Einer weiterer verunsicherter "Anfänger"

      Einer weiterer verunsicherter "Anfänger"

      Wie fange ich an? Hallo erstmal :3

      Ich habe mich dazu entschlossen "Anfänger" in Anführungszeichen zu schreiben, da ich schon einige Erfahrungen in Sachen BDSM & Fetisch beim Masturbieren gesammelt habe. Das ist aber nur das Nicht-Schwimmerbecken, oder so. Also stehe ich doch irgendwie noch ziemlich am Anfang.
      Dementsprechend bin ich recht orientierungslos, was das Ausleben der Neigungen mit einer Partnerin angeht. Damit bin ich nicht alleine, das ist mir klar. Ich weiß auch, dass ich echte Antworten erst durch das Ausprobieren finden kann. Mir geht es jetzt nur darum, zu sehen, ob es jemandem vielleicht ähnlich geht wie mir.
      Hab das Forum ein bisschen durchwühlt und nicht wirklich etwas dazu gefunden.


      Eigentlich sind es zwei Dinge:
      1) Wenn ich hier im Forum lese, oder als ich einmal beim Stammtisch der SMJG war oder mich sonst mit BDSMlern ausgetauscht habe, hatte ich meist das Gefühl, für andere ginge das Ganze deutlich weiter als für mich. Für mich ist das (bisher) nur ne Spielerei, dazu passt dass ich Switcher bin. Meine Phantasien wechseln manchmal von dominant, zu devot, zu vanilla in Minuten oder sogar Sekunden, je nachdem was meine Phantasie anregt. Wenn ich nicht gerade erregt bin, habe ich kein Interesse sub zu sein, oder eine sub zu haben. Hab auch so wenig Interesse an Rollenspielen. Hat womöglich damit zu tun? Vielleicht ändert sich das, wenn ich mal eine Partnerin mit entsprechenden Neigungen habe? Wenn...
      [Hab mit starken Ängsten zu kämpfen, was das schwierig macht (unabhängig von irgendwelchen Neigungen) und ich kann mir bisher auch eine vanilla Partnerin sehr gut vorstellen. Also, keine Ahnung was in Zukunft passieren wird.]

      2) Bei vielen Dingen die ich z.B. hier lese bekomme ich ein mulmiges Gefühl. Teilweise fühle ich mich ziemlich unwohl. Dann komme ich in's Grübeln "Ist das vielleicht doch nichts für mich?" - "Oder mag ich so was doch nur als Phantasie? Bzw will es nur alleine, wie bisher, ausleben?"
      Oder fühle ich mich nur gut, wenn ich es selbst bzw mit einer vertrauten Person mache? Nur warum finde ich die Sachen unangenehm, wenn es Erfahrungsberichte von anderen sind? Sachen, die mir in der Phantasie gefallen oder die ich sogar schon alleine ausprobiert habe, weshalb ich mir sicher bin, dass das mein Ding ist.


      Abgesehen davon, dass es mich allgemein verwirrt, fühle ich mich oft fehl am Platz. Einerseits fühle ich mich nicht wie ein vanilla, aber andererseits ist mir das, was ich z.B. hier lese zu "ernst"/"krass". Mir kommt es manchmal so vor, als gäbe es nur die beiden Extreme: Vanilla oder "volles Programm". Zwar bin ich mir sicher, dass das nur meine subjektive Wahrnehmung ist, jedoch finde ich kaum etwas, wo ich das Gefühl habe, "das isses, so geht's mir auch".

      Wie gesagt, mir geht's darum, ob noch irgendjemand mit meinen Gedanken etwas anfangen kann.
      Das Forum ist wie eine Münze. Je nach dem, wie du es drehst oder was dir gefällt, findest Gutes und Schlechtes.
      Mir wird die ganze BDSM-Geschichte auch manchmal zu viel. Dann will ich nichts darüber lesen, nichts sehen, nichts wissen und schon gar nicht tun. Dann fühle ich mich von Dingen abgestoßen, die mir sonst gefallen. :fie:
      Dann verbanne ich das alles eine Weile aus meinem Kopf, und irgendwann (ziemlich bald) kommt das Interesse dann wieder.
      Ich denke, so geht es jedem irgendwann mal; und dem Einen halt öfter als dem Anderen. :pardon:


      Kaesekuchen schrieb:

      für andere ginge das Ganze deutlich weiter als für mich
      Das kommt mir auch öfter so vor.
      Ich kann dich da aber beruhigen: nicht alle sind so "extrem". ;)
      Meine Beziehung ist durchwachsen von DS, aber auf eine sehr sanfte Weise. Wir haben kleine Rituale, die kaum jemand bemerkt oder die wir auch nur zuhause machen. Ich gehe immer auf der rechten Seite meines Mannes, er zieht mich Abends vor dem Schlafengehen um... Das sind so kleine Dinge, die ich nicht als eigenes Thema im Forum eröffnen würde; deshalb liest man das auch nicht oft.

      Ich fühle mich auch nicht als Sub - allenfalls als Brat, am meißten aber bin ich Little. Für mich machen so manche Regeln oder Anforderungen aus dem "normalen" DS keinen Sinn, weil sie nicht meiner Art entsprechen.
      Deswegen fühle ich mich aber trotzdem der Gemeinschaft der BDSMler zugehörig. Diese Gemeinschaft ist riesig, das Spielfeld unendlich groß. Und die, die das alles eher klein, sanft und persönlich halten, schreiben natürlich nicht so oft darüber; oder wenn, dann polarisiert es nicht so wie manch andere Themen. :sofa:

      Kaesekuchen schrieb:

      Nur warum finde ich die Sachen unangenehm, wenn es Erfahrungsberichte von anderen sind? Sachen, die mir in der Phantasie gefallen oder die ich sogar schon alleine ausprobiert habe, weshalb ich mir sicher bin, dass das mein Ding ist.
      Hast du dich mal gefragt, ob dir vielleicht das Lesen eines Erfahrungsberichts an sich unangenehm ist? Bzw. vielleicht gefällt dir auch die Vorstellung, dass jemand anderes das getan hat, was er da beschreibt, nicht?
      Ich denke, es liegt nicht an der Sache, sondern daran, dass Andere es beschreiben. :pardon:

      Aber sei dir gewiss: du findest dein Plätzchen im Forum. Und lass dir nicht einreden (und rede es dir auch nicht selbst ein!), dass du Dies und Das auf diese und jene Art tun musst, um zur BDSM-Gemeinschaft zu gehören. :old:
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:
      Die Antwort beruhigt mich schon mal sehr. Vielen Dank! :)


      Lilly13 schrieb:

      Und die, die das alles eher klein, sanft und persönlich halten, schreiben natürlich nicht so oft darüber
      Ich glaube, das ist der springende Punkt.



      Lilly13 schrieb:

      Bzw. vielleicht gefällt dir auch die Vorstellung, dass jemand anderes das getan hat, was er da beschreibt, nicht?
      Ich denke, es liegt nicht an der Sache, sondern daran, dass Andere es beschreiben.
      Das ist es. Irgendwie verstehe ich nicht so recht, warum das so ist.
      Ich glaube, solche Gedanken sind völlig normal, ganz besonders, wenn man noch gar nicht so richtig weiß, wo die eigene Reise hingehen soll.

      Ich glaube, das Gefühl, dass alle viel heftiger unterwegs sind, liegt zum einen an der subjektiven Wahrnehmung, viele kleine, unspektakuläre Dinge nimmt man oft gar nicht wahr. Zum anderen glaube ich auch, dass vieles einfach gar nicht mitgeteilt wird, wenn es „zu“ alltäglich und unspektakulär ist.

      Ist ein bißchen wie bei Instagram und Co., da könnte man auch glauben, es gibt nur wunderschöne, immer perfekt gestylte Menschen, die den ganzen Tag aufregende Dinge tun.
      Die werden auch alle verstrubbelt aufstehen, staubsaugen und Steuererklärungen machen, zeigt nur keiner.

      Es ist aber auch völlig egal, wie extrem oder nicht oder in welche Richtung andere unterwegs sind.
      Es gibt nicht das BDSM, vielleicht gibt es aber Deins, Du musst nicht sein und empfinden wie andere.
      Probiere aus, womit Du Dich wohlfühlst, alles andere ist nicht wichtig.
      There is freedom waiting for you,
      On the breezes of the sky,
      And you ask “What if I fall?”
      Oh but my darling,
      What if you fly?

      Kaesekuchen schrieb:

      Wie gesagt, mir geht's darum, ob noch irgendjemand mit meinen Gedanken etwas anfangen kann.
      Klar, vieles was Du schreibst kenne ich auch :yes: insbesondere bei :Ich les was und denke zu krass. Aber es gibt ja nirgendwo eine Verflichtung zu sagen, die Grenze überschreite ich jetzt einfach. Wenn zu krass ist, einfach lassen :pardon: Tue dass, woran Ihr Spass habt und auch nur zu dem Zeitpunkt, wenn Ihr dran Spass habt ;)
      Seitdem ich perfekt bin, hält sich meine Arroganz in Grenzen!
      Lieber @Kaesekuchen
      Ich kann deine Gedanken auch gut verstehen. Letztes Jahr im Februar ging es mir auch so, und teilweise habe ich nach wie vor dieses Gefühl. Du schreibst "es gibt nur Vanilla oder volles Programm", zumindest sei das dein Eindruck. Das schöne am bdsm ist wie viel 'Programm' euer bzw dein bdsm zum "vollen Programm" macht entscheiden nicht andere sondern nur du bzw ihr. Und das entdecken der eigenen Wünsche und Neigungen ist eine sehr schöne Reise die sehr viel Spaß macht aber auch gelegentlich zum Nachdenken anregt. Jeder erlebt es anders, jedes Paar lebt es anders aus, und jeder nur das was am besten gefällt. Auch ich habe mich in den letzten Monaten in vieler Hinsicht neu kennengelernt. Ich glaube das kann so ziemlich jeder hier bestätigen, das ist gerade am Anfang völlig normal. Ich wünsche dir ob mit oder erst einmal ohne Partnerin auf jeden Fall ganz viel Spaß dabei
      Teamwork makes the dream work :love:
      Dir geht also ähnlich wie mir, ich bin komplett neu in der Szene und hatte eben nur Fantasien, Ich meine klar, ich bin hier und auf der Hauptseite um viel darüber zu lesen und zu Lernen...Aber Theorie und Praxis sind eben zwei paar schuhe. Und wenn man den Fakt mit einbezieht das ich nicht mal weiß ob ich jetzt Sub, Dom oder Switcher bin und auch zu shy bin leute anzuschreiben hilft nicht sonderlich.

      Ich sags mal so wie es eine Freundin gesagt hat der ich es erzählt habe: Das wird schon werden und irgendwann findest du wen mit dem du es richtig ausleben kannst.

      Ich bin jetzt eben hier und sitze da mit der Unsicherheit: Wo gehöre ich genau hin?, ist das nicht doch nichts für mich auch wenn ich denke das es das ist? Ich denke zwar das es wohl eher damit zusammenhängt das ich in meinem Tiefsten inneren Angst habe meine kleine Blase zu verlassen was ich auch weiß, aber mein Gehirn will das irgendwie nicht akzeptieren obwohl ich es schon irgendwie will...


      Ich glaube was ich da geschrieben habe ist mehr Kryptisch als sinnvoll aber ich hoffe das das irgendwie sinn macht ^^'
      Ich kann mit Deinen Gedanken sehr gut etwas anfangen. Ähnliche hatte ich früher auch.
      Bevor ich mit 49 Jahren anfing, mein BDSM auszuleben, hatte ich lange Zeit zB extreme Scheu, mich mit anderen BDSMlern auszutauschen, weil ich dachte, meine Fantasien seien zu harmlos für einen "echten" BDSMler.
      Wenn ich mir das jetzt überlege: :icon_lol: :icon_lol: :icon_lol:

      Kaesekuchen schrieb:

      Ich habe mich dazu entschlossen "Anfänger" in Anführungszeichen zu schreiben, da ich schon einige Erfahrungen in Sachen BDSM & Fetisch beim Masturbieren gesammelt habe.
      Hatte ich auch (ohne zu wissen, daß das BDSM ist).
      Aber: Mit Partner ist das noch etwas wirklich völlig anderes, :yes: .
      Ich habe mich vor meinen ersten Erfahrungen mit Partner nicht einmal als Anfänger gesehen (siehe meine Bedenken oben). Ich war tatsächlich zunächst noch unsicherer als Du, ^^

      Kaesekuchen schrieb:

      Meine Phantasien wechseln manchmal von dominant, zu devot, zu vanilla in Minuten oder sogar Sekunden, je nachdem was meine Phantasie anregt.
      Das hatte ich iü auch. Real hat sich dann jedoch herausgestellt, daß ich eindeutig Sub bin. Denn ich kann gegenüber einer realen Person nicht dominant sein.
      Wie ich oben bereits schrieb: Mit Partner ist alles ganz anders.
      Ich hatte zB nie masochistische Fantasien, es stellte sich dann jedoch heraus, daß ich ziemlich masochistisch bin.

      Kaesekuchen schrieb:

      Wenn ich nicht gerade erregt bin, habe ich kein Interesse sub zu sein, oder eine sub zu haben. Hab auch so wenig Interesse an Rollenspielen.
      Das hat für mich nichts mit Rollenspiel zu tun.
      Ich mag auch kein Rollenspiel, bin bei meinem Herrn aber immer Sub... und dadurch erregt.
      Das bedeutet nicht, daß ich ständig und jedem gegenüber Sub bin. Bei mir ist das tatsächlich personenabhängig.
      Irgendeinen Auslöser muß das Erregtsein bei Dir mMn auch haben. Du bist doch nicht einfach erregt und denkst Dir dann :" So, ich bin jetzt erregt und stelle mir jetzt BDSM vor, weil ich das bin." Es wird eher umgekehrt sein, oder?
      Vielleicht magst Du aber BDSM auch einfach nur im Bett. Das geht vielen so.... und ist völlig normal.

      Kaesekuchen schrieb:

      Bei vielen Dingen die ich z.B. hier lese bekomme ich ein mulmiges Gefühl.
      Das finde ich auch völlig normal.
      Man muss nicht alles gut finden. Und viele Dinge versteht man zuerst auch nicht richtig als Anfänger...andere versteht man nie, wie jemanden das triggern kann.
      Man reagiert dann darauf wie ein unbeleckter Vanilla: Mit einem unguten Gefühl. Weil es mit den eigenen Moralvorstellungen nicht vereinbar ist.
      :secret: Wobei ich ergänzend sagen muß, daß die wirklich extremen Dinge hier im öffentllichen Bereich eigentlich gar nicht vorkommen... :rot:

      Kaesekuchen schrieb:

      Mir kommt es manchmal so vor, als gäbe es nur die beiden Extreme: Vanilla oder "volles Programm". Zwar bin ich mir sicher, dass das nur meine subjektive Wahrnehmung ist, jedoch finde ich kaum etwas, wo ich das Gefühl habe, "das isses, so geht's mir auch"
      Natürlich wird in einem Forum eher über die extremeren Spielarten gesprochen als über die harmlosen. Denn die bieten mehr Fragen bzw. Diskussionsmaterial als die harmlosen, .
      Das bedeutet jedoch nicht, daß fast jeder BDSMler hier oder woanders ein voll eingerichtetes Spielzimmer hat, in dem Subs vor dem Dom auf dem Boden kriechen, in Ketten gelegt werden und ausgepeitscht werden, bis Sub um Gnade winselt.
      Im Gegenteil: Bei den meisten läuft es harmloser und alltagstauglicher ab.
      Nur darüber schreibt fast niemand... weil jeder das für zu harmlos für das Forum hält.

      Eher wird im Chat mal über solche Dinge geredet.


      Fazit:

      Deine Gedanken sind normal. Da ist nichts daran wirr oder komisch.

      Versuch einfach, erste Erfahrungen real mit Partner zu machen. Du wirst dann schon merken, in welche Richtung Dein BDSM geht.

      Ansonsten ist BDSM ein weites, sehr weites und individuelles Feld. Auch Du wirst Deine Nische dort finden, wirst sehen, ^^
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Die eine Seite ist, dass jeder seine Vorlieben hat, aber fast jeder auch Praktiken, die er nicht mag. Die andere Seite ist einfach, dass die meisten Leute lieber über ihre Vorlieben reden. Wer denkt schon dauernd daran, was an seinem Hobby alles totaler Mist ist? Und so findet Person A Schmerzen total super. Person B liebt es, vor ihrem Herrn zu liegen. Person C trägt gerne Windeln. Person D...

      Und am Ende hat man für fast jede Praktik einen Fürsprecher. Und vermutlich ein halbes Dutzend Leute, die sich denken "Meins wäre das aber nicht". Nur schreibt das kaum jemand. Ich hätte sehr schnell das Gefühl, damit die Vorlieben anderer schlecht zu reden. Also denke ich mir bei vielen Dingen einfach meinen Teil, und lasse den anderen ihren Spaß.

      Wenn das genug so handhaben kommt sicher schnell das Gefühl auf, dass so ziemlich Jeder hier alles macht.
      "And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head."
      -Terry Pratchett, Masquerade

      Feuerpferd schrieb:

      Real hat sich dann jedoch herausgestellt, daß ich eindeutig Sub bin. Denn ich kann gegenüber einer realen Person nicht dominant sein.
      Bisher merke ich nur: Wenn ich im Bezug auf eine reale Person BDSM-Phantasien habe, dann hängt es von dieser Person ab, in welche Richtung sie gehen. Frauen die größer/älter sind als ich, sind in meiner Phantasie i.d.R. dominant, zierliche/jüngere Frauen devot. Ich hab aber verhältnismäßig selten BDSM-Phantasien, die sich auf konkrete Personen beziehen.

      Und durch meine Experimente :whistling: habe ich schon ein paar Mal den Unterschied zwischen Gedanken und Realität zu spüren bekommen.


      Feuerpferd schrieb:

      Irgendeinen Auslöser muß das Erregtsein bei Dir mMn auch haben.
      Ja, klar. Irgendeinen Auslöser hat das meist schon. Ich meinte damit das, was du schon vermutet hast. Bisher kann ich mir das nur "im Bett" vorstellen.



      Feuerpferd schrieb:

      Weil es mit den eigenen Moralvorstellungen nicht vereinbar ist.
      Das kann sein. Mich verwirrt halt etwas, dass das auch bei Dingen passiert, die mir gefallen (könnten). Vielleicht stört es mich bei mir selbst nicht, weil ich sozusagen bei mir sicher weiß, dass alles "mit rechten Dingen zugeht". Das heißt nicht, dass ich bei den meisten hier irgendwas schlimmes vermute (Vergewaltigung, was auch immer). Es ist eher Misstrauen im Unterbewusstsein statt vom Verstand. Und mich selbst betrifft es nicht, da ich meine Absichten kenne. Denk ich zumindest :P
      Ist aber nur ne Vermutung.



      Feuerpferd schrieb:

      Wobei ich ergänzend sagen muß, daß die wirklich extremen Dinge hier im öffentllichen Bereich eigentlich gar nicht vorkommen...
      Ich denk's mir schon. Davon kann mir einiges echt erspart bleiben, auch wenn ich vielleicht das ein oder andere schon mal mitbekommen habe :'D



      Feuerpferd schrieb:

      Versuch einfach, erste Erfahrungen real mit Partner zu machen. Du wirst dann schon merken, in welche Richtung Dein BDSM geht.
      Wird zwar noch einige Zeit dauern, aber das ist der Plan ^^

      Danke für deine Antwort.
      Hi @Kaesekuchen...

      Ich reiß mal EINS der Dinge raus aus deinem Text, weil ich dazu ein Gespräch mit jemandem hatte, kürzlich.

      Du verbindest deinen Eindruck, das das Thema für dich eher oft alles Spielerei ist damit, dich als Switcher zu sehen...( in etwa)

      Ich hab hier beim Lesen auch heute oft noch das Gefühl, für viele Leute ist das alles todernst. Es ist die Rede von Sklaven und Herrn, von safewords und TPE. Ganz abgesehen davon, dass wirklich JEDER sein BDSM leben können sollte, wie er es möchte, diese Formen des Zusammenseins halt aber nichts für mich persönlich sind, hat aber auch wirklich jeder seine Wertigkeit von BDSM.

      In diversen Threads geht's zum Beispiel darum, wie es das Leben an sich beeinflusst. Schon hier ist zu spüren, wie sehr wir da auseinander driften.

      Fakt ist, du musst dich überhaupt nicht für irgendeine Seite entscheiden. Es macht das Drüberreden leichter, wenn die Gruppe einen Namen für das hat,was du bist oder zu sein glaubst. Ansonsten....dein Bier!

      Ich hatte da ein AHA-Erlebnis...hab mich mit EINEM Switcher (bitte also nicht als Querschnittstudie betrachten... )unterhalten, der SEIN BDSM völlig anders erlebt/hat, als ich.
      Der gravierendste Unterschied in unseren Herangehensweisen war aber nicht irgendeine Praktik oder ein Extrem, ein Tabu oder so...Nein...ER kann das alles viel mehr als das Spiel betrachten, dass es in Wirklichkeit ist. Es GIBT zum Beispiel keine Möglichkeit auf alle Rechte zu verzichten, jeder bleibt ein Mensch und möchte in letzter Konsequenz als einer wahrgenommen werden.

      Ich nehme mich zum Beispiel als Sub wahr...neben der Tatsache, dass ich ein Mensch bin...und als Frau gerne einem dominanten Mann diene. Also...nicht dienen im herkömmlichen Sinne, sondern seinem Vergnügen. Ich möchte das gar nicht zerpflücken, es reicht für mich zu wissen, dass es so ist. Es ist ganz tief in mir verwurzelt und beeinflusst MEINE Partnerwahl. Andererseits, warum solltest du nicht hergehen könnenund sagen...Nein, ich will JETZT dominieren und mich morgen unterwerfen. Es ist EIN Teil von dir und macht nicht deine gesamte Persönlichkeit aus. Mal hat's mehr Relevanz, mal weniger. Lass dich nicht in Schubladen stecken...oder zu einer Definition drängen...

      Wir reden, lesen, schreiben und lernen hier durch den Kontakt zu anderen Neigungsgenossen mindestens genauso viel über uns selbst ,wie über die Anderen. Deshalb musst du nicht mit deiner Meinung kommen und mit ner anderen gehen. Du musst dir nicht mal eine bilden :D

      Liebe Grüße....Izrah
      Hallo @Kaesekuchen,


      danke für den interessanten Einblick in deine Gedankenwelt. :blumen:

      Ich glaube, Raum für Verunsicherung lässt jede Ausprägung von BDSM. Egal wie zart oder hart sie ist. Egal wie verbreitet oder selten. Wenn du dich leicht beirren lässt, kannst du immer etwas an deiner Art (von BDSM) finden, das du im Vergleich zu anderen als minderwertig ansehen kannst. Oder das dich fehl am Platz fühlen lässt.
      Stell dir vor, deine Vorlieben würden das meiste von dem beinhalten, was sehr viele BDSMler mögen. Dann hättest du es leicht, Menschen zu finden, die dich verstehen und bestätigen, ohne dass du dich lang und breit erklärst. Allerdings wirst du dann auch Leute finden, die dein BDSM als klischeehaft ansehen und abwerten. Hier ist das thematisiert worden.
      Oder stell dir vor, deine Vorlieben wären so "extrem", dass sich darüber hier im Forum wenig oder nichts finden lässt. Du könntest den Eindruck bekommen, selbst unter Perversen als pervers zu gelten und fehl am Platz zu sein. Auch nicht unbedingt einfach.
      Egal, was du machst, ein übereifriger innerer Kritiker findet Fressen. Es wird auch immer Menschen geben, die das, was du machst, fühlst oder denkst blöd finden. Es ist unmöglich, es jedem recht zu machen. Aber es kann klappen, es sich zumindest selbst (und dem/der/den Liebsten) recht zu machen. :)

      Die Aussagekraft einzelner Communities würde ich nicht überbewerten. Du bekommst hier zwar recht unterschiedliche Einblicke in die Welt des BDSM, aber über manche Spielarten und Ausprägungen wird in diesem Forum nur sehr wenig geschrieben. Hier werden mehrheitlich bestimmte Herangehensweisen und Praktiken gemocht oder finden eher wenig Anklang, die in anderen Kreisen ganz anders bewertet werden.
      Auch ein Stammtisch bietet kein objektives Bild. Ich finde, jeder Stammtisch hat seine eigene, unverwechselbare Atmosphäre.
      Es gibt auch BDSMler, die keine Stammtische besuchen und nicht in Foren schreiben. Ihr BDSM bleibt im Verborgenen. Nur, weil du bisher z.B. keine Texte gefunden hast, die deinen Vorstellungen von BDSM entsprechen, heißt es nicht, dass es niemand gibt, der genauso empfindet. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere stille Mitleser durch deinen Beitrag hier zum ersten Mal verstanden. :blumen:

      Feuerpferd schrieb:

      Natürlich wird in einem Forum eher über die extremeren Spielarten gesprochen als über die harmlosen.
      Das seh ich anders. Es gibt viele "extreme" Ausprägungen und Praktiken, über die hier (auch im Veri-Bereich) nur selten oder nie was geschrieben wird.



      Viele Grüße,
      Frl. Irrlicht
      Es gibt Hunderte von Arten, niederzuknien und den Boden zu küssen. (Rumi)

      Frl. Irrlicht schrieb:

      Das seh ich anders. Es gibt viele "extreme" Ausprägungen und Praktiken, über die hier (auch im Veri-Bereich) nur selten oder nie was geschrieben wird.
      Deswegen schrieb ich "in einem" und nicht "hier", ;) .
      Was unter "extrem" fällt, liegt zudem im Auge des Betrachters.
      Und der TE hat geschrieben, ihm komme schon hier (im öffentichen Bereich) einiges "extrem" vor.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Hallo @Kaesekuchen.

      Also, ob BDSM wirklich etwas für Dich ist, wirst Du meiner Meinung nach erst wirklich rausfinden, wenn Du es ausprobiert hast. Vieles fühlt sich in der Realität dann doch sehr anders an, als man es sich vorgestellt hat. Und ob man das, was Dir dann im Endeffekt gefällt, noch als BDSM zu nennen ist... nun, ich denke, dass ist eine akademische Frage.

      Ich lebe jetzt seit etwa drei Jahren in einer BDSM-Beziehung. Manchmal denke ich, wir sind eigentlich gar nicht weit von 24/7 weg, manchmal denke ich, wir haben nur etwas härteren Sex. Daher finde ich den Gedanken, dass vieles zu hart im Forum wirkt, nicht abwegig. Ich glaube, es gibt auch eine Art Wald-und-Wiesen-BDSM. Das ist nur nicht sonderlich aufregend, um darüber episch zu schreiben. Was in meiner Beziehung passiert, dürfte für manche hier tatsächlich nur sowas wie eine "Spielerei" sein. Aber ich bin mir ganz sicher, dass die meisten Vanillas das so überhaupt nicht sehen würden und sogar zutiefst geschockt wären, wenn sie das mitkriegen würden, was bei uns im Bett läuft. Und tatsächlich läuft bei uns das meiste BDSM im Bett / bzw. beim Sex. Wir versuchen zwar immer wieder mal, Elemente auch im Alltag unterzubringen, aber dazu gehört scheinbar echt viel Arbeit. So habe ich meistens keine echte Lust, "Fehlverhalten" gleich zu bestrafen, meine Partnerin hat manchmal auch überhaupt keine Lust, wirklich zu dienen. Das wechselt, was es einfach schwer macht, es so hart zu leben, wie es hier oft berichtet wird.

      Was will ich sagen? Mache Dir keinen Kopf darüber, ob Deine Wünsche nun wirklich BDSM sind oder nicht. Das ist nur ein Label. Probiere es bei Gelegenheit aus und dann mal schauen, was daraus wird. Ich hätte vor drei Jahren auch nie gedacht, dass ich sowas machen werde, wie ich mache. Und ob es nun echtes BDSM ist oder nicht, ist egal. Denn es macht einfach Spaß, wie es ist.