BDSM in alltäglichen Situationen?

      BDSM in alltäglichen Situationen?

      Hallo zusammen :)

      Ich habe mir Gedanken darüber gemacht ob meine BDSM Bedürfnisse auch in alltäglichen Situationen hervorkommen.

      Ein Beispiel:
      Ich muss alles planen. Wenn ich also mit jemandem unterwegs bin muss ich sehr genau wissen was die andere Person will, was wir machen, wohin wir gehen…
      Mir geht es dabei aber gar nicht darum das ich die Kontrolle habe, sondern dass das ganze kontrolliert ist. Ich leide sogar darunter, wenn ich alles im Griff haben muss. Ich sehne mich danach das jemand sagt: «Ich will das, dort und jetzt. Was möchtest du?» Das jemand anderes alles im Griff hat und mir Sicherheit gibt.

      Wie ist das bei euch? Wie nehmt ihr das war? Habt ihr vielleicht sogar eine Beziehung, die im Alltag so funktioniert? Würdet ihr meine Bedürfnisse gar nicht mit BDSM in Beziehung setzten?

      Mich würden eure Meinungen und eure Erfahrungen sehr interessieren.

      Liebe Grüsse
      Schneeträumerin
      Eine Verständnisfrage, bevor ich mich an eine Antwort wage:

      Schneeträumerin schrieb:

      Ich sehne mich danach das jemand sagt: «Ich will das, dort und jetzt. Was möchtest du?» Das jemand anderes alles im Griff hat und mir Sicherheit gibt
      Wenn Du diesem Jemand dann sagst, was Du möchtest, wie soll es dann weitergehen? Soll die andere Person dann Deine Wünsche umsetzen, also in den Plan einbauen? Soll sie ihre Wünsche hinter Deinen zurückstellen? Oder soll sie Deine Wünsche hinter ihren eigenen zurückstellen?
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!
      Liebe Schneeträumerin,

      Ich weiß ganz und gar, was du meinst. Ich bin Mutti von zwei Kindern und plane und organisiere Tag für Tag, Minute um Minute. Ich bin nur am funktionieren und am machen, oft fast wie eine Maschine.

      Was ich besonders an unseren Sessions mag, eben dass ich die Kontrolle abgeben kann. Dass ich mich sozusagen um nichts kümmern muss und auch keinen Einfluss darauf habe, was passiert.

      Ich kann loslassen und das hilft mir ungemein und macht mich für Tage bzw. Wochen danach völlig ausgeglichen.

      Im Alltag würde es mir schon helfen, wenn mir manche Entscheidungen und Tätigkeiten abgenommen werden würden...

      Ich weiß nicht, ob dir das geholfen hat.

      Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend,
      Valkyrie
      Also in dem Sinne bin ich für Gleichberechtigung. Ich will das alle Wünsche von allen Beteiligten erfüllt werden. Ich halte es nur nicht längerfristig aus das ich das immer organisieren muss.

      Oder ich die einzige bin die das Bedürfnis nach Planung hat.

      Ich übernehme immer die Führung. Frage alle was sie wollen, sage was ich will und plane wie wir das alles einrichten können.

      Aber ich sehne mich in diesen Situationen danach das jemand anderes genau das macht. Für mich plant und organisiert. Die ganze Situation kontrolliert.
      Um auf deine Fragen zu antworten:
      Bei mir selber bemerke ich immer wieder, dass ich in Situationen, in denen ich mich nicht wohl fühle/die ungewohnt sind/in die ich mich erst finden muss, gerne jemanden hätte, der mir eine Richtung vorgibt und mich dominiert, da ich es Sicherheit und Ankerpunkt empfinde.
      Wenn ich mich jedoch in der Situation wohl fühle oder die Situation nicht mehr neu, ist, bin ich eher die "dominante", die den Ton angibt.

      Da fällt mir ein schönes Beispiel von der Arbeit ein. Als ich erst neu im Geschäft war, meine Kollegen noch nicht kannte und mich an alles gewöhnen musste, war ich sehr still und hätte so einen Ankerpunkt gebraucht. Mittlerweile flitze ich aber durch den Laden und rufe meinen Kollegen zu, was noch getan werden muss und wer was übernimmt :pardon:

      Also sind es bei mir ziemliche Gegensetze, die von der Situation abhängen.

      Jedoch konnte ich auch schon oft genug feststellen, dass ich "BDSM" brauche, wenn ich mich zu wohl fühle. Wenn ich zum Beispiel mit Freunden beisammen sitze und anfange frech zu werden, da ich an sich gerne provoziere und temperamentvoll bin, wünsche ich mir hin und wieder jemanden, der mich zurück hält oder mir einen dieser wunderschönen Blicke zuwirft, welche soviel wie "pass lieber auf.." sagen. :love:


      Und bei deinen Bedürfnissen ist es genauso wie mit allem anderen. Wenn diese Bedürfnisse für dich BDSM bedeuten, dann sind sie das auch. Es ist dann einfach dein BDSM. Um etwas anderes dazu zu sagen, kenne ich dich als Person einfach zu wenig.
      Take off your clothes
      Blow out the fire
      Don't be so shy
      Ich verstehe das und sehe das auch so. Aber das hat in meinen Augen nichts mit BDSM zutun. Da kann man sich vielleicht nur gelegentlich mal den Ausgleich schaffen. Da kannst du abschalten.

      Aber wenn dich das auf Dauer enorm einschränkt und belastet, dass du alles allein planen, organisieren und entscheiden musst, ist vielleicht einfach die Frage da, ob du einen Partner brauchst, der dich mehr entlastet.

      Lg
      Valkyrie
      Ich bin da, glaube ich noch schlimmer.
      Ich bin ein Kontrollfreak, planen u organisieren liegt mir im Blut ....gibt es dies bezüglich eine Aufgabe, renne ich los und weh einer mischt sich ein oder will mir was abnehmen ...dann werde ich zur Furie.

      Ich bin kein Teamplayer, ich bin ein Macher. Ja, und das Paradoxum ....es macht mir Spass, aber tief in mir drin, will ich es gar nicht.

      Ich wünsch mir jemanden, der mich stoppen kann, der mir sagt wann wo was wie gemacht wird, damit ich schwach sein kann, aufhören kann zu kämpfen, endlich leben kann was ich fühle und was ich bin.

      againstallodds schrieb:

      Ich bin da, glaube ich noch schlimmer.
      Ich bin ein Kontrollfreak, planen u organisieren liegt mir im Blut ....gibt es dies bezüglich eine Aufgabe, renne ich los und weh einer mischt sich ein oder will mir was abnehmen ...dann werde ich zur Furie.

      Ich bin kein Teamplayer, ich bin ein Macher. Ja, und das Paradoxum ....es macht mir Spass, aber tief in mir drin, will ich es gar nicht.

      Ich wünsch mir jemanden, der mich stoppen kann, der mir sagt wann wo was wie gemacht wird, damit ich schwach sein kann, aufhören kann zu kämpfen, endlich leben kann was ich fühle und was ich bin.
      Wir sind uns echt zu ähnlich :facepalm:
      Ich bin auch sehr kopflastig und liebe es Kontrolle zu haben.
      Aber ebenso bin ich gerne seine Sklavin.

      Aber ich möchte keinen haben der für mich schwierige Situation oder Entscheidung trifft .
      Ich möchte meinen Alltag alleine regeln dürfen .
      Er möchte mich nichts als hilfloses Weibchen das Hilfe braucht um das Scheibenwischer Wasser nach zu füllen .

      Dennoch entscheidet er viele Dinge in meinem Leben . Haare Schmuck Ob ich Freunde treffen darf Kleidung Orgasmus ect .
      Auf der einen Seite mag ich Regeln bin aber gerne in meinen von ihm gelassen Rahmen frei.
      Sicherheit gibt er mir weil er mich unterstützt aber nicht weil er meine Entscheidungen trifft
      Träume nicht dein Leben
      Lebe deinen Traum
      Hej,

      also, ich glaube auch zu wissen, was du meinst. Habe das allerdings noch nie im BDSM-Kontext gesehen. :gruebel:

      Meine bisherige Erfahrung im Leben, was FREIZEITaktivitäten anbetrifft, ist: Es gibt immer die "Macher/Planer/Organisierere" und die, die einfach nur mitziehen und für sich machen lassen. Man sucht sich diese Rollen auch nicht wirklich aus, man steckt einfach da drin. Ich kenne das von mir im Alltag zu genüge. Habe damals Fußball- und Hanballmannschaft gegründet. Habe eine Krabbelgruppe selbst organisiert und mittlerweile leite ich mehr oder weniger (un)freiwillig eine kleine Gruppe von Tennisbegeisterten. Ich organisiere Spiel- und Trainingszeiten, kläre, wer wann kommt und wann nicht, wer wem was zu bezahlen hat usw.

      Aber ganz ehrlich: Mich kotzt es total an!!! Ich wünschte, ich könnte auch einfach nur "mitlaufen" und jemand anderes würde diese ganze Orga übernehmen. Das Ding ist nur, wenn ich es nicht mache, macht es KEINER!! Man hat also, vielleicht aufgrund seines Charakters, einfach eine bestimmte Rolle, in die man immer wieder fällt, bzw. man kann sich das nicht 100%ig aussuchen. Denn wenn ich bspw. (was jetzt die Tennisgruppe anbetrifft) nichts mehr machen/organisieren würde... es würde wirklich kein anderer machen.
      Deswegen genieße ich es auch immer sehr, wenn ich mal jemandem in meinem Umfeld habe, der auch (gerne) den "Organisator" macht.

      Im Berufsleben geht es mir da ähnlich. Ich bin ungern in Führungspositionen oder sage anderen, was sie zu tun haben. Das Ambivalente dabei ist, dass man mir nachsagt, dass ich das total gut könne und die "geborene Chefin" sei. Da wäre also wieder die Problematik, dass ich anscheinend diese "Führungskompetenzen" mitbringe, sie aber einfach ungerne ausleben möchte. ("Exkurs": Dazu fällt mir ein, dass ich bestimmt eine hervorragende Domina abgeben würde... aber Spaß würde es mir nicht machen :fie: )

      Bei mir ist es also ein "Balanceakt" zwischen dem, was ich mir (neigungsbedingt) wünsche und dem, was ich (charakterbedingt) in Bezug auf andere/eine Gruppe tatsächlich "umsetze"...
      kann man das verstehen??? :pillepalle:
      Eigentlich bin ich wie ein offenes Buch.
      Es hat nur noch nie jemand {richtig} gelesen.
      Mir geht es genauso wie ihr beschreibt und ich bin in einer ähnlichen Position wie BottomBonnie. Auch ich bin ehrenamtlich tätig und mir werden Führungspositionen auf den Kopf zugesagt. Aus dem Grund, dass ich aber auch einfach mal „mitlaufen“ oder eine Dienstleistung „konsumieren“ möchte, schaffe ich es in der Zwischenzeit bewusst „nein“ zu sagen. Sodass, ich in einem anderen Verein jegliche Mitarbeit von Anfang an partout ausgeschlossen habe. Diesen Schritt habe ich auch aus Selbstschutz eingeschlagen. Mein Tag hat schließlich auch nur 24 Stunden. Und ein Amt, das ich inne habe, möchte ich auch verantwortungsvoll ausführen.

      Durch das Tragen der Verantwortung in vielen Rollen des täglichen Miteinanders (Arbeitnehmer, Chef, Ehrenamt, …) wächst in mir der Wunsch gerade in einer Partnerschaft, bei meiner Ich-Rolle (bitte nicht im Freud-Kontext sehen) sein zu dürfen und diese beinhaltet, dass ich nicht ständig alles entscheiden möchte. (In meinem Fall möchte ich hier Entscheidungen mit größerer Tragweite ausnehmen. Das möchte ich persönlich nicht abgeben.) Im Wesentlichen ist diese Aussage hier auf die kleinen Entscheidungen vor allem bei der Gestaltung des Alltags bezogen. Damit ist es für mich nicht verwunderlich, wenn dieser Wunsch Entscheidungen abgeben zu können in intimen Momenten seinen Höhepunkt erreicht. Ich möchte dabei nichts denken. Ich möchte dabei keine Entscheidungen treffen. Ich möchte mich fallen lassen. Ich möchte einfach nur sein.


      Wenn der Vorschlag meines Partners im Sinne von „das, dort und jetzt.“ angeht, würde ich vermutlich vieles ohne Einwände direkt hinnehmen und mit einem einfachen „Find ich gut so“ kommentieren. Über das „was möchtest du“ möchte ich dann gar nicht nachdenken. Ich probiere gerne Neues aus. Wenn der Vorschlag elementare Sicherheitsbedenken hervorruft oder sich nicht mit meinem tiefsten Gewissen vereinbaren lässt, würde ich versuchen einen Kompromiss zu finden. Wenn sich kein Kompromiss findet, da dieser eine innere rote Linie überschreitet, würde ich mich verweigern. Habe ich doch einen Vorschlag den Plan etwas abzuändern, würde ich es vermutlich akzeptieren, wenn mein Vorschlag keine Berücksichtigung findet. Aber alles in allem ist es schwierig das aufgrund der vielen Möglichkeiten hier pauschal ohne konkretes Beispiel zu erörtern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caracal () aus folgendem Grund: keinen direkten Bezug zum Thread im Sinne von alltäglichen Situationen

      ich kann eure ganzen Gedanken nachvollziehen, doch denke ich dass es sich anders gestaltet.
      Es geht nicht darum das ihr einen Charakterzug habt oder das ihr Führungskompetenzen habt, es geht vielmehr darum das ihr organisieren und führen könnt und ihr wisst was ihr erwartet von anderen. Diese anderen entsprechen nicht euren Erwartungen und daher übernehmt ihr die Führung, weil ihr sonst keine Kontrolle hättet. Ihr habt nämlich auch dann die Kontrolle, wenn jemand diese Rolle ausfüllt, der euren Erwartungen entspricht, doch das Chaos wenn eure Ordnung nicht vorhanden ist, haltet ihr nicht aus.
      Was wäre schlimm daran, wenn im Tennis oder im Fussball verein das Ganze nicht läuft wie ihr es euch vorstellt? Läuft es dann garnicht? oder nur anders? Wenn es garnicht läuft, ist es vielleicht genau das was gerade angesagt ist. Wieso sollen Menschen etwas tun und handeln, wenn sie schon bedient werden? Ihr dient denen die ihr organisiert.


      Ich kenne das alles wie gesagt und die Frage ist nicht, ob es läuft sondern kann man zulassen das es anders läuft?
      Hallo Schneeträumerin,

      tolles Thema, hab das noch nie im BDSM Kontext betrachtet, dennoch ein paar Gedanken meinerseits. Für mich hat das was mit dem "männlich-weiblich Prinzip" zu tun. Meine Sicht der Dinge ist die folgende...
      Dem Maskulinen und dem Femininen werden bestimmte Eigenschaften zugeordnet.
      Maskulin: Struktur, Grenze, Präsenz, Rahmen...
      Feminin: Kreativität, Fühlen, Erschaffen, Hingabe...

      Es ist also ganz natürlich, dass du dich nach einem Rahmen sehnst, in dem du dich dann entfalten kannst und der dir Sicherheit gibt. Natürlich trägt jede Frau auch die maskulinen Eigenschaft in sich, sie organisiert, sie plant, sie regelt, dennoch ist es nicht die Grundenergie einer Frau. Wir brauchen natürlich beides, sonst wären wir nicht lebensfähig.

      Um dir vorzustellen was ich damit meine, stell es dir als Bild vor. Zuerst gibst du dem Ganzen einen Rahmen, kaufst eine Leinwand, definierst die Umrisse und suchst Farben aus. Das ist der maskuline Teil. Dann steckst du dir die Haare hoch, mischt die Farben, betrachtest die Leinwand und lässt deiner Fantasie freien Lauf. Du kolorierst das ganze Bild, haucht ihm Leben ein und erschaffst etwas Neues, etwas Einzigartiges. Das ist der feminine Teil.

      Ein weiteres schönes Beispiel ist das Tanzen. Der Mann führt, gibt einen Rahmen ist der feste Mittelpunkt und die Frau macht das ganze erst bunt und schmückt es mit ihren Bewegungen aus.

      Ich denke es liegt in der weiblichen Natur sich danach zu sehnen die Zügel aus der Hand zu geben und jemand anderem die Führung zu überlassen. Sei es im Bett oder auf simplere Dinge wie Freizeitgestaltung bezogen. Gerade bei Frauen die sehr "dominat" sind, sprich jene die gut die Führung übernehmen können, ist es oft schwer einen Gegenspieler zu finden. Gegenspieler im Sinne von einem Menschen der sagt "so machen wir das jetzt", jemand der die Führung übernimmt. Denn es ist nicht einfach die Zügel aus der Hand zu geben, wenn man merkt, dass der Andere gar nicht so recht weiß, was er damit machen soll. Ob man die Zügel einem Freund, einer Freundin anvertraut sei dahingestellt.

      Mir passiert es auch nur sehr selten, dass einfach jemand anders die Führung übernimmt, ohne dass ich die Zügel erst abgeben muss, falls du verstehst was ich meine. Wie du siehst hab ich mir schon viele Gedanken zu diesem Thema gemacht, es aber noch nie im BDSM Kontext gesehen. Für mich ist es einfach das Grundprinzip.

      Allerdings differenziere ich auch zwischen "Entscheidungen abgeben" und "Führung abgeben". Führung ist für mich der Rahmen, die Richtlinie, in der unter anderem Entscheidungen getroffen werden. Ein Beispiel: ein Freund ruft an und sagt "Wir gehen jetzt Essen." Das ist für mich die Führung. Entgege ich ihm dann "OK wohin?" ist das die Abgabe der Entscheidung.
      Er hat zwar entschieden, dass wir Essen gehen, dennoch ist es nur ein Rahmen. Geb ich die Entscheidungen ab, bestimmt er wohin und was wir essen. Allerdings setzt dies voraus, dass ich seine Entscheidung akzeptiere und annehme. Sprich, mich dann im Nachhinein auch nicht beschwere, dass ich doch eigentlich was anderes Essen wollte, woanders hin wollte und überhaupt war der Abend scheiße. In dem Moment indem ich frage "Wohin" kann er entscheiden, wenn ihm jetzt nach chinesisch ist, mir aber nicht, dann Pech. Ich denke genau da entstehen viele Probleme, denn wir möchten geführt werden, Entscheidungen abgeben, können diese dann aber nicht akzeptieren. Die Konversation könnte dann. Wie folgt verlaufen:

      B: Ich hab Hunger.
      A: Wir gehen essen.
      B: OK, wohin?
      A: Chinesisch um die Ecke, wir treffen uns um 18:30 Uhr.
      B: Supi, bis dann.

      Die Betonung liegt auf "könnte..." denn meist verläuft die Konversation wie folgt :

      B: Ich hab Hunger.
      A: Wir gehen essen.
      B: OK, wohin?
      A: Chinesisch um die Ecke, wir treffen uns um 18:30 Uhr.
      B: Chinesisch? Darauf hab ich heute keine Lust.
      A: OK, dann lass uns zum Griechen gehen.
      B: Hm, auch nicht so mein Fall und ich kann erst ab 20 Uhr.
      A: OK, was möchtest du denn Essen?
      B: Ich will das du bestimmst wohin wir gehen...

      Ihr seht worauf ich hinaus will... Das is dann wohl "topping from the bottom in real life". Man muss lernen diese Führung anzunehmen und sich darüber klar werden, dass die "Führung vermutlich auch kein Zuckerschlecken ist" . Sei es "nur eine Kleinigkeit" wie in diesem Beispiel.

      Ich kann sagen, dass es für mich generelles Bedürfnis ist, die Führung eines anderen Menschen zu genießen. Es hört für mich nicht an der Bettkante auf und bezieht sich nicht nur auf einen BDSM Partner. Wenngleich ich auch gerne die Führung übernehme, wenn ich merke, dass es von einem anderen Menschen gebraucht wird. Das ist für mich dann auch eine Form des Dienens, wo man DAS einsortiert kann ich aber beim besten Willen nicht sagen. :gruebel:


      Hoffentlich hilft dir dieser kleine Einblick.

      LG Hannah

      Books schrieb:


      Ihr dient denen die ihr organisiert.

      Das ist genau der Punkt.
      Ich diene denen für die ich organisiere, plane ...ja, auch führe.
      Bis hier hin bin ich vielleicht im Subgedanken.

      Aber als Kontrollfreak, die Kontrolle abgeben, was ich mir so sehr wünsche ....geht nur mit jemanden, der besser ist als ich, dem ich vertrauen kann, zu dem ich aufschauen kann ...dann ist alles gut und ich lebe meine Natur.

      Books schrieb:

      Ich kenne das alles wie gesagt und die Frage ist nicht, ob es läuft sondern kann man zulassen das es anders läuft?
      Dazu...

      also, in MEINEM Freundes- und Bekanntenkreis läuft es dann eben NICHT ANDERS, sondern, wie bereits erwähnt GAR NICHT! Zumindest in der Regel. Ein Beispiel dazu.. ich habe damals im Studium regelmäßig einen Brunch organisiert. Wir warn mindestens sechs, teilweise sogar bis zu 15 Personen. Es wurde alles durch mich (damals mithilfe von facebook) orgenisiert. Als ich damit aufgehört habe, hat auch kein Brunch mehr statt gefunden... von daher... mittlerweile sind das halt Whatsapp Gruppen...

      Natürlich gibt es auch mal Menschen oder Situationen, die dazu führen (geiles Wort in dem Kontext ;) ), dass ich eben nichts machen/organisieren muss und das genieße ich dann sehr und komme damit auch gut klar, wenn es nicht 100%ig so läuft, wie ich es vielleicht gerne hätte. Ich kann ich dann sehr gut "zurücklehnen".

      Ich bin aber auch kein "Kontrollfreak", ehrlich gesagt. Ich weiß natürlich gerne, woran ich bin, aber ich habe in JEDER Hinsicht kein Problem damit, die Kontrolle abzugeben. Das mag bei @againstallodds anders sein (ist nicht wertend gemeint ;) )

      Echt ein interessantes Thema @Schneeträumerin ;)
      Eigentlich bin ich wie ein offenes Buch.
      Es hat nur noch nie jemand {richtig} gelesen.
      Nach fast 10 Jahren Führungsverantwortung für eine Abteilung habe ich den Job gewechselt, weil ich ausgelaugt war und mal nicht mehr alles machen wollte. Jetzt verdiene ich nicht weniger, habe aber Vorgesetzte, die mir sagen, was getan werden muss.
      Was soll ich sagen: Ich will da wieder weg. Ich brauche mehr Gestaltungsspielraum, auch wenn es sehr anstrengend ist.
      Möglicherweise schafft ihr einfach, was andere schon nicht mehr leisten können und seid einfach großartig. Anstrengend ist es sicherlich. Ohne Anerkennung würde ich es aber vermutlich sein lassen.
      Und wenn man sich nicht um alles kümmert, ist man Statist im Leben anderer und wird eingeteilt, kontrolliert, bestimmt. Kann toll sein, muss es aber nicht.
      Mit einer verliebten Frau kann man alles tun, was sie will.
      (Gustav Klimt)
      bei mir ist es so : ich organisiere - ich habe die Verantwortung - Beruflich , familiär , genau hier möchte ich abgeben . Gerne möchte ich einmal keine Entscheidung treffen , keine Idee vorgeben ,mal nicht sagen wo es lang geht . Die Führungsqualität ist da , das ist zeitweise anstrengend .Es kostet Kraft . Ich möchte einfach mal schwach sein. Nicht die oft Starke .
      Einfach mal die Verantwortung , die Entscheidung ,die Führung abgeben . Ohne zu sehen wie es anders besser wäre . Da gehört für mich Vertrauen in die Stärke des Gegenüber dazu . kann derjenige für sich sorgen , kann er die Verantwortung übernehmen .
      Einfach meine Gedanken dazu .
      Ein interessantes Thema
      Wenn es Dich nicht mit Begeisterung füllt, ist es nicht der richtige Weg :P :engel:
      Ich komme aus einem recht unorganisierten Elternhaus (meine Mutter hat etliche andere Stärken, ich liebe sie sehr, aber Zeitplanung beherrscht sie nur in der Theorie, scheitert aber regelmäßig an der Ausführung). Daher bin ich immer noch dabei, mir das anzueignen. Mit einigem Erfolg, aber auch noch massig Verbesserungspotenzial. Deswegen kann ich hier viele Aspekte nachvollziehen: genervt zu sein, wenn die Organisation nicht funktioniert, den Wunsch nach einer klaren Organisation, damit man selbst sich um wichtigere Dinge kümmern kann, und das resignierte "okay, dann organisiere ich das halt, dann klappt es wenigstens".
      An letzterem finde ich immer mehr Gefallen. Wie gesagt, diese Fertigkeit eigne ich mir an.

      Mit Geschlechtern hat das in meinen Augen sehr wenig zu tun. Da @Schneeträumerin nur an Frauen interessiert ist, dürfte der Hinweis auf vermeintliche "geschlechterspezifische Führungsfreude" wohl auch eher beunruhigend auf sie wirken. Ich kenne sehr organisationsfreudige Frauen und sehr unorganisierte Männer, genauso auch umgekehrt.
      Im D/s glaube ich eher, dass die Organisationsfreude (nicht das Organisationtalent) "rollenspezifisch" verteilt ist, dass also Doms (m/w/d) lieber organisieren als Subs (m/w/d).

      Ob das aber, liebe @Schneeträumerin, auch in Deinem Fall mit BDSM zu tun hat, weiß ich nicht. Um das einschätzen zu können, hatte ich ja meine Verständnisfrage gestellt. Soweit ich es bisher erlebt und gehört habe, ist es für viele Subs ganz normal, dass sie, wenn sie die Führung abgeben, auch nicht immer ihren Willen bekommen. Das ist ja auch in sich logisch: wenn ich will, dass Doms Wille durchgesetzt wird, aber zugleich beobachte, dass meine Wünsche alle erfüllt werden, muss ich mich ja schon fragen, ob Dom wirklich sich selbst den Vorrang einräumt.
      Da Du aber sagst, Deine Wünsche sollten möglichst vollständig berücksichtigt werden und Du wünschst Dir nur jemanden für die Planung, klingt das für mich so, als täte es auch ein persönlicher Assistent, der Deine Bedürfnisse organisiert. Kann das sein? Das würde für mich den Unterschied zwischen BDSM-begründeter Organisationsunlust und "normaler" Organisationsunlust ausmachen (die auch völlig in Ordnung ist!)

      Ich hoffe, ich habe Dich nicht falsch verstanden und Du kannst was damit anfangen.

      Edit: vergessene Silbe in blau eingefügt
      Es gibt keine Grenze, die ich für eine Pointe nicht überschreiten würde.

      ...darf man sowas in einem BDSM-Forum überhaupt sagen? Oder ist das dann auch wieder eine Grenzüberschreitung?
      Hilfe, ich bin in einer Logikspirale gefangen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dominantseptakkord ()