BDSM mit einem Kopfmenschen

      BDSM mit einem Kopfmenschen

      Hallo Forum,

      ich habe einige Jahre Erfahrung als Dom, stoße aktuell aber an meine Grenzen. Bisher hatte ich immer Subs die recht emotional waren und diese habe ich gelernt gut zu packen und mit ihnen zusammen BDSM zu genießen. Meine neue Freundin ist zwar devot aber eben auch sehr verkopft. Ich habe Probleme sie als Sub zu führen, da vieles ganz anders und nicht leicht für mich ist.

      Habt ihr diesbezüglich Erfahrungen und Tipps?


      Ich bin gebeten worden diesen Thread anonym zu starten, bin aber auch selbst gespannt darauf welche Antworten aus dem Forum kommen werden.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Hallo Anonym,
      Ich bin auch sehr sehr verkopft und kann nur aus subsicht sprechen:
      Mir hilft reden und dabei vorallem erklären. Ich muss den Sinn und den Grund hinter dem Handeln meines Partners verstehen. Dabei kann die Begründung auch einfach ein "weil ich es möchte" sein. Ich kann mich auf Dinge die ich nicht verstehe nicht gut einlassen, weil ich sonst währenddessen auch permanent darüber nachdenke.
      Mir hilft auch das fühlen meines Partners zu verstehen, also warum bereitet ihm dieses oder jenes Spaß / Lust.
      Dazu kommt bei mir, dass ich mein eigenes Verhalten sehr stark reflektiere, da hilft mir dann auch das Gespräch.

      Ich weiß nicht ob ich damit helfen konnte

      Liebe Grüße und viel Erfolg
      Anna
      Kreativität ist Intelligenz die Spaß hat *Albert Einstein
      Den Kopfmensch kann man nur aus seinen Denkschienen reißen indem man immer wieder neue Reize setzt und nutzt.

      Durch das immer wieder neue und andere wird seine Neugier geweckt und öffnet sich. Auch völlig unerwartete Maßnahmen führen mit knacken der Türen zum Kopf.
      Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst.
      Gerhard Uhlenbruck *17.02.1929 -

      ;( :peitsche1:
      Zwischenfrage:

      Wie sieht dieses "Verkopft sein"aus?
      Analysiert sie erst mal alles was von ihr verlangt oder ihr aufgetragen wird und prüft für sich ob es zu ihreer Devotheit passt?
      Oder ob das verlangte überhaupt etwas mit Devotheit zu tun hat?
      Oder gleicht sie Anweisungen mit diversen "Rollenvorbildern" ab?
      Oder ist es, obwohl vielleicht von gerne gewünscht, die nicht vorhandene Fähigkeit ihre Gedanken in Emotionen zu fassen?

      Ich weiß, keine klugen Fragen.
      Aber Vorstellungen können von anderen immer anders aufgafaßt werden wie man selber denkt.
      Ich beschreibe mal mich als Kopfmensch und Switcher.

      Ich will immer alles genau hinterfragen und die Vorgehensweise wissen.
      Ich machen für alle und jeden möglichen Vorfall einen Plan im Kopf wie ich es umsetzen oder lösen könnte.
      Ich versuche Alternativen zu finden bzw. einen anderen Weg um zum gleichen Ziel zu kommen.
      Schon beim Vorgespräch kann es passieren das eine Steuerung bei Sub durch das viele vorausdenken passiert.
      Ich treibe andere in den Wahnsinn mit meiner Pingeligkeit und Klugscheißerei.
      Wenn man Spaß an einer Sache hat, dann nimmt man sie auch ernst.
      Gerhard Uhlenbruck *17.02.1929 -

      ;( :peitsche1:
      Hi...dann will ich mal!

      Gibt verschiedene Arten von Kopfmenschen. Erstmal die,die alle Regungen im Innen und außen, alle Wünsche, Verhaltensmuster, Abneigungen und Vorlieben fast schon wissenschaftlich hinterfragen.

      Dann die, die sich selbst, ihre sozialen Interaktionen, ihre Wirkung auf andere und deren Wirkung auf die selbst ständig in Frage stellen.

      Dann ist es für einige Menschen sicherer, alles erstmal nach Fakten zu trennen und dann zu entscheiden oder der bereits erwähnte "soziale Lärm" ist so groß, dass sie sich ganz minimalistisch in ihren Kopf zurückziehen und auf Gefühle von außen gar nicht adäquat reagieren können.

      Minimalismus, Fakten und Vernunft sind bei fast all diesen Menschen ( und Mischformen) dann auch die beste Art zu reagieren.

      Willst du was= sage klar und deutlich WAS, WIE und WANN!
      Wäge ab, ob die Situation oder Partnerin es erfordert, ein WARUM zu erklären.
      Versuch Fakten und Überlegungen ihrerseits herunterzubrechen auf ein bearbeitbares Maß und überfordere die Person nicht mit noch mehr Schwammigkeit. Für viele ist das nicht greifbar und führt zu Rückzug, Diskussionen und unnötigen Ängsten.
      Unterschätze die Fähigkeit zu Emotionen deiner Sub nicht, Kopfmenschen werden oft als gefühlskalt wahrgenommen.

      Es ist ein Spiel mit Gefälle, vielleicht Schmerz, Angst, vielleicht Erniedrigung...viele können da einfach mit bei den Beinen reinspringen....
      Andere gehen es analytisch an, im sich vor unangenehmen Überraschungen zu bewahren. Schmerz und Ausgeliefertsein ist Stress...daher ist es nicht die schlechteste aller Varianten, sein Hirn dazwischen zu schalten.

      Ansonsten....geh auf ihre Ebene und "pack" sie eben beim Kopf, wo du normalerweise bei ihren Gefühlen ansetzen würdest.

      Viel Spaß und Glück! :blumen:
      die Aussage könnte glatt von meinem Herr kommen, der noch nicht sicher ist, ob er mein Herr sein möchte ... weil ich seiner Meinung nach zu viel denke.
      Eigentlich habe ich nicht das Gefühl, dass ich ständig denke, aber dadurch dass er sagt, dass ich zuviel denke, werde ich unsicher.
      Leider redet er nicht viel auf WA, vielleicht würde ich dann mehr verstehen. Er redet nur, wenn wir uns treffen und das ist im Moment nicht sehr oft... ja, d.h. wenig Reden ist angesagt und Verstehen noch weniger und das macht mich unsicher und dann beginnt der Gedankenstrudel... ja, dann denkt man wahrscheinlich zuviel.
      war das jetzt zu verwirrend ? :pillepalle: ..

      ich glaube, das entspricht ungefähr @Teufelanna 's Meinung .. Reden, Erklären ... ich denke, das würde mir auch helfen
      bei mir muss der Kopf einfach abgestellt werden.

      Ich denke sonst in zuviele Richtungen- zuviel wenn und aber.......

      Klare deutliche Ansagen, weil ich das so will......und schon kann es funktionieren.


      Auf der anderen Seite brauch ich aber auch etwas für den Kopf...eine Herausforderung, etwas worum ich mir Gedankem machen soll - diese Balance macht es dann aus.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von newbarbie ()

      Izrah schrieb:



      Willst du was= sage klar und deutlich WAS, WIE und WANN!
      Wäge ab, ob die Situation oder Partnerin es erfordert, ein WARUM zu erklären.
      Versuch Fakten und Überlegungen ihrerseits herunterzubrechen auf ein bearbeitbares Maß und überfordere die Person nicht mit noch mehr Schwammigkeit. Für viele ist das nicht greifbar und führt zu Rückzug, Diskussionen und unnötigen Ängsten.
      Unterschätze die Fähigkeit zu Emotionen deiner Sub nicht, Kopfmenschen werden oft als gefühlskalt wahrgenommen.
      Perfekt Izrah :blumen: das passt auf mich.
      Genaue Anweisungen .. ich glaube, das würde mir helfen. und ich kann mir gut vorstellen, dass das mit der Zeit nicht mehr notwendig sein wird, aber wenn ich unsicher bin, würde mir das helfen...
      bin auch Frischling im Thema ...
      Bei mir ist es wie bei @NewBarbie. Mein Verkopftsein äußert sich darin, dass es mir extrem schwer fällt, die Kontrolle abzugeben und mich fallenzulassen.

      Dafür brauche ich das Gefühl, einen verlässlichen und verantwortungsbewussten Partner zu haben, der weiß, was er will und was er tut, und auch mit zunächst vielleicht verunsichernden Reaktionen von mir souverän umgehen kann, sie vielleicht sogar bewusst provoziert. Ich muss diese Souveränität oder zumindest eine gewisse Dominanz spüren. Spüre ich sie nicht, bleibt der Kopf angeschaltet und ich in einem hektischen, unentspannten Kontroll- und Zerdenkmodus.

      Ein weiterer wichtiger Punkt sind bei mir ausreichend starke Reize (körperlich oder psychisch).
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -
      Liebe Izrah, du weißt gar nicht, wie gut mir das jetzt tut. Ich hatte manchmal schon so sehr Zweifel... obwohl ich so vieles erleben möchte und mir vorstellen kann, dachte ich wirklich, dass ich evtl. doch nicht geeignet bin.
      Ich kann mit 'man muss es fühlen', 'denk nicht soviel' .. nichts anfangen, es ist schwammig und macht mich total unsicher und dann beginnt doch erst der Gedankenstrudel...
      Dankeschön für die Hilfe, das hat mir wirklich geholfen :yes: .. also zu hören, dass es nicht nur mir so geht und ich damit das Gefühl habe, ungeeignet zu sein
      Ich kann mich gerade sehr sehr gut in deine Lage versetzen, da ich mich in einer ähnlichen befinde.
      Bei Kopfmenschen hilft wirklich nur viel Kommunikation, reden reden reden und offenes, ehrliches und einfühlsames Einwirken und Handeln.
      Was auch sehr wichtig ist, das du klar und deutlich formulierst, die ansagen müssen unmissverständlich sein bzw. wenig interpretations- Spielraum lassen.
      Der Beitrag von Rudolf bringt es hier absolut auf den Punkt, im Prinzip musst du jetzt erst einmal den „ Profiler“ spielen und dann den Weg zeigen.
      You think you want me
      I control you

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gentledom ()

      Edit wegen wiederholt unnötiger Langzitate, wenn man sich auf einen ganzen Beitrag bezieht der zudem nicht Seiten davor zu finden ist einfach @Poetin nutzen und nicht alles von ihr kopieren :) Sonst wird das sehr schnell unübersichtlich gerade am Handy.

      Darf ich dich hier mal Fragen was genau du mit den Reizen und deren stärken meinst.
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      I control you

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Gentledom ()

      Zum Bespiel, dass ich mich besser fallenlassen kann, wenn Schläge (oder andere Einwirkungen) eine gewisse Stärke bzw einen gewissen Nachdruck haben.
      es muss keine brachiale Gewalt sein, aber mit zu sanften Reizen kann ich nicht viel anfangen, sie verunsichern mich, und ich fange an, die gesamte Situation im Kopf zu zerpflücken und zu hinterfragen.
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -
      Ich kenne das Thema von einer ehemaligen Spielpartnerin, der es während der Sessions schwer fiel, komplett abzuschalten. Sie hat das Ganze so beschrieben, dass währenddessen trotzdem immer ein Programm im Kopf mitablaufe. Mein damaliger Erklärungsansatz dafür war, dass es vielleicht daran lag, dass sie davor eigentlich keine nennenswerten Erfahrungen in Richtung BDSM gesammelt hatte, wobei ich durch die Beiträge, die hier geschrieben wurden, das Ganze differenzierter sehe und eventuell mehrere Dinge mit hineingespielt haben könnten. Zum damaligen Zeitpunkt hat es trotzdem für uns beide gepasst.
      Konkret nochmal auf die Frage bezogen, es kamen ja von Sub-Seite schon sehr viele wertvolle Informationen, was mir auch grundlegend erscheint, ist dass je länger und besser man sich kennt, desto besser kann man das Gegenüber lesen. Also was ich damit sagen will, dass man nicht gleich aufgibt und das Ganze beendet, weil man vielleicht als Dom anfangs Probleme hat zu führen bzw. als Sub sich fallen zulassen. Das Thema ansprechen, über seine Wünsche und Erwartungen reden.
      also dann will ich mich auch mal äußern dazu - ich denke auch viel, aber ich stellte fest dass vieles daran lag wenn ich unsicher war, ich zu viel Freiraum und zu wenig Grenzen hatte an denen ich mich orientieren konnte. Ich benötige die feste Struktur und ganz klare Ansagen, nix was schwammig formuliert war oder mir enorme Interpretationsmöglichkeiten ließ, denn dann fing das rattern im Hirn schon wieder an. Darüber reden was mir im Kopf herumschwirrte und Erklärungen waren elementar und als Erklärung reichte auch schon mal ein lapidares "ich habe das Sagen und so ist es jetzt" - kurz, knapp, bündig und ohne irgendwie eine Interpretations- oder Diskussionsmöglichkeit für mich. Dies half mir damals Unsicherheiten abzubauen, Vertrauen zu meinem Dom zu stärken und so konnte ich nach und nach den Kopf ausschalten.
      Hallo Anonym

      Auch mir fällt das Fallen lassen sehr schwer. Allerdings bin ich sowohl Kopf- als auch Emotionsmensch, ich vermute, dass gerade die starken Emotionen den Kopf als Schutzmechanismus hinzuziehen.
      Nebst Vertrauen in den Partner - was sowieso das A und O ist - helfen mir jetzt ganz konkret Sinnesreize kombiniert mit Sinnesentzug.
      Je mehr mir die Aussenwelt genommen wird, umso tiefer tauche ich ab in meine eigene Welt und werde so sehr gut führbar.
      Wenn dann noch der Kopf mit der Stimme oder auch Handlungen von Dom in die Irre geführt wird, dann passiert eine Art von "Desorientierung", die meinen Kopf komplett ausschaltet. Dann komme ich in den Kontakt mit meinem Innersten und bin weich wie Butter.
      Bedenke dabei aber, Anonym, ist der Kopf bei einem Kopfmensch weg, dann ist sub nur noch Gefühl. Und diese Gefühle kommen ungefiltert
      und machtvoll daher.
      Läuft alles gut, dann ist die Session traumhaft, geht aber etwas schief, dann bist du wirklich gefragt in Sachen auffangen. Mir persönlich ist in diesem Zustand nicht mehr möglich "angemessen" zu reagieren. Weil eben angemessen von meinem Kopf gesteuert wird. Es können also wilde Tränen fliessen ohne dass sub zu Beginn überhaupt fähig ist genau zu erklären, was los ist. Hier braucht es dann viel Geduld und Spucke sub beim Auftauchen zu unterstützen, bis der Kopf eben wieder soweit da ist, dass die Gefühle erklärt werden können.
      Es hat bei mir auch schon Tage in regem Kontakt mit Dom gedauert, bis ich genau verstanden habe, was mein Problem war. Dabei stand mir Dom immer zur Seite und hat mir mit seiner Unterstützung Klarheit, Frieden und damit eben auch ein Entwicklungsschritt gebracht.

      Hier hast du es in der Hand. Lernt sub, dass du da bist, was auch immer passiert, wird ihr das Fallen lassen immer leichter werden. Ich hatte meinen Dom sehr dafür bewundert, wie hervorragend er diese seltenen, aber sehr heftigen Momente bewältigt hat.
      Er war ausnahmslos immer da für mich, egal, wie lange es dauerte und er hat es jedes Mal geschafft, dass ich Frieden fand. :love:
      Zwischen dem, was ich denke, dem, was ich sagen will, dem, was ich zu sagen glaube und dem, was ich wirklich sage und

      dem,

      was Du hören willst, dem, was du wirklich hörst, dem was du zu verstehen glaubst, dem, was Du verstehen willst und dem, was Du wirklich verstehst, gibt es 9 Möglichkeiten, sich nicht zu verstehen.

      Passagno
      Hallo Anonym

      Also ich kann von zwei Seiten was zum Thema "Kopfmenschen" sagen da ich ein bin, und meine Freundin auch einer ist.

      Für uns ist es auch extrem wichtig zu wissen warum die Dinge so sind wie sie sind. Je klarer wir uns selbst, den anderen und die Beziehung verstehen desto leichter ist das fallen lassen. Wenn es zu einer Situation kommt und man die ganze Kette im Kopf hat:

      Oh er/sie macht gerade x, weil er/sie x will, weil er/sie y gefällt, weil er/sie damit z erreichen will, weil er/sie z eben will.

      Unklarheit in der Motivation ist ein riesiges Problem für uns beide.

      1. Selbstwahrnehmung als Dom

      Ich kann im wesentlichen auf zwei Arten verkopft sein, fahrig und ordnend. Ich mache kein BDSM wenn ich fahrig bin, was heißt das ich nicht auf das Machtgefälle zurück greife. Das liegt daran das ich mir in so einem Zustand selbst fremd werde, mir entgleite. Dabei kommt es vor das ich völlig in Gedanken versinke und Minuten brauche zurück zu kommen, bis mir wieder einfällt wer ich bin, wo ich bin, etc. Das kommt meistens vor wenn ich nichts zutun habe, und mein Kopf sich irgend eine unklare Beschäftigung sucht.

      Wenn ich ordnend bin, was ich meistens bin, will ich immer so viel wie möglich wissen, und das dann in halbwegs strukturierte Formen und Ketten bringen.

      2. Umgang mit stark verkopfter Sub

      Ich kann sagen das es sehr hilfreich ist über die eignen Antriebe zu sprechen. Was will man mit dem erreichen was man gerade macht, und warum? Was man manchmal übersieht ist das jede Handlung unendlich viele Gründe haben kann, und bei verkopften Menschen kommt es vor das sie bei jedem Schritt anfangen über alle Möglichkeiten der Motivation nach zu denken. Einfach klar machen warum man die Dinge will die man will, und warum man die Wege dahin gewählt hat hilft sehr.

      Ich probiere Sub analytischen Teil an zu sprechen. Es gibt Menschen, uns zum Beispiel, die stehen auf Ranglisten und Cluster Analysen. Der "spontane" und "intuitive" Zugang zu der ganzen Welt von Sex BDSM und Fetisch fiel meiner Freundin ziemlich schwer, deshalb habe ich das ganze analytisch aufgezogen, hab sie Ranglisten des Interesses zu online Fetisch Listen, Bondage Formen, Kamasutra Sexstellungen und was weis ich was noch erstellen lassen, das hatte immer extrem aphrodisierende Effekte.

      Was ich jetzt noch mit "Kopfmenschen" verbinde, aber das könnte nur an der Verknüpfung in meinem Kopf liegen, keine Ahnung ob es völlig OT ist, ist eine gewisse Tendenz in das Autismus Spektrum. Die ist sowohl bei mir als auch meiner Freundin, auf unterschiedliche Weise gegeben. Was sie sehr beruhigt, und es erleichtert sich fallen zu lassen sind gewisse Zahlenketten, sei es im Schlagrhythmus, in Musik die im Hintergrund läuft oder sonst wo.

      Soviel von meiner Seite zum Thema Kopfmenschen, euch noch nen schönen Tag,

      Lg
      Vergiss was du vergessen kannst, das was übrig bleibt ist wirklich von Bedeutung.
      Ich weiß nicht, ob ich ein Kopfmensch bin, aber dass ich "zu viel nachdenke" hat man mir mal gesagt.


      Geht es dir darum, wie ein(e) kopflastige(r) Sub in einen angenehm gedankenlosen Zustand / in den Subspace gebracht werden kann, @Anonym?
      Oder geht es um das Vermeiden von Missverständnissen, die entstehen können, wenn Sub mehr auf der sachlich-rationalen Ebene kommuniziert als Dom?


      Mein Nachdenken stoppt @Eiskalter Engel oft effektiv durch Objektifizierung, Erniedrigung oder Verniedlichung. Wenn er mich z.B. wie eine Sexpuppe behandelt und zur äußerlichen Inaktivität zwingt, falle ich meistens in einen gedankenlosen Schwebezustand. Auch so, wenn er mir kompromisslos klarmacht, dass es jetzt nicht meine Aufgabe ist, nachzudenken, sondern konzentriert zu tun, was er verlangt. Manchmal hilft es auch, wenn er mich scheinbar nicht für voll nimmt. Wenn er mich liebevoll "sein Dummerchen" nennt oder behandelt, als wär ich ein Kleinkind oder Baby. Wenn er mir sanft einen Schnuller in den Mund drückt und dabei lächelt.
      Das alles empfinde ich allerdings als Spiel mit dem Feuer. Es kann auch nach hinten losgehen und ein Drama auslösen. Langsames Vortasten, falls man in so eine Richtung gehen will, ist nicht verkehrt. Ich glaube, ich kann solche Praktiken auch nur annehmen, weil ich weiß, dass er mein aktives Oberstübchen liebt.

      Noch ein Beispiel für eine andere "Methode", mit der er meinen Kopf am Wochenende ruhiggestellt hat:
      Er wollte mit offenem Fenster schlafen, weil es warm war. Ich nicht, weil ich Angst hatte, mich zu erkälten. Durch einen eventuell entstehenden Luftzug in Kombination mit der nächtlichen Abkühlung oder was weiß ich. Zumindest war die Wahrscheinlichkeit nicht gleich null.
      "Was ist, wenn ich mich erkälte?"
      (Erwartet hatte ich, dass er mir erklärt, wie unwahrscheinlich das ist. Das wäre mir egal gewesen. Unwahrscheinlich heißt nicht unmöglich.)
      "Dann bestraf ich dich." ^^
      :golly: "Ah... ok." ^^
      Damit war das Thema gegessen. Ich bin ohne den Gedanken an eine Erkältung selig bei offenem Fenster eingeschlafen. Ich glaube, da hat der Mechanismus gegriffen, zu dem man unter dem Stichwort "Paradoxe Intervention" Informationen findet. Auch damit wäre ich als Dom vorsichtig. Vor allem in einer jungen Beziehung.


      Wenn es dir um grundsätzliche Kommunikationsprobleme geht, @Anonym, könnt ihr versuchen, eure Sprachen zu lernen wie Fremdsprachen.

      Der Engel kommuniziert z.B. tendenziell viel emotionaler als ich. Das hat am Anfang oft zu Missverständnissen geführt. Insbesondere hat er z.B. die Tragweite meiner Devotion unterschätzt, nachdem ich klargestellt hab, dass ich nicht alles für ihn tun werde, und dass ich ihm nicht bedingungslos folgen werde. Ich hab meinerseits überschätzt, was er von mir erwartet, nachdem er von Bedingunslosigkeit gesprochen hat. Dadurch kam es öfter zu Situationen, in denen er sich gewundert hat, dass ich DAS für ihn mache - während ich mich gefragt hab, warum er so überrascht ist, weil es mir eher als Kleinigkeit/Selbstverständlichkeit erschien (und ich ihm doch gesagt hatte, dass ich sehr sehr viel für ihn tun würde. Nur eben nicht alles). Er nennt es Bedingungslosigkeit und ich spreche von Bis-da-hin-und-nicht-Weiter, aber wir meinen dasselbe, wie die Erfahrung zeigt. :pardon: Mittlerweile kommt es zwischen uns nur noch sehr selten zu Missverständnissen. Im Lauf der Zeit hat er gelernt, mir auch im Gefühlsüberschwang nichts zu sagen, was er nicht definitiv so meint, und ich hab gelernt, nicht alles wortwörtlich aufzufassen. (Eigentlich nicht, wenn ich ehrlich bin. Den letzten Halbsatz hab ich nur geschrieben, weil er so schön klingt :D ).
      Es gibt Hunderte von Arten, niederzuknien und den Boden zu küssen. (Rumi)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Frl. Irrlicht () aus folgendem Grund: Fehlendes Wort eingefügt und aus "wahrscheinlich" "ich glaube" gemacht.