Tempolimit 120

      Ich bin nicht mehr so viel auf Autobahnen unterwegs wie früher, habe jedoch den Eindruck, dass die Strecken, welche wirklich freie Fahrt - was das Auto hergibt - bieten, sehr zurückgegangen sind. Sowohl von der Länge der Strecke als auch von deren Anzahl her.
      Zudem habe ich das Gefühl, dass nur noch sehr wenige wirklich "heizen". Ich fahre seit ca. 25 Jahren Auto, habe in meinem Leben schon so einige Kilometer auf der Autobahn verbracht. Die Zahl derer, die wirklich rausholen aus ihrem Gefährt, was rauszuholen geht, würde ich auf vielleicht zehn pro hundert Kilometer schätzen. Der Rest fährt so um die 130 bis 150.
      Daher sehe ich auch einfach keinen Sinn darin, hier feste Werte - wo es die Strecke nicht zwingend vorgibt - vorzuschreiben. Wofür diese paar Hanseln, die fünf Kilometer Gas geben, einschränken? Für die Umwelt ist der Unterschied meines Erachtens vernachlässigbar.
      Wichtiger fände ich dahingehend, Elefantenrennen zu unterbinden, diese bremsen den Verkehrsfluss aus und das ständige Bremsen/ Gas geben pustet viel mehr Schadstoffe in die Luft als ein konstantes 140 (wage ich zu behaupten, sollte ich komplett daneben liegen, bin ich um unabhängige Zahlen dankbar).
      Allgemein bin ich für weniger Gängelei durch den Staat. Klar müssen Vorgaben sein, auch und gerade im Straßenverkehr, aber doch immer mit Ziel und Augenmaß und nicht mit der Keule grob drüber (meine Meinung). Und solange ich keine verlässlichen Zahlen habe (siehe mein Beitrag oben), dass das generelle Tempolimit a) signifikant Unfälle verhindert und b) signifikante Auswirkungen für die Umwelt hat, bin ich dagegen.
      Ich sehe mich auch nicht in der Pflicht, Argumente gegen das Tempolimit zu finden, sondern ich sehe die Befürworter in der Pflicht, stichhaltige, belegbare Argumente zu liefern.
      Auch beim Tempolimit gilt für mich der Grundsatz, dass abgewägt werden sollte zwischen Nutzen und Kosten. Und ja, auch und gerade die persönliche Freiheit ist für mich ein hohes Gut.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      Bdn130671 schrieb:

      Wenn die meisten Strecken ohne Tempolimit sind, ist klar, dass da auch die meisten Unfälle passieren. Wenn also ein Rentner mal wieder in falscher Richtung auf die Autobahn zuckelt, oder irgendein Besaufski einen Unfall produziert, hat das nichts mit Tempolimit zu tun. Statistisch gesehen sind Fische übrigens die Tiere, die am seltensten überfahren werden …

      Ich vertraue da dem ADAC als Quelle, zumal er sich vehement gegen das Tempolimit ausspricht.

      Dennoch steht auf der Seite des ADAC an einer Stelle, dass aktuell 60% der Autobahnstrecken kein Tempolimit haben und in einem anderen Artikel, dass 75% der Todesfälle auf den Strecken ohne Tempolimit stattfinden. Das legt die Vermutung doch sehr nah, dass kein Tempolimit zu mehr Toten führt (wen wundert es auch... ein Unfall endet eben anders wenn er mit 120 km/h geschieht denn mit 180km/h). Mal ein Ausflug in die Physik (wobei das sicher nicht mein Lieblingsgebiet ist), ich kaufe mir morgen einen Neuwagen, der wiegt beladen so um die 1,5 Tonnen. Wenn ich mit 60 km/h wo gegenfahre erzeuge ich mit meiner Masse 208 Kilojoule, bei 120 km/h 833 Kilojoule und bei 180 km/h 1875 Kilojoule.

      Persönlich wundert mich einzig die Zahl 60%, ich hätte viel weniger "freie" Abschnitte vermutet aber das mag an meiner NRW Blase liegen, denn hier sind gefühlt überall solche Limits vorhanden :)

      Statistisch steht als 60:75 40:25 gegenüber. Wenn ich das im Kopf richtig in Relation gesetzt habe, ist die Gefahr eine tödlichen Unfalls auf den Streckenabschnitten ohne Limit doppelt so hoch (Risikofaktor 1,25 zu 0,625). Wobei ich persönlich glaube, das Mehr an Abgasen bringt auf lange Sicht weit mehr Menschen um als die Geschwindigkeit.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

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      Gentledom schrieb:

      Dennoch steht auf der Seite des ADAC an einer Stelle, dass aktuell 60% der Autobahnstrecken kein Tempolimit haben und in einem anderen Artikel, dass 75% der Todesfälle auf den Strecken ohne Tempolimit stattfinden. Das legt die Vermutung doch sehr nah, dass kein Tempolimit zu mehr Toten führt (wen wundert es auch... ein Unfall endet eben anders wenn er mit 120 km/h geschieht denn mit 180km/h).
      Das mit den 60% kann ich nicht glauben, wobei möglicherweise die Ursache darin liegt, dass in den 60% temporäre Limits wegen beispielsweise Baustelle nicht mitgerechnet werden?
      Die 75% finde ich nicht verwunderlich, klar ist das Risiko bei höherer Geschwindigkeit höher, dass der Unfall tödlich endet. Was aber noch nichts darüber aussagt, ob auf unbeschränkten Abschnitten grundsätzlich mehr Unfälle passieren als auf beschränkten, denn auch das sollte mit einberechnet werden. Eine weitere Frage wäre, wie hoch die Zahl derjenigen Opfer ist, die nicht selbst schnell gefahren sind und ob diese Opfer vermeidbar wären durch generelle Geschwindigkeitsbegrenzung. Noch eine Frage: wenn mehr Unfälle passieren in unbeschränkten Abschnitten, liegt dies rein an der Geschwindigkeit oder auch an anderen Faktoren wie Alkohleinfluss o.ä.

      Gentledom schrieb:

      Wobei ich persönlich glaube, das Mehr an Abgasen bringt auf lange Sicht weit mehr Menschen um als die Geschwindigkeit.
      Das denke ich auch. Die Frage ist nur: würde ein generelles Tempolimit an den Emissionen tatsächlich merkbar etwas ändern? Oder wären andere Maßnahmen hier nicht geeigneter?

      Ich weiss nicht, warum mir das jetzt wichtig ist zu betonen, aber: ich fahre wenig Auto, ich fahre eher Bus/ Zug/ Fahrrad, ich kaufe keine Plastiktüten etc., fliege äußerst selten usw. usw. Ich bin also sicherlich nicht die Richtige, um ihr Umweltsünden im Übermaß vorzuwerfen. Dennoch empfände ich aktuell ein generelles Tempolimit als Gängelei. Wie gesagt, mir fehlen hier Beweise, die tatsächlich belegen, dass ein generelles 120/ 130 faktische Vorteile hätte.

      PS: Und jetzt höre ich auf, mich zu wiederholen :D .
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      Ich mag diese NichtBDSM-Themen-Diskussionen :)


      Ich bin vollkommen für ein Tempolimit, wobei ich bei der Geschwindigkeit für Diskussionen offen bin. Ich persönlich finde 120-140 meist recht angenehm, 150 fahre ich selten, fände es allerdings auch noch im Rahmen. Für meinen Geschmack ist 120 als Obergrenze auf Autobahnen relativ streng, obwohl ich mich eher zu den zurückhaltenden Fahrern zähle. Ich könnte mir auch gut ein dynamisches System vorstellen.
      Was mir nicht so gut gefällt, ist die Argumentation "bei 120 kann man ja trotzdem 130-140 fahren, ohne das viel passiert". Ich fahre ganz gerne auf Strich.

      Jedenfalls bin ich dagegen, dass wir einfach gucken was die anderen Länder so machen. Ich würde mir wünschen, dass die Entscheidung auf Basis von wissenschaftlichen Ergebnissen gefällt wird, selbst wenn mir das Ergebnis davon weniger passt.

      Gründe für ein Tempolimit gibt es genug und das Scheuer, die Automobilindustrie und der ADAC das nicht ganz so großartig finden, dürfte ja keinen wundern, oder? Ich bin mir auch sehr sicher, dass dazu viele Studien existieren.
      Und was wäre, wenn die großen deutschen Autohersteller nicht mehr mit hohen Geschwindigkeiten locken können. Wenn es keine Motoren für den breiten Markt mehr braucht, die über 150 tolle Leistungen bringen? Das ist natürlich Spekulation, aber vielleicht würde sich dadurch tatsächlich was an der gesamten Ausrichtung wandeln?



      Was ich mich frage:
      An diejenigen, die dagegen sind: Seid ihr wirklich absolut dagegen, oder kann man mit euch "verhandeln"? Was sagt ihr zu Tempo 200? Braucht es das? Oder theoretische 250? Seid ihr wirklich für gar keine Einschränkung oder steigt ihr nur erst bei höheren Geschwindigkeiten ein? Wärt ihr vielleicht mit 180 glücklich?
      Wie viel Egoismus verträgt ein System mit begrenzten Ressourcen (zugegeben eine bisschen philosophische Frage)?


      Das was an der (und verwandten Diskussionen) zum Kotzen bitter ist, ist wer bei einem Unfall stirbt. Statistisch sind es die Insassen des vorderen PKW, auf den aufgefahren wird, die Insassen deutlich älterer Autos und wenn SUVs beteiligt sind, die Insassen des Nicht-SUVs. Kleine Anregung am Rande: Guckt mal, wie hoch die Motorhaube vorne von SUVs ist (bei mir ca. hüfthoch) und wo Schulter- und Kophhöhe von Insassen in normal hohen Autos ist.

      Louise schrieb:

      Zudem habe ich das Gefühl, dass nur noch sehr wenige wirklich "heizen". Ich fahre seit ca. 25 Jahren Auto, habe in meinem Leben schon so einige Kilometer auf der Autobahn verbracht. Die Zahl derer, die wirklich rausholen aus ihrem Gefährt, was rauszuholen geht, würde ich auf vielleicht zehn pro hundert Kilometer schätzen. Der Rest fährt so um die 130 bis 150.
      Daher sehe ich auch einfach keinen Sinn darin, hier feste Werte - wo es die Strecke nicht zwingend vorgibt - vorzuschreiben. Wofür diese paar Hanseln, die fünf Kilometer Gas geben, einschränken? Für die Umwelt ist der Unterschied meines Erachtens vernachlässigbar.
      Wieso auf diese paar Hanseln Rücksicht nehmen? Wenn es so wenige sind, dann müsste der Großteil der Bevölkerung ja hinter dem Tempolimit stehen?

      Rehlein schrieb:

      Das was an der (und verwandten Diskussionen) zum Kotzen bitter ist, ist wer bei einem Unfall stirbt. Statistisch sind es die Insassen des vorderen PKW, auf den aufgefahren wird, die Insassen deutlich älterer Autos und wenn SUVs beteiligt sind, die Insassen des Nicht-SUVs.
      Das ist mir durchaus bewusst. Mir ist einst die Polizei rückwärts reingefahren (ich stand hinter dem Polizeiauto) ... unser altes Auto war Totalschaden, die Motorhaube stand einen Meter hoch in einem umgekehrten V. Im Rückwärtsgang (!!!). Am BMW der Polizei war gerade mal ein Bremslicht kaputt. Von daher: yapp, das ist mir sehr bewusst und wir fahren noch immer die gleichen (oder sind es selben) Autos ... gleiches Baujahr, gleiche Baureihe etc.

      Ich bin gegen ein Tempolimit, egal ob 130, 150 oder 200. Aus bereits genannten Gründen. Was würde ein Limit bei 200 km/h ändern/ bringen? Wo ich dafür wäre: eine Langzeitstudie mit unterschiedlichen Limits, beispielsweise 100, 120, 150, 180. Das fände ich aussagekräftig und würde mich sicherlich in meiner Ansicht beeinflussen.

      Rehlein schrieb:

      Wie viel Egoismus verträgt ein System mit begrenzten Ressourcen (zugegeben eine bisschen philosophische Frage)?
      Diese Frage verstehe ich nicht? Meinst Du die Ressource "Leben", "Umwelt" oder "Benzin/ Öl/ u.ä." oder etwas anderes?

      Rehlein schrieb:

      Wieso auf diese paar Hanseln Rücksicht nehmen?
      Diese Frage möchte ich umkehren: Warum "keine" Rücksicht nehmen, wenn nicht tatsächliche Gründe dafür/ dagegen sprechen? - diese Frage ziehe ich zurück und ändere sie in eine Antwort: weil mir bisher noch keiner tatsächlich bewiesen hat, dass es Sinn ergibt und Leben rettet, wenn man auf die Hanseln keine Rücksicht nimmt. Ich bin eine Verfechterin von: so wenig Einschränkung wie möglich und so viel wie nötig.
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      Louise schrieb:

      Rehlein schrieb:

      Wie viel Egoismus verträgt ein System mit begrenzten Ressourcen (zugegeben eine bisschen philosophische Frage)?
      Diese Frage verstehe ich nicht? Meinst Du die Ressource "Leben", "Umwelt" oder "Benzin/ Öl/ u.ä." oder etwas anderes?


      Damit meine ich vor allem Umwelt und Treibstoffe, quasi als Gegenstücke zur Quantifizierung der gleichen Ressource und den Platz. Leben spielt für mich da auch mit rein ist aber schwieriger zu erfassen. Am ehesten als Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer, was Gentledom ja sogar schon mit Zahlen unterlegt hat.

      Rehlein schrieb:

      Wieso auf diese paar Hanseln Rücksicht nehmen?
      Diese Frage möchte ich umkehren: Warum "keine" Rücksicht nehmen, wenn nicht tatsächliche Gründe dafür/ dagegen sprechen?
      Naja, es gibt ja Gründe die schon mehrfach genannt wurden. Unfallrisiko, Umweltschutz, irrsinniger Anstieg des Treibstoffverbrauchs, Lärmbelästigung (ohne davon selbst direkt betroffen zu sein --> ja die gibt es tatsächlich). Und in meinen Augen muss man dafür nicht mal das Demokratieargument herausholen. Wenn der Großteil sich angepasst verhalten würde und einzelne einen relevanten Schaden für alle anderen darstellen, dann fände ich es nicht richtig, mich nach den wenigen unangepassten zu richten, damit diese ihre "Freiheiten" behalten können.

      Ich glaube, ich habe kein richtiges Verständnis für das Freiheitsgefühl was manche (@Louise, nicht an dich gerichtet) mit dem schnell Fahren (auf öffentlichen Straßen!) verbinden, fällt mir gerade auf 8|

      Vielleicht komme ich ja gar nicht aus D??!! :golly: Ich muss heimlich eingeschmuggelt worden sein!

      Mars schrieb:

      Jedwede Form der Bevormundung durch Staat, Bürgermehrheiten, Interessengruppen usw. lehne ich ab.
      Aber wir leben doch in einer Gesellschaft die nur funktioniert, da es gesellschaftliche Mechanismen gibt... Vom Verbot des Mordes bis hin zur Entsorgung von Abfällen gibt es doch gut Regelungen... wenn wir in einer komplett anarchistischen Gesellschaft leben würden, würde nicht viel voran gehen und ich bin mir sehr sicher die Lebenqualität der Menschen würde massiv leiden.

      Um wieder zum Tempolimit zu kommen, wenn man jede Bevormundung diesbezüglich ablehnt würde man es akzeptieren, dass jemand mit 160 km/h am nächstgelegenen Kindergarten vorbeifährt... sorry aber das kann man doch nicht ernsthaft wollen.

      @Viva ich verstehe das Statement von Mars so, dass er auch Gesetze ablehnt.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Rehlein schrieb:

      Unfallrisiko, Umweltschutz, irrsinniger Anstieg des Treibstoffverbrauchs, Lärmbelästigung
      Genau hierauf versuche ich schon dauernd einzugehen :) .

      Es gibt für mich bisher hier keine verlässlichen Zahlen, die tatsächlich belegen, dass
      • das Unfallrisiko allein durch höhere Geschwindigkeit steigt (nur als Beispiel: wenn ein Reifen platzt, dann platzt der bei 60 genauso wie bei 180, die Gefahr eines hohen Schadens dürfte jedoch bei 180 wahrscheinlich sehr viel höher liegen, nur: wo zieht man hier die Grenze? Bei 120? Warum gerade 120? In Mitleidenschaft gezogen werden kann sowohl bei 60 als auch bei 180 jemand Unbeteiligtes),
      • die Umweltbelastung des Verkehrs in Deutschland im Verhältnis - allein wegen der nicht vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzung - signifikant höher ist als beispielsweise in Österreich/ Schweiz (höher ist er wahrscheinlich schon allein durch die (von mir angenommene) höhere Verkehrsdichte),
      • der tatsächliche Verbrauch unverhältnismässig steigt (wieviel mehr Treibstoff verbrauche ich bei 5 km mit 180 statt mit 120, wie viel mehr Emissionen produziere ich und wie viele Leute fahren überhaupt 180 und wie weit und wie viel mehr Verbrauch/ Emission ist das? Pro Person/ insgesamt? Kann ich beispielsweise dieses Mehr dadurch aufwiegen, dass ich einmal statt mit dem Auto mit dem Bus in die Stadt fahre?).
      Ein Argument, welches ich definitiv gelten lasse, ist das der Lärmbelästigung. Yapp, das habe ich bisher nicht bedacht. Und ein sehr lautes Auto stört da schon genau so wie 10 oder 100.

      Und das ist alles, worauf ich hinaus will: solange mir keiner wirklich belegen kann, dass sich mithilfe von Beschränkungen tatsächlich merklich etwas bessert, sehe ich diese als unangebracht. Ich bin nicht gegen Tempolimits, wenn diese - tatsächlich - etwas bewirken, wenn es dadurch weniger Verkehrstote gibt, wenn die Luft dadurch besser wird. Nur: gibt es diese Wirkung tatsächlich? Ich sehe sie bisher nicht.

      PS: ein fiktives Beispiel: die Emissionen sind durch das nicht vorhandene Tempolimit in Deutschland statt bei 100000 bei 100100. Die Emissionen für die Herstellung, das Aufstellung und die Wartung der Schilder, für Kontrollen, Bussgeldbescheide etc. steigt von 10000 auf 10100. Mhm .... klar, die Zahlen sind rein ausgedacht, aber es ist doch auch Fakt, dass ein generelles Tempolimit nicht ohne Aufwand für die Natur zu machen ist. Und ob hier der Nutzen überwiegt? Ich kann es nicht sagen.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      Louise schrieb:

      Es gibt für mich bisher hier keine verlässlichen Zahlen, die tatsächlich belegen, dass



      das Unfallrisiko allein durch höhere Geschwindigkeit steigt,

      die Umweltbelastung des Verkehrs in Deutschland im Verhältnis - allein wegen der nicht vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzung - signifikant höher ist als beispielsweise in Österreich/ Schweiz (höher ist er wahrscheinlich schon allein durch die (von mir angenommene) höhere Verkehrsdichte),

      der tatsächliche Verbrauch unverhältnismässig steigt.
      Gibt es, siehe ADAC, da gibt es mehrere Berichte die man dazu lesen kann und wie schon dreimal erwähnt der ADAC ist gegen das Tempolimit :)
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Wenn es so sinnvoll ist, nicht schneller als 120 zu fahren, warum muss man es dann per Gesetz festschreiben? Wäre es nicht zu erwarten, dass der mündige Bürger sich ganz von allein so verhält?

      Oder ist der Bürger gar nicht so mündig und die per bürgerlichem Mehrheitsbeschluss gewählten Vertreter müssen den "gesunden Menschenverstand" per Gesetz durchsetzen?

      Das würde dann ein demokratisches Paradoxon darstellen, oder?
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Ich bin auch für ein Tempolimit.
      Einfach auch, weil es für mich entspannteres Fahren bedeutet.
      Ich fahre häufiger eine freigegebene Autobahn (A31) mit 120, 130 und bei normalem Verkehr fühle ich mich schon oft gestresst, wenn ich einfach nur ein paar LKW hintereinander überholen möchte und sehr plötzlich im Rückspiegel jemand mit 250 anrauscht, den ich gar nicht unbedingt früh sehen kann, weil Kurven.

      In den Niederlanden fahre ich sehr viel lieber.
      Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. (Rut 1,16)

      Mars schrieb:

      Wenn es so sinnvoll ist, nicht schneller als 120 zu fahren, warum muss man es dann per Gesetz festschreiben? Wäre es nicht zu erwarten, dass der mündige Bürger sich ganz von allein so verhält?
      Welcher Mensch macht denn etwas allein deswegen, weil es "sinnvoll" ist?
      Dann dürfte es zB weder Raucher noch stark Übergewichtige noch Lottospieler noch überhaupt Autofahrer geben... :pardon:
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Rehlein schrieb:

      Was ich mich frage:
      An diejenigen, die dagegen sind: Seid ihr wirklich absolut dagegen, oder kann man mit euch "verhandeln"? Was sagt ihr zu Tempo 200? Braucht es das? Oder theoretische 250? Seid ihr wirklich für gar keine Einschränkung oder steigt ihr nur erst bei höheren Geschwindigkeiten ein? Wärt ihr vielleicht mit 180 glücklich?
      Mit mir kann man immer verhandeln! Bin meistens vergleichsbereit! ^^

      Wenn mir der Gesetzgeber Tempo 120 vorschreibt, dann halte ich mich zähneknirschend daran. So wie ich es bis jetzt auch mache. Wobei ich sagen muss, dass die weit aus meisten Geschwindigkeitsbeschränkungen Sinn machen! Es gibt immer auch mal unsinnige oder sogar in meinen Augen gefährliche Geschwindigkeitsbeschränkungen.
      Ich fahre nur dann schnell, wenn es gefahrlos möglich und erlaubt ist, dann auch gerne Tempo 200 oder drüber, je nachdem was das Auto hergibt. Das auch nicht über längere Strecken, weil mir das viel zu anstrengend ist. Das passiert bei mir vielleicht 4-6 mal im Jahr.
      Und ja, da bin ich ganz egoistisch, diese Freiheit möchte ich mir nicht nehmen lassen.

      Mit den völlig unverantwortlichen Rasern habe ich nichts am Hut! Da plädiere ich sogar für extrem hohe Strafen! Hohe Geldstrafen, Fahrverbote, Führerscheinentzug, Einziehung der Fahrzeuge und viele Punkte, fände ich bei diesen Fahrern angemessen. In Deutschland ist es viel zu „billig“.

      Ich denke, die hohen Strafen z.B. in der Schweiz und den Niederlanden halten viele davon ab sich allzu verkehrswidrig zu benehmen. Ich finde da sollte man in Deutschland auch mal drüber nachdenken!

      Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass Menschen Regeln/Gesetze brauchen! Ansonsten würden wir im Chaos versinken! Ich bin jederzeit bereit mich einer Mehrheitsentscheidung unter zu ordnen!
      LG
      Cassandra

      cassandra62 schrieb:

      Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass Menschen Regeln/Gesetze brauchen!
      Das ist vollkommen richtig. Aber irgendwo muss auch mal gut sein.
      Eigenverantwortliches Handeln wird ja immer mehr zum Fremdwort.
      Ich brauche keine (staatliche) Nanny, die mir alles vorgibt, bin aber auch im Gegenzug bereit, jederzeit die Konsequenzen für meine Handlungen zu tragen und verstecke mich dann auch nicht hinter "Vater Staat".
      I'm not the hero, you wanted - I'm the monster, you needed.
      Hallo ihr Lieben,

      Ich bin gebeten worden folgendes anonym einzustellen.


      Anonym schrieb:



      Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema nicht äußern, da die Diskussion jedoch immer an den Unfallopferzahlen hängenbleibt möcht ich meine persönliche Geschichte erzählen.

      Ich habe durch zwei Verkehrsunfälle 6 Familienmitglieder verloren. Einmal war es auf einer Landstraße, ein alkoholisierter Fahrer ist in den Gegenverkehr geraten, lt. Gutachten und Zeugenaussagen lag die Geschwindigkeit bei ca. 70km/h. Es starben 3 Personen. Der andere Unfall passierte auf einer Autobahn. Geschwindigkeit 110km/h. Das Fahrzeug wurde bei einem Überholmanöver übersehen und kam ins Schleudern. Dabei verfing sich das Hinterrad an einer anfangenden Leitblanke, wurde in die Luft geschleudert und kam auf dem Dach auf. Auch hier starben drei Personen.

      Ich bin aus persönlicher und auch aus statistischer Sicht nicht sicher, ob eine generelles Tempolimit wirklich die Unfallzahlen senken würde. Die Dänen haben z.B. das Tempolimit von 110km/h auf 130km/h erhöht und die Unfallzahlen haben sich in dem Bereich nicht erhöht, sondern halbiert. Ich bin für einen Kompromiss und zwar für ein elektronisch geregeltes Verkehrsleitsystem.
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren