Wieviel Beziehung könnt ihr vertragen?

      Hallo du!

      Vielen Dank :) @lautleise..
      Ja...das klingt ziemlich verdächtig nach mir. Guter Hinweis, das mit den Löffeln. Zu Leuten, die Baggerschaufeln an Energie verbraten würden, schaff ich es mittlerweile recht konsequent NEIN zu sagen. Auch sowas für diesen Themenkomplex.

      Ich mag oft keine Lücken und sobald ich sehe, jemand braucht da oder dort etwas, das ICH geben könnte, ruft mich das auf den Plan.

      Dann hab ich geholfen und diejenigen wollen einen Ausgleich schaffen ( Bezahlung, Gegenangebot...) und dann kann ich es nicht annehmen. Eigentlich wär es ja eine Form von Energie, die da zurückfließen würde, aber es ist mir unangenehm, weil ich mental "im Geben" bin und gerade nicht umschalten kann....die Gelegenheit "aufzutanken" (löffelweise), geht mir damit durch die Lappen.

      Ich glaub, die Spoon Theorie könnte mir da gute Dienste leisten.
      :blumen: :blumen: :blumen:

      Izrah schrieb:

      Ich stelle gerade wiedereinmal fest, dass soziale Kontakte für mich Stress bedeuten. So sehr ich ein gutes Gespräch mit lieben Menschen schätze, so sehr bin ich oft auf der Flucht davor, weil....warum eigentlich?
      Der Begriff fiel schon mal hier: "Reizüberflutung"! Tritt aus meiner Sicht in vielen Variationen auf. Oft sind wir uns dieser Einflußnahme ja gar nicht bewusst, aber das Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Informationen, die auf uns "einprallen" zu verarbeiten.
      Z.B. Hintergrundmusik in Supermärkten, Einkaufsmalls usw., Handygespräche von Menschen neben mir im Cafe, im Zug, an der Kasse...
      Die wenigsten von uns kennen noch echte Stille. Sind eher irritiert, wenn sie NICHTS mehr hören...

      Früher dachte ich, ich muss Situationen mit Bekannten und Freunden "aushalten", um ihnen nicht vor den Kopf zu stossen, wenn ich aufstehe und gehe, weil ich es nicht mehr ertrage.
      Ich habe gelernt, auf mich zu achten und den Menschen, die mir wirklich wichtig sind, zu erklären, wie ich ticke.
      Wenn ich merke, das es mir zu viel wird, gehe ich. Ich kündige es aber an. Sie wissen, dass es nicht persönlich ist.

      Izrah schrieb:

      Smalltalk empfinde ich oft als Zeitverschwendung, wenn mir mit einem Menschen echte Themen ausgehen, neige ich dazu, mich zurückzuziehen. Nicht aus Arroganz. Ein teilweise immer noch aktives Aufmerksamkeitsdefizit führt dazu, dass ich unbewusst "reihe"
      Smalltalk ist etwas, das ich außerhalb meines Arbeitsumfeldes erst lernen musste. Manchmal ist es Zeitverschwendung, manchmal dient es aber auch dazu, in Interaktion mit anderen Menschen zu bleiben. Das habe ich festgestellt, als ich nach GR ausgewandert bin.
      Gerade hier kann ich mich nicht jedem verschliessen, da ich ja kein Sicherheitsnetz von Familie und guten Freunden habe bzw. hatte.

      Die einzigen, mit denen ich 24/7 leben kann, sind meine Tiere. Wir kommunizieren auch nonverbal und ich empfinde sie niemals als anstrengend.
      Manchmal bin ich tagelang allein, gewollt und ganz bewusst. Dann sitze ich abends auf meiner Terrasse und genieße die Stille um mich herum.

      Ich liebe meine kleine Familie, habe gerne Freunde um mich herum. Aber ich merke auch, das ich meine Zeit für mich alleine brauche.
      Bin ich deshalb seltsam? Macht mich das zu einer Aussenseiterin?
      Ich weiß es nicht. Es ist mir aber inzwischen auch relativ egal geworden.

      Wichtig ist doch, dass ich mich damit wohlfühle und das es ein paar Menschen in meinem Umfeld gibt, die mich so akzeptieren, wie ich bin.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      Izrah schrieb:

      Ich mag oft keine Lücken und sobald ich sehe, jemand braucht da oder dort etwas, das ICH geben könnte, ruft mich das auf den Plan.


      Dann hab ich geholfen und diejenigen wollen einen Ausgleich schaffen ( Bezahlung, Gegenangebot...) und dann kann ich es nicht annehmen. Eigentlich wär es ja eine Form von Energie, die da zurückfließen würde, aber es ist mir unangenehm, weil ich mental "im Geben" bin und gerade nicht umschalten kann....die Gelegenheit "aufzutanken" (löffelweise), geht mir damit durch die Lappen.

      Ich glaub, die Spoon Theorie könnte mir da gute Dienste leisten.
      :blumen: :blumen: :blumen:
      Hast du eine Idee, woher das bei dir kommt? Also, dieses.. "Da ist eine Rolle/Aufgabe/Lücke, die ich füllen könnte - also tu ich das auch!"? Bin da zur Zeit bei mir am Forschen. ?(

      Auf ner ganz einfachen Ebene habe ich das Gefühl, dass das so ein wenig die Zwänglichkeit in mir ist.

      Eine Chefin meinte während der Hospitationszeit damals, dass sie glaubt, ich "sehe" sehr viel, und dass sie das als große Ressource einschätzt, aber sich wünscht, dass ich mit den Nachteilen dessen gesünder für mich umgehen lerne. Hab sie dann gefragt, wie sie das meint, und im Prinzip.. Wenn man etwas sieht, fühlt man sich auch verpflichtet, etwas zutun. Thema Abgrenzung. :/

      Beliebte Gedanken zum Thema sind scheinbar auch:
      1. Man möchte sich durch das erfüllen der Lücke "Wert" verschaffen und weniger inadäquat fühlen.
      2. Man denkt, dass die Anderen es ohne die eigene Hilfe nicht schaffen.
      Klingt für mich beides nicht ganz stimmig, aber vielleicht ist tendentiell trotzdem etwas dran. Ich hab in der Pädiatrie oft mit Eltern zutun gehabt, die ihre Kinder wirklich nur unterstützen wollten, aber ihnen damit unbewusst vermittelt haben: "Du schaffst das allein ja eh nicht." In der Psychiatrie gab es dann ganz viele Fälle, in denen jemand z.B. den gesamten Haushalt gestemmt hat und kollabierte, und dann zu mir meinte, "Na, aber wenn ich das nicht mache, machts sonst auch keiner." - Erstens, daran lässt sich was ändern. Jeder Mensch kann eigenverantwortlich handeln und Pflichten übernehmen. Zweitens, selbst wenn das in dem jeweiligen Umfeld vielleicht nicht klappt: Und? Dann bleibt's halt liegen. :yes:

      Bezüglich der Gegenangebote.. könnte ich direkt so unterschreiben. Ganz furchtbar schwer für mich. Selbst, wenn es völlig Sinn ergibt und absolut nicht als "Transaktion" gemeint ist, hab ich richtig mit mir zu kämpfen.

      Und freut mich, wenn dir die Löffeltheorie hilft! :thumbsup:
      Die Löffeltheorie ist mir das erste mal begegnet als es um die Geistigen Kapazitäten von Hunden ging :D
      Aber sie stimmt auch bei Menschen.
      Ob nun Energie oder Kraft oder Reserven .... alles ist begrenzt und wenn die Löffel alle sind, dann ist die Lade leer.

      Ich bin ein sehr geselliger Mensch. Offen, extrovertiert, laut, witzig.... außer ich will nicht.
      Dann kann ich auch unsichtbar sein. In mir versteckt, leise, wie ein Igel.

      Soziale Interaktion strengt an. Aber ich brauche sie. Aber ich Teile sie mir ein.
      Wenn ich einen guten Tag habe "verkrafte" ich einen Plausch mit der Freundin, wenn ich auf der Arbeit viel gewusel hatte gehe ich alleine mit dem Hundi in den Wald und nehme noch nicht mal mein Kind mit.
      Danach geht vielleicht wieder was ^^

      Ich halte sehr schlecht Kontakt. Meine Familie musste sich daran gewöhnen, meine Freunde müssen wohl auch damit klar kommen, sonst passen wir nicht.

      Ich freue mich wenn ich Menschen treffe und ich freue mich ihnen helfen zu können oder ihnen zu zu hören oder etwas zu erzählen oder einfach nur zu sein. Aber ich Teile mor die "Termine" entsprechend ein .
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.
      Hui.... :gruebel:

      Psychiatrie....Hm?
      Na...ganz soweit bin ich noch nicht, kann aber absolut nachvollziehen, wie es dazu kommt.

      Zu deinen beiden "Gedanken zum Thema"...

      1. Ja, unterschreib ich vorsichtig mal für mich. Ist manchmal sicher der Fall. Selbstwert ist ein mir sehr bewusstes Dauerthema und Altruismus is ja auch ein vieldiskutiertes Phänomen, weil man sich Selbstwert daraus generiert, anderen zu helfen. Allerdings gibt's echt auch viele Momente, wo ich einfach spür, da werd ich jetzt wirklich gebraucht und dann nehmen die Dinge ihren Lauf, wie beschrieben. Allein die Aktion selbst macht mir dann Spaß, erfüllt mich dann schon allein auf kreativer Ebene.

      2. Geht mir manchmal, aber eher selten so. Beim ersten Kind war vielleicht noch stark das Bedürfnis da, aber wenn man den Mechanismus mal an sich und dem Anderen durchschaut hat, hört das auf.

      Ein anderer Ansatz...etwas spiritueller Natur, wäre, dass ich als Frau das weibliche, das füllende, bzw. erfüllende Prinzip stark an mir erlebe. Ich lade mich wohl auch irgendwie dabei auf, zu geben. Wenn ich andernorts dann aber zu viel gebe...wo es nichts bringt, nicht wertgeschätzt wird, auch von mir nicht, oder einfach getan werden muss, dann fehlt die Energie, um kreativ zu sein oder Beziehungen zu pflegen.

      Nochmal zu den Beziehungen...

      Diese Fragestellungen lassen sich auch darauf anwenden.... Welche Beziehung tut mir gut? In welcher Form kann und will ich sie pflegen und was generiert jeder Beteiligte daraus? Warum tut sie mir gut? Ab wann nicht mehr und inwiefern hat auch diese Entscheidung mit Selbstwert zu tun?

      Mein größtes AHA-Erlebnis diesbezüglich hatte ich beim Erforschen der Ursprünge von missglückten Beziehungen. Was habe ich DAMALS gesucht und im Gegenüber gefunden? Wann war der "Bedarf" gedeckt und die Basis der Beziehung hat sich dadurch erübrigt? Klingt hart aber es ist tatsächlich beiderseitig immer ein Bedarf, der zu decken gesucht wird...ganz harmlos...bis man sich weiterentwickelt und sich dessen nicht bewusst wird.

      Danke....gute Anstöße, die du da lieferst :blumen: @lautleise

      Izrah schrieb:

      Hui.... :gruebel:

      Psychiatrie....Hm?
      Na...ganz soweit bin ich noch nicht, kann aber absolut nachvollziehen, wie es dazu kommt.

      Zu deinen beiden "Gedanken zum Thema"...
      Ohjee. Nein, das wollte ich damit auch gar nicht "unterstellen*" - mir fielen nur gerade die zwei Beispiele ein, weil sie einen relativ starken Eindruck hinterlassen haben und nicht direkt aus meinem privaten Umfeld kommen. (OT: Klingt nach einem großen Wort, aber damit meinte ich nicht mal akut-psychiatrische Kliniken, sondern den ambulanten oder teilstationären Bereich und die Beratung im Alltag. (Obwohl ich mittlerweile das Gefühl habe, dass fast jeder Mensch davon profitieren könnte, sich in einem professionellen Setting mit den eigenen, auch kleinen, Konflikten auseinandersetzen zu dürfen.))

      * Ist mir kurz wichtig, das anzumerken: Tatsächlich wäre es natürlich nichts negativ-behaftetes, psychotherapeutische oder psychiatrische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Das Wort "unterstellen" ist leider momentan nur das Einzige, das mir in dem Kontext einfiel.

      Izrah schrieb:

      1. Ja, unterschreib ich vorsichtig mal für mich. Ist manchmal sicher der Fall. Selbstwert ist ein mir sehr bewusstes Dauerthema und Altruismus is ja auch ein vieldiskutiertes Phänomen, weil man sich Selbstwert daraus generiert, anderen zu helfen. Allerdings gibt's echt auch viele Momente, wo ich einfach spür, da werd ich jetzt wirklich gebraucht und dann nehmen die Dinge ihren Lauf, wie beschrieben. Allein die Aktion selbst macht mir dann Spaß, erfüllt mich dann schon allein auf kreativer Ebene.
      Selbstwert aus Altruismus zu generieren.. ja. Kommt mir doch bekannt vor. Habe da vor einigen Jahren von einem Verlag ein Buch zugesandt bekommen, das sich allerdings mehr auf "altruistischen Narzismus" fokussiert hatte, wenn ich mich richtig erinnere. Eine Randbemerkung war aber in dem Zusammenhang: Ein fragiles Selbstbild kann durch Altruismus temporär gestärkt werden, aber diese spontane Befriedigung des Bedürfnisses nach Mehr-/Selbstwert löst ab und an auch einen genauso großen Haufen an Fragen und Selbstzweifel auf, denn das "Selbst"bild war eigentlich nur durch Fremdbilder definiert. Natürlich hat auch dieses Buch keine Antworten gegeben. Wie stärkt man schon seinen Selbstwert oder sein Selbstbild? Konstantes Affirmieren? /schulterzuck

      Um da beim eigtl. Thema zu bleiben: Gerade, wenn man hypersensibel auf z.B. auch Gestik und Mimik des Gegenüber reagiert, und dann noch mit dem eigenen Selbstwert zu kämpfen hat, kann es ja auch durchaus sein, dass das doppelt "Löffel" kostet? Man ist ja doch stärker in der "Erwartungshaltung" - im Sinne von: Was erwartet der Andere jetzt von mir? Was kann/soll ich für ihn machen? Womit kann ich der Person helfen? Was möchte sie hören/sehen?

      Izrah schrieb:

      2. Geht mir manchmal, aber eher selten so. Beim ersten Kind war vielleicht noch stark das Bedürfnis da, aber wenn man den Mechanismus mal an sich und dem Anderen durchschaut hat, hört das auf.
      Ja. Finde auch, dass es.. viel, viel einfacher ist, sich dort zu stoppen, wenn es überhaupt mal vorkommt.

      Izrah schrieb:

      Ein anderer Ansatz...etwas spiritueller Natur, wäre, dass ich als Frau das weibliche, das füllende, bzw. erfüllende Prinzip stark an mir erlebe. Ich lade mich wohl auch irgendwie dabei auf, zu geben. Wenn ich andernorts dann aber zu viel gebe...wo es nichts bringt, nicht wertgeschätzt wird, auch von mir nicht, oder einfach getan werden muss, dann fehlt die Energie, um kreativ zu sein oder Beziehungen zu pflegen.
      Das.. whoa. Ich fühle mich nicht unbedingt als Frau sehr verbunden mit den Dingen, die häufig weiblich-assoziiert sind, aber es gibt Momente, in denen dem doch der Fall ist, und da wirklich... Ja, doch. :gruebel: Ohjee, da werde ich jetzt erstmal wieder grübeln! Hehehe.

      Izrah schrieb:

      Diese Fragestellungen lassen sich auch darauf anwenden.... Welche Beziehung tut mir gut? In welcher Form kann und will ich sie pflegen und was generiert jeder Beteiligte daraus? Warum tut sie mir gut? Ab wann nicht mehr und inwiefern hat auch diese Entscheidung mit Selbstwert zu tun?

      Mein größtes AHA-Erlebnis diesbezüglich hatte ich beim Erforschen der Ursprünge von missglückten Beziehungen. Was habe ich DAMALS gesucht und im Gegenüber gefunden? Wann war der "Bedarf" gedeckt und die Basis der Beziehung hat sich dadurch erübrigt? Klingt hart aber es ist tatsächlich beiderseitig immer ein Bedarf, der zu decken gesucht wird...ganz harmlos...bis man sich weiterentwickelt und sich dessen nicht bewusst wird.
      Die Fragen, die du daraus ziehst, sind gerade echt sehr hilfreich für mich, also Dankeschön dafür! :blumen: Auch bzgl. des AHA-Moments, selbst in der jetzigen Beziehung.. wann fühle ich mich am Wohlsten? Warum? Wann nicht? Was "haben" wir voneinander? Er meinte vor Kurzem (und das als ziemlicher Pragmatiker), dass sich Gefühle nicht rational erklären lassen. Finde ich richtig. Aber ich habe trotzdem ganz viel, und hoffe, dass er das auch von mir bekommt. Das zu decken.. passt. (Darüber hinaus.. auch in der Familie oder in Freundschaften.. finde ich da gerade schon mal eine erste gute Antwort, die ich weiter erforschen sollte, sobald sich die Zeit findet. Muss ja erstmal über inhärent "weibliches" nachdenken. :>)


      Etwas für mich ganz Wichtiges: Je mehr ich meine Rollen "abstreifen" kann, und nur "ich" sein.. und das auch vom Gegenüber akzeptiert wird, desto weniger sensibel bin ich für äußere Reize, glaube ich. Und dann auch weniger überfordert, prinzipiell, mich zu treffen und zu unterhalten.
      Ja!

      Auf jeden Fall ist es wichtig, sich Hilfe zu holen, wenn man spürt, allein geht's nicht mehr...wertend hab ich das nicht gemeint....nur um das klarzustellen...

      Was du da zum Schluss sagtest, das mit dem Rollen abstreifen...guter Hinweis, finde ich! Ich stelle fest, wenn ich es wieder regelmäßig schaffe, zu meditieren, mich mit meinen Bedürfnissen auseinander zu setzen, geht auch sozial wieder was.

      Sobald ich innerlich "bei mir" bleibe...also quasi aus meiner Mitte heraus lebe, krieg ich mehr soziales Leben unter. Das Grundproblem bleibt natürlich meine Aufmerksamkeit und die Reihung aber eine gewisse Festigkeit durch Authentizität gibt mir das. Vor allem hab ich dann nicht permanent ein schlechtes Gewissen.

      :gruebel: :) .... Rollen...es sind ihrer so viele
      Hallo @Izrah :)

      (Ja, denke, dass da bei dir auch niemand von ausgegangen ist - hab das auch nur beigefügt, weil ich selbst das ungünstige Wort "unterstellen" benutzt habe und mir bisher weiterhin kein besseres eingefallen ist. :'D)

      Meditation, Reflexion.. ja. Vielleicht sollte ich da ebenfalls mal ein bisschen Zeit für übrig lassen. /seufz

      Im Nachhinein, auf die Ursprungsfrage "Wieviel Beziehung könnt ihr vertragen?" hin, ist das vielleicht ein Ansatz: Ich kann vermutlich ganz viel Beziehung vertragen. Leider bin ich häufig nicht "ich" sondern eine Rolle. Und die aufrechtzuerhalten kostet immens viel Energie.
      Ich bin das, was man gemeinhin wohl Gesellschaftsschwein nennt.
      Ich knüpfe Kontakte, wo ich gehe und stehe, wenn ich wo alleine hingehe, dauert es nicht lange und ich kenne sehr bald einige Leute.

      Häufig werde ich dann gefragt, wie ich das mache. Ich war dieses Jahr auf sechs Festivals, aus jedem bin ich mit neuen Kontakten raus gekommen und teilweise habe ich noch Freunde weiter mit vernetzt.

      Aber:
      Ich kann nur ganz wenige Menschen dauerhaft um mich rum haben. Diese wenigen Menschen kann ich an (derzeit) drei Fingern abzählen. Der Rest geht mir irgendwann auf die Nüsse. Dann zieh ich mich raus, verlasse die Situation, mache was anderes, gehe spazieren, mache nichts, schlafe, whatever.
      Das sind dann die Momente, wo ich wieder auftanke.

      Ich brauche beides. Gesellschaft von vielen Menschen, wimmel, wusel, laut.
      Und auch das Nichts. Stille, Eintönigkeit, Einsamkeit.
      Ying und Yang. Und in der Mitte ich.
      Viele Grüße
      safine
      Ich bin hier wohl auch ein Ausnahmefall und entwickle ein immer stärkeres Bedürfnis zum Alleinesein.
      Ich bin alleinerziehend mit meinem Sohn ...also natürlich nicht ganz alleine.

      Freunde...puh...sehr, sehr wenige Menschen und kein regelmäßiger Kontakt.

      Meine Arbeitskolleginnen z.b. (die ich aber nur 2-3 mal pro Woche kurz im Büro sehe) scheinen irgendwie alle "vernetzt" zu sein.
      Ich mag die Meisten im kurzen Kontakt...aber das wars auch schon.

      Wie sagt man so schön....Steine...Steine mag ich.
      Tiere sind mir oft lieber als Menschen.
      Wenn ich an frühere Leben glauben würde...ich wär wohl eine Kräuterhexe im Waldhaus gewesen.

      Ich war auch schon wegen sozialer Phobie in Behandlung...so kann ich zb. inzwischen recht problemlos mal auf die Betriebsfeier oder in die Stadt. Das hat mich schon eingeschränkt vorher muss ich zugeben.

      Aber sonst...ich mag die Einsamkeit durchaus.
      Typisch für mich ist auch, dass ich z.b. Gesichter und Namen vergesse.
      Beispiel Elternabend: man sieht alle...redet hier und da kurz miteinander...hört wer zu welchem Kind gehört.
      Ein paar Wochen später ist das in meinem Kopf scheinbar wieder gelöscht und ich könnte Niemanden mehr zuordnen.

      Vielleicht werde ich tatsächlich mal die Frau im Schaukelstuhl mit 18 Katzen...wer weiß.
      (wobei es dann wohl eher Hunde werden)

      Was mir ab und zu schon fehlt ist eine "beste Freundin".
      Sowas hatte ich 2 mal. Dafür muss aber eine gewisse Seelenverwandtschaft da sein für mich, also nicht leicht zu finden.
      Sei immer Du selbst.
      Außer Du kannst ein Einhorn sein, dann sei ein Einhorn!
      Ich mag Menschen und habe sie auch gerne um mich herum. Ich mag schöne Gespräche, Diskussionen und auch mal Smalltalk, warum nicht?! In aller Regel ist mein Leben geprägt von menschlicher Interaktion, einem großen Bekanntenkreis und ein paar wirklich guten Freunden (das sind die, die ich auch dann an mich ran lasse wenn ich ein erhöhtes Ruhebedürfnis habe).

      Ruhebedürfnis? Ja auch bei aller Kommunikationsfreude und dem Spaß daran Menschen um mich zu haben gibt es Phasen wo ich mich zurück ziehe, wo ich mir selbst genug bin. Früher habe ich diesen Zeitpunkt meist ignoriert, heute nehme ich mir bewusst meine "Auszeiten" dann gehe ich auch schon mal nicht ans Telefon, ignorierte Social Media und packe mein Handy zur Seite. Schnappe mir ein Buch, gehe bewusst Strecken mit den Hunden wo ich wenig bis niemanden treffe und genieße die Ruhe.



      To cry is not to fear; to grieve is not to admit defeat.
      Ich bin da so ziemlich bei @unicorn80, bin auch immer öfter lieber alleine.

      Ich habe einen ganz kleinen Bekanntenkreis, den ich sehr schätze, aber wir sehen uns nicht täglich, und das ist für mich völlig ok.
      Jemandem so weit zu vertrauen, dass ich ihm mehr Platz in meinem Leben einräume, fällt mir sehr schwer, was wohl auch an einer sehr üblen Erfahrung liegt. Ich hatte über Jahre eine sehr enge Freundin, wir haben uns alles erzählt, haben miteinander so vieles durchgestanden, haben jeden Tag Kontakt gehabt ihre Kinder sind mit meinen aufgewachsen und sie war für mich wie eine Schwester.
      Sie ist Griechin und ist irgendwann mit ihrer Familie nach Griechenland zurückgegangen. Wir wollten vor ihrer Abreise noch ein paar Tage zusammen verbringen und ich sollte dann auch ihre Adresse und Tel. Nr. bekommen..........Dazu kam es nicht mehr, sie ist einfach gegangen und ich habe keine Ahnung, wo sie lebt und wie es ihr geht.

      Diese Erfahrung hat mich vorsichtig werden lassen. Ich lasse mich nicht mehr so leicht auf eine Freundschaft ein, bin lieber alleine, da passiert mir so etwas nicht noch einmal.

      Ich habe aber auch kein Problem damit: ich bin in der Lage, mich sehr gut selbst zu beschäftigen, lese viel ,handarbeite, bin viel draußen unterwegs usw.

      Der einzige Mensch, dem ich mich in den letzten Jahren wieder ganz geöffnet habe, ist mein Herr, der gleichzeitig auch mein bester Freund ist. Aber er ist auch der Einzige, dem ich so vertraue, dass er mich nicht einfach im Stich lässt. Bei allen anderen bin ich einfach etwas vorsichtig und zurückhaltend geworden.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka