Intervention Ja oder Nein ?

      Legat schrieb:

      Nun wie gesagt, ich bin jetzt einmal dazwischen und aktuell für sie da. Wenn sie jetzt was anderes macht z.B. zurück gehen, ist es ihre entscheidung. Jedoch werde ich mich dann auch nicht mehr als anlaufpunkt zur Verfügung stellen.
      Das finde ich sehr vernünftig. So jung...naja, wie wir wissen GIBT'S in dem Alter reflektierte Leute. Die Mehrheit allerdings ist weder reif noch überlegt genug, Situationen,wie die von dir Beschriebene zu handeln. Vor allem wenn Sex und/oder Gefühle im Spiel sind, wird's haarig, da haben reifere Personen Schwierigkeiten, sich zu befreien.

      Du musst letztlich für DICH entscheiden. Erstmal ist sie sowieso nicht SUB und du DOM, sondern Menschen, die in einer bestimmten Lage stecken. Als Dom würdest du DEINE SUB beschützen wollen und das ist auch deine einzige Aufgabe, als Mensch kümmerst du dich aber einfach um Schwächere. Stell sie vielleicht auf die Probe...sag ihr, du wirst dich direkt selbst für sie an eine entsprechende Beratungsstelle wenden. Du wirst sehr schnell merken, wie ernst es ihr ist damit, rauszukommen.

      Ich kenne natürlich die Situation nicht, aber bevor du nicht zu 100Prozent weißt, was bei ihnen Sache ist, bleibt auch die Möglichkeit, dass sie einen Hang zum Drama hat...in dem Alter auch nicht selten und wenn du DANN dazwischen gehst...ZAHLST du garantiert drauf.
      Ich persönlich halt mich so lange aus solchen Situationen heraus, bis es zu einer Notsituation kommt. (bisher noch nie passiert).

      Ansonsten kann ich Dir nur den Rat geben, den wir im Studium eingetrichtert bekamen.
      "Niemals der Stellvertreter werden, der Probleme löst. Ausschließlich begleiten und die Wege aufzeigen, die gangbar sind."
      Diese Wege aber neutral und selbstlos herausfinden, nicht vorgeben.
      Meist wissen Betroffene am Ende schon selbst, was ihnen gut tun würde, sie wollen es häufig nicht wahrhaben.

      Wenn Du hier eingreifst, kannst Du schnell zum Schuldigen werden, für alles was dann passiert.

      Anderes Sache ist die Hilfestellung wenn ein Absturz droht, oder im Gange ist, hier zur Seite stehen, aber danach auch bestimmt klar machen, dass dies eine Ausnahme ist, sie muss das selbst klären.

      Als Außenstehender ist sowas immer schwer zu beurteilen, doch ich denke das vorher geschriebene dürfte allgemeingültig anwendbar sein.

      In diesem Sinne
      PA
      - Folge nicht einem Pfad, hinterlasse selbst einen -
      Es gibt kaum etwas das soviel Selbstdisziplin und Beherrschung von einem verlangt wie dabei zusehen zu müssen wie jemand den man gerne hat ins (vermeintliche) verderben rennt. Aber ich halte es da ähnlich wie die sternenflotte mit ihrer obersten Direktive: Wenn man sich einmischt nimmt man dem anderen die Chance und Möglichkeit zu lernen und den eigenen Weg zu finden.

      Was ist wenn sie später wieder in der Situation ist und du bist nicht da? Nicht nur hat sie es dann versäumt zu lernen zu gehen wenns zuviel wird, sondern schlimmstenfalls sogar gelernt das sich die Dinge nur von außen zum guten wenden und sie selbst darauf keinen Einfluss hat. Strikte Nicht-Einmischung. Auch wenn es für dich vermutlich so schwer ist wie für sie. Wahre Veränderung kommt nur von innen.
      "Things are only impossible until they're not" Jean-Luc Picard
      Ich war mal auf einer Party und im Laufe des Abends hat ein junges Paar zu streiten angefangen. Er hat sie dann irgendwann verprügelt. Mir wurde von den Anwesenden gesagt das sei so bei denen, ich solle mich nicht einmischen, das geht einen nichts an, sie muss das selber schaffen etc. Ich bin hin und hab ihm gesagt ich rufe die Polizei wenn er sie nicht in Ruhe lässt.
      Mein Beispiel ist natürlich eine etwas andere Situation aber ich möchte einfach mal in die Runde werfen dass man manchmal einfach handeln muss auch wenn man weiß daß sich auf Dauer nichts ändert. Aber ich habe der Frau gezeigt dass sie auch jemanden auf ihrer Seite hat.
      Zivilcourage hat nicht immer mit Vernunft oder analytisch fundiertem Vorgehen zu tun. Ein Mensch mit Herz muss manchmal handeln.
      Ich halte nichts von der hier teilweise propagierten Neutralität.

      Die junge Frau ist volljährig aber die wenigsten Volljährigen haben in diesem Alter schon eine gereifte Persönlichkeit entwickelt, für sich und ihre Belange entschieden einstehen zu können. Da gerät man schnell in zumindest gefühlte Abhängigkeit, die schaden kann.

      Dazu kommt die spezielle Dynamik einer BDSM Beziehung. Ich vermute, dass eine gewisse Abhängigkeit auch dadurch bedingt ist. Außerdem macht es das Ganze um Längen schwieriger nach Hilfe zu suchen.

      Ob und inwieweit Du Dich einmischen willst, kannst nur Du allein entscheiden. Wovon ich Dir abraten würde, ist für sie zu handeln, sofern sie nicht unmittelbar bedroht ist. Wozu ich Dich jedoch ermutigen möchte, ist für die junge Frau da zu sein. Zuhören, Auffangen, Trösten, Ermutigen und zwar egal wie oft sie vielleicht zurück geht. Und ganz wichtig Deine Hilfe nicht von Erwartungen oder Bedingungen abhängig zu machen.

      Meine Gedanken resultieren zum Einen aus der beruflichen Erfahrung mit jungen Erwachsenen. Zum anderen aber habe ich auch eine Tochter. Sollte sie jemals in eine solche Situation geraten würde ich mir wünschen, dass es Menschen gibt, die sie damit nicht allein lassen.
      Je größer der Dachschaden, umso besser sieht man die Sterne
      ...kann es auch sein, dass sie es ganz reizvoll findet, jetzt gleich zwei so unterschiedliche Männer um den Finger wickeln zu können - den älteren Dom und den besorgt zu Hilfe eilenden Freund?

      Unterschätz junge Frauen bloß nicht - erst recht nicht, wenn sie dich so weit dominieren (ja: dominieren), dass du schlaflose Nächte hast und auf jeden Wink hin auf dein Fahrrad springst und zu jeder Tag- und Nachtzeit zu ihr eilst :)

      Pass auf, dass du eine ernstgemeinte Bitte um Hilfe nicht übersiehst. Aber pass auf, dass du die nicht siehst, wenn sie eigentlich nur die Welt erobern will.


      Legat schrieb:

      ... meiner Meinung fehlte wirklich die für sie nötige Führung. Was sich bei ihr jetzt auch psychisch wie physisch äußerte (ich möchte nicht zu sehr in detail gehen). Das ganze Gipfelte darin das sie bei mir nach Spieltreffen oder Partys auftauchte und ich sie auffangen musste, weil er es nicht tat.
      Da zog ich die Reisleine und hab mich eingemischt. Ich bin jetzt nicht ihr Dom, halte aber gerade die Hand über sie.
      Falls sie selbstverletztendes Verhalten zeigt oder sogar gezielt einsetzt, um deinen Beschützerinstinkt zu wecken und du genau so reagierst, wie sie es plant, dann bist du bald in der Rolle des Koabhängigen. Bitte pass auf dich auf und such dir ggf Hilfe...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Skylla ()

      Gratulation, war sicher nicht einfach.... für euch beide nicht. Zuschauen, ohne einzugreifen, obwohl man die Gefahr sieht, in die der andere sich begibt, ist extrem sxhwer. gib das Like, das ich dir grade gegeben habe, auch an sie weiter ;)
      „Jetzt ist einfach nicht die Zeit für Partys“
      D. Kalayci, Gesundheitssenatorin Berlin

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre -