Die Sub zum fliegen bringen oder wie konzentriere ich die Schläge richtig

      Die Sub zum fliegen bringen oder wie konzentriere ich die Schläge richtig

      Hallo Zusammen,

      mich beschäftigt seit einiger Zeit das o.g. Thema.
      Leider war es mir bisher noch nicht vergönnt, diesen Zustand bei meinen Subs herzustellen.
      Mir ist klar, dass dieser Zustand individuell unterschiedlich eintritt und keine Verallgemeinerungen möglich sind.
      Dennoch Frage ich mich, wie ich die Schläge optimal dosieren kann, um möglichst nah ran zu kommen.

      Schlage ich zu hart, komme ich zu schnell an Subs Grenze und die Anzahl der Schläge reicht evtl. nicht aus, um den Zustand zu erreichen.

      Schläge ich zu wenig, reicht der Schmerz nicht aus, um die Endorphine zum ausschütten zu bewegen.

      Lasse ich zu lange Pausen zwischen den Schlägen, sinkt der Endorphinpegel wieder; schlage ich zu schnell, kommt Sub wieder zu schnell an die Grenzen.

      Evtl. leichtere Schläge, in kurzen Abständen?

      Ich würde mich freuen zu lesen, welche Erfahrungen Ihr habt und wie Ihr diesen Zustand am besten erreicht.

      VG Wachauge
      Hallo @Wachauge

      vielleicht findest Du hier ein paar Anregungen
      Aufbau von Schlag-Sessions


      Für mich persönlich spielen zusätzlich zu den Schlägen D/S Trigger und körperliche Nähe eine Rolle, wenn es um die Startphase/Submodus und das Fliegen geht.


      Bei einem Workshop in der letzten Woche erzählten die beiden Ladies, dass sie ihre Subs auch ohne viel Krafteinwirkung nur durch Takt z.B. beim Aufwärmen zum Fliegen bringen.

      Vielleicht hilft Dir ja auch dies hier weiter:


      Einstieg in die Schmerzwelt

      Instrumente und ihre Wirkung



      Viele Grüße

      Wachauge schrieb:

      Mir ist klar, dass dieser Zustand individuell unterschiedlich eintritt und keine Verallgemeinerungen möglich sind.
      Genau das macht es sehr schwierig, dir eine klare Antwort zu geben.

      Bei mir ist es von meiner Tagesform abhängig.
      Ich brauche nicht zwingend harte Schläge. Manchmal macht es auch die Dauer aus.
      Es gibt aber auch Tage, da muss mich mein Sadist erst über meine Grenze hinaus bringen, heisst, ich muss meine "Wohlfühlzone" verlassen, auch wenn es sich im 1. Moment nicht gut anfühlt.

      Fliegen ist schön, aber sicher nicht selbstverständlich in jeder Session.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Hallo @Wachauge,

      ich kann nur von mir sprechen, aber Fliegen ist bei mir eine Besonderheit und definitiv nicht die Regel. Planbar sowieso schon gar nicht.

      Wenn es denn soweit kommt, dann ist die Tagesverfassung dafür ausschlaggebend und vor allem wie gut ich mich selbst auf den Schmerz einlassen kann. Ich muss ihn annehmen wollen und nicht dagegen arbeiten, und das funktioniert nicht immer gleich. Grundvoraussetzung ist dabei bei mir das spielen im D/S vorher. Ich muss quasi innerlich erst weich werden um dann mit Schmerz wegzukippen.

      Ansonsten kann ich sagen, dass dann kontinuierliche eher leichte Schläge dazu beitragen. Und das muss auch nicht ewig dauern, wenn dann passiert das recht schnell. Zu fest zu schlagen reißt anfangs aus der Trance im weiteren Verlauf ist es dann egal weil ich keinen Schmerz mehr wahrnehme.

      Schöner Beitrag im Übrigen!
      Ich kann nur von mr reden,bei mir ist es so das am Anfang leichte Schläge kontinuierlich ein muss sind . Dann sollten langsam die Schläge härter werden. Immer in der gleichen Frequenz. Irgendwann wenn ich Kurz vorm abheben bin sollten die Schläge ganz hart werden aber mit weniger Frequenz .Je härter die Schläge desto mehr Pause zwischen den Schlägen. Und dann flieg ich
      Hallo @Wachauge

      Du darfst m.E. auf keinen Fall erwarten, das Sub bei jeder Session fliegt. Fliegen ist herrlich! Großartig! Das ist eine ganz tolle Erfahrung und irgendwie unbeschreiblich. Ich habe es als Sub auch schon erlebt, wenn wir gar nicht darauf hingearbeitet hatten - es kam halt einfach.

      Wie man es gezielt induzieren kann? Da kann ich mich im Wesentlichen meinen Vorrednern anschließen. Es ist ganz sicher von Sub zu Sub verschieden und wohl auch tagesformabhängig. Und daher kann ich jetzt auch wieder nur von mir und meiner Erfahrung reden. Am Anfang leichte Schläge, dann zusehends immer fester; aber immer mit der gleichen Frequenz. Es muss eine gewisse Monotonie da sein. Dann kann sich irgendwann die Trance einstellen, aber nicht immer, nicht zwangsläufig. Bei unregelmäßigem Rhythmus klappt es nicht. Wenn ich abgehoben habe, spüre ich den Schmerz nicht mehr, dann bin ich nur noch "high" und es kommt nur noch auf Beibehaltung der Frequenz bzw. des Schlagrhythmus an. Unregelmäßigkeit, Pausen o.ä. reißt mich raus.

      Aber wie schon gesagt. Es gibt keine feste Regeln. Ihr müsst es einfach miteinander ausprobieren, auch experimentieren, aber ohne euch unter Erfolgszwang zu setzen. Nehmt euch also nicht vor, dass es in einer bestimmten Session unbedingt klappen muss! Das wäre kontraproduktiv.

      Es kann auch hilfreich sein, wenn deine Sub die Möglichkeit hat, dich ein bisschen zu steuern - also Feedback zu geben, z.B. in der Form "nicht so fest" oder "fester" oder "langsamer" oder "schneller" etc. Wenn du dann darauf eingehst, hilft das, sich miteinander zu synchronisieren und sozusagen aufeinander einzuschwingen. Mit etwas Glück entsteht dann so etwas wie Resonanz und Subi hebt ab. Aber das ist nur meine Erfahrung und lässt sich nicht verallgemeinern!
      Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.
      Nicolas Chamfort
      Dann möchte ich auch etwas aus meinen Erfahrungen zum Thema beitragen.
      Ich muss dabei jedoch ein wenig ins Detail gehen und ich hoffe es wirkt dadurch nicht zu klug geschissen.(Nicht meine Absicht)

      1.) wie bereits einige Male angemerkt wurde, gibt es kein Universalrezept.

      Es spielt nicht nur die Tagesform eine Rolle, sondern durchaus auch die hormonelle Situation der Bottom. Die 2,3, Tage vor der Periode und während dessen sind aus meinen Erfahrungen heraus für eine solche Session, recht ungünstig. (Ausnahmen bestätigen sicher auch hier die Regel)
      Es können natürlich auch noch sehr viele andere individuelle Kriterien im Raum stehen, welche ein Fliegen der Bottom schwierig machen oder verhindern können. Auch wenn man es ihr gerade in dem Moment doch so sehr gönnen würde.
      2.) Man sollte die Bottom gut genug kennen, um zu wissen welches Equipment (Schlaggerät) die Bottom für sich am besten umsetzen kann.
      3.) Man sollte die Bottom gut genug kennen, um zu wissen auf welcher Körperregion sie Schläge am besten verträgt und auch am besten für sich umsetzen kann.
      4.) Die Bottom sollte so fixiert sein, dass sich die Situation ausweglos für sie darstellt und dennoch so bequem, dass die Haltung relativ lange auszuhalten ist, ohne gravierend abzulenken. (Zum Beispiel eingeschlafene Hände, steifer Rücken, verkrampfte Beine, usw.)
      5.) Die Fixierung sollte sicher und schnell zu lösen sein.
      Ich habe einige Bottom erlebt, welche sich beim“ Fliegen „nicht nur mental fallen lassen, sondern auch körperlich. Teils bereits während der Session, teils auch gleich zum Ende der Session. (Panikhaaken sind für solche Situation eine sehr gute Option, auch in Verbindung mit Seilen. Denn es ist oftmals recht schwierig, wenn Bottom sich einfach hängen lässt und auch mental nicht ansprechbar ist, die Person mit einem Arm anzuheben und mit der anderen Hand Knoten oder Karabiner zu lösen. PS. Wichtig auch daran zu denken oder besser noch sich generell daran zu gewöhnen, immer zuerst die Füße zu lösen.)
      6.) Der Kopf sollte auf die Session fixiert und ansonsten frei sein.

      Wie gesagt ein Subsspace lässt sich nicht erzwingen, weder von der passiven noch von der aktiven Seite. Doch er lässt sich durchaus forcieren.

      Eine meiner persönlichen Vorgehensweisen (welche sicherlich auch nicht allgemeingültig ist) unter Beachtung der von mir oben angeführten ersten Punkte, ist folgende.

      Ich versuche den Punkt Nummer 6., elementar als Einstieg zu forcieren. Entweder, das ich auf der DS Schiene meine Bottom auf eine bevorstehende Sessions fokussiere. (Deren Möglichkeiten gibt es ja sehr viele) oder wenn mein Part, rein masochistisch ist, versuche ich mit diversen Ängsten zu spielen. (In dem ich zum Beispiel eine Hardcore-Session androhe oder ähnliches.
      Wichtig ist ganz einfach, dass der Alltag aus dem Kopf verschwindet und schon ein wenig der Adrenalin und Endorphinen Spiegel angehoben wird.

      Danach fixiere ich meine Bottom wie oben bereits angedeutet und beschrieben, ohne ihrem Kopf Möglichkeiten zum Nachdenken zu lassen. D.h. ich bemühe mich , dass sie mit ihren Gedanken ganz bei mir ist und auf mein Handeln fixiert.
      Danach lass ich mir erst etwas Zeit, um eine intensive Nähe aufzubauen, parallel dazu jedoch ihren Kopf in Richtung einer vermeintlich härteren Session zu lenken.

      Ich wähle ein Schlaggerät von dem ich weiß, dass man Gegenüber ist entweder nur sehr schlecht umsetzen kann, weil sie es kennt oder eines was relativ Schmerz intensiv ist. Dieses Gerät setze ich mit kleinen Pausen so ein, dass der Schmerz durch den Körper laufen kann und auch die Zeit hat sich wiederum in Wärme umzuwandeln bevor der nächste Schlag kommt.
      Und dosiere die Schläge so, dass sie auf jeden Fall außerhalb der Komfortzone liegen nicht jedoch eine Grenze des erträglichen erreichen. In den Schlagpausen unterstütze ich den Schmerz-abbau bis zum Wärmeverlauf mit der Hand über die betroffenen Hautpartien.
      (Nicht zu leicht nicht zu soft, zu zärtlich, keineswegs so, das es kitzelt. Sondern mit der ganzen Handfläche mit einem leichten Druck , als wollte man den Schmerz aus dem Körper schieben um Platz für die Wärme und einen neuen Schmerz zu machen., auch um den Körperkontakt beizubehalten.)
      Ich beobachte nun sehr genau (dafür braucht es ein bisschen Erfahrung oder ein recht gutes kennen des Gegenübers) bis ich den Eindruck habe das meine Bottom langsam ihre Grenzen erreicht.
      Nun mache ich eine kurze Pause, lasse sie sich in sich verschnaufen ohne zu stören,, etwa nur so lange bis ich den Eindruck habe, dass sie nun ohne ein größeres Problem eine weitere kleine Folge der vorangegangenen Schläge wegstecken könnte.
      Ich wechsele derweil das Equipment (wie oben angesprochen) welches meine Bottom aus meiner gegebenenfalls auch aus ihrer Sicht am besten, verträgt und umsetzen kann. ( liegt meist am oberen Ende der Komfortzone)
      Erfahrungsgemäß sind das überwiegend schwerere und weiche Flogger, welche flächig aufkommen und mehr die Wucht des Schlages auf der Oberfläche der Haut verteilen als einen Schmerz der unter die Haut geht. (Meist, nicht immer auch hier gibt es vom Typus sehr differenzierte Empfindungen)

      Nun beginne ich damit rhythmisch und in mittlerer Intensität zu schlagen. Wobei ich die Atmung meines Bottom genau beobachte und meine Schläge dieser Atmung anpasse. (Einatmen, ein Schlag,- Ausatmen- ein Schlag,- Einatmen, ein Schlag, usw.)
      Wenn die Atmung schneller wird, passe ich meine Geschwindigkeit an und hebe ebenso, jedoch ganz langsam die Intensität meiner Schläge an.

      Manchmal, kommt das Abheben der Bottom dann recht schnell, manchmal braucht es auch eine gehörige Ausdauer des Top. Manchmal sagt Bottom auch einfach nur, Ende, fertig, ich kann nicht mehr, genug für heute oder Ähnliches. Dann war es auf jeden Fall eine gute Flag Session. Würde ich auf jeden Fall so sehen. (ganz subjektiv natürlich)

      Wenn nun Bottom abgehoben hat, am fliegen ist, sie zu Hoch fliegt, abtriftet, (eher seltener, doch durchaus möglich) ihr zu Landung zu verhelfen (ohne dass eine Bruchlandung gibt) Sind dann ja noch mal andere Themen. SMile..(Wobei ich in den Punkten natürlich auch immer wieder neugierig auf Schilderungen /Gefühle erlebter Erfahrungen von Bottom bin.)
      Gruß Marquis le deuxième
      Immer bestrebt, auf sehr liebevolle Weise und meine ganz besondere Art böse zu sein.
      Ich kann nur aus meiner eigenen passiven Sicht schreiben, teile dir aber meine Erfahrungen gerne mit. Vielleicht hilft es dir bzw. euch.

      Eine Anleitung oder ein Patentrezept gibt es nicht. Aber das haben meine Vorschreiber ja schon ausgeführt.

      In einer Session arbeiten mein Mann und ich immer miteinander, nicht gegeneinander. Das ist bei uns eine Grundeinstellung.

      Mir hilft es, wenn ich vor der Session irgendwo in einer stillen Ecke sitze oder kniee, die Augen schließe und mich mental darauf einstelle, was gleich passieren wird. Das bedeutet, ich stelle mich bewusst darauf ein, dass Er mich gleich schlagen wird, dass ich Schmerzen empfangen werde und dass ich diese Schmerzen willkommen heißen und nicht dagegen kämpfen will. Ich will sie als einen Teil von Ihm sehen, den Er mir schenkt, um ihn zu einem Teil von mir zu machen.

      Diese Phase ist für mich unheimlich wichtig, um aus dem Alltag in die Session zu kommen. Es ist, wenn man so will, eine Art Meditation.

      Dann fängt die Session an. Er fixiert mich oder auch nicht. Ich habe einen Ring an der Decke zum festhalten oder einen Bock zum drauflegen. Ich habe jedenfalls irgendwo bequemen Halt.

      Er fängt dann zunächst mit sanften Schlägen mit der Hand oder einem Flogger an, mich und meine Haut aufzuwärmen. Auch diese Phase ist für mich als Einstieg sehr wichtig. Dann folgen verschiedene Schlagzeuge, mal sanft, mal härter. Zu Beginn kommen dann auch von mir schon mal kleine Neckereien und Blicke, bei denen die Luft zwischen uns knistert. :love:

      Im Verlauf der Session wird das jedoch weniger.

      Wie er mich genau zum Fliegen bringt, mit welcher Schlagtechnik oder welchen Werkzeugen, weiß ich gar nicht. Je länger die Session dauert, um so härter schlägt er jedenfalls zu. Immer untebrochen von Pausen, in denen er mich streichelt, dort, wo er hin geschlagen hat. Irgendwann setzt dann der Endorphinrausch ein und wenn ich mich diesem hingebe dann fliege ich.

      Ich bin irgendwann an einem Punkt, an dem die Schläge derart heftig kommen, dass ich mich tatsächlich bewusst entscheiden muss, loszulassen und den Schmerz anzunehmen und eben nicht dagegen zu kämpfen. Denn würde ich dagegen kämpfen, würde er mich brechen.

      Mal kommt dieser Punkt früher, mal kommt er später. Er ist aber bisher jedes Mal gekommen. Es hängt viel davon ab, wie gut ich es geschafft habe, vorher den Kopf frei zu bekommen.

      Der Punkt liegt weit jenseits der Komfortzone und auch meist jenseits meiner Grenzen.

      Es ist ein schmerzhafter Weg bis dahin. Aber der Flug ist jede Träne und jeden Schrei wert. :love:



      Vom Handy geschrieben. Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten ;)
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -

      MarquisLeDeuxieme schrieb:

      Die 2,3, Tage vor der Periode und während dessen sind aus meinen Erfahrungen heraus für eine solche Session, recht ungünstig. (Ausnahmen bestätigen sicher auch hier die Regel)
      Sehr interessant... Bei mir sind es genau diese Tage, an denen ich besonders gut drauf bin, viel "einstecken" kann und lange und hoch fliegen kann.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Die psychologische Verfassung oder Einstellung von Sub zur Session und demzufolge das "sich einlassen" auf den Flugplan sind sicher DER Schlüssel zum Erfolg, aber das allein führt noch nicht zuverlässig zum Abheben und Fliegen.

      Das Zusammenspiel der Körperchemie muss wohl auch berücksichtigt werden. Wie es scheint kann Dom das in gewissen Grenzen beeinflussen (steuern vielleicht, regeln sicher nicht) indem auf das Timing geachtet wird...

      Vor einiger Zeit habe beim surfen einen interessanten Artikel gefunden, den ich leider nicht wiederfinde, aber ich will versuchen aus dem Gedächtnis die Kernaussagen zu rekapitulieren. Das nachfolgende ist also nicht auf meinem Mist gewachsen und ich kann keine Quelle nennen:
      (Try at your own risk!)

      Endorphie und Adrenalin sind wohl hauptsächlich im Spiel, wobei Adrenalin vor allem im Aftercare in den Beobachtungsfokus von Dom geraten sollte (muss um den vollen Effekt zu erzielen).
      Bis zum Ende der Flugstunde aber stehen die Endorphine im Fokus.


      1. Endorphie werden in Dosen ausgeschüttet, also nicht kontinuierlich, sondern als "shot".
      2. Mit der Ausschüttung wird alles (!) an Endorphinen ausgeschüttet, dass verfügbar ist.
      3. Hat der Körper, nachem er hinreichend durch Schmerz getriggert wurde, eine Dosis Endorphine in den Blutkreislauf abgegeben, braucht rund 10 Minuten bis die nächste Ladung her- und bereitgestellt ist.
      Ab hier muss die Stimulation zwar aufrechterhalten werden, aber die Intensität bei weitem nicht so hoch sein, wie beim ersten peak, der Sub über den Punkt brachte. Es reicht die nächsten 10 Minuten die Produktion des nächsten Endorphine-Shot zu überbrücken. Weniger ist hier also mehr, weil mehr einfach nichts bringt und weniger beide mechanisch schont. Subs Körper wird nicht unnötig beschädigt und Dom kann den Schlagarm schonen.
      4. Ist die Wartezeit rum, darf für etwa 5 Minuten wieder " Gas gegeben" werden, um mit einem 10-15 Sekunden (sic!) währenden Zwischenfinale den nächsten Shot auszulösen.
      5. Die ersten zwei Shots reichen normalerweise nicht aus, um den Körper derart unter "Drogen" zu setzen, als das sich das Bewußtsein von Sub verändert.


      Aus diesen Informationen kann man einen Leitfaden für die Dramaturgie der Session ableiten.


      Interessant ist m.E. noch, dass für die meisten Menschen nach erreichen von "Level V" Schluss sein sollte, da ab dort Sub wahrscheinlich nicht mehr Herr ihrer/seiner selbst ist und unerwartet und heftig reagieren kann.
      Das kann von einem völligen "sich in die Situation ergeben" bis zu einer/einem Sub reichen, die sich mit aller Kraft aus ihrer Fixierung zu lösen vergesslich,,nn, , , oder wenn möglich Dom zu attackieren sucht.
      Theoretisch kann man das Ganze auf weitere Level führen, aber irgendwann ist das endgültig nicht mehr SSC, bestenfalls noch RACK. Irgendwann jedenfalls wird Sub kollabieren und dann hat man ernste Probleme.

      Irgendwann wird Sub übrigens nicht mehr in der Lage sein ein Safeword zu artikulieren oder zu signalisieren oder was immer!

      Aftercare Ist ein in diesem Spiel elementarer Bestandteil und braucht Zeit. Die muss man unbedingt einplanen!

      Adrenalin wird schneller abgebaut als Endorphine.
      Auf Level V oder VI ist genug Adrenalin im Körper für bis zu 30 Minuten, bevor alles soweit abgebaut ist.
      In dieser Phase wird Sub aller Wahrscheinlichkeit nach mehrer Adrenalinabstürze erleben, die sich ähnlich wie ein extremer Koffeinrausch äußern können. Das kann sehr extrem ausfallen und für beide - Sub und Dom - beängstigend sein. Frieren, zittern, herzrasen, hecheln, usw. Das Ganze Programm.
      Während dieser Zeit sollte Sub gehalten und umsorgt werden. Wenn Sub jetzt Panik schiebt sollte man da sein und selber ruhig bleiben. Halten. Kuscheln. Streicheln. Die oft zitierte warme Decke.
      Kontakt halten. Sub wird aufgeregt sein, also muss Dom vermitteln, dass alles gut ist und Sub sich entspannen darf, auch wenn es Sub schwer fällt.

      Da die Endorphine länger "vorhalten" , während das Adrenalin binnen kurzem abgebaut ist, beginnt jetzt der Teil, in dem Sub in einer "rosa Blase" den ungetrübten Endorphinerausch ausleben kann. Entspannt, geflutet mit körpereigenen Glücksdrogen, und bequem gelagert darf Sub nun mit sich allein gelassen werden. Mitunter wird Sub jetzt auch einschlafen und (wenn ungestört) einige Stunden weg sein.

      Ich bin kein Mediziner, dafür aber relativ vergesslich, also bitte ich das Vorstehende mit entsprechender Vorsicht zu genießen.

      Vielleicht kann einer der qualifizierten Fachleute hier im Forum das kommentieren?
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Ich gehöre zwar nicht zu den qualifizierten Fachleuten, dennoch ein paar Anmerkungen:

      Mars schrieb:

      Wie es scheint kann Dom das in gewissen Grenzen beeinflussen (steuern vielleicht, regeln sicher nicht) indem auf das Timing geachtet wird...
      Ich kann natürlich immer nur aus eigener Erfahrung sprechen: Du kannst das bis zu einem gewissen Grad steuern, z.B. indem du Sub die Möglichkeit gibst, Feedback zu geben, wobei dann eigentlich Sub dich steuert und du das zulassen musst (siehe mein erster Post in diesem Thread), aber regeln kannst du es m.E. nicht.

      Mars schrieb:

      Interessant ist m.E. noch, dass für die meisten Menschen nach erreichen von "Level V" Schluss sein sollte, da ab dort Sub wahrscheinlich nicht mehr Herr ihrer/seiner selbst ist und unerwartet und heftig reagieren kann.
      Das kann von einem völligen "sich in die Situation ergeben" bis zu einer/einem Sub reichen, die sich mit aller Kraft aus ihrer Fixierung zu lösen ...
      Yep. Kann ich aus eigener Sub-Erfahrung bestätigen. Ab einem gewissen Punkt bin ich nicht mehr Herr meiner selbst. Dann liegt alle Verantwortung bei der Partnerin; aber genau das gehört mit dazu.

      Mars schrieb:

      Theoretisch kann man das Ganze auf weitere Level führen, aber irgendwann ist das endgültig nicht mehr SSC, bestenfalls noch RACK.
      Nicht nur theoretisch sondern auch praktisch! SSC ist das klar nicht mehr. Ich gebe jetzt ganz kleinlaut zu: Ich habe das als Sub auch schon ohne Safeword gemacht, wenn auch mit einer Partnerin, mit der ich zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als 10 Jahren zusammen war. Da war Vertrauen keine Frage mehr.

      Mars schrieb:

      Irgendwann jedenfalls wird Sub kollabieren ...
      Na ja, nicht zwangsläufig, ist mir aber schon mehr als einmal passiert - nicht völliger Kreislaufzusammenbruch oder gar bewusstlos, aber nahe dran.
      Durch die Leidenschaften lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloß.
      Nicolas Chamfort
      Ich tue mich ehrlich gesagt immer noch mit dem Begriff ‚Fliegen‘ etwas schwer.
      Theoretisch stelle ich es mir wie eine Art Trance vor - den man vielleicht mit dem entsprechenden Mindset und Rhythmik/Methodik von Schlägen erreichen kann.

      Wir überspringen diesen Punkt ziemlich oft und ziemlich schnell. Aufwärmende/systematische Schläge empfinde ich als wohlig, aber auch als etwas langweilig. Ich fürchte einerseits und fiebere andererseits dem Moment entgegen, wann er mich zum ersten Mal richtig hochzieht, so dass mir unmittelbar/unkontrollierbar nach dem Aufschrei die Tränen in die Augen schießen. Dann bin ich meistens schon ‚weg‘ und wie ausgeschaltet. Und egal wie schlimm dieser Schlag auch war - alles in mir schreit nach ‚mehr davon‘. Entscheidet er im weiteren Verlauf irgendwann, dass es reicht, bleibt eine tiefe Dankbarkeit und Sehnsucht in Bezug auf das nächste Mal zurück.

      Ich weiß nicht, ob es das Fliegen ist, wofür du dich interessierst...für mich ist dieses Wegsein stark an die Macht- und Kontrollabgabe an ihn als Person gekoppelt und seinem Drang, dieses zu nutzen. Es schaukelt sich zwischen uns ganz einfach hoch und entwickelt eine Eigendynamik, die ich persönlich anleitend nur schwer in Worte fassen kann.
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit