BDSM-Pärchen überschreitet Grenzen?

      MissQuinn schrieb:

      Jetzt ist aber vorgestern etwas passiert, was mich völlig schockiert hat und sehr wütend macht. Bei einer öffentlichen Veranstaltung, die mit den beiden nicht wirklich etwas zu tun hatte, bei der aber mein kleiner Bruder beteiligt war, hat er sie wohl inmitten der Menschenmenge gewürgt. Im Foyer des Gebäudes, in dem alle Gäste gewartet haben, indem unbeteiligte Leute, Minderjährige und Kinder waren, hat er sie gewürgt. Ich selbst habe es nicht gesehen (sonst hätte ich sie sofort deswegen angemeckert), mein Freund hat mir davon erzählt und gefragt, ob ich das mitbekommen hätte. Sie standen wohl einen Schritt von unserer Gruppe entfernt, seine Hand an ihrer Kehle, ihr Kopf in den Nacken gelegt, die Augen geschlossen und sichtlich genießend.
      Mal im Ernst. Für MICH ist das Hörensagen.
      Wurde WIRKLICH gewürgt, oder war es das Empfinden deines Bruders. Wie alt ist Dieser denn, wenn Du von deinem "kleinen Bruder" sprichst-
      Sicher kann man es als würgen interpretieren und im BDSM-Kontext verstehen. KÖNNTE es aber auch nicht einfach ein spassiges Spiel der Beiden gewesen sein?
      Um dies zu Erfahren, kommst Du nicht umhin, mit den Beiden die Situation zu klären.

      MissQuinn schrieb:

      Ich persönlich finde das ein absolutes No-Go. Er hat ihr letztendlich sexuelle Erregung bereitet und sie hat das ohne Scheu zur Schau gestellt. Es ist nicht das erste Mal, dass von ihr so etwas kommt, aber ansonsten war es immer in einem privaten Rahmen, bei dem keine fremden Menschen dabei waren. Hier habe ich das zum ersten Mal in freier Öffentlichkeit mitbekommen.
      Wenn Du es nicht gesehen hast UND mit beiden kein Gespräch geführt hast, woher weißt Du dann, daß Sie sexuelle Erregung verspürt hat?
      Auch dies ist für mich eine Mutmaßung. Zumal die Beiden ja bisher scheinbar nur im privaten Rahmen "gespielt" haben.

      Solange da kein klärendes Gespräch stattgefunden hat, wäre ICH mit Mutmaßungen und Verurteilungen sehr vorsichtig.

      Gesetzt den Fall, daß es tatsächlich ein Würgen mit BDSM-Hintergrund war, so finde ich es auch nicht gut, so etwas in der Öffentlichkeit bei anwesenden Kindern/Jugendlichen durchzuführen.
      Optimismus ist die Fähigkeit, die Sonne hinter den Wolken zu ahnen. ( Madeleine Robinson)
      Ich empfinde diese Verhalten nicht tolerierbar.
      Da es zum einen in der Öffentlichkeit von allen Seiten einsehbar war und das auch Kinder diese wahrnehmen und sehen konnten. Das geht nicht.
      Das hat nichts mit falscher Moral zu tun, sondern auch gesellschaftlicher Verantwortung.
      Dies wäre so, als wenn ich, meine Sub an das Geländer eines EZ binden und sie auspeitschen würde.

      Für mich NO GO !
      Ich lasse die Situation jetzt bewusst aus, da sie genug diskutiert wird.

      Versetze ich mich in deine Lage, hätte ich dieses Paar schon drauf angesprochen um zu wissen ob es wirklich zu war. Denn vom hören her, kann vieles sein, zumal jeder eine andere Auffassung hat.
      Ich bin aber eher der direkte Mensch, was sowas angeht .
      Allein die Achtung voreinander , bestimmt den Umgang miteinander ..

      DER_Anxo schrieb:

      Mal im Ernst. Für MICH ist das Hörensagen.Wurde WIRKLICH gewürgt, oder war es das Empfinden deines Bruders. Wie alt ist Dieser denn, wenn Du von deinem "kleinen Bruder" sprichst-
      Sicher kann man es als würgen interpretieren und im BDSM-Kontext verstehen. KÖNNTE es aber auch nicht einfach ein spassiges Spiel der Beiden gewesen sein?
      Um dies zu Erfahren, kommst Du nicht umhin, mit den Beiden die Situation zu klären.
      Wenn Du es nicht gesehen hast UND mit beiden kein Gespräch geführt hast, woher weißt Du dann, daß Sie sexuelle Erregung verspürt hat?Auch dies ist für mich eine Mutmaßung. Zumal die Beiden ja bisher scheinbar nur im privaten Rahmen "gespielt" haben.

      Solange da kein klärendes Gespräch stattgefunden hat, wäre ICH mit Mutmaßungen und Verurteilungen sehr vorsichtig.

      Gesetzt den Fall, daß es tatsächlich ein Würgen mit BDSM-Hintergrund war, so finde ich es auch nicht gut, so etwas in der Öffentlichkeit bei anwesenden Kindern/Jugendlichen durchzuführen.
      Es geht doch gerade um die Außenwirkung! Ob sie dabei erregt war oder nicht, ist doch gerade egal, wenn es darum geht, ob außenstehende Beobachter verstört reagieren könnten.

      Ich bin definitiv auch dafür, die Faktenlage zu klären, bevor man jemandem etwas vorwirft. Aber was werfe ich hier dem Pärchen vor? Dass sie erregt war? Nein. Dass sie BDSM betrieben haben? Nein. Ich werfe ihnen vor, dass sie sich so verhalten haben, dass es für Außenstehende wie öffentliches Würgen aussah. Diese Faktenlage ist klar.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      Dominantseptakkord schrieb:

      DER_Anxo schrieb:

      Mal im Ernst. Für MICH ist das Hörensagen.Wurde WIRKLICH gewürgt, oder war es das Empfinden deines Bruders. Wie alt ist Dieser denn, wenn Du von deinem "kleinen Bruder" sprichst-
      Sicher kann man es als würgen interpretieren und im BDSM-Kontext verstehen. KÖNNTE es aber auch nicht einfach ein spassiges Spiel der Beiden gewesen sein?
      Um dies zu Erfahren, kommst Du nicht umhin, mit den Beiden die Situation zu klären.
      Wenn Du es nicht gesehen hast UND mit beiden kein Gespräch geführt hast, woher weißt Du dann, daß Sie sexuelle Erregung verspürt hat?Auch dies ist für mich eine Mutmaßung. Zumal die Beiden ja bisher scheinbar nur im privaten Rahmen "gespielt" haben.

      Solange da kein klärendes Gespräch stattgefunden hat, wäre ICH mit Mutmaßungen und Verurteilungen sehr vorsichtig.

      Gesetzt den Fall, daß es tatsächlich ein Würgen mit BDSM-Hintergrund war, so finde ich es auch nicht gut, so etwas in der Öffentlichkeit bei anwesenden Kindern/Jugendlichen durchzuführen.
      Es geht doch gerade um die Außenwirkung! Ob sie dabei erregt war oder nicht, ist doch gerade egal, wenn es darum geht, ob außenstehende Beobachter verstört reagieren könnten.
      Ich bin definitiv auch dafür, die Faktenlage zu klären, bevor man jemandem etwas vorwirft. Aber was werfe ich hier dem Pärchen vor? Dass sie erregt war? Nein. Dass sie BDSM betrieben haben? Nein. Ich werfe ihnen vor, dass sie sich so verhalten haben, dass es für Außenstehende wie öffentliches Würgen aussah. Diese Faktenlage ist klar.
      Welche Faktenlage ist klar ?( :gruebel:


      DIE Faktenlage beruht auf einer Erzählung an die Threaderstellerin durch einen Freund. Sie hat dieses absolut verwerfliche Ereignis nicht mit eigenen Augen gesehen und hat infolge des vorhergehenden Verhaltens des besagten Pärchens etwas geschlussfolgert!


      Also nochmal....Welche Faktenlage? ?( :facepalm:


      Was ist an dem Verhalten so verabscheuungswürdig um ein Fass aufzumachen und so diffamierend über das Pärchen zu urteilen?

      Wenn man es Eng sehen will würge ich MEINE auch in der Öffentlichkeit indem ich ihr von hinten wenn ich meinen Arm um den Hals lege und sie feste an mich ziehe. Ich habe sie sozusagen im Schwitzkasten und wenn ich will nehme ich ihr ganz schnell die Luft und habe sie unter Kontrolle.

      Warum mache ich das?

      Weil ich es kann und weil es für ein tiefes nach außen sichtbares Zeichen der Zusammengehörigkeit ist. Sie lässt es zu und signalisiert mir damit das sie meins ist (indem sie es zulässt) und ich zeige ihr das sie zu mir gehört, also meins ist, sowie das sie unter meinem Schutz steht. Nicht mehr und nicht weniger und komischerweise habe ich dieses Verhalten schon bei sehr vielen Paaren gesehen die mit BDSM überhaupt nichts am Hut haben.

      Gut jetzt kann man sagen….Da ist ja nicht die Hand an der Kehle uns sie legt ihren Kopf nicht in den Nacken….aber hat jemand den Griff genau gesehen? Ich kann doch auf mehrere Arten an die Kehle packen. Ich kann ihr fest an die kehle packen und zudrücken. Ich kann sehr weit oben anpacken und die Hand locker lassen und ihr trotzdem dem Atem nehmen wenn ich mit meinem Handballen auf ihren Hals drücke was so schnell keiner bemerkt genauso wie sie locker lassen kann und ihre Wange streicheln kann. Es kann so vieles sein was ein Griff an die Kehle ausdrücken kann und nochmal es war keiner der hier anwesenden dabei und hat es selber gesehen.



      Vielleicht solltet ihr aber auch mal hinterfragen was die Geste des Kehle darbieten aussagt! Vorallem siejenigen unter uns deren Wunsch es ist DS zu leben/erleben! :coffee:


      :old:
      :empathy: für alle die sich von mir auf den schlips getreten fühlen :kopfnuss:


      :engel:
      Was wir wissen ist:

      MissQuinn schrieb:

      Im Foyer des Gebäudes, in dem alle Gäste gewartet haben, indem unbeteiligte Leute, Minderjährige und Kinder waren, hat er sie gewürgt. Ich selbst habe es nicht gesehen (sonst hätte ich sie sofort deswegen angemeckert), mein Freund hat mir davon erzählt und gefragt, ob ich das mitbekommen hätte. Sie standen wohl einen Schritt von unserer Gruppe entfernt, seine Hand an ihrer Kehle, ihr Kopf in den Nacken gelegt, die Augen geschlossen und sichtlich genießend.
      Ich sehe keinen Grund warum der Freund sie anlügen sollte, zumal es ja noch eine Hintergrundgeschichte dazu gibt, die ein kohärentes Bild für mich erzeugt... Wenn der Freund als BDSMler schon ein Würgen sieht und sich mit der Thematik wohl auskennt, wie wirkt es dann wohl auf Kinder die den Kontext nicht haben... Für mich ist die Diskussionsgrundlage das dargestellte Verhalten... und das geht für mich gar nicht und ich habe selbst schon Atemreduktion an öffentlichen Orten betrieben, wo nicht ausschließlich BDSMler waren, aber eben ausschließlich erwachsene Menschen, die für einen offenen und liberalen Umgang mit dem ein oder anderen Kink stehen.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      realGabe schrieb:

      Welche Faktenlage ist klar ?( :gruebel:

      Dominantseptakkord schrieb:

      dass es für Außenstehende wie öffentliches Würgen aussah.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Hallo MissQuinn,
      Wenn die Situation so war, wie sie dir berichtet wurde, gebe ich dir Recht... NoGo....

      Aber Achtung!
      Du beschreibst vorher, dass dir das Paar schon davor durch ihre distanzlose Art negativ aufgefallen ist. Da kann uns unsere Wahrnehmung mal gerne einen Streich spielen, und wir sehen relativ harmlose Dinge plötzlich mit anderen Augen. Weil wir auch momentan nichts Anderes erwarten.
      Geht mir auch manchmal so.

      Also bleibt dir mMn nichts anderes übrig, als das Gespräch zu suchen. Zum einen um den Sachverhalt zu klären, auch wenn oder grade weil dein Freund als Quelle für dich glaubwürdig ist. Und weil du sagst, dass dir etwas an den beiden liegt, zum Anderen um das Paar darauf hinweisen zu können, dass anscheinend harmlose Dinge, im falschen Licht gesehen, ganz anders Wahrgenommen werden können. Auch wenn sie in ganz anderer Intention geschehen sind.

      Liebe Grüße! jg72

      MissQuinn schrieb:

      [...] hat er sie wohl inmitten der Menschenmenge gewürgt.[...]



      Im Foyer des Gebäudes, [...] hat er sie gewürgt.





      [...] seine Hand an ihrer Kehle, ihr Kopf in den Nacken gelegt, die Augen geschlossen und sichtlich genießend.
      Zwischen diesen drei Aussagen gibt es gewaltige Unterschiede:

      1. "Er hat sie wohl gewürgt" ist eine Aussage vom Hörensagen. Der Sprecher hat es selbst nicht mitbekommen und gibt etwas wieder, was ihm zugetragen wurde. Den Wharheitsgehalt kann man nicht beurteilen.


      2. Ist eine Tatsachenfeststellung. Keine Behauptung, keine Mutmaßung, sondern eine Feststellung. Sollte dies so in der Öffentlichkeit vor Kindern stattgefunden haben, ist dies objektiv nicht von Gewalt zu unterscheiden und geht daher meiner Meinung nach gar nicht.

      3. schildert ebenfalls eine Tatsache, jedoch wird hier die Aktion näher beschrieben und das Wort "würgen" wird erstaunlicherweise nicht benutzt. Auch kein Synonym, wie zudrücken, Luft nehmen o. ä. Es wird nur gesagt, dass er seine Hand an ihrer Kehle hatte und sie den Kopf in den Nacken legte und dies mit geschlossenen Augen genoss. Dies schildert meiner Meinung nach keine Situation, die man mit Gewalt verwechseln könnte. Ganz im Gegenteil, es ist eine sehr innige und liebevolle Handlung. Auch einem Kind traue ich durchaus zu dies zu erkennen. Gerade Kinder sind da sehr feinfühlig.
      Dieses Verhalten finde ich auch in der Öffentlichkeit in Ordnung.


      Von uns war keiner dabei. Die TE selbst hat die Situation auch nicht mitbekommen und schildert die gleiche Situation auf drei verschiedene Arten. Eine Meinung zu bilden ist da sehr schwierig.

      Da das Verhalten aber offenbar in deinen Augen, liebe @MissQuinn und denen deines Partners nicht in Ordnung war solltet ihr überlegen, ob ihr es ansprechen wollt, auch auf die Gefahr hin, dass ihr euch mit euren Freunden streitet. Oder ihr sprecht es eben nicht an und müsst damit leben, dass sich dieses Verhalten wiederholen kann.


      Tipps, wie man ein solches Gespräch führen kann, habe ich leider nicht wirklich. Dazu müsste ich euch und das Pärchen kennen. Grundsätzlich würde ich aber sagen, bleibt sachlich, greift die beiden nicht auf der persönlichen Ebene an. Und denkt an das, was man un den Retorik-kursen lernt: Sender-Empfänger, vier Seiten einer Nachricht, ich-Botschaften und das ganze Zeugs (kann man auch ganz gut googeln......)
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Ich muss gestehen, dass ich hier einige Aussagen und Ratschläge etwas befremdlich finde... :huh:

      Bin ich mit einer Person oder einem Pärchen befreundet, und bekäme mit, dass mir eine andere Person eine Situation schildert, wie im EP beschrieben, dann spreche ich meine Freunde darauf an. Weshalb denn auch nicht? Mit meinen Freunden kann ich reden, auch dann, wenn es um Hörensagen geht. Man erzählt, was zugetragen wurde, und fragt, ob da was dran ist. Man kann sich dann darüber austauschen, kann die eigene Meinung dazu kund tun, und lernt deren Ansicht dazu kennen. Für mich ist es nicht vorrangig, hier auf einen Nenner zu kommen. Ich möchte nur verstehen, was sie bewogen hat und wie sie dazu stehen. Und, vom EP ausgehend, ich möchte mein Missfallen für eine solche Aktion ausdrücken, wenn es denn dann tatsächlich so war.
      Mitnichten stelle ich aufgrund einer vielleicht kontroversen Einstellung, Ansicht, Verhaltensweise gleich die Freundschaft in Frage! Ich muss nicht alles gut finden, was Freunde von mir veranstalten. Aus solchen Situationen, die mir gegen den Strich gehen, kann ich mich rausziehen, das ist mein gutes Recht. Aber solange mir etwas an diesen Menschen liegt, kündige ich ihnen deshalb nicht die Freundschaft.
      Liegt mir nicht viel oder gar nichts an der Freundschaft, würde ich trotzdem das Gespräch suchen, und dann dieser Freundschaft, die ja schon vorher keine mehr war, den Rücken kehren.
      My 2 cents zum Zwischenmenschlichen.

      Die geschilderte Situation... Schwierig. Keiner von uns hat gesehen, wie es tatsächlich war, wie es auf das Umfeld gewirkt hat, wie die Reaktionen waren.
      Die Hand an der Kehle des Partners wirkt nicht zwangsläufig verstörend, solange der Gesamteindruck des Paares ein harmonischer und friedlicher ist. Hat sie gelächelt? Hat sie nach aussen offensichtlich diese Geste genossen? Wirkte sie, als fühlte sie sich wohl? Hat sie nach Luft geschnappt? War ihr Gesichtsausdruck angestrengt? Hatte sie ihr Hände an den Händen des Partners, als würde sie sich wehren? All sowas beeinflusst die Aussenwirkung sehr. Es kann eine liebevolle intime Geste gewesen sein, wie beispielsweise auch der von @realGabe geschilderte Schwitzkasten, oder aber tatsächlich eine krasse Konfrontation mit einem Atemreduktionsspiel. Hier gehe ich aber davon aus, dass es dann deutliche Reaktionen im Umfeld hervorgerufen hätte. Hiervon wird im EP nichts berichtet.

      Grundsätzlich finde ich es ein No Go, Aussenstehende zwangsweise mit Spielereien zu konfrontieren, erst recht, wenn Kinder dabei sind.
      Bezüglich der geschilderten Situation im EP ist mir aber nicht wirklich klar, ob es das tatsächlich war.

      Wir haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
      ~ Mario de Andrade :coffee:
      Wir wissen, von einer Hand an eineem Hals und einem in den Nacken gelegten Kopf mit geschlossenen Augen.

      Wir wissen, dass dies vom Freund der Threaderstellerin als Würgen im Sinne einer BDSM-Praktik in der Öffentlichkeit wahregnommen wurde.

      Wir wissen, dass es sich bei der Threadertsellerin um jemanden handelt, der selbst im Bereich BDSM aktiv ist (....Da ich selbst eine Sub bin....)

      Wir wissen, dass Kinder und Minderjährige anwesend waren.

      Wir wissen, dass die Threaderstellerin vom offenherzigen Umgang des Pärchens mit dessen Sexualität bereits seit längerer Zeit genervt ist.

      Soweit erstmal zur Faktenlage. Um diese nun sinnvoll zu interpretieren, kommt man wohl tatsächlich nicht ohne die ein oder andere Unterstellung aus. Daher, liebe Dislikende (Ist das gendergerecht so richtig?) fange ich jetzt - und erst jetzt, s.o. - mit den Unterstellungen an:

      Ich unterstelle, dass der Zeuge aufgrund seiner Beziehung mit der Threaderstellerin mit dem Würgen im BDSM-Kontext zumindest theoretisch vertraut ist.

      Ich unterstelle, dass der Zeuge aufgrund seiner Beziehung mit der Threaderstellerin für den offenherzigen Umgang des Pärchens mit BDSM sensibilisiert ist.

      Ich unterstelle, dass die Kinder und Minderjährigen mit BDSM nicht vertraut sind.

      Was die fragliche Situation im Foyer angeht, halte ich die folgende Fragestellung für wichtig: Ist davon auszugehen, dass die Kinder und Minderjährigen den Vorfall als Akt der Gewalt wahrgenommen haben? Wenn dem so ist, So könnte man hier tatsächlich von einer Grenzüberschreitung ausgehen.

      Die Kinder haben lediglich sehen können, wie er ihr eine Hand an die Kehle legt und Sie den Kopf mit geschlossenen Augen zurücklegt. Aufgrund der Interpretation ihrer Reaktion durch den Zeugen ("sichtlich genießend") hat sie auf das legen der Hand an die Kehle wohl jedenfalls eine Reaktion gezeigt, die außerhalb des BDSM nicht als eine typische Reaktion auf einen gewaltsames Würgen zu erwarten wäre. Ein Kind hätte daher mangels BDSM-Kenntnis (frühreife Minderjährige lasse ich mal außen vor) wohl aus der von außen wahrnehmbaren Situation nicht die gleichen Schlüsse gezogen wie der Zeuge und später die Threaderstellerin. Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass ein Kind das objektiv beobachtbare Verhalten gar nicht eingeordnet hätte. Wahrscheinlich auch einfach deswegen, weil es sich für eine derartige Situation überhaupt nicht interessieren würde. Ein Mann hat eine Frau am Hals berührt und sie hat den Kopf zurückgelegt und die Augen geschlossen - Aus Sicht eines Kindes, insbesondere auf einer Veranstaltung, bei der es ohnehin mit Reizen überflutet wird, wohl alles andere als ein spannender Vorgang. Von daher gehe ich aus, dass ein Kind, so es die Situation überhaupt bewusst wahrgenommen hätte, das ganze wohl schlicht ignoriert hätte. :pardon:

      Natürlich würde sich das anders darstellen, wenn die obigen Fakten anders lägen (Abwehrreaktion/Tränen/Schreie/offenstichtliches gewltsames festhalten der Frau im Würgegriff etc.). DANN würde ich das wohl auch anders sehen.

      Und was den grundsätzlichen Umgang mit nervenden Menschen angeht, denn dies scheint mir das primäre Anliegen der Threaderstellerin zu sein: Klare Worte führen oft zu klaren Verhältnissen.
      Whatever...

      Was mir im Beitrag der Erstellerin auffällt, ist dass sie nicht viel in der Gegenwartsform in dieser Freundschaft schreibt, sondern eher in der Vergangenheitsform. Für mich ein Indiz, dass man eigentlich für sich selbst schon die richtigen Schlüsse gezogen hat, die Gewohnheit es aber noch nicht zulässt / zugelassen hat, den Schlussstrich zu ziehen.

      Von mir ausgehend... meine freundschaftlichen und intimen (en detail) Interaktionen mit anderen Menschen trage ich für gewöhnlich nicht in Foren und stelle sie bei Unbekannten zur Diskussion. Das passiert eigentlich erst, wenn ich mir nicht mehr sicher bin, ob diese Interaktionen mit diesen anderen Menschen noch den Status des "Vertrauenswürdig" haben. Ich denke mir nämlich immer, dass die szenelastige Forenwelt enorm klein ist, und Menschen darin sind, die ggf. Rückschlüsse auf die von mir berichteten Personen ziehen können, da sie diese ja durchaus kennen können. Und in einer intakten Interaktion brauche ich es nicht zwingend, dass von außen jemand kommt, und meinen Interaktionspartner auf von mir Geschriebenes anspricht.

      Was ich damit sagen möchte @MissQuinn : Geh in dich, frag dich, was dich an dieser Freundschaft noch hält, ob diese Freundschaft es noch wert ist, als solche Bezeichnet zu werden, oder ob es - insbesondere aufgrund der Vorfälle davor - nicht Sinn macht, loszulassen.

      Edit: zur geschilderten Szene kann ich nichts sagen, ich war nicht dabei. Allerdings wo Kinder und Minderjährige etwas mitbekommen, sollte auf Spielen gleich welcher Form verzichtet werden. Allerdings wurde ich auch schon mal mit Hand an der Kehle in der Öffentlichkeit geküsst, ich glaube jetzt nicht, dass es für Außenstehende wirklich als Missbrauch wirkte.
      Viele Grüße
      safine
      Wow, vielen Danke für die vielen interessanten Antworten und die konstruktive Kritik!

      Ihr habt alle irgendwo etwas Wahres ausgesprochen und mich sehr zum nachdenken angeregt. Als erstes habt ihr Recht damit, dass ich die Situation aus zweiter Hand geschildert habe. Ich habe gestern nochmal mit meinem Freund lange darüber geredet und ihn mir nochmal genau schildern lassen, was er gesehen hat. Er ist sitzt gerade bei mir und die folgende Schilderung ist von ihm bestätigt: Seine Hand lag vorne auf ihrer Kehle, nicht seitlich, als würde er sie liebkosen und nicht im Nacken. Er hat definitv zugedrückt. Sie hatte den Kopf nach hinten gelehnt und die Augen geschlossen. Sein Blick war ernst. Sie hatte ihre Hände nicht an ihm oder an seiner Hand, sie hat sich also nicht offensichtlich gewehrt. Der Moment dauerte einige Sekunden, bis mein Freund sich weg gedreht hat, weil ihm die Situtation unagenehm war und überfordert hat.

      Ihr habt Recht damit, dass er sich mit BDSM auskennt und aufgrund dessen dieses Verhalten als ein sexuelles Spiel verstanden hat. Jedoch kann ich mir nicht vorstellen, wie die Situation von außen betrachtet nicht seltsam oder gar beängstigend wirken kann. Ob andere es auch so verstanden hätten, dass sie daran sexuelle Erregung empfindet, kann ich nicht sagen. Wir beide wissen, dass dem so war, aber wir kennen sie auch gut und verstehen ihr Verhalten. Für andere mag das anders gewirkt haben, ich habe leider (oder zum Glück?) von niemandem sonst mitbekommen, dass er es gesehen hätte.

      Ihr habt ebenfalls Recht damit, dass ich allgemein mit der Situation frustriert bin. Auch das war gestern ein langes Thema zwischen meinem Freund und mir. Wir sind beide unzufrieden damit, wie die Freundschaft sich in letzter Zeit entwickelt hat und fühlen uns von dem Paar ignoriert und vernachlässigt. Seitdem sie offiziell zusammen sind, sind beide sehr stark aufeinander fixiert und sind jederzeit beeinander. Auch wenn ich mich sehr freue, dass sie in dem anderen ein tollen Partner gefunden haben, so wünsche ich mir insgeheim die Zeiten zurück, in denen ich auch mal beide einzeln vor mir haben konnte. Habe ich ein Anrecht auf ihre Zeit? Nein. Habe ich das Recht dazu, sie deswegen zu verurteilen? Nein. Habe ich das Recht mich deswegen gekränkt zu fühlen? Ja.

      Die wohl wichtigste Frage, die gestellt wurde, war für mich die, warum ich mich überhaupt an dieses Forum gewendet habe. Warum einen öffentlichen Beitrag in einem BDSM-Forum erstellen und von fremden Menschen ohne Gesicht die Meinung einholen? Dafür gibt es zwei Gründe: der erste ist, dass ich verwirrt war. Das Paar ist wesentlich erfahrener im Bereich BDSM, als ich und ich wollte mir nicht selbst oder von ihnen einreden lassen, dass das schon so okay sei und ich mich nicht so anstellen solle. Der zweite Grund ist, dass ich Angst habe und eine Tritt in den Hintern gebraucht habe. Ein klärendes Gespräch zur ganzen Situation ist lange überfällig und die Geschehnisse am Wochenende waren der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebrach hat. Manchmal muss man seine Gedanken erstmal niederschreiben und manchmal muss man die Meinungen anderer hören, um zu wissen, was man eigentlich die ganze Zeit schon wusste: mit diesen beiden Menschen, so, wie sie sich jetzt gerade benehmen, will ich nichts zu tun haben. Ich habe Angst vor einem Gespräch, weil ich die Freunde, die mir etwas bedeuten, nicht verlieren will. Aber da steckt viel angestaute Frustration in mir drin und meinem Freund geht es da auch nicht anders, also muss jetzt was passieren. Wenn es passt, dann reden wir beide noch diese Woche mit ihnen.

      Für mich persönlich geht es jetzt um zwei Dinge: die Freundschaft retten und verhindern, dass so eine Szene wie am Wochenende nochmal passiert. Letztendlich kann es von außen ausgesehen haben, wie es will, ich weiß, dass es für beide ein sexuelles Spiel war. Selbst, wenn es dieses Mal harmlos ausgesehen haben könnte, ich will nicht, dass es ein nächstes Mal gibt, bei dem es anders wirkt. Beide sind momentan zu verblendet, um die Gefahren ihres Verhaltens zu erkennen, da sie vom anderen nur positive Bestätigung erhalten und ich fühle mich dafür verantwortlich sie darauf aufmerksam zu machen, was ihr Verhalten für andere bedeuten kann. An dieser Stelle danke ich euch allen, dass ihr mir geholfen habt die Situation auf unterschiedliche Art und Weise zu betrachten und abzuwägen, wie schwerwiegend das ganze war. Dieses Mal war es vielleicht nicht so dramatisch, aber nächste Mal könnte anders aussehen.

      Eine Aussprache wird kommen und wir werden sehen, was sie so bringt. Hoffentlich melde ich mich bald mit der Aussage zurück, dass jetzt alles wieder Friede-Freude-Eierkuchen ist und wir alle freudig auf einer Wiese hüpfen... oder so.


      ...und so enwickelte sich ein Beitrag zu sexuellen Spielen in der Öffentlichkeit zu einer Meta-Analyse meiner Freundschaftsbeziehung! Danke, dass ihr meinen Kummerkasten und meinen Therapeuten gespielt habt ^^

      MissQuinn schrieb:


      ... in dem alle Gäste gewartet haben, indem unbeteiligte Leute, Minderjährige und Kinder waren, hat er sie gewürgt.

      Liebe MissQuinn / Harley

      mit Entsetzen habe ich Deinen Beitrag gelesen. Mit Entsetzen deshalb, weil ich das Verhalten des Paares als absolut unangemessen, respektlos, unverantwortlich und imageschädigend für alle BDSMler sehe!

      Punkt 1: "indem unbeteiligte Leute, Minderjährige und Kinder waren, hat er sie gewürgt". Kinder können den Eindruck gewinnen, Gewalt sei in Ordnung. (Wie sollen gerade Kinder erkennen, dass es hier nicht um Gewalt geht?)

      Punkt 2: So ein Verhalten in der Öffentlichkeit stellt BDSMler in die "Schmuddelecke" und schadet uns im Bereich der wohlwollenden Akzeptanz Andersdenkenden / Andersfühlender

      Kopfschüttelnd….

      Überdenke, was Dir die Freundschaft bedeutet und wäge dann Konsequenzen ab.

      Meine persönliche Meinung ist, dass mir solche Menschen nicht gut tun.

      Aber das musst Du für Dich selber entscheiden

      Immer noch Kopfschüttelnd

      DominusBremen
      Was ich mich frage ist öffentlich ist nicht gleich öffentlich .
      War es in einer Menschenmenge oder gut gefüllte Raum . Oder aber haben die beiden sich zurückgezogen in an stillen einsamen Ort ?
      Ist für mich ein Unterschied.
      Und ganz ehrlich für mich lisst es sich etwas danach du suchst das Haar in der Suppe damit du endlich deinen Unmut los werden kannst .
      Wir sind auch immer Herr und Sklavin und versuchen natürlich in der Öffentlichkeit es nicht zu zeigen aber es ist so in uns drin das es einfach schon mal durch blitzt .
      Träume nicht dein Leben
      Lebe deinen Traum
      @SklavinPrinzessin ich muss dir recht geben , das das Haar in der Suppe betrifft.
      Denn auch für mich liest es sich so.
      Der alten Zeiten wegen wird wehmütig zurückgeschaut.

      @MissQuinn ich kann dir nur einen Rat ans Herz legen, nämlich den, mit deinen Freunden zu Reden.
      Das aber dann über alles.
      Darüber, dass du dich ausgeschlossen fühlst ,dass du die gemeinsame Zeit vermisst usw und natürlich auch darüber, was wohl passiert ist auf dieser Veranstaltung .
      Die Kommunikation fände ich in diesem Falle sehr wichtig, bevor du dich einfach von deinen Freunden wortlos distanziert.
      Allein die Achtung voreinander , bestimmt den Umgang miteinander ..
      @MissQuinn auch deine letzte Schilderung hört sich für mich nicht nach würgen an.
      Es ist die Schilderung von wenigen Sekunden, andere scheinen daran keinen Anstoß genommen zu haben.
      Aber unabhängig davon, es ist eigentlich auch vollkommen egal, wie die Meinung andere die nicht dabei waren ist.

      Denn du musst doch mit deinen Freunden klar kommen und das scheint schon länger nicht mehr so zu sein.
      Die Beiden gehen sehr offen mit ihrer Neigung um, euch ist das to much.
      Das ist das eigentlich Problem und da hilft wohl nur miteinander reden.
      Dann schauen ob man eine Lösung finden kann.
      Wenn du jemanden verstehen möchtest,
      höre nicht auf seine Worte
      sondern beobachte sein Verhalten.

      SklavinPrinzessin schrieb:


      Wir sind auch immer Herr und Sklavin und versuchen natürlich in der Öffentlichkeit es nicht zu zeigen aber es ist so in uns drin das es einfach schon mal durch blitzt .
      Hallo SklavinPrinzessin

      > aber es ist so in uns drin das es einfach schon mal durch blitzt
      und genau DAS, dass es mal durchblitzt und sich andere in der Öffentlichkeit gestört fühlen könnten, darf / sollte nicht passieren.

      Liebe Grüße

      DominusBremen
      naja ... als ich noch mit meiner Exfrau zusammen war, da fühlten sich auch sehr viele Menschen davon gestört und haben es deutlich gezeigt, wenn wir händchenhaltend oder küssend in der Öffentlichkeit unterwegs waren.

      Nur weil sich jemand gestört fühlt heisst es nicht,dass man es zu unterlassen hat. Da muss man schon differnzieren, ob es verstörend sein kann. Weil ,bleiben wir bei dem Beispiel von echt aussehenden Würgen, das von Aussenstehenden als Gewalt wahrgenommen werden kann. Aber es gibt noch tausend andere Varianten,die ok sind in meinen Augen.
      @DominusBremen

      Ich verstehe was du meinst, finde das aber nun etwas zu pauschal. Es gibt viele Arten beziehungsintern zu zeigen, dass da ein Machtgefälle vorliegt.

      Sub geht hinter Dom, Dom hat die Hand beim Händchenhalten immer vorn, Dom isst und trinkt zuerst, Dom greift Sub in den Nacken (das geht auch so, dass es nicht nach Gewalt sondern sehr liebevoll aussieht und lange Haare können da viel verdecken), usw...

      Problematisch wird es doch erst dort, wo BDSM zum Beispiel mit Gewalt verwechselt werden kann. Zum Beispiel wenn es nach Würgen aussieht, eine Ohrfeige ausgeteilt wird, usw...

      Ich mag Spiele in der Öffentlichkeit, aber achte eben darauf, wie die Außenwirkung ist und um welchen Ort mit welchem Publikum es sich handelt.

      Edit: war @Viva wohl ne Minute schneller :D
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff