Die Neuvorstellung, viele Fragen, noch mehr Probleme...

      Die Neuvorstellung, viele Fragen, noch mehr Probleme...

      Hallo zusammen,


      auch ich (M/Anfang 30) bin neu hier und habe mich vor der Anmeldung bereits einige Tage durch den öffentlich zugänglichen Bereich gelesen:


      - fand viele Tolle Anregungen und Ideen,

      - habe Erfahrungsberichte gelesen bei denen ich dachte "Hey, das Problem habe oder hatte ich auch"

      - es war sehr schön zu lesen und zu verstehen wie ihr euch in bestimmten Situationen gefühlt habt oder auch welche Eindrücke ihr gewonnen habt

      - was ich sehr gut finde ist die Offenheit zu allen Themen, das finde ich leider nicht selbstverständlich.


      Leider kommt an dieser Stelle aber mein ganz großes Problem. Die Zusammenführung der Theorie und der Praxis.

      Ich nenne im Folgenden meine Frau auch immer Partnerin und nicht Sub - da Sie das meiner jetzigen Auffassung (noch) nicht ist, aber das merkt ihr sicherlich im Laufe des Textes.

      Außer Frage steht, dass ich gern hätte das Sie Meine Sub wird.


      Ich muss dazu sagen, dass mir für einige Sachen sicher die passenden Worte fehlen und ich umschreiben muss.

      Um das besser schildern zu können ein paar Daten meines Umfeldes in dem ich versuche meine Triebe auszuleben. Ich muss dazu leider sehr weit ausholen.

      Ich bin seit 4 Jahren Glücklich verheiratet und seit 6 Jahren (mit natürlich derselben Person ;) ) in einer Beziehung.

      Ich und meine Partnerin sind Anfang 30 und wir haben keine Kinder. Also niemand der uns auch untertags stört ;)


      Durch meine vorherigen Beziehungen konnte ich das Thema BDSM in all seinen Facetten niemals ausleben - Plüschhandschellen die man selbst ohne Probleme öffnen konnte waren hier das Höchste der Gefühle.

      Das Ansprechen meiner Neigungen bei den bisherigen Partnerinnen stieß in allen Fällen auf eine Abwehrhaltung der jeweiligen Frau. Somit legte sich auch meine Lust irgendwann und ich resignierte.

      Als ich dann mit meiner jetzigen Frau zusammenkam wartete ich anfangs erst ab ob alles passt und deutete immer mehr Fantasien in dieser Richtung an, ich würde jetzt nicht behaupten, dass meine Partnerin mit einem "WoW, lass uns das bitte gleich probieren" reagiert, aber Sie war eben auch nicht abgeneigt.


      Es Begann der für mich natürliche Lernprozess in einer Beziehung um auch mal Sachen auszuprobieren bei denen man sich vorgestellt hatte, dass es ein absolutes No Go ist, darunter zählte z.B. auch Analsex.

      Inzwischen lieben wir das beide. In Anbetracht dieses "Erfolgs" trauten wir uns auch mal an Dinge wie fesseln und den Hintern versohlen.

      An dieser Stelle begann ich dann einen Folgeschweren Fehler. Ich bin zu unvorbereitet an die Sache herangegangen. Mein Wissen basierte, wie auch heute noch, auf eindeutigen Videos.

      Das es - im Nachhinein betrachtet - sehr eng von mir gedacht war mein Wissen von Seiten wie Kink.c0m und Konsorten in die "Reale Welt" zu übertragen zeigte sich an folgender Situation.

      Ich fesselte meine Partnerin an unser Bett und versohlte ihr mit Hintergrund eines erfundenen Fehlverhaltens den Hintern, aufgrund meines fehlenden Wissens konnte ich die Intensität der Schläge weder einschätzen, regulieren geschweige denn dosieren.

      Als Resultat davon konnte meine Partnerin danach 2 Tage nicht sitzen und hatte einen Blutunterlaufenen Hintern. Für Sie war das der Tag an dem ich Ihr Vertrauen in mich zu tiefst erschüttert habe - und damit hat Sie vollkommen Recht. Wir hatten danach darüber gesprochen und Sie wies mich auf mein Fehlerverhalten hin - zum damaligen Zeitpunkt tat ich das ab und empfand ihr Problem nicht "als schlimm" an. Nächster großer Fehler.

      Bei Schreiben dieser Zeile merken ich erst wie gut es tut sich bei gleichgesinnten auszutauschen, auch wenn noch keine Antwort da ist.


      Ein paar Wochen oder Tage - Ich weiß es nicht mehr genau - nach diesem Vorfall hat es dann auch mal bei mir Klick gemacht und mir wurde bewusste was ich da eigentlich angerichtet habe.

      Da ich mich selbst im Nachgang meiner Aktion falsch verhalten habe reimte ich mir jedes mögliche Szenario aus wie es denn nun mit mir/uns und der ganzen Thematik weitergehen soll?

      Von einem Beziehungsende über Nächtelanges reden bis hinzu selbst diese Schmerzen zufügen oder den Fetisch vergessen war alles dabei.


      Im Endeffekt hatten wir das Thema dann nochmals angesprochen, aber das Gespräch war aber eher kurz und jeder hatte seine Seite nochmals dargelegt.

      Man kam einfach auf keinen gemeinsamen Nenner da die Vorstellungen zu weit auseinander gingen und man ging mit dem unausgesprochenen Fazit "So wird das nix" auseinander und führte das normale Beziehungs und Sexleben fort.

      In manchen Situationen gab es dann die ein oder andere Anspielung auf der Geschehene aber das wars dann auch. So ging es dann weiter bis zum Anfang des vergangenen Jahres.

      Durch eine Werbung sind wir auf einen Adventskalender von Amorelie gestoßen in dem diverse Utensilien - z.B. Seile waren.



      Ich weiß nicht mehr genau wie es dann dazu gekommen ist, aber meine Partnerin war dann bereit sich nochmals fesseln zu lassen - das fand nicht in der hier oft beschrieben Dom/Sub Konstellation statt, sondern eher spaßeshalber und alles recht spontan.

      Ich begann also Sie zu fesseln und versagte jämmerlich. Ich konnte und kann nach wie vor keine Bondage Knoten und das ganze sah wie ein zusammengeschnürter Weihnachtsbaum wie man ihn im Winter an den Supermarktketten findet. Irgendwas eingeschränkt hat meine "Kunst" natürlich auch nicht und meine Partnerin war durch zwei/drei geschickte Bewegungen meinen 45min „Werk“ entronnen.

      Wir lachten viel und sprachen auch darüber, dass es so und so vielleicht besser wäre, hier war ich zu grob usw. Es war ein gutes Aftercare in meinen Augen.

      Das ganze wiederholte sich dann einige Male und wir entschlossen uns es nochmal langsam anzugehen und neue Dinge zu versuchen.

      Wir bestellen diverse Spielzeuge - z.B. auch nochmals Seile, einen - wie wir ihn nennen "Fesselsack" im Englischen nennen sich die Dinger "Single Glove" der die Hände auf dem Rücken zusammenhält. Nachdem ich meine Partnerin damit präpariert habe gebe ich ihr auch diverse Aufgaben und Befehle wie "Knie dich hin" "öffne den Mund" und den Rest könnt ihr euch sicherlich denken.

      Sie macht das auch alles, aber mit einer echten Dom/Sub Konstellation wie Sie und Ich mir das in Gedanken vorstelle hat das nichts zu tun. Es fehlt an der Ernsthaftigkeit von mir, ihr und der gesamten Situation.

      Ich vermute das es daran liegt, dass ich aufgrund meines o.g. Fehlers mit dem Hintern versohlen viel zu vorsichtig bin um es nicht noch einmal zu vermasseln. Diese Unsicherheit merkt mir meine Partnerin an und das ruiniert in Folge die Situation da Sie mich nicht ernstnimmt, egal wie sehr ich mich anstrenge. Vermutlich macht es dieses anstrengen eh schlimmer als besser.

      Man vollzieht zwar das Spiel und kommt zum Orgasmus, aber so wirklich gut fühlt sich das trotzdem nicht an. Kennt ihr das?


      Was aber dazu gut funktioniert ist ein kleines parallelspiel das wir uns aufgebaut haben. Ich stelle meiner Partnerin eine Aufgabe wie z.B. mach ein Aktfoto von dir und sende mir das oder auch ein Video wie Sie sich mit einem Dildo selbst verwöhnt. Ich gebe ihr dazu meist etwas mehr als eine Woche Zeit und Sie gibt die Aufgabe dann ungefragt bei mir im Zeitfenster ab.

      Dieses Spiel ist zwar in letzter Zeit aufgrund der Beruflichen und Privaten Auslastung etwas in Rückstand geraten, aber ich bin mir sicher, dass dies problemlos von jetzt auf nachher wieder funktionieren wird.

      Ein Hinweis an diese Stelle: Meine Partnerin ist nicht die typische Sub, sondern hat auch Ihren Willen. Das ist für mich auch soweit ok und wir haben einen Kompromiss gefunden.

      Dieser Kompromiss sieht vor, dass beide Partner gewisse Zeiten für Ihre Vorlieben haben (wir machen das abhängig von den typischen weiblichen Zyklen - d.h. Spielzeit Ich, Ihre Blutungen, Spielzeit Sie, Ihre Blutungen usw.), wir haben natürlich auch dazwischen Sex wenn es uns überkommt, es dient nur zur Orientierung da wir jedes Vorhaben dem Partner gegenüber vorher ankündigen


      Die Spielzeit bedeutet in dem Fall nicht zwingend, dass es was mit BDSM oder etwas Ähnlichen zu tun hat, sondern dass man in dieser Zeit tun und lassen kann was man möchte. Von Kuschelsex über Orale Befriedigung bis zu etwas Gewagterem in der Öffentlichkeit oder hin zu BDSM ist hier alles drin und jeder entscheidet in seiner Zeit selbst was er tun möchte.


      Wie ihr sicherlich bereits erkennen konntet bin ich mit der Situation so wie Sie aktuell nicht ganz zufrieden und suche nach Tipps und Möglichkeiten zu dieser fehlenden Ernsthaftigkeit zu kommen und als guter Dom aufzutreten ohne aber frühere Fehler zu wiederholen?


      In Summe kann man sicher sagen, ich will viel, verlange möglicherweise zu viel und weiß in Relation dazu zu wenig über die ganzen Thematiken und wie auch damit bei meiner Hintergrundgeschichte damit umzugehen ist.

      Ich habe auch sicher bei meiner Erzählung einiges vergessen aber ich hoffe ich konnte damit ein Bild meiner Situation übermitteln und hoffe ihr habt da gute Tipps und Ratschläge für mich wie ich das weiter ausbauen kann.

      Ich danke euch an dieser Stelle für das lesen meines Artikels und für alle möglichen Antworten egal in welche Richtung. Also spart auch nicht damit zu kritisieren, wenn ihr etwas entdeckt was völlig falsch war.


      Viele Grüße

      Belasco
      Herzlich willkommen, @Belasco
      Vielleicht ist es besser, wenn Du Dein "Problem" noch einmal im richtigen Bereich postest? Oder einer der Mods es entsprechend verschiebt, @Viva @Félin oder @MatKon?
      Weil viele Mitglieder die Neuvorstellung ausgeblendet haben und so nicht alle lesen können, was Du geschrieben hast.

      Viel Spaß im Forum! Und viel Erfolg bzgl. Deines Problems.
      Ich kann nur raten, miteinander zu reden, zu rden und nochmal zu reden. Ernsthaft und in Augenhöhe.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Dann auch von mir erst einmal ein herzliches Willkommen im Forum! Und vielen Dank für deine Geschichte!

      Da ich keine jahrlange Erfahrung habe und kein Dom bin, kann ich zum Thema „Ernsthaftigkeit“ nicht viel beitragen. Da wird es hier aber viele geben, die dies besser können! Ihnen überlasse ich daher lieber das Wort diesbezüglich :)

      Belasco schrieb:

      Als Resultat davon konnte meine Partnerin danach 2 Tage nicht sitzen und hatte einen Blutunterlaufenen Hintern.

      Diesen Satz möchte ich dennoch kommentieren. Wie ich lese, empfindest du es als „Fehlverhalten“ von deiner Seite aus. Die Sache selber sehe ich nicht als Fehlverhalten. ICH für MICH finde es sehr schön, wenn ich mehrere Tage nach einer Session nicht sitzen kann und blaue Flecken habe. Sie erinnern mich auch danach noch so schön an das Erlebte :) Da das aber sehr individuell ist, sieht es jeder anders, und das ist auch gut so. So wie auch deine Partnerin, sie sieht es anders. Aufgrund der fehlenden Schlagerfahrung, würde ich dies aber als „Unfall“ werten, da du ihr nicht mit Absicht und gegen ihren Willen diese Spuren verpasst hast.

      Was ich finde, was nicht gut gelaufen ist, ist nur, dass du es als „nicht schlimm“ abgetan hast. Da hättest du sie ernst nehmen sollen. Aber ihr seid beide recht unerfahren, da passieren Fehler, das ist in meinen Augen normal. Und auch ich empfehle da Reden, Reden, Reden ... und auch im Nachhin kann man Fehler immer eingestehen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, finde ich, sondern von Stärke.

      Zum Verschieben ... da brauchst du dich nicht kümmern, das machen die Mods von allein.
      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es zuweilen.
      - Oscar Wilde -
      Guten Abend, @Belasco, und herzlich Willkommen bei uns! :blumen:

      Du hast schon viele Schritte in die richtige Richtung getan! Dich informiert, sie um Entschuldigung gebeten, Deinen Fehler eingestanden - vor Dir, vor ihr, und sogar öffentlich. Das erfordert viel Mut und viel Größe. Glückwunsch dazu!

      Alles weitere sollte sich finden, so motiviert und ergebnisoffen, wie Du suchst. :)
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      @Belasco Euer Start war eigentlich gut, und dann seid ihr gestolpert - kann passieren. Was ich aus deiner Beschreibung nicht herauslesen konnte, ist, ob ihr währenddessen kommuniziert habt. Hattet ihr ein Safeword vereinbart? Wenn ja, hat sie es gesagt? Wenn kein Safeword, hat sie dir anderweitig zu verstehen gegeben, dass es ihr zuviel wird, dass sie abbrechen möchte?

      Was ich dir damit sagen möchte, nicht automatisch trägst du alleine die Schuld, wenn etwas schief läuft. Deine Partnerin behält immer auch ihre Eigenverantwortung, und du musst dich darauf verlassen können, dass sie dir mitteilt, wenn das Spiel aus der Bahn gerät. Darauf solltest du dann natürlich unbedingt auch reagieren. Tut sie dies nicht, und sagt dir das erst hinterher, ist dies durchaus ein Vertrauensbruch dir gegenüber.


      Die Ernsthaftigkeit des Spiels... Warum künstlich herbei führen, wenn so derzeit doch gar nicht so ist?
      Ernsthaftigkeit muss authentisch sein, sonst ist es inszeniert (Nachtrag : Und wäre damit wieder sowas wie ein Rollenspiel). Lies dich hier ein, schau, was dich reizt, informiere dich darüber dann weiter, und mit zunehmendem Wissen, auch wenn es erstmal Theorie ist, wird auch dein Selbstbewusstsein wachsen, was deinen dominanten Part angeht. Das wird dann wahrscheinlich recht automatisch auch in deine Haltung, dein Verhalten, und deine Ausstrahlung mit einfliessen. Du kannst für euch neue Sachen mit ausreichend Hintergrundwissen gewappnet ganz anders angehen und sie ganz anders führen. Dadurch ergibt sich dann auch eine andere Stimmung, und eine andere Spielatmosphäre. Versuche nicht, sowas herbeizuführen, sondern lass es sich entwickeln in dem Maße, wie du dich entwickelst.

      Wir haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
      ~ Mario de Andrade :coffee:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von June () aus folgendem Grund: Kleine Ergänzung, im Text ausgewiesen.

      Hallo ihr Lieben,

      vielen Dank für eure aufmunternden Worte, die ganzen Anregungen wie man damit umgehen könnte und auch die ganzen Sichtweisen von euch.

      Hier verderben eben viele Köche nicht den Brei.

      Auf eine Frage möchte ich aber besonders eingehen:


      June schrieb:

      @Belasco Euer Start war eigentlich gut, und dann seid ihr gestolpert - kann passieren. Was ich aus deiner Beschreibung nicht herauslesen konnte, ist, ob ihr währenddessen kommuniziert habt. Hattet ihr ein Safeword vereinbart? Wenn ja, hat sie es gesagt? Wenn kein Safeword, hat sie dir anderweitig zu verstehen gegeben, dass es ihr zuviel wird, dass sie abbrechen möchte?
      Nein, wir hatten zum damaligen Zeitpunkt noch kein Safeword. Wir sind uns nicht mehr sicher ob Sie mir anderweitig zu verstehen gegeben hat, dass ich aufhören sollte oder nicht. Ich bin der Meinung dass Sie erst im Nachgang etwas gesagt hatte. Aber wie gesagt wir sind uns beide nicht mehr sicher. Inzwischen verwenden wir aber das Ampelsystem bzw. würden es verwenden wenn dir Grenzsituationen erreiche, das tun wir derzeit aber nicht.

      Belasco schrieb:

      Inzwischen verwenden wir aber das Ampelsystem bzw. würden es verwenden wenn dir Grenzsituationen erreiche, das tun wir derzeit aber nicht.
      Schränke die Verwendung der Ampel nicht ein. :old:
      Auch wenn ihr aktuell nicht geplant im Grenzbereich spielt, so kann trotzdem ganz schnell und unerwartet eine Grenze erreicht werden. Das Stichwort heißt hier "Tagesform", physisch alsauch psychisch. Etwas, das bisher völlig easy going war, ist plötzlich ein Problem. Das kommt unerwartet, für beide.
      Es ist wichtig, dass die Ampel auch grundsätzlich gilt, wenn ihr euch auf sie geeinigt habt (es sei denn, ihr vereinbart etwas anderes). Denn an manchen Tagen verlaufen Grenzen in einem viel engeren Bereich "als üblich", oder es tauchen welche auf, wo vorher keine waren.

      Wir haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
      ~ Mario de Andrade :coffee:
      So Liebe Leute,

      es gibt Neuigkeiten die mich erstmal sehr aufgebaut haben.

      Wir hatten heute unsere erste Session seit längerem - wir haben allerdings erstmal jede Art von Spanking außen vorgelassen.

      Was haben wir also gemacht - Im Groben gesagt: Die ersten Grenzen (neu) definiert.

      Wir haben unser Verständis der Ampel Safewords angeglichen, über Ihre und meine Tabus gesprochen und ganz nebenbei die Geschichte von damals neu aufgearbeitet.

      An mir musste ich mir die Vorstellung des zeitlichen Rahmens ändern in dem wir uns bewegen. Ich wollte immer dass Sie meine 24/7 Sub wird.
      Das ist aber in mehreren Hinsichten nicht möglich - unter anderem liegt das am fehlenden Wissen und Sie ist nicht der Typ dazu und ob ich das bin muss noch genauer herausfinden.

      Dann haben wir ein Bewertungssystem der Sessions eingeführt. Noch während der Session bzw. kurz vor deren Ende erhält meine Sub einen Bewertungsbogen in dem ich für mich festgelegte Dinge hinterfrage z.B. wir wurde ich wahrgenommen, waren die gestellen Aufgaben ok, würde Sie es genau so nochmal machen usw.
      Jeder Punkt kann mit 1-5 Sternen bewertet werden und danach kommen noch 2 Freitextstellen: Was fandest du besonders gut und was besonders schlecht. Direkt im Anschluss kümmern wir uns um ein gutes Aftercare. Wir kuscheln einfach und sagen dabei nichtmal zwingend etwas sondern jeder versinkt in deinen Gedanken oder kann diese natürlich mit dem anderen teilen. Danach spachen wir nochmals über die Bewertung um mögliche Missverständnisse zu vermeiden.

      Ich würde z.B. dahingehend bewertet, dass ich unfreundlich war. Sprich ich habe ihr die Aufgabe(n) falsch rübergebracht. Ich war nicht bestimmend, sondern eben patzig.
      Eine für mich aktuell sehr schwere Gratwanderung hier "gut" zu wirken. Habt ihr irgendwelche Ideen dazu bzw. kann man erkennen auf was ich herausmöchte?

      Viele Grüße
      Belasco
      Wow, da hast Du Dich aber echt was getraut. Dieses Sternchensystem ist für Dich sicher nicht immer leicht zu ertragen. Respekt!
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Schön, dass ihr euch nochmal gemeinsam Gedanken darüber gemacht habt, wie es weitergehen kann/soll! :)

      Belasco schrieb:

      Habt ihr irgendwelche Ideen dazu bzw. kann man erkennen auf was ich herausmöchte?
      Die Idee eines Bewertungssystems finde ich im Prinzip sehr gut und wird bestimmt für euch beide hilfreich sein. Deine Sub bekommt die Möglichkeit, dir positives wie negatives Feedback bezüglich deines Auftretens und Verhaltens zu geben und dich auch wissen zu lassen, was ihr gefällt und was weniger ihren Vorstellungen und Vorlieben entspricht.

      Vielleicht wirst du sie dadurch besser einschätzen und besser auf sie eingehen können. Zudem verfeinert sich in diesem Zuge wahrscheinlich auch deine Selbstwahrnehmung im BDSM-Kontext, weil du auf Dinge hingewiesen wirst, die du selbst entweder anders oder aber gar nicht wahrgenommen hast.

      Zwei Vorschläge habe ich: Ein weiteres Freitextfeld für ihre Gefühle wäre sinnvoll. Dabei könnte sich deine Sub auf die gesamte Session an sich oder auch auf bestimmte Handlungen beziehen. Ich denke, so würdest du noch ein klareres Bild bekommen. Mir persönlich wäre es wichtig, nicht nur zu sagen, was 'besonders gut und was besonders schlecht' war, sondern auch, wie ich mich bei diesen Dingen gefühlt habe - was sie in mir ausgelöst haben. Ich denke, das Mitteilen eurer Gefühle ist mit das Wichtigste, damit es wirklich zu einer Annäherung und einem Aufeinander-Eingehen kommen kann!

      Meine zweite Idee betrifft den Zeitpunkt, wann deine Sub den 'Bewertungsbogen' ausfüllen soll. Ich kann nur von mir selbst ausgehen, aber während einer Session wäre ich in den seltensten Fällen dazu in der Lage, solche Fragen sachlich und reflektiert zu beantworten. Zum einen fällt es mir dann schwer, überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen, weil ich einfach in einer 'anderen Welt' und gar nicht richtig da bin, und zum anderen würde es mich völlig aus der Stimmung herausreißen und für mich insofern etwas 'kaputt machen', dass ich die schönen Gefühle nicht voll hätte auskosten können und sehr unschön in die Realität zurückbefördert worden wäre. Das wäre für mich einfach kein 'runder' Abschluss einer Session und ich würde mit keinem so guten Gefühl an die Session zurückdenken können, wie ich es sonst gekonnt hätte.

      Dazu kommt noch, dass ich das Erlebte erstmal 'sacken lassen' und nochmal in Ruhe Revue passieren lassen muss, um ein vernünftiges Feedback geben zu können. Also erstmal wieder klar denken können, schauen, wie ich mich fühle - ja, reflektieren eben! Wenn ich es wirklich so bewerten sollte, dass es hilfreich für meinen Partner ist, bräuchte ich zumindest ein bisschen zeitlichen Abstand, um wieder 'zu mir kommen' und mir Gedanken darüber machen zu können. Andernfalls könnte ich ihm vermutlich keine verlässliche Rückmeldung geben.

      Sicher ist das bei jedem anders, aber ich würde es sehr viel schöner und auch sinnvoller finden, wenn ich eine solche Bewertung nach der Session abgeben dürfte und etwas Zeit dafür bekäme, meine Gedanken und Gefühle zu sortieren.

      Zofe schrieb:

      Zwei Vorschläge habe ich: Ein weiteres Freitextfeld für ihre Gefühle wäre sinnvoll. Dabei könnte sich deine Sub auf die gesamte Session an sich oder auch auf bestimmte Handlungen beziehen. Ich denke, so würdest du noch ein klareres Bild bekommen. Mir persönlich wäre es wichtig, nicht nur zu sagen, was 'besonders gut und was besonders schlecht' war, sondern auch, wie ich mich bei diesen Dingen gefühlt habe - was sie in mir ausgelöst haben. Ich denke, das Mitteilen eurer Gefühle ist mit das Wichtigste, damit es wirklich zu einer Annäherung und einem Aufeinander-Eingehen kommen kann!
      Das ist eine bessere Idee, ich hatte das in meinem ersten Entwurf des Systems nur als Sternchenmöglichkeit gedacht, aber das macht deutlich mehr Sinn, danke für den Tipp

      Zofe schrieb:

      Meine zweite Idee betrifft den Zeitpunkt, wann deine Sub den 'Bewertungsbogen' ausfüllen soll. Ich kann nur von mir selbst ausgehen, aber während einer Session wäre ich in den seltensten Fällen dazu in der Lage, solche Fragen sachlich und reflektiert zu beantworten. Zum einen fällt es mir dann schwer, überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen, weil ich einfach in einer 'anderen Welt' und gar nicht richtig da bin, und zum anderen würde es mich völlig aus der Stimmung herausreißen und für mich insofern etwas 'kaputt machen', dass ich die schönen Gefühle nicht voll hätte auskosten können und sehr unschön in die Realität zurückbefördert worden wäre. Das wäre für mich einfach kein 'runder' Abschluss einer Session und ich würde mit keinem so guten Gefühl an die Session zurückdenken können, wie ich es sonst gekonnt hätte.
      Diesen Ansatz hatte ich auch zuerst, habe mich dann aber vorerst dagegen entschieden um in erster Linie "schneller" mit der Session abschließen zu können. Abschließen ist hier als Rückkehr zum normalen Leben zu verstehen. Das habe ich mit ihr aber auch vorab abgesprochen und Sie meinte "Ja solange es noch frisch ist kann man es besser bewerten." Was ich aber jedenfalls machen werde und ich vermute dass war dein Hauptanliegen. Ich werde das Ausfüllen nicht mehr als Teil der Session machen, sondern tatsächliche jede Aktivität ausdrücklich beenden und Sie dann außerhalb davon bitten mir das auszufüllen und wenn Sie sich einen Tag dafür Zeit nehmen möchte dann soll Sie das gern tun.


      Dominantseptakkord schrieb:

      Wow, da hast Du Dich aber echt was getraut. Dieses Sternchensystem ist für Dich sicher nicht immer leicht zu ertragen. Respekt!
      Ich empfand das alles andere als schlimm, zumindest jetzt beim ersten Mal. Denn nur so bekomme ich ein direktes und auch ungeschöntes Feedback und nur daraus -denke ich- kann man bzw. ich etwas lernen. Aber ja man muss natürlich auch Kritik vertragen und nicht mit der Einstellung "Ich Chef du nix" an die Sache rangehen.

      Aber erneut vielen Dank euch allen für die Teilnahme, eure Ideen, Vorschläge und auch die Kritik.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Belasco () aus folgendem Grund: Satzbau angepasst.

      Belasco schrieb:

      Ich werde das Ausfüllen nicht mehr als Teil der Session machen, sondern tatsächliche jede Aktivität ausdrücklich beenden und Sie dann außerhalb davon bitten mir das auszufüllen und wenn Sie sich einen Tag dafür Zeit nehmen möchte dann soll Sie das gern tun.


      Dass du ihr diese Zeit geben würdest, wenn sie diese braucht, finde ich gut und sinnvoll (für euch beide). Es ist einfach so, dass eine Session auch sehr aufwühlend sein kann und man sich, seine Gefühle und Gedanken erstmal in Ruhe ordnen muss, ehe man ein klares Bild davon hat, was man toll fand, was einem unangenehm war und ggf. auch, was man auf keinen Fall wieder erleben möchte - oder auch einen Vorschlag machen kann, was beim nächsten Mal eventuell anders laufen könnte.

      Mit aufwühlend meine ich, dass eine Session sowohl im Positiven als auch im Negativen ein richtiges Gefühlschaos bewirken kann. Nicht nur bei Sub - genauso kann das auch beim Dom passieren! Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt sicher auch immer davon ab, was in der Session gemacht wurde und wie sich dies ausgewirkt hat. Ich denke, je intensiver die Session einen emotional berührt/aufgewühlt hat, desto mehr ist ein Sich-Ordnen nötig - und desto länger kann es dauern, bis man Schlüsse daraus ziehen und diese auch in Worte fassen kann. Das betrifft oft auch gerade diejenigen, für die das alles noch Neuland ist und die sich ihrer Wünsche und Bedürfnisse noch nicht so sicher sind oder sich ihre Neigung noch nicht so recht eingestehen können/wollen. Genauso kann es aber bei langjähriger Erfahrung vorkommen, z. B. wenn etwas ganz Neues ausprobiert wurde, man sich an Grenzen herangetastet hat oder die Erlebnisse der Session aus anderen Gründen sehr intensiv waren. Es liegt wohl einfach daran, dass man die ganzen (neuen) Eindrücke erstmal verarbeiten muss.

      Kommunikation ist dann natürlich ganz besonders wichtig, um sich der Dinge klarer zu werden, Fragen stellen zu können oder sich einfach mitzuteilen! Der eine braucht/kann das sofort im Anschluss, der andere braucht vielleicht erstmal Ruhe und Zeit für sich. Deine Frau kann das bisher aber ja offenbar recht schnell (Zitat: "Ja solange es noch frisch ist kann man es besser bewerten."). Von daher denke ich, dass ihr mit deiner Idee erstmal einen guten Weg für euren gemeinsamen Einstieg gefunden habt! :)

      Wenn sie den 'Fragebogen' direkt nach einer Session ausfüllt, kannst du sie übrigens trotzdem auch mit etwas zeitlichem Abstand (z. B. am nächsten Tag) nochmal auf das Erlebte ansprechen. Eine Session ist meist mehr als der Moment, in dem sie stattfindet. Bei vielen wirkt sie auch noch eine ganze Weile nach, z. B. in Form von Euphorie oder Fragen, die sich erst in Nachhinein/später auftun. Aber das ist nichts Planbares und solltest du daher spontan entscheiden, wenn du den Eindruck hast, dass es nötig ist/sein könnte. Die Hauptsache ist, dass ihr keine Gefühle/Gedanken verschweigt, sondern offen damit umgeht und darüber sprecht, wann immer Redebedarf besteht - und ganz besonders, wenn Unsicherheiten und Zweifel auftreten.



      Belasco schrieb:

      Diesen Ansatz hatte ich auch zuerst, habe mich dann aber vorerst dagegen entschieden um in erster Linie "schneller" mit der Session abschließen zu können. Abschließen ist hier als Rückkehr zum normalen Leben zu verstehen. Das habe ich mit ihr aber auch vorab abgesprochen [...]


      Dazu habe ich eine Frage: Warum ist es dir/euch so wichtig, möglichst schnell mit der Session abzuschließen und zum Alltag zurückzukehren? Wenn das für euch beide ok ist und sich richtig anfühlt: Alles gut! Ich frage mich das nur, weil es vielen und auch mir selbst ganz wichtig ist, eher sanft 'zurückgeholt' und langsam in die 'Realität' zurückgeführt zu werden und das Ganze gemeinsam ausklingen zu lassen. Ein zu schnelles Beenden der Session birgt leider auch immer die Gefahr eines Absturzes in sich. Aber auch das empfindet nicht jeder gleich und muss es so machen, wie er sich damit wohlfühlt. Hauptsache, es geht beiden gut damit! Das könntest du auch nochmal ansprechen, wenn du dir nicht ganz sicher bist, wie deine Frau es sieht und braucht.
      Ich bin mal so frei und sage dir ins Gesicht- ich fürchte du machst dich lächerlich.

      Du schreibst das deine Frau dich nicht ernst nimmt- warum sollte sie auch? Du nimmst dich doch selber nicht ernst.
      Du experimentierst mit Techniken die du nicht kennst, du weißt nicht wie und was genau du willst, du lässt dich per Bewertungsbogen aburteilen.
      Noch nicht mal die Rollenverteilung ist klar.

      Jetzt mal ehrlich- was willst du ? Was bist dein Ziel mit der Holden?
      Geht es um "Knie dich hin und blas mir einen " oder ist da noch mehr? Wo soll die Reise hingehen?
      Geht es mehr ums körperliche oder auch ums psychische?
      Was bist deine Art zu führen?
      Willst du führen? Oder switchen ? Oder noch ganz anders ?

      Probiert Dinge aus, miteinander erst mal. Versucht was, findet raus ob es kickt oder ob es blöd ist, redet miteinander.
      Tauscht euch aus , aber bitte nicht in " Danke für Ihren Besuch, hinterlassen sie uns 5 Sterne wenn sie mit dem Service zufrieden waren " Manier.

      Ich bin sicher ihr packt da
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.
      @M.J. Craw-Corteaz: Danke für die offenen und ehrlichen Worte.

      Du hast natürlich mit allem was du sagst Recht, aber genau deswegen suche ich ja eure Hilfe.

      Mir ist durchaus bewusst dass ich mich zumindest in der Vergangenheit - wie du es sagst - lächerlich gemacht habe.

      Aber ich kann auch nicht von jetzt auf gleich mit einem 100% Dom auftreten vor ihr stehen.

      Das wäre in erster Linie unglaubhaft und ebenso voll über unser Ziel hinausgeschossen. Denn ich glaube bzw. weiß wenn ich es jetzt vermassel wars das.

      Somit tasten wir uns sehr bewusst langsam an unsere Grenzen heran und ja - da lacht man dann auch mal mitten in der Session auch wenn es noch so unpassend ist.

      Auf irgendeine Weise mussten wir einen Weg finden gemeinsam herauszubekommen was wir jeweils vom anderen erwarten und da bin ich der Meinung, dass wir inzwischen auf einem ganz guten Weg sind.

      Es gibt sicher Leute die können besser "umschalten" als wir, aber jeder muss den für sich passenden Weg einschlagen.

      Wir haben es bisher auf jeden Fall falsch gemacht und alles und jeder Versuch ist besser wie so wie bisher weiterzumachen. Ich lerne aktuell nahezu jeden Tag dazu.

      Es wird auch sicher niemand behaupten, dass der Weg zur Unterwerfung eines/einer Sub ein leichter ist und wir haben uns eben für diese Variante entschieden.

      Belasco schrieb:


      Dann haben wir ein Bewertungssystem der Sessions eingeführt. Noch während der Session bzw. kurz vor deren Ende erhält meine Sub einen Bewertungsbogen in dem ich für mich festgelegte Dinge hinterfrage z.B. wir wurde ich wahrgenommen, waren die gestellen Aufgaben ok, würde Sie es genau so nochmal machen usw.
      Jeder Punkt kann mit 1-5 Sternen bewertet werden und danach kommen noch 2 Freitextstellen: Was fandest du besonders gut und was besonders schlecht. Direkt im Anschluss kümmern wir uns um ein gutes Aftercare. Wir kuscheln einfach und sagen dabei nichtmal zwingend etwas sondern jeder versinkt in deinen Gedanken oder kann diese natürlich mit dem anderen teilen. Danach spachen wir nochmals über die Bewertung um mögliche Missverständnisse zu vermeiden.

      Ich würde z.B. dahingehend bewertet, dass ich unfreundlich war. Sprich ich habe ihr die Aufgabe(n) falsch rübergebracht. Ich war nicht bestimmend, sondern eben patzig.
      Ich schliesse mich @M.J. Craw-Corteaz vollumfänglich an. Ich gehe wirklich davon aus, du machst da Scherze! Reflektiere nochmal, was du wirklich willst. Du verkopfst das ganze und machst die Sache komplizierter als sie tatsächlich ist.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Lächrlich hat nichts mit lachen zu tun.
      Ich halte lachen in einer Session für einen guten Moment, zeugt er doch von Vertrauen und Freude und einem schönen Miteinander.

      Die Sache ist aber diese - es geht um Gefühle um Emotionen, um einen Rausch auf beiden Seiten - das lässt sich nicht in Punkten messen.
      Nehmen wir mal einem Restaurant Kritiker.
      Wenn er kommt sind alle in heller Aufruhr und geben sich besonders Mühe. Schön Tage vorher wird da großes Zinober gemacht.
      Stress für alle .

      Der Kritiker guckt ganz besonders, mit wachem Auge schaut er in jede Richtung. Bereits beim Essen denkt er darüber nach was er schreiben könnte, wägt jedes Gewürz ab und macht sich Notizen.
      Das Essen ist kein Genuss für ihn.

      So stelle ich es mir gerade bei euch im Bett vor. Du machst dich verrückt und versuchst die perfekte Darbietung zu kreieren und sie kommt nicht zum Genießen weil sie darüber nachdenkt was sie gleich an geforderter Kritik loswerden könnte.

      Versteh mich nicht falsch, Reflektion ist wichtig. Aber ein bissel lockerer darf es schon sein. Und vor allem nicht zu sehr im Detail. Wenn du Kritik forderst wirst du auch welche bekommen, wenn du versuchst jede Kleinigkeit in der Session dann anhand der Kritik besser zu machen wirst du zu keinem Ergebnis kommen. Denn jeder Tag ist anders, was heute blöd war könnte morgen schön sein, was heute gut lief ist morgen das falsche.

      Ich führe nochmal weiter aus:
      Schafft euch Basics. Praktiken die ihr zusammen testet und von denen ihr wisst das sie gehen, das sie schön sind, wie sie toll sind, auf welche Art ihr es mögt.

      Wenn du das hast kannst du dir ein Gerüst daraus bauen, was den Rahmen der Session darstellt.
      Dazu kannst du dann immer mal wieder da neues machen, eine Variation einbauen oder andere Ideen umsetzen.

      Sprecht darüber, aber verzettelt euch nicht in Details.
      Wichtig ist zum Beispiel ob etwas weh tat was nicht weh tun sollte, war etwas zu heftig oder zu lasch.
      Aber es ist ehrlich gesagt Wurst ob du die Aufgabe richtig rüber gebracht hast. Entweder hat sie es verstanden oder nicht, entweder hat sie es gemacht oder nicht. Wenn sie es gemacht hat ist doch super, wenn nicht dann hast du eh schon reagiert.
      Der Drops ist gelutscht.
      Wichtig wäre ob die Aufgabe überhaupt möglich war. Oder ob sie nicht schaffbar war. Oder ob es schwierig war und warum.

      Du siehst es unterscheidet sich gar nicht so sehr, aber der Blickwinkel ist ein anderer.

      Noch eine Anmerkung- du hast ja in der Vergangenheit sie geschlagen mit einem erfundenen Grund. Magst du das ? Machst du das immer noch?
      Falls ja, ziehe in Betracht das es auch mit dafür sorgen kann das dem ganzen der Touch von Theater verpasst wird
      Es fällt vielen schwer sich dann so in die erdachte Szenerie fallen zu lassen, das es wirklich gut wird.
      Ich musste auch fest stellen das es meine Art nicht ist. Ich schlage weil es mir Spaß macht, ich brauche keinen Grund- genau das Gefühl hatte der meinige in dem Moment vermisst und hat sich auch irgenwie blöd dabei Gefühlt. Also hat er mir es gesagt und ich konnte wachsen.
      Er sagte mal zu mir " ich weiß das du darauf stehst mich zu schlagen, dann gib es doch auch zu und gib mir das Gefühl du willst es weil es Geil ist. Du brauchst keinen Grund erfinden, ich gehöre dir ,also mach was du willst " .
      Also habe ich es auch so getan und es ist um so vieles Besser geworden. Jetzt hat das Feeling auf beiden Seiten gestimmt ;)

      Was ich noch gerne fragen würde- du schriebst ihr wechselt?
      Was passiert denn so in ihrer Zeit ?
      Tut sie dann etwas mit dir ?
      Was ?
      Oder habe ich das falsch aufgefasst ?

      Und noch etwas : Nein, keiner behauptet das es leicht ist jemanden zu unterwerfen.
      Es wird aber leichter wenn der jenige Grundsätzlich schon mal auch will ^^
      Und eine Frage- unterwirfst du sie dir oder versuchst du gerade ein perfektes Bild zu bauen ?
      Nur weil es so aussieht muss es sich nicht so anfühlen. ;)
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.
      @Belasco Ich habe den Eindruck du siehst die Sache zu schwarz-weiss. Von Null zu 24/7 ist es sicher oft ein langer Weg, bei dem ganz viele Dinge passen müssen. Das was ihr jetzt macht ist nicht schlecht, nur weil es nicht 100% deinem Endziel entspricht. Hört sich vielleicht abgedroschen an, aber: "Der Weg ist das Ziel".

      Es ist doch toll, dass deine Sub es noch einmal mit dir versucht. Nimm das und bau darauf auf. Findet heraus was gut für euch ist. Und dann führe Sub ein kleines(!) Stück weiter. Mit Ruhe, Vertrauen und Sicherheit. Vielleicht kommt ihr dann irgendwann mal da an wo du jetzt gerne sein möchtest. Vielleicht entdeckt ihr aber auch dass ihr was anderes besser findet. Nimm den Druck weg, und schau was funktioniert. Das ist nicht immer das was man sich vorher vorstellt.
      "I don't exist when you don't see me
      I don't exist when you're not here"