Ihn zum Dom machen?

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      Ihn zum Dom machen?

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe mich eben erst im Forum angemeldet und auch schon einiges gelesen, aber keine Vorstellungsecke gefunden. Dann kombiniere ich das hier, weil ich auch einen kleinen Ratschlag bräuchte .
      Mir ist schon sehr lange bewusst, dass ich eine BDSM-Neigung habe. Masochistisch und devot, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Devoten (durchaus auch in Alltagsdingen, nicht nur im Bett. Mich macht es auch an, wenn mein Partner mir etwas befehlen würde, was nichts mit Sex zu tun hat. Ich glaube meine Fantasien gehen da schon in Richtung Dienen und Sklavin, aber nicht 24/7)

      Ich bin seit über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und genieße den Sex sehr. In letzter Zeit kommt aber meine Neigung wieder sehr zum Vorschein.
      Die Frage ist, wie kann ich ihn ein bisschen in die Richtung führen? Im Magazin von gentledom habe ich die Vorschläge gelesen, aber es scheint mir einfacher zu sein, als dominanter Part mal die Grenzen auszutesten und einfach die Führung zu übernehmen.

      Wie mache ich das umgekehrt? Wenn ich mit der Tür ins Haus falle und sage, "ich habe Fantasien, ich wünsche mir manchmal, deine Sklavin zu sein" ist das vielleicht ein bisschen zu viel...^^ Ich habe auch schon mit ihm gesprochen und er weiß auch in grundzügen von meiner Neigung. Und jedes Mal, wenn er etwas dominantes tut, was mich anmacht, sage ich ihm das auch, bzw er merkt es auch. Ich glaube er hat einfach noch Hemmungen, das bei sich zuzulassen, aber er lässt ab und zu spielerisch eine Bemerkung fallen. Meine Vermutung ist, dass er ein absolut hervorragender Dom sein könnte (im Sinne von, so fantastisch kompatibel mit mir, dass ich es kaum glauben kann). Er hat eine natürliche Dominanz, die ihm irgendwie gar nicht bewusst auffällt und ist dabei gleichzeitig liebevoll und respektvoll. Da reicht ein Blick, ein Satz, eine Tonlage... und ich kann den ganzen Tag an nichts anderes mehr denken.

      Folgende Beispiele habe ich im Kopf, wenn ich mir ebenjenen darüber zerbreche, ob er jetzt wirklich dominant ist (hoffentlich ist das nicht fsk 18):
      Einmal hat er mich einfach übers Knie gelegt und mir den Hintern versohlt, dafür, dass ich seine Unterhemden falsch in den Schrank sortiert hatte. (natürlich im Konsens und im Spiel und so, dass es uns beiden Spaß gemacht hat) Ihm war gar nicht bewusst, dass er damit eine Fantasie von mir getroffen hat, die ich ihm bis dahin nicht erzählt hatte, weil ich mich nicht getraut habe. Und dann macht er es einfach so... ich war drei Tage wie im Rausch.
      Zwischendurch sagt er Sätze, die meine Fantasien so ins Schwarze treffen, dass ich mir erhoffe, dass er das ernst meint und nicht nur im Spaß
      z.B.,
      "vielleicht sollte ich dir mal das masturbieren verbieten und du darfst nur kommen, wenn ich es erlaube" oder
      "beim Bad putzen hast du xy übersehen... vielleicht sollte ich dich dafür bestrafen"
      "hm, ich kann dir ja nicht sagen, dass ich dich bestrafe, wenn du mir das falsche müsli mitbringst. dann bringst du mir ja absichtlich das falsche mit"
      "na, wenn du zum müll gehst, kannst du ja auch gleich die zeitung rausbringen" er hält mir die zeitung hin, schaut mir fest in die augen, kurz bevor ich sie ihm abnehmen kann, lässt er sie einfach vor meine füße fallen, so dass ich mich vor ihm hinknien muss um sie aufzuheben. ich, halte kurz inne, weil ich es nicht so recht glauben kann, dass er das jetzt echt gemacht hat, lächle freudig in mich hinein und werde schon wuschig, er, merkt das an meiner reaktion, wartet bis ich brav die zeitung aufgehoben habe, dann ein süffisantes grinsen von ihm: "gern geschehen"
      er sieht, dass ich seit längerem mal wieder frisch rasiert untenrum bin, schaut mir wieder fest in die augen, kommt wortlos zu mir hin, greift mir unten hin, testet, wie es sich anfühlt und meint: "na geht doch" lässt los und geht seinem tagesgeschäft weiter nach
      beim ov ist er auch ziemlich heftig und meint auch, dass er es genießt, da so die macht zu haben und vor allem aber, dass ich ihm da die macht gebe. es interessiert ihn alles nur, wenn er sieht, dass es mich auch anmacht. als ich einer freundin davon erzählt habe, meinte sie, dass sie das, was er tut, zu krass für sich selbst fände. und sie steht auch schon auf würgen und orgasmuskontrolle.
      Ich weiß nicht ob mit mir grade die Pferde durchgehen, weil ich es mir so wünschen würde und am Ende liegt es ihm vielleicht doch nicht oder er macht es nur für mich. (oder es liegt ihm nur die bdsm schublade nicht?)
      Andererseits.... für mich klingt es schon so, dass er dominant ist, und zwar so natürlich und selbstverständlich, dass ich es ihm immer abkaufe. aber er ordnet es selber gar nicht so richtig bewusst im bdsm ein. und ich wünsche mir mehr davon, aber ich will ihn nicht überfordern.
      Zum einen denke ich, dass er da innere Kämpfe auszutragen hat/hätte (Erziehung, will mir natürlich nicht wirklich wehtun, mich nicht ernsthaft beleidigen "wir sind gleichberechtigt und unabhängig und auf augenhöhe, frauen schlägt man nicht usw")
      zum anderen gibt es tatsächlich persönliche psychische Hindernisse, bei denen er vorsichtig sein MUSS und wo er Grenzen extrem langsam und hochkonzentriert antesten muss. Gerade weil ich paradoxerweise am Anfang der Beziehung absolut allergisch gegen das Wort "Machtgefälle" war und die Vorstellung, dass er WIRKLICH Macht über mich hat, mich in extreme Panik versetzt hat. (mit fortschreitender Therapie ändert sich das jetzt und das Vertrauen zwishcen uns wächst und ich werde entspannter) Dass ihn das verunsichert kann ich auch verstehen.

      Also was will ich eigentlich...
      Vielleicht folgendes:
      Vielleicht brauche ich eine "professionelle" Meinung von außen, von Leuten mit Erfahrung: Klingt das für euch so, als hätte er tatsächlich eine dominante Neigung und ich bilde mir das nicht nur aus Wunschdenken ein?

      Wenn ja, wie kann ich ihm klarmachen, dass ich dafür gerne den BDSM Rahmen hätte, vielleicht auch schon deshalb, weil die Szene einen reichhaltigen Schatz an Vokabular hat, was die Kommunikation erleichtern würde

      Wie kann ich ihn ermuntern, das was er vorschlägt auch umzusetzen und mir zb wirklich den hintern zu versohlen?
      dieses verschwommene hin und herschwenken zwischen vanilla und bdsm verunsichert mich ein bisschen. ich glaube ich bräuchte einen festeren rahmen. ein klares, so, jetzt ist es kein witz, wenn ich sage, ich bestrafe dich. (Ich glaube, er meint es nie wirklich als reinen witz, aber manchmal pesackt er mich auch nur und testet/ genießt wohl meine reaktion darauf, ohne es durchzuführen)

      danke schonmal für eure gedanken!

      Lg
      "Wie kann ich ihn ermuntern, das was er vorschlägt auch umzusetzen und mir zb wirklich den hintern zu versohlen?"

      Indem du ganz klar mit ihm korrespondiert!

      Also erstmal herzlich willkommen im Forum und fühl dich hier wohl!

      Ernsthaft: Wenn ich deine Zeilen lese, hast du eigentlich einen Dom!
      Wie in 80% der Anfänge, hilft reden wirklich ungemein! Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, das das dominante da ist aber durch Erziehung etc. das praktisch Umsetzen anfangs etwas schwierig ist.
      Erzähle ihm deine Träume!
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Das sehe ich wie @Majasdom

      Rede mit ihm. Frag ihn vielleicht zuerst. ob er irgendwelche Fantasien in der Richtung hat. Oder ob er sich etwas in der Richtung überhaupt vorstellen kann .

      Jemanden zu etwas "machen" halte ich für ein unglückliches Vorhaben. Ihn aber fragen, ob er sich eine Entwicklung in die Richtung vorstellen könne, ist zB etwas, das uU weniger "Druck" bewirkt?
      Warte nicht auf den perfekten Moment
      sondern nimm den Moment und mach ihn perfekt.
      Irgendwie kommt mir dieses Reaktionsschema bekannt vor. Ging mir lange auch so, passiert immer noch gelegentlich. Auf der rechten Schulter sitzt ein kleiner dommiger Teufel, der nette Sprüche einflüstert. Und auf der linken Schulter ein kleiner Angsthase :D Irgendwie streiten die sich dann regelmäßig. "Ich versohle dir den Hintern" ist schnell gesagt, aber dann kommt schon der kleine Angsthase und denkt "Warte, hast du das jetzt wirklich gesagt? Du kannst doch deine Frau nicht hauen".

      Gerade am Anfang war es nicht so leicht, meinen Worten auch Taten folgen zu lassen. Es gibt einfach unglaublich viele anerzogene Verhaltensweisen, gesellschaftliche Normen und Werte, und alle sagen: Hau niemals eine Frau!

      Und jetzt kommen wir in BDSM Kreise. Hier heißt es nur "Hau niemals eine Frau, die das nicht will". Das bedeutet, dass man einen gewissen Teil seiner Erfahrungen und Überzeugungen über den Haufen werfen muss. Zumindest mich hat das anfangs eine Menge Überwindung gekostet. Aber man kann sich dran gewöhnen, gerade wenn man dabei auch noch Spaß hat. Und danach klingt es bei deinem Partner.

      Lass ihn wissen, was du willst. Und lass ihn spüren, dass es in Ordnung ist, was er da gerade treibt. Dann wird das vermutlich schon werden :)
      "And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head."
      -Terry Pratchett, Masquerade
      Vielen lieben dank für eure Antworten, das beruhigt mich, zu lesen, dass ihr glaubt, dass ich da nicht völlig auf dem falschen dampfer bin, wenn ich ihm ein bisschen (oder auch ein bisschen mehr) dominanz unterstelle und da zuversichtlich seid, dass das was werden kann :)

      ja @Charley00 du hast recht, ihn dazu zu "machen" ist auch eine unglückliche formulierung von mir gewesen. ich habe nicht vor, ihn irgendwo hin zu drängen, wo er nicht sein möchte, ganz und gar nicht. aber griffige threadtitel zu schreiben, ist auch nicht immer so einfach ^^'
      ich meine damit eher, dass ich ihn ermutigen möchte, seine offensichtlich vorhandene dominante seite anzunehmen, und ihm zeigen möchte, dass, wenn er das auch möchte, er es sein DARF. weil mich das unheimlich kickt. und wenn ich sehe, dass es ihm so locker flockig von der hand geht, ohne, dass wir überhaupt eine explizite BDSM/ Ds Bezihung führen, habe ich das gefühl, dass da noch viiiiel spielraum zum ausprobieren und entdecken ist


      ich will ihn nicht mit worten verschrecken. letztens meinte er, dass er sich hinterher auch noch im spiegel ansehen können will... ich kann das absolut verstehen. ich habe leichte tendenzen zum switchen und meine eigene dominante und sadistische seite macht mir mitunter auch ein bisschen angst...
      @Aldones: ja exakt so stelle ich mir das vor :D er sagt was, und hinterher sitzt da das empörte, auf gleichberechtigung pochende engelchen auf seiner schulter und sagt: gehts noch? wir haben 2019 und du kannst dein liebes mäuschen doch nicht ernsthaft schlagen, bis ihr hintern rot ist!

      @majasdom: aber ja, danke für die Bestätigung auch... wenn ich einen schritt zurück gehe und mir durchlese, was ich da so geschrieben habe, was er tut und wie er sich verhält, kann ich mir nicht vorstellen, dass er das nur mir zuliebe macht. ich glaube, sowas kann man auch nicht authentisch spielen (also ich denke, er könnte das nicht :D) er hat da schon eine neigung und auch selber spaß dran. er sagt mir auch immer, dass er nur dinge tut, die er auch wirklich will.


      vermutlich hilft nur positives feedback und immer sagen, ja das ist jetzt ok wenn wir das so machen. seit ich ihn darauf hingewiesen habe, dass ich es mag, wenn er dominant ist, testet er immer wieder, in immer kürzeren abständen, auch aus völlig heiterem himmel.

      ich glaube.... was mich selbst verunsichert ist, wie spreche ich es am besten an. es fällt mir sehr sehr schwer über fantasien zu sprechen, vor allem, wenn sie so "pervers" sind. und ich will ihn ja auch nicht mit dem 1x1 des BDSM Begriffskatalogs erschlagen.
      Gut, ich habe angefangen mit...
      "ich mag es wenn du dominant bist"
      vielleicht wird das zweite sein, "schatz, wenn du immer drohst, dass du mich bestrafst, aber es nie tust, ist das nicht wirklich im sinne der erziehungsmaßnahme ;)"
      ich weiß, das ist ein bisschen tftb, aber ist mir dann auch egal muss ich sagen :D ich hab das gefühl, ich muss ihm die sicherheit geben, dass das was er tut in ordnung ist und dass er so wie er ist in ordnung ist. vermutlich geht das nur, wenn ich ihn ein bisschen anleite...
      Liebe Lynnmae
      Zuerst herzlich willkommen! :blumen:

      Und Gratuliere:

      "vermutlich hilft nur positives feedback und immer sagen, ja das ist jetzt ok wenn wir das so machen. seit ich ihn darauf hingewiesen habe, dass ich es mag, wenn er dominant ist, testet er immer wieder, in immer kürzeren abständen, auch aus völlig heiterem himmel.

      Ihr habt eure Reise längstens angetreten...

      Liebe Grüsse
      Hallo und willkommen im Forum @LynnMae,

      das klingt alles so schön, was du erzählst! :) Es erinnert mich sehr daran, wie es in meiner Beziehung lief, als wir BDSM für uns entdeckt haben. Während ich meine Neigung eigentlich problemlos annehmen konnte, war mein Herr sichtlich hin- und hergerissen und es fiel ihm schwer, seine dominante Seite mit dem Gentleman (der definitiv auch in ihm steckt) zu vereinen. Erziehung, Prägungen, seine grundsätzliche Einstellung zum Thema Gleichberechtigung, Klischee- und Schubladendenken usw. haben es ihm erschwert, das alles zuzulassen - obwohl es ihm andererseits so gut gefallen hat!

      Dinge 'androhen'/ankündigen und dann nicht umsetzen, ja, das kenne ich auch von ihm. Das hat es mir zeitweise wirklich schwer gemacht und mich halb verzweifeln lassen, weil ich mir nie sicher war 'Meint er das jetzt ernst?', 'Will er das wirklich oder findet er seine Sprüche gerade einfach nur lustig?'... Ich konnte ihn manchmal nicht so ganz ernst nehmen, weil seinen Worten oft keine Taten folgten. Und es hat mich auch verwirrt, weil ich ganz klar Dominanz bei ihm gesehen habe - nur er selber wollte sie sich nicht wirklich eingestehen bzw. konnte er mit dieser neu entdeckten Seite zu Anfang nicht gut umgehen. Er war selber irritiert, weil er sich 'so' nicht kannte und über 50 Jahre eher die liebe, brave Mann war, der es allen immer nur recht machen wollte.

      Heute sieht das anders aus. :D 'Lieb' ist er immer noch und er hat einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aber er hat erkannt, dass da nun mal auch eine dominante und teils auch etwas sadistische Seite in ihm schlummert und hat sie inzwischen weitestgehend akzeptiert. Und er liebt diese Seite endlich auch selber! Er hat im Laufe der Zeit immer mehr Gefallen an D/s gefunden und mittlerweile ist es sogar so, dass das Machtgefälle fast permanent präsent bzw. jederzeit abrufbar ist. :love: Vieles haben wir nach und nach in unseren Alltag integriert und ist im Grunde genommen schon selbstverständlich - darüber muss gar nicht mehr gesprochen werden, sondern 'passiert' einfach. So wie gestern, als er im Restaurant ausgesucht hat, was ich esse. Er hat es einfach bestimmt... :) Ich habe unsere Beziehung nie zuvor so erfüllend empfunden wie in den letzten Monaten!

      Was meinem Herrn sehr geholfen hat, ist genau das, was auch du machst: Ich habe ihm so oft wie möglich positives Feedback gegeben, habe sehr deutliche Reaktionen gezeigt und ihm zu verstehen gegeben, wie sehr es mir gefällt, wenn er seine Dominanz auslebt. Ich habe ihm immer wieder deutlich gemacht (und mache das auch heute noch, wenn ich das Gefühl habe, dass er mit sich und seiner Neigung hadert), dass alles, was zwischen uns stattfindet, von uns beiden gewollt ist (→ Einvernehmlichkeit) und dass dies das Einzige ist, was zählt. So lange es uns gefällt, ist es in Ordnung! Ich habe ihn ermutigt, wann immer es möglich war. Diese Sicherheit hat er gebraucht, also habe ich sie ihm immer und immer wieder gegeben, bis er sie sich verinnerlicht hat. Es hat seine Zeit gebraucht und war nicht immer leicht für mich, aber ich habe sie ihm gegeben. Und es hat sich gelohnt!

      Hinsichtlich 'unseres' D/s war für ihn außerdem hilfreich, dass ich sagte: Wir sind als Partner immer gleichwertig, aber eben nicht gleichberechtigt - das ist alles.

      BDSM ist nie von heute auf morgen einfach da. Es entwickelt sich - man entwickelt sich - gemeinsam. Manchmal gibt es Phasen, da geht alles ganz schnell und es tut sich ganz viel. Und dann gibt es Phasen, in denen scheinbar alles gleichbleibt oder es auch mal den einen oder anderen Rückschritt gibt. Das ist 'normal' und gehört wohl in den meisten Beziehungen dazu. Aber es lohnt sich immer, dran zu bleiben und geduldig zu sein. Ist manchmal schwer, wenn man gedanklich/emotional schon viel weiter als der Partner ist, aber da sollte man wirklich versuchen, in seinem Tempo mitzugehen und ihm nicht vorauszueilen. Es ist schließlich ein gemeinsamer Weg!

      Wie alle anderen auch schon gesagt haben: Reden hilft! Es ist wirklich so und bringt ganz viel, das habe ich selber immer wieder erfahren dürfen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du das angehen könntest. Ich selbst habe mich dagegen entschieden, mich mit ihm hinzusetzen und zu sagen 'So, wir führen jetzt ein Gespräch über unsere Beziehung und BDSM.' o. ä... Eher habe ich, wenn wir Zeit und Ruhe hatten, nochmal rückblickend verschiedenes angesprochen, was mir sehr gefallen hat oder wie toll/geil ich es finde, wenn er dieses und jenes macht. Daraus haben sich dann von selbst intensive Gespräche ergeben, die ich natürlich auch ein wenig lenken konnte, da ich ihm vom Wissensstand her, aber auch vom Bewusstsein dessen, was und wohin ich will, weit voraus war. Im Endeffekt haben diese Gespräche wirklich sehr geholfen - uns beiden. Ich wollte ihn - genau wie du - nie in irgendeine Richtung drängen, die ihm evtl. gar nicht liegt oder gefällt. Mir war es wichtig, ihn zu verstehen, seine Gedanken nachvollziehen zu können und auch über seine Bedenken und Zwiespälte Bescheid zu wissen, denn dadurch konnte ich so auf ihn eingehen, wie er es gebraucht hat. Und ja, es hat sich wundervoll entwickelt (und entwickelt sich immer noch weiter und weiter) und es geht uns beiden sehr gut damit. :)

      Worauf ich übrigens bewusst verzichtet habe, sind all die 'Fachbegriffe' der BDSM-Welt. Klar könnten sie die Kommunikation erleichtern, aber es geht auch anders und das sogar sehr gut. Für uns bzw. für meinen Herrn ist es besser so, denn ich weiß, dass ihn die 'Konfrontation' mit solchen Begriffen nur noch mehr verunsichert und gewissermaßen verschreckt hätte. Für das meiste haben wir unsere ganz eigenen Begriffe. :) Damit habe ich ihm einen Rahmen gegeben, in dem es sich für ihn viel persönlicher, intimer und vertrauter anfühlt. Ich habe ihn insgesamt recht sanft und vorsichtig an das Thema herangeführt (hatte vor unserer Beziehung aber selber auch keine Erfahrung mit BDSM).

      Ich wünsche dir viel Erfolg für eure Gespräche, viel Mut für das Aussprechen deiner Fantasien und viel Spaß beim Ausprobieren! Wie gesagt: Denk dran, dass es eine Entwicklung ist und dass du ihm die Zeit geben solltest, die er nun mal braucht. Das wird schon, da habe ich gar keine Zweifel. :)
      Liebe @LynnMae

      herzlich willkommen bei uns. :blumen: Die Vorstellungsecke findest du hier: Neuvorstellungen und Abschiede
      Wir freuen uns auf dein offizielles Hallo dort. :D Du hattest ja gefragt... ;)

      Nun zu deinem Problem, was ich nicht wirklich als Problem sehe, wie meine Vorschreiber.
      Ehrlich gesagt, ich würde sogar sagen, leg ihm einfach deinen ersten Post hier zum Lesen hin - damit könnte sich alles andere von selber fügen.
      Auf jeden Fall solltest du deinen Mut zusammen nehmen und ihn in aller Ruhe um ein Gespräch bitten. Ganz gemütlich, mit Kaffee und Kuchen, falls ihr das mögt. :yes: :coffee:
      Und dann spring über deinen Schatten und erzähle ihm von deinen Träumen und Fantasien. Frag ihn, ob er ähnlich denkt. Entwickelt vielleicht zusammen ein paar Szenarien und schaut, wie euch das gefällt.
      Sollte er sagen, er wolle mit BDSM nichts zu tun haben, dann frag ihn, ob ihr es vielleicht einfach anders nennen könnt. Manchmal sind wirklich die Worte das Problem.
      Dommig genug ist er meiner Meinung nach auf jeden Fall. :D

      Ich drücke dir die Daumen! Rede mit ihm! :thumbsup:
      Wir haben alle irgendeinen Knacks - der Unterschied ist: bei manchen ist er diagnostiziert... :monster:

      Zofe schrieb:


      Ich selbst habe mich dagegen entschieden, mich mit ihm hinzusetzen und zu sagen 'So, wir führen jetzt ein Gespräch über unsere Beziehung und BDSM.' o. ä... Eher habe ich, wenn wir Zeit und Ruhe hatten, nochmal rückblickend verschiedenes angesprochen, was mir sehr gefallen hat oder wie toll/geil ich es finde, wenn er dieses und jenes macht. Daraus haben sich dann von selbst intensive Gespräche ergeben, die ich natürlich auch ein wenig lenken konnte, da ich ihm vom Wissensstand her, aber auch vom Bewusstsein dessen, was und wohin ich will, weit voraus war. Im Endeffekt haben diese Gespräche wirklich sehr geholfen - uns beiden.
      Das ist so die Phase, in der wir uns gerade befinden. :) Im Januar habe ich ihm einen Brief geschrieben, und ihm von meinen Neigungen erzählt, und seit dem sage ich ihm eigentlich immer rückblickend was mir gefallen hat. Und so verstärkt er diese Verhaltensweisen automatisch und von sich aus. Zwar sehr langsam, aber trotzdem spürbar.

      Aber @LynnMae , was du schreibst klingt doch eigentlich sehr positiv. Da ist doch schon sehr viel, mit dem du "arbeiten" kansst, über das du mit ihm reden kannst, ihm Feedback geben kannst. Also, reden und Zeit, …
      Hallo ihr Lieben,

      Vielen lieben Dank für eure Ratschläge, ich habe tatsächlich durch euch dann den Mut gefunden heute mit ihm zu reden :D

      Und naja... Was soll ich sagen, es lief wirklich gut. Mir war wichtig ihm zu zeigen, dass ich denke, dass wir DS Elemente in unserem sex haben und dass da nichts ist, was ich zusätzlich verlange, was er nicht sowieso schon tut.

      Das einzige was mir wirklich wichtig ist und wo ich den Vorteil sehe, wenn wir uns einen Rahmen aufbauen, dass es für uns beide sicherer ist. Sicher für ihn, weil er weiß, dass das Machtgefälle temporär ist, dass ich das wirklich will und er hinterher kein schlechtes Gewissen haben muss. Was ihn momentan da noch plagt. Und sicherer für mich, weil ich dann weiß, dass er weiß was er tut und dass er weiß, was solche Aussagen von ihm bei mir bewirken. Und dass ich klarer erkenne in welchen Situationen ich mich dann fallen und führen lassen kann.

      Ich habe vorgeschlagen dass wir ein Ritual finden, dass uns beide unmissverständlich in das Machtgefälle bringt (und auch wieder heraus!) und das fand er äußerst gut und war dem gegenüber sehr aufgeschlossen. Er hat da auch schon von sich aus angefangen Vorschläge zu machen :love:
      Ich denke dieser rituelle Rahmen ist ein erster wichtiger Schritt, weil es den Konsens sehr deutlich macht und auch ihm die Möglichkeit gibt, danach wieder zum normalen "auf Augenhöhe" zurückzukommen.

      Hachja.... Ich bin sehr sehr zufrieden damit, wie das Gespräch gelaufen ist und wir beide deutlich machen konnten was uns wichtig ist. Ich bin auch sehr froh, dass er da so offen und auch den bdsm befrifflichkeiten nicht unbedingt abgeneigt war :yes:

      Nur das sadistische, das kann er sich bei sich selber noch nicht so richtig vorstellen, hauen würde er nur mir zuliebe :rot:

      Yaaay, voller Erfolg würde ich sagen :dance:

      LynnMae schrieb:

      Nur das sadistische, das kann er sich bei sich selber noch nicht so richtig vorstellen, hauen würde er nur mir zuliebe
      Das ändert sich.
      Wenn du das erste mal schmerzhaft quietschst oder lustvoll aufstöhnst wenn er dich übers Knie legt fängt in seinem Kopf der Denkprozess an, und im Null Komma Nichts nimmst du es ihm nicht mehr ab wenn er sagt "Ich bin gar kein Sadist" :whistling:

      Neu

      LynnMae schrieb:

      Nur das sadistische, das kann er sich bei sich selber noch nicht so richtig vorstellen, hauen würde er nur mir zuliebe :rot:
      Naja man(n) muss ja nicht unbedingt mit den schwierigen Dingen anfangen... auch wenn ich das immer wieder total nervig finde, aber machen wir uns nichts vor: wir sind gesellschaftlich doch nach wie vor sehr geprägt von Vorstellungen, die häufig denen bei BDSM konträr gegenüberstehen. Und gerade Schmerzen zufügen, was ja gesellschaftlich "pfui" ist, dürfte da eines der größeren Dinge sein. Allerdings gibt es bei BDSM sehr viel mehr als die Extreme "es turnt mich voll an, Schmerzen zuzufügen" und "ich lehne das total ab", z.B. "es gibt mir selbst nichts, ich verwende es aber quasi als Werkzeug" (und noch viel mehr Schattierungen...). Jemanden, der das total ablehnt, wirst du nicht dazu bekommen, es toll zu finden, meine Meinung (ob das bei ihm so ist, wirst du merken). Und "mir zuliebe" kann dabei an sich nicht funktionieren. Aber wie gesagt gibt es da ein Universum an Zwischentönen, vielleicht findet er da etwas, mit dem er was anfangen kann. Oder wie bereits gesagt, er entdeckt den Spaß daran und ist bisher nur unsicher.

      Insofern lasst es auf euch zukommen, bisher hätte es wohl kaum besser laufen können. Das solltet ihr euch bewusst machen! Es ist leider rein statistisch durchaus nicht unwahrscheinlich, dass der Partner mit einer neu entdeckten Leidenschaft so gar nichts anfangen kann... Ich kann mir das gar nicht vorstellen, wie schwierig das sein musste, da ich das Glück hatte, Katharina erst nach meiner (und ihrer) Selbstfindungsphase in der Hinsicht kennenzulernen und das im BDSM-Umfeld, wo von vornherein klar war, dass wir zumindest mal grundsätzlich passende Neigungen hatten (oder anders gesagt, mit einer Vanilla-Beziehung hätte ich zu dem Zeitpunkt schon nix mehr anfangen können). Aber selbst dann hätten wir ja trotzdem total inkompatibel sein können, was zum Glück ebenfalls nicht so wahr. Also Glückwünsch, wenn ihr bereits so am Anfang soweit "zueinander" kommt.

      Wenn du des Englischen mächtig ist, kannst du bei youtube mal nach "Evie Lupine" suchen. Gerade für Anfänger gibt es da jede Menge "Lernstoff", sie spricht quasi über alles, was zu dem Thema interessant sein könnte. Ich finde sie hat eine sehr gesunde Einstellung zu vielem. Nur als Beispiel, da es zum vorher Gesagten passt: How to Reward Your Dominant.