Mademoiselle bittet um Hilfe: Wie vertrauen?

      Ich bin kein Schreiberling , Daher komme ich mit meinen Texten in der Regel schnell auf den Punkt.
      Es gibt nichts wertvolleres als Lebenszeit, mir scheint davon stiehlst du dir zur Zeit sehr viel davon durch warten und leiden.


      Sadisten haben Freude am Quälen ( das weis ich aus Erfahrung, ich bin Sadist) doch dazu gehört, das Leid zu verfolgen, es mit zu erleben und nicht nur es zu vermuten oder zu wissen und sich anderweitig zu beschäftigen. Daher schließe Sadismus aus. Die Masochistin liebt es zu leiden, durchaus auch psychisch doch sie erfährt auch Befriedigung dadurch..Du allem Anschein nach nicht.

      Es gibt Menschen die haben Poly-Veranlagungen ( ich schreibe bewusst nicht Neigungen) Diese lassen sich nicht ablegen, sie haben ein Suchtgefüge und ein Versprechen es zu ändern sind unbewusste meist jedoch bewusste Lügen zum Zweck. ( Auch da spreche ich aus Erfahrung) Hier sehe ich deine Ängste und Misstrauen durchaus berechtigt.

      Ich will sein Wort nicht anzweifeln das er es ernst meint mit dir. Doch "Beziehung" auch BDSM -Beziehung ist aus meiner Sicht das bestreben beider oder gar mehrerer Partner das/ die Gegenüber mindestens in seinen/ Ihren Grundbedürfnissen glücklich zu machen, auch dann wenn es mal Arbeit oder Abstriche bedeutet. Ich sehe euch hier nicht kompatibel.

      Einen pauschalen Rat kann ich dir nicht geben, durchaus jedoch solltest du Gewicht auf die Aussagen meiner Vorgänger legen, die da schreiben; Ändere deine Haltung dir und Ihm gegenüber. Vor allem dir Gegenüber. Stelle dir die Frage, was passiert wenn dein Fass leer ist, das du jemanden zur Verfügung stellst, der nur aus dem vollen schöpft ohne es wieder aufzufüllen.. Wie kann es aufgefüllt werden wenn Eimerweise Lebenszeit und Emotionen entnommen werden und nur ab und an ein paar Becher zurückgefüllt werden?

      Verstehe mich bitte nicht falsch es ist keine Schuldzuweisung an deinen Maître. Es ist eine Offerte an dich, zu überlegen was du für dich ändern kannst um dein kostbarstes Gut nicht zu verschleudern. Was du dir Wert sein kannst, selbst etwas aus dem Vollen zu schöpfen auch wenn es vermeintlich wider deiner devoten Natur ist und deine Gefühle im Weg stehen.

      Liebe ist ein Gefühl was in einem selbst ist, man kann es von keinem Gegenüber einfordern. Doch man kann selbst darauf achten nicht an Ihr zu aus zu brennen. Macht ist Manipulation, Ohnmacht jedoch solltest Du im Kontext BDSM bewusst ausleben wollen, nicht ohnmächtig dabei zusehen wie sie dir Lebenszeit stiehlt.

      Ganz zynisch würde ich dir raten, Geh zu deinem Maître und sprich zu Ihm, du würdest gerne in den Kreis seiner EX gehören, damit du den gleichen Wert, die gleiche Zeit, sowie Zuwendung Of und Online zugeteilt bekommst..

      Achja und lies bitte mal selbst was du uns geschrieben hast. Vielleicht versuchst du dir dann mal selbst Rat und Antworten darauf zu geben, wie du sie deiner aller besten Freundin raten würdest.
      Gruß Marquis le deuxième
      Immer bestrebt, auf sehr liebevolle Weise und meine ganz besondere Art böse zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Viva () aus folgendem Grund: Schriftfarbe angepasst

      Liebe @Mademoiselle, wenn die anderen Frauen deinem Maître immer noch so wichtig sind und er ihnen offenbar ebenfalls - warum sind sie dann seine Exen?
      Was für ein Niveau haben Frauen, die zwar offiziell jemandes Ex sind, ihn aber immer noch an sich heranlassen, ohne Rücksicht auf die gegenwärtige Partnerin?
      Was für ein Niveau hat jemand, der sich mit solchen :!: Schimpfwort :!: abgibt?
      Diese Fragen drängen sich mir nach deinem EP auf, denn ebenso wie meine Vorredner finde auch ich das, was du da schreibst, ausgesprochen betrüblich. Bzw. packt mich beim Lesen die kalte Wut.
      Meine Antwort, liebe @Mademoiselle, ist einfach: Du leidest, und diese Art von Leid braucht niemand. Im Gegenteil: Diese Art von Leid kann krank machen, seelisch und schlimmstenfalls auch körperlich.
      Deshalb schließe ich mich @MarquisLeDeuxiemes charmantem Zynismus an -

      MarquisLeDeuxieme schrieb:

      Geh zu deinem Maître und sprich zu Ihm, du würdest gerne in den Kreis seiner EX gehören, damit du den gleichen Wert, die gleiche Zeit, sowie Zuwendung Of und Online zugeteilt bekommst..

      - bzw. setze ich einen drauf: Nimm die nächste "Ex", mit der Maître sich trifft, beiseite und biete ihn ihr zur weiteren ständigen Verwendung an, da er deinen Bedürfnissen nicht genügt.
      Liebe @Mademoiselle,

      ich würde dir raten, einfach bei dir zu bleiben und dir vor Augen zu führen, was du in einer Beziehung/BDSM Beziehung und mit einem Partner für ein Gefühl, für ein Leben führen möchtest und was deine Standards dabei sind.
      Also was sind für dich Modelle, die du leben möchtest, Rahmenbedingungen, die dir wichtig sind, Werte, die du leben möchtest. Womit bist du mental ausgeglichen, womit nicht? Wo sagt dein Bauch/dein Herz "Ja!" und wo "Nein"?

      Bleib dabei ganz bei dir. Was ist DIR wichtig im zwischenmenschlichen Kontakt z.B. auch mit Familie und Freunden. Generell im Zwischenmenschlichen. Sind es Werte wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit etc.?
      Welche Grundbedürfnisse hast du, wenn du dich mit Menschen umgibst und welche für dich selbst?

      Sich diese Fragen ganz für sich allein zu beantworten kann dauern, ist meiner Meinung nach aber ungemein hilfreich, sich seiner selbst in grundlegenden Werten und Bedürfnissen klarer zu werden.
      Danach gehst du "raus in die Welt" und schaust, mit welchen Menschen du diese Werte teilst und/oder leben möchtest.
      Denn mit Menschen, die gleiche Werte haben wie du sie hast lebt es sich leicht, flüssig und geradeaus.
      Da gibt es zwar Unstimmigkeiten, Missverständnisse und respektvoll geführte (wenn auch ab und an emotionale) Konflikte, aber diese grundlegenden Zweifel an der sozialen Beziehung (sei es nun Freundschaft und/oder Partnerschaft) oder gar an dir selbst, kommen kaum auf.

      Ich würde dir raten keine "ich mache mich rar, mal gucken was er macht" Spielchen zu spielen. Das fixiert dich nur noch mehr auf deinen Partner und bringt dich von dir weg. Geh in dich, überlege dir willst du das? Was sind meine Standards? Wie möchte ich Beziehung leben? Und am Ende: passt dieser Mensch dazu? Grundlegende Parameter im Zwischenmenschlichen halte ich fernab aller notwendigen Kompromisse nicht für verhandelbar, BDSM hin oder her.

      Ich sagte mir einmal, dass ich es leid bin in Beziehungen zu erdulden, zu zweifeln und mental zu leiden, sondern dass ich in Beziehungen blühen und mich wohlfühlen möchte.

      Auch wenn es Überwindung kostet, steh bitte für dich und deine Standards und Wertvorstellungen in deiner Beziehung ein und wenn dein Partner dafür kein Verständnis oder Scheinverständnis (sagt A, handelt aber weiter nach B) zeigt, dann nimm allen Mut zusammen und kündige Konsequenzen an. Und zwar Konsequenzen, die du auch wahrlich bereit bist zu ziehen, so schwer es auch sein mag. Stell dir bei allem die Frage "Was möchte ich?". Denn genau die gleichen Fragen, sollte und wird sich dein Partner auch stellen.
      Und wenn du sie beantworten kannst, dann tretet in den Austausch und seht, ob eure Bedürfnisse, Wertvorstellungen und Beziehungsstandards zueinander passen oder nicht.

      Ich wünsche vor allem dir viel Kraft auf diesem Weg.
      Und bleib bei dir!
      “Everything has been figured out, except how to live.” (Jean-Paul Sartre)
      @Mademoiselle

      Mademoiselle schrieb:

      In der Vergangenheit gehörte hierzu auch, mit einer Vielzahl an Frauen zu flirten, sie zu daten, mit ihnen zu schlafen. Obwohl er vor Beginn der Beziehung sehr deutlich gesagt hat, dass für ihn nur Monogamie in Frage kommt, zweifle ich langsam ob ich als eine Frau genug bin
      Ich habe mir deinen Beitrag jetzt noch mal genau durchgelesen.
      Verstehe ich es richtig, ihr habt euch auf eine monogame Beziehung geeinigt.
      Er trifft sich allerdings mit Frauen mit denen er vor eurer Beziehung intim war.
      Deshalb bist du eifersüchtig?


      MarquisLeDeuxieme schrieb:

      Es gibt Menschen die haben Poly-Veranlagungen ( ich schreibe bewusst nicht Neigungen) Diese lassen sich nicht ablegen, sie haben ein Suchtgefüge und ein Versprechen es zu ändern sind unbewusste meist jedoch bewusste Lügen zum Zweck.
      Ich denken nicht das man eine Polyveranlagung als Sucht bezeichnen kann.
      Sicher gibt es Menschen die unter Suxsuxht leiden, dass hat allerdings nichts mit einer Polyveranlagung zu tun.
      Man kann nicht beides in einen Topf schmeissen.


      Landlady_bb schrieb:

      Was für ein Niveau haben Frauen, die zwar offiziell jemandes Ex sind, ihn aber immer noch an sich heranlassen, ohne Rücksicht auf die gegenwärtige Partnerin?
      Was für ein Niveau hat jemand, der sich mit solchen Schimpfwort abgibt?
      Ist das jetzt ernst gemeint?

      Was bitte schön können die Frauen dafür, wenn es in seiner Partnerschaft Probleme gibt? Diese dann auch noch mit "Schimpfwort" zu belegen finde ich überaus spannend.

      Hätte man den ganzen Text gelesen und nicht etwas hineininterpretiert, wäre aufgefallen, dass die Rede von einem Freundeskreis ist.
      Bis jetzt steht gar nicht fest, dass es dort zu irgendwelchen Intimitäten kam.
      Wenn du jemanden verstehen möchtest,
      höre nicht auf seine Worte
      sondern beobachte sein Verhalten.
      Liebe @Mademoiselle,vieles ist hier schon gesagt worden.

      In meinen Augen ist das wichtigste, sich nicht selbst zu verlieren. Du bist in Deiner Art und Deinem Aussehen wunderschön. Denn Schönheit kommt auch von innen. Also mache Dich bitte nicht klein.

      Auch für mich klingt es sehr nach Zuckerbrot und Peitsche und das ist auf Dauer eine Konstellation , die mehr Leid als Freude, Liebe und Wertschätzung fühlen lässt. Du musst für Dich, liebe Mademoiselle, herausfinden, kann ich auf Dauer damit leben oder ist es besser, sich zu trennen? Ich denke eher letzteres rein vom rationellen Standpunkt aus betrachtet. Ich weiß, dass das Herz so ganz eigene Gesetze hat aber es gilt auch sich selbst zu schützen, wenn eine Beziehung toxisch wird und nur auf einseitige Kosten funktioniert. Er hat in Dir jemanden gefunden, zu dem er immer wieder zurück kann, sich seiner sicher sein kann, weil er sich Deiner Liebe sicher ist. In meinen Augen nutzt er dieses Vertrauen aus und das ist alles andere als gut.

      Ich habe Dich hier als jemanden kennengelernt, der sich wunderschön ausdrücken kann und eine schöne Seele hat. Lass nicht zu, dass es zerstört wird und achte auf Dich.

      Pass gut auf Dich auf, Liebes.

      Mademoiselle schrieb:

      Es klingt nun, summa summarum als sei Maître nicht besonders…wohltuend…für mich. Dabei liegt es nicht an ihm. Er ist eigentlich sehr empathisch. Ich denke schon, dass ich ihm wichtig bin.
      @Mademoiselle auch ich lese in deinen Zeilen deinen Schmerz und dein Leid und ich empfinde viel Mitgefühl für dich.

      Für mich ist es der Satz von dir „Dabei liegt es nicht an ihm“, der mich besonders aufhorchen lässt. Denn ich finde, dass es sehr wohl an IHM liegt! Und sein Verhalten ist für mich NICHT empathisch.

      Ich möchte dich nicht verletzen und kann ich auch nur mutmaßen, was in ihm vorgeht, aber meine ehrliche Einschätzung wäre ein wenig anders als die der Vorredner. Ich habe das Gefühl, das sein Interesse an dir zwar vorhanden ist und du ihm auch wichtig bist, aber leider nicht in einem hohen Maß. Auch wenn er mit Worten teils anders kommunziert, so zeichnen seine Handlungen (Ignorieren, andere Frauen) doch ein anderes Bild für mich. Daher würde ich sogar weiter mutmaßen, dass es für ihn noch nicht mal mit dem „Spiel“ von Dominanz/Submission zu tun hat, sondern nur mit dem allgemein geringeren Interesse.

      Mein Bruder hat mir vor Jahren dazu mal einen Spruch mit auf den Weg gegeben, der sich für mich bisher immer bewahrheitet hat ... „Wenn ein Mann interesse hat, dann meldet er sich. Wenn er sich nicht meldet, hat er kein Interesse. So einfach ist das.“ ... wenn auch zuweilen schmerzhaft.

      Auch ich würde dir raten, sofern du es kannst, den Kontakt zu ihm einfach mal einzustellen und abzuwarten, wann, wie und ob er sich meldet. Setz dir selber eine Zeit von z.B. zwei, drei, vier Wochen, so schwer es auch sein mag (ich weiß es aus eigener Erfahrung), in der DU dich nicht meldest, nicht antwortest, nicht reagierst. Manchmal ist der Vorteil von diesem „selbst“ gewählten Abstand auch, dass du Zeit hast, die Beziehung für dich etwas neutraler zu reflektieren.

      Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es sich für dich zum Besseren dreht!
      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es zuweilen.
      - Oscar Wilde -
      Ich habe in deinem Text ein paar mal das Wort Veränderung gelesen im Zusammenhang mit dir und ihm .
      Keine Partnerschaft/Freundschaft kann funktionieren wenn einer oder beide sich erst veränderen müssen damit das zusammen sein funktioniert.
      Man wächst zusammen .
      Gefühle Respekt ist etwas was von beiden Seite kommen muss .
      Und zu guter letzt was nützen die großen Gefühle wenn du nicht glücklich bist .
      Eine Partnerschaft muss einen glücklich machen immer.
      Natürlich gibt es Höhen und Tiefen natürlich treibt er mich manchmal dazu das mir die Haare raufen will :dash:
      Aber trotzdem sind wir immer glücklich den anderen gefunden zu haben :love:
      Träume nicht dein Leben
      Lebe deinen Traum
      Meine liebe @Mademoiselle,
      es bricht mir das Herz Deine Zeilen zu lesen.

      Auf Deinen Maître möchte ich nicht weiter eingehen, denn ihn und seine Beweggründe kenne ich nicht.

      Deine Gefühle und Dein Leid ist mir allerdings nicht fremd und ich habe mich nach einiger Zeit in einer solchen Beziehung nicht wieder erkannt.

      Ich musste lernen, dass in einer Beziehung nicht Worte meine Welt bestimmen dürfen, sondern dass es die Taten sind auf die es ankommt.
      Und dass diese mir ein konstant sicheres und gutes Gefühl geben müssen.
      Dass ich mich nicht mit Brotkrumen zufrieden geben darf.

      Meine (beste) Freundin fand eines Tages den richtigen Zeitpunkt, die richtigen Worte mit der richtigen Vehemenz ausgesprochen. Sie sagte... nein eigentlich „motzte“ sie:
      „Es reicht jetzt! Unternimm etwas! Irgendwas! Wo ist die starke Powefrau die ich kenne? Als so kleines, verhuschtes Etwas kenne ich Dich nicht! Und ich will Dich so nicht weiter erleben!“

      Bei solchen Worten ist man vielleicht zunächst vor den Kopf gestoßen... und es tut weh... es tut noch mehr weh wenn man erkennen muss, wie sehr man sich verbogen hat - und bereit war sich noch weiter zu verbiegen. Es tut weh sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen den geliebten Partner gehen zu lassen.
      Vor allem wenn dieser plötzlich Besserung gelobt (um die man aber ja schon lange und immer wieder gebeten hat).

      Leider bleibt nur eines - sich das Schlimmste vorzustellen: Das Leben ohne den geliebten Menschen. Und diese Trauer... diesen Schmerz... diese Angst... diese Einsamkeit... aushalten.

      Denn es geht nie darum, dass wir einen anderen Menschen so grundlegend(!) verändern, dass er zu uns passt.

      Ich wünsche Dir ganz, ganz, ganz viel Kraft - egal für welchen Weg Du Dich entscheidest.
      Warte nicht auf den perfekten Moment
      sondern nimm den Moment und mach ihn perfekt.
      Ich warne euch vor, das wird leider ein Roman:


      Salut, mes chers!

      Eine kleine Mademoiselle dankt euch von Herzen für eure Perspektiven, eure Einschätzung, eure Worte. Ich habe tatsächlich nicht viel Schlaf gehabt in dieser Nacht und hab mich manches Mal an eure Antworten wie an Strohhalme geklammert.

      Es scheint so rational, was zu tun ist: Geh, kleine Mademoiselle! Es tut zu weh und dir nicht gut. Ja, auch eine Mademoiselle sieht das ein und versteht. Doch was in der Ferne und in Nächten wie diesen so vernünftig erscheint, wirkt auf mich absurd, geradezu lächerlich, wenn ich Maître wieder in Persona sehe oder allein seine Stimme höre. In meinem Kopf ist zu viel Chaos und mein Herz möchte sich nur wie ein verängstigtes Kind in eine Ecke kauern, sich vielleicht unter der Kuscheldecke verstecken.

      Mein Herz sagt die ganze Zeit: Ich liebe ihn doch. Ich liebe ihn doch. Und wenn es noch so weh tut, ich kann ihn nicht verlassen. Gleichzeitig hat es unsägliche Angst vor den Schmerzen, die sich wie Geschwüre in meinem Innersten ausbreiten und tief in mein Gewebe graben, mich verzehren. An dieser Stelle schüttelt eine kleine Mademoiselle das Haupt. Ich begreife es nicht. Vor drei Jahren habe ich ihn zum ersten Mal gesehen, auf den ersten Blick war ich gebannt. Ich war stets fasziniert und gleichzeitig war er unerreichbar, weil er wie ein Geist mal hier auftauchte, mal dort und schlichtweg nicht zu fassen war. Ein Jahr später hat er mich aus dem Nichts heraus angesprochen, ob wir uns nicht einmal treffen wollten. Ich befand mich zu dieser Zeit in der recht ungesunden Beziehung. Platonischen Treffen stimmte ich zu. Es war herrlich. Wir konnten über alles Mögliche reden – beinernste Themen, vollkommen Absurdes, Himmel und Hölle. In meiner Beziehung wurde es schlimmer und ich habe mich letztlich unter einem großen Donnerwetter getrennt. Maître habe ich in dieser Phase nicht gesehen. Ein weiteres Jahr später habe ich ihn zu einem spontanen Kurztipp eingeladen und er hat mich geküsst. Der Kuss fühlte sich an wie Feuer auf meinen Lippen und hat meine gesamte Welt verbrannt in diesem Moment. Es war schönste Funkenpracht. Als ich fragte, warum er das getan hat, hat er gesagt: „Es war voller Kunst“, wir standen in einer Gallerie. Von einer Liebesbekundung ist das weit entfernt…und ich hatte damals schon Angst, weil ich wusste, zu welcher Tiefe meine Gefühle für ihn das Potential hätten. Und trotzdem habe ich mich darauf eingelassen, weil ich dachte, es sei das Risiko wert. Ich kenne keinen anderen wie ihn. Keinen, mit dem solche Gespräche möglich sind, keinen den man zufällig nachts in denselben Gassen beim Spazieren und Grübeln trifft, niemand der sonst Gedichte schreibt wie er, niemand…noch bevor ich ihn richtig kannte und er mich, meldeten mir teils Fremde zurück, wir seien uns charakterlich so unglaublich ähnlich. Ich sei die weibliche Version von ihm und er die männliche Version von mir. Es war wie ein wahrgewordener Traum. Ich bin eine Träumerin. Wie kann ich von meinem Traum ablassen? Wie kann ich denn freiwillig gehen? Auch wenn es weh tut…es gibt doch auch Momente, da fühlt es sich richtig an? Das Herz möchte mir in der Brust zerspringen.
      You think it's just a puppet
      A puppet on a string
      Loyal marionette to your will

      But beware, master, beware!
      The net you weave
      the strings you play
      may play with you as well
      Kommen wir zu meinem Chaos, der zumindest Aussagen hierzu treffen kann, selbst wenn diese nicht immer klar artikuliert sind, geschweige denn einem roten Faden folgen: Ja, Maître trifft sich mit anderen Frauen. Ja, diese Frauen sind ehemalige Freundschaften-Plus, Freundinnen oder Datingpartnerinnen, mit welchen es nicht klappte. Ja, zu manchen dieser Frauen besteht eine Anziehung. Und doch bezeichnet er sie als platonische Freunde. Er sagt, er würde nie untreu sein und war es angeblich auch noch nicht. (Das möchte ich ihm auch eigentlich nicht unterstellen) Ein Teil von mir fragt sich – selbst nach alledem, was ihr geschrieben und ich gelesen habe – reagiere ich vielleicht über? Bin ich zu unsicher, habe ich zu viele Zweifel? Ich bringe diese Muster aus meiner ungesunden Beziehung mit. Ich bin insgesamt ein misstrauisches Individuum, vor allem Männern gegenüber, was maßgeblich auch daran liegt, dass ich einen Vater habe, der noch heute mit den Geschichten prahlt, wie er Frauen die Liebe vorgegaukelt hat, alle so dumm waren es ich abzukaufen und er zeitweise fünf gleichzeitig als „feste Freundinnen“ gehalten hatte. Ja, Maître schafft es nicht unbedingt mir meine Zweifel zu nehmen. Eher im Gegenteil. Aber macht er das tatsächlich bewusst und mit Absicht? Ich möchte das von einem Menschen, den ich so liebe, nicht glauben. Er sagt ja auch Ich will dich. Es ist gut, dass ihr unterschiedlich seid. Ich würde dich um nichts hergeben. Abermals sind es bloß Worte…aber wie soll er diese Worte auch beweisen? In diesem Fall, könnte nicht allein die Zeit sie beweisen? Denn ich denke niemand würde ernstlich verlangen wollen, einem geliebten Menschen seine Freunde zu entziehen, mit welch zweifelhaften Methoden auch immer er sie sich aussucht. Sollte ich in dem Fall nicht vielleicht ein bisschen mehr Vertrauen haben?Er schreibt nicht, ja, erneut, ja. Ist das mangelndes Interesse? Zu flache Gefühle wie @silk_and_desire es vermutet? Diese Gedanken sind mir auch schon so oft gekommen und was man mir auch vorwerfen kann, man kann mich nicht beschuldigen ein Feigling zu sein. Ich nenne das Kind beim Namen: Maître, weshalb schreibst du nicht? Für mich kann das nur bedeuten, dass du dich nicht für mich interessierst. Ist es so? oder Maître, ich will nichts als die Wahrheit, sie steht mir zu: Ich liebe dich aus ganzem Herzen. Was empfindest du für mich? Wie tief sind deine Gefühle?
      E erklärt, dass sein Nichtschreiben nicht mit Desinteresse verknüpft sei. In all den Beziehungen, die er je geführt hat und davon waren ein paar doch recht lange mit vier-fünf Jahren, hat er niemals einer Dame die berühmten drei Worte gesagt. Mir schon. Er hat mich im Arm gehalten, er hat gesagt: Und ich liebe dich auch. Aber ich bin da vorsichtig, ich kann es nicht immer aussprechen oder schreiben. Bitte interpretiere das nicht falsch. Du bist mir sehr wichtig. Erneut könnte man argumentieren: Das sind Worte! Wo bleiben die Taten?
      Und ich sehe das ja ähnlich, ich brauche diese Taten.
      Aber andererseits sind da nun mal diese Worte.
      Soll ich, kann ich annehmen, dass er mich die ganze Zeit nur belügt?
      Aus welchem Grund sollte er das tun?
      Wenn ich @M.J. Craw-Corteaz Bezeichnung benutze: Er hätte doch genug Frauen in seinem Harem. Warum mich bei sich behalten? Ich verstehe das Ganze schlicht und ergreifend nicht.
      Und ich möchte nichts fallen lassen, was mir so wichtig ist, ohne darum gekämpft zu haben.

      Alles, was ich hier schreibe klingt wie eine Gegenrede zu euren Antworten.
      Dabei möchte eine kleine Mademoiselle eure Ratschläge nicht von sich weisen. Ich möchte nur das Chaos aufzeigen, das in mir herrscht. Muss es vielleicht sogar tun. Auch und insbesondere, weil ich verstehen möchte, wie richtig oder falsch meine eigene Einschätzung ist. Ich fürchte, das wird für mich ein längerer Prozess sein.


      Maître sehe ich leider erst am Wochenende wieder. Ich mache so etwas für Gewöhnlich gerne direkt und persönlich aus, was in den letzten Monaten aber kaum möglich war. Eines ist mir aber sicher: Ich werde keine Spielchen spielen. Mag sein, dass willst du gelten, mach dich selten bei einigen von euch Früchte getragen hat – und das freut mich aufrichtig für euch, Mademoiselle ist dankbar für jeden Tipp – aber für mich persönlich ist es nichts. Dabei würde ich mich tatsächlich verbiegen, es entspricht nicht meinem Naturell und ich würde in Summe um einiges mehr leiden. Das möchte ich mir nicht antun. Auch möchte ich nicht das Gefühl haben, meinen Partner durch eine Art Trick an mich zu binden. Darüberhinaus…wenn Mademoiselle etwas sagt oder etwas tut, dann meint sie es immer so. Das bedeutet, wenn sie ankündigt zu gehen, geht sie. Fällt Maître dann erst durch den Verlust auf, dass etwas verschwindet, was ihm doch tatsächlich viel bedeutet hat…dann tut es mir unendlich leid, für uns beide.


      Grüße,

      eine kleine Mademoiselle.
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      Mademoiselle schrieb:

      meldeten mir teils Fremde zurück, wir seien uns charakterlich so unglaublich ähnlich. Ich sei die weibliche Version von ihm und er die männliche Version von mir.
      @Mademoiselle, du reflektierst wundervoll :blumen:

      Ich möchte nur noch etwas zum zitierten Satz sagen; dieser Satz fiel als eure Beziehung begann, würdest du sagen, dass du dich seit damals verändert hast? Sagen es Fremde heute noch?...
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno
      Ich möchte nicht behaupten viele Erfahrung mit gleichartigen Situationen zu haben. Ich bin keins der sich unterwerft und deswegen wäre ich egal wie verliebt ich bin ruck-zuck aus so eine Situation raus. Meine Erfahrungen gehen vor allem aus von Geschwister und Bekannte die da wesentlich mehr Zeit gebraucht haben zu entdecken das der Partner für sie falsch war.

      Ich glaube wie die meiste vor mir das hier das Problem nicht ist das du irgendwie nicht richtig bist für ihm, sondern das Maître für dich komplett falsch ist.

      Sein Verhalten ist wirklich danach das du eine seiner Spielzeuge bist. Nur eine von vielen, die er behält weil er ganz genau durchsehen hat das du dich selbst als un-ausreichend für ihm einstufst, und weiß wie er dir immer wieder dazu bringen kann sein ganze Verhalten als deiner Fehler an zu erkennen. Der hält dich klein.

      Jemanden zu erniedrigen und entwürdigen gegen deren Willen und Wünsche ist keine Akt der Liebe. Diese Spielerei mit dem Unterwerfung, Machtgefälle und Demütigung ist eins für viele ein ganz schönes Spiel wenn das einvernehmlich von Partnern auf Augenhöhe gespielt wird. Wenn das aber von den einen Partner die andere einfach aufgedrängt wird, reden wir nicht mehr von ein Spiel mit Macht und Unterwerfung, sondern von Missbrauch. So wie es du beschreibst, sehe ich es jedenfalls eher so.

      Manche geben Ratschläge wie du versuchen könntest deinem Maître sein Benehmen zu verändern. Ich habe noch nie eine Beziehung gehabt oder gesehen in der das funktioniert hat. Ich glaube eher dass es wird sich nicht viel ändern weil der gibt kein Zeichen sich ändern zu wollen.
      Wenn du dich nicht trennst bleibt es meiner Erfahrung nach wie es ist, vielleicht mit kurze Pausen in dem er versucht dich wieder davon zu überzeugen das er doch wirklich deinen Richtigen ist. z.B. wenn du das Thema anhängig machst. Dann ist er einige Tagen sehr lieb und schreibt dich täglich. Und dann verschwindet die Haltung wieder und ist alles wieder wie es war.
      Egal ob er es will und nicht kann oder nicht will und nur vertäuscht.
      Die einzige Langfristige Änderung an sein Benehmen wovon ich glaube das du die bewirken könntest wäre dann, wo der durchblickt das er dich nicht mehr klein halten kann, und er sich von dich trennt. Und dann glaubst du mit Sicherheit noch lange daran das es irgendwie alles deiner Fehler war und versuchst du vielleicht sogar noch die Beziehung zu retten. Davon wird es dann echt nicht besser, weil dann hat er dich noch starker im Griff.
      A million monkeys typing at random may never yield the works of Shakespeare, but it might explain some of the stuff you see on Facebook these days.
      Nur ein Gedanke ( beim Pakete packen kann man wunderbar denken, die Hände sind beschäftigt.... )

      Ich schrieb mal von dem kleinen Sadisten Biest in mir. Das Tier, was unbedingt hinaus will, was zerstören und verursachen will um sich an dem Leid zu ergötzen.
      Ich liebe meinen Jungen, seit über 13 Jahren, tagein tagaus und ich würde für ihn durch Himmel und Hölle gehen und mit ihm Hand in Hand in den Krieg marschieren- und dennoch ist da das Tier das mir manchmal zuflüstert " Du kennst seine Schwächen, los verletze ihn, nutze es aus . Lass mich den süßen Nektar der Gefühle trinken, lass mich sehen wie sein Blick sich trübt und er traurig wird. "
      In diesen Momenten läuft alles in Zeitlupe und ich habe das Gefühl die Verbindung zwischen uns fast sehen zu können und es ist wie ein Rausch wenn all diese wunderbaren, süß herben Gefühle offensichtlich werden und ich sie mir nehmen kann. Sie als Empath genieße und immer gieriger werde.
      Es erfreut das Tier wenn mein Junge traurig ist. Es erfreut das Tier wenn er mich vermisst, wenn er Angst hat. Selbst wenn ich es nicht sehe ich weiß es. Ich fühle es.
      Und es lässt mich stärker fühlen, lässt mich Lächeln und feuert die Glut an.

      Was ich damit sagen will- auch ein Empath muss nicht immer nett sein. Im Gegenteil, er kann seine Gabe auch auf der dunklen Seite der Macht *gg* einsetzen.
      Deshalb immer schön aufpassen und Leckerlie für die inneren Biester bereit halten ;)
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.
      @Saubi 63:
      Wir sind seit ca. einem dreiviertel Jahr zusammen. Natürlich ändert man sich in dieser Spanne ein bisschen, Maître und Mademoiselle, alle beide. Durch einander haben wir ja viel neues gelernt, neue Erfahrungen gesammelt und selbst davon abgesehen dreht sich die Welt. Im Kern sind wir dennoch recht gleich gelieben, die Veränderungen sind minimal. Er hat sich durch mich an einen eleganteren Kleidungsstil herangewagt und ich habe mich getraut, auch zu meiner etwas unkonventionellen Garderobe zu stehen. In dieser Hinsicht haben wir uns sogar ein Stückchen auf einander zu bewegt.

      Wenn ich nachdenke, ist eine negative Veränderung, die ich verzeichnen kann, das Nachlassen unserer tiefen Gespräche über Himmel und Hölle. Es blüht ab und an noch immer auf, es ist auch nicht selten, aber viel weniger häufig als in der Anfangszeit. Das hat verschiedene Ursachen. Maître erscheint mir manchmal schlichtweg nicht mehr...in der Stimmung dafür zu sein, da ist es ihm zu anstrengend, sich über Derartiges zu unterhalten. Aber dann witzeln wir oder gehen spazieren. Und erst neulich, hat er selbst wieder so eine Frage aufgebracht.

      Vielleicht, was man noch bemerken kann, ist dass es in der Anfangsphase zwischen uns ziemlich stürmisch war. Wir wollten sofort sehr viel - viel im Sinne von, sher viel Zeit miteinander verbringen, viel erkundigen. Zwischen Pflichten und dem "uns sehen", zwischen dem Treffen Anderer und dem "nur wir beide" gab es kein Gleichgewicht. Wir haben die Universität vernachlässigt - in einem erträglichen Maße, aber eben doch weitaus weniger dafür getan als gewöhnlich - und ursächlich dessen, dass wir uns so viel und so häufig getroffen haben, natürlich auch weniger mit unseren Freunden unternommen wie als wir Single waren. Wobei es auch nicht so ist als hätten wir Freunde grob vernachlässigt, es hat eben nur abgenommen. Mittlerweile ist es ein erklärtes Ziel von Maître, hierbei wieder eine Balance herzustellen und ist er insgesamt am Sinnieren, was er wie in seinem Leben möchte und wie gewisse Balancen aussehen soll. (Mehr Einblick in seinen Kopf abgesehen von diesen abstrakten Formulierungen, die ich beinahe wörtlich von ihm übernommen habe, habe ich leider nicht)

      Die letzteren zwei Punkte sind allerdings eher Verhaltensänderungen als charakterliche. Ich würde im Großen und Ganzen konstatieren, dass wir uns noch immer ähnlich sind. Ich bekomme es auch noch zu hören. Wenn ich von ein paar Zweifeln berichte oder erzähle, dass es im Augenblick schwierig für mich ist, dann wiegeln manche in der Hinsicht ab, dass sie sagen er sei vom Gedankengut her "dunkler" als ich. Eine Freundin meinte auch, er sei "distanzierter" im Umgang mit anderen Menschen (in diesem Zug hat sie einmal eine Bindungsproblematik seinerseits proklamiert)...alles in allem zeigen sie sich dann aber überrascht und meinen, sie verstünden nicht, wie es schwierig sein kann, da wir doch "so perfekt zueinander passen".
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      Loyal marionette to your will

      But beware, master, beware!
      The net you weave
      the strings you play
      may play with you as well
      @ducky:
      Du und ein paar der Anderen hier sprechen von Kleinhaltung. Ich habe jetzt ein bisschen über dieses Wort gegrübelt. Ja, meine Zweifel, insbesondere meine Selbstzweifel lassen mich klein fühlen. Unsäglich klein sogar. Und ich fühle mich machtlos, wenn er schreibt, er trifft sich mit besagten Damen. Auch wütet die Angst in mir, in so vielerlei Hinsicht...und ich überlege, was ich tun kann, verändern kann, um diese Gefühle nicht mehr zu haben. Ob ich etwas ändern kann - und damit meine ich im Eigentlichen nicht, mich verbiegen. Bin ich klein gehalten? Ich fühle mich klein, aber ich agiere, so glaube ich, nicht klein. Obwohl ich Angst habe, stelle ich mich jedesmal mit geradem Rücken vor Maître und frage nach der Wahrheit. Obwohl ich mich klein fühle, mache ich mich groß, bemühe mich um einen festen Blick und erzähle ihm von den hässlichen Gefühlen. Und er fragt: Was kann ich tun? Was sollen wir ändern?
      Die Umsetzung der angestrebten Verbesserungen hat bislang nicht geklappt. Aber zumindest hat er mir jedes Mal, wenn es wieder soweit war und ich meine Unischerheiten verbalisiert habe, mir gesagt, dass ich ihm wichtig bin. Dass er mit den anderen nur befreundet sich. Er hat zumindest versucht, die Zweifel und die Angst auf eine Art und Weise von mir zu nehmen. Das klingt für mich nicht nach beabsichtigtem Kleinhalten. :gruebel:


      @M.J. Craw-Corteaz:
      Das, was du beschreibst, klingt interessant. Eine kleine Mademoiselle würd dir jetzt gerne einen Kaffee in die Hand drücken, sich begierig vor dich setzen und sagen: Erzähl mir mehr. Leider muss die Madame Packete packen...vielleicht, wenn du ein bisschen Zeit hast? Ich würde gerne die Mechanismen des kleinen Sadisten Biests verstehen, sofern das möglich ist. Was sind Leckerlies für die inneren Biester? Und wie erfreut sich das Tier daran, wenn der kleine Junge traurig ist? Ich möchte es wirklich gerne begreifen, denn das liegt meinem eigenen Fühlen so fern. Ist mein Partner traurig, spiegle ich das sofort wieder und werde ebenfalls traurig. Ich möchte dann nichts lieber als trösten. In gleichem Maße überträgt sich Unsicherheit. Ich merke unverzüglich, wenn ich Maître verunsichere oder an der Schwelle stehe, ihn eifersüchtig zu machen. Seine Gefühle fange ich auf und will sie sofort zerschlagen, den heiteren Sonnenschein wiederherstellen.


      You think it's just a puppet
      A puppet on a string
      Loyal marionette to your will

      But beware, master, beware!
      The net you weave
      the strings you play
      may play with you as well
      @Mademoiselle du hast geschrieben, dass du sich selber als Misstrauisch siehst.
      Das aus deiner Vergangenheit da bestimmte Strukturen entstanden sind.
      Das ist natürlich etwas an dem man arbeiten kann, vielleicht auch mit professioneller Hilfe.
      Sowas kann eine Partnerschaft belasten und auch den Partner überfordern, gerade die Verlustängste. Evtl weiss er auch nicht wie er damit umgehen soll.
      Da hilft viel reden, versuche ihm ohne Vorwurf zu erklären was in dir vorgeht.
      Daran zu arbeiten kann auch für dich befreiend sein. Vor allem dann wenn du es für dich und dein Wohlergehen tust.
      Du wirst auch klarer auf die Beziehung schauen können, an welchen Punkt die Probleme genau liegen.
      Wenn du jemanden verstehen möchtest,
      höre nicht auf seine Worte
      sondern beobachte sein Verhalten.
      Hallo @Mademoiselle, es wurde schon so vieles gesagt, trotzdem von mir noch einmal der Rat:

      Mademoiselle schrieb:

      Und er fragt: Was kann ich tun? Was sollen wir ändern?
      Was antwortest Du ihm darauf?

      Dass er diese Fragen stellt, sehe ich als gutes Zeichen an, dass er willens ist, Dir da zu helfen. Allerdings ist es an Dir, ihm hierauf auch hilfreiche Antworten geben zu können. Hilfreich ist aber wohl nicht: "triff Dich nicht mit ihnen!". Hilfreich könnte sein: "es würde mir helfen, wenn ich Dich anrufen könnte, während Ihr unterwegs seid." "Es könnte mir helfen, wenn Du mir erzähltest, was Ihr gemeinsam unternehmt." Nur Du kannst wissen, wie er Dich unterstützen kann, damit Du Dich mit der Situation (selbst-) sicherer fühlst. Noch wichtiger finde ich aber, dass Du an Dir selbst arbeitest. Deine Selbstzweifel für Dich in den Griff bekommst. Damit hat der Deine nämlich an sich gar nichts zu tun.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)
      Liebe kleine @Mademoiselle,
      bin lange um deine Worte herumgeschlichen.
      In vielem erkenne ich mein ehemaliges Denken/Fühlen/Sein wieder.

      Ein paar Worte möchte ich dir dalassen.

      Ich denke nicht, dass er dich als Spielzeug sieht, denn ein Spielzeug möchte man ja immer, und öfters.
      Wie du ihn beschreibst, so denke ich einfach, er ist wie er ist.
      Und ich denke auch, dass seine Worte dem entsprechen, was er fühlt.
      Aber er hält nicht fest, intensiviert nichts.
      Du hälst fest und die Intensität deiner Gefühle zu ihm nimmt nicht ab.
      Die Zeit hat dir gezeigt, dass sich nichts ändert, an eurer Konstellation.

      Dein Maître ist so wie er ist.
      Und du bist so wie du bist.
      Eure Vorstellung von Beziehung und auch die Situation im Jetzt ist nicht kompatibel.
      Weil du leidest.
      Und das wird so bleiben, du leidest.
      Es zerfrisst dein Herz.

      Manchmal muss man durch die Hölle gehen - so, wie du jetzt - spüren, wie man in dieser Hölle verbrennt, unter Qualen, um Entscheidungen treffen zu können, die der Verstand nicht treffen kann, bevor auch der, ganz am Schluss...sich aufbäumt, und retten wird, was noch zu retten ist.

      Die Zeit, dein bester Freund, nimm ihren Freundschaftsdienst in Anspruch, die Zeit wird dich begleiten, im worst case bis sich dein Verstand aufbäumt, wenn der Schmerz zu gross wird.
      Vertraue ihr.

      Noch sehe ich, dass es noch nicht so weit ist, jedoch kämpft dein Verstand bereits, dein Leiden, deine Fragen, deine Zweifel, alles dieses wächst.

      Deine Liebe muss nicht sterben, du darfst ihn lieben, nur du bist der Preis dafür.

      Selbst war ich in ähnlicher Situation, und am Ende, als ich nicht mehr konnte, war mein eigener Verstand der Rettungsanker. Aber es war ein langer, schmerzvoller Weg.
      Menschen, die aus Gefühlen gebaut sind, fehlt es oft daran, den momentan „vernünftigsten“ Weg zu beschreiten, mit der Konsequenz, die ganze Palette der Höllenqualen anzunehmen.

      Das ist zugleich unbeschreiblich hart, beeinhaltet aber schon eine Art Seelenreinigung, auf die grausame Art, aber notwendig.

      Liebe ihn, du kannst nicht anders, bis der Schmerz zu gross wird. Dann wirst du wieder beginnen können, wie Phönix...

      Ich hoffe, dich nicht erschreckt zu haben mit meiner Sichtweise auf deine Perspektiven.
      Es spielen zum Teil eigene Erfahrungen mit, wie auch dein Eindruck auf mich.
      "Flectitur obsequio curvatus ab arbore ramus; frangis, si vires experiere tuas."
      Liebe @Madmoiselle,

      Viele meiner Vorredner haben schon sehr ausführlich geantwortet, daher fasse ich mich mal kurz. Ich hoffe es wird Dir dadurch nicht zu direkt. Für mich stellen sich nach dem Lesen Deiner Beiträge drei Fragen:

      Ist Dein Maitre ein Narzist?

      Wie sehr liebst Du Dich selbst?

      Was hat in Eurer Beziehung der eine von dem jeweils anderen?


      Diese Art von Konfrontation hat mir in der Vergangenheit geholfen, wenn ich mich im Gefühlschaos befunden und nicht mehr hinaus gefunden habe.
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne