Emotionaler Sadismus

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      Emotionaler Sadismus

      Guten Abend,
      um kurz und knackig zusammenzufassen, worum es geht: ich stehe darauf, Gefühle bei anderen Menschen hervorzurufen und emotionales Leiden ist etwas, was mich ganz besonders fasziniert. Innerhalb meiner recht frischen H/s Beziehung würde ich mich gerne an diesem Fetisch versuchen, habe damit aber (konsensual) noch keine Erfahrungen machen können und frage mich, wie so etwas überhaupt sicher umzusetzen ist. Sicher im Sinne von keine psychischen Schäden beim Bottom hervorrufend - ist vermutlich schwer bis gar nicht zu steuern - und die Beziehung bzw. Dynamik nicht gefährdend.
      Mein Sklave hat eingewilligt hierbei mitzumachen und lässt mir freie Bahn, allerdings hat es für ihn selbst keinen Reiz außer, dass es mich glücklich machen würde und meine Stellung über ihm natürlich auch auf heftigste Weise demonstrieren würde. Mir ist bewusst, dass das ein Spiel mit dem Feuer ist, daher möchte ich mir erst sehr sicher sein in dem, was ich tue und wie ich es tue und wollte daher fragen, wie ihr sicherstellt, dass zwischenmenschlich noch alles okay ist nach so einem Spiel. Gibt es Themen oder Abgründe, die ihr niemals antasten würdet? Beschränkt ihr das auf einen kurzen Zeitraum bzw. eine einzelne Session? Was darf in der Aftercare nicht fehlen, wenn mental intensiv gespielt wurde?
      Ich bin dankbar für alle Ratschläge, denn viel wird über dieses nischige Thema leider nicht geschrieben und gesprochen in der Szene.
      Lies dich in die betreffende Fachliteratur ein. Auch wenn es sich "sau blöde" anhört.
      Die Psyche eines Menschen ist manchmal leichter zu manipulierenals man denkt. Vor allem ist sie leichter zerstörbar.
      Auf Ratschläge hören, mach es so oder mach es so nicht, in dieser Thematik halte ich persönlich für einen Drahtseilakt, welchen du genauso gut auch ohne sie tun kannst.
      Und wenn du es schon unbedingt machen mußt, dann brich ihn nicht. Laß ihn sein Wesen das er ist. Und vor allem nimm dir Zeit für ihn, Viel Zeit.
      Es wäre nicht schön wenn er bei einem meiner Kollegen landen müsste nach dem "Spiel".

      DieGoettin schrieb:

      Gibt es Themen oder Abgründe, die ihr niemals antasten würdet?
      Ja, alles was mit schlimmen oder gar traumatischen Erlebnissen meiner Vergangenheit zu tun hat und damals - in meiner Kindheit und Jugend - dafür gesorgt hat, dass mein Selbstwertgefühl auf dem Minimum gehalten wurde. In eine solche Richtung dürfte es niemals gehen und das ist auch noch nie passiert.

      Dafür muss man sich natürlich bereits lang und gut genug kennen, denn wenn man über solche Dinge nicht Bescheid weiß, kann schnell etwas schiefgehen. Da können einzelne Wörter (bspw. beim Erniedrigen) oder Reize (→ Trigger) schon zu viel sein und zum seelischen Absturz führen. Also auf jeden Fall vorher viel darüber reden! Ich denke, auf die emotionale Ebene sollte man beim 'emotionalen Sadismus' wirklich erst gehen, wenn man den anderen gut genug kennt und dieser psychisch stabil (!) ist! Die Gefahr, Grenzen zu überschreiten, ist da leider sehr, sehr groß.


      DieGoettin schrieb:

      Beschränkt ihr das auf einen kurzen Zeitraum bzw. eine einzelne Session?
      Ja. Andernfalls bekäme ich vermutlich wirklich das Gefühl, meinem Herrn wenig wert zu sein und dass er nichts von mir als Mensch (und Sub) hält.

      Es ist natürlich sehr individuell, was und wie viel man aushält, aber für mich dürfte es über eine Session niemals hinausgehen.


      DieGoettin schrieb:

      wollte daher fragen, wie ihr sicherstellt, dass zwischenmenschlich noch alles okay ist nach so einem Spiel.
      Das war bei uns bisher nie ein Problem, da ich bei allem, was mein Herr macht und sagt, genau weiß, dass er mich liebt, schätzt und eine hohe Meinung von mir hat. Dieses Gefühl ist nie verloren gegangen, ganz egal wie heftig es zwischen uns 'zur Sache ging'. Wir sind schon viele Jahre zusammen, die Bindung ist sehr eng und wir sind einander sehr vertraut. Er kennt mich gut und weiß, wie weit er gehen kann und darf. Und er bewegt sich ganz bewusst nicht mal in der Nähe der Grenze dessen, was ich ertragen könnte.

      DieGoettin schrieb:

      und wollte daher fragen, wie ihr sicherstellt, dass zwischenmenschlich noch alles okay ist nach so einem Spiel.
      Die meine ist ein Objekt zu meinen Füßen, will und wird heftig gedemütig ist dann ein Nichts.
      Sie braucht das und ist glücklich damit.
      Wir stellen die zwischenmenschlichen Beziehungen sicher, weil es völlig klar ist, das ich die Meine ehrlich liebe und sie so sehe und annehme, wie sie wirklich ist. In diesem Zustand ist sie seelisch komplett entblößt und kann sich aber völlig sicher sein.
      Das Leben ist kein Ponyhof. Aber geritten wird trotzdem !
      Das funktioniert für mich nur weil er mich liebt .Ich ihm vertraue . Ich offen kommuniziere wie es mir geht und ich schon nochmal nach frage
      Ihm klar zeige oh das war jetzt schon unter der Gürtellinie.
      Ich im Alltag ganz oft Zucker bekomme .
      Er ist liebevoll ein toller Partner der mir auch klar zeigt ich liebe dich er schätzt und respektiert mich .

      Nur so funktioniert für mich das wo es Schatten gibt muss es Licht geben
      Träume nicht dein Leben
      Lebe deinen Traum
      BDSM hat sicher in fast jedem seiner Bereiche Risiken oder Gefahren , wo man die Folgen relativ gut einschätzen kann und diese dann
      "(verantwortungs)bewusst" eingeht .
      Wenn es dann doch mal zu ungewollten körperlichen Verletzungen kommt ist das zwar schlimm aber meist gut wieder hinzukriegen .

      Die Psyche ist viel komplexer und wenn emotionaler Sadismus dort zu Schäden führt oder die Person im schlimmsten Fall bricht, hätte das ggf nicht abschätzbare Folgen .

      Wenn man dieses Risiko dann trotzdem eingehen mag , sehe ich es ähnlich wie @Zofe .
      Einschnitte aus der Vergangenheit, festgelegte Tabus , Selbstwertgefühl , Traumata sollten unberührt bleiben.
      Wobei
      ich insbesondere den letzten Punkt bei solchen Sachen sehr kritisch sehe .

      Sub müsste dir dabei seinen angreifbarsten Punkt mitteilen und meiner Erfahrung nach gibt es eben passive , die dies aus verschiedensten Gründen nicht tun .
      Davon ab gibt es eben auch Dinge oder Ereignisse, die so tief unter der Oberfläche oder der Vergangenheit liegen , dass der Sub sie garnicht benennen kann .

      Egal ob einvernehmlicher Freiheitsentzug , Erniedrigung, Schmerz , Unterwerfung oder was auch immer - mMn sollte BDSM den Mensch und das Vertrauensverhältnis am Ende stärken .
      Ob das bei Emotionalem Sadismus meistens der Fall ist , wage ich etwas zu bezweifeln .

      (Deshalb lasse ich mich persönlich nur sehr begrenzt auf solche " Spiele " ein . Stichwort, Selbstfürsorge)

      Achja .. eine Aftercare hat in solch einem Bereich sicher nochmal einen deutlich relevanteren Stellenwert als bei anderen Dingen und sollte vielleicht nicht nur umfangreicher sondern auch Zeitlich umfassender gestaltet werden
      . :blumen:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von NilaRope ()

      domsnroses schrieb:

      was Du konkret als emotionalen Sadismus bezeichnen würdest?
      für mich wäre Kontaktentzug zum Beispiel sowas......ignoriert werden.......

      Sowas bedarf schon einer sehr vertrauensvollen Beziehung - und - Dom sollte Sub auch gut lesen können. Ansonsten ist es wie Du sagst...das Spiel mit dem Feuer und man verbrennt sich leicht.
      AfterCare...sollte dann nicht nur ein paar Stunden nach der Session sein...ich sag mal so...auch Tage danach sollte man für intensiven Kontakt/Austausch sich zumindest bei Bedarf die nehmen können.
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.
      Wenn er mit bestimmten Schwächen von mir spielen würde... mich in meine eigenen Abgründe blicken lassen würde, mich in diese Abgründe stürzen und von oben auf mich herunterlachen würde.

      Konkret z.B., wenn er mit Themen, die mich sexuell kicken, für die ich mich aber auch schäme, "spielt", indem er mir immer wieder sagt, dass er weiß, dass genau das mich wuschig macht .... wenn er mir ins Gesicht sagt, dass ich gar nicht das Prinzesschen und die feine Dame geben muss, weil er weiß, wie es wirklich in mir aussieht.

      Wenn er mich einsauen würde (z.B. in meine Haare abspritzen oder auch z.B. ein Getränk über mir ausschütten würde), mich dann angewidert anschauen würde und mich duschen schicken oder mich z.B. im Club für den Rest des Abends eingesaut herumlaufen lassen würde - wobei das für mich hart wäre, da ein gepflegetes Äußeres mir sehr wichtig ist). Wenn er sich in einer Session vor anderen über mich und z.B. meine Ungeschicklichkeit oder andere "Unfähigkeiten" lustig machen oder beschämen würde. Lustig machen/mich lächerlich machen vor anderen außerhalb einer Session bzw. außerhalb eindes D/s-Kontext hingegen ginge gar nicht (ich war zu Schulzeiten das uncoole Kind mit Zahnspange und Brille und würde vermutlich sehr empfindlich und verletzt reagieren).

      Zusammengefasst also ("gespielte") Ablehnung meiner Sexualität oder meiner Person. Wichtig wäre aber, dass er mir danach absolute Wertschätzung zeigt, mich in die Arme nimmt und mich hält. Und dass er mich nicht zu lange in dieser Situation belässt.

      Was gar nicht geht, wäre ein unangekündigter Kontaktabbruch, weil ich vor Sorge durchdrehen würde, oder wenn ich real außerhalb eines Spielkontextes oder einer Session das Gefühl hätte, dass er mich ablehnt oder mich abstoßend findet. Oder ständiges Kritisieren, so dass ich real des Gefühl bekomme, nichts richtig machen zu können. Grundsätzliches Spielen mit Schwächen ginge für mich also durchaus, aber nur in einem eng begrenzten zeitlichen Rahmen und mit sehr viel Kuscheln, Halten und Wertschätzung danach.

      Ich denke, schwierig ist in diesem Kontext die Gratwanderung zwischen "so weit gehen, dass es richtig wehtut", gleichzeitig aber nicht (dauerhaft) das Gefühl entsteht, wertlos zu sein oder abgelehnt werden.

      "Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht".
      ~ Jean-Paul Sartre ~

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Poetin ()

      Danke für eure Antworten!

      @Rudolf Was genau meinst du mit ins Thema einlesen? Ich würde sagen, ich besitze doch einige laienhaften Informationen über manche Teilbereiche der Psychologie und habe jahrelange Reflexionsarbeit hinter mir, da ich selbst ziemlich lange ziemlich stark mit mir zu kämpfen hatte und teilweise noch habe. So grob verstehe ich wie die menschliche Psyche tickt, wäre aber absolut gewillt mich da weiterzubilden. Nur gibt es ja wirklich unendlich viele Informationen und ich wüsste nicht, wo ich anfangen soll speziell auf dieses Thema bezogen.

      Ansonsten vielleicht nochmal eine Erläuterung dessen, was mich an emotionalem Sadismus reizen würde - ihr mir aber ja schon recht deutlich von abgeraten habt: ich finde es reizvoll, die persönlichen Schwachstellen einer Person zu finden und darauf rumzureiten. Tatsächlich würde das dann in die Richtung Selbstwert antasten gehen oder eben seine Wertigkeit für mich. Ich kenne mittlerweile seine subjektiven Schwächen und würde ihm diese gerne vorhalten oder sogar, eine Stufe weiter, vor anderen darauf rumreiten. Das wäre für mich die absolute Form der Macht, weil es in diesem Moment sehr real wäre.
      Was für mich nicht ginge, wäre ignorieren, was ja du, @newbarbie in dem Raum geworfen hattest. Dadurch, dass wir uns eh zu selten für meinen Geschmack sehen, ist unsere Zeit zusammen sehr rar und auch unseren schriftlichen Kontakt möchte ich nicht missen. Ihn einmal für 15 Minuten als Strafe in die Ecke stellen fand ich schon ziemlich schlimm.

      Vielleicht bin ich einfach unkreativ, aber viel mehr fällt mir da gar nicht ein. Sicherlich gäbe es noch ungefährlichere Varianten in diesem Feld, aber generell tue ich mich schwer damit von selbst auf Ideen zu kommen und in meiner Fantasie landet dann nur ganz Krasses, wenn überhaupt.

      Poetin schrieb:

      Hast du mal mit deinem Sub über das Thema gesprochen? Reizen ihn solche Dinge?
      Also wie im Eingangspost schon erwähnt, ihn reizt das tatsächlich gar nicht. Wir haben generell so ein bisschen das Problem, dass ich alleine ALLE Fetisch- und sonstigen Aktivitäten heraussuchen muss und wir damit sehr beschränkt sind in unserem Spiel, da meine Interessen dahingehend relativ begrenzt sind. Aber das wäre glaube ich nochmal ein eigenes Thema im Forum wert.

      Darüber gesprochen haben wir, ich habe ihm auch verschiedenste Sichtweisen von anderen dargelegt, aber ich bin mir nicht sicher, ob er sich des Risikos vollends bewusst ist oder es zu leichtfertig eingeht, um mir zu gefallen. Allerdings sollte ich ja auch auf sein Wort vertrauen. Bisschen verzwickt, die Sache. Diesen Freitag gehen wir zu einer Play Party und er hat vorgeschlagen, dass ich mich zeitlich begrenzt einfach mal austoben soll und dieser Termin würde sich dann anbieten, da wir dann sowieso nicht im Alltag sind und er meine Worte dann hoffentlich mehr mit dieser konstruierten Situation als der Realität assoziiert.
      Ich weise darauf hin, das es sein kann, das dich das Geschehene im geschützten Rahmen, zu abgesprochenen Zeit und mit Wissen des Sub, nicht zufrieden stellt.
      zumindest nicht, wenn du echte Emotionen, aus echtem Sadismus willst.


      Ich selber lebe dafür, die Emotionen von anderen zu beherrschen und mein inneres Tier mit süßem Leid und aromatischen Tränen zu füttern.
      Ich gebe offen zu, das ich bei meinem Jungen bisweilen die Grenzen des allgemein akzeptablen überschreite. Ich wühle bisweilen sehr tief in seinem hübschen Köpfchen und rühre auch an schwierigen Themen und streue Salz in Traumatische Wunden.
      Das traue ich mir allerdings auch nur zu, weil wir uns kennen und lieben und ich genau weiß wie ich handeln kann wenn er abstürzt, ohne das ich es will.
      Er selber steht auf den Kick, daher sind wir da kompatibel.

      Des Weiteren spreche ich ihm ja nun seit Jahren schon seine Männlichkeit ab, auch das ist eine amüsante Sache ihm immer wieder Sprüche und Kommentare zu drücken die auf seine , vermeintliche , Unzulänglichkeit hinweisen.

      Ob dein Sub dafür geeignet ist dir zu geben was du willst wirst du fest stellen. Ebenso wird er merken ob es ihm zusagt auf diese Art beherrscht zu werden.
      Vielleicht geht er von falschen Vorstellungen aus ?
      Vielleicht mag er es auch ;)

      Auf jeden Fall sollte es authentisch sein und nicht so ein pseudo Geschimpfe wie in schlechten Domina Pornos ^^
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von M.J. Craw-Corteaz ()

      Wenn er eingewilligt hat, weil er es dir zu Liebe macht aber selbst keinen Reiz daran findet, würde ich empfehlen nur äußerst vorsichtig und sozusagen auf Sparflamme damit arbeiten, wenn du ihn damit überforderst kann sich das ( unter Umständen) negativ auf die Psyche auswirken und in weiterer Folge leiden beide dadurch.

      Sparsam dosiert kann es durchaus Spaß machen aber ob es dich dann zufrieden stellt, ist die andere Frage.
      Ich kann den Ansatz gut verstehen, weil er mir bekannt ist.
      Ich würde immer empfehlen, mich langsam heranzutasten - vor allem, wenn man sich noch nicht so lange kennt.

      Ich habe ein mehrtägiges Mindfuck hinter mir, das wirklich grausam war. Ich bin immer noch leergeweint und verarbeite den Schockzustand. Es war seelisch und auch körperlich höchst anstrengend und ich konnte anschließend den Gürtel drei Löcher enger schließen, obwohl ich eh schon an der Grenze zum Untergewicht rumkrebse.
      Aber was soll ich sagen...die sexuellen Erfahrungen dabei waren einzigartig. Noch mehr Tiefe beim Sex als sonst - ausgelöst durch Verzweiflung, Sehnsucht und unstillbarer Gier. Und ich dachte zuvor, unsere bisherigen Sexualpraktiken und Neigungen wären pervers 8) ...

      Als aktiver Part hatte er das gut geplant und eine eigene, ganz klare und transparente Zielsetzung damit verbunden, wie er mir völlig rational nach der Auflösung mitteilte. Während ich vergeblich und verwirrt nach meiner Fassung suchte und einen kurzen Moment an meinem Verstand zweifelte, analysierte er sich selbst und was er als Spielleiter noch hätte besser machen können.

      Es war definitiv eine extreme Grenzerfahrung und ich würde immer für ein langsames Vortasten in diese Bereiche plädieren. Mein Mann kennt mich sehr gut und mir sind solche Spiele in abgeschwächter Form und nur über wenige Stunden bekannt, aber dieses Mal führte er mich wirklich an der Rand des Ertragbaren.
      Als Führender nahm er seine Verantwortung gut wahr, wenn ich das rückblickend reflektiere. Er blieb ganz nah an mir dran - wohl auch, weil er meine extreme Denk- und Handlungsweise in Ausnahmesituationen kennt. Und er löste das Ganze auf, als er merkte, dass ihm die Kontrolle zu entgleiten drohte.

      Aftercare gelang ihm gut, weil er sich viel Zeit nahm und einfach da war. Wir gingen viel spazieren und redeten darüber, gaben uns viel körperliche Nähe, während ich langsam in die Wirklichkeit zurückkehrte.

      Gekickt hat es uns beide sehr, obwohl dieser schockähnliche Zustand nur langsam abklingt. Labilen Persönlichkeiten würde ich es nicht empfehlen.
      „Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, auch wenn du alle Wege durchwanderst.
      So tiefen Grund hat sie.“

      Heraklit

      kara schrieb:

      Ich habe ein mehrtägiges Mindfuck hinter mir, das wirklich grausam war. Ich bin immer noch leergeweint und verarbeite den Schockzustand. Es war seelisch und auch körperlich höchst anstrengend und ich konnte anschließend den Gürtel drei Löcher enger schließen, obwohl ich eh schon an der Grenze zum Untergewicht rumkrebse.
      Das wäre für mich absolutes No-Go. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ich so etwas jemals verzeihen könnte.
      Ich finde es jedoch spannend, daß es (was immer es war) Dich kickte.
      "Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen" Sigmund Freud
      @kara, das klingt total interessant und spannend für mich. Wenn es für dich nicht zu persönlich wird - magst du das etwas genauer beschreiben? Drei Tage lang - ich kann mir da nicht viel vorstellen. Verbale Erniedrigung? Kerker? Blossstellung? Habt ihr Erholungpausen dawzischen gemacht (Schlaf)?
      Jedenfalls danke für deine Beschreibung!

      Pedro