Tempolimit 120

      Curylicious schrieb:

      Die Umwelt schütze ich in sehr vielen anderen Belangen sehr weitreichend.
      Das ist sicherlich richtig und gut so. Aber darf es sein, dass jeder sich das rauspickt, was für ihn am einfachsten zu händeln ist?
      Funktioniert Umweltbewußtsein nicht nur, wenn ich weniger egoistisch bin und global denke?

      Mars schrieb:

      Jedwede Form der Bevormundung durch Staat, Bürgermehrheiten, Interessengruppen usw. lehne ich ab.
      Willkommen in der Anarchie!

      Mars schrieb:

      Wenn es so sinnvoll ist, nicht schneller als 120 zu fahren, warum muss man es dann per Gesetz festschreiben? Wäre es nicht zu erwarten, dass der mündige Bürger sich ganz von allein so verhält?
      Der mündige Bürger ist und bleibt Egoist. Ich will mich davon nicht gänzlich ausschliessen. Wer könnte das schon???
      Wenn jeder sich verantwortungsbewußt verhalten würde, bräuchte es doch gar keine Regeln und Gesetze, oder!?
      Neben @Vivas Beispiel mit der Gurtpflicht fällt mir spontan auch noch "FCKW" ein.

      Mars schrieb:

      Oder ist der Bürger gar nicht so mündig und die per bürgerlichem Mehrheitsbeschluss gewählten Vertreter müssen den "gesunden Menschenverstand" per Gesetz durchsetzen?
      Ja, ich glaube, manchmal müssen Menschen zu ihrem Glück""gezwungen werden.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Ich fahre nicht schneller als 140, aber das auch gerne, ich bin gegen ein Tempolimit, aber gegen zu dichtes Auffahren der schnelleren Autos/Fahrer. Gibt es ja eigentlich, Nötigung ist verboten, nur leider hält sich kaum jemand daran.

      Auf der Strecke nach Flensburg, in meine alte Heimat, besorgen die unzähligen Baustellen das Tempolimit, das nervt total.

      Raser handeln unverantwortlich, das ist unbestritten, aber was nützt jemandem ein schnelles Auto, wenn er nur noch 120 fahren dürfte...
      Ganz ehrlich, mir kann keiner erzählen, dass er bei einem Unfall mit 120 noch toll irgendwas regeln könnte.
      Ich hatte einen schweren Unfall im Stadtverkehr, Totalschaden. Das passierte in Sekundenbruchteilen.
      Und gerade dadurch, dass man sich irrt, findet man manchmal den Weg.

      Vincent van Gogh

      topaz schrieb:

      Curylicious schrieb:

      Die Umwelt schütze ich in sehr vielen anderen Belangen sehr weitreichend.
      Das ist sicherlich richtig und gut so. Aber darf es sein, dass jeder sich das rauspickt, was für ihn am einfachsten zu händeln ist?Funktioniert Umweltbewußtsein nicht nur, wenn ich weniger egoistisch bin und global denke?








      @topaz
      Ja, ich finde es sogar völlig normal, dass sich ein jeder herauspickt, was zu ihm passt und gut zu händeln ist.


      Nun wähle ich mal ein Beispiel, dass auf Dich bezogen ist, aber es soll kein persönlicher Angriff sein, sondern deutlich machen, dass jeder SEINE Belange selbst wählen kann, die ihm wichtig sind.
      Du bekommst doch zB auch viel Besuch aus D oder besuchst Deine Tochter/Enkel in D. Diese Reisen werden ja auch nicht klimaneutral sein. Geht ja gar nicht. ;)
      Ist auch völlig ok- das ist DIR wichtig.


      Du wirst an anderer Stelle global denken.
      Und ich mache das eben bei anderen Themen.


      Ich hoffe, das kommt nicht schnippisch über, denn es ist nicht so gedacht.


      Ich meine aber, dass in Teilen fast jeder Mensch egoistisch denkt.
      Stark genug, um schwach zu sein.
      @Curylicious, zum einen das:

      topaz schrieb:

      Der mündige Bürger ist und bleibt Egoist. Ich will mich davon nicht gänzlich ausschliessen. Wer könnte das schon???
      Zum anderen dein Beitrag, der leider nicht als Zitat zu verlinken ist:

      Du bekommst doch zB auch viel Besuch aus D oder besuchst Deine Tochter/Enkel in D. Diese Reisen werden ja auch nicht klimaneutral sein. Geht ja gar nicht.
      Ist auch völlig ok- das ist DIR wichtig.

      Das liegt doch wohl in der Verantwortung derjenigen, die zu mir kommen und nicht in meiner, oder!?
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      topaz schrieb:

      Das ist sicherlich richtig und gut so. Aber darf es sein, dass jeder sich das rauspickt, was für ihn am einfachsten zu händeln ist?
      Ja, ich finde, nur so kann es funktioneren. Ich bin der Ansicht, "global'" denken ist gar nicht wirklich möglich, dafür fehlt unserem kleinen Hirn die Vorstellungskraft. Gerade das Gegenteil ist das, was richtig und wichtig ist. Regional denken, vor der eigenen Haustüre kehren. Wie heisst der Spruch? Wenn jeder was für sich tut, ist für jeden was getan. Genau so ist es auch beim Umweltschutz. Ich werde jetzt nicht alles wiederholen oder erzählen, was ich diesbezüglich unternehme, dazu gehört aber beispielsweise das keine -Tüten-Kaufen, regionale Produkte bevorzugen und da auch wirklich Zeit investieren, im Unterpackt-Laden einkaufen etc. Wenn jeder sein Scherflein beiträgt, ist schon eine ganze Menge gewonnen. Wie das Scherflein eines jeden aussieht, ist jedoch individuell und sollte es auch sein. Klar kann der Staat (oder jemand, der Bescheid weiss - was nicht wirklich der Staat ist *seufz*) Ideen liefern und Wege vorgeben wie Pfandflaschen o.ä. Wobei es auch hier sicherlich bessere Möglichkeiten gäbe, als leere Flaschen durch die halbe Republik zu kutschieren und mit einem Haufen Wasser und Chemie zu reinigen. Wo jedoch Verbote und Gängeleien von Staats wegen passieren (gerade bei Dingen, wo es nicht mal handfeste Beweise gibt), werden sich die Leute offen oder versteckt auflehnen und damit ist keinem geholfen. Wie viele Leute werfen ihren Müll in den Wald etc.? Wirkliche, langanhaltende Verhaltensänderung erreicht man nur, wenn der Mensch Sinn dahinter sieht und es ihn nicht allzu sehr einschränkt.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      Ja, @Louise, ich gebe dir durchaus recht. Jeder von uns könnte jetzt hier aufzählen, was er tut, um die Umwelt zu schonen bzw. zu entlasten.
      Aber vergesst doch bitte nicht:

      Der Staat sind wir!
      Wir leben in einer Demokratie und jeder hat, zumindest zu einem gewissen Teil, die Möglichkeit Einfluss zu nehmen.

      Nichtwählen gehen gehört für mich z.B. nicht dazu.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      topaz schrieb:

      Nichtwählen gehen gehört für mich z.B. nicht dazu.
      Da bin ich ganz bei Dir, liebe @topaz!

      topaz schrieb:

      Der Staat sind wir!
      Auch da bin ich - zumindest so halb - bei Dir. Das soll aber ja auch nicht Thema dieses Threads sein, sondern es geht ums Tempolimit auf deutschen Autobahnen *uns mal auf den Pfad zurück schubse* :)
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      Wie war das mit dem "global denken"?

      Deutschlands Anteil am weltweiten Co2-Ausstoß beträgt 2,4%

      Auf den Straßenverkehr entfallen in Deutschland 18%

      Also beträgt der Anteil der schmutzigen Autos am weltweiten Co2-Ausstoß sage uns schreibe gute 0,4%

      Ich wage ernsthaft zu bezweifeln, dass ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen diese 0,4% nennenswert senken könnte.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Ich bin gegen ein Tempolimit auf Autobahnen. Die wenigsten Autofahrer rasen und drängeln.

      Probleme sehe ich eher im exorbitant hohen LKW- verkehrsaufkommen. Statt eines Tempolimits um die Umwelt zu schonen sollte man eher den Gütertransport auf die Schiene verlagern und die "Seelenverkäufer" bei den LKWs verbieten und aus dem Verkehr nehmen. Oft entstehen Unfälle als Reaktionen auf liegengebliebene LKWs bzw ein extrem volle rechte Verkehrsspur. Das ist in keiner Statistik vermerkt.

      Wenn man das eine möchte, muss man auch das andere wollen und durchsetzen.

      Alle reden vom Schonen der Umwelt, man sollte eher regional kaufen. Das funktioniert in Österreich viel besser als in Deutschland. Das ist globales Denken!


      Überschnitten mit @Shayleigh
      Ich bin gegen ein generelles Limit. Ich fahre, überwiegend dienstlich, über 40.000km im Jahr und oft unter Termindruck, selten unter 160. Ohne Zeitdruck fahre ich auch lieber 130, und nachts auf Landstraßen mit Wildwechsel eher 70.

      Ich sehne mir die selbstfahrenden Autos herbei, die Geschwindigkeit und Überholvorgänge unter sich ausmachen. Als Kompromiss bis dahin kann ich mir vorstellen, dass Autos nur mit dem eigenen elektronischen Führerschein gestartet werden können, auf dem die individuelle Eignung, zulässige Höchstgeschwindigkeit (wirkt sich auf das Fahrzeug aus) und Überholberechtigung abgelegt ist und anhand des Fahrverhaltens aktualisiert wird. Erfahrung und Wohlverhalten führt so zu mehr Freiheiten, Übertretungen zu Einschränkungen. Dafür braucht es weniger technischen Aufwand als sowieso in jedem aktuellen Smartphone vorhanden ist.
      Und man hätte es selbst in der Hand, quasi organisierte Freizügigkeit.
      Was haltet ihr davon?
      Das ist ein interessanter Gedanke, Dominant und Vegetarier, nur ist das nicht der nächste Schritt zum "gläsernen Menschen"?

      Das hat sich gerade mit Kleanthes überschnitten, er hat es aber sogar noch besser auf den Punkt gebracht.
      Die Frauen kosten uns achtzig Prozent unserer Kraft, aber ohne Sie hätten wir gar keine.


      Dieter Noll, "Kippenberg"
      @DOMinant und Vegetarier

      Individuelle Höchstgeschwindigkeiten fände ich von der Idee her gar nicht übel.
      Nur an die technische Umsetzbarkeit kann ich nicht so ganz glauben - das hört sich für mich doch arg nach Science-Fiction an.
      Zumal alle Fahrzeuge auf einen Schlag umgerüstet werden müssten und das am besten noch europaweit.

      Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen und nicht nur das Fahrverhalten könnte man für eine Differenzierung heranziehen.
      Es wäre auch sicher besser, wenn z. B. für U25 und Ü70-jährige niedrigere Höchstgeschwindigkeiten gelten als z. B. für 30-40-jährige.
      Auch spielt die Fahrzeugklasse eine Rolle. In unserem "Dicken" fahr' ich ganz anders und fühle mich sicherer als im Aygo meiner Frau.

      Eine Differenzierung fände ich also klasse, denke nur, dass das nicht umsetzbar ist.
      THE SITH CODE
      Peace is a lie, there is only passion.
      Through passion, I gain strength.
      Through strength, I gain power.
      Through power, I gain victory.
      Through victory, my chains are broken.
      The Force shall free me.

      Bdn130671 schrieb:

      In unserem "Dicken" fahr' ich ganz anders und fühle mich sicherer als im Aygo meiner Frau.
      Blöd nur, wenn Dir dann ein Kleinwagen in die Quere kommt, der nicht so sicher ist...
      Die Insassen dort sind leider nicht so geschützt und wenn Du die Kontrolle über Euren "Dicken" verlierst, passiert Dir vielleicht nichts, den anderen schon.
      Es geht mMn eher um die anderen Verkehrsteilnehmer und Mitbürger, nicht um die Raser und Drängler selbst. Oder sehe ich das verkehrt?
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Und nicht nur für ü70 und u25 nein dann kommen noch Fahrer mit Hut und Frauen sowieso auf die Liste. Ich hoffe es bleibt auch weiterhin nicht umsetzbar. Denn Autos gerade die mit Stern haben doch schon genug Privilegien. Zum Überholen nicht blinken uvm.
      Wenn jemand sagt "das geht nicht!" dann Denk daran, das sind seine Grenzen nicht Deine. :love:
      @Kleanthes und @Intruder, vielen Dank für den guten Einwand. Ich dachte nur an eine lokale Anwendung, ohne aufwendige zentrale Speicherung bei einer Behörde.

      Und andererseits macht das auch nicht gläserner als wir ohnehin sind (->Bewegungsprofil).

      Die psychologische Komponente der gefühlten Bevormundung durch eine technologische Dauerüberwachung habe ich wohl unterschätzt. Dieses berücksichtigt, bin ich dann für Tempolimit 90 auf der rechten, 130 auf der mittleren oder linken bei zweispurigen und 180 auf der linken Spur bei dreispurigen Autobahnen. Die Mindestgeschwindigkeit bleibt rechts 50, die anderen Spuren würde ich auf 100 setzen, gegen die Elefantenrennen. DAS alles lässt sich dann aber doch wieder nur elektronisch und dezentral sinnvoll überwachen...

      Ich meine, (Ironie ein) wir brauchen doch nur jeder alle Gebote befolgen, und schon können wir unsere Polizisten und Staatsanwälte entsenden zum die Sahara aufforsten. Da haben doch alle was von. (Ironie Ende.)
      Ich verstehe einfach nicht, wie wir Menschen uns danach sehnen, immer mehr und mehr von unserer Freiheit und Verantwortung
      abzugeben und zwar ausserhalb von BDSM.
      Wir scheinen uns zu wünschen, dass alles aber auch alles gesetzlichen Regeln unterworfen ist und wir möglichst gar nicht mehr
      nachdenken müssen.
      Danach aber legen wir unser Augenmerk darauf, dass auch ja alle anderen sich ebenfalls an diese Regeln halten und spielen mit
      grosser Vorliebe Hobbypolizist, darüber denken wir dann widerum sehr gerne nach.

      Ich wünsche mir kein Tempolimit 120 in Deutschland, ich wünsche mir, dass wieder etwas mehr Vernunft und Verantwortungsgefühl
      in jedem Menschen wächst. Wir scheinen nämlich diese Fähigkeit zu verlieren, je mehr einschränkende Gesetze es gibt.

      Ja, ich fahre gerne mal zügiger, wenn:

      - die Strasse frei ist
      - wenn ich fit bin
      - die Strassenverhältnisse gut sind
      - wenn mein Auto stabil "schnurrt" wie ein Kätzchen

      Und ja, ich war in Österreich die Einzige, die 80 fuhr bei -11 ° und starkem Nebel... (Erlaubt waren aber 130)

      In meinen Augen hilft am meisten gesunder Menschenverstand und Konzentration aufs Fahren, um Unfälle zu verhüten.

      PS in der CH ist übrigens links Fahren bei 60 CHF Busse verboten auf der Autobahn, wenn die rechte Spur frei ist. Und frei ist die rechte Spur, wenn der nächste LKW 800 m entfernt ist...
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno