1.12. –♥– Das Adventskalenderexperiment

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      1.12. –♥– Das Adventskalenderexperiment

      .♥.— 1. Dezember —.♥.

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      Das Adventskalenderexperiment

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      von
      silk_n_desire



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      „Was mache ich hier eigentlich?“, frage ich mich, während ich in einer schwarzen Korsage, halterlosen Nylons und High-Heels, jedoch ohne Slip und BH, auf einem kleinen Hocker vor einem großen Bett sitze. Das Bett selber ist einladend mit seinen vielen dicken Kissen und eigentlich würde ich jetzt wirklich lieber darauf liegen und versuchen, mich irgendwie sexy zu präsentieren, als auf diesem winzigen Hocker zu sitzen.

      „Bleib ruhig, alles wird gut, dir wird nichts passieren“, rede ich leise vor mich hin, um mich zu beruhigen. „Du machst es freiwillig und kannst jederzeit gehen.“ Was hält mich dann zurück? Der Reiz des Absurden? Oder der kleine braune Lederkoffer neben der Tür?

      10.000 Euro für dieses Experiment. Sie stehen neben der Zimmertür. Ich habe in den Koffer reingesehen. Verkaufe ich somit für 10.000 Euro meinen Körper? Was habe ich mir nur dabei gedacht?!? Ich habe keine Schulden, lediglich den Kredit von meinem Auto, der ist aber für mich zu stemmen. Ich habe einen Job, der gut bezahlt wird, mehr könnte es natürlich immer sein, und ansonsten habe ich ein normales Leben mit normalen Hobbys und normalen Freunden. Einzig mein sexuelles Interesse bezüglich eins Spiels mit Machtgefälle ist vielleicht weniger normal, wenn man an den Durchschnittsdeutschen denkt. Aber auch das hat eigentlich nichts mit den 10.000 Euro im Koffer zu tun. Zumindest ist es nicht der Grund, warum ich hier bin. Die Bestätigung bekomme ich, wenn ich mich hier in dem Raum so umschaue.

      Zu meiner linken Seite liegen diverse Stöcke, Peitschen, Flogger und Gerten auf dem Sideboard und ein Bock steht in der Ecke. Auf meiner rechten Seite liegen in einem Regal verschiedene Hand- und Fußfesseln, Leinen, Seile und Ketten. In den verschlossenen Schrank daneben konnte ich zwar nicht schauen, aber ich kann erahnen, was sich dort noch finden würde.

      Alle Zimmer in meinem Reich für die nächsten Tage sind in dunklen Farben gehalten. Dunkelgrau gestrichene, hohe Wände, dunkelblaue, schwere Vorhänge, die tagsüber kein Licht einfallen lassen würden, und sehr moderne und geschmackvolle Möbel. Für mich unerwartet, denn das Schloss hat von außen einen eher alten und verfallenen Eindruck gemacht. Neben dem Schlafzimmer, in dem ich gerade bin, geht es noch rechts um die Ecke, durch einen kleinen Gang, zu einem weiteren Raum, in dem ein gläsernes Badezimmer mit einer freistehenden Badewanne ist.

      Ich schaue auf die große runde Uhr an der Wand, sie ist das einzige Möbelstück, das nicht zum Rest der Einrichtung passt. Ein wenig erinnert sie mich an eine alte Taschenuhr aus der Zeit der Cowboy und Indianer, mit ihren alten Zahlen, den schnörkeligen Zeigern und dem silberfarbenen runden Rahmen, nur in riesig groß. „Gab es damals überhaupt schon Uhren?“, geht es mir durch den Kopf, „oder sind das Hollywood-Erfindungen damit sich die Guten und Bösen um Punkt 12 Uhr auf der sandigen Straße vor dem Saloon treffen konnten, ohne das einer zu lange warten musste?“ Ich verdrehe im Geiste meine Augen. Ich werde scheinbar gerade verrückt, dass ich in dieser Situation an Cowboys und Indianer denken muss. Obwohl, eine gewisse Verbindung lässt sich erkennen, gefesselt wurde damals auch schon viel, geht mir durch den Kopf und ich lächele in mich hinein.

      Der Minutenzeiger springt in diesem Moment um eine Stelle weiter und reißt mich aus meinen wirren Gedanken. Ich weiß, dass ich nur noch drei Minuten Zeit habe, bis der Stundenzeiger auf die Zahl 12 springt. „Fast wie damals, nur das es jetzt mitten in der Nacht ist“, lächele ich erneut.

      Meine Augen verbinde ich mir nun mit der Augenbinde, die bei dem Schreiben mit der offiziellen Einladung und der Adresse dabei war.

      Meine Gedanken schweifen abermals ab. Sie kam vor vier Wochen, klassisch per Post ... die Einladung für einen Adventskalender der anderen Art. Den Absender habe ich auf einem Maskenball kennengelernt. Jedoch habe ich sein Gesicht damals nicht gesehen. Er war groß und klassisch in schwarz gekleidet. Unter seinem langen Umhang ließ sich eine gute Figur erkennen. Wie alle Gäste, hatte er eine Maske auf, als er mich an der Bar ansprach. Seine dunklen Haare waren glatt gegelt und unter der Maske war sein voller dunkler Bart zu sehen. Was ich aber immer noch am deutlichsten vor meinen Augen habe, war das Blitzen in seinen Augen.

      Der Abend brachte eine leichte und fröhliche Unterhaltung mit meinem sehr charmanten aber auch frechen Gegenüber mit sich. Als er mir von seinem Experiment erzählt hat, hatten wir uns schon über Gott und die Welt unterhalten, aufgrund der Intention des Maskenballs, auch schon über sexuelle Vorlieben und Neigungen.

      „Von dem höre ich bestimmt nichts mehr“, habe ich noch gedacht, als ich später nach Hause gefahren bin, da ich nicht den Eindruck hatte, dass ich ihn sexuell wirklich interessiere. Dafür war er dann doch zu zurückhaltend und, dass ich in sein Beuteschema passe, glaubte ich auch nicht. Dass dieser Unterhaltung wirklich zwei Wochen später eine Einladung für sein Experiment folgte, hat mich dann sehr überrascht.

      Sein Experiment sieht einen Adventskalender vor, an dem 24 Frauen teilnehmen werden, wie er mir schon an dem Abend auf dem Maskenball erzählt hatte. Diese Frauen werden in einem Schloss 24 Tage lang, entsprechend einem Adventskalender vom 1. bis zum 24. Dezember übernachten. Tagsüber sind sie freigestellt, so dass sie regulär arbeiten können und abends haben sie sich bis 21 Uhr im Schloss einzufinden, um dann die Nacht dort zu verbringen. In der Nacht stehen sie ihm, jede für sich, zur freien Verfügung. Den Frauen ist freigestellt, das Experiment jederzeit zu verlassen und abzubrechen. Sie müssen dann im Gegenzug natürlich auf die 10.000 Euro verzichten, die er jeder Frau als Aufwandsentschädigung dafür bietet. Ihm bleibt dabei überlassen, welche Frau er in welcher Nacht besucht. Ob er sie überhaupt besucht, liegt ebenfalls allein in seinem Ermessen. Die Anweisung ist lediglich, jede Nacht um 0 Uhr für ihn bereit zu sein. Die detaillierten Vorgaben erfahren die Frauen morgens in einer brieflichen Nachricht. Jedoch keine Zusage für ein Treffen am Abend.

      Neben der Einladung und der schwarzen Augenbinde lag dem Schreiben noch ein verschlossener Umschlag für eine Coverperson bei, sowie ein adressierter Rückumschlag für meine Antwort und die von mir auszufüllende Tabuliste sowie das Safeword.

      Lange saß ich vor der Einladung auf meinem Küchentisch und habe mit den Fingern über das schöne feste Papier mit der silbernen Prägung gestrichen und überlegt, wie meine Antwort sein wird und ob diese Einladung überhaupt ernst zunehmen ist. Zu absurd fand ich die Idee dieses Adventskalenderexperiments.

      Die Uhr lässt ein leises Pling hören. Es ist soweit. Die erste Nacht. Es ist der 1. Dezember, 0 Uhr. Ich setze mich gerade hin und meine Anspannung schießt schlagartig nach oben. Meine Beine sind weit gespreizt, so dass sie den Blick frei geben. Meine Arme und Hände liegen auf meinen Oberschenkeln, die Handflächen nach oben, und darauf liegt, wie vorgegeben, ein Rohrstock.

      Wird er vorbeikommen? Wird er mich heute Nacht besuchen oder wie viele Nächte werde ich hier sitzen und auf ihn warten? Kommt er überhaupt bei mir vorbei?

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      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es bisweilen.
      - Oscar Wilde -
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      Ich muss nicht lange warten, denn ich höre in dem Moment, wie sich die schwere Zimmertür öffnet und vernehme Schritte von Lederschuhen auf dem glattgeschliffenen Holzboden. Sie gehen den Gang entlang, den ich eben auch genommen habe, und kommen mir dann durch das Zimmer näher. Ich blicke starr gerade aus, auch wenn ich nichts sehe. Mein eingeschnürter Brustkorb hebt und senkt sich beim Atmen bereits heftig. Die Schritte kommen immer näher und ich kann seine Anwesenheit spüren.

      Ein ganz leichter Lufthauch kündigt an, dass er sich bewegt. Ich spüre, dass sein Gesicht neben meinem ist und höre ihn leise in mein Ohr sagen „Hallo, Milady.“

      Ich habe am ganzen Körper eine Gänsehaut und meine Wahrnehmung konzentriert sich komplett auf das, was ich hören kann. Es macht mich völlig rasend, dass ich weiß, was mir bevorsteht. Ich befürchte und ersehne es gleichzeitig, sehe dem mit unglaublicher Anspannung entgegen und warte sehnsüchtig darauf, dass es passiert.

      Er geht weiter durch den Raum, seine Schritte kann ich wieder hören. Er zieht seine Jacke aus, legt eine Tasche ab. Ich bin erstaunt, wie viel ich weiß, obwohl ich nichts sehen kann. „Sehr schön siehst du aus“, kommt von ihm. Ich drücke wieder den Rücken durch und setze mich noch aufrechter hin. Meine Spannung und Anspannung steigen. Unerwartet spüre ich seine Hand auf meinem Oberarm, den er streichelt.

      „Steh auf“, sagt er leise. Ich tue wie mir geheißen und stehe nun vor ihm. Ich kann ihn wieder riechen, seinen Körper und sein Parfum. Er riecht sehr gut und ich genieße den Moment und atme tief durch die Nase ein. Darf ich ihn wohl berühren, frage ich mich? Ich würde es so gerne. Während ich noch überlege, kommt mir sein Gesicht näher und ich spüre seine Lippen auf meinem. In mir explodiert es förmlich. Ich bin komplett überwältigt, wie gut es sich anfühlt und öffne ein wenig zögerlich den Mund. Der folgende, kurze Kuss ist unbeschreiblich schön. Mehr, bitte nicht aufhören, denke ich nur. Aber da ist es auch schon wieder vorbei.

      Er führt mich an der Hand neben das Bett und stellt sich wieder vor mich. „Du weißt, wie man ein Hemd öffnet“, flüstert er leise in mein Ohr. Ich nicke und beginne mit meinen Fingern nach den Knöpfen zu tasten. Einen nach dem anderen öffne ich sie von oben nach unten. Danach fahre ich mit meinen Händen unter das Hemd und führe es über seine Schultern. Ich warte etwas unsicher, mache dann mit dem T-Shirt weiter, das ich ihm erst aus der Hose ziehe und dann nach oben über seinen Kopf. Sein Gürtel und die Hose folgen als nächstes. Um ihm die Hose auszuziehen, muss ich mich blind vor ihn knien, was mit einer Augenbinde gar nicht so einfach ist, wie ich feststellen muss.

      Danach stehe ich wieder unsicher vor ihm. Mein Gleichgewichtssinn leidet unter den verbunden Augen, so dass ich auf den High-Heels nicht sehr sicher stehe. Er schiebt mich sanft nach hinten, so dass ich das Bett in meinen Kniekehlen zu spüren bekomme. Ich setzte mich und lasse meinen Oberkörper nach hinten fallen.

      Eins! Der erste Schlag geht auf meinen Po nieder. Ich zucke zusammen und der Schmerz zieht durch meinen Körper. Obwohl er wahrscheinlich noch nicht mal durchgezogen hat. Wird er noch fester schlagen? „Wie viele waren es, die du vorab bei unserer angenehmen Unterhaltung beim Maskenball schon gesammelt hast?“, fragt er mich, während ich bäuchlings auf dem Bett liege. Meine Arme sind zu beiden Seiten am Kopfteil mit schwarzen Lederfesseln fixiert, ebenso meine Beine am unteren Teil des Metallbettes. Auf den Seilen ist so viel Spannung, dass meine Schultergelenke bereits jetzt anfangen zu schmerzen. Meine Augen sind immer noch verbunden und mein nackter Po ist dem Rohrstock schutzlos ausgeliefert. Habe ich mich gerade verhört, schießt mir durch den Kopf? Unsere Unterhaltung ist mehrere Wochen her und von einer verbindlichen Zusage für sein Experiment war noch keine Rede. Die Ansage, dass ich ihn zu „Siezen“ habe, hat mir damals ein Kribbeln im ganzen Körper und in meinem Kopf beschert und ich habe es zu gern akzeptiert. Dennoch ist mir zu oft bei der Unterhaltung das „Du“ rausgerutscht, da er so charmant war. „25“, gebe ich kleinlaut zu.

      Zwei! Der nächste Schlag trifft auf meinem Po. „Aaah!“, schreie ich laut. Dieser war fies und der Schmerz ist stechend. Ich kann jetzt schon nicht mehr still liegen bleiben und will meinen Körper nur noch bewegen, um das schmerzhafte Gefühl irgendwie zu verteilen.

      Mit seiner Hand streichelt er über die getroffene Stelle. Was für eine Wohltat seine Berührung ist. Das Gefühl hält jedoch nicht lange an und ich höre den Rohrstock das nächste Mal durch die Luft zischen. Automatisch spanne ich alle Muskeln in meinem Po und den Oberschenkeln an, um dem zu erwartenden Schmerz entgegen zu gehen. Aber er trifft mich nicht. Der Stock zieht neben mir vorbei. Ich bin erleichtert und atme laut aus.

      Noch 23 Schläge werde ich jetzt ertragen müssen.
      Noch 23 Nächte im Schloss sein.
      Noch 23 andere Frauen.

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      Fragen sind niemals indiskret, nur Antworten sind es bisweilen.
      - Oscar Wilde -
      Liebe @'silk_n_desire,

      Danke für diese schöne Geschichte. Mehr wäre toll.
      Ich habe gerade Türchen 2 aufgemacht und war enttäuscht das es dort nicht weiter ging :rot:

      Tja wer lesen kann ist klar im Vorteil :facepalm:

      ( soll nicht heißen das ich Türchen 2 nicht toll fand )
      Wenn jemand zu dir sagt: Das geht nicht!
      Denke daran:
      Es sind seine Grenzen, nicht deine.