22.12. –♥– Rauhnacht

      22.12. –♥– Rauhnacht

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      .♥.— 22. Dezember —.♥.

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      Rauhnacht

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      von
      @Poetin


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      Bei den Rauhnächten handelt es sich um die zwölf Nächte zwischen dem Thomastag am 21.12.und Neujahr. Im Volksglauben gelten diese Nächte seit jeher als eine Zeit, in der die Grenzen zu anderen Welten fallen und die „Wilde Jagd“ übers Land tobt. Diese Nächte sind eine gefährliche Zeit und eine, die über das Schicksal imkommenden Jahr entscheiden soll.

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      Wir betreten den Hauptbereich des Clubs. Harter Industrial schallt uns entgegen und übertönt beinahe das Gemurmel von Menschen, die sich leise unterhalten. Menschen sitzen an der Bar, eine junge Barkeeperin in schwarzem Latex und Spitzenschürze trocknet ein Glas ab. Eine Frau wird an einer Hundekette an mir vorbeigeführt.

      Der Knall einer Peitschenschnur auf Haut. Jemand stöhnt, schreit.

      Alex, der von nun an mein Herr und nicht mehr nur mein Partner sein wird, legt Lederfesseln um meine Handgelenke und Knöchel und befestigt eine Führkette am Ring des Halsbands. Ich atme tief durch und alle Anspannung, jeder Gedanke an den Alltag, fällt von mir ab. Von nun an habe ich keine Kontrolle mehr, gebe mich im Vertrauen an Alexvollständig in seine Hände.

      Wenig später betreten wir ein Separee, das durch zwei offene Türen mit dem Spielbereich verbunden ist. Auch die Wand besteht ab Hüfthöhe aus Holzstäben. Das Gitter bietet den Anschein einer Privatsphäre, doch jeder, der möchte, kann zusehen. Alex bedeutet mir, mich mit dem Oberkörper auf eine mit schwarzem Leder bezogene Fesselbank zu legen. Ich gehorche. Das kühle Leder lässt mich schaudern. Meine Handgelenke werden vor mir fixiert. Dann tritt Alex hinter mich, schiebt mit dem Fuß meine Beine auseinander und beginnt, mich zu streicheln. Sanft gleiten seine Hände über meine Hüften, den Po und die Oberschenkel. Ich genieße die Wärme seiner Hände, die Körperwärme, die er abstrahlt, und gebe mich ganz den zärtlichen Berührungen hin.

      Nach wenigen Minuten spüre ich die Klatsche einer Reitgerte, die entlang meiner Wirbelsäule über die Pobacken zu den Oberschenkeln geführt wird. Ich schaudere, die Härchen an meinen Armen richten sich auf. Ich vermisse die Wärme seiner Hände und doch beginnen die Schmetterlinge im Bauch zu fliegen.

      Alex beginnt, mit der Gerte vorsichtig auf meine Hinterbacken zu klopfen. Dann kommt unerwartet der erste stärkere Schlag. Ich zucke kurz und fange mich sofort wieder. Es ist eher der Schreck, denn wirklich weh tut es noch nicht. Dann folgt schon der nächste Schlag, und der nächste. Langsam wird die Intensität gesteigert, jeder Hieb lässt einen beißenden Schmerz durch meinen Körper zucken.

      Ich nehme den Schmerz wahr, nehme ihn an, doch innerlich lasse ich los, bin ganz weit weg. Auf einmal entfernt sich Alex ein paar Schritte von mir. Die plötzliche Kühle holt mich kurz ins Alltagsbewusstsein zurück. Ich nehme Menschen wahr, die in respektvollem Abstand zusehen, das Rascheln von Kleidung, ein kurzes Husten. Ein halb bekanntes Gesicht, Christiane, eine ältere FemDom, die mein Herr gut kennt. Ich blinzle kurz, lächle, und dann fallen meine Augen zu, und ich tauche wieder in meine Welt ein, in der es nur meinen Herrn, mich und den Schmerz gibt. Frieden.

      Wieder spüre ich Alex Nähe. Er steht nun neben mir, sein Körper streift meine Hüfte, und ich spüre seine Erektion durch den Stoff seiner Hose. Wieder beginnt er, mich zu schlagen, bearbeitet mich nun mit einer zweiblättrige Tawse. Mit jedem Schlag nimmt das Brennen meiner malträtierten Oberschenkel zu, die Haut überempfindlich wie nach einer Verbrühung. Meine Beine beginnen zu zittern, mein Atem wird schneller und heftiger. Wieder saust die Tawse durch die Luft. Ich zucke unwillkürlich weg, doch Sekundenbruchteile später knallt das breite, gespaltene Lederblatt auf die Rückseite meines Oberschenkels. Der Aufprall presst mir die Luft aus den Lungen, ein leises Geräusch wie ein gedämpfter Ausruf, ein gehauchtes „Haaaaa…“. Einen Moment lang geben meine Beine nach. Es schmerzt wie Millionen Nadelstiche, wie glühendes Eisen auf meiner Haut.

      Bitte nicht noch ein Schlag….

      Alex Hände gleiten über die überwärmteHaut, er liebkost mich behutsam. Dann tritt er zurück. Und noch einmal trifft das Lederblatt der Tawse meinen Oberschenkel. Tränen schießen mir in die Augen. Sie laufen über meine Wangen, fallen auf das Leder der Fesselbank unter meinem Gesicht. Sanfte Hände lösen die Fesseln um meine Handgelenke. Einen Moment lang bleibe ich liegen, unsicher, ob meine Beine mich tragen. Alex hilft mir auf und zieht mich an sich. Er hält mich fest in den Armen und stützt mich, bis ich mich gefangen habe.

      Ich grabe mein Gesicht in den Stoff seines Hemdes, atme seinen Duft ein. Nur er und ich sind jetzt wichtig.
      „Du warst gut“, flüstert er.
      Langsam lässt der Schmerz nach, ein angenehmes Wärmegefühl breitet sich aus. Funktionelle Hyperämie. Ich versuche, meinen Hintern über meine Schulter hinweg zu betrachten.
      „Knallrot“, grinst Alex. „Morgen wirst du Blutergüsse haben“.

      —.♥.—

      Im Aufenthaltsbereich des Clubs gesellt sich Christiane zu uns. „Bitte hol uns etwas zu trinken!“, höre ich Alex Stimme. Die Führkette wird abgenommen. Ich gehe zur Bar, bestelle die gewünschten Getränke und bringe sie auf einem kleinen Tablett an unseren Tisch. Alex bedeutet mir, mich neben ihn auf ein Handtuch zu knien. Ich versuche unauffällig, eine einigermaßen schmerzfreie Haltung zu finden. Meinen Po werde ich beim Sitzen noch einige Tage spüren. Ich nippe an meinem Saft und lausche mit halbem Ohr dem Gespräch, das mich kaum berührt. Einbezogen werde ich nicht. Es stört mich nicht. Ich bin froh, jetzt nicht reden zu müssen.

      Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie ein untersetzter, sportlich wirkender Mann mit kurzen braunen Locken die Sitzecke betritt. Es ist Sebastian, ein guter Freund von Alex.
      „Servus!“, grüßt er. „Schön, euch zu sehen!“
      Alex blickt auf.
      „Hey, wie geht es dir? Und wo hast du Louisa gelassen?“
      „Die ist in Dublin, auf einer Familienfeier. Ich wäre mitgefahren, aber wir mussten einen wichtigen Auftrag abschließen. Gerade fertig geworden. Und da ich gehört habe, dass ihr hier seid, habe ich kurzfristig beschlossen, vorbeizukommen.“

      Die Männer beginnen ein angeregtes Gespräch. Ich entschuldige mich für einen Moment. Als ich zurückkomme, stehen beide auf. Alex legt mir eine Kopfmaske aus weichem Leder und die Führkette an.

      Ein kurzer Weg, dann ein Ruck an der Kette.
      „Beine breit, Kitten!“

      Wieder schiebt Alex meine Beine auseinander. Die Männer bringen mich in Position. Ich schaudere, als ich kühles Holz an meiner Haut spüre, und weiß, dass ich am frei im Raum stehenden Andreaskreuz stehe. Karabiner werden in die Fußfesseln eingehakt und mit den Ringen am Kreuz verbunden, meine Arme werden nach oben geführt und ebenfalls fixiert.

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      Der Rohrstock gleitet über meinen Körper. Ich dränge mich ihm entgegen, bettle stumm nach mehr. Höre Sebastians Stimme, warm und lachend.
      „Gierig, die Kleine…“
      „Ja, das ist sie. Unersättlich. Sie bekommt nie genug.“
      Sebastian zieht den Rohrstock zurück, nur, um ihn Sekundenbruchteile später erneut über meinen Körper zu führen. Er beginnt, sanft auf die Innenseiten meiner Oberschenkel zu schlagen. Dann auf den Venushügel. Oh, ja…

      Wieder schiebe ich mein Becken vor, versuche nochmals, mich dem Rohrstock entgegen zu drängen.
      „Hey!“
      Ein schärferer Schlag auf den Schambeinansatz.
      Schmerz und Erregung durchzucken mich wie elektrischer Strom, ich stöhne leise auf.
      „Schau, wie sie sich windet… das gefällt dir, was, Kätzchen?“
      Finger gleiten zwischen meine Beine. „Sie tropft schon“, informiert Alex Sebastian und ein – hoffentlich nur imaginäres – Publikum in beiläufigem Plauderton. Die Demütigung treibt mir die Hitze ins Gesicht und zwischen die Beine. Ich versuche, die Schenkel zusammenzudrücken, was mir einen erneuten Schlag einbringt.

      Dann spüre ich Alex vor mir. Er schiebt sein Knie zwischen meine Oberschenkel und drängt sie grob auseinander. „Du brauchst es, Kätzchen, also tu nicht so zimperlich!“ Oh, wie recht er hat. Ich brauche es. Die Erniedrigung, den Schmerz, die Scham. Diese Emotionen und die Dominanz meines Spielpartners sind es, die mich erregen. Nicht federleichte Zärtlichkeiten, die ich kaum wahrnehme und die mich nicht berühren.

      Alex umfasst mit Daumen und Zeigefinger meine Brustwarzen und zwirbelt sie. Dann lässt er los und tritt wieder hinter mich, um Sebastian den Freiraum zu geben, den er braucht.

      Ich lehne meinen Kopf an sein Gesicht, und er lässt den Körperkontakt zu, wissend, dass ich ihn spüren muss, um mich fallenlassen zu können. Sein Unterarm legt sich von vorn um meine Schultern und fixiert mich, gibt mir Halt. Die Finger der anderen Hand spielen an meinen Nippeln, kneifen, ziehen. Der Rohrstock wird zischend durch die Luft gezogen und trifft hart meinen Venushügel. Eine Woge an Schmerz und Lust reißt mich mit. Ich fliege.

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      Als ich in die Wirklichkeit zurückkomme, halten beide Männer mich in den Armen. Langsam beginnen sie, die Fesseln zu lösen, fangen mich auf, als ich zu Boden gleite. Die Maske über meinem Kopf wird abgenommen. Alex zieht mich an sich und nimmt mich in die Arme. Sanft wischen seine Finger die Tränenspuren weg. Sebastian kniet neben uns, auch er hat einen Arm um mich gelegt. Mit der freien Hand streichelt er zärtlich mein Haar. „Danke!“, flüstert er.

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      Wieder sind wir in der Sitzecke. Ich kuschle mich in Alex Schoß, erschöpft und noch immer wie in Trance. Auch die Männer reden wenig. Ich seufze glücklich, schließe die Augen und träume von der nächsten Rauhnacht.

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      Bitte liked jedoch nicht diesen Beitrag, da er nicht von der Autorin eingestellt wurde, sondern im Rahmen des Geschichtenadventskalender. Die Autorin wird, sofern sie es möchte, zeitnah hier eine Antwort posten. Diese dann bitte liken, so dass eure Likes auch bei ihr ankommen.
      Liebe Silk, vielen lieben Dank für das Hochladen meiner Adventskalendergeschichte und all die Arbeit. die du und Alea in die Vorbereitung des gesamten Projekts inverstiert habt.

      Ich hoffe, dass meine Geschichte dem einen oder anderen Leser gefällt. Ob die Geschichte erlebt oder erträumt ist, überlasse ich eurer Imagination ^^ . Ich freue mich über Rückmeldungen.
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -
      So wie deutsche Märchen häufig mit „und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute“ enden, so enden italienische Märchen gerne mit „si non è vero, è ben trovato“: wenn es nicht wahr ist, ist es gut ausgedacht.


      Eine wirklich tolle Schilderung, vielen Dank fürs teilen :)
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!