Selbstbewusstsein von Subbies (Kontaktaufnahme)

      Selbstbewusstsein von Subbies (Kontaktaufnahme)

      Hallo liebes Forum,

      das Thema, das ich hier ansprechen möchte, ist "Selbstbewusstsein von Subbies" im Zusammenhang mit der Kontaktaufnahme zu einem Dom.
      Es überrascht mich, dass das offenbar noch nicht thematisiert wurde. Zumindest habe ich keinen entsprechenden Betreff / Thread ermitteln können. (Bitte ggf. um Korrektur).

      Ich würde gerne folgende Thesen / Behauptungen diskutieren:

      Warum trauen sich (viele) Subbies nicht, Doms (in erster Kontaktaufnahme) anzusprechen?

      Die andere Seite:

      Warum schreiben Doms Subbies (in erster Kontaktaufnahme) nicht an?

      Grüße

      DominusBremen
      Die gesellschaftliche Norm "Mann macht den ersten Schritt" ist einfach die um ein vielfach stärkere. Im Femdom/Malesub-Kontext schreiben auch die Männer an.


      Wobei im D/s Kontext ja eh immer die Frage ist, was jetzt die Dom- und was die Subrolle ist: Kontrolle durch das Ansprechen oder bedient (/angebetet) werden durch Angesprochen werden. Da scheiden sich ja sowieso die Geister. Wie dem auch sei, in erster Linie gilt der erste Satz oben.
      @Curylicious
      Ich glaube, die Frage zielte eher darauf ab, welche Gründe Doms bzw. Subs im Einzelfall von der Kontaktaufnahme abhalten ;)
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Also warum Subs nicht anschreiben kann ich dir nicht wirklich beantworten, weil ich kein Sub bin. Aber zu dem Thema Dom iniiert den Kontakt nicht kann ich durchaus etwas sagen:

      Früher habe ich immer den Kontakt eingeleitet. Simpel und einfach, weil in unserer Gesellschaft leider immer noch erwartet wird, das der Mann den ersten Schritt tut :/ . Mittlerweile tue ich das aber nicht mehr. Der Grund liegt einfach in meiner sehr schlechten Erfahrung mit dieser Vorgehensweise. Ich habe prinzipiell kein Problem mit einem Nein. Im Gegenteil, wenn jemand freundlich Nein sagt sehe ich das als höflich an und bedanke mich auch für die Antwort :yes: . Womit ich sehr wohl ein Problem habe ist wenn jemand es noch nicht einmal für nötig hält sich 2 Minuten Zeit zu nehmen eine Antwort zu verfassen. Es mag ja Doms geben die hier mit der Schrotflinte 20 Mails am Tag raus hauen in der Hoffnung das schon was hängen bleibt. Ich schreibe aber prinzipiell erst wenn ich wirklich Interesse am Kennenlernen habe. Wenn sich dann mein Gegenüber nicht einmal dazu herablässt mir eine 2 Minuten Antwort zu schreiben, regt mich das jedes mal auf :dash: . Da ich keine Lust mehr habe mich über solche Menschen aufzuregen, schreibe ich eben nicht mehr :pardon: . Es reicht mir auch wenn Sub einfach mein Profil liked.. denn dann kommt in der Regel auch eine Antwort wenn ich schreibe. Aber ohne vorheriges Anzeichen von Interesse der Gegenseite, mache ich mir die Mühe nicht mehr. Es lohnt sich einfach nicht und meine Nerven danken es mir :P .
      "Things are only impossible until they're not" Jean-Luc Picard
      Na ja, zumindest für die männlichen Subs kann ich sagen, dass es (meiner Erfahrung nach) gar nicht so viele dominante Damen als passendes Gegenstück gibt. Unter diesen wenigen dann auch noch eine zu finden, von der man sich auch charakterlich/menschlich angesprochen fühlt, ist noch mal ein Stück schwieriger.

      In diversen Profilen und Kontaktanzeigen von dominanten Damen hab ich auch oft schon Bedingungen und Anforderungen gelesen, die ich von vornherein nicht erfüllen kann. Da darf man z.B. nicht kleiner als 1,80 m sein, soll einen muskelbepackten Körper haben, beruflich in der "upper class" tätig sein, muss "extreme Schmerzen aushalten" können oder jahrelange Erfahrung als Sklave vorweisen können.

      Alles Beispiele, die ich tatsächlich schon gesehen habe. So als wenn männliche Subs zwar devot und masochistisch sein sollen, aber ansonsten so etwas wie totale Übermenschen, so kommt es manchmal echt rüber. :/

      Dominantseptakkord schrieb:

      @Curylicious
      Ich glaube, die Frage zielte eher darauf ab, welche Gründe Doms bzw. Subs im Einzelfall von der Kontaktaufnahme abhalten ;)
      Hallo Dominantseptakkord,

      Ist ja bald Weihnachten...

      und Du glaubst richtig :)

      Das genau ist die Intension, die hinter diesem Thead steckt!

      Grüße

      DominusBremen

      Nebenbemerkung (Harmonielehre):
      Neben der Dominante gibt'a auch die Subdominante. :)

      Adrian_2015 schrieb:



      In diversen Profilen und Kontaktanzeigen von dominanten Damen hab ich auch oft schon Bedingungen und Anforderungen gelesen, die ich von vornherein nicht erfüllen kann. Da darf man z.B. nicht kleiner als 1,80 m sein, soll einen muskelbepackten Körper haben, beruflich in der "upper class" tätig sein, muss "extreme Schmerzen aushalten" können oder jahrelange Erfahrung als Sklave vorweisen können.
      Klimgt so wie eine Stellenbeschreibung.
      20 Jahre alt, mit 30 jähriger Berufserfahrung

      Da fehlt der Realitätssinn.

      Grüße

      DominusBremen

      JamieLyn schrieb:

      Die gesellschaftliche Norm "Mann macht den ersten Schritt" ist einfach die um ein vielfach stärkere. Im Femdom/Malesub-Kontext schreiben auch die Männer an.


      Wobei im D/s Kontext ja eh immer die Frage ist, was jetzt die Dom- und was die Subrolle ist: Kontrolle durch das Ansprechen oder bedient (/angebetet) werden durch Angesprochen werden. Da scheiden sich ja sowieso die Geister. Wie dem auch sei, in erster Linie gilt der erste Satz oben.
      HalloJamieLyn,

      das ist geneu das Problem:

      Wie spreche ich den Menschen an?

      Mann-Frau oder Dom-Sub bzw. Sub-Dom oder Frau-Mann

      Ich stehe auf dem Standpunkt, dass natürlich eine Sub einen Dom ansprechen darf, auch auf der Ebene Frau-Mann, bzw. Mensch-Mensch

      Grüße

      DominusBremen

      DominusBremen schrieb:

      JamieLyn schrieb:

      Wobei im D/s Kontext ja eh immer die Frage ist, was jetzt die Dom- und was die Subrolle ist: Kontrolle durch das Ansprechen oder bedient (/angebetet) werden durch Angesprochen werden. Da scheiden sich ja sowieso die Geister. Wie dem auch sei, in erster Linie gilt der erste Satz oben.
      Wie spreche ich den Menschen an?

      Mann-Frau oder Dom-Sub bzw. Sub-Dom oder Frau-Mann

      Ich stehe auf dem Standpunkt, dass natürlich eine Sub einen Dom ansprechen darf, auch auf der Ebene Frau-Mann, bzw. Mensch-Mensch
      Ein Kennenlernen kann für mich ausschliesslich ausserhalb der Neigungsrollen stattfinden. Es gibt für mich gegenüber einem Unbekannten keinen DS-Kontext. Ich bin erst Sub, wenn ein ausführliches Kennenlernen stattgefundenen hat, und unsere Neigungen miteinander in Resonanz gegangen sind. Nur, weil sich jemand als dominant bezeichnet, empfinde ich es nicht automatisch auch so.

      Ich schreibe durchaus an, ganz gezielt und sehr vereinzelt, wenn mich ein Profil tatsächlich mal anspricht. Weshalb auch nicht?
      :coffee:

      Wir haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
      ~ Mario de Andrade :coffee:
      Ich kann die Fragestellung des EP nicht beantworten nur auf die bereits erwähnten gesellschaftlichen Konventionen verweisen.

      Warum Dom-sein/Sub-sein einen Einfluss auf die erste Kontaktaufnahme haben sollte erschließt sich mir eh nicht, denn egal wie man es dreht und wendet, in dem Stadium sind sich beide Parteien noch völlig ebenbürtig. Es gibt kein Machtegfälle, keine Übereinkunft, nichts, nur zwei Menschen die nach einem Partner suchen.

      Ich glaube aber sehr wohl, dass das Problem zwischen den Ohren liegt, sprich der oder die Betreffende sich bereits an diesem Punkt in der Dynamik einer (engeren) Beziehung wâhnen.
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Ich habe auf der Suche nie einen Dom angeschrieben, weil ich ganz einfach Angst vor der möglichen Reakktion hatte und es sich für mich verkehrt anfühlt.
      Bin allerdings schon früher nie der Typ gewesen, einen Mann anzusprechen.
      Ich kann nicht flirten und bin bis heute im Grunde überrascht, wenn sich ein Mann für mich interessiert und kann das nicht wirklich glauben.
      Warum sollte ich daher einen Mann von mir aus anschreiben?
      Meine Angst, er würde mich dann abfällig und beleidigend abweisen, ist zudem viel zu groß.
      Da fehlt mir einfach das Selbstbewusstsein.
      Hinzu kommt noch, dass ich stets das Gefühl hatte, die meisten Doms wollen eine Sub, die jünger, renitenter, ungebundener als ich ist, nicht so brav, weniger gehorsam, kämpferischer, masochistischer.
      Also lieber ein aussagekräftiges Profil und abwarten, ob sich ein Dom dafür interessiert.
      Dazu ist in mir noch folgender Gedanke verankert: Auf einem Sklavenmarkt suchen sich Sklaven auch nicht ihren Herrn aus, sondern es läuft umgekehrt.
      (Was natürlich so im BDSM nicht stimmt, aber irgendwie denke ich auch deswegen, ich dürfte nicht den ersten Schritt tun, :rot: )
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Feuerpferd schrieb:

      @Gila
      Es geht nicht um eine Absage an sich, sondern um abfällige und hart formulierte ala "Was willst Du fette Sau von mir?" oder "Lass mich bloß in Ruhe, was denkst Du dir eigentlich, Du Miststück?"
      Ich denke und hoffe doch, dass solche Antworten eine Ausnahme sind. Ich habe ja auch übers Internet gesucht,habe Männer angeschrieben, bin, was Alter und Figur angeht, sehr ehrlich gewesen und habe eigentlich immer freundliche Antworten bekommen.

      Gibt es dieses Rollenverhalten "Mann muss den ersten Schritt machen" denn heute tatsächlich noch, auch bei den Jüngeren? Für mich ging das gar nicht......dasitzen und warten ist nie meins gewesen. Hätte ich nicht den ersten Schritt gemacht, indem ich meinen jetzigen Herrn als erste anschrieb und auch intensiv um ihn und um die Chance, ihn näher kennen zu lernen, gekämpft habe, wären wir nicht seit 3 Jahren zusammen.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      Generell ist das Ganze für mich ein sehr individuelles Verhalten, auch abhängig davon WAS man sucht - jeder tut das, mit dem Mann/Frau sich wohlfühlt. Das heißt für mich - hier geht es um Authentizität, deshalb schreibe ich keinen Dom an.

      Ein Mann der eine Partnerschaft sucht - ein Machtgefälle anstrebt - Führung übernehmen will - die aktive Rolle in dieser Konstellation übernehmen will - sollte dies von Anfang an zeigen und auch tun. Das heißt für mich nicht, das er mich bedomen soll, nein wir sind natürlich auf Augenhöhe und lernen uns von Mensch zu Mensch, von Frau zu Mann erstmal kennen...

      Aber, Authentizität zeigt sich für mich hier bereits - führt er auch das Kennenlernen - steuert er das Tempo - wie sehr geht er auf mich ein, usw.... Ich sehe das auch für meine Authentizität - ich bin Sub - ich bin passiv - ich bin devot....

      Mit Selbstbewußtsein hat das in meinen Augen nichts zu tun ....eher mit Selbstwert...

      Deshalb einen Dom anschreiben, absolutes NoGo....

      Ganz, ganz selten weiche ich davon ab, weil ich vielleicht ein besonders interessantes Profil finde - das sind aber dann wirkliche Ausnahmen.....
      Ich verstehe halt nur nicht es soll von Mann und Frau auf Augenhöhe im kennenlernen laufen . Dom und Sub erst später ins Spiel gebracht werden . Aber wie soll das funktionieren wenn er unbewusst sofort von Anfang in die Führungsrolle gepresst wird .

      Gerade wenn ich selber suche kann ich doch ganz gezielt die anschreiben die mich reizen .

      Und anschreiben flirten im Netz ist doch im Vergleich zu Face to Face echt simple .
      Ein Klick ein blocken und schon ist die Person wieder im großen Gewühl verschwunden
      Träume nicht dein Leben
      Lebe deinen Traum