Funktioniert DS auch ohne beherrschen und demütigen?

      Funktioniert DS auch ohne beherrschen und demütigen?

      Hallo ihr Lieben,

      ihr seht mich etwas ratlos. Mir wurde eine Frage gestellt, auf die ich partout keine, für mich befriedigende, Antwort finde.

      Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen

      Anonym schrieb:

      Den Gedanken, Kontrolle abzugeben, geführt zu werden, empfinde ich als ausgesprochen reizvoll.


      Aber sind beherrscht und benutzt zu werden nicht die Kehrseite der Medaille?


      Beherrscht und benutzt zu werden sind bei mir negativ besetzt. Der Gedanke macht mir Angst.
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren
      Ds kann auch liebevolle unterstützende Führung sein. das kann ohne benutzen sein und beherrschen würde ich es auch nicht nennen, wenn es um Förderung geht. denk anstatt an Kontrolle abgeben an an die Hand genommen zu werden.
      Ich kann @Viva nur beipflichten. Ich habe bisher auch nur ein D/s erlebt, das liebevoll und manchmal auch streng war. Ich wurde geführt, ohne große Demütigung zu erfahren, und habe mich freiwillig unterworfen,
      sodass dies für mich das Beherrschen auch ausschließt (weil ich mich ja freiwillig so weit hingebe). Ich empfand es, wie Anonym schreibt, als unglaublich reizvoll, befand mich aber nie in einer Situation,
      in der ich besagte Kehrseite befürchtete.

      Generell denke ich, dass man achtsam sein sollte, ob und inwieweit man sich mit einer bestimmt Person auslebt, wenn man etwas bei dieser fürchtet.
      Damit meine ich nicht eine Art Wonneangst, sondern wirkliche Angst, wie sie mir bei Anonym erscheint. Vielleicht fasse ich das auch falsch auf?
      Natürlich kann sich das ändern, wenn man Vertrauen gewinnt, aber irgendwie klingeln da ein bisschen meine Alarmglocken.

      Vor meiner ersten Session mit meinem Herrn war ich zwar nervös und unsicher, aber hatte nie Angst, dass mir etwas geschehen könnte.
      Auch in Zukunft fürchte ich das nicht, da sich unser D/s so entwickeln wird, wie es uns beiden gefällt; selbst, wenn ich dann auch Demütigung oder dergleichen
      erfahren würde, ergibt sich dies durch das Bestreben von uns beiden jeweils. :)


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      Ich empfinde auch, dass es geht.

      Es gibt Dom, die es verstehen, intensiv auf Sub einzugehen und sie genau dort abzuholen, wo sie steht.
      Es ist ein extrem emotionales DS, in dem sich "Benutzung" eben nicht wie Benutzung anfühlt, sondern sub fühlt sich von ihrer
      eigenen Hingabe so dermassen überwältigt, dass sie Dom nichts mehr entgegenhalten könnte, selbst wenn sie wollte, sie aber gar nicht will...
      Die "Beherrschung" wird dermassen liebevoll aufgebaut, dass sich die Führung eben wie "Verführung" anfühlt, zart und subtil daherkommt und sub den enormen und fast grenzenlosen Respekt von Dom für sie fast mit Händen greifen kann, während er sie eben "im Griff hat".

      Die dabei gefühlte Nähe ist so gross, dass sub verstehen lernt, dass Dom und sub eben in Harmonie einen ganz wunderbaren Tanz aufführen, im Bewusstsein, dass einer führt und der andere folgt. :love:
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno

      Anonym schrieb:

      Den Gedanken, Kontrolle abzugeben, geführt zu werden, empfinde ich als ausgesprochen reizvoll.

      Aber sind beherrscht und benutzt zu werden nicht die Kehrseite der Medaille?
      Ich stimme den anderen zu: Nein, muß nicht sein.
      Typisches Gegenbeispiel ist zB, wenn Dom ein Caregiver ist.
      Dom kümmert sich um Sub, ist Fürsorger, im besten Fall gütig und um das Wohl von Sub besorgt, liebevoll und fördernd.
      Dabei muß Sub mMn nicht zwingend eine Little sein, das funktioniert auch in anderen DS-Beziehungen.
      Dabei vertraut Sub ihr Leben dann Dom an, gibt ihm die Macht über sich und er kümmert sich.
      Da gibt es dann keine negative Beherrschung und auch keine Benutzung.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud

      Abigail schrieb:



      Anonym schrieb:

      Den Gedanken, Kontrolle abzugeben, geführt zu werden, empfinde ich als ausgesprochen reizvoll.


      Aber sind beherrscht und benutzt zu werden nicht die Kehrseite der Medaille?


      Beherrscht und benutzt zu werden sind bei mir negativ besetzt. Der Gedanke macht mir Angst.
      Ob man den Begriffen“ beherrscht und benutzt“ eine positive oder negative Interpretation inkludiert, liegt an jedem selbst. Denn man kann sie negativ sowohl auch positiv belegen.
      Ich sehe in diesen Begriffen keine Kehrseite der Medaille von Kontrolle abzugeben und geführt zu werden.
      All diese Begriffe beinhalten nicht, das eigene Gehirn in einen Schrank zu legen diesen abzuschließen und den Schrank nebst Gehirn aus dem Fenster zu werfen.
      Diese Begriffe allesamt bedeuten den Wunsch sich bewusst einem Gegenüber dem man vertraut und oder einem, der einem das Wert zu tun ist, zu unterwerfen.
      Bewusst bedeutet auch reflektiert und eigenverantwortlich.
      Eigenverantwortlich und reflektiert bedeutet, ich tue das bewusst so lange wie es mir dabei gut geht.
      Es geht bei dem Ausleben von den Neigungen und Veranlagungen um Beziehungen.
      Auch Spielbeziehung sind Beziehungen in denen die beteiligten Partner aufeinander achten, miteinander sprechen, Grenzen definieren und auch Begriffe in der Definition abgleichen sollten.
      @Abigail, vielleicht hilft eine solche Betrachtungsweise, deiner Anonym ein wenig die Angst zu nehmen.

      Gruß Marquis le deuxième
      Immer bestrebt, auf sehr liebevolle Weise und meine ganz besondere Art böse zu sein.
      Hier ist wieder die Kommunikation im Vorfeld wichtig: Ängste und Bedenken anzusprechen, klarzustellen, welche Bereiche im DS tabu sind.
      Bei mir sind es z.B. Job, Freizeitaktivitäten, soziale Kontakte, Finanzen. Beherrschen kommt bei uns also nur in Bereichen vor, die wir abgesprochen haben.

      Ebenso habe ich von vornherein klargestellt, dass Demütigung mich seelisch verletzen würde.
      Das heißt, ich lasse mich zwar als sein Spielzeug benutzen, verbal und körperlich, aber ich spüre die Wertschätzung dahinter.

      Was dir immens wichtig ist, sprich vor dem 1. Spielen an und zwischendurch führt Feedbackgespräche.
      So eine DS-Beziehung ist keine Einbahnstraße, du kannst immer wieder die Richtung korrigieren, wenn du merkst, es tut dir nicht mehr gut.

      Die Angst vor Kontrollverlust kenne ich aber auch, umso schöner ist das Gefühl, wenn ich dann den Kopf ausschalten und vertrauen kann, dass es schon seinen Grund hat, warum er dies oder jenes anordnet oder verlangt. Oft habe ich anfangs nachgefragt, warum, jetzt kommt die Frage nur noch ganz selten von mir.
      Auch wenn es widersprüchlich klingt:
      Ihr Ego muss stark genug sein, um seine begrenzte, defensive Haltung und Kontrolle aufgeben zu können.
      Sie brauchen ein starkes Ego, um das Ego transzendieren zu können.

      - John Bradshaw, Das Kind in uns -
      Also ich finde die Frage bzw auch teilweise die Antworten etwas komisch... Es kommt so rüber als wäre D/S automatisch etwas, das Egoismus und Gewalt von Dom (also Beugung mit Zwang) impliziert. Fürsorge, Liebe, Empathie usw können doch auch einher gehen MIT einem Machtgefälle! Bzw. sollten es sogar!! Ohne Demütigung ja - das würde ich sofort unterschreiben! Aber D/S ohne Machtgefälle in irgendeiner Form?! Ist ein Widerspruch in sich für mich.... Man kann es "romantisch" verpacken bzw umschreiben mit "an die Hand nehmen und leiten" aber trotzdem hat doch die dominante Seite das Sagen und übernimmt das "Formen" der devoten Person!! Und das geht eben über "normale" Fürsorge hinaus! Wichtig ist, dass beide es eben genau SO wollen und sich wohl dabei fühlen!!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sklvn1411 ()

      Mag sein, dass dir die Frage komisch vorkommt, @sklvn1411, aber wenn es etwas ist, dass einen beschäftigt, sollte man sich nicht scheúen auch "komische" Fragen zu stellen. Schon gar nicht, wenn es einem Angst macht. Sicherlich geht DS nicht automatisch mit Egoismus und Gewalt von Dom einher, aber es könnte sein, dass es eben doch jemand ausnutzt. Die Gefahr besteht grundsätzlich immer, schon klar. Es laufen genug manipulative Menschen in "freier Wildbahn" umher. Nicht nur auf der dominanten Seite, nicht dass es zu Missverständnissen kommt, auch auf der anderen Seite gibt es sicherlich so einige. Dennoch glaube ich, durch die Antworten, auch wenn sie romantisch verpackt sind, ein Stück der Angst genommen werden konnte.
      DS ohne Machtgefälle ist ein Widerspruch in sich, da stimme ich vollkommen überein.
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren

      sklvn1411 schrieb:

      Fürsorge, Liebe, Empathie usw können doch auch einher gehen MIT einem Machtgefälle!
      Das bezweifelt niemand


      sklvn1411 schrieb:

      Ohne Demütigung ja - das würde ich sofort unterschreiben!
      Finde ich nicht, es gibt bewusste gewählte Ds Beziehungen, die mit Demütigungen arbeiten, das ist auch ok.


      sklvn1411 schrieb:

      Aber D/S ohne Machtgefälle in irgendeiner Form?!
      Wer schreibt von Ds ohne Machtgefälle? Ich hab es so jetzt nicht rausgelesen, wäre auch idiotisch weil ein Oben und ein Unten immer zwingend ein Machtgefälle produziert, egal wie es ausgestaltet ist.

      sklvn1411 schrieb:

      Man kann es "romantisch" verpacken bzw umschreiben mit "an die Hand nehmen und leiten" aber trotzdem hat doch die dominante Seite das Sagen und übernimmt das "Formen" der devoten Person!! Und das geht eben über "normale" Fürsorge hinaus! Wichtig ist, dass beide es eben genau SO wollen und sich wohl dabei fühlen!!
      ähm sorry , da fühle ich mich mal angesprochen. Wenn ich von an die Hand nehmen spreche im Vergleich zu Beherrschen, dann ist das nicht eine romantische Vorstellung, sondern ein Konzept, wie meine Führung ausgestaltet wird. Und auch hier habe ich nicht gesagt, dass der Dom nicht führt oder formt. Aber Beherrschen ist für mich eine andere Form der Führung, eine viel härtere, striktere und auch unerbittlichere und im Zweifelsfall auch mehr auf die Bedürfnisse des Doms ausgerichtet, als auf die Defizite des Subs.

      Ja und auch dieses Beherrschen/ - lassen ist total legitim, aber ich kann mir vorstellen, dass es Menschen Angst macht, die ein andere Form der Führung brauchen.
      in keinster Weise habe ich geschrieben dass ich Ängste oder Bedenken deswegen nicht ernst nehme oder als komisch ansehe! Die kenne ich durchaus selber bei mir auch. Das einzige was ich meinte war, dass es eben ohne Machtgefälle kein D/S gibt (!) D/S aber durchaus ohne Demütigung funktionieren kann. Gesagt ist denke ich alles mit dem letzten Satz den ich schrieb: es muss sich einfach für beide gut anfühlen! Das ist das wichtigste!
      DS funktioniert definitiv ohne Demütigung. Wenn Demütigung kein Kink der/des Sub ist hat es meiner Meinung nach in keiner Beziehung etwas zu suchen.
      Ich könnte meine Sub gar nicht demütigen. Zu einem wäre es mir selbst zu wider, zum anderen ist DCP-195 eine intelligente und stolze Sub. Sie dient mir freiwillig und mit großer Hingabe und Würde. Was immer ich ihr demütigendes befehlen würde, sie würde es stolz ausführen, da sie ihrem Herrn damit dient. Es würde sie also nicht demütigen, sondern eher mich, weil ich es befohlen hätte. Ich würde mich wohl beschämt fühlen.

      Wie gesagt, wenn demütigen ein Kink ist sieht das alles völlig anders aus. Aber dem Eingangspost entnehme ich das es darum hier nicht geht.

      Beherrschen jedoch ist meiner Meinung nach ein Grundpfeiler -zumindest unseres- DS. Ich setzte beherrschen mit dominieren gleich und ohne Dom kein DS. Ohne Sub natürlich auch nicht.
      Ich befehle, sie folgt. Was anderes als beherrschen sollte das sein? Ich finde es nicht negativ besetzt.
      So wie ich es geschrieben hatte. "...ist DCP-195 eine intelligente und stolze Sub. Sie dient mir freiwillig und mit großer Hingabe und Würde. Was immer ich ihr demütigendes befehlen würde, sie würde es stolz ausführen, da sie ihrem Herrn damit dient. Es würde sie also nicht demütigen, sondern eher mich, weil ich es befohlen hätte...."
      Unter Demütigen verstehe ich, das ich jemanden bloß stelle oder etwas ausführen lasse, was der/die Sub (nicht die Umwelt) als demütigend empfindet.
      Meine Sub würde mir auch in diesem Falle stolz und aufrecht dienen und das kann Sub nicht demütigen. Zumindest würde ich das dann nicht als Demütigung empfinden. Wir hatten schon -mindestens- eine Situation, die andere vielleicht als demütigend empfunden hätten und sie hat diese Situation mit großer Würde gemeistert. Daher kann ich diese Aussage über meine Sub treffen.
      Das ist aber natürlich meine ganz persönliche Sichtweise. Sicher empfindet mancher das anders.

      Ich hoffe ich konnte das halbwegs verständlich erklären. Ich empfinde das einfach so aber leider reichen meine sprachlichen Fähigkeiten nicht immer aus, mein Empfinden auszudrücken.