Das Wort ist Macht oder Worte machen nichts

      Das Wort ist Macht oder Worte machen nichts

      Während einer Session setze ich auch gerne auf das gesprochene Wort. Ein Gedanke erspart zehn Hiebe, sagt einer meiner Bekannten gerne. Mich reizt es eine Partnerin mit Worten in eine mir genehme Richtung zu lenken.
      Wie ist das bei euch, ist eure Session eher ruhig oder rau im Ton, oder versucht ihr ebenfalls mit einem "Mindfuck" zu spielen.
      Wie empfinden es Subs überhaupt? Bis zu welchem Punkt nehmt ihr es überhaupt wahr oder ist es der ein oder anderen sogar unangenehm auf diese Art und Weise manipuliert zu werden?
      Ich bin gespannt!
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler
      Unsere Sessions sind definitiv eher rau im Ton. Ich finde es immer wieder bemerkenswert wie mein Dom von einer Sekunde zur anderen umschalten kann und seine Tonlage und Wortwahl ganz anders, eben rau, klingen, ohne dass es gekünstelt wirkt.
      Er wählt meistens sehr knappe und harte Worte um mich so zu haben wie er das will.
      Für mich ist das sehr erregend, da er durch seine veränderte Stimme und Wortwahl eben wie zu einem ganz anderen Menschen wird.
      Allein dadurch kann ich schon sehr schnell in den "Submudus" kommen.
      Und ab und an spielt er dabei auch mit einem Mindfuck, ja.
      Wahr nehme ich es auf jeden Fall und es war noch nie unangenehm.

      Allerdings finde ich dass man eben auch viel auslösen kann indem man die Worte weglässt. Manchmal redet er bei Sessions mit Absicht nicht mit mir. Und antwortet mir auch nicht. Das kann sehr viel Quälender sein, als alles was er sagen könnte.
      Mindfuck gehört dazu.
      Nimm das einfache Beispiel mit einer Augenbinde. Mein Dom sagt mir, dass ich jetzt Schläge zu erwarten habe. Ich warte - und es passieert nichts. Dann höre ich das pfeifen der Peitsche in der Luft. Ich atme auf - in dem Moment kommt er, der süße Schmerz.
      "Ich habe nicht gesagt, dass ich gleich zuschlagen werde." flüstert es dann heiser hinter mir.

      Und ja, auch Beschimpfungen gehören dazu. Auch klare Ansagen und laute Worte. Wir die Stimme leiser und ich merke, wie er in mein Ohr flüstert, ist Vorsicht geboten. Es könnte "übel" ausgehen. Oder es erwartet mich eine Überraschung.
      Mein Kopf baut Bilder - die aber nicht zutreffen müssen.

      Ich liebe das Spiel - auch im umgekehrten Sinne.
      Dein freier Wille ist alles, was für mich zählt 7.7.2019
      Mal was zum Schmunzeln:
      Es müssen nicht immer Schläge sein @Braintickler, da hast du wohl recht.
      Nur ein Beispiel:
      Master und ich kochen gerne zusammen. Nun ging es gestern darum ein Gericht zusammenzustellen.
      (Randbemerkung: ich koche gut bis sehr gut- was auch wenige aus diesem Forum wissen ;-))
      Da ich diesmal sehr viel fragte, wie er denn z.B. die Frühkartoffel haben möchte, kam nach einigem Hin und Her die Bemerkung:"Nervensäge, lass mich das machen, bevor es in einem Disaster endet." :cursing: <-----meine Reaktion.
      Wir sind noch in der Kennenlernphase. Da dachte ich, ich muss doch fragen.
      Ich fühlte mich ziemlich gedemütigt ;)

      Und, er kann mich schon sehr gut lesen.

      Worte machen zwar nichts, bewirken aber viel
      Teufelchen im Blut, Engelchen im Herzen
      und ein bisschen Wahnsinn im Kopf 8)

      Braintickler schrieb:

      Ein Gedanke erspart zehn Hiebe, sagt einer meiner Bekannten gerne.
      Den Satz verstehe ich nicht! Kannst du ihn mir bitte erläutern?

      Unsere Sessions verlaufen ohne viele Worte. Wenn, dann kommen kurze Befehle oder auch mal kurze Fragen.
      Nur am Anfang spielt er gerne mal mit Mindfuck.
      Mein Sadist kennt mich sehr gut und weiß, das ich ab einem bestimmten Zeitpunkt abdrifte und dann nichts mehr mitbekomme.

      Am Anfang dachte er manchmal, dass ich Befehle bewusst missachte.
      Heute weiß er, dass ich mich in meinem "Flow" befinde und er agiert entsprechend.
      Ich denke, es ist wichtig, danach zu reden und zu erklären, wie es beiden in bestimmten Momenten ergangen ist.
      Wenn man sich lange kennt, ist es ein Zusammenspiel.

      Wir führen eine S/M-Beziehung, in der es darum geht, dass beide ihre Erfüllung finden.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      topaz schrieb:

      Braintickler schrieb:

      Ein Gedanke erspart zehn Hiebe, sagt einer meiner Bekannten gerne.
      Den Satz verstehe ich nicht! Kannst du ihn mir bitte erläutern?
      Er verknüpft seine Aktionen immer mit einer Geschichte, der er während der Session immer weiter spinnt. So schafft er es in seiner Sub zusätzliche Illusionen zu erzeugen.
      Zugegeben, nicht jeder kann es und nicht jeder springt darauf an.
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler

      Braintickler schrieb:

      Wie ist das bei euch, ist eure Session eher ruhig oder rau im Ton, oder versucht ihr ebenfalls mit einem "Mindfuck" zu spielen.

      Bei uns ist es immer von Setting der Session abhängig. Generell spielen wir mit wenigen Worten, das kann man jetzt wörtlich nehmen. Unsere D/s Beziehung ist eben auch stark S/M geprägt.
      Ergibt sich z.B. eine Session aus einer Alltagssituation, reicht ein Griff in den Nacken/Hals oder es gibt eine kurze Ansage was ich jetzt von Ihr erwarte. Sie hat sich dann wortlos zu fügen. Da wir für diesen Punkt eine 24/7 Vereinbarung haben, gibt es dafür weder eine Einleitung noch eine „Geschichte“.

      Dein Thema hat aber auch einen Reiz, denn es ist auch eine Kunst mit seinen Worten zu spielen und die gewünschten Reaktionen zu bekommen. Haben sich da zwei gefunden, sicherlich ein anregendes Detail für eine D/s Session.
      Das Geheimnis ist nicht, die Schmetterlinge zu jagen, sondern den Garten zu pflegen, so dass sie von alleine kommen - Mario Quintana
      Während der Session gibt es bei uns eher wenige bis keine Worte, das meiste läuft nonverbal ab. Wenn Worte, dann gezielte.
      Zwischen den Sessions (bzw. Davor und danach oder in Pausen) eher viele Worte, viel Mindfuck,
      Das ist genau das, was ich mag.
      Denn innerhalb einer Session bin ich oft so weit weg, daß ich zwar merke, daß er etwas sagt, aber nicht richtig höre, was er sagt. Und es bringt mich dann raus, wenn ich nachfragen muss.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      Oh ich mag das Spiel mit Worten.
      Klare Ansagen, was er gleich mit mir machen wird, wo er mich am Ende des Abends sehen möchte, zwischendrin nochmal bestätigende Worte, was er gerade zwischen seinen Händen fühlt *husthust*,...

      Ja, ich drifte irgendwann ab, auf Rückfrage kommt dann unzusammenhängendes Gebrabbel oder ein tränenverschmiertes schiefes Lächeln (so mit Knebel möglich), aber nen Top, der während einer Session nicht mit mir kommuniziert...
      Da kann ich dann auch zum Seestern mutieren. Weil meine subbsige Glaskugel ist da irgendwie kaputt.

      Toppsenderseits spreche ich auch viel, erfreue mich auch verbal an den (körperlichen) Reaktionen meines subs und begleite die ein oder andere Fiesivität auch mit einem durchaus liebevollen Kommentar.

      Ich möchte - egal auf welcher Seite - dieses Band der Kommunikation nicht missen. Genauso, wie ich zwischendurch auch noch Körperkontakt brauche, der mir zeigt, dass wirklich alles in Ordnung ist.
      Viele Grüße
      safine
      Ich oute mich dann mal als Wortfetischist.
      Ja ich brauche den verbalen Austausch eine rein nonverbale Kommunikation wäre mir zu wenig.
      Für mich macht aber eher der Tonfall die Musik als die Lautstärke, die würde mich vermutlich eher abschrecken.
      Das Spielen mit den Worten und der Stimmlage kickt mich wesentlich mehr. Sofern die Augen nicht verbunden sind eben auch die die Kombination aus Blick, Wort und Stimmlage.
      Also ja, Worte können richtig genutzt sehr machtvoll sein.



      The fool doth think he is wise, but the wise man knows himself to be a fool.
      William Shakespeare

      safine schrieb:

      Ich möchte ... dieses Band der Kommunikation nicht missen. Genauso, wie ich zwischendurch auch noch Körperkontakt brauche,...
      Gut gesagt. Genau so ist es. Ohne reden geht es nicht, weder im Alltag noch bei Sessions. Fehl am Platz wäre allerdings ein unablässiges Gequassel, auf beiden Seiten.
      Mir macht es Spass, die kleinen Fiesigkeiten Subbie erst mal ins Ohr zu flüstern. Dass das gut ankommt, bestätigen mir die körperlichen Reaktionen.
      Ganz ohne Worte - für Subbie ist das eine Bestrafung!
      Beim letzten Mal, habe ich für mich herausgefunden, dass ich den verbalen Schlagabtausch sehr mag. Gerade wenn Sub frech ist, bietet sich für mich die Möglichkeit, sie auch damit in eine Richtung zu lenken. Das erste Mal war sie auch sehr überrascht und vermutlich habe ich sie damit überrumpelt. Und sie kam nicht mehr hinterher. Ich finde es recht neckisch, da verschiedene Stimmlagen miteinfliessen und man so sicherlich auch eine Sub wahnsinnig mit machen kann.
      Ständig würde ich es jedoch nicht machen, auch nicht grob im Ton oder rauere Wortgefechte. Als Überraschungsmoment, wenn Sub nicht unbedingt damit rechnet und ebenso schnell wieder einen anderen Ton anschlagen, hat ebenso seine Wirkung.

      In einer Session würde ich immer einen ruhigeren leisen Ton haben, kurz und knapp. Etwas rauer und dezent unterschwellig. Je nach Situation.

      "Es sind die Begegnungen mit Menschen,
      die das Leben lebenswert machen".

      Guy de Maupassant