Sexuelles Desinteresse bei fester, tiefer Beziehung

      Sexuelles Desinteresse bei fester, tiefer Beziehung

      Hallöchen!

      Durch den Thread Manipulation und Beziehung kam mir der Gedanke für dieses Thema - nein, er stand sogar wortwörtlich drinnen.
      Es geht um folgende Aussage:


      Mir kommt es gerade so vor als ob diese Nähe, die mich dauerhaft eine
      Beziehung leben lässt, auch der Punkt ist, der das Gegenüber für mich
      sexuell uninteressant macht.

      Das ließ mich aufhorchen und wird im benannten Thread nicht besonders beleuchtet, daher der neue Thread.

      Ich habe in meiner Jugend (18 bis Mitte 20) nichts anbrennen lassen. Ich hatte viel Sex, viele verschiedene Partner, nie etwas längeres als ca 8 Monate. Erst mit Mitte 20 kam dann eine Beziehung, die 5,5 Jahre dauerte. Dort ließ die sexuelle Anziehung auch irgendwann deutlich nach, was ich evtl auch auf damals entstehende Probleme zurückführe.
      In meiner jetzigen Beziehung allerdings das Gleiche: die Lust lässt, vor allem auf meiner Seite, deutlich nach.

      Kann es tatsächlich sein, dass man die sexuelle Komponente aus den Augen verliert, wenn die Beziehung an sich sehr tief ist?

      Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen!
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Das ist ein sehr interessantes Thema.
      Ich hatte das definitiv auch, wobei ich auch bisher erst eine lange Beziehung (5 Jahre) hatte und meine Ehe, die aber von Asexualität von seiner Seite aus geprägt war.
      Ich habe tatsächlich Angst davor, dass mir das wieder passiert, also dass meine Libido schwindet, wenn die Beziehung länger dauert.
      Ich hoffe (!!), dass es in meiner ersten Beziehung daran lag, dass meine Neigungen nicht so befriedigt wurden wie ich es mir gewünscht hätte, und dass es in einer Beziehung, in der der Sex von BDSM geprägt ist, besser läuft.
      Aber bisher - ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht.
      Ja, ich kenne das (leider) auch. Mein Freund und ich sind seit 8 Jahren zusammen und haben / hatten beide schon derartige Probleme.

      Natürlich kann es sein dass die Leidenschaft und „das heiße Begehren“ mit den Jahren schwindet. Man kennt sich, man lebt im Alltag und im Trott. Es ist etwas auf das man bewusst achten muss, man muss die Sexualität pflegen.

      Ich würde versuchen mit Absicht prickelnde Momente einzubauen und etwas zu tun was für Spannung sorgt. Ich mag es zum Beispiel wenn wir beide etwas angetüdelt und dadurch etwas hemmungsloser oder kopfloser sind. Im Alltag sind wir zur Zeit beide sehr verkopft und ein bisschen betüdelt zu sein, hilft bei mir zb (habe dann immer Lust rum zu knutschen und seinen popo anzufassen:) ).

      Vielleicht gibt es auch Umstände / Dinge / Situationen die dir helfen? Vielleicht kannst du aktiv dafür sorgen solche Momente im Alltag mehr herbeizuführen?

      Mache dir auf jeden Fall keine Sorgen, ich finde es ist völlig normal dass die Libido mit den zunehmenden Jahren, die man zusammen ist, etwas abnimmt. :)
      Liebe Grüße
      Ich denke das hängt eher mit den beteiligten Partnern zusammen als mit der "Zeit" an sich. Wenn man es schafft daran zu arbeiten, dass das gegenseitige Begehren und die Lust aufeinander wach bleibt, indem es auch immer mal wieder neue Impulse gibt, dann muss die Sexualität nicht einschlafen.
      Der Alltag mit all seinen kleinen und großen Problemen, Kinder, Beruf etc. ... All das macht es natürlich nciht einfacher. Der erste Reiz einer neuen Beziehung verfliegt vermutlich tatsächlich nach einer Weile, einfach weil man sich besser kennt. Aber man kann doch gerade mit der Neigung zu BDSM Dingen immer wieder neue Reize setzen, immer wieder Neues bei sich und beim Partner entdecken. Und dann bleibt es auch spannend. Meinen Herrn gibt es mittlerweile fast 20 Jahre in meinem Leben, und von Lageweile oder Desinteresse ist nicht die Spur zu erkennen - ganz im Gegenteil. Er macht mich mindestens noch genauso wuschig wie am ersten Tag - tendenziell sogar eher mehr.
      Es scheint mir also weniger die Zeit der Faktor für schwindende Lust zu sein als eher der Umgang miteinander und die Neugierde aneinander. Und da müssen wohl beide mitarbeiten.
      Eine Sub kann himmlisch lachen, göttlich verwöhnen und Paradiese schenken dem, den sie liebt :saint:
      Der Verlust der Leidenschaft innerhalb einer langjährigen Beziehung ist leider manchmal gegeben . Es ist mMn jedoch ein Unterschied , ob ich mich mit jemanden verbunden habe , den ich sowieso nicht so sexuell attraktiv empfand aber die beziehungskomponente deutlich tief und gut war und deswegen eher die Beziehung als der Sex im Vordergrund stand . Dann ist es schwierig sich der Lust zuzuwenden .
      Habe ich jedoch eher das Problem , das die Lust recht groß war , die Beziehung immer tiefer wurde , aber der Alltag nun durch die Vertrautheit und Berechenbarkeit des anderen die Lust killt , dann sollte ich daran arbeiten . Neue Impulse setzen , sich aufeinander einlassen , Situationen verändern . Rituale schaffen oder verändern . Wenn der Startschuss zur Interaktion immer gleichbleibt , wird die Initiative berechenbar , der Moment der Lust lapidar .
      Ich bin seit 37 Jahren mit dem gleichen Mann aktiv , tief verbunden , wir haben den Alltag als sehr Lust ausschaltend erlebt - Kinder , Job , Hausbau etc - Dinge die uns immer wieder aus dem Focus des anderen katapultierten , aber es gab immer wieder Momente , wo ein Blick reichte , eine Geste oder eine Zuwendung uns wieder Schmetterlinge fühlen ließ . Es ist der Moment , wo man den anderen nicht mehr nur als Freund sieht , sondern als den Menschen der mich sieht , den ich sehe in seiner Ganzheitlichkeit . Die Schönheit wiederentdecke , im Geist und damit auch im Körper .
      Sich diesen Blick immer mal wieder zu gönnen - gegenseitig , ist es was die Lust wieder anfacht , die Aktion selbst lässt dann auch über Hormone immer mehr Lust entstehen .
      Es ist für mich die Frage : Will ich hinsehen oder ist es alles so selbstverständlich das der andere theoretisch immer da, verfügbar , ist und damit evtl auch die Lust immer nach hinten geschoben werden kann statt sie sich im rechten Moment einfach zu gönnen . :rot:

      My 2 Cents
      Wir leben alle unter dem selben Himmel , aber nicht mit dem gleichen Horizont

      DomMacherin schrieb:

      Ich denke das hängt eher mit den beteiligten Partnern zusammen als mit der "Zeit" an sich. Wenn man es schafft daran zu arbeiten, dass das gegenseitige Begehren und die Lust aufeinander wach bleibt, indem es auch immer mal wieder neue Impulse gibt, dann muss die Sexualität nicht einschlafen.
      Der Alltag mit all seinen kleinen und großen Problemen, Kinder, Beruf etc. ... All das macht es natürlich nciht einfacher. Der erste Reiz einer neuen Beziehung verfliegt vermutlich tatsächlich nach einer Weile, einfach weil man sich besser kennt. Aber man kann doch gerade mit der Neigung zu BDSM Dingen immer wieder neue Reize setzen, immer wieder Neues bei sich und beim Partner entdecken. Und dann bleibt es auch spannend. Meinen Herrn gibt es mittlerweile fast 20 Jahre in meinem Leben, und von Lageweile oder Desinteresse ist nicht die Spur zu erkennen - ganz im Gegenteil. Er macht mich mindestens noch genauso wuschig wie am ersten Tag - tendenziell sogar eher mehr.
      Es scheint mir also weniger die Zeit der Faktor für schwindende Lust zu sein als eher der Umgang miteinander und die Neugierde aneinander. Und da müssen wohl beide mitarbeiten.
      Ja, wenn man das Glück hat die Sexualität ausleben zu können wie man es möchte, stimme ich dir voll zu. :) voll schön zu hören!
      Ich leben mit meinem Partner keine derartige Beziehung und der „normale“ sex kickt mich nicht immer sooo. Es ist einfach eine andere Art der Beziehung und gerade was den sex angeht, müssen wir beide ganz anders darauf achten als in den ersten Jahren der Beziehung, in den es noch von ganz alleine aufregend und spannend war, einfach weil man sich erst kennenlernt.
      Ich bin jetzt mit meinem Mann über 17 Jahre zusammen. Es gab immer mal kurze Phasen, in welchen die sexuelle Lust aufeinander geringer war. Meist wenn ein Kind noch sehr klein war und Schlafmangel chronisch war.
      Aber ich kann für mich sagen, dass ich meinen Mann auch noch nach so langer Zeit sexuell attraktiv finde. Dass er sich mittlerweile auch auf meine Bedürfnisse im Bereich BDSM einlassen kann und daran offensichtlich Gefallen findet, macht das ganze noch besser.

      Ich schließe mich bei @topaz an, was dich betrifft.
      "Erfahrung ist das, was man hat, kurz nachdem man es gebraucht hätte."

      Lilly13 schrieb:

      Kann es tatsächlich sein, dass man die sexuelle Komponente aus den Augen verliert, wenn die Beziehung an sich sehr tief ist?
      ich denke sie kann zeitweise etwas mehr in den Hintergrund treten - wobei die Beziehung an sich damit nicht an Qualität einbüßen muss.

      Manche Dinge verlagern sich einfach und der Alltag ist ja auch nicht immer einfach. Beide Partner müssen aber auch etwas für ihre Beziehung tun.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Abgesehen von den beziehungstechnischen Sachen kann auch die Pille einen durchaus erheblichen Einfluss auf den Menschen haben - darunter auch die sexuelle Lust /Anziehung.
      Meine Frau und ich hatten auch eine problematische Zeit ueber gut 5,6 Jahre hinweg. Nachdem die ersten 2 Jahre von Lust und Experimentierfreude gepraegt waren schlief das zunehmend ein. Zuerst nix gedacht dabei, weil ist halt so - lange Beziehung. Als das aber immer mehr wurde und meine Frau, die charakterlich sonst eher das Feuer einer Italienerin hat, zunehmend alles egal wurde und ich das auch scheinbar nicht oder nur unwesentlich beeinflussen konnte, habe ich begonnen weitergehend zu recherchieren. Ich bin dann darauf gestossen dass die Pille einen erheblichen Einfluss auf den Charakter haben kann. Betroffene beschrieben das so dass Gefuehlsspitzen quasi ausgebuegelt wurden. Nach eingehender Recherche habe ich ihr dass dann gezeigt, wir haben dann nach einem Gespraech mit dem Frauenarzt auch die Entscheidung getroffen die Pille abzusetzen.
      Und tatsaechlich - erste Aenderungeun kamen nach ein paar Wochen - die Feurigkeit war zunehmend wieder da, inkl Gefuehlschaos und auf einmal hatte sie auch wieder Lust - so ganz unvermittelt und von sich aus, und innerhalb von ein, zwei Jahren hat sie sich quasi komplett "regeneriert". Sie hat dass dann so beschrieben als haette man ihr, aehnlich wie in dieser Waschmittelwerbung, einen Grauschleier abgezogen.
      Heute sind diese Nebenwirkungen durch Internet etc eher bekannt, aber als sie damals begonnen hat 2002 wegen unserer frischen Beziehung die Pille wieder zu nehmen da war das alles noch nicht so mit dem dass man sich wegen allem ans Netz gewandt hat.
      EDIT: Ihre Pille war die Mercilon - als Zusatzinfo

      Lilly13 schrieb:

      Mir kommt es gerade so vor als ob diese Nähe, die mich dauerhaft eine Beziehung leben lässt,
      auch der Punkt ist, der das Gegenüber für mich sexuell uninteressant macht.

      Lilly13 schrieb:

      Kann es tatsächlich sein, dass man die sexuelle Komponente aus den Augen verliert, wenn die Beziehung an sich sehr tief ist?
      Ich denke, dass hier Nähe und Nähe zwei verschiedene Begrifflichkeiten sind.

      Tiefe in einer Beziehung, in meiner Beziehung, verstärkt das sexuelle Begehren.
      Je länger wir zusammen sind, je inniger unsere Bindung wird, je mehr wir uns vertrauen können,
      umso weniger können wir die Finger voneinander lassen.
      Das ist jetzt bei @Pat so und das war auch in meiner letzten Beziehung, die immerhin 9 Jahre gehalten hat, nicht anders.
      Am Sex lag es nicht, dass ich mich getrennt habe.

      Mit Sicherheit, und damit kommen wir zur 2. Interpretation von Nähe, liegt es daran,
      dass ich weder mit meinem Exfreund noch mit @Pat zusammengelebt habe.
      Die Nähe, die entsteht, wenn man auf engstem Raum zusammenlebt, kann schon "schuld" daran sein, dass das sexuelle Interesse weniger wird.

      Man sieht sich in ungünstigen Situationen, krank, ungepflegt, schlecht gelaunt.
      Wenn beide! darauf achten, dass der Schlabberlook dem Putzen/ der Gartenabeit vorbehalten bleibt,
      man sich auch an freien Tagen die Haare wäscht und sich rasiert, einen netten Duft auflegt,
      und - ganz wichtig - seine schlechte Laune nicht ausgerechnet an dem Menschen auslässt, den man am meisten liebt,
      bleibt auch das Begehren aufeinander da.

      Zeig und sag dem anderen, dass du ihn liebst, was du an ihm schätzt, was du an ihm bewunderst, wie in der Zeit, als du frisch verliebt warst.
      Ruf dir das immer wieder ins Gedächtnis und lass es raus, nicht nur denken oder vor Freundinnen schwärmen ;)
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Eine Partnerschaft ist auch immer Arbeit. Ich bin mit meinem Mann jetzt fast 30 Jahre zusammen und die sexuelle Anziehungskraft ist immer noch sehr stark. Es gab natürlich auch Zeiten da war an Sex nicht zu denken,Schlafmangel wegen Kindern etc. Ich könnte mir auch keinen anderen Mann in meinem Bett vorstellen,wir sind perfekt aufeinander eingespielt.
      Ein kluger Mann hat mal zu mir gesagt - Sex ist so wichtig wie Essen u Trinken ....und alles beginnt im Kopf.
      Schiebt man nun alles auf die Umstände - Kinder, Haushalt, Hausbau und Stress in Job - pflanzt man sich selbst den Gedanken ein, das Sex jetzt gerade mal das Unwichtigste ist. Der Körper reagiert, die Libido sinkt, Fantasien können keine mehr entstehen und der Partner erscheint nicht mehr so attraktiv.
      Gerade wenn eine tiefe Bindung vorhanden ist - das was ich denke und (nicht mehr) fühle, strahle ich aus und wird vom Partner gespiegelt.

      Das ist eine Abwärtsschraube in der Beziehung, führt evtl zu etwas, was keiner will.

      Hier können viele Methoden der Beziehungsarbeit helfen. Ein Date, ein WE im Hotel, regelmässige Paarabende. Im BDSM kennt man die Kraft der Rituale.
      Ich bin nicht ganz sicher, ob ich einen guten Richtwert abgebe, da ich mich als asexuell definiere, aberrrrrr:
      Bei mir ist es so, dass, je näher ich einer Person emotional komme, die Bereitschaft zu Sex abnimmt. Also am Anfang ist es ok und man kann es mal machen. Aber je näher ich mich einer Person fühle, desto weniger kann ich diese Person und Sex miteinander vereinbaren. :pardon:
      Das kann auch soweit gehen, dass sich meine Gefühle ins Gegenteil verkehren und ich eine Abneigung der Person gegenüber entwickle. Es hilft aber offenbar Sex dann einfach wegzulassen :D
      The turtle moves. <3
      Erst mal vielen Dank für eure rege Teilnahme! :blumen:

      Ich muss aber noch etwas richtig stellen, was bei meinem ersten Posting gar nicht deutlich wurde:
      wir haben zwar selten Sex, aber wir vermissen ihn auch nicht so sehr.
      Es ist nicht so, dass wir denken, uns fehlt etwas bedeutendes. Wir sind uns emotional einfach sehr nahe, der Körper ist da irgendwie in den Hintergrund gerückt.
      In der Vergangenheit waren die Beziehungen oder Bekanntschaften mit dem besten Sex immer die kürzesten, bzw am schnellsten vorbei. :gruebel:

      Ich habe mich mit einer Freundin darüber unterhalten, und sie erklärte den Zustand mit Hormonen. Bei einer tiefen Bindung schüttet der Körper quasi dauerhaft Glück und Zufriedenheit aus, so dass er die Spitzen beim Sex gar nicht mehr braucht. :love:
      Die Pille nehme ich übrigens schon seit 20 Jahren. Ohne Pille bin ich die ersten beiden Tage meiner Regel total ausgeschaltet vor Schmerzen, daher kam ein Absetzen bisher nicht in Frage.
      Allerdings hatte ich ja in dieser Zeit auch sexuell sehr aktive Phasen. Und dass ich nicht mehr alle paar Wochen von einem Extrem ins Andere falle wie zu Beginn der Einnahme (Stichwort Gefühlsspitzen) finde ich eher gut... :pardon:

      Bisher lese ich bei euren Antworten eher heraus, dass ihr diesen Zustand als nicht gut empfindet und etwas daran ändern würdet.
      Gibt es denn auch die Erfahrung, dass fehlender Sex nicht unglücklich macht, sondern die Beziehung an sich im Vordergrund steht?
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Naja, da kann ich direkt antworten.

      Wenns fuer euch beide passt, dann ist alles gut.
      Fuer mich wars ehrlich nicht schoen, weil wenn sich nach einem anfaenglichen Feuereifer irgendwie im Bett so gar nichts mehr tut und man(n) sich eher vorkommt wie ein Bittsteller der halt "rangelassen wird wenns sein muss". So kam das immer mehr rueber. Ich bin mir auch irgendwie allein gelassen vorgekommen - zuerst tun und probieren wir und haben auch Spass dabei uns gemeinsam auszutoben und dann wirds immer weniger und weniger. Als wuerd man was falsch machen, kommt aber einfach nicht dahinter was. Man bemueht sich, tut sich was an und beisst auf immer haerteres Granit.
      Da hab ich schon ordentliche Selbstzweifel bekommen. Hab ich sie ueberfordert, hat was nicht gepasst, es waren ja nicht immer alle Experimente erfolgreich, und ich bin ja auch immer so schnell gekommen, ich war ja am Anfang noch so unerfahren etc. Ich hab ernsthaft Selbsthilfebuecher gelesen...
      Wir sind da durch schon durch vieles gegangen. Aber nein, fuer mich hat das nicht gepasst. Meine Frau wars zuerst, naja, nicht so wichtig (und wir wissen ja nun warum). Als dann die Hormone dann langsam abgebaut waren hat sie gemeint dass ihr dieses Zeug nie wieder ins Haus kommt. Sie wollte dass nicht mehr haben dass zugefuehrte Hormone Ihren Gefuehlszustand regeln.

      Ich find dass es halt mit dem Partner wirklich geklaert sein sollte dass es passt und beide gluecklich sind. Dann ist alles gut.
      @Lilly13 ich kenne es genau so wie Du es beschreibst aus der Ehe mit meiner Ex-Frau. nach so ca 4 Jahren war die extreme Sexphase um trotzdem war unsere Beziehung geprägt von einer grossen Liebe, Tiefe und auch fanden wir uns beide erotisch attraktiv. Es kam dann auch zwei Jahren vor der Trennung wieder zu einem Aufflammen der starken Sexualität, was einfach mit bestimmten Ereignissen zu tun hatte. es gab keinen Zeitpunkt in unserer Ehe wo wir das Gefühl hatten zu wenig zu bekommen in dem Bereich.
      Catch me if you can...
      Ich muss sagen ich kenne das auch. Woran es liegt? Schwer zu sagen. Ich glaube dass es einem iwie befriedigt wenn man Zeit zsm. verbringt, kuschelt etc.
      Muss sagen dass es bei uns aber eigentlich schon immer so war dass wir nicht alle 1-2 Tage Sex haben, von Anfang an.
      Was mir auffällt ist dass wenn wir uns ein paar Tage nicht sehen dass ich dann iwie unbefriedigt bin und Lust bekomme. Darum die Schlussfolgerung dass mich das bloße zusammensein schon iwie befriedigt.
      Ich bin mit meiner Partnerin seit 10 Jahren zusammen und ich kenne das oben beschriebene Phänomen nicht.

      Ergänzend sei gesagt, dass wir ebenfalls sowohl harte Phasen ohne Zeit für uns, als auch massiven Schlafmangel hatten. Ich will jetzt nicht anfangen darüber zu mutmaßen worin die Gründe liegen könnten und eine gut/schlecht Diskussion vom Zaun brechen will ich schon dreimal nicht, aber ich wollte es einfach nur mal gesagt haben: Es gibt auch ein Jahrzehnt andauernde Partnerschaften, bei denen weder Lust, Häufigkeit noch Intensität eine Tendenz nach unten haben.

      Lilly13 schrieb:

      Bei einer tiefen Bindung schüttet der Körper quasi dauerhaft Glück und Zufriedenheit aus, so dass er die Spitzen beim Sex gar nicht mehr braucht.
      Das kann eine zutreffende Erklärung sein. Es kann ein sich-etwas-schönreden sein. Oder es ist einfach keine Erklärung nötig
      - es ist wie es ist und es ist ja nicht schlecht, wenn ich Dich richtig verstehe, oder, Lilly?

      Was mir gerade einfällt: Tatsächlich, meine Partnerin nimmt nicht die Pille. Ob das nun eine zufällige Korrelation ist oder ob wirklich Kausalität dahintersteckt, können wir im Forum wohl nicht beantworten :huh: