Tempolimit 120

      Ich finde es spannend, dass dem Personenkreis nur eigenes Interesse des schnellen fahrens vorgeworfen wird, aber das meiste Argument "ich fühle mich da sicherer" dann besser ist... Nur mal so als Anmerkung :)

      Ich persönlich fahre seit knapp 20 Jahren 65-80.000km, meist im Süddeutschen Raum, maximal bis Frankfurt, Erfurt, Chemnitz, als Halbierung Deutschlands.
      Die meisten Stauungen die ich erlebe sind in begrenzten Bereichen und das mit einem Verhältnis von mindestens 10:1
      Dabei ist häufig die Platzierung von Begrenzungen das Problem, da sich hier zwangsläufig Stauungen ergeben, doch das sind ja angeblich Fachleute am Werk, sagt man so...

      Seit Jahren gehen die Unfallzahlen zurück, de Verkehr nimmt zu, da passt die Argumentationskette für mich einfach nicht.
      Umweltschutz, ist eh ein großes ständiges Diskussionsthema, auf das ich mich nicht begeben möchte.
      Aber das Thema Wirtschaftlichkeit hat nicht nur eine Seite.
      Was glauben denn die Befürworter der Sprit-Spar-Effekte, was passieren wird, wenn alle auf einmal 2-3 Liter weniger verbrauchen würden. Die Opec würden die Fördermenge wieder regulieren und sich am Ende kein Einspareffekt beim Verbraucher einstellen kann.
      Der Finanzminister würde sicher eine neue Steuer oder Gebühr erdenken, die eine mögliche entstehende Lücke wieder füllen muss.

      Und es mag ab und an durchaus vorkommen, dass schnelleres fahren keine positive Auswirkung haben kann, aber in mind. 50% der Fälle, in denen ich dann doch zügiger unterwegs bin hat einen Zeitspareffekt bei mir. Es ist aber immer abhängig vom Verkehr, das ist natürlich klar.

      Es gäbe viele andere Ecken, an denen man anpacken kann, sodass Gefahrenstellen eliminiert und Nadelöhre verschwinden.
      Ich fahre mindestens einmal die Woche auf der A8 nach Pforzheim. Seit vielen Jahren ist das Nadelöhr dort, von 2 auf 3 Spuren wegen wenigen 100 Metern Strecke, ein großes Problem.
      Alle Unfälle dort, auch tödliche, hatten sich meist auf der LKW Spur ereignet.
      Und alleine im Januar ist ein kleiner Transporter mit 80 ungebremst auf einen LKW aufgefahren, mit schweren Folgen. Aber das erste, was diskutiert worden ist, Tempolimit. Nur dass dort schon 80 war...Und der Transporter war nicht zu schnell.

      Ich selbst war bisher in 3 Unfälle verwickelt, aber an keinem Schuld. 1x im Parkhaus, ist der Wartende hinter mir von der Kupplung gerutscht und 2x in der Stadt, einmal hatte der Fahrer gepennt und das andere mal bei Glatteis.
      Und ich bin auch schon mal jenseits der 220 unterwegs, wenn es die Straße (Keine Beschränkung, Verkehr, Wetter und Straße selbst, als externe Faktoren) dies zulässt.
      Und, das muss auch gesagt werden, ich bin ein Freund von Abstand einhalten und schätze auch nicht gedrängt zu werden auf den Straßen.

      Und für alle, die ein gutes Argument möchten...
      In einer Untersuchung des DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) wurde festgestellt, dass nur 14% der Unfälle einer überhöhten Geschwindigkeit zugeordnet werden können.
      Dabei ist "Stress" der größte Faktor, neben Unachtsamkeit. Unachtsamkeit wird als Hauptursache in den 14% aufgeführt.
      Sogar jeder vierte Unfall (25% somit) wird auf Autobahnunfällen dem Sekundenschlaf zugeschrieben (Quelle auch DVR)
      Im Vorwort des Berichts werden 68,3% Ablenkungsfaktoren zugeschrieben. (Hier spielen vor allem Telefonieren und Nachrichten schreiben ein Rolle)
      Also was soll diese stetige Diskussion über Tempolimit?
      Im Übrigen weiß man auch, dass Monotonie die Aufmerksamkeit senkt und eine gleichbleibende Geschwindigkeit ist genau dies, eine monotone Situation. (Die Untersuchung ist von 2017, also absolut aktuell)

      Ein Tempolimit finde ich somit für den falschen Weg, zumindest wenn dies als Dauerlösung angestrebt werden soll.
      Wenn überhaupt, dann könnte das als Pilot zu Stoßzeiten durchaus getestet werden, ob sich der Verkehr dadurch signifikant positiv verändern lässt, zumindest was Stauzeiten, Standzeiten und Verkehrsfluss angeht.
      Aber ob dies diese "Fachleute" auch wirklich hinbekommen, wage ich doch zu bezweifeln...
      Der Argumentation "des weniger Sprit verbrauchen" steht die längere Fahrzeit gegenüber, da kenne ich nun keine Studie dafür, aber das dürfte sich, wenn man nicht mit vollgas donnert, doch gegenseitig aufrechnen.

      In diesem Sinne
      PA
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -

      PA1976 schrieb:

      Ich finde es spannend, dass dem Personenkreis nur eigenes Interesse des schnellen fahrens vorgeworfen wird, aber das meiste Argument "ich fühle mich da sicherer" dann besser ist...
      Das ist vielleicht weniger erstaunlich, wenn man bedenkt, dass meine Sicherheit auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer bedeutet. Bei vielen Unfällen ist ja nicht nur ein Fahrzeug betroffen...

      PA1976 schrieb:

      Die meisten Stauungen die ich erlebe sind in begrenzten Bereichen und das mit einem Verhältnis von mindestens 10:1
      Dabei ist häufig die Platzierung von Begrenzungen das Problem, da sich hier zwangsläufig Stauungen ergeben, doch das sind ja angeblich Fachleute am Werk, sagt man so...
      Das eignet sich ebenso gut als Argument für ein allgemeines Tempolimit: dann gäbe es nämlich die plötzlichen Übergänge von 220 km/h auf 120 km/h auch nicht mehr.


      Nur zwei schnelle Gedanken, da ich unterwegs bin und zitieren mit Handy wirklich keinen Spaß macht.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Das zweite Zitat entkräftet sich sehr schnell, wenn man die Trägheit mit einbezieht, die bei niedrigen Geschwindigkeiten um einiges höher ist. (Auch das Schreiben am Handy ist mühsig, die Autokorrektur hat ganz komische Ideen manchmal :) )

      Die Stauungen sind nicht vom Übergang einer freien Zone in eine begrenzte, sie sind meist bei der zweiten oder dritten Reduktion zu beobachten.
      Somit nicht von x auf 120 oder sogar 80, sondern von 100 auf 80 zum Beispiel.
      Man Donnerstag (sollte man auch nicht und ich zumindest zu das auch nicht) mit 200 in eine Begrenzung hinein, die Schilder sind schon in Form und Farbe frühzeitig zu erkennen und man sollte Vortrieb weg nehmen und abbremsen.
      Und wenn jemand glaubt, auf der Autobahn wurde ein "Anlieger frei" stehen, der hat dann ja ganz andere Probleme (das war ein Spaß nebenbei).

      Und natürlich trägt man eine Verantwortung für seine Mitmenschen mit, die im Straßenverkehr unterwegs sind, doch das Fass sollte lieber geschlossen bleiben, da sonst das Thema ausartet und zu groß wird.

      Der Bericht, aus dem ich Daten bezogen habe und aktuell ist, ist mir zu eindeutig, dass es nach meiner Meinung nicht ausreicht, darauf eine komplette Begrenzung zu rechtfertigen.
      14%...und dabei ist noch nicht zwischen Autobahn, Bundesstraßen und Stadt selektiert.
      Auch mit 50 in einer 30er Zone ist überhöhte Geschwindigkeit.
      Das heißt, die Zahl auf Autobahnen wird noch deutlich geringer und stellt für mich eine Lächerlichkeit dar.

      Es ist ja nur meine Meinung, die muss ja niemand teilen.

      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Ich bin für ein Tempolimit.
      Sehe das ähnlich wie @Viva, Gründe dagegen sind meistens einfach nicht stichhaltig genug.

      Punkt 1: Freiheit geben fast alle tagtäglich bei der Bestellung bei Amazon und co. ab (und zwar deutlich weitreichender als bei einem Limit).

      Punkt 2: eigene Erfahrungen sind schön und gut und ich glaube fest, dass es viele gibt, die sehr vorsichtig fahren, auch bei schnellem Tempo. Aber, wenn ich hier die Holländer sehe, die extra zum Rasen mal über die Grenze fahren, finde ich das absolut nicht vorsichtig und grauenhaft fahrlässig.

      Punkt 3: Umwelt ist etwas, was unsere Zukunft darstellt.
      Auch ich tue genug dafür, esse kein Palmfett, ganz selten Fleich vom lokalen Bauern, fliege nicht und verzichte auf Kreuzfahrten, verbrauche kaum Plastik usw. -> aber man kann eben nicht genug tun.

      Und letztlich noch, Punkt 4:
      Es funktioniert nachweislich in allen umliegenden EU-Ländern besser MIT Limit. Weniger Tote, weniger Raserei.
      Nur, weil Deutschland die Automobillobby schlechthin hat, gibt es das Limit hierzulande nicht, und ich persönlich denke, Lobbyismus ist kein hinreichender Grund gegen eine empirisch belegbar funktionale Methode.
      Ich habe bisher noch keinen vernünftigen und einleuchtenden Punkt FÜR ein Tempolimut gehört.

      Punkt 1: Bestellungen bei Amazon und co. mache ich freiwillig. Wenn ich mich nicht an deren Bedingungen halten will dann kann ich auf onlinehandel verzichten und den lokalen Einzelhandel stärken. Niemand zwingt mich meine Freiheit aufzugeben. Autobahnen MUSS ich teilweise aus beruflichen Gründen nutzen.

      Punkt 2: Menschen, die zum Rasen nach Deutschland kommen, gibt es tatsächlich. Da geb ich dir recht. Allerdings kommen diese Menschen nicht wegen des nicht vorhandenen Tempolimits, sondern weil Verstöße gegen dieses Tempolimit in Deutschland nur so gering bestraft werden. Häufig haben die Fahrer z. B. den Bussgeldkatalog auf ihrem Handy. Diese Menschen verstoßen also ganz bewusst gegen bereits vorhandene Limits. Ein generelles Limit ändert da also auch nichts dran. Wenn man diesen Rasertourismus verhindern will müsste man die Bußgelder diesbezüglich deutlich erhöhen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.


      Zu Punkt 3 habe ich weiter oben bereits ausführlich etwas geschrieben. Es ist statistisch nachgewiesen, dass ein Tempolimit den Co2-Ausstoß nicht signifikant senken würde. Also aus umweltschutztechnischer Sicht auch kein Argument für ein Limit.


      Zu Punkt 4: Deine Behauptung @MissMoon ist schlicht und ergreifend falsch. Es funktioniert lediglich in 5 europäischen Ländern besser als bei uns, nämlich Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Spanien und Irland. Alle anderen europäischen Länder liegen (teilweise sogar sehr weit) hinter Deutschland zurück und haben wesentlich mehr (teilweise sogar mehr als doppelt so viele) Tote auf Autobahnen wie wir. Die Statistik ist aus dem Jahr 2016 und stammt aus dem Bericht der EU-Kommission zur Strassenverkehrssicherheit.


      Ob jetzt die Autolobby daran schuld ist, dass es hier kein Limit gibt lass ich jetzt mal so im Raume stehen. Das sind tolle Propagandasprüche, die es für die Gegenseite genauso gibt. Dies tatsächlich zu beweisen dürfte schwer werden. Denn auch andere Länder bauen große schnelle Autos, z. B. Italien oder Großbritannien um nur mal zwei zu nennen.


      Punkt 5: Der ADAC sagt, dass ein generelles Tempolimit weder Staus noch Lärmbelästigung auf Autobahnen senken oder verhindern würde.

      Punkt 6: knapp 30% der Autobahnkilometer sind bereits komplett beschränkt. Knapp 10% sind teilweise beschränk (nachts, bei Nässe, o.ä.) Wenn man dann noch die Baustellen, Tagesbaustellen und den dichten Berufsverkehr morgens und nachmittags hinzurechnet kann man ohnehin die meiste Zeit gar nicht wirklich schnell fahren.




      Mein Fazit bleibt. Ich sehe keinen Handlungsbedarf.
      Sei Optimist - wenigsten solange man keine Tiere paarweise nach Cape Kennedy treibt.

      - Tennessee Williams -
      Okay, @Shayleigh, dass die Behauptung falsch war, tut mir leid.
      Mir wurde es so von einem Polizisten erzählt, deswegen dachte ich, es stimmt. Aber dennoch: Alleine die Tatsache, dass es in 5 umliegenden Ländern besser läuft, reicht für mich.

      Nun ja, ich finde, da streiten sich die Geister.
      Allerdings denke ich, langfristig fährt man damit besser, zumindest, wenn man auch an die Zukunft mitsamt Elektroautos und autonomen Fahren denkt, aber das ist ja wieder was anderes.
      Ein paar Gedanken gingen mir hierzu noch durch den Kopf:

      Ich bin früher sehr viel die A96 von Lindau nach München bzw. Gegenrichtung gefahren. Da war an den meisten Stellen sehr sehr wenig Verkehr. Das alles mit 120 oder 130 zu zuckeln, hätte mich wohl eher ermüdet.

      Das zweite: Wirklich "schnell" fahren ist eh nur möglich, wenn nicht allzu viel los ist, was selten genug ist. Wenn jetzt wenig los ist und ich rechts (man bedenke: Rechtsfahrgebot) vor mir auf einen LKW oder ein anderes langsameres Auto zufahre, dann schau ich in die Rückspiegel, bevor ich den Überholvorgang starte. Sehe ich, da kommt ein Auto, schätze ich ab, mit welcher Geschwindigkeit kommt es.

      Mit meiner? Super, wenn ich ihn nicht ausbremse, fahre ich raus und überhole.
      Langsamer als ich? Super, ich fahre raus und überhole.
      Schneller als ich? Wenn er noch weit weg ist und ich das überholen schaffe, bevor er da ist, fahre ich raus und überhole.
      Viel schneller als ich? Ich warte, bis er vorbei ist, schau wieder in den Rückspiegel und wenn nichts mehr kommt, fahre ich raus und überhole, ansonsten schaue ich, wie schnell ist der, der da kommt.

      Mein Eindruck ist, dass manche ganz bewusst und willentlich "Schnellfahrer" zum Bremsen zwingen (wollen), aus welchem Grund auch immer sie das tun. Neid? Weil sie einfach dagegen sind, dass so schnell gefahren werden darf? Ich weiss es nicht. Fakt ist aber: manche schauen entweder nicht in ihre Rückspiegel (was ihre Pflicht ist!) und fahren einfach raus und provozieren damit Unfälle, denn ein Bremsweg ist einfach immer da und dessen Länge kann der Rausfahrende wohl in den seltensten Fällen abschätzen; andere tun es es mit Fleiß, um den Überholenden auszubremsen. Hierin sehe ich einen Grund für so machen grausamen Unfall.
      "Until I next see you, Safe Home will you go." (an der Wand eines irischen Pubs gelesen)

      "Ich hasse, was du sagst, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du es sagen darfst." Evelyn Beatrice Hall
      Wenn Neid eine der vorwiegenden Unfallursachen wäre könnte man sagen macht den Menschen weniger neidisch... aber kann man Menschen auf Zuruf ändern, nein. 130 schafft jeder Wagen also gäbe es dann keinen Neid mehr, wobei ich ehrlich gesagt glaube dass weitaus mehr Unfälle aus „ich bin Egoist und darf fahren so schnell wie ich will“ denn aus „ich gönne den anderen die Geschwindigkeit nicht die ich nicht schaffe“ geschehen.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Manchmal klemmt man minutenlang hinter einem LKW mit 80 km/h (na gut, realistischerweise eher 95 km/h), weil immer noch eine Luxuskarosse mit 220 von hinten heranschießt und man sie nicht ausbremsen will. Dann habe ich die Wahl, unter 100 zu bleiben, damit die über 200 bleiben dürfen, oder irgendwann mal auszuscheren und den Menschen hinter mir dazu zu zwingen, sein Bremspedal zu verwenden :pardon:
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      Gentledom schrieb:

      [...] , wobei ich ehrlich gesagt glaube dass weitaus mehr Unfälle aus „ich bin Egoist und darf fahren so schnell wie ich will“ denn aus „ich gönne den anderen die Geschwindigkeit nicht die ich nicht schaffe“ geschehen.
      Ich denke nicht, dass dieses häufig Neid als Ursache hat. :gruebel: Eher ist es m. E. mangelndes Einschätzungsvermögen (Beispiel rausziehen und damit Hintermann ausbremsen), oder - häufig selbst erlebt im ländlichen Umfeld - selbsternannte "Erzieher", die sich selbst akribisch an Gebote und Vorschriften halten und es "unmöglich" finden, wenn andere dies eben nicht in gleichem Umfang tun. Die sind dann häufig stur mit 100 auf der mittleren Spur unterwegs, und ein Unfallrisiko durch ihr provokantes Verhalten.


      Nachtrag : :icon_lol: Nein, lieber @Dominantseptakkord, ich unterstelle dem von dir geschilderten Rausziehen kein mangelndes Einschätzungsvermögen, in dieser Situation hat man auf zweispuriger Strecke oft tatsächlich keine andere Wahl, wenn man weiter kommen möchte. :pardon:

      Wir haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
      ~ Mario de Andrade :coffee:

      Shayleigh schrieb:

      Ich habe bisher noch keinen vernünftigen und einleuchtenden Punkt FÜR ein Tempolimut gehört.

      Punkt 1: Bestellungen bei Amazon und co. mache ich freiwillig. Wenn ich mich nicht an deren Bedingungen halten will dann kann ich auf onlinehandel verzichten und den lokalen Einzelhandel stärken. Niemand zwingt mich meine Freiheit aufzugeben. Autobahnen MUSS ich teilweise aus beruflichen Gründen nutzen.

      Punkt 2: Menschen, die zum Rasen nach Deutschland kommen, gibt es tatsächlich. Da geb ich dir recht. Allerdings kommen diese Menschen nicht wegen des nicht vorhandenen Tempolimits, sondern weil Verstöße gegen dieses Tempolimit in Deutschland nur so gering bestraft werden. Häufig haben die Fahrer z. B. den Bussgeldkatalog auf ihrem Handy. Diese Menschen verstoßen also ganz bewusst gegen bereits vorhandene Limits. Ein generelles Limit ändert da also auch nichts dran. Wenn man diesen Rasertourismus verhindern will müsste man die Bußgelder diesbezüglich deutlich erhöhen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.


      Zu Punkt 3 habe ich weiter oben bereits ausführlich etwas geschrieben. Es ist statistisch nachgewiesen, dass ein Tempolimit den Co2-Ausstoß nicht signifikant senken würde. Also aus umweltschutztechnischer Sicht auch kein Argument für ein Limit.


      Zu Punkt 4: Deine Behauptung @MissMoon ist schlicht und ergreifend falsch. Es funktioniert lediglich in 5 europäischen Ländern besser als bei uns, nämlich Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Spanien und Irland. Alle anderen europäischen Länder liegen (teilweise sogar sehr weit) hinter Deutschland zurück und haben wesentlich mehr (teilweise sogar mehr als doppelt so viele) Tote auf Autobahnen wie wir. Die Statistik ist aus dem Jahr 2016 und stammt aus dem Bericht der EU-Kommission zur Strassenverkehrssicherheit.


      Ob jetzt die Autolobby daran schuld ist, dass es hier kein Limit gibt lass ich jetzt mal so im Raume stehen. Das sind tolle Propagandasprüche, die es für die Gegenseite genauso gibt. Dies tatsächlich zu beweisen dürfte schwer werden. Denn auch andere Länder bauen große schnelle Autos, z. B. Italien oder Großbritannien um nur mal zwei zu nennen.


      Punkt 5: Der ADAC sagt, dass ein generelles Tempolimit weder Staus noch Lärmbelästigung auf Autobahnen senken oder verhindern würde.

      Punkt 6: knapp 30% der Autobahnkilometer sind bereits komplett beschränkt. Knapp 10% sind teilweise beschränk (nachts, bei Nässe, o.ä.) Wenn man dann noch die Baustellen, Tagesbaustellen und den dichten Berufsverkehr morgens und nachmittags hinzurechnet kann man ohnehin die meiste Zeit gar nicht wirklich schnell fahren.




      Mein Fazit bleibt. Ich sehe keinen Handlungsbedarf.
      Sorry Shayleigh ich habe keine Ahnung wie ich hier mehrere Einzelteile Deines Posts zitieren kann deshalb in Gänze.

      Zu Punkt 1, da bin ich bei Dir, das betrifft allerdings nicht nur Amazon und Autobahnen.
      Bei Punkt 2 denke ich würde es zumindest eine Verbesserung geben, etwas das generell verboten ist (alos generelles Tempolimit) lässt zumindest nachdenken und es wird ein Teil dieser Menschen langsamer fahren.
      Bei 3, stimmt, nicht signifikant aber es würde gesenkt. Zumindets ein Anfang.
      Bei 4 bin ich wieder bei Dir, wobei sicher auch Zustand der Autos (Verkehrssicherheit) und Zustand der Straßen mit rein spielen dürften.
      Punkt 5, der ADAC vertritt die Autolobby, was soll er anderes sagen :) ?
      Bei Punkt 6 finde ich mich selbst wieder, auch ich kenne das Bedürfnis nach Beschränkungen und Baustellen endlich wieder Gas geben zu können. Sprich aber für mich nicht gegen ein Tempolimit. Ein partielles Tempolimit in verschiedenen Bereichen mit verschiedenen Ursachen ist für mich nicht verlgeichbar mit einem generellen Tempolimit.
      Mir fiel gerade noch ein Aspekt ein:

      Kennt Ihr diese großen Straßen in der Stadt, auf denen man schneller als 50 fahren darf, obwohl innerorts? Da steht dann halt ein 60- bzw. 70-Schild und schon darf man die heiligen 50 überschreiten. Wer es nicht kennt, sowas gibts.

      Nach demselben Prinzip könnte man auch auf den Autobahnen verfahren: Wenn man ein allgemeines Tempolimit von 1x0 hätte, könnte man an besonders übersichtlichen Stellen trotzdem mehr Tempo erlauben. Einfach ein Schild hinstellen und gut ist.
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Ich bin total gegen ein Tempolimit neben der Tatsache, dass ich einfach gerne schnell fahre gibt es einfach auch keine Argumentation für ein Tempolimit! :pardon:

      Der Straßenverkehr ist für ca. 12 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Nach Schätzungen würde der Anteil um maximal 0,3 % sinken - bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 120km/h. Bei 130, 140 oder 150 wird auch dieser Prozentsatz immer kleiner.

      60 % aller tödlichen Unfälle passieren auf Landstraßen, auf denen bereits ein Tempolimit gilt - nämlich 100. Dagegen rollen 31,6 % des Verkehrs über die Autobahnen. Dort aber werden nur 12 % aller Verkehrstoten und 7,5 % aller Verletzten gezählt.

      In Deutschland kommen auf 1 Milliarde gefahrener Kilometer 3,1 Tote. In Österreich sind es 4,8 und in den USA 5,0. In beiden Ländern gelten auf der Autobahn Tempolimits bis zu 130 km/h. Österreich macht sogar wieder einen Schritt zurück und testet auf einzelnen Strecken wieder Tempo 160.

      Tempolimits auf langen Strecken können sogar Unkonzentriertheit und damit Unfälle fördern. Studien haben nämlich ergeben, dass die eintönige Fahrweise dazu führt, dass die Fahrer ihr Großhirn abschalten und die Zahl der Unfälle zunimmt.

      In Schweden hat man außerdem untersucht, dass die Einführung genereller Tempolimits bei vielen Fahrern das Aggressionslevel während der Fahrt ansteigen lässt. Da ein Tempolimit auf freier Strecke für die meisten Menschen einfach nicht nachvollziehbar ist.

      Aber das gute für alle Tempolimit-Gegnern ist, solange Audi, Mercedes, BMW und VW hier im Land sind wird es kein generelles Tempolimit geben. :D :thumbsup:
      Don't tell me what I can and can not do.
      I'd hate to have to make a fool out of you.
      Ich bin auch gegen ein Tempolimit. Erstens fahre ich gerne schnell, wenn Auch uto, Straßen-, Verkehrs- und Wetterlage es hergeben. Zweitens sind die durch den Straßenverkehr erzielbaren Verbesserungen für mich nicht hoch genug.


      Sin schrieb:


      Tempolimits auf langen Strecken können sogar Unkonzentriertheit und damit Unfälle fördern. Studien haben nämlich ergeben, dass die eintönige Fahrweise dazu führt, dass die Fahrer ihr Großhirn abschalten und die Zahl der Unfälle zunimmt.
      Ohne die Studien zu kennen sehe ich es genauso. Und die Strecke muss nicht einmal besonders lang sein, monoton reicht schon. Stur die gleiche Geschwindigkeit, eintönige Strecke...einfach ermüdend.

      Bisher hatte ich zwei Unfälle, beide unverschuldet. Einen im Stadtverkehr, da hat ein Kleintransporterfahrer die Spur gewechselt und mich an der Ampel neben sich übersehen. Den anderen auf der Autobahn bei ca Tempo 120/130. Linke Spur, LKW überholt und er zog raus. Die Wahl war zwischen LKW und Hänger oder Vollbremsung und Leitplanke. Die Leitplanke war mir sympathischer, es ist zum Glück nicht viel passiert, außer das die Fahrerseite leicht demoliert war. Glücklicherweise, denn der Fahrer hatte es gar nicht mitbekommen und ich konnte hinterherfahren. Bei beiden Unfällen war nicht die Geschwindigkeit schuld, sondern der tote Winkel.
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren

      Abigail schrieb:

      Die Leitplanke war mir sympathischer, es ist zum Glück nicht viel passiert, außer das die Fahrerseite leicht demoliert war. [...] Bei beiden Unfällen war nicht die Geschwindigkeit schuld, sondern der tote Winkel.

      Die Geschwindigkeit ist oft nicht die Ursache für den Unfall, aber für die Schwere der Schäden. Wärst Du mit 180 in die Leitplanke geknallt, hätte das ganz leicht mehr als einen Blechschaden geben können...
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      Dominantseptakkord schrieb:

      Abigail schrieb:

      Die Leitplanke war mir sympathischer, es ist zum Glück nicht viel passiert, außer das die Fahrerseite leicht demoliert war. [...] Bei beiden Unfällen war nicht die Geschwindigkeit schuld, sondern der tote Winkel.
      Die Geschwindigkeit ist oft nicht die Ursache für den Unfall, aber für die Schwere der Schäden. Wärst Du mit 180 in die Leitplanke geknallt, hätte das ganz leicht mehr als einen Blechschaden geben können...
      Klar hätte da mehr passieren können. Allerdings wäre ich mit 180 längst vorbei gewesen ;) Es hätte aber auch mit 80 mehr passieren können. Von daher zieht das Argument bei mir nicht :pardon:
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren
      Vielleicht hilft Kant, den nehmen wir ja auch gerne als Leitspruch bei BDSM Spielarten: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt".

      Wenn ein Tempolimit zu weniger Toten führt, dann wäre laut diesem Satz wohl das Tempolimit sinnvoll und die individuelle Freiheit müsste hintenanstehen. Wobei man womöglich auch argumentieren kann, dass eingesparte Fahrtzeit gegen die Restlebenszeit der Toten gegengerechnet werden könnte.

      Wenn ein Tempolimit für weniger Luftverschmutzung sorgt, wäre es die Frage ab wie viel weniger kann man mit Kant argumentieren und gilt der Leitsatz auch für jene Menschen die noch gar nicht geboren sind, denn dann könnte man durchaus auch mit der Einsparung von Ressourcen argumentieren.

      Ich würde ein Tempolimit von 130 begrüßen, da es mir sinnvoll erscheint. Sobald Autos mit der entsprechenden Sicherheitstechnik und sparsamen Motoren ausgestattet sind, kann für diese Fahrzeuge alles wieder hochgesetzt werden. Aber eben nur für diese. Klar ist es nicht fair, dass es in den ersten Jahren dann eine Frage des Geldes ist, wer schneller fahren kann aber das ist es doch immer schon gewesen und in einer Leistungsgesellschaft darf es durchaus Unterschiede geben.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Shayleigh schrieb:

      Autobahnen MUSS ich teilweise aus beruflichen Gründen nutzen.
      Jep, kenne ich. Ich komme aus dem Ruhrgebiet. Eine meiner Freundinnen schafft es aber tatsächlich, ohne Autobahn auszukommen, weil sie Angst hat.

      Shayleigh schrieb:

      Es ist statistisch nachgewiesen, dass ein Tempolimit den Co2-Ausstoß nicht signifikant senken würde. Also aus umweltschutztechnischer Sicht auch kein Argument für ein Limit.
      Und da sind wir für mich an dem Punkt, wo Umweltschutz eigentlich anfängt.
      Ich kenne diese eine Aussage zur Genüge: "Wenn ich das nur mache, ändert sich ja nichts!"
      Stimmt zunächst. Aber! Wenn nicht irgendjemand anfängt, ändert sich auch nichts!
      Tempolimit mag den Co2-Ausstoß im Moment nicht signifikant senken, aber es ist ein Puzzleteilchen auf dem Weg zum Erhalt unserer Erde.

      Sin schrieb:

      Aber das gute für alle Tempolimit-Gegnern ist, solange Audi, Mercedes, BMW und VW hier im Land sind wird es kein generelles Tempolimit geben.
      Ja, leider!!!
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Ich bin für Tempolimits. Gerne dynamisch geregelt; rund um Frankfurt ist gut zu sehen wie gut das klappen kann. Aber ich bin gegen Autos, die abregeln. Wenn zB meine Eltern im Sterben liegen will ich jede Sekunde schneller da sein die mir technisch möglich ist.

      Und an die Vernunft des Menschen kommt man in der Masse leider nur über den Geldbeutel. Hochmotorisierte PKW und schnelles Fahren sind Luxus. Das braucht niemand wirklich. Ich bin für eine lobbylügenfreie Besteuerung der absoluten Schadstoffemissionen. Maßstab könnte das jeweils beste in Großserie verfügbare Fahrzeug zum Zulassungszeitpunkt sein; pro Verdoppelung des Ausstosses Faktor 5-10 bei den Steuern.

      Eigentlich will ich vor allem autonome Autos. Ich bin Utility-Rider, ich will irgendwo ankommen, und mit dem Auto fahre ich, weil ich Gepäck und/oder Passagiere habe (und damit DB unattraktiv wird) bzw. am Zielort die Flexibilität eines PKW brauche/nicht missen möchte (Letzteres Problem hab ich persönlich zB in Berlin selten).

      MissFiona schrieb:

      Es gibt auch sehr viele Autofahrer die Ihr Auto auch bei 80 nicht im Griff haben, viele der SUW Fahrer haben weder eine Ahnung wie breit noch wie lang Ihr Auto ist, und so fahren sie dann auch, sehr unsicher. Da bringt auch ein Tempolimit nix.
      Vielleicht sollten wir uns dann was von der Bahn und dem Luftverkehr abgucken. Typkenntnisprüfung bevor man mit dem entsprechenden Modell das erste Mal auf die Straße darf. Vorwärts/Rückwärts/Seitwärts einparken mit höchstens 10cm mehr Luft als nötig. Punktgenaue Verzögerungsbremsung im dynamischen Verkehr (ggf Simulator). Darf ich auf einer 2m, 2,1m, 2,2m Spur fahren? Wo sind Warndreieck und Verbandskasten? Wenden in drei Zügen auf offener Strecke.
      Fände ich eine tolle Idee.

      MissFiona schrieb:

      Sorry, vielen werde mich jetzt nicht verstehen, aber wenn Dir ein Reifen auf der BAB platzt, dann fahre ich lieber 180 als 120, ich möchte den Unfall dann gar nicht überstehen, bitte ich will keine anderen damit verletzen, aber nach 12 Jahren Neurointensiv, weiß ich was da dann noch im Bett liegt. Ich hoffe auch das mein Unfall nur mich betrifft, aber das kann ich weder mit 180 noch mit 110 voraussehen und auch nicht verhindern.
      Ich verstehe deine Intention. Der Part des "Keine anderen schädigen" lässt aber sobald man drüber nachdenkt unmöglich umsetzen.
      Wie Gentle schon schrieb hat dein Geschoss Fahrzeug bei 180 eine mehr als doppelt so hohe kinetische Energie wie bei 120. Diese wirkt sich auf jeden aus, den du triffst. Und da leere Autobahnen eher nicht so die Regel sind hast du gute Chancen, ein anderes Fahrzeug zu treffen als die Luft dazwischen, gerade bei dem wunderbar unberechenbaren Verhalten eines ausgebrochenen PKW. Ich wäre da ja für eine Versicherung, die daraus entstehende Kosten bei dritten auch ex mortis übernimmt; vielleicht ein entsprechendes Testament, dass die Unfallopfer oder deren trauernde Nachkommen als Alleinerben einsetzt?
      Und da wären noch die Pflegekosten, sollte der Unfallfahrer dummerweise doch überleben und Pflegefall werden; egal wie viel er einbezahlt hat, ein Leben in Intensivpflege wird immer anderen finanziell zur Last fallen. Wie wäre es, um das zu verhindern, mit einer Pflicht zur Installation einer Terminationsvorrichtung im Unfall-Fall für den Fahrer wenn er mehr als 150 fährt/freigeschaltet haben will?
      Und Abriegelung auf 120, wenn mehr als nur der Fahrersitz besetzt ist? Oh ja, und wir machen "Smart Car", für wirkliche Notfälle (Weg in die Notaufnahme, Kreißsaal o.ä.) gibt's den roten Buzzer, der alle Regelungen ausser Kraft setzt, aber gleichzeitig eine entsprechende Meldung an die Polizei absetzt, was zu mindestens zwei Punkten fürt, wenn keine entsprechende "Eingangsbestätigung" durch die Notaufnahme erfolgt.

      Und das berücksichtigt immer noch nicht zB die traumatischen Folgen bei Hilfskräften, die die Reste des Fahrers vom Brückenpfeiler kratzen müssen.

      Dominant und Vegetarier schrieb:

      [Individuelles Tempolimit auf FS gespeichert]
      @Kleanthes und @Intruder, vielen Dank für den guten Einwand. Ich dachte nur an eine lokale Anwendung, ohne aufwendige zentrale Speicherung bei einer Behörde.
      Fällt flach, weil Ich hack mir die Welt widiwidiwie sie mir gefällt.
      Warum sollte jemand mit jeder Menge Zeit und unbeaufsichtigtem physischen Zugriff auf die Karte akzeptieren, daß sie Konfigurationen enthält/speichert die ihn so gängeln?

      Außerdem, wie könnte eine Geschwindigkeitskontrolle am Strassenrand ohne zentrales Register wissen, ob ich mit 120 jetzt schon schneller fahre als ich individuell darf?

      Louise schrieb:

      Wirklich "schnell" fahren ist eh nur möglich, wenn nicht allzu viel los ist, was selten genug ist.
      Du lebst in einer anderen Welt als ich.
      Oder, "möglich" hat mit "tun" nicht viel zu tun.

      Ich fahre öfter mal zwischen Berlin und Frankfurt hin und her, mit vielen "offenen" Strecken; und meistens schwimme ich mit Tempomat bei Tacho ~130 entspannt im Verkehr mit. Wenn ich LKW vor mir habe schere ich aus, und auch direkt danach wieder ein sobald ich dort genug Platz für ein paar Sekunden ohne delta-v habe.
      Ich kann nicht mehr zählen wie oft ich dabei jemand (der aufgrund der unübersichtlichen Strecke beim Ausscheren noch ausser Sicht war) mit Blinker links und/oder Lichthupe im Kofferraum habe der meint ich möge mich doch bitte binnen Sekunden in Luft auflösen.



      Auf dieser Strecke hab ich auch "Zahlen" zur Umweltbelastung bei höheren Geschwindigkeiten. Wenn ich wie oben beschrieben fahre komme ich entspannt an und mein Tank ist noch etwa halb voll, Fahrzeit ca. 6h.
      Wenn ich Vollgas gebe und so schnell fahre wie erlaubt komme ich mit viel Glück ca. eine Stunde früher an, aber mein Tank ist in der Reserve; und meine Nerven nebenbei ebenso. Ergo: 100% Mehrverbrauch, 100% mehr CO2 in der Umwelt.
      Und da spätestens nach dieser Fahrdauer so langsam Aufmerksamkeit die kritische Ressource wird bezweifle ich bis zum Beweis des Gegenteils, daß jemand dieses Tempo noch länger bei voller Konzentrationsfähigkeit durchhält um hier wirklich nennenswerte Zeitvorteile zu erzielen.

      Bezüglich der 0,-Prozentklaubereien hier im Thread.. Umweltschutz funktioniert nicht erst ab 10% Global Impact. (Sonst können wir uns Unverpackt-Läden, regionale und Bio-Produktion gleich sparen)
      Auch 0,01% von 800 Megatonnen CO2 sind immer noch mehr als ich im Leben furzen kann.

      PS, OT:

      Louise schrieb:

      [Pfandflaschen]
      Wobei es auch hier sicherlich bessere Möglichkeiten gäbe, als leere Flaschen durch die halbe Republik zu kutschieren und mit einem Haufen Wasser und Chemie zu reinigen.
      Die Möglichkeiten sind bekannt, darum gibt es ja zB die Genossenschaft deutscher Brunnen mit einheitlichen Flaschen und Kästen; das funktioniert nur da wieder nicht wo jemand sich "von der Masse abheben" will und egoistisch entscheidet, daß seine Flaschen und Kästen jetzt anders aussehen müssen. Die müssen dann eben wirklich zurück zum "Absender".
      Und dass die Reinigung so so effizient (und damit ressourcensparsam) geschieht wie möglich, dafür sorgt der Kostendruck den die Hersteller haben. Deswegen gibt's übrigens Pfandflaschen, weil deren Herstellung eben doch mehr Ressourcen (und damit Geld) benötigt als ihre Reinigung, auch mit Transport. Aber zu den Kosten von CO2-Ausstoss hab ich oben ja schon was geschrieben.

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