Kontaktverbot

      Ich habe Kontaktverbot in einer D/s Beziehung (zusammenlebend) bisher nur so erlebt, dass der dominante Part mir bestimmte Sozialkontakte verboten hat, da sie mir, seiner Ansicht nach, nicht gut taten. Bei diesen Kontakten handelte es sich um meine Eltern und meine damals beste Freundin. Ich verstand seine Entscheidung nicht und versuchte sie immer wieder (erfolgreich) zu umgehen. Rückblickend kann ich nur feststellen, dass der Kontaktverbot sehr wahrscheinlich (bewusst oder unbewusst, das weiß ich nicht) meiner sozialen Isolation dienen sollte. Es gab seinen Freundeskreis, in welchem wir uns bewegten. Das hatte auszureichen.
      Ansonsten kenne ich nur Ignorieren über einen kurzen Zeitraum.
      "Erfahrung ist das, was man hat, kurz nachdem man es gebraucht hätte."

      Chat.Noir schrieb:

      Würde mir jemand Kontakt zu bestimmten Dritten einfach verbieten ohne mir ehrliche Fragen hinsichtlich meiner eigenen Verantwortungsbreite dahingehend zu stellen oder würde mir einfach im laufenden Gespräch der Kontakt abgebrochen bzw. untersagt, bin ich schneller weg als gedacht.
      Deine Meinung sei dir völlig unbenommen.

      Ich denke aber, das ist auch eine Frage wie eine Beziehung aufgebaut ist.
      Es gibt Beziehungsformen, da wird ohne etwas einvernehmlich zu besprechen vom dominanten Part beschlossen, und es geschieht trotzdem weil beide es so wollen.Wenn der devote Part nämlich seine Rechte an den Gegenpart überträgt. Weil er zum Beispiel sicher ist, dass sie in den richtigen Händen liegen und man selbst diese Rechte von jemand anderem wahrgenommen haben möchte. Dafür bedarf es dann auch nicht unbedingt eines ausführlichen Aftercare. Manche (nicht alle) Entscheidungen kann man auch totreden.

      Manchmal sind auch gewisse Entscheidungen für den submissiven Teil sehr schwierig und er ist froh, wenn ihm Entscheidungen abgenommen werden. Dazu bedarf es dann auch keines "Aushandelns". Ich gehe mal davon aus, dass du damit etwas anderes meinst, aber für mich klingt es ein bißchen nach "Feilschen auf dem Basar". Deswegen hätte ich persönlich ein Problem damit, wenn meine Sub etwas mit mir "Aushandeln" möchte.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)

      Promise schrieb:

      Ich habe Kontaktverbot in einer D/s Beziehung (zusammenlebend) bisher nur so erlebt, dass der dominante Part mir bestimmte Sozialkontakte verboten hat, da sie mir, seiner Ansicht nach, nicht gut taten. Bei diesen Kontakten handelte es sich um meine Eltern und meine damals beste Freundin. Ich verstand seine Entscheidung nicht und versuchte sie immer wieder (erfolgreich) zu umgehen. Rückblickend kann ich nur feststellen, dass der Kontaktverbot sehr wahrscheinlich (bewusst oder unbewusst, das weiß ich nicht) meiner sozialen Isolation dienen sollte. Es gab seinen Freundeskreis, in welchem wir uns bewegten. Das hatte auszureichen.
      Ansonsten kenne ich nur Ignorieren über einen kurzen Zeitraum.
      Kontaktverbote die der sozialen Isolation dienen sollen lehne ich auch ab.
      Für mich persönlich sind sie ein Zeichen der Schwäche des dominanten Parts.
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)
      Ich habe das schon mal von meiner Domme über eine gewisse Zeit erhalten oder die Anzahl der Nachrichten, die ich schreiben durfte wurde limitiert. Meistens, wenn ich sie nicht ernst genommen habe und eh auf Arbeit war. Damit kam ich ganz ok klar.

      Einmal habe ich über einen kompletten Arbeitstag Kontaktverbot gehabt nach sehr heftigem Regelverstoß. Sie hat es toll vorbereitet, mir gesagt sie glaubt an mich, mich ein Armband tragen lassen als Bewusstsein, dass sie da ist. Aber es war die Hölle. Ich musste das seitdem nie mehr machen Gott sei Dank. Und es hat danach gedauert, bis ich mich gefangen habe. Aber ich bin auch daran gewachsen und es war dem Fehlverhalten angemessen.

      Wabisukisha schrieb:

      Chat.Noir schrieb:

      Würde mir jemand Kontakt zu bestimmten Dritten einfach verbieten ohne mir ehrliche Fragen hinsichtlich meiner eigenen Verantwortungsbreite dahingehend zu stellen oder würde mir einfach im laufenden Gespräch der Kontakt abgebrochen bzw. untersagt, bin ich schneller weg als gedacht.
      Deine Meinung sei dir völlig unbenommen.
      Ich denke aber, das ist auch eine Frage wie eine Beziehung aufgebaut ist.
      Es gibt Beziehungsformen, da wird ohne etwas einvernehmlich zu besprechen vom dominanten Part beschlossen, und es geschieht trotzdem weil beide es so wollen.


      Ich habe ja unten geschrieben: "Kontaktreduzierung bzw. Verbot ist nach beiderseitigem Aushandeln einvernehmlich besprochen und als Mittel im Rahmen von D/s beschlossen worden."

      Ich sehe da zu deinen Aussagen keinen Widerspruch. Meine Ausführungen beziehen sich auf Maßnahmen, die einfach so erfolgen und über die zu keinem Zeitpunkt - auch nicht zu Anfang einer Beziehung im Metakonsens - verhandelt wurden.
      Selbst so eine Beziehung baut langsam auf. Und zu irgendeinem Zeitpunkt sollte man doch annehmen alle daran Beteiligten haben sich auf einen Rahmen geeinigt. Und wenn Kontaktverbote eben in den Bereich eines Hardlimits fallen, bleiben sie das auch im Bereich des Metakonsens; denn wenn nicht, herrscht gar kein Konsens mehr, nicht mal zu dem Zeitpunkt, wo die Beziehung metakonsensuell eingegangen worden ist.


      Wenn der devote Part nämlich seine Rechte an den Gegenpart überträgt. Weil er zum Beispiel sicher ist, dass sie in den richtigen Händen liegen und man selbst diese Rechte von jemand anderem wahrgenommen haben möchte. Dafür bedarf es dann auch nicht unbedingt eines ausführlichen Aftercare. Manche (nicht alle) Entscheidungen kann man auch totreden.


      Siehe Oben, auch da gibt es einen Startpunkt. Kein Paar - sorry für die deutliche Wortwahl - was bei gesundem Menschenverstand ist, steigt sofort mit metakonsensuellen Formen von BDSM ein.
      Das entwickelt sich.
      Und irgendwann in dieser Entwicklung werden - so hoffe ich - freilich soft- und hardlimits besprochen.
      Und selbst, wenn es ein TPE etc. Modell wird, werden die Grenzen kaum ohne Gespräche einfach fallen.
      Und ich denke nicht, dass Hardlimits einfach so angetastet werden, nur weil der führende Part jetzt die totale Kontrolle hat.
      Ja, total heißt total und allumfassend, aber meines Wissens heißt es nicht, dass alle Hardlimits ab dann nicht mehr gelten.
      Und wenn Kontaktverbot da rein fällt, dann bleibt das auch so, es sei denn der devote Part stuft das Hardlimit zur Grenze herab und kommuniziert das entsprechend. Und nichts weiteres meine ich mit Aushandeln.
      Es klingt etwas so, als schwebe dir eine Form einer metakonsensuellen Beziehung vor, wo Dom*me ab dem Zeitpunkt X nur noch führt und Sub* nur noch folgt.
      Für mich klingt das etwas romantisierend utopisch. Es gibt meiner Meinung nach immer Potenzial nach zu verhandeln, Menschen und Bedürfnisse ändern sich und rechtlos ist sowieso niemand in diesem Rechtsstaat.



      Manchmal sind auch gewisse Entscheidungen für den submissiven Teil sehr schwierig und er ist froh, wenn ihm Entscheidungen abgenommen werden. Dazu bedarf es dann auch keines "Aushandelns". Ich gehe mal davon aus, dass du damit etwas anderes meinst, aber für mich klingt es ein bißchen nach "Feilschen auf dem Basar". Deswegen hätte ich persönlich ein Problem damit, wenn meine Sub etwas mit mir "Aushandeln" möchte.


      Das mag so sein. Aber wenn der devote Part diesen Wunsch nie geäußert oder Kontaktverbote als Hardlimit gesetzt hat, fände ich es übergriffig, wenn der dominante Part da einfach ohne Rücksprache Grenzen verletzt.
      Um besser zu wissen was jemand "braucht" als der*diejenige selbst, braucht es mitunter jahrelange Erfahrung als funktionierendes Paar und selbst dann, kann sich nie jemand sicher sein. Und dann zu sagen, der devote Part habe nichts mehr zu verhandeln bzw. es bedarf dieses Aushandelns nie wieder empfinde ich einfach als realitätsfern und beinahe anmaßend.

      Selbst in einer metakonsensuellen TPE Konstellation hat man es mit mündigen, zur Selbstverantwortung fähigen Menschen zu tun. Und ohne deren Zustimmung zu irgendeinem Zeitpunkt X zur Praktik "Kontaktverbote", sehe ich da diese Mündigkeit einfach verletzt.

      Ich lese so oft, dass dominante Parts einfach damit arbeiten ohne, dass es irgendwann mal als die eigene Art zu führen besprochen oder langsam, herantastend eingeführt wurde.
      Es wird einfach als "Erziehungsmittel" eingesetzt. Und das finde ich nicht richtig. BDSM beruht zu jedem Zeitpunkt immer auf Konsens, egal ob voll oder meta.
      Alles andere ist juristisch relevant. Ein*e Sub ist keine Puppe, die einmal eingewilligt, immer zu gehorchen hat. Ich hoffe du meinst es wirklich nicht so, es liest sich aber etwas so heraus.

      Wenn dem nicht so ist und du trotz metakonsensueller Beziehungsform ein offenes Ohr für die respektvoll vorgetragenen Anliegen deines devoten Parts hast und dies auch berücksichtigst, nehm ich diese Lesart direkt zurück. Denn das ist für mich auch eine Form des Aushandelns.

      Es liegt mir übrigens fern diverse Beziehungskonzepte zu verurteilen, solange alles einmal einvernehmlich besprochen und beschlossen worden ist und Raum für Veränderung gegeben ist, ist alles schick.
      Was mir nur immer sauer aufstößt sind Behauptungen á la "Dom*me weiß besser was Sub* braucht als er*sie selbst" oder "Sub hat nichts zu wollen/zu verhandeln etc.". Das klingt für mich einfach weder kossensuell noch metakonsensuell sondern einfach nur bevormundend.

      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatKon () aus folgendem Grund: Schriftfarbe geändert

      Direktes Kontaktverbot kenne ich nicht, allerdings sortierte ich mein soziales Umfeld auch schnell aus wenn es mir nicht gut tut.

      Ich wäre mir aber auch zu 100% sicher, wenn es zu Kritik an meinen sozialen Kontakten käme, dass diese auf Besorgnis beruht.

      Und ich denke egal wie eine Beziehung ausgerichtet ist, dass ein Gespräch an erste Stelle steht.

      Ob und in weit dann der dominante Part eingreifen kann / darf das sollte doch dann besprochen sein.

      Das bei der Entscheidung über die Kontrolle von sozialen Kontakten, das gleiche Einvernehmen herrscht, wie z.B. bei Atemkontrolle, dass setze ich voraus, wenn ich über Bdsm-Beziehungan rede.

      Und schon sind Argumente wie

      Chat.Noir schrieb:

      Was mir nur immer sauer aufstößt sind Behauptungen á la "Dom*me weiß besser was Sub* braucht als er*sie selbst" oder "Sub hat nichts zu wollen/zu verhandeln etc.".

      außer Kraft gesetzt.

      Um bei meinem Beispiel zu bleiben.
      Warum überlässt Sub dem Dom die Kontrolle über ihre Sauerstoffaufnahme?
      Vermutlich nicht aus dem Grund, weil er es besser kann ;)
      *seufz*
      Das du keinen Widerspruch zwischen
      "Kontaktreduzierung bzw. Verbot ist nach beiderseitigem Aushandeln einvernehmlich besprochen und als Mittel im Rahmen von D/s beschlossen worden"
      und
      "Es gibt Beziehungsformen, da wird ohne etwas einvernehmlich zu besprechen (! sic) vom dominanten Part beschlossen, und es geschieht trotzdem weil beide es so wollen"
      siehst ist dir völlig überlassen. Musst du nicht. Ich sehe einen.

      Auch das du es als übergriffig siehst, wenn der dominante Part ohne Rücksprache Grenzen überschreitet bleibt deine Meinung, die ich dir nicht nehmen will.
      Es gibt auch andere Sichtweisen. Und in diesen anderen Sichtweisen wird es NICHT als übergriffig gewertet.

      Auch wenn es in deiner Welt keine Beziehungen gibt in der nicht vorher "im Metakonsens alles verhandelt wurde"... so gibt es auch andere Welten. Das Universum beherbergt noch viel mehr, als diese eine Welt. Und alle sind bunt und bewohnt. ;)

      Wenn wir allerdings beim Rechtsstaat sind, und den geltenden Gesetzen, dann solltest du vielleicht auch aufführen, das jede Art von BDSM irgendwann gegen irgendwelche Gesetze verstößt. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

      Und auch hier: "Ein*e Sub ist keine Puppe, die einmal eingewilligt, immer zu gehorchen hat" muss ich dir widersprechen. Die meisten sind es nicht.
      Und sub ist für mich auch keine Puppe. Aber ich habe schon subs kennengelernt, die würden dir in dieser Beziehung lautstark widersprechen.
      Erlaubt ist alles, was beiden gefällt und beide glücklich macht.
      Ob ich mit einer solchen Sub glücklich wäre steht auf einem anderen Blatt. Aber ich würde mir nie anmaßen, diese Sicht einer Sub zu verbieten oder zu negieren, auch wenn es nicht meine SIcht ist.

      "Es liegt mir übrigens fern diverse Beziehungskonzepte zu verurteilen, solange alles einmal einvernehmlich besprochen und beschlossen worden ist und Raum für Veränderung gegeben ist, ist alles schick."
      Damit verurteilst du aber. Nämlich jedes Beziehungskonzept, dass nicht nach deinen Vorgaben erfolgt. Egal wie fern es dir liegen mag.

      Wenn ich für dich also "weder kossensuell noch metakonsensuell" bin, dann ist das so.

      So what? Bin ich jetzt ein schlechter Mensch für dich?

      Dann ist das wohl auch so. Aber ich werde damit leben können.

      Es ist alles deine Meinung, die sie auch ruhig bleiben kann.


      Und ansonsten:
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MatKon () aus folgendem Grund: Schriftfarbe geändert und unnötiges Langzitat entfernt (bitte an die Lesbarkeit am Handy denken ...)

      Wabisukisha schrieb:

      Das du keinen Widerspruch zwischen
      "Kontaktreduzierung bzw. Verbot ist nach beiderseitigem Aushandeln einvernehmlich besprochen und als Mittel im Rahmen von D/s beschlossen worden"
      und "Es gibt Beziehungsformen, da wird ohne etwas einvernehmlich zu besprechen (! sic) vom dominanten Part beschlossen, und es geschieht trotzdem weil beide es so wollen"
      siehst ist dir völlig überlassen. Musst du nicht. Ich sehe einen.

      Ich würde generell darum bitten, dass meine Aussagen nicht zerstückelt und aus dem Zusammenhang gerissen zitiert werden.

      Aber stimmt, so zusammengestellt sehe ich den Widerspruch nun auch.
      Was ich zu generell uneinvernehmlichen Beziehungsformen zu sagen habe, bitte weiter unten nachlesen.


      Auch das du es als übergriffig siehst, wenn der dominante Part ohne Rücksprache Grenzen überschreitet bleibt deine Meinung, die ich dir nicht nehmen will.
      Es gibt auch andere Sichtweisen. Und in diesen anderen Sichtweisen wird es NICHT als übergriffig gewertet.

      Ich habe nicht von Grenzen, sondern Hardlimits, also Tabus, im Vergleich zu Softlimits (Grenzen) gesprochen.
      Und ja es ist übergriffig, Tabus einfach so und ohne Rücksprache zu überschreiten.
      Softlimits sind ein ganz anderes Blatt.

      Hardlimits sind deutliche Grenzen: Warnschilder auf denen steht "Unter keinen Umständen". Und wenn die übertreten werden, ist das eine ganz klare Grenzüberschreitung, weil nicht mehr im Bereich Konsens/Metakonsens.
      Unter keinen Umständen heißt eben unter keinen Umständen, nicht mal unter denen eines TPE.


      Auch wenn es in deiner Welt keine Beziehungen gibt in der nicht vorher "im Metakonsens alles verhandelt wurde"... so gibt es auch andere Welten. Das Universum beherbergt noch viel mehr, als diese eine Welt. Und alle sind bunt und bewohnt. ;)

      Nirgends, ich habe extra nochmal geschaut, habe ich geschrieben "im Metakonsens wird alles verhandelt", ich schrieb davon, dass:

      "Kein Paar - sorry für die deutliche Wortwahl - was bei gesundem Menschenverstand ist, steigt sofort mit metakonsensuellen Formen von BDSM ein.
      Das entwickelt sich.
      Und irgendwann in dieser Entwicklung werden - so hoffe ich - freilich soft- und hardlimits besprochen."


      Ergo: Im Laufe! der sich entwickelnden D/S, M/s Beziehung in Richtung TPE werden Soft-und Hardlimits verhandelt.
      Das muss mal stattgefunden haben, zumindest mindestens einmalig, sonst befinden wir uns sofort im Bereich eines Straftatbestandes!
      Selbst wenn Beide es so wollen ist es kein BDSM, da die Definition zumindest als Minimum besagt "einvernehmlich".


      Wenn wir allerdings beim Rechtsstaat sind, und den geltenden Gesetzen, dann solltest du vielleicht auch aufführen, das jede Art von BDSM irgendwann gegen irgendwelche Gesetze verstößt. Aber wo kein Kläger, da kein Richter.

      Tut es eben nicht.
      Das, was BDSM von einer Straftat trennt ist das informierte Einverständnis aller daran Beteiligten zu dem Rahmen, in dem das Ganze stattfinden soll. Zumindest einmalig, was metakonsensuelle Formen angeht.
      Findet das nicht statt, ist es in der Tat ein Straftatbestand, aber somit kein BDSM.

      Aussagen wie "Aber wo kein Kläger, da kein Richter" erwecken nicht unbedingt Vertrauen.


      Und auch hier: "Ein*e Sub ist keine Puppe, die einmal eingewilligt, immer zu gehorchen hat" muss ich dir widersprechen. Die meisten sind es nicht.
      Und sub ist für mich auch keine Puppe. Aber ich habe schon subs kennengelernt, die würden dir in dieser Beziehung lautstark widersprechen.
      Erlaubt ist alles, was beiden gefällt und beide glücklich macht.
      Ob ich mit einer solchen Sub glücklich wäre steht auf einem anderen Blatt. Aber ich würde mir nie anmaßen, diese Sicht einer Sub zu verbieten oder zu negieren, auch wenn es nicht meine SIcht ist.

      Hier erschließt sich mir deine Kritik nicht, ich sehe hier keinen Widerspruch zwischen meiner Aussage und deiner.

      "Es liegt mir übrigens fern diverse Beziehungskonzepte zu verurteilen, solange alles einmal einvernehmlich besprochen und beschlossen worden ist und Raum für Veränderung gegeben ist, ist alles schick."
      Damit verurteilst du aber. Nämlich jedes Beziehungskonzept, dass nicht nach deinen Vorgaben erfolgt. Egal wie fern es dir liegen mag.


      Zurecht, liegt zu keinem Zeitpunkt einer beginnenden, sich entwickelten D/s, H/s Beziehung Einvernehmlichkeit vor, ist es kein BDSM, welches nunmal auf dieser Einvernehmlichkeit fußt. Deswegen werde ich mich immer wieder gegen Konstellationen aussprechen, wo diese Einvernehmlichkeit nicht zumindest 1x zu Anfang einer sich entwickelnden Beziehung hergestellt worden ist.

      Ich gehe sogar noch weiter und sage: ohne informed consent ist es kein BDSM. Ich kann zu nichts mündig zustimmen, wovon ich nicht weiß, was mich erwartet.


      Wenn ich für dich also "weder kossensuell noch metakonsensuell" bin, dann ist das so.

      So what? Bin ich jetzt ein schlechter Mensch für dich?


      Das habe ich nirgends geschrieben und ist deine Interpretation. Ich habe nur geschrieben, dass Beziehungsformen ohne jeglichen Moment des bewussten Konsensherstellens kein BDSM sind.
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chat.Noir ()

      Zitat "Und selbst, wenn es ein TPE etc. Modell wird, werden die Grenzen kaum ohne Gespräche einfach fallen. "
      edit: Du wärst erstaunt, was bei TPE alles ohne Gespräche fallen kann (nicht muß). Daher auch das "T" in TPE.
      Und ja, Grenzen werden schon ohne Rücksprache verletzt.
      Und auch wenn es dich jetzt überrascht: Aber beim TPE können sogar Tabus verletzt werden. Total und so weiter.

      Hier hast du es übrigens gesagt
      Zitat "Aber wenn der devote Part diesen Wunsch nie geäußert oder Kontaktverbote als Hardlimit gesetzt hat, fände ich es übergriffig, wenn der dominante Part da einfach ohne Rücksprache Grenzen verletzt. "
      Zitat: "Ich habe nicht von Grenzen, sondern Hardlimits, also Tabus, im Vergleich zu Softlimits (Grenzen) gesprochen. "


      Grenzen! Nicht Tabus! Also entschuldige bitte, dass ich, wenn du von Grenzen schreibst ich nicht Tabus verstehe. Aber sage dann nicht, ich würde dich falsch zitieren.

      Das muss ja nicht das richtige sein für dich. Nirgendwo behaupte ich, dass es dir gefallen muss.
      Und nirgendwo schreibe ich, das meine Meinung für alle zutreffen soll. Im Gegenteil: Jeder Jeck ist anders.

      Aber die Toleranz, die du selbst für dich und deine Beziehungsform erwartest, solltest du dann auch schon bitte für andere entgegenbringen.
      Ansonsten wäre deine Toleranz ja nur soweit, wie sie deiner Meinung entspricht ;)

      Ich denke das sollte für erste reichen. Und ansonsten:
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."
      "I disapprove of what you say, but I will defend to the death your right to say it."

      (Voltaire Biografin Evelyn Beatrice Hall, 1906)

      Wabisukisha schrieb:

      Zitat "Und selbst, wenn es ein TPE etc. Modell wird, werden die Grenzen kaum ohne Gespräche einfach fallen. "
      edit: Du wärst erstaunt, was bei TPE alles ohne Gespräche fallen kann (nicht muß). Daher auch das "T" in TPE.
      Und ja, Grenzen werden schon ohne Rücksprache verletzt.
      Und auch wenn es dich jetzt überrascht: Aber beim TPE können sogar Tabus verletzt werden. Total und so weiter.

      Hier hast du es übrigens gesagt
      Zitat "Aber wenn der devote Part diesen Wunsch nie geäußert oder Kontaktverbote als Hardlimit gesetzt hat, fände ich es übergriffig, wenn der dominante Part da einfach ohne Rücksprache Grenzen verletzt. "
      Zitat: "Ich habe nicht von Grenzen, sondern Hardlimits, also Tabus, im Vergleich zu Softlimits (Grenzen) gesprochen. "


      Grenzen! Nicht Tabus! Also entschuldige bitte, dass ich, wenn du von Grenzen schreibst ich nicht Tabus verstehe. Aber sage dann nicht, ich würde dich falsch zitieren.


      Ich glaube du möchtest mich einfach falsch verstehen, weil du dich angegriffen fühlst. Deutlicher kann man den Unterschied zwischen Softlimits (Grenzen, die verschoben werden können) und Hardlimits (Tabus, unter keinen Umständen verschieben) nicht ziehen.

      Das muss ja nicht das richtige sein für dich. Nirgendwo behaupte ich, dass es dir gefallen muss.
      (...)


      Das ist auch nicht mein Anspruch.
      Ich habe lediglich für alle, die hier im öffentlichen Teil still mitlesen und in ihrer Findungsphase sind deutlich machen wollen, dass Praktiken, die ohne mindestens einmaliges Einholen von Einverständnis auf allen Seiten, kein BDSM sind.

      Das deutlich zu machen war und ist mir in der Community wichtig.


      Aber die Toleranz, die du selbst für dich und deine Beziehungsform erwartest, solltest du dann auch schon bitte für andere entgegenbringen.
      Ansonsten wäre deine Toleranz ja nur soweit, wie sie deiner Meinung entspricht ;)


      Toleranz hört für mich da auf, wo sie Rechte und Grenzen anderer Menschen verletzt.
      Und ich gehe mal davon aus, dass Praktiken ohne einen einmaligen Punkt des Einverständnisses aller an ihr Beteiligten ausgeführt Rechte und Grenzen von Menschen verletzten.
      Ohne Einvernehmlichkeit eben kein BDSM, sondern Straftat.
      Und für Straftaten bringe ich keine Toleranz auf.

      Vielleicht möchten sich auch noch andere User*innen zum Thema äußern. Für mich ist alles, was mir sachlich wichtig war an diesem Punkt klargestellt und wir sollten auch das Ursprungsthema Kontaktverbot Grenze oder Tabu? nicht aus den Augen verlieren.

      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      Irgendwie habe ich das Gefühl, hier werden Begriffe wieder unterschiedlich interpretiert.

      Chat.Noir schrieb:


      Hardlimits sind deutliche Grenzen: Warnschilder auf denen steht "Unter keinen Umständen". Und wenn die übertreten werden, ist das eine ganz klare Grenzüberschreitung, weil nicht mehr im Bereich Konsens/Metakonsens.
      Unter keinen Umständen heißt eben unter keinen Umständen, nicht mal unter denen eines TPE.
      Für mich beinhaltet z.B. Tpe das es diese Limits nicht mehr gibt.
      Egal ob man sie als Limits, Grenzen, Tabus oder was auch immer beschreibt. Das T bei Tpe steht ür Total.
      Bei 24/7 oder anderen Ds-Konstellationen sieht es anders aus, da kann Sub solche Grenzen ziehen und Dom kann entscheiden ob ihm das Spielfeld reicht.

      Chat.Noir schrieb:

      "Kein Paar - sorry für die deutliche Wortwahl - was bei gesundem Menschenverstand ist, steigt sofort mit metakonsensuellen Formen von BDSM ein.
      Das entwickelt sich.
      Und irgendwann in dieser Entwicklung werden - so hoffe ich - freilich soft- und hardlimits besprochen."


      Ergo: Im Laufe! der sich entwickelnden D/S, M/s Beziehung in Richtung TPE werden Soft-und Hardlimits verhandelt.
      Das muss mal stattgefunden haben, zumindest mindestens einmalig, sonst befinden wir uns sofort im Bereich eines Straftatbestandes!
      Selbst wenn Beide es so wollen ist es kein BDSM, da die Definition zumindest als Minimum besagt "einvernehmlich".
      Ich tue mich gerade ganz schwer damit das zu verstehen.
      Ich stosse mich aber schon an dem Begriff verhandelt.

      Über meine Grenzen kann man nicht verhandeln, die stehen fest. Wobei ich allerdings auch erwähnen möchte, das man sie an einer Hand abzählen kann. Es ist also kein ganzes Buch und sie sind bzw. waren von Anfang an, nur für die Zeit des Beziehungs bzw. Vertrauenaufbaus gestellt.

      Alles andere kommuniziere ich, wenn mir etwas Bedenken macht weil ich es nicht kenne, wenn es mir Angst macht...aus welchen Gründen auch immer.....da setze ich keine Grenzen.
      Dafür erwarte ich, dass pfleglich mit mir umgegangen wird, das bei Entscheidungen mein Wohl berücksichtigt wird.
      Dafür braucht es nicht immer eine Diskussion, auch wenn ich nicht in eine einzelne Sache zugestimmt habe, so gibt es doch eine "Generalvollmacht" für den Aktiven.

      Chat.Noir schrieb:

      Ich gehe sogar noch weiter und sage: ohne informed consent ist es kein BDSM. Ich kann zu nichts mündig zustimmen, wovon ich nicht weiß, was mich erwartet
      Etwas das mich total stören würde.
      Ich möchte die Entscheidung abgeben, ich will nicht bei allem aktiv mein Einverständnis erneuern müssen. Ich möchte nicht alles aushandeln.
      Das funktioniert allerdings auch alles nur, wenn man miteinander kommuniziert.
      Wenn der Aktive weiß wie weit er ohne Probleme gehen kann und wenn er genug Empathie und Einfühlungsvermögen hat.

      Es ist nicht wie es so oft dargestellt wird, die willenlose Sub und der egozentrische egoistische Dom. Kein verantwortungsbewusster Dom, wird dieses Vertrauen das er bekommt, mit "Hau-Ruck-Aktionen" in Gefahr bringen.

      dornenspiel schrieb:

      Irgendwie habe ich das Gefühl, hier werden Begriffe wieder unterschiedlich interpretiert.

      Chat.Noir schrieb:

      Hardlimits sind deutliche Grenzen: Warnschilder auf denen steht "Unter keinen Umständen". Und wenn die übertreten werden, ist das eine ganz klare Grenzüberschreitung, weil nicht mehr im Bereich Konsens/Metakonsens.
      Unter keinen Umständen heißt eben unter keinen Umständen, nicht mal unter denen eines TPE.
      Für mich beinhaltet z.B. Tpe das es diese Limits nicht mehr gibt.Egal ob man sie als Limits, Grenzen, Tabus oder was auch immer beschreibt. Das T bei Tpe steht ür Total.
      Bei 24/7 oder anderen Ds-Konstellationen sieht es anders aus, da kann Sub solche Grenzen ziehen und Dom kann entscheiden ob ihm das Spielfeld reicht.


      Wenn Sub* sagt, dass z.B. Atemkontrollspiele ein Tabu darstellen und dann in einer TPE Beziehung ist, heißt das für dich, dass Dom dann Atemkontrollspiele machen darf, ohne vorher Rücksprache mit Sub* gehalten zu haben?
      Ich habe es eben bisher so verstanden und erlebt, dass selbst im TPE die Tabus weiter gelten.


      Chat.Noir schrieb:

      "Kein Paar - sorry für die deutliche Wortwahl - was bei gesundem Menschenverstand ist, steigt sofort mit metakonsensuellen Formen von BDSM ein.
      Das entwickelt sich.
      Und irgendwann in dieser Entwicklung werden - so hoffe ich - freilich soft- und hardlimits besprochen."


      Ergo: Im Laufe! der sich entwickelnden D/S, M/s Beziehung in Richtung TPE werden Soft-und Hardlimits verhandelt.
      Das muss mal stattgefunden haben, zumindest mindestens einmalig, sonst befinden wir uns sofort im Bereich eines Straftatbestandes!
      Selbst wenn Beide es so wollen ist es kein BDSM, da die Definition zumindest als Minimum besagt "einvernehmlich".
      Ich tue mich gerade ganz schwer damit das zu verstehen.Ich stosse mich aber schon an dem Begriff verhandelt.

      Über meine Grenzen kann man nicht verhandeln, die stehen fest. Wobei ich allerdings auch erwähnen möchte, das man sie an einer Hand abzählen kann. Es ist also kein ganzes Buch und sie sind bzw. waren von Anfang an, nur für die Zeit des Beziehungs bzw. Vertrauenaufbaus gestellt.

      Alles andere kommuniziere ich, wenn mir etwas Bedenken macht weil ich es nicht kenne, wenn es mir Angst macht...aus welchen Gründen auch immer.....da setze ich keine Grenzen.
      Dafür erwarte ich, dass pfleglich mit mir umgegangen wird, das bei Entscheidungen mein Wohl berücksichtigt wird.
      Dafür braucht es nicht immer eine Diskussion, auch wenn ich nicht in eine einzelne Sache zugestimmt habe, so gibt es doch eine "Generalvollmacht" für den Aktiven.


      Da gehe ich sogar uneingeschränkt mit. Ich meine mit "verhandeln" auch genau dieses Kommunizieren, was du so anschaulich beschreibst.

      Chat.Noir schrieb:

      Ich gehe sogar noch weiter und sage: ohne informed consent ist es kein BDSM. Ich kann zu nichts mündig zustimmen, wovon ich nicht weiß, was mich erwartet
      Etwas das mich total stören würde.Ich möchte die Entscheidung abgeben, ich will nicht bei allem aktiv mein Einverständnis erneuern müssen. Ich möchte nicht alles aushandeln.
      Das funktioniert allerdings auch alles nur, wenn man miteinander kommuniziert.
      Wenn der Aktive weiß wie weit er ohne Probleme gehen kann und wenn er genug Empathie und Einfühlungsvermögen hat.


      Es geht auch nicht um jede Kleinigkeit. Das würde mich auch eher stören.

      Nehmen wir an Sub* hat noch nie den Rohrstock gespürt oder eine andere Praktik xyz noch nie gemacht, würde ich von eine*m/r verantwortungsvollen Dom*me erwarten, dass sie*er Sub* langsam heranführt und nicht einfach drauf los schlägt, nur weil Sub* den Rohrstock vielleicht nirgends als Soft-oder Hardlimit gesetzt hat.

      Oder ein Anfängerbunny*, was noch nie das Seil gespürt hat, tut gut daran auf eine*n Rigger*in zu treffen, der genau auf Fragen eingeht und Techniken, Risiken usw. erklärt. Zumindest, wenn ihr*ihm die eigene Sicherheit etwas Wert ist.

      Der*die Aktive weiß ja nur, wie weit er*sie gehen kann, wenn Grundlegendes irgendwann mal besprochen worden ist und das Feedback der*des Passiven auch Gehör findet und dieses Feedback geben nicht sofort als Widerspruch gewertet wird.


      Es ist nicht wie es so oft dargestellt wird, die willenlose Sub und der egozentrische egoistische Dom. Kein verantwortungsbewusster Dom, wird dieses Vertrauen das er bekommt, mit "Hau-Ruck-Aktionen" in Gefahr bringen.

      Schön wäre es, wenn alle Dom*mes so verantwortungsbewusst wären. Ich und viele andere werden bestätigen, dass die Realität da anders aussieht. Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht.
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)

      Chat.Noir schrieb:

      Nehmen wir an Sub* hat noch nie den Rohrstock gespürt oder eine andere Praktik xyz noch nie gemacht, würde ich von eine*m/r verantwortungsvollen Dom*me erwarten, dass sie*er Sub* langsam heranführt und nicht einfach drauf los schlägt, nur weil Sub* den Rohrstock vielleicht nirgends als Soft-oder Hardlimit gesetzt hat
      Ich kann immer nur von mir sprechen, vielleicht mögen es ander Subs ja anders.
      Unabhängig davon ob ich ein Schlaginstrument kenne oder nicht, erwarte ich, dass (wir redek hier ja scheinbar von dem Anfang einer Beziehung) der Aktive Part mit mir so pfleglich umgeht, dass ich keinen Schaden daraus ziehe. Was aber doch auch irgendwie in seinem Interesse liegt.
      Jemand der auf mich eindrischt ohne Rücksicht auf Verluste, verspielt doch alles.

      Um aber mal ein Beispiel zu bringen.
      Ziemlich am Anfang meiner Beziehung war ich mit meinem Herrn auf einer Veranstaltung.
      Ich freute mich schon im Vorfeld war aufgeregt wie ein junges Huhn.
      Während wir öffentlich spielten bezog mein Herr jemanden mit ins Spiel ein, der mich schlagen durfte.
      Es gibt mit Sicherheit viele Subs, die sowas explizit zulassen wollen, wenn überhaupt.
      Für mich war es mit unseren Vereinbarungen gedeckt.
      Da sind die feinen Unterschiede in der Kommunikation.Er könnte davon ausgehen das es in Ordnung ist, ohne das er die Session unterbrechen musste und mich fragen musste.
      Für mich war es eine tolle Erfahrung, ich hatte genug Vertrauen und könnte mich in der Situation fallen lassen.

      Hätte er mich zu dem Zeitpunkt oder zu einem frühren gefragt, hätte ich mir unzählige Gedanken gemacht, hätte ich eine explizite Entscheidung für die Situation treffen müssen, hätte ich mich nicht darauf eingelassen. Allerdings aus dem Grund heraus, ich hätte mir Gedanken über etwas machen müssen das ich nicht kenne, ich hätte zu dem Zeitpunkt darüber nachgedacht wie mein Herr damit umgeht, ich hätte darüber nachgedacht was andere denken, ich hätte mir überlegt wie ich mich danach fühle....keine Ahnung es wären noch tausende andere Gedanken hinzu gekommen und am Ende hätte ich "Nein" gesagt.

      Genau deshalb mag ich für mich und mein Bdsm eine Generalvollmacht.
      Ohne mir die Gedanken machen zu müssen und ich bin meinem Herrn verdammt dankbar, dass er die ganze Verantwortung trägt. Denn ohne seine Bereitschaft wäre es mir nicht möglich wirklich abzugeben.

      Mir ist allerdings auch klar das es sich um meinen Weg handelt. Das es eine Form von Bdsm ist die nicht zu jedem passt.

      Chat.Noir schrieb:

      Schön wäre es, wenn alle Dom*mes so verantwortungsbewusst wären. Ich und viele andere werden bestätigen, dass die Realität da anders aussieht. Aber grundsätzlich gebe ich dir Recht.
      Schmunzel* Ich habe ja auch schon Beziehungen hinter mir ;) Ich bin mir bewusst das nicht jede so verantwortungsbewusst ist. Manchmal ist es auch nur inkompatible.

      Deshalb möchte ich aber nicht jeden unter Generalverdacht stellen.Aber auch das ist nur meine Sicht der Dinge :)

      Im übrigen bin ich der Meinung, würde gerade Ds was tiefer geht, öffentlich einfacher zu diskutieren sein, dann würden sich mehr Leute mit Erfahrung einbringen und auch weniger erfahrene Subs könnten erkennen wie man besser aussortiert. Ebenso würde der eine oder andere Herr seine Vorgehensweise vielleicht auch mal überdenken

      Wabisukisha schrieb:

      Ich würde hier gerne nochmal in die Kerbe reinhauen, die von anderen ja schon angesprochen wurde.
      Ein Kontaktverbot muss sich ja nicht auf die eigene Person beziehen.
      Ich selbst habe früher schon mal Kontaktverbot erteilt. Zu einer anderen Person, die meiner Sub damals geschadet hat.
      Sie selbst hat es nicht direkt gemerkt, ist aber nach dem Verbot wieder aufgeblüht.

      In diesem Sinne würde ich schon sagen, dass so ein Verbot sehr sinnvoll sein kann, solange es (wie alles) verantwortungsvoll genutzt wird.
      Nur nicht unbedingt ihrem Herrn gegenüber.
      Kontaktverbot zum Dom würde mich emotional sehr verletzen und mein Vertrauen zu ihm beeinträchtigen, ja sogar Rückzug wäre möglich, daher bin gegen diese Maßnahme.

      Kontaktverbot zu Familie der Sub, welche eine positive Beziehungen führt, bin ich gegen Kontaktverbot, da es sich dann negativ auswirkt.

      Kontaktverbot zu Dritten kann ich durchaus nachvollziehen, wenn es Sub vor Schäden schützen soll, wenn sie den negativen Einfluss an sich selbst nicht bemerkt, je nach Situation.
      Da wäre ich sogar dankbar, das mir eine Entscheidung abgenommen würde. Voraussetzung das mein Dom mich auffängt und sich seiner Verantwortung voll bewusst ist.
      Ein Kontaktverbot kann durchaus bewirken, das man sich innerlich sammelt, von allem erholt, Zeit zum Reflektieren hat und sich über vieles dann im klaren wird.

      dornenspiel schrieb:

      Chat.Noir schrieb:

      Nehmen wir an Sub* hat noch nie den Rohrstock gespürt oder eine andere Praktik xyz noch nie gemacht, würde ich von eine*m/r verantwortungsvollen Dom*me erwarten, dass sie*er Sub* langsam heranführt und nicht einfach drauf los schlägt, nur weil Sub* den Rohrstock vielleicht nirgends als Soft-oder Hardlimit gesetzt hat
      Um aber mal ein Beispiel zu bringen.
      Ziemlich am Anfang meiner Beziehung war ich mit meinem Herrn auf einer Veranstaltung.
      Ich freute mich schon im Vorfeld war aufgeregt wie ein junges Huhn.
      Während wir öffentlich spielten bezog mein Herr jemanden mit ins Spiel ein, der mich schlagen durfte.
      Es gibt mit Sicherheit viele Subs, die sowas explizit zulassen wollen, wenn überhaupt.
      Für mich war es mit unseren Vereinbarungen gedeckt.
      Da sind die feinen Unterschiede in der Kommunikation.Er könnte davon ausgehen das es in Ordnung ist, ohne das er die Session unterbrechen musste und mich fragen musste.
      Für mich war es eine tolle Erfahrung, ich hatte genug Vertrauen und könnte mich in der Situation fallen lassen.

      So eine Situation hatte ich sogar auch schon, aber immerhin konnte dein Dom davon ausgehen.

      Warum?

      Weil ihr eine rege und wache Kommunikation habt und er dich gut kennt. Seine Entscheidung den Dritten einzubeziehen fußte auf dem Wissen, dass es für dich grundsätzlich okay ist, denn du hast ja mit ihm die Generalvollmacht besprochen.

      Alles einvernehmlich. Alles gut.

      Wenn also mal besprochen worden ist, dass es innerhalb einer Generalvollmacht möglich ist Kontaktverbote auszusprechen, spricht ja nichts dagegen.

      Es wird ja nur dann problematisch, wenn so etwas nie und zu keinem Zeitpunkt mal kommuniziert wurde und Dom einfach macht.

      Der Unterschied ist ziemlich fein, da geb ich dir Recht.

      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      Ich versuche mal wieder zum Thema zurückzukommen...

      Wenn mein Herr ein Kontaktverbot für einen Dritten ausspricht, dann hat er mit Sicherheit einen guten Grund. Oft hat ein Aussensteher einen anderen Blickwinkel und kann unbeteiligt eine Beziehung beurteilen. Denn ab und an kann man durchaus in toxischen Beziehungen stecken (zu einem Familienmitglied, zu jemandem im Freundeskreis), ohne dass man das selber bemerkt. Das sehe ich als eine Möglichkeit, sich um seine Sub zu kümmern.
      Das ist keineswegs eine Überforderung des dominanten Partners, sondern ein Achten auf Subs Bedürfnisse, falls sie diese aus den Augen verloren hat. Ich vertraue meinem Herrn in solchen Situationen, in denen aus verschiedenen Gründen meine Urteilsfähigkeit eingeschränkt ist.

      Wenn wir jetzt daraus (mal wieder) eine Diskussion über TPE, Grenzen, Tabus usw. konstruieren, dann hilft das niemandem. Nicht denjenigen, die mit TPE nichts anfangen können, weil es ihnen zu extrem ist und nicht denjenigen, die in TPE ihre Erfüllung finden, es anstreben oder es sich zumindest vorstellen können.

      Mir hat mal jemand gesagt, es gäbe nur eine Wahrheit und die sei allgemeingültig. Nein, es gibt viele Wahrheiten und auch viele Wege, diese Wahrheiten zu finden und zu ergründen. Wenn eine Sub die totale Unterwerfung will und braucht und ein einmal gegebenes Einverständnis auf Dauer Gültigkeit hat, dann ist das ihr BDSM. Wem das zu extrem ist, ist das auch in Ordnung.

      Und jetzt hau ich trotzdem noch einen etwas gemeinen Satz raus: Als Viva am 26.08.18 folgendes zum Thema schrieb: "Kontaktverbote zu Dritten finde ich legitim als Mittel um meinen Partner zu schützen, wenn ich das Gefühl habe, dass es anders nicht geht." ging kein solcher Aufschrei los wie vorhin. Honi soit qui mal y pense.
      Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. (Khalil Gibran)

      Was ist Liebe? Eine Hütte nicht gegen einen Palast tauschen wollen, Untugenden und Fehler lächelnd übersehen, Hingabe ohne geringstes Zögern. (Aus China)
      Kontaktverbot zu ihm kenne ich nicht.
      Kontaktverbot zu anderen hingegen schon - seine Ansätze und Begründungen kann ich diesbezüglich sehr gut nachvollziehen und verstehen, er bleibt da sehr transparent.

      Und: Dinge, die er mir untersagt, beispielsweise abends in anderer Gesellschaft auszugehen, nimmt er auch für sich an. Er sagt also nicht: Du bleibst zu Hause, hütest mir die Kinder und ich ziehe noch mit Freunden um die Häuser. Sondern: Komm, mach Dich zurecht. Wir gehen noch etwas anstellen :D .

      Diese Konsequenz und Fairness wirken auf mich unglaublich authentisch und liebenswert :love: .
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit

      Chat.Noir schrieb:

      Wenn also mal besprochen worden ist, dass es innerhalb einer Generalvollmacht möglich ist Kontaktverbote auszusprechen, spricht ja nichts dagegen.

      Es wird ja nur dann problematisch, wenn so etwas nie und zu keinem Zeitpunkt mal kommuniziert wurde und Dom einfach macht.

      Der Unterschied ist ziemlich fein, da geb ich dir Recht.
      Irgendwie theoretisieren wir hier rum.
      Betrachten wir es doch mal von der praktischen Seite.
      Mal unabhängig von den Absprachen.
      Ein Kontaktverbot durchzusetzen und auch zu kontrollieren, gegen den Willen von Sub, ist ein immenser Aufwand, zumindest dann, wenn Sub nicht irgendwo weit weg von Handy,Telefon, Computer 24/7 eingesperrt werden soll. Solche Ds-Elemente machen nur Sinn, wenn beide an einem Strang ziehen.
      Dazu braucht es einer vertrauensvollen Beziehung. Sonst wird Dom zum Sklaven seiner Anweisungen.

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      Ein kleiner Bogen zurück zum ursprünglichen Thema der TE, da ging es ja explizit nicht um Kontakt er böte zu Dritten, sondern zum eigenen Partner/Dom.

      Da beide Themen für sich äußerst interessant sind, unterschiedlicher aber nicht sein könnten, würde ich anregen, daß in getrennten Threads zu diskutieren. Wenn jemand einen zum Kontaktverbot mit Dritten findet, wäre ich dankbar, sonst suche ich selbst später noch ein bisschen...)

      Hier also zum ersten Fall (Kontaktverbot zum Partner) :

      Ich kann das Konzept nachvollziehen und es mag innerhalb der Beziehung legitim sein, für mich käme es aus einem ganz einfachen Grund niemals in Frage:

      Es mag ja sein, dass ich ein Kontrollfreak bin, aber ich möchte immer und zu jeder Zeit wissen, wie es meiner Partnerin geht, vor allem mit einer von mir auferlegten Maßnahme (wie sie ein solches Kontaktverbot nun einmal wäre), die, wie man ja hier auch schon lesen konnte, emotional stark berühren kann.

      Ein potenzieller "Absturz" meiner Partnerin, den sie mir auf Grund eines Kontaktverbotes nicht kommunizieren könnte, wäre mein persönlicher Albtraum und absolut unvereinbar mit dem, wie ich mich als Dom und meine diesbezügliche Verantwortung sehe.

      Es bliebe mir also für diesen Fall nichts anderes übrig, als ohne Kontaktaufnahmemöglichkeit (denn bei einem ernstzunehmenden Kontaktverbotes dürfte sie ja auch auf meine Nachfragen nicht antworten, bzw wäre die ganze Sache ja mit der ersten Nachfrage meinerseits sowieso vorbei, weil ja auch die schon ein Kontakt ist) die Folgen des Verbotes (inklusive eines potenziellen Absturzes) zu überwachen, was praktikabel ohne Kontaktaufnahme nur dadurch möglich wäre, dass ich sie heimlich beobachte - was mir, ein bewusst so gewähltes Szenario vielleicht ausgenommen, ziemlich lächerlich erschiene.

      Das vorausgeschickt könnte ich mir allenfalls, die richtigen Umgebungsbedingungen vorausgesetzt, allenfalls ein "Sprechverbot" vorstellen. Dann wären wir immer noch im selben Raum und nonverbale Kommunikation wäre möglich.

      Das wäre in diesem Sinn aber auch eben kein Kontaktverbotes, weil ja permanenter Kontakt da wäre.

      Zusammengefasst: Ein echtes Kontaktverbot, dass ihr die Möglichkeit nähme, mit mir zu kommunizieren, wenn sie mich braucht, käme für mich persönlich niemals in Frage.
      Wer lächelt, statt zu toben, ist immer der Stärkere. Laotse