Warum Sadomasochismus als sexuelle Identität anerkannt sein sollte - Ein Spiegelartikel

      Warum Sadomasochismus als sexuelle Identität anerkannt sein sollte - Ein Spiegelartikel

      Heute ist Sonntag und wir haben Zeit neben dem Kaffeegenuss auch noch etwas gehaltvolles zu lesen. Deshalb möchte ich euch auf deinen sehr lesenswerten Artikel im Spiegel verweisen. Weil dieses Blatt über jeden Zweifel erhaben ist, wird es ja auf der Moderatoren Whitelist stehen.
      Eine Zusammenfassung des Textes ist mir leider in adäquater Qualität nicht möglich, deshalb bitte ich euch den Artikel selbst zu lesen. Eure Gedanken dazu lese ich dann hier sehr gerne ...

      m.spiegel.de/kultur/gesellscha…ein-sollte-a-1283299.html
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler

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      Ich empfinde den Artikel als Nichts sagend und irgendwie trotzig-motzig.
      Es hätte eine schöne Chance sein können ein bisschen Licht in das Dunkel der allgemeinen BDSM Keller zu bringen oder zumindest die Differenzierung zwischen Sadomasochismus im Sinne des De Sade und des heutigen Verständnis zu verdeutlichen.
      Aber irgendwie.... zu wenig, zu Oberflächlich, zu flach.
      Nie gezählte Tage liegen hinter dir,
      in denen der Moment, so oft,
      so wichtig für dich war.
      Es ist doch dein Traum,
      mit dem du diesen Weg gegangen bist,
      deine Gefühle, die dich haben glauben lassen
      und deine Sehnsucht, die dich noch immer
      nicht zu Ruhe kommen lässt.
      Es ist noch immer dein Weg,
      der zu dir gehört.
      Fang dir deine Träume - Staubkind.
      Es ist gar nicht so häufig das mir zu etwas nicht so viel einfällt :D

      Aber irgendwie stören mich schon an der Überschrift und dem Untertitel gewisse Dinge.
      So mal in dem Artikel zwar viel geredet, aber nicht wirklich etwas gesagt wird.
      Denn die übertitelte Frage bleibt irgendwie für mich unbeantwortet.

      Nicht desto trotz... "Der Regenbogenflagge fehlt ein schwarzer Streifen für Sadomasochisten." find ich persönlich quatsch.
      Aber wenn wir dabei sind bitte auch einen Streifen für Petplayer, und Marmeladenbrot-Esser. Und marmeladenbrotessende Petplayer und und und....
      - <---Gedankenstrich
      Die Regenbogenflagge steht für Frieden und Toleranz. Das tat sie schon bevor weitere Begriffe zu dem Thema hinzugefügt wurden,
      und das tut sie auch in vielen Jahren noch. :yes:
      Ich hab auch nur vier Hufe...

      Hand aufs Herz kannst mir vertrauen, werd mir sonst einen Muffin ins Auge hauen.

      Big girls cry when their hearts are breaking...
      Ich habe mir jetzt den Artikel + Kommentare durchgelesen und muss den anderen Recht geben. Der Grund warum es einen Streifen bei der Flagge geben sollte erklärt sich mir nicht oder ich kapier die Aussage der Autorin einfach nicht
      Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenzustehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen.

      Hermann Hesse (1877-1962), dt. Dichter
      Ich stehe dem Artikel auch kritisch gegenüber. Mich stört die Vermischung vom journalistischem Anspruch mit persönlich-subjektiver Botschaft, denn die Autorin outet sich ja in dem Artikel selbst als Sadomasochistin bzw. BDSM-lerin. Als Journalist sollte man neutral und unparteiisch sein, als persönlich Betroffener kann man das nicht. Der Artikel ist ganz klar parteieisch und tendeziös. Hier zwei Beispiele, die mir sofort ins Auge gesprungen sind:

      SPIEGELOnline schrieb:

      Während sich die LGBT-Community öffentlich feiern kann, bleibt die BDSM-Szene größtenteils immer noch inkognito in Hinterzimmern.


      Muss man denn überhaupt mit seiner Sexualität an die Öffentlichkeit gehen? Meine Sexualität ist meine Privatsache und das soll sie auch bleiben. Wer sich und seine Sexualität öffentlich feiern will, soll das gerne tun, aber bitte ohne den Anspruch, damit irgedneine Szene zu vertreten.

      SPIEGELOnline schrieb:

      BDSM ist auch deshalb eine sexuelle Identität für mich, weil sie angeboren ist.


      Diese Monokausalität bestreite ich und warte auf die wissenschaftlichen Belege, die die Autorin dafür vorzulegen hat. Ob irgendwelche sexuellen Identitäten angeboren sind oder nicht, das soll die Wissenschaft beurteilen. Nicht ein persönlich Betroffener, dem die professionelle Distanz dazu fehlt.
      Vielen Dank erstmal für den Hinweis.

      Zuerst: Ich finde den Artikel schlecht aufgebaut und damit schwer verständlich. Das Erscheinen des "rosa Marquis" ist mir ein Rätsel.
      Es wimmelt vor verkürzenden Darstellungen. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass der Artikel ursprünglich länger war und unglücklich zusammen gestrichen wurde.
      Ich finde nicht, dass Journalisten neutral berichten sollten. Ihre Meinung, bzw. persönliche Betroffenheit sollte eindeutig lesbar sein. Das ist hier der Fall, denke ich.
      Ich bin immer froh, wenn Menschen ihr eigenes Erleben schildern. Das hilft mir, mich selbst zu lesen. Ich bin nämlich noch lange nicht bei mir angekommen.
      Ich bin also froh über die Denkanstöße in diesem Artikel.

      Ich behaupte, dass es nicht wenig BDSMler gibt, die ihren Kink auch aus der Pflege ihrer (vermeintlichen?) Subkultur ziehen.
      Ich behaupte außerdem, dass es nicht wenige BDSMler gibt, die sich vor ihrem emotionalem Erleben in "Technizität" flüchten.
      Da stimme ich der Autorin zu. So lese ich Teile des Artikels jedenfalls.
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      Ich habe mich über den Artikel gefreut :) ... habe ich mich doch 25 Jahre zurückversetzt gefühlt.

      Ende der 90er war genau das eine der Forderungen in der aufkommenden BDSM-Bewegung.
      Menschen haben sich zusammengefunden, Munches (aka Stammtische) und Beratungstreffen gegründet um die Meinung des Mainstreams positiv zu beeinflussen. Zudem haben Menschen wie Matthias Grimme, Karin Passig, Lilo Wanders und andere eine PR Kampagne gestartet um genau das zu erreichen ... wie man heute merkt durchaus nicht ohne Erfolg.

      Und schon damals gab es Meinungen, daß "wenn schwule Leder-Männer sich in der Öffentlichkeit küssen dürfen, müssen auch wir BDSMler anerkannt werden und unsere Subs an der Leine durch die Straße führen können ohne angegriffen zu werden" . Die Gleichstellung von homosexueller und SM-Lebensweise war also durchaus eine Forderung.

      Wenn man heute mit den Leuten von damals redet findet man ziemlich oft die Meinung, daß es der Subkultur nicht gut getan hat. Und fast alle haben sich wieder in die besagten Hinterzimmer zurückgezogen. Ich habe vor gut 5 Jahren tatsächliche eine "Back to the 90s" Aktion miterlebt, in der ganz klar gesagt wurde, das die Subkultur wieder auf den Stand der frühen 90er zurückgeworfen wurde und sich genau wie damals wieder durch private Netzwerke und Gruppenverbände organisieren sollte ... und so ist es auch wieder gekommen.

      Und aus dem Blickwinkel ist es sehr interessant zu sehen, daß es Zeiten enger werdender Moralvorstellungen (auch in der BDSM Szene!) wieder ein Ruf nach Anerkennung als sexuelle Identität laut wird. Offenbar wiederholt sich die Geschichte doch schneller als ich dachte ... :P


      Zur nicht vorhandenen Kausalität zwischen Genetik und Sexualverhalten gab es in der Science gerade einen Artikel.
      Auf Telepolis ist darüber ein Artikel mit dem Titel "Science: Genetik kann Sexualverhalten nicht erklären " erschienen :-)

      Adrian_2015 schrieb:

      Ich stehe dem Artikel auch kritisch gegenüber. Mich stört die Vermischung vom journalistischem Anspruch mit persönlich-subjektiver Botschaft, denn die Autorin outet sich ja in dem Artikel selbst als Sadomasochistin bzw. BDSM-lerin. Als Journalist sollte man neutral und unparteiisch sein, als persönlich Betroffener kann man das nicht.
      Öhm, der Artikel ist ganz klar als Meinung deklariert, somit darf er auch tendenziös sein. Die Gastautorin arbeitet zwar auch als freie Journalistin, in erster Linie jedoch ist sie Schriftstellerin.
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler
      Ich fand den Artikel (trotz aller formaler Schwächen) durchaus interessant.
      Für mich war die Kernfrage, ob meine sexuelle Identität mit in den dort beschriebenen Lobby-Zirkus hineingezogen werden soll.
      BDSM ist für mich meine sexuelle Identität, weit mehr noch als das ich hetero bin, aber das ganze "Regenbogen-Pride-Gedöns" und die damit verbundenen Debatten in der Öffentlichkeit gehen mir so sehr auf den Wecker, dass mich das alles abstößt und ich inständig hoffe, dass die Flagge keinen schwarzen Balken dazu bekommt (im übertragenen wie im wörtlichen Sinne).
      We like to think we're the Roadrunner, but we're the Coyote.
      Alter Schwede, wenn die Dame diesen Artikel an ihre ehemalige Universität schickt, dann kann sie den Titel gleich wieder abgeben, dafür bekommt sie aber ihr Geld zurück. :D

      Selten zuvor habe ich so etwas oberflächliches und amateurhaftes gelesen. Vom Separierungsversuch reden wir noch nicht einmal.
      Wenn nicht zum Schluss, letztes Drittel, ein paar Fremdwörter drin gewesen wären, dann hätte es auch ein Teenie schreiben können.

      Für mich klingt es nach Aufmerksamkeit erregen. Schaut mal her, ich bin anders. Sexualität ist für mich etwas privates. So wie Religion.
      Und um ein Zitat zu bringen, leider ist mir der Urheber entfallen:

      Religion ist wie ein Penis. Es ist ok einen zu haben, es ist ok sich darüber zu freuen. Aber man holt ihn nicht in der Öffentlichkeit heraus und auf gar keinen Fall steckt man ihn in kleine Kinder.
      Watzlawick, Anleitung zum unglücklich sein löst alle Problem.
      Die Forderung nach der sexuellen Identität erschließt sich mir nicht, mag sein, dass ich da einfach die falsche Definition im Kopf habe...

      Für mich ist der Unterschied LGBT(Q) und BDSM sehr einfach und plump formuliert:

      LGBT(Q) = Ich ficke mit wem ich ficken will
      BDSM = Ich ficke wie ich ficken will

      Einmal geht es um das Geschlecht meines Partner welches von der typischen Norm abweicht (bzw beim Q weiche ich selbst von der Norm diesbezüglich ab) und einmal darum wie ich Spaß habe. Wenn das wie nun jeweils einen neuen Streifen in der Flagge verlangt, wird die bald sehr komisch... Fetischisten, Rollenspieler, Swinger, Looner, Petplayer, usw... das wäre ein ganz schönes Kuddelmuddel :D
      "Es ist gleich willkürlich, ob man den Leuten sagt: ihr sollt nicht frei, oder: ihr sollt und müsst gerade auf diese und keine andere Weise frei sein." Joseph von Eichendorff

      Gentledom schrieb:

      Die Forderung nach der sexuellen Identität erschließt sich mir nicht, mag sein, dass ich da einfach die falsche Definition im Kopf habe...
      Es ist von der Autorin vielleicht wirklich unglücklich formuliert. Ich bin der Auffassung, sie möchte die selbe gesellschaftliche Akzeptanz für BDSM sehen, wie sie die LGBT(Q)-Bewegung bereits hat. Was passiert denn wenn Lehrer(innen) oder Erzieher(innen) als BDSM-Verfechter geoutet werden? Eltern laufen sturm und Anstellungen sind gefährdet. Politiker die SM praktizierten müssen damit rechnen an den Pranger gestellt zu werden.
      SM-Kontakte: Ein FDP-Politiker ist im Netz auffällig geworden (Hans Müller FDP)
      Bücher wie "50 Shades of Grey" wecken vielleicht Neugier oder wohligen Grusel im Vanilla Lager, Verständnis und Akzeptanz eher nicht. Da kann ein "Lobby-Streifen" in einer Fahne zumindest nicht schaden.
      Einige von uns engagieren uns vielleicht im Kleinen, in dem sie Stammtische organisieren etc. Doch das reicht eben nicht aus. Von daher finde ich den Spiegelartikel, trotz seiner Schwächen, wichtig. Er hat mal nicht die Peitsche in den Vordergrund gestellt, sondern die Neigung. Wir brauchen viel mehr davon in den Medien für die breite Masse. Auch wenn es nur dazu dient einen Gewöhnungsprozess in Gang zu setzen. Alles was man regelmäßig serviert bekommt, wird plötzlich normal. Ganz ähnlich hat es auch bei LGBT(Q) funktioniert. Die plötzliche Überzeugung dass schwul sein normal ist, gab es nicht. Zur Normalität führte eine mediale Dauerpräsenz - vereinfacht dargestellt.
      Always happy trails

      Thomas aka Braintickler
      Ich verstehe das alles schon wieder nicht...

      Ständig höre und lese ich Aussagen, die in die Richtung gehen, dass "wir" ja gar nicht normal sein wollen.
      Was so schon nicht stimmt, denn ich fühle mich normal und fühle mich damit auch wohl. :pardon:

      Und dann lese ich: BDSM soll so normal werden, wie Homosexualität.

      In meinem Umfeld hat niemand ein Problem mit meiner Neigung, macht man sich das Problem also meistens selbst?

      Abgesehen davon finde ich nicht, dass es öffentlicher Usus sein sollte, dass Männer und Frauen an der Leine herumgeführt werden. Ich möchte nicht ungefragt in das Sexualleben anderer einbezogen werden und ich möchte nicht, dass mein Kind in solche Szenen einbezogen wird.
      Und ja, da bin ich altmodisch, tut mir leid. :pardon:

      Solche Artikel helfen dabei auch gar nichts, sie sind einfach nichtssagend...

      Braintickler schrieb:

      Von daher finde ich den Spiegelartikel, trotz seiner Schwächen, wichtig. Er hat mal nicht die Peitsche in den Vordergrund gestellt, sondern die Neigung. Wir brauchen viel mehr davon in den Medien für die breite Masse. Auch wenn es nur dazu dient einen Gewöhnungsprozess in Gang zu setzen. Alles was man regelmäßig serviert bekommt, wird plötzlich normal. Ganz ähnlich hat es auch bei LGBT(Q) funktioniert. Die plötzliche Überzeugung dass schwul sein normal ist, gab es nicht. Zur Normalität führte eine mediale Dauerpräsenz - vereinfacht dargestellt.
      Ich finde der Artikel hat mehr von einer trotzigen und nöligen Göre und überzeugt nicht durch den Inhalt. Ich hoffe nicht, dass es mehr in der Richtung zu lesen/hören gibt. Ich will als Mensch akzeptiert werden und nicht aufgrund meiner Neigung. Genau so kommt es mir manchmal bei einigen vor. „Wie? Du magst mich nicht? Aber ich bin schwul/bi/links/rechts/oben/unten/pink/wasauchimmer...du bist aber intolerant!“ - bullshit! Ich mag jemanden oder mag jemanden nicht weil ich ihn als Mensch mag/nicht mag. Mir geht dieses aggressive Verhalten mancher und Geschrei nach öffentlicher Toleranz/Akzeptanz tierisch auf den Sack. Es soll doch jeder damit umgehen wie er will. Ich möchte auch nicht unbedingt über das (liebes)leben meiner Mitmenschen Bescheid wissen. Warum muss man denn unbedingt ungefragt seine Umwelt damit behelligen?
      Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen. Astrid Lindgren

      Abigail schrieb:

      Ich will als Mensch akzeptiert werden und nicht aufgrund meiner Neigung.

      Genau darum geht es! Bist Du weniger Mensch mit einer BDSM Neigung, sicherlich nicht - aber für einige unserer Mitmenschen, eine Neigung die Dich z.B. für die Gesellschaft untragbar machen, weil das bis vor nicht allzu langer Zeit auch als psychisch Krank galt :gruebel:
      Das Geheimnis ist nicht, die Schmetterlinge zu jagen, sondern den Garten zu pflegen, so dass sie von alleine kommen - Mario Quintana

      phoibe schrieb:

      Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann.

      Es gibt den BVSM Bundesverband Sadomasochismus e.V. (Bundesverband der Vereine sowie von Einzelpersonen und juristischen Personen) den neben dem SMJG, auch der BDSM Berlin und SMart Rein-Ruhr angehören, sowie ca. 40 weitere BDSM Vereine, Gruppen und Firmen.

      In Deutschland gibt es bereits eine breite Basis aus langjährigen Vereinen, Stammtischen, Initiativen, kreativen und innovativen Einzelpersonen, die das Thema BDSM auch in der Öffentlichkeit vorantreiben. In den letzten 10 Jahren ist in Sachen Akzeptanz eine Menge bewegt worden. Gastbeiträge im Spiegel, wie der von Leona Stahlmann, gehören für mich einfach dazu.
      Das Geheimnis ist nicht, die Schmetterlinge zu jagen, sondern den Garten zu pflegen, so dass sie von alleine kommen - Mario Quintana
      Das ist mir alles bekannt, aber was hat das jetzt mit meiner Antwort auf deinen Beitrag zu tun? :gruebel:

      Es gibt doch für so ziemlich alles Vereine, das heißt aber trotzdem nicht, dass andere Menschen mit der Sexualität anderer "beglückt" werden wollen.

      Will ich mich "ausleben" besuche ich einfach dementsprechende Klubs und Stammtische.

      Und es ist schon ein Unterschied, ob man jetzt ein homosexuelles Paar sieht, oder eine Frau, halbnackt, an der Leine, drei Schritte hinter dem Mann.
      Wo zieht man da denn die Grenze?
      Dann gehören doch auch öffentliche Bestrafungen dazu, Rock hoch und breitbeinig auf den Rohrstock warten, vielleicht noch in der Fußgängerzone?
      Ohrfeigen, Würgen, etc.?

      Nein, tut mir leid, damit möchte ich nicht belästigt werden.

      phoibe schrieb:

      Will ich mich "ausleben" besuche ich einfach dementsprechende Klubs und Stammtische.

      Es geht hier um das Bekenntnis zu eigenen sexuellen Identität, dass im Gegensatz zu den Homo- oder Transsexuellen, für einen BDSMler immer noch der berufliche Selbstmord sein kann.

      BDSM ist meines Erachtens weniger Outing-bedürftig ist als Homosexualität. Eine gleichgeschlechtliche Beziehung wird spätestens dann erkannt, wenn zwei Frauen oder zwei Männer offiziell ihre Partnerschaft deklarieren.

      BDSM hingegen läuft oft unter dem Radar, weil man nach außen hin nichts davon sieht. Ich muss mir aber auch die Frage stellen, ob ich mich mein halbes Leben lang mit meiner sexuellen Identität verstecken muss?
      Einige Berufsgruppen, müssen sich schon Überlegen ob Sie überhaupt einen BDSM Stammtisch oder Club besuchen, weil das schon einen Nachteil für sie bedeuten könnte, sobald Sie erkannt werden.

      In Berlin gab es einen charmanten, aber unbekannten Lokalpolitiker, der am 10. Juni 2001 öffentlich verkündete:

      „Ich bin schwul...und das ist auch gut so“

      Der gute Mann war dann bis 2014 unser Regierender Bürgermeister und zu diesen Zeitpunkt der dienstälteste Regierungschef eines deutschen Bundeslandes. 2001 war das noch ein Tabubruch und bis dahin undenkbar.

      Was ist jetzt vermessen, wenn viele BDSMler von sich sagen möchten „Ich bin BDSMler... na und?“ ohne dass Sie sich um Ihre Reputation in der Gesellschaft oder im Berufsleben sorgen machen müssen?
      Das Geheimnis ist nicht, die Schmetterlinge zu jagen, sondern den Garten zu pflegen, so dass sie von alleine kommen - Mario Quintana