ist Status relevant?

      ist Status relevant?

      Hallo zusammen

      Ich war die Tage öfter in ein paar englischen Foren und auf englischen Blogs zum Thema BDSM, und ich bin dabei öfter darüber gestolpert das scheinbar viele Subs eine/n Dom wollen die/der höheren Status hat als sie selbst, auch von der anderen Seite, das sich Doms eine/n Sub von niedrigerem Status wünschen.

      Status kann dabei viel heißen, "gesellschaftlicher Rang", Macht, Geld, vielleicht auch zu einem Punkt Alter/Erfahrung. Mich würde dazu mal interessieren wie andere das sehen.

      Ich werde meine Meinung als Antwort schreiben.
      Vergiss was du vergessen kannst, das was übrig bleibt ist wirklich von Bedeutung.
      Hi

      Ich weiss nicht von wo genau du diese Einsicht gewonnen hast. Status in England existent zwar, aber ich wűrde es mir nicht anmaßen, dies in den hiesigen Szenen erkennbar zu finden.

      Darüber weiss man zu wenig von den anderen Personen.

      Alter /Erfahrung? Wo besteht hier ein Unterschied zu BRD/Österreich.

      Just my 2 pence.
      I wish you enough sun to keep your attitude bright.
      I wish you enough rain to appreciate the sun more.
      I wish you enough happiness to keep your spirit alive.
      I wish you enough pain so that the smallest joys in life appear much.
      I wish you enough loss to appreciate all that you possess.
      I wish you enough hellos to get you through the final good-bye
      Für mich ist der Mensch und seine Werte wichtig und wie er mit mir in erster Linie als Mensch und dann erst als Sub umgeht ... was er für einen Rang oder Beruf hat, ist für mich eher nebensächlich. Allerdings sollte er mir intellektuell nicht unterlegen sein, das würde zu schweren Problemen führen.
      Du siehst die Welt nicht wie sie ist, Du siehst die Welt so wie Du bist
      Also meine Meinung dazu

      Für mich ist das eigentlich alles nicht von Interesse, weil Geld, Macht, Stellung, alle anderen Formen von Status immer ein Zeichen von gesellschaftlicher Wertung sind, und die gesellschaftliche Wertung für mich immer (wenn überhaupt) von sekundärer Relevanz ist.

      Mich interessiert ob ich wertschätze was ich mache, ob meine Freundin wertschätzt was ich mache, ob ich wertschätze was meine Freundin macht, und ob sie selbst wertschätzt was sie macht.

      Wie das dann vom Rest der Leute bewertet wird spielt für mich vielleicht eine praktische Rolle (wenn dir niemand Geld für das gibt was du machst verhungerst du) aber keine emotionale.

      Lg
      Vergiss was du vergessen kannst, das was übrig bleibt ist wirklich von Bedeutung.
      @Hamlet_Sir

      Ich unterstelle den Engländern/Amerikanern nichts, ich hab es eben nur dort gelesen, ich hab das nur erwähnt um zu sagen es ist mir hier im Forum nicht aufgefallen.

      Keine Ahnung ob das daran liegt das die Leute bei denen ich das gelesen habe englisch sprechen, oder ob das daran liegt das es spezifische Seiten zum Thema englische Erziehung waren, oder ob ich zufällig dort darüber gestolpert bin, oder woran sonst.

      Ich hatte das nur vorher nicht so ausdrücklich gelesen, und dann beim Scrollen an einem Tag gleich drei mal in einer Formulierung wie "very important". In den letzten 1-2 Jahren hab ich davon im englischen Raum auch noch nichts gehört, sonst auch nirgend wo, deshalb interessiert mich auch was andere dazu denken.

      Lg
      Vergiss was du vergessen kannst, das was übrig bleibt ist wirklich von Bedeutung.
      Gute Frage...

      Status kann ja vieles heißen. Das allein macht's aber nicht aus für mich. Niveau und social skills sind mir viel wichtiger.

      Einem Mann, der Chef von irgendwas ist, aber vom Denken her, von seinen Äußerungen her eher oberflächlich, dem kauf ich die Dominanz einfach nicht ab.
      Der kann Subs in Serie "sein Eigen" nennen, Erfahrung, Geld, teures Auto, hochangesehenen Beruf oder sonstwas haben, der kriegt bei mir keinen Fuß auf den Boden.

      Ich denke das Gesamtbild muss stimmen. Klar schadet Status nicht, aber was ist das schon, wenn sonst eher Flaute ist.
      Ich konnte seinerzeit zwischen einem Mann mit ALG II und einem Mann mit einem großem Haus, eigener Firma und Geld wie Heu wählen........jener, der nichts hatte, wurde mein Herr und ist es immer noch. Was nützt mir jemand, der mich auf Händen tragen würde, wenn ich mich bei diesen Händen nicht wohlfühlen würde:
      Nein, Status ist mir nicht wichtig, ich will einen Menschen, der zu mir passt, bei dem ich mich geborgen fühle, dem ich absolut vertrauen kann.....lauter Eigenschaften, die nicht von Geld, Macht oder dergleichen anhängig sind.
      Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Franz Kafka
      Für mich ist nicht der Status ausschlaggebend, sondern das Auftreten. Die Art. Die Dominanz zieht mich an. Ich brauch niemanden der mehr Geld als ich verdient als ich, ich kann gut für mich selbst sorgen. Das macht es aber umso anziehender für mich, wenn mein Dom durch diese oberflächliche "ich kann alles, ich schaff alles, keiner kann mir was sagen" hindurch schauen kann, meine Schwächen sieht, mich fördert und fordert. Mich eben nicht auf ein Podest stellt.
      Status liegt auch im Auge des Betrachters. Fast alle von uns besitzen in irgendeiner Weise Stautussymbole, bzw. signalisieren unserer Umwelt wer wir im Rahmen unserer Sozialgesellschaft sind.
      Oder aber, viele versuchen es zumindest, oft nach dem Ansatzt "mehr scheinen als sein".

      Der Sozialstatus als Aspekt einer BDSM-Beziehung scheint mir ein ganz eigener "Fetisch" zu sein, vergleichbar dem "Pretty Woman" Effect. Der/die der upper class angehörende Dom nimmt sich eine Dienstmagd/Stallburschen als Sub. Machtgefälle ist da vorprogrammiert.

      Für mich persönlich ist das in meiner Beziehung, meinem BDSM und sogar meinem Berufsleben herzlich Hupe.
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      @LordMarlboro, mir sind Äußerungen dieser Art auch schon einige Male aufgefallen. Auch hier. Nicht oft, aber es ist mir in Erinnerung geblieben, weil ich selbst - von meinem persönlichen Empfinden her - überhaupt keinen Zusammenhang zwischen BDSM und irgendeinem gesellschaftlichen Status, viel Geld usw. sehe. Aber doch, von einigen Subs habe ich schon gelesen, dass ihnen so etwas wichtig ist oder sie es 'sexy' finden, wenn ein Dom ihnen auch in dieser Hinsicht überlegen ist.


      Ein gut bezahlter Beruf, ein tolles Haus mit riesigem Grundstück und einem teuren Auto in der Garage machen einen Mann für mich nicht attraktiv und lassen ihn auch nicht dominanter wirken. Klar, bestenfalls hat er selber viel dafür getan, sich diesen Luxus leisten zu können, aber deshalb fühle ich mich ihm noch lange nicht unterlegen.

      Überspitzt formuliert: Ein Dom, der einen Doktortitel trägt, gesellschaftlich ein hohes Ansehen genießt und sich privat in Designer-Anzügen zeigt, kann mir allein aufgrund dieser 'Dinge' gewiss nicht mehr bieten als der Dom, der jeden Morgen mit dem Rad zur Arbeit fährt, 8 Stunden bei Netto an der Kasse sitzt, von manchen Kunden und vielleicht sogar vom Chef unfreundlich behandelt wird und am Ende des Monats gerade mal noch 20 Euro auf dem Konto hat, obwohl er sich nichts Großes geleistet hat. Denn mit der Neigung hat das alles nichts zu tun - finde ich. Und nichts davon würde in mir den Wunsch auslösen, mich ihm zu unterwerfen.

      Viel wichtiger als berufliche, finanzielle oder gesellschaftliche 'Überlegenheit' ist mir, dass er mir in gewissen Dingen nicht unterlegen ist: Das betrifft u. a. den Intellekt, die Ausdrucksweise, Höflichkeit und Respekt gegenüber den Mitmenschen und ganz besonders die Empathie und emotionale Intelligenz. Darauf lege ich schon recht großen Wert, allerdings grundsätzlich in einer Beziehung - unabhängig von BDSM.

      Status... Unterm Strich würde ich sagen: Alles, was dazu gehört, unterstreicht allenfalls oberflächlich - äußerlich - die Dominanz. 'Mehr Schein als Sein' ist mir zuwider. Das, was Dominanz und Überlegenheit für mich wirklich ausmacht, hat mit ganz anderen Dingen zu tun und spielt sich in erster Linie zwischen ihm und mir ab.

      Dominanz kommt von innen und zeigt sich im Verhalten und im Umgang mit anderen Menschen - bzw. im Umgang mit mir.
      Materielle Dinge sind mir völlig egal. Macht und gesellschaftlicher Rang ebenso.
      Jemand, der das in den Vordergrund stellt, wäre mir wahrscheinlich eher suspekt.

      Für mich zählt der Mensch. Ich möchte ja auch als Mensch gesehen werden.
      Persönlichkeit ist für mich das Zauberwort.
      Und natürlich ein gewisser Intellekt, denn ich möchte auch kommunizieren.
      Liebe dich selbst, nimm dich selbst am wichtigsten.
      Auch ich lege Wert darauf, dass die Menschen, mit denen ich mich umgebe, in der Lage sind mir das Wasser reichen zu reichen. Ich möchte mich an ihnen reiben, in Gesprächen quasi meine eigenen Ansichten prüfen können, quasi aus dem Umgang mit ihnen wachsen.

      Dazu braucht es nicht zwingend Bildung (obwohl ich das sehr mag, gern auch auf ganz anderen Gebieten als ich), aber es braucht einen wachen Geist.

      Dies alles trifft im besonderen Maße auf „meinen“ Dom zu, also auf den Mann, mit dem ich im BDSM interagieren möchte.

      Nun gibt es zwar sicher den von @Zofe als Beispiel genannten wachen Geist sicher auch beim Discounter an der Kasse. Ich wage nur zu behaupten, dass ich tendenziell eher in anderen Berufen auf solche Menschen treffe.

      Das hat nun nicht zwingend mit Unmengen an Geld zu tun und finanzieller Reichtum ist für mich kommod, aber kein Kriterium für einen geeigneten Dom.

      Fakt ist aber, dass in manchen Berufen (sagen wir Finanzbranche, Ingenieurwesen) mehr gezahlt wird als in anderen, wichtigen Bereichen (Altenpflege zB). Daraus resultieren monetäre Unterschiede, keine intellektuellen!



      Also für mich: wacher Geist ist ein Muss. Finanzielle Möglichkeiten sind ein schönes „add-on“. Man kann eine umfassende Bildung (und gern auch das grundsätzliche Interesse an Bildung!) auch gern als Status bezeichnen. In dem Sinne wäre mir ein hoher Status wichtig.
      Stark genug, um schwach zu sein.
      Natürlich ist Status relevant.
      Das kann ich für mich nicht leugnen.
      Es geht mir dabei nicht um Materielles ....aber Lebensart, Erfahrungsschatz, Einstellungen und auch Vergangenes sind mir bei der Wahl des Partners sehr wichtig.

      Übrigens erlebe ich das immer wieder bei Doms. Es kommt zwar nicht explizit zur Sprache, aber bei vielen Fragestellungen zum Thema Neigung und Alltagsleben ist es klar erkennbar.

      LordMarlboro schrieb:

      Ich war die Tage öfter in ein paar englischen Foren und auf englischen Blogs zum Thema BDSM, und ich bin dabei öfter darüber gestolpert das scheinbar viele Subs eine/n Dom wollen die/der höheren Status hat als sie selbst, auch von der anderen Seite, das sich Doms eine/n Sub von niedrigerem Status wünschen.
      Ersetze Dom durch Mann und Sub durch Frau und es ist wissenschaftlich belegt :) Da in den meisten Foren eben die Konstellation MaleDom und FemSub die vorherrschende ist würde es mich nicht wundern, wenn es eben auch an diesem Punkt so wäre. Ich sehe es im Bekanntenkreis, Akademikerinnen wollen häufig nicht oder eben eher ungern einen Nichtakademiker als Partner haben, anders herum ist es den Männer recht egal. Im Krankenhaus ist Arzt und Krankenschwester eine nicht selten anzutreffende Kombi, ich kenne aber aus meinem Umfeld keine Ärztin die später einen Krankenpfleger geheiratet hat. Beim BDSM habe ich sogar das Gefühl, dass der Status für gebildete Subs weniger wichtig ist als außerhalb dieses Bereichs, dies sollte aber nicht damit gleichgesetzt werden, dass BDSMler nun weniger statusaffin sind, vielmehr haben sie andere Prioritäten bei der Partnersuche und eine kleiner Zielgruppe was den ein oder anderen zu mehr Kompromissen zwingen könnte.
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff
      Es wundert mich beinahe, dass bisher kaum eine Meinung auftaucht, die Status als Ausdruck von Dominanz bejaht.
      Für mich tut er das in gewissem Masse durchaus.
      Sicher, ein Mann kann einfach Geld und den Eintritt in die High Society geerbt haben, dann ist dieser Status für mich wertlos.
      Aber Erfolg nehme ich erst mal generell als Ausdruck von Charaktereigenschaften wahr, für die ich generell Respekt empfinde: Ehrgeiz, Willensstarke, Disziplin, Intelligenz, Selbstbewusstsein.
      Einen Doktortitel zum Beispiel bekommt man nicht geschenkt, dafür ist erst mal eine bewusste Entscheidung zugunsten der eigenen Karriere nötig und dann jahrelange konsequente Arbeit und auch die Aneignung von Spezialwissen.
      Jemand der sich in die Führungsebene eines großen Konzerns hochgearbeitet hat, schafft das nicht ohne eine gewisse Autorität und Souveränität, vielleicht auch Skrupellosigkeit.
      Das empfinde ich jetzt nicht unbedingt sympathisch - aber eben doch als jemanden von dem ich denke: Ja, der hat sein Leben und 100 Angestellte so was von ihm Griff, der ist möglicherweise, also so eventuell gerade so mal auch in der Lage, mich in den Griff zu kriegen! :D

      Mal ganz kurz und simpel heruntergebrochen.

      Andererseits: wenn sich jemand bewusst dafür entscheidet, ein Leben abseits der gesellschaftlichen Normen zu führen, in einem Bauwagen lebt, gebrauchte Kleidung trägt und in einer Biogärtnerei arbeitet, dann respektiere ich das genauso. Weil er aber auf seine Weise maximal erfolgreich ist.

      Im Gegenzug: Ein Mann, der all diese Statussymbole gern hätte, diesen Status aufgrund irgendwelcher Defizite nicht erreicht, jemand der also potentiell unzufrieden ist mit seinem Leben ohne die Kraft zu haben, das zu ändern, der kommt für mich als Dom nicht in Frage. Da kann ich ihn menschlich noch so mögen und Verständnis haben - es fehlen die Charaktereigenschaften, denen ich mich vertrauensvoll unterordnen kann.

      Also ist Status eben erst mal ganz oberflächlich ein Indiz dafür, dass diese selbstbewusste, machtvolle Persönlichkeit vorhanden ist, ein Mann, in dessen starke, zuverlässige Hände Frau bedenkenlos ihre Devotion legt.
      Sonst gäbe es ja nicht diese ganzen höchst erfolgreichen 50 Shades Millionär Stories.

      Was dann hinter dem dem äußerlichen Bild steckt ist sicherlich ganz individuell, aber das wäre ein anderes Thema.

      Edit: Ok, in der Zwischenzeit gibt es hier auch andere kontroverse Stimmen...
      Wenn ich "Status" nicht als materielle Besitztümer (Geld, Auto, Haus), sondern eben als Dinge wie etwa von @Zofe genannt (Intelligenz, Empathie und EQ) verstehe, lege ich da schon sehr viel Wert drauf ^^ . Eine Partnerin sollte mir schon ebenbürtig sein :D . Will sagen: der Mensch muss passen, nicht der materielle Status :yes: .
      Wenn es stimmt, dass die Evolution zu immer höherer Perfektion strebt, welchen Sinn haben dann die Generationen nach mir? :gruebel: