Vor wem seid ihr als BDSMler geoutet

      Mache daraus kein großes Geheimnis, hänge es jetzt aber auch nicht an die sprichwörtliche 'große Glocke'. Es muss sich ja auch schließlich keiner dafür 'outen', weil er oder sie Blümchensex bevorzugt ...

      Einige sind interessiert, andere können es gar nicht einordnen, weil sie ihnen das Thema fremd ist.

      Letztlich ist für mich wie bei vielen Dingen eine gewisse Transparenz und Authentizität wichtig.
      Be blessed and unstoppable!
      Meine erwachsenen Töchter wissen bescheid. Auf meiner früheren Arbeit (Imbiss) alle, auch der Chef, bei der der jetzigen (Altenpflege) nur eine Kollegin.
      Meine Freunde und einige meiner Bekannten wissen auch, wie ich lebe und wenn es irgendwann von Nöten wäre (oder unübersehbar :paddel: ), dann würden auch meine Ärzte das erfahren.

      Ich lebe in einer festen Beziehung mit dauerhaftem Machtgefälle. Da lässt es sich gar nicht vermeiden, dass Aussenstehende das irgendwie mitbekommen.
      Ist mir aber auch absolut egal, weil es mein Leben und unsere Beziehung ist und wir niemandem damit weh tun oder stören.

      Werde ich angesprochen darauf, gebe ich Auskunft, soweit es für das Verständnis nötig ist.. Wer ehrliches Interesse hat, der fragt weiter und bekommt auch Antwort.
      Ich bin vor allen geoutet, die mir wichtig sind, meine innere Familie und meine Freunde (wobei die meisten sind eh genauso pervers wie ich :D ). Ich gehe mit der Thematik sehr offen um und meistens merkt man ja ziemlich schnell, ob das Gegenüber dafür grundsätzlich neugierig und offen ist oder abblockt und wie viel und tief man entsprechend erzählen kann. Ich habe da aber generell nur gute Erfahrungen gemacht. Auf der Arbeit ist es für mich kein Thema, weil ich finde, dass es meine Kollegen nichts angeht. So innig ist mein Verhältnis zu denen nicht. Wenn es rauskommen würde, wäre es aber auch kein Beinbruch. Schließlich ist BDSM etwas absolut Positives, zudem ich uneingeschränkt stehe.

      Mein witzigstes "Outing" hatte ich mal in einem Möbelgeschäft: Ich brauchte ein neues Bett und bin gleich zur Verkäuferin hin mit den Worten: "Ich hätte gern eins mit Gitterstruktur am Kopfende und gescheit stabil, damit man da jemanden dran fesseln kann." Die Dame hat mir eins vorgestellt und damit bin ich überaus zufrieden. :)
      "Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust - und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, - wie er als Kind geträumt - bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!" - Henning von Tresckow
      Meinen zwei besten Freundinnen erzählte ich davon, um endlich die Fragezeichen über ihren Köpfen weg zu wischen, weil ich alle zwei Monate für ein WE verreise und die beiden nie mitnehme :)
      Sie zeigten absolutes Verständnis, worüber ich mich sehr freute. Doch Nachfragen kamen bisher keine, was völlig in Ordnung ist.
      Bei meinem Bruder bin ich mir ziemlich sicher, dass auch er Interessen in diese Richtung hat. Nur fehlte mir bisher der passende Moment, ihn darauf anzusprechen. Oder bin ich doch zu feige? :sofa:
      Meine beiden besten Freundinnen wissen bescheid.
      Der einen habe ich es erzählt, weil sie mich covert. Sie würde mir wahrscheinlich den Kopf abreisen, wenn ich mich mit jemandem allein treffen würde ohne bescheid zu geben.
      Der anderen Freundin hatte ich bei einem Besuch erzählt, dass ich mich am Vortag mit einem Kerl getroffen hatte, sie wollte wissen, wie genau ich ihn kennengelernt habe und natürlich weitere Details usw. tratsch eben. Jedenfalls bin ich in Erklärungsnot geraten, letztendlich wars dann ganz angenehm einfach alles zu erzählen.

      Und ein Kumpel, der sich wirklich gerne über Sex unterhält weiß bescheid.

      Meine Eltern und mein Bruder wissen nichts und das soll wenn möglich auch so bleiben. Ich habe kein Bedürfnis mit ihnen über Details meines Sexlebens zu sprechen.
      Genauso wie mein restlicher Freundeskreis.
      Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben.

      Die Feuerzangenbowle; Heinrich Spoerl
      Geoutet habe ich mich vor ca 12 Jahren gegenüber meiner Herrin und Ehefrau. Seit ca. 5 Jahren leben wir eine Ehe mit domimaten und submissiven Bestandteilen. Auch ei e Spielecke dürfte da nicht fehlen.

      Gegenüber eines befreundeten Ehepaares habe ich mich erst vor kurzem das Erste Mal geoutet. Wobei mir dies hier nicht besonders schwer viel da sie auch Sub ist.

      OK ich neige zu ungewöhnlichen Fetish Neigungen, die nicht oft zu finden sind, aber Hej wir sind doch alle tolerant...
      bei mir weißt es tatsächlich niemand bis auf die wenigen Männer mit denen ich es bisher ausgelebt habe.
      Ich denke zum einen hätten viele aus meinem Umfeld kein Verständnis dafür, zum anderen ist es MEINE Sexualität die ich auslebe und niemandem mit Details auf die Nase binden muss.
      Ich bin dagegen auch nicht scharf darauf, zu erfahren wie Nachbars Frau Vanilla Müller in Missionarsstellung einmal im halben Jahr ihren Mann ran lässt. Jedem das seine.
      bend it - don't break it.

      Eleven11 schrieb:

      wie Nachbars Frau Vanilla Müller in Missionarsstellung einmal im halben Jahr ihren Mann ran lässt.
      Du weißt aber, dass es auch Nicht-BDSMler gibt, die Spaß am Sex haben? Sogar Frauen und sogar in anderen Stellungen als Missionar! 8| Diese Gegenüberstellung von BDSM und Prüderie finde ich ziemlich daneben.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Wer hinter meine Fassade gucken darf, sind Gleichgesinnte. Von denen man es weiss, weil es z.B. Forenmitglieder sind.
      Im persönlichen Umfeld weiss einer meiner Söhne und ein Freund nur, dass ich etwas "anders" bin.
      Auf der gesamten Erdkugel gibt es nur eine einzige Person, die all meine Facetten kennt. Und das ist auch gut so!
      Mit Leidenschaft - Leiden schafft :popo_versohlen:
      Ich kann es gar nicht so genau sagen da ich/wir sehr offen damit umgehen. Die Familien wissen Bescheid, Arbeitskollegen, meine ehemalige Chefin, der Nachbar, Bekannte, ihr alle.
      Einige haben gefragt, was der Ring bedeutet aber wenige haben danach noch gefragt, was BDSM bedeutet. Wir drängen es natürlich Niemandem auf aber wer fragt bekommt eine ehrliche Antwort. Die Detailtiefe der Antwort hängt dann von der Intensität des Nachfragens ab.
      Für uns ist es möglicherweise etwas leichter, da wir kein SM praktizieren und somit die gesellschaftliche Akzeptanz etwas höher sein könnte.
      Habe auch bisher keine negativen Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil, das Konzept fasziniert viele. Die Reaktion der meisten Männer nach einer kurzen Erklärung ist sehr oft "So eine Frau will ich auch" :rolleyes: :D
      Dein Körper liegt vor mir im Staub. Aber mein Herz kniet vor deinem Herz. Und wir beide wissen es.
      Also bei mir weiß es im Grunde jeder der näher mit mir zu tun hat. Da habe ich auch keine Probleme mit und wenn Fragen kommen, was dann oft der Fall ist erkläre ich auch. Ablehnung habe ich noch nie erfahren und auch niemanden deshalb verloren.
      Ein sehr lieber Freund hat mir Löcher in denBauch gefragt und sich viel zeigen lassen, er war so glücklich endlich zu verstehen was dieses andere ist was ihm immer gefehlt hat.
      Diese Welt ist seelenlos, nur bei dir finde ich trost.
      Halt mich fest in deinen Armen, lass mich niemals wieder los :love:
      Vor niemanden um ehrlich zu sein, natürlich ausgenommen meiner Partnerin. Wir leben das halt nicht extrovertiert aus, und ich wüsste auch nicht wozu.

      Wenn es jemand mitbekäme ... hätte ich jetzt im privaten Umfeld auch keine Angst deswegen. Meine Familie hat so viel durch, die würde auch damit noch klar kommen, und bei meinen wirklich guten Freunden würde ich auch keine Probleme erwarten. Wer fragt würde daher wohl auch eine angemessene Antwort erhalten. Grundsätzlich tue ich aber oberflächlich Einiges, um dies gar nicht erst aufkommen zu lassen (aka Peitschen und Spielzeug verstecken wenn Besuch kommt).

      Im Arbeitsumfeld würde ich mich aber nicht outen wollen, das würde bloß Tratscherei geben und sich vielleicht auch auf meine Aussichten auswirken.