, gegrabscht und versucht körperlich zu dominieren.

      Wie hat ein Freund auf meine Erzählungen hin gesagt..."Was nehmen die sich raus, Du bist doch kein Freiwild, nur weil Du devot bist!"
      Aber genauso hat es sich angefühlt. Als würde es als selbstverständlich angesehen werden, dass man mit einer Sub eben machen kann was man will.
      Übrigens ging es mir auch mit früheren Kontakten schon so...aber in letzter Zeit kam es eben "geballt".


      Das sind so Erfahrungen, die mich innerlich vom Thema BDSM wegstoßen.
      Auf der anderen Seite durfte ich aber eben auch schon erleben, wie verdammt gut es sich anfühlen kann...und natürlich hätte ich es gerne wieder. Daher bin ich auch noch nicht bereit das aufzugeben.

      Aber es nervt mich und es strengt mich an und nach und nach verliere ich wohl so ein bisschen die Hoffnung hier nochmal "anzukommen".

      Geht es noch Anderen so?
      Oder ist es wirklich normal, dass beim Thema BDSM und mit entsprechender Neigung eben solche Dinge vorausgesetzt werden?
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!
      Tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen machen musstest. :/

      Vorausgesetzt werden sollte meiner Meinung nach erstmal gar nichts, außer vielleicht die Positionen von Dom und Sub im Generellen. Was spezielle Spielarten anbelangt, ist es absolut individuell, hängt von den Vorlieben und Abneigungen beider ab und kann nicht einfach so als selbstverständlich betrachtet werden, nur weil man BDSMler ist.

      Klar gibt es im BDSM Spielarten und Verhaltensweisen, die sich in sehr vielen Beziehungen wiederfinden - deshalb mag sie aber noch lange nicht nicht jeder. Und wenn man etwas so gar nicht mag, muss man es auch nicht machen. Schon gar nicht am Anfang einer (Spiel)Beziehung. Nach und nach kann man sich an das eine oder andere ja noch herantasten, allerdings muss das gemeinsam entschieden werden und von den Grenzen/Limits und Tabus abhängig gemacht werden. Vom gegenseitigen Vertrauen und wie 'weit' beide sind. Ich finde einfach, dass das alles -ja, wirklich alles - absolut individuell ist und nicht als selbstverständlich angesehen und eingefordert werden kann. Sub ist ein Mensch und kein willenloses Ding, das zu allem Ja und Amen sagen muss. Das kann kein Dom erwarten...

      Wenn mich bei einem ersten Treffen jemand berühren würde, wäre ich aber ganz schnell weg... Insbesondere, wenn ich im Vorfeld klargestellt hätte, dass das bei mir nicht drin ist und ich das nicht will. Ich betrachte ein erstes Treffen als gegenseitiges Kennenlernen, als ersten Schritt - und zwar auf rein menschlicher Ebene. Jedenfalls wenn man sich mehr als eine kurze Affäre wünscht, bei der es schlicht um Sex gehen soll und man dies vorher genau besprochen hat. Dann kann man von mir aus so handhaben, wenn beide damit einverstanden sind und nicht auf mehr aus sind. Aber sonst... nein, das würde mich abschrecken, abstoßen, überfordern.
      Also, wenn ich Dinge/Handlungen ÜBERHAUPT nicht möchte, werden sie als Tabu festgelegt.
      Dann kann mich mein Herr zwar damit foppen (was er unheimlich gern tut), aber sie bleiben unangetastet, es sei denn, ich möchte sie von mir aus irgendwann freiwillig angehen. Dabei ist es mir wichtig, dass der Grund dafür, warum es ein Tabu ist, egal ist und nicht von ihm bewertet wird, ob es überhaupt ein Grund sein darf.

      Grenzen gebe ich frei, aber auch da bin ich dankbar, wenn auf meine Bereitschaft Rücksicht genommen wird. Ich bin mal schneller, mal langsamer bereit, Neues auszuprobieren.
      Eine Dom/Sub-Beziehung hat in meinen Augen aber unter anderem den Sinn, die Sub selbstbewusster zu machen und zu Wachstum anzuregen. Und wie kann sie das ohne Herausforderungen?

      Die Dinge, die mir unangenehm waren, die ich aber bisher in vergangenen Beziehungen schonmal zugelassen habe, wie z.B. Spermaschlucken, werden dann eben wie selbstverständlich gefordert.
      Mein Codewort zum Abbruch kann ich doch trotzdem jederzeit sagen. Gestraft werden darf dann natürlich nicht, ich verweigere ja nicht mit einem "Nein", sondern ich breche ab, weil ich mich in dem Moment damit überfordert fühle.

      Es gibt Dinge/Handlungen, die ich nicht mag, mein Körper spricht aber eine andere Sprache, ist erregt. Auf wen sollen wir dann hören? Auf meinen Kopf oder auf meinen Körper?

      Dass dich Männer antatschen, obwohl du deutlich nein gesagt hast, würde ich jetzt nicht unbedingt den BDSMlern zuordnen. Diese Kerle würden das auch in ganz normalen Vanilladates tun, weil sie dich als Freiwild betrachten. Irgendwie finde ich es positiv, dass es schon VOR Beginn einer Beziehung zutage kommt, wie diese "Herr"schaften ticken.
      Stell dir mal vor, sie würden das deckeln und dann über dich hinweggehen, wenn du ihnen ausgeliefert bist!

      Kleiner Tip: Versuch mal, KEINE Beziehung zu suchen, nur nette Kontakte, dann ändert sich auch der Menschenschlag, mit dem du dich verabredest, es ist einen Versuch wert. ;)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Ich date zwar aktuell nicht, bekomme es aber in der "Szene" und auch gerade von Menschen mit Sub-Neigung mit und deren Erfahrungen decken sich mit deinen, liebe @unicorn80.

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      Da werden permanent Grenzen überschritten, da wird sehr schnell quasi alles gefordert, nur weil die Gemeinsamkeit BDSM bewusst ist und die passende Neigungsausprägung; auf den Menschen, auf den Aufbau einer dem Vertrauen dienlichen Dynamik, wird gar nicht mehr Wert gelegt.

      Ich denke, dass bei Vielen, die schon lange suchen eventuell auch ein innerer (Leidens)druck vorherrscht, der sie möglichst schnell zum Zug kommen lassen möchte und sich entsprechende Menschen aber nicht mehr unter Kontrolle haben, weil sie meinen durch eben diesen inneren Druck stünde ihnen etwas oder ein Mensch zu.

      Da hat man nun ein Treffen vereinbart und dann sitzt da eine Sub, die erst einmal über Hobbies, Urlaub und Essensvorlieben plaudern will und nicht sofort bereit ist, dass ich meine Fantasien mit ihr auslebe, dabei kann ich im Kopf sobald ich sie sehe an nichts anderes mehr denken.

      So oder in etwa wurde es mir berichtet; auch von Doms, denen sie Sub Menschen beinahe sofort willenlos an den Hals warfen und ihnen mitteilten, dass sie zu allem bereit wären und keine Grenzen sowie Tabus kennen.

      Dazu kommt, man trifft sich schon unter dem Oberbegriff BDSM und dieser hat unweigerlich etwas mit Sexualität zu tun. Also steht der "Kopfschalter", der "innere Filter" bei Vielen auf Sex. Dementsprechend plump verhalten sich Einige.

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      Ich kann gut nachempfinden, dass dich das nervt, stresst und deine Energie frisst. Aber zweifle bitte weder an dir noch an deiner BDSM Neigung. Die Bandbreite menschlicher Erleuchtungen und Schatten gibt es auch im BDSM. Das hat mit BDSM an sich aber nichts zu tun.

      Ich gehöre auch zu den Menschen, die selbst für Spielkontakte ein Grundmaß an Sympathie und zwischenmenschliche Harmonie benötigt. Jemand, der mich beim ersten realen Kennenlernen sofort angefasst oder gar zu sexuellen Handlungen aufgefordert hätte, obwohl ich vorher ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass mir anderes erst einmal wichtiger ist, den würde ich an Ort und Stelle stehen lassen.

      Selbst wenn ein Dom beim ersten Kennenlernen schon mit dir spielen mag, wird er es gekonnt und mit entsprechender Feinfühligkeit und Geduld zu handhaben wissen und eventuell mit dir spielen, ohne, dass es dir aktiv auffällt (Mimik, Gestik, Wortwahl, Gesprächsthemen etc.). Auch sollte ihm/ihr* klar sein, dass der passive Part am Ende das Tempo vorgibt.

      Ein Machtgefälle, wenn auch nur im Spiel/einer Session, setzt Vertrauen voraus. Vertrauen darin, dass die Bedürfnisse des passiven Parts wahrgenommen und mit denen des aktiven Parts abgeglichen werden.
      Anders ist es lediglich ein Durchdrücken der Bedürfnisse des Dominanten.

      Klar kann einen als devoten Part auch sowas kicken. Du hattest aber im Vorfeld etwas komplett anderes kommuniziert. Da hätte wohl jeder das Verhalten deiner Dates als klare Grenzüberschreitung gewertet.

      Mich gewann schließlich jemand, der eben nichts voraussetze und erst einmal auf mich als Menschen einging und sich auch menschlich zeigte, fernab der eigenen Neigung.

      Ich wünsche Dir viel Glück und gute Nerven. Du bist nicht alleine!
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      Ooh Jaaa..... mir geht es ähnlich.
      Da werden schon für das erste Treffen Forderungen gestellt wie.... kurzer Rock, durchsichtige Bluse und natürlich dann auch ohne Slip und BH.
      Grenzen werden ignoriert..... und natürlich hat Frau als Sub alles zu tun was der Herr will.

      Wo kämen wir denn hin wenn Sub eigene Vorstellungen oder gar Grenzen und Tabus hätte...?
      Dabei wird doch immer groß getönt wie sehr Dom darauf bedacht ist auf Sub einzugehen.

      Ich finde diese Vorgehensweise nur noch zum k.....
      Manchmal denke ich mir..... ok dann bleib ich lieber Solo als mir das weiter anzutun.
      Beschämend für mich zu lesen wie sich Männer (Herren?) verhalten und benehmen.
      Zwei Menschen nähern sich doch immer grundsätzlich langsam an. Egal wie man im Inneren eingestellt ist.
      Wer das nicht kann, ist der Falsche.
      Immer weiter machen, nie aufgeben. DER Richtige wird kommen.

      Da es dieses Verhalten auch von Sub-Damen gibt, spreche ich durchaus aus Erfahrung.
      Mit Leidenschaft - Leiden schafft :popo_versohlen:
      ganz schlimm was da alles unter dem Deckmantel bdsm läuft. Mittlerweile würde ich sogar so weit gehen diese Herrschaften über Nötigung aufzuklären und was das heisst. Man kann es nämlich anzeigen und wenn das mehrere Frauen tun.....

      Vielleicht sollte man das mal machen. Wenn sich das rumspricht, dass die Frauen auch ihr gutes Recht in Anspruch nehmen, hört es vielleicht auf.

      Mich macht das ziemlich wütend und es wirft ein schlechtes Licht auf die Szene. Es geht ja soweit, dass man sich mittlerweile schämen muss dazu zu gehören und so mit diesen Menschen in einen Topf geworfen zu werden.

      Wie kann man dem nur Einhalt gebieten?
      ...immer schön locker bleiben.
      Ja ausgerechnet ich schreibe das!

      Ich hab einen ganzen Thread dazu verfasst, weil mir das oft in der Seele wehgetan hat, was Männer sich rausnehmen.

      Auch wenn ich schon lange nichts mehr in mein Thread geschrieben habe ....hätte ich noch 20 weitere grottige Erlebnisse zu berichten.

      Es ist in der Tat so, das devote Frauen die eine D/s Beziehung suchen, ganz besonders widerwärtig angegangen werden.

      Was neigungstechnisch alles so selbstverständlich sein soll gibts noch nicht mals im professionellen Bereich.

      Der beste Satz kam gestern "ich brauche mehrere Subs, damit sich das mit den Tabus ausgleicht" ....holla die Waldfee ...der hat aber gut verstanden, was D/s bedeutet.

      Nachtrag:

      unicorn80 schrieb:

      Das sind so Erfahrungen, die mich innerlich vom Thema BDSM wegstoßen.
      ...genau dieser Gedanke geht mir seit einiger Zeit auch durch den Kopf.
      Ich schäme mich BDSMler zu sein, wenn ich daran denke mit solchen Typen weiblich u männlich in einen Topf geworfen zu werden.

      Nah, wo sind Respekt u Anstand geblieben.
      Ich sehe es eher nicht als eine Voraussetzung an, sondern als Wunsch des dominanten Parts.

      Wenn sich dieser nicht mit meinen Vorstellungen ergänzt, dann bin ich halt nicht, was er sucht und er auch nicht, was ich suche. Es ist ja mein freier Wille, ob ich mich auf ein weiteres Kennenlernen mit ihm einlassen will. Jemand kann gerne anderer Meinung sein aber ich muss diese Meinung nicht teilen. Dann bin ich lieber länger single als das ich mich in irgendetwas reindrängen lasse, was sich mit meinen Vorstellungen auch nicht nur anweise deckt.

      Will mir einer der dominanten Herren erzählen, dass das normal ist und mir damit kommt, dass das als Sub dazugehört und er keine kennt, die das verweigert, dann kann er sich gerne an diese Frauen wenden aber mich beeindruckt das nicht im Entferntesten noch lasse ich mich mit diesen Standardsätzen, wie z. B. "Du bist ja gar keine Sub" beeinflussen.

      Ich kann jedem nur raten, sich selbst treu zu bleiben und genau abzuschätzen/abzuwägen, was das Bauchgefühl einen rät und ob seine Art und Weise zu einem selber passt. Lasst euch nicht hetzen, findet euer eigenes Tempo.

      Sub bedeutet nicht, dass man von jedem alles schlucken muss, was einem verbal oder sonst wie aufgetischt wird. Das vergessen leider viele all zu oft. KV ist eine meiner unwiderruflichen Tabus und darum schlucke ich auch nicht so eine Sch...., was mir manch einer versucht verbal einzutrichtern.
      ~Es ist das Unbekannte was so reizt. Reizt es immer noch, wenn es bekannt ist, dann ist es das Besondere~ Author: Unbekannt

      Isegrim_w_devot schrieb:

      Eine Dom/Sub-Beziehung hat in meinen Augen aber unter anderem den Sinn, die Sub selbstbewusster zu machen und zu Wachstum anzuregen. Und wie kann sie das ohne Herausforderungen?
      darauf wollte ich gerne direkt nochmal eingehen.
      Sehe ich genauso und damit das nicht falsch verstanden wurde von mir: auch ich mag Herausforderungen und kann hier ganz schön ehrgeizig werden.
      Das Spiel mit den Grenzen kann dazugehören und das Vertrauen und den Zusammenhalt noch verstärken.
      Aber...wie Du auch gesagt hast, gehören da beide Seiten dazu. Somit auch erstmal meine Bereitschaft mich z.b. schwierigen Dingen anzunähern. Und auch dann möchte ich damit nicht überrannt werden, sondern lege Wert auf Achtsamkeit.
      Vor allem aber, gehören solche Dinge für mich nicht an den Anfang.
      Wenn ich nun z.b. meinem Gegenüber sage, dass ich NS nicht mag und damit nichts anfangen kann und dann kommt direkt die Erwiederung, dass das aber für ihn dazugehört und ich das somit lernen werde...das wäre genau so ein Beispiel für mich.
      Er kann ja gerne sagen Du...mir ist das so unglaublich wichtig, dass ich dann keine Chance für uns sehe. Aber nicht voraussetzen, dass ich das schon so mitmachen werde wie er das gerne hätte, weil schliesslich bin ich ja devot.



      Chat.Noir schrieb:

      Dazu kommt, man trifft sich schon unter dem Oberbegriff BDSM und dieser hat unweigerlich etwas mit Sexualität zu tun
      über den Punkt hab ich mir auch schon Gedanken gemacht...ich glaube auch, dass das viel damit zu tun hat.
      Es gibt ja nunmal viele Menschen, die für sich das Thema BDSM auch rein auf den sexuellen Kontext beziehen. (was ja auch in Ordnung ist, Jeder wie er möchte)
      Bei mir persönlich sieht das halt anders aus und sexuelle Themen und Praktiken stehen für mich nicht unbedingt an erster Stelle. Diesen Punkt rüberzubringen...vielleicht gelingt mir das auch noch nicht gut genug.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!
      Es ist nicht einfach, sein passendes Gegenstück zu finden. Dieser banale Satz gilt sowohl von der Subseite als auch von der Domseite ausgehend betrachtet.
      Es gibt, und das ist genauso banal, ein sehr weites Spektrum der Möglichkeiten: „Selbstverständlich“ ist dabei selbstverständlich nichts. Für mich kann ich das so beschreiben: BDSM ist Kommunikation. Sie steht vor allem, was passiert.
      Nun, gleichzeitig möchte man auch den Menschen kennenlernen, speziell wenn man sich nach einer langfristigen Beziehung und nicht nur nach einer Spielgelegenheit sehnt. Und da ist ein langsames Kennenlernen sicherlich angenehmer als ein plumpes Abfragen von Neigungen oder Tabus, und anschließendem Aussortieren. Andererseits hat man ja eine Neigung, gewisse Vorlieben und möchte gerade nicht verzichten.... man wird, wenn man ehrlich ist, gar nicht umhin kommen, zu „sortieren“. Das in eine angenehme Flirtsituation zu integrieren, bei der jeder sich zurückziehen kann, ohne das ein Beteiligter das Gesicht verliert, ist die hohe Kunst.
      Ein Treffen zum Kennenlernen ist ein Treffen zum Kennenlernen. Nicht zum Spielen, nicht zum Fi... oder Ähnlichem. Allerdings, wenn dabei Sympathie greifbar wird, wenn der Funke überspringt, warum sollte man sich da vorsichtigen Körperkontakt strikt verbieten?
      Wichtig wäre, das Gegenüber nicht zu überfallen, Gelegenheit zum Rückzug offen lassen (siehe oben).
      Am besten nochmal ins Gedächtnis rufen: es gibt genug Idioten, die meisten Menschen werden einfach nicht als Partner passen und dann gibt es auch die „Nadel im Heuhaufen“. Manchmal hilft durchatmen, Pause machen.
      Ich habe meine Sub gefunden, das Kennelernen lief rückblickend betrachtet im Zeitlupentempo, trotz erstaunlich gut passender Neigung... zentral bleibt immer noch der wirklich enge, vertrauensvolle Austausch. Und das führt jetzt an Dinge heran, von denen ich Jahre nur träumen konnte.
      Ich finde man kann es nicht pauschalisieren.
      Zum einen gibt es Idioten (weiblich in männlich) und das auch im nicht Bdsm-Bereich.
      Dann gibt es einfach auch ein "die Neigung und Vorstellungen" gegen zu weit auseinander.
      Meine Einstellung ist auch anders als im EP.
      Alles was ich nicht auf meiner Tabuliste habe, kann Dom fordern.
      Ich möchte da auch keine besondere Anerkennung für. Es ist für mich selbstverständlich.

      Zu den Treffen.
      In meiner Singelzeit hatte ich Dates, da wären Annährrungsversuche auch beim x-ten Date, von mir nicht gewollt gewesen. Da stimmte einfach etwas nicht für mich, da war das Gefühl nicht da.
      Ist es allerdings anders und im Vorfeld gab es schon viel Austausch, die Chemie stimmt, dann sieht es anders aus.
      Mut meinem Herrn hatte ich vor dem ersten Treffen intensiven Kontakt.
      Er hat von Anfang an sehr gut auf meine Reaktionen geachtet, sich langsam vorgetastet, sodass dort beim ersten Treffen Körperkontakt kein Problem war.
      Daraus wurde dann auch spontan das erste gemeinsame Wochenende.

      Wenn also alles stimmig ist, gefällt mir ein forsches Vorgehen.

      unicorn80 schrieb:

      Isegrim_w_devot schrieb:

      Eine Dom/Sub-Beziehung hat in meinen Augen aber unter anderem den Sinn, die Sub selbstbewusster zu machen und zu Wachstum anzuregen. Und wie kann sie das ohne Herausforderungen?
      (...)
      Das Spiel mit den Grenzen kann dazugehören und das Vertrauen und den Zusammenhalt noch verstärken.
      Aber...wie Du auch gesagt hast, gehören da beide Seiten dazu. Somit auch erstmal meine Bereitschaft mich z.b. schwierigen Dingen anzunähern. Und auch dann möchte ich damit nicht überrannt werden, sondern lege Wert auf Achtsamkeit.
      Vor allem aber, gehören solche Dinge für mich nicht an den Anfang.

      "Und auch dann möchte ich damit nicht überrannt werden, sondern lege Wert auf Achtsamkeit."

      Du bist eben jemand, der kleine Schritte und behutsame Führung an die Grenzen möchte. Und das ist nichts Verwerfliches.

      Die eine Sub möchte mit allem überrumpelt werden, jemand anderes möchte schrittweise herangeführt werden.

      Wenn beim ersten Kontakt schon mit Forderungen angekommen wird, was ich alles mal zu leisten habe, dann würde mich das mitunter auch so unter Druck setzen, dass die ganze Spannung dahin wäre. Ich bin also auch eine von denen, die behutsamer Führung bedarf.

      Klar hat Dom bestimmte Vorstellungen, wie er Sub formen möchte. Aber dafür braucht es eben Beides: seinen Plan und Willen und deine Zustimmung sowie Bereitschaft. Und wenn sich die für dich nur langsam und mit Zeit aufbaut, dann ist jemand, der sofortiges Spielen an Grenzen von dir möchte, so ganz ohne Zwischenschritte, eben nicht dein Dom.

      ---

      "Vor allem aber, gehören solche Dinge für mich nicht an den Anfang."

      Bei den ersten Spieltreffen sofort Grenzen zu testen, KANN eine/n Sub kicken, wenn er das vorher kommuniziert hat. Oder es kann abschrecken, wie bei dir. Jemand, der trotz deiner Kommunikation eine behutsame Annäherung zu bedürfen ständig weiterhin Druck mit Sätzen wie "du wirst das schon noch mögen lernen" erzeugt und dir nicht deutlich macht, wie er das mit dir erreichen möchte, ist eben nicht dein Dom.

      Manche Subs kickt es auch am Anfang schon zu erfahren, welche Fantasien Dom hat und welche Dinge er fordern wird. Manche wollen den ungefähren Weg abgesteckt wissen, um zu sehen, ob sie sich darauf einlassen. Aber auch dies kann Dom so formulieren, dass man es nicht als Forderung interpretiert, wie man als "richtige Sub" zu sein habe.

      Geduld ist bekanntlich eine Tugend.

      Es wird genug Subs geben, die schneller bereit sind, dann sollen sich diese Herren eben diese aussuchen.

      Ein Dom sollte dich als Menschen erkennen und dich zu verbessern, aber nicht zu verbiegen wissen.

      Deine Exemplare schienen bisher eher darauf fixiert, was sie von dir bekommen könnten anstelle wirklich auf deine Reaktionen und deine Kommunikation zu achten.

      ---

      Ich möchte anmerken, dass es solches forderndes Verhalten auch von Sub Seite gibt. Scheint auch wenig mit BDSM an sich, sondern eher mit den individuellen Charakteren zu tun zu haben.
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      Ich kenne ein solches "Ist immer so und muss so sein" Denken auch von Subs aus.

      Kann es zum einen Teil nachvollziehen .. "Gesetze" können gerade sehr unsicheren Menschen Halt geben ..

      ABER,
      Es macht es auch unmöglich eine Person, egal ob Sub oder Dom einfach mal als Individium zu sehen.


      Kenne Subs die daran zweifeln das sie devot sind, weil sie nicht maso sind.

      Finde traurig, das solch ein Identifizierungswahn besteht , ohne das nachgedacht wird.

      @FieserBoesewicht ich sehe nicht das nur Männer und nur Doms so sind. Auch wenn du im letzten Satz dann wieder was anderes schreibst
      Hallo @unicorn80

      Danke für diesen Thread.

      Ich habe zwar keine Dates, aber einiges was du ansprichst empfinde ich auch hier im Forum so.

      Nach dem Motto: wie du schluckst nicht? Wie kannst du nur? Du bist sub!...........

      eben genau deshalb.

      Ich bin sub, und kein willenloses Stück Fleisch mit mehreren Öffnungen.Jeder bestimmt doch sein BDSM selbst. Dafür
      gibt es kein Handbuch, kein Ankreuzheftchen mit dem ist und muss.

      Schade eigentlich was sich manche unter diesem Deckmantel heraus nehmen.

      Ich wünsche dir, dass du dein passenden Dom findest und nicht mehr all zu oft auf diese Möchtegern kommst.

      Liebes Grüssle
      Schau mich doch in diesem Ton an........ :love:
      Danke für diesen Thread @unicorn80 oder leider?
      Ich date aus genau diesen Gründen nicht mehr!!

      Da wird von den „Herren“ vorausgesetzt man muss devot und Sub sein und dies und das machen ... weil Sub das halt so macht ... aha...

      Ich zB kann nur devot und maso sein, wenn die Chemie zwischen beiden Partnern stimmt. Ich bin nicht devot jemanden gegenüber, nur weil er sich Dom nennt ... mag ja sein, dass er „ein“ Dom ist, aber zu meinem Dom wird er erst, wenn die Chemie stimmt und das Vertrauen da ist. Solange ist er einfach nur ein Mann. Und der hat mich dann nicht zu dominieren und schon gar nicht anzufassen.

      Auch mich beschäftigt das alles schon eine Weile, auch dass man oft gerne nur als schönes Beiwerk oder Spielzeug gesehen wird, wenn der „Herr“ mal Zeit hat. Ansonsten muss man alles schön alleine wuppen und im „richtigen“ Leben stark sein. Weil der Herr ja sein eigenes Leben hat, meist auch mit Ehefrau und Kind und Kegel, und da darf Sub auch nicht stören.
      Mit Verantwortung und Rücksicht und Gefühl für den anderen hat das für mich nichts mehr zu tun. Für mich sieht das so aus nach „die ist ja Sub, da hole ich mir, was ich zuhause nicht bekomme..“ aber ansonsten lässt sie mich bitte in Ruhe.

      Ich zweifle schon etwas länger mit dem Thema BDSM. Ich bin im Forum zwar noch angemeldet, aber wenn ich das hier wieder alles lese und meine eigenen Erfahrungen dazu nehme, glaube ich langsam wirklich, ich wende mich von allem wieder ab.

      Für mich ist BDSM sehr intensiv und setzt ein großes Vertrauen und Zuneigung zueinander voraus. Das ist für mich kein abklopfen der Neigungen und wenn es da genügend Schnittpunkte gibt, dann passt das schon ... ich kann darüber nur den Kopf schütteln und bleibe dann doch lieber alleine, als solche schlechten Erfahrungen zu machen, die ja auch mal gefährlich für einen werden können ... wenn zB ein „nein“ nicht akzeptiert wird.
      Ich zweifle nicht am BDSM, ich zweifle daran, ob Menschen sich einfach unbewusst nicht richtig einschätzen oder ob
      BDSM Plattformen von äxgüsi "notgeilen" Vanillas missbraucht werden. Theoretisch könnte ich mir vorstellen (habe von diesem
      "Hype" nichts mitbekommen) dass es eben nach 50shadesofgrey als salonfähiger angesehen wird und deshalb einen neuen Sexmarkt
      darstellt.

      Ich mache es exakt so, wie @Isegrim_w_devot vorschlägt. Ich bin einfach am Treffen neuer BDSMler interessiert. Das mache ich
      vorher klar und auch so kann (nicht muss) sich was ergeben. Es mag auch an meinem Alter liegen aber ich mache wenig schlechte
      Erfahrungen... und noch keiner hat mir gesagt, was ich alles zu können habe. Im Gegenteil, es scheint eher so zu sein, dass
      ein echter Dom Freude daran hat, subbi etwas Neues auf eine schöne Weise nahezubringen und sie vielleicht über eine Grenze zu
      begleiten ... :love:
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno
      Bisher habe ich ausschliesslich über online Plattformen Partner/Spielpartner gesucht.
      Und da waren natürlich eine Handvoll dabei, die irgendwas als selbstverständlich annahmen.
      Mehr waren es nicht. Und denen habe ich, meistens nach erstem Telefonat gesagt, dass ich nicht ihrer Meinung bin, und das war es dann. War kein Problem, ich lache darüber und nehme es nicht ernst.
      Dann passt es halt nicht.
      Aber vielleicht liegt es auch an den Profiltexten, ich schreibe nie konkret Neigungen etc. oder hake gar Listen ab. Da bekomme ich weniger Zuschriften, aber meistens von solchen Männern, die ähnliches suchen wie ich.
      "Flectitur obsequio curvatus ab arbore ramus; frangis, si vires experiere tuas."

      unicorn80 schrieb:

      Geht es noch Anderen so?
      Oder ist es wirklich normal, dass beim Thema BDSM und mit entsprechender Neigung eben solche Dinge vorausgesetzt werden?
      Normal wäre es für mich nicht!

      Ich möchte den Menschen kennen lernen und da muss zuerst die Chemie stimmen....sonst geht gar nichts und das teile ich auch so mit.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

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