Leider wieder einmal ein tödlicher BDSM Unfall vor Gericht

      Leider wieder einmal ein tödlicher BDSM Unfall vor Gericht

      focus.de/panorama/welt/prozess-in-krefeld-frau-stirbt-in-flitterwochen-bei-brutal-sex-ehemann-verurteilt_id_10936130.html

      Glaubt man der Bild so soll ein Naderad rektal eingeführt worden sein... das kann ich mir persönlich nur schwer vorstellen, dennoch immer wieder schlimm zu sehen, wie so eine schöne Sache wie BDSM so tödlich enden kann und auch, dass 30 Jahre BDSM Erfahrung eben eine Aussage ist die eben über Sicherheit wenig aussagt...

      Ihr könnt ganz frei über das Thema schreiben, wenn euch danach ist.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Also in dem Artikel gehts ja wirklich rund. ?( Medikamente, Opiate, Vergewaltigung und Misshandlung?

      Ich bin ganz ehrlich, so ganz blicke ich da nicht durch.

      Hat der Mann die Frau misshandelt und dann haben sie noch einmal geheiratet oder war das schon wieder ein neuer Mann?
      Außerdem werden in den Artikel noch psychische Krankheiten angesprochen (Psychopharmaka) - das und BDSM ist sowieso so ein Thema.. :gruebel:


      Ich habe dazu mehrere Artikel gefunden, allerdings nirgendwo ein Aktenzeichen. Das macht die Sache natürlich schwer nachvollziehbar.

      Was im BDSM Bereich vor Gericht landet, ist entweder sehr tragisch, oder sehr spektakulär. Was dann von der Presse aufgegriffen wird fällt dann meist unter Sex sells, da kann man sich auch nicht sicher sein, ob da etwas aufgebauscht wurde. Oder irgendwas langweiliges weggelassen wurde.

      Der Südkurier schreibt, das Opfer sei psychisch labil gewesen, und mindestens zweimal wegen Misshandlung geflohen. Da bleibt zumindest bei mir ein Geschmäckle, ob da BDSM nicht als Ausrede Missbraucht werden sollte.
      Mich irritiert die Aussage des Sohnes am Ende des Artikels:

      focus.de schrieb:

      Sie habe Misshandlungen ihres Mannes angezeigt und sich vor ihm mal in eine Psychiatrie, mal in ein Frauenhaus geflüchtet.

      Dass die Mutter Neigungen im (BD)SM-Bereich hatte, hat sie laut dem Artikel ja recht offen gezeigt, nur stellt sich mir beim Lesen des zitierten Absatzes die Frage: War das, was letztlich zu ihrem Tod geführt hat, auch noch einvernehmlich oder handelte es sich dabei tatsächlich um Misshandlungen?
      Der Fall schwirrte vor einigen Wochen durch die Gazetten. Als Beispiel für fehlgeleitetes BDSM taugt er allerdings nicht. Die Protagonisten waren mit Alkohol und Drogen zu Gange und es gab zumindest bei ihm eine psychische Erkrankung. Worüber wollen wir als in dem Fall diskutieren, ob das Paar nicht in einer geschlossenen Anstalt besser aufgehoben gewesen wäre?
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler
      Ist es denn nicht fehlgeleitetes BDSM?
      In meinen Augen schon, schauen wir uns doch einmal um, was sich im BDSM Bereich so abspielt.

      Es ist nicht alles Friede Freude Eierkuchen und schon längst nicht alles Gold was glänzt. Selbst hier gab es schon Themen in Richtung: Alkohol um sich für die Session locker zu machen, manchmal gemixt mit anderen Substanzen.
      Selbst Alkohol wird verharmlost... So ein oder zwei Gläser...
      Joints sind doch auch total harmlos, keine Ahnung, warum das verboten ist - wie oft bekommt man das denn gesagt oder liest es?

      Oh und dass man als psychisch nicht ganz gesund gilt, wenn man sich im BDSM Bereich "rumtreibt" ist immer noch klar an so manchem Test, den Psychologen einem vorlegen, erkennbar.

      Ganz abgesehen von Borderlinern, Narzissten und Co., die sich im BDSM rumtreiben.

      Also doch, ich finde durchaus, dass Diskussionsbedarf besteht, nur leider betrifft es halt Bereiche, die im Forum eigentlich verboten sind.

      @Gentledom tut mir leid, wenn das Thema jetzt wegen mir in den Veri-Bereich muss, aber BDSM ist halt leider nicht nur eine heile bunte Welt... :pardon:
      Ich würde sagen, ein noch besseres Beispiel für fehlgeleitetes BDSM kann man kaum bringen.

      Die Opiate im Blut zum Todeszeitpunkt können natürlich auch nach dem Unfall genommen worden sein, immerhin hatte das Opfer Schmerzen. Auch in Kombination mit Alkohol. Was sich genau abgespielt hat, kann man anhand der Zeitungsberichte nicht beurteilen.

      Immerhin eins kann man mitnehmen. Den Krankenwagen ruft man im Zweifel auch gegen den Willen des "Geschädigten". Gehört wohl mit zur Verantwortung dazu. Den Tod eines anderen Menschen zu riskieren ist die schlechtere Wahl. Und selbst wenn der Krankenwagen unverrichteter Dinge wieder fahren muss, hat man sein Möglichstes getan.
      Sofern der Bericht korrekt ist, für mich eine klare Sache.
      Haft zu Recht. Zum einen ist klar warum keine Drogen bei der Ausübung von BDSM
      verwendet werden sollten, aber auch warum man bei Rektalen spielen für ausreichend
      Feuchtigkeit sorgen sollte, genauso warum man den Darm folgen muss und nicht gewaltsam
      agiert. Der Darmriß hätte schon ausgereicht um den Körper zu schädigen.
      Hier leider sogar ein Darmabriss.

      Traurige Sache, die mal wieder zu Lasten derer gehen werden die sich vorher Informieren bevor sie etwas machen
      und auch Vor- und während des Spieles achtsam sind und den Menschenverstand einsetzen.
      Da leidet dann mal wieder eine ganze Szene unter der Unachtsamkeit weniger.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !
      Man sollte nicht mehr hineininterpretieren als passiert ist. Das die kein Gleitmittel verwendet oder sich nicht schlau gemacht haben steht ja nirgends. Im Gegenteil, die Schienen ja BDSM Erfahrung zu haben. Wobei anale Spielchen ja auch nichts BDSM-exklusives sind.

      Das während der Session Opiate im Spiel waren steht auch nirgends. Das hat die Gerichtsmedizin festgestellt, und die Frau hat bis zum Tod mehrere Tage mit Darmabriss Zuhause gelegen. Psychopharmaka im Blut einer psychisch labilen Frau ist nun auch nicht unerklärlich, die setzt man auch nicht spontan ab.

      Das Gericht hat moniert, dass kein Arzt hinzugezogen wurde, aber strafmildernd berücksichtigt, dass das Opfer dies wohl selbst nicht wollte.

      Vieles klingt sehr leichtfertig bzw. unvernünftig, aber bei so mageren Fakten würde ich auch keine Hexenjagd ausrufen.
      Also mal abgesehen davon, dass der Focus hier mit "Brutal-Sex" mal wieder eine Verbaldiarrhö auf BILD-Niveau abliefert...

      Ich sehe hier gar keinen BDSM-Bezug. Abgesehen davon, dass die Frau wohl offen mit ihrer Neigung umging, ist Analsex oder der Gebrauch von Dildos (oder was auch immer ihr da eingeführt wurde) erst mal keine BDSM Praktik - so etwas tun "Vanillas" ja schließlich auch.

      Dass beim Leichnam Alkohol und Opiate im Blut gefunden wurden, ist komplett irrelevant, da die Frau ja erst tage später verstarb. Wie dieser Darmabriss (!) zustande gekommen ist, bleibt mir auch schleierhaft. So etwas passiert doch nicht einfach so ?( Und wenn die BILD etwas zum Thema BDSM schreibt, dann darf man das bestenfalls als ein Gerücht ansehen, vermutlich ist es komplett erfunden. Diese "Zeitung" hat ihre Skrupellosigkeit ja schon oft genug unter Beweis gestellt.

      Lange Rede, Kurzer Sinn: nur weil jemand "Brutal-Sex" <X hat, heißt das noch lange nicht, dass es sich um BDSM handelt.

      Auch wenn ich @phoibe prinzipiell zustimme, dass beim BDSM immer noch viel zu häufig fahrlässig gehandelt wird und die meisten Unfälle vermeidbar sind. Diskutieren sollten wir auf jeden Fall, aber vielleicht nicht unbedingt über diesen Fall.
      "Du gibst Widerworte X( " – "Nein :miffy: "
      Aber genau darum geht es doch, dachte ich, um Dinge, die unter dem Deckmantel BDSM passieren. :gruebel:
      Und auch als BDSM tituliert werden, von denjenigen, die es auf diese Art und Weise ausleben.

      Wenn es für diese beiden BDSM war, dann kann man das schwer entkräften, lebt doch jeder von uns sein BDSM anders aus.

      Allerdings würde ich auch eine allgemeiner gehaltene Diskussion für gut befinden, ich glaube, dies wollte @Gentledom mit dem Beitrag auch erreichen. :)
      Der Artikel verwirrt mich auch sehr, "glücklich verheiratetes paar" und im letzten Satz steht dann "Sie habe Misshandlungen ihres Mannes angezeigt und sich vor ihm mal in eine Psychiatrie, mal in ein Frauenhaus geflüchtet. Sie sei aber wieder zu ihm zurückgekehrt und habe ihn im Juli 2018 sogar geheiratet."

      Sollte er sie zuvor schonmal misshandelt haben, ist es für mich unverstädnlich, warum man ihm soviel glauben schenkt.

      Zuerst dachte ich, die Frau hatte vielleicht zuviel Angst um zum Arzt zu gehn. Evtl. depressiv oder ähnliches.
      Aber dann liest man, das das Pärchen ihre Neigung offen lebte, mit Tattoo und allem. Also ergibt für mich alles wenig sinn.
      Aber Medien verändern gerne alle fakten.
      Mich stört vor allem, dass nur in einem kleinen Nebensatz erwähnt wird, dass die Frau schon länger Beschwerden hatte und damit bei verschiedenen Ärzten war.

      Für einen Darmabriss müsste schon wirklich extrem vorgegangen worden sein.

      Die Wahrheit kennen wohl nur der Witwer und die Verstorbene ...
      Lernen durch Schmerz ist nicht angenehm. Aber unglaublich effektiv.
      Ich habe jetzt nur den Artikel aus dem focus gelesen. Der gibt ja nicht wirklich viel her.
      Für mich liest es sich so, als wären hier BDSM und Misshandlung vermischt worden.
      Vielleicht ist er ja ein Realsadist.
      Und sie war in einer Abhängigkeit zu ihm.
      Aber das ist doch alles sehr spekulativ.

      Aix schrieb:

      Außerdem werden in den Artikel noch psychische Krankheiten angesprochen (Psychopharmaka) - das und BDSM ist sowieso so ein Thema..

      Braintickler schrieb:

      Worüber wollen wir als in dem Fall diskutieren, ob das Paar nicht in einer geschlossenen Anstalt besser aufgehoben gewesen wäre?
      Psychische Krankheiten und BDSM schliessen sich meiner Meinung nach nicht grundsätzlich aus. Denn unter diesen Oberbegriff fallen doch eine Menge Krankheiten!
      Und auch die Palette von Psychopharmaka ist riesengroß.
      Nicht jeder gehört deshalb in eine geschlossene Anstalt. Gott sei Dank gibt es inzwischen Gesetze und Regelungen, die das verhindern oder eben auch befürworten.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Das ist wirklich eine traurige Sache! Der Artikel ist aber so widersprüchlich, dass damit Spekulationen Tür und Tor geöffnet ist.
      Ich glaube weniger, dass hier BDSM ein Faktor war, sondern andere Dinge entscheidend waren.

      Bestürzend und unverständlich finde ich, dass die Schwere der Verletzung nicht erkannt oder ignoriert wurde, was diese schrecklichen Folgen ergab.

      Umso wichtiger sind für mich die vielen Postings von euch Forenmitgliedern, die immer wieder auf Verhaltensregeln und mögliche Gefahren bei den verschiedenen, auch extremeren Praktiken hinweisen, ohne dabei den Spass zu verderben, die ein ganz wichtiger Beitrag für ein gesundes und erfüllendes BDSM sind! :thumbsup:

      Pedro
      Wenn Dinge wie der angezeigte Missbrauch oder psychologische Probleme im Urteil erwähnt sind, hat der Richter da garantiert auch Abwägungen getroffen. Wenn die von den Zeitungen nicht aufgegriffen wurden, ist das wohl ein Indiz dafür, dass nichts spektakuläres dran war. Psychologische Probleme, BDSM und Drogen sind halt so Buzzwords.

      Was psychologische Probleme angeht würde ich da eine Grenze ziehen, wo mein Partner nicht mehr konsensfähig ist, oder einen Handlanger für selbstverletzendes Verhalten sucht. Aber aus persönlicher Erfahrung heraus würde ich sagen, das der Alltag da viel mehr Probleme bringt, als das Schlafzimmer.

      Ansonsten schliesse ich mich @topaz an. Die Palette ist groß und sehr individuell.

      Mike78 schrieb:

      der Richter da garantiert auch Abwägungen getroffen. Wenn die von den Zeitungen nicht aufgegriffen wurden, ist das wohl ein Indiz dafür, dass nichts spektakuläres dran war.
      Kann ich so nicht unterschreiben.
      Richter sind immer unter Zeitdruck. Inwieweit sie sich in solche Fällen tatsächlich gründlich einlesen, sei dahingestellt.
      Psychische Krankheiten sind ein sehr komplexes Thema. Selbst Psychologen und Psychiater brauchen manchmal Jahre, um Diagnosen zu stellen, Hintergründe aufzubröseln usw.
      Und was ist "spektakuär"? Ein "Hannibal Lector"???

      Ich weiss, dass es einige Frauen hier gibt, die ihr BDSM trotz (oder vielleicht auch wegen) ihrer Erlebnisse in der Vergangenheit ausleben.
      Angefangen bei Traumata, Misshandlungen in der Kindheit und im Erwachsenenalter usw.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.

      topaz schrieb:

      Richter sind immer unter Zeitdruck. Inwieweit sie sich in solche Fällen tatsächlich gründlich einlesen, sei dahingestellt.
      Die Arbeitsbelastung eines Richters ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen und auch ich habe meine Zweifel daran, dass die Akten bei kleinen Fällen heute noch so gründlich gelesen werden, wie es mein Großvater seinerzeit wohl getan hat. Dennoch bei Fällen in denen es um Mord/Totschlag geht, da wird ganz sicher nicht geschludert. Wenn wo schnell und nicht immer so genau gearbeitet wird, dann wohl am ehesten bei der Presse, Gerichtsfälle werden selten recherchiert (im Gegensatz zu Politik und Zeitgeschehen) und wenn man nicht an allen Verhandlungstagen vor Ort war und vielleicht nur den letzten Tag mitbekommt, dann kann so ein Artikel durchaus eine verzerrte Darstellung beinhalten. Ich frage mich noch immer wie man bei der Bild darauf kam, dass der Dammriss durch ein Nervenrad welches aus dem Anus gezogen wurde verursacht wurde. Wenn das wirklich der Fall war, wäre das Urteil zu milde aber ich vermute das gehört in die Schublade quick, dirty, Bild.

      Wo ich vorsichtig wäre ist der Punkt, jedem Menschen mit einer psychischen Störung das Recht BDSM auszuleben abzusprechen, bzw in den Fällen zu sagen selber Schuld wenn was passiert, XY ist/war ja nicht psychisch gesund. Aber das wäre ein Thema was wir mal moderiert im Veribereich auf den Tisch bringen könnten.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Ich kann ja nun auch nichts dafür, dass die Regenbogenpresse manche Urteile aufbauscht um daraus Kapital zu schlagen. Aber ich gehe davon aus, dass alles skandalöse aus dem Urteil ausgeschlachtet worden ist. Und je weiter man sich von seriöser Berichterstattung entfernt, desto mehr wird hinzuerfunden. Weswegen ich immer vorsichtig bin, wenn ich das Urteil nicht selbst gelesen habe.

      Ich erinnere mich, wie der Kannibale von Rotenburg ausgeschlachtet wurde, mit Verfilmung und allem. Ist halt spektakulär.

      Ob es überhaupt in der Presse war, dass BDSM nicht grundsätzlich sittenwidrig ist, kann ich gar nicht sagen. Vom Gewicht für die Gesellschaft war das eigentlich viel wichtiger, aber dieser Fall war wohl weniger spektakulär.

      Ist das gerecht? Nö. Ist aber so.

      Mike78 schrieb:

      dass BDSM nicht grundsätzlich sittenwidrig ist, kann ich gar nicht sagen
      Gibt es ein Urteil des BGHs (AZ 2 StR 505/03) vom 26.5.2004. Grds ist BDSM nicht sittenwidrig, ich meine es gibt noch weitere Entscheidungen aber das ist meines Wissens nach die neuste vom BGH.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff