Platz 2 - Geschichtenwettbewerb 5: "Unterm Radar"

      Platz 2 - Geschichtenwettbewerb 5: "Unterm Radar"

      Wie versprochen kommt hier nun Platz 2 des Geschichtenwettbewerbes.

      Auch hier möchte ich nochmals erwähnen, wie nah die 3 ersten Plätze beieinander lagen,
      was ihr sicher gleich nachvollziehen könnt, wenn ihr nun auch die nächste der drei Geschichten lesen konntet.


      Vielen Dank lieber
      @dbondino
      für deine kreative und spannende Geschichte

      "Unterm Radar"
      die uns alle begeistert hat.

      Herzlichen Glückwunsch zu Platz 2 und nun viel Spaß beim Lesen...







      Unterm Radar




      Es war endlich Frühsommer geworden. 20 Grad Tagestemperatur! Es war einfach herrlich. Alle blühte, die Luft roch frisch und blitzende Sonnenstrahlen machten Lust darauf, draußen zu sein.

      Für Dodo und mich begann nun endlich wieder die richtige BDSM-Saison. Klar, es war riskant. Gefährlich, um ganz ehrlich zu sein. Aber es war immer noch besser, als in unserem hellhörigen Wohnblock wo die Wände Ohren hatten und Schläge und Schreie sofort gemeldet wurden. Ganz darauf verzichten konnten und wollten wir beide nicht, obwohl es natürlich am klügsten gewesen wäre, sich auf leisere Spielarten zu beschränken.

      Aus dem letzten Jahr hatten wir schon eine gewisse Routine. Wir wussten, wie wir unsere Utensilien unverdächtig verstauen konnten - zumindest hofften wir, dass wir clever genug waren. Alles musste zu einem Picknick passen und auf den ersten Blick ganz unverdächtig sein. Die Seilrolle im Rucksack war übertrieben, auch die Zahl der Karabiner. Das ließ sich aber im Notfall mit der Hängematte begründen, hoffte ich. Und der Pfannenwender war für den Nudelsalat nicht optimal … aber hey, wir hatten eben das Salatbesteck verlegt.

      Ich ging noch einmal meine Pläne durch: “Essen und Trinken, Kerzen, Feuerzeug, Eis im Isolierbehälter, Tabasco, Wäscheklammern, Frischhaltefolie, Taschentücher, Taschenmesser - um Stöcke zu schneiden.“ … Den Gürtel hatte ich an.

      Dodo kam in die Küche.

      “Halloooooo! … Du siehst heiß aus!” Sie trug das gelbe Sommerkleid, das ich so an ihr liebte.

      “Danke. Alles für dich!”

      Ich küsste sie, zog sie an mich, fühlte ihre Brüste an meiner und den süßen Po in meinen Händen. Bilder jagten mir durch den Kopf, die ich nachher zu erleben hoffte. Aber ich sollte jetzt lieber besonnen sein.

      “Magst Du noch etwas essen oder trinken, bevor wir aufbrechen?”

      “Nö, besser nicht” zwinkerte sie mir zu. “Ich fühle mich ziemlich voll …”

      “Braves Mädchen!” nickte ich genüsslich grinsend, denn ich wusste nun, dass sie Dildo und Plug trug.

      Dodo hatte immer einen Halsreif aus Stahl an und heute zusätzlich zwei Armreife aus dem gleichen Material, aber vorerst am gleichen Arm. Nachher würde ich die Microschrauben anziehen, die die Schmuckstücke zu Fesseln machten, die sie dann nicht abnehmen konnte - aber erst nachher.

      Seit vor fast zehn Jahren die nationalkonservative Regierung gewählt worden war, hatte sich viel verändert. Es war purer Zufall gewesen, dass ich diese wunderbaren “Schmuck”-Stücke noch auf einem Flohmarkt erstehen konnte. Neu gab es so etwas bei uns nicht mehr zu kaufen. Es war zwar nicht explizit verboten, aber jeder Käufer hätte sich vermutlich in Gefahr begeben und wäre der AntiDB verdächtig erschienen. Die Antidiskriminierungsbehörde nannte jeder so.

      Die AntiDB verfolgte im Auftrag der Regierung gesellschaftsuntypische Umtriebe, so auch “Körperkontakte mit unnatürlichem, benachteiligendem oder diskriminierendem Charakter”.

      Schnell waren die BDSMler und LGBTIQs ins Fadenkreuz geraten und in den Untergrund gedrängt worden. Frauen durften unter keinen Umständen geschlagen werden und Männer - ganz im Sinne der Gleichberechtigung - natürlich auch nicht. Selbst dann nicht, wenn sie es wollten! Homosexualität war sowieso verwerflich und gegen die Gebote der Schöpfung.

      Zu Anfang hatte man noch gelacht. Wer sollte das denn überprüfen? So schlimm würde das schon nicht werden. Schließlich war BDSM schon viele Jahre in einigen europäischen Staaten im rechtlichen Graubereich angesiedelt gewesen - ohne Folgen.

      Doch es kam anders.

      Erst waren die bekannten Treffpunkte geschlossen worden. Das war hart, aber noch umgehbar gewesen. Dann gab es immer mehr aufmerksame Nachbarn, die nur zu gerne den Blockwart gaben. Und verantwortungsbewusste Ärzte, Trainings- und Berufskollegen, Bekleidungsverkäuferinnen … Eine Mehrheit hatte diese Regierung gewollt. Und diese Mehrheit war am Ende allgegenwärtig.

      Für die Überwachung der Einhaltung der gesellschaftlichen Moralnormen hatte man die AntiDB gegründet. Die überwachte unmoralische Lebenskonzepte, ungebührliche Sprache und den Erfolg von Integrations- und Erziehungsmaßnahmen.

      Wer auf Linie war und keine Feinde hatte, hatte auch keine Probleme zu erwarten. Wer aber ein alternatives Lebenskonzept umsetzen wollte oder denunziert wurde, hatte kaum Chancen der engmaschigen Überwachung zu entgehen.

      Und genau das hatten wir jetzt vor. Wir würden wortwörtlich unter dem Radar fliegen.

      “Fertig?” fragte ich.

      “Fertig!” nickte Dodo.

      Noch einmal küssten wir uns fest, nickten uns zusichernd zu.

      Wir nahmen Rucksack und Henkelkorb und machten uns auf den Weg.

      In der Straßenbahn waren wir ganz das jungverliebte Paar. Das musste man nicht verbergen. Sogar einige D/s-Gesten waren in der Öffentlichkeit unproblematisch, da das klassische Rollenbild gesellschaftlich bevorzugt wurde. Frauen, die zu ihren Männern aufsahen, waren da gerne gesehen. Vermutlich hätte man sogar gerne die Züchtigung widerspenstiger Frauen geduldet, aber es nicht zu tun, war der Preis dafür, jede Form von alternativem Sex zu ächten.

      Bis Bammelecke fuhren wir raus, ganz in den Südosten Berlins. Von dort aus kam man zu Fuß zu einem alten Ausflugslokal, das seit Jahrzehnten verlassen war. Keinen Kilometer davon entfernt hatte man ein neues gebaut, da gab es auch Strand und Liegewiesen - und weniger Fluglärm vom BER. Das neue Lokal war für uns die perfekte Tarnung, zumindest bis zu dem Moment, wo wir auf die verwilderte Zufahrt des alten Restaurants einbogen.

      Nach vielleicht zweihundert Metern standen wir zwar vor einem verschlossenen Tor und einem Zaun, der das alte Areal umgab, aber das würde uns nicht aufhalten, sondern Schutz geben. Wir wussten, dass keine fünfzig Meter weiter links der Zaun lose war und wir uns dort durchquetschen konnten.

      Von jetzt an fühlten wir uns ziemlich sicher. Der Tag konnte kommen und im Kopf ging ich meine Pläne für unsere Session noch einmal durch.

      Altes Laub raschelte unter unseren Füßen.

      Langsam erkannte man einen Gebäudekomplex weiter vor uns. Dahinter lag, wie ich wusste, breit die Dahme, die an dieser Stelle Langer See genannt wurde.

      Ein weiteres Flugzeug setzte kreischend über uns zur Landung an. Nur noch fünf Kilometer zum Touchdown.

      “Etwas mulmig ist mir schon.” sagte Dodo leise.

      Ich war auch ziemlich nervös, musste ich mir eingestehen. Aber ich streichelte Dodos Rücken, um ihr diesen zu stärken. Wir brauchten es beide und mussten das jetzt durchziehen.

      Das alte Ausflugslokal war ein verlorener Ort. Wo früher Lawinen von Besuchern am Wochenende eingefallen waren, große Familienfeiern und gelegentlich ein Ball stattgefunden hatten, war heute gespenstische Ruhe.

      Staub, abblätternde Farbe, Spinnweben und ein wenig Laub auf dem Boden empfingen uns, als wir durch ein offenes Fenster eingestiegen waren. Es war wohl der Kontrolle entgangen, da es hinter einem geschlossenen Rolladen lag, den man hochdrücken musste.

      Man kam dann in einen Raum zwischen der großen Küche und dem riesigen Gastraum.

      Da das Dach intakt war, roch es noch nicht einmal unangenehm.

      “Geschafft. Wir sind da!” seufzte ich.

      Dodo fiel mir um den Hals.

      Eine Mischung ihrer Düfte umfing mich. Ein leichtes Parfüm, ihr Deo und eine Prise Nervosität. Mein Herz schlug merklich schneller.

      “Ich liebe Dich!” flüsterte ich ihr ins Ohr.

      “Ich dich auch.”

      Die Anspannung und Angst ließen nach und ich wusste, ich wollte sie hier und jetzt.

      So nahm ich Dodo an ihrem Po hoch, was sie mit klammernden Beinen unterstützte, und trug sie zu einem der alten Tische, die hier standen.

      Meine Hand fuhr unter ihren Rock, um ihr den Slip auszuziehen.

      “Das geht nicht so einfach.” kicherte Dodo. Dildo und Plug! Ich erinnerte mich. Darüber hatte sie einen festen Lederharnisch gezogen.

      “Na warte!” Mein suchender Blick entdeckte ein Stück Kabel. Damit band ich Dodos Hände an das obere Tischende. Dann löste ich die Schließen des Lederslips und klappte ihn nach unten weg.

      Was für eine feuchte Pracht empfing mich da und fügte der Summe ihrer Düfte den der Geilheit hinzu! Ich musste diese Muschi küssen, was bei Dodo unmittelbar heftiges Stöhnen auslöste. Dabei zog ich langsam den Dildo aus seinem feuchtwarmen Versteck. Den Stöpsel im Po ließ ich vorerst an Ort und Stelle, denn ich liebte die Enge, die er erzeugte.

      Dann nahm ich sie voll ungezügelter Leidenschaft und verschaffte mir schnell Erleichterung.
      Sometimes the grass will appear greener on the other side, because it has been fertilized by so much bullsh** :pardon:
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      Sie wollte mehr.

      “Du bist noch nicht dran!”

      “Du fieser Bösewicht!” klagte sie jammernd.

      Mit Dodo hatte ich andere Pläne und sie würde heute noch oft kommen.

      Tatsächlich hatte ich mich an das Treppengeländer erinnert, das die große Treppe vom Gastraum trennte. Es war ein Zeugnis sozialistischer Formenstrenge und nicht sonderlich hübsch - aber ungemein praktisch für meine Zwecke.

      Zusammen mit Tischen und Stühlen war für ausreichend Spielgeräte gesorgt, um sich hier den ganzen Tag zu vertreiben.

      Also wechselte ich ihren zweiten Armreif an den anderen Arm, verschloss alle Stahlringe mit dem kleinen Inbus.

      “Jetzt gehörst Du ganz mir.”

      “Ja.”

      Ich schaute fragend.

      “Ja … Herr.”

      Die Anrede war ungewohnt, denn gewöhnlich machten wir das nicht. Aber hier war sie passend.

      Ich bedeutete Dodo vom Tisch aufzustehen.

      “Soll ich mich ausziehen, Herr?”

      “Ja, bitte.”

      Es dauerte nicht lange, da stand eine wunderschöne nackte Frau vor mir, lediglich drei Stahlreife zierten ihren Körper. Und ein Plug, wie ich wusste.

      Am Halsreif führte ich Dodo vor das große Gitter-Geländer, beugte sie vornüber und band ihren rotblonden Pferdeschwanz in Hüfthöhe fest. Dann nahm ich ihre Handfesseln und band damit ihre Handgelenke mittig über ihrem Po zusammen. Dann band ich ein Seil hindurch, das ich über Dodos Kopf durch das Gitter zog.

      Nun konnte ich ihre Arme nach oben ziehen, was für sie sehr unangenehm war, oder sie auch wieder nach unten lassen.

      “Du hältst schön den Plug fest, ja?”

      “Ja, Herr.”

      Mit einer schnellen Bewegung zog ich meinen Gürtel aus der Hose.

      Dass Dodo die Luft scharf einzog, sagte mir, dass sie das Geräusch sehr wohl zu deuten wusste.

      Aber es kam anders, ich fing mit der bloßen Hand an. Oh, wie sehr hatte ich dieses klatschende Geräusch vermisst!

      Auch Dodo bereitete es Lust, mochte sie auch noch so sehr “Au!” und “Oh!” von sich geben.

      Als die Pobacken richtig angewärmt waren, wechselte ich zum Gürtel.

      Wieder klatschte es laut auf Dodos Po. Leichte Striemen bildeten sich.

      Dodo ließ sich in ihre Lust fallen. Das erschwerte ich ihr, indem ich das Seil mit den Handgelenken anzog. Ich kannte das Gefühl, als ob einem die Schultern ausgekugelt würden, wenn weiter gezogen würde. Es machte die eigene Ohnmacht spürbar.

      Testweise versuchte ich das Stück Kabel, mit dem ich Dodo am Tisch festgebunden hatte und siehe da, es war sehr gut für spitzen Schmerz geeignet, nicht unähnlich einem Stock.

      Dodo wurde immer freier, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Lauter und lauter wurde ihr Stöhnen, schließlich schrie sie ihre Lust hinaus.

      Es war ein Leichtes, ihr den ersten Höhepunkt des Tages zu bereiten.

      Danach band ich Dodo los und befestigte dann tatsächlich die Hängematte im Raum.

      Wir hatten den Blick durch die staubigen Fenster des ehemaligen Gästeraums auf die Dahme ganz für uns alleine.

      Nackt in der Hängematte sitzend aßen und tranken wir.

      Ohne die immer wieder über uns hinweg fliegenden Passagierjets hätten wir denken können, ganz alleine auf der Welt zu sein.

      “Ich hatte ganz vergessen, wie schön es hier ist, Paul.”

      “Ja. Ich könnte immer hier bleiben.”

      Auf meinem Tablet hatte ich eine elektronische Version der Geschichte der O., daraus las ich Dodo vor. Die prunkvolle und etwas schwülstige Umgebung hätte ihr auch gefallen.

      “Ich könnte mir so ein Kleid nähen, was meinst Du?”

      “Als Hauskleid?”

      “Das ist der halbe Spaß, aber immerhin.”

      “Gefallen würde es mir bestimmt.” sinnierte ich.

      “Und angeleint schlafen könnte ich auch gerne.” Ihre Augen funkelten verliebt und ergeben, als sie das sagte.

      “Das kannst Du gerne haben, meine Süße.” Vielleicht keine Kette, überlegte ich, aber eine Leine oder ein Seil … das würde gehen und mir gut gefallen.

      Ich band Dodo die angewinkelten Extremitäten fest mit Folie zusammen. Auf der Freien Fläche ihres Rumpfes spielte ich mit Wäscheklammern und Kerzenwachs. Dabei benutzte ich alle ihre Öffnungen für meinen Spaß, ließ Dodo am Ende mein Sperma schlucken.

      Danach leckte ich sie - sie mehrfach im Ungewissen lassend - in den Himmel.

      Dodo war wieder ohne Scham und Grenzen laut. Hier war das schließlich vollkommen egal.

      Die Kerzenstummel stellten wir auf einen kleinen Tisch mit Glasplatte und ließen sie brennen. Noch einmal sammelten wir uns in der Hängematte, schenkten uns Zärtlichkeiten und Küsse. In einer Stunde wollten wir aufbrechen, würden noch ein wenig unsere Spuren beseitigen müssen.

      Es war dunkel, als wir aufwachten.

      Ein weiteres Flugzeug überquerte das Haus. Aber das war es nicht, was uns geweckt hatte.

      “Wo soll das Licht gewesen sein?”

      “Im alten Ballsaal!”

      “Unsere Kerzen …” raunte ich Dodo zu. Die waren inzwischen aus, aber vom Wasser aus hatte die wohl jemand gesehen.

      Wir waren beide aus der Hängematte gehüpft, aber zum einen war es zu dunkel, um sich zu orientieren und zum anderen … wo versteckte man sich nur in einem leeren Saal?

      “Ich schau da mal nach!” hörten wir die Stimme eines Mannes, schon sehr viel näher.

      Dann sahen wir den Lichtstrahl einer starken Taschenlampe den Raum absuchen.

      Es war nicht mehr zu vermeiden, er traf uns. Nackt. Dodos Körper mit eindeutigen Spuren.

      Der Strahl verharrte auf uns.

      “Das war es also, meine Liebe.”

      Dodo nahm meine Hand.

      Unsere Herzen schlugen bis zum bersten.

      “Umerziehungsanordnung” schoss es mir durch den Kopf.

      Der Lampenstrahl beleuchtete plötzlich ein grinsendes Gesicht vor dem Fenster, das zu einem Mann in AntiDB-Uniform gehörte..

      Dann war es weg.

      “Ben hier ist nichts. Da muss sich jemand geirrt haben. Bestimmt hat sich ein Landescheinwerfer im Glas der Veranda gespiegelt.” tönte die Stimme laut.

      “Gut, dann können wir ja doch pünktlich Feierabend machen!” hörte man von der anderen Seite des Gebäudes.

      “Natürlich, was hast Du denn erwartet? So lauschig ist dieses Plätzchen ja nun auch wieder nicht. Mitten in der Einflugschneise …”

      Die beiden Männer entfernten sich.

      Wir standen noch sehr lange reglos da und konnten nur schwer verstehen, was da gerade passiert war.

      Dann hielten wir uns zitternd und lange in den Armen. Dodo weinte. Mir schmerzte der Hals beim Schlucken. Was hatten wir riskiert!?

      Dann zogen wir uns schleunigst an und packten zusammen, was wir im Schein unserer weiteren kleinen Kerzen fanden. Das Risiko mussten wir eingehen, aber schnell sein.

      Das Fenster öffneten wir möglichst leise und vorsichtig. Es war niemand mehr da.

      Der Wald war heller, als es im Gebäude gewesen war. Doch leise konnten wir uns kaum bewegen. Immer knackte und raschelte es.

      Als wir durch den Zaun geklettert waren und die 200 m zum Hauptweg hinter uns hatten, waren wir halbwegs sicher.

      “Das war so ein toller Tag, Paul, aber diese Aufregung …!”

      “Ja, das war er. Und ja, wir müssen uns etwas …”

      Wir standen plötzlich im Scheinwerferlicht eines Wagens, der nur etwas weiter geparkt hatte.

      “Na, ihr Turteltäubchen? Habt ihr es doch noch heraus geschafft?”

      Es war der Wachmann, der uns nicht verpfiffen hatte. Was wollte er von uns?

      “Euch ist klar, dass das im Zweifel gar nicht gut für euch ausgesehen hätte? Nette Spuren auf dem Arsch, Kleine!”

      Und wurde heiß und kalt zugleich.

      “Macht euch nicht in die Hosen … wenn die Süße überhaupt eine anhat!” lachte er fies.

      “Was wollen sie?” fragte ich genervt.

      “Ruhig, Brauner! Ihr seid nicht alleine mit eurem Problem. Aber es gibt bessere Plätze.”

      “Was …? “ stammelte ich.

      “Steigt ein, ich fahre euch nach Hause, oder wollt ihr laufen? Um diese Zeit fährt nichts mehr. Und keine Angst, ich habe Feierabend.”

      Ich schaute Dodo unsicher an, aber sie war genauso perplex. Der Wagen war ein Privatwagen.

      “Gut, wir haben eh keine Wahl, oder?”

      “Ich heiße Tom. Und nein, ihr habt keine sinnvollere Wahl.”

      Bis Tom sie vor ihrer Wohnung absetzte, wussten Dodo und Paul, dass ihr BDSM-Leben gerade erst angefangen hatte. Berlin war zu groß, um Leidenschaft und Lust flächendeckend unter Kontrolle zu haben. Und nicht jeder, der der neuen Regierung zugewandt schien, war es auch.

      Im Gegenteil, in ihrem Schatten waren Freiräume, die die Eingeweihten nutzten und schützten. Und Dodo und ich hatten nun einen Schlüssel zu diesen Spiel-Räumen.

      Der Gedanke, zu einer Gegenbewegung zu gehören, mit anderen zusammen … der war unsnie gekommen. Aber er fühlte sich gut an!

      Mit neuem Mut und vollkommen erschöpft lagen wir nebeneinander in unserem heimischen Bett. Schlafen konnten wir aber noch lange nicht.






      -ENDE-
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      Ich sitze gerade - noch etwas ungläubig den Kopf schüttelnd - beim Kaffee. :coffee:

      In einem Wettbewerb für BDSM-Geschichten eine so politische Geschichte einzureichen, empfand ich als gewagte Idee. Immerhin ist Politik das ziemliche Gegenteil von Konsens und somit kein Selbstläufer für eine Jury-Wertung ... dachte ich.

      Die Geschichte war auch keinesfalls ein Selbstläufer beim Schreiben. Erstaunlich schnell ist man in der Gefahr, einen zu sehr konstruiert wirkenden Text oder arg herbei fantasierte Szenarien abzuliefern oder Menschen mit anderer Meinung übelst vor den Kopf zu stoßen.
      Noch nie ist mir eine Geschichte so zäh aus den Tasten gequollen.

      Die Wertung der Jury und der Zuspruch, der mich gerade auf unterschiedlichen Wegen erreicht und oft ausdrücklich den politischen Aspekt lobt, freuen mich darum sehr. Ihr seid großartig. Vielen Dank. :rot:
      Mit einer verliebten Frau kann man alles tun, was sie will.
      (Gustav Klimt)