D/s und subbie-Wünsche, der alte Widerspruch

      eine Beziehung ist doch auch ein Geben und Nehmen......

      Die Balance macht es aus für mich. Wenn ich Wünsche und Fantasien mitteile werde die ja nicht unbedingt und schon gar nicht gleich erfüllt....und ob sie überhaupt erfüllt werden.....

      Aber im Vertrauen das mitzuteilen ist doch schon mal ein Anfang......auch für eine Belohnung :engel: :rot:
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      Feuerpferd schrieb:


      Es geht beim Kick darum, daß Dom mich für seine Lust benutzt.. und mir nicht nur meine erfüllt.
      Genau so.

      JoyOfSunfire schrieb:


      Anderes Beispiel ist es bei Bondage. Es gibt da für mich kaum etwas schöneres als möglichst lange verschnürt herumzuliegen.
      Die eigentliche "Lust" beginnt dann wenn ich mir denke "Ich kann und will nicht mehr. Bitte lass mich frei".
      Die Frau in mir, auch das Masolinchen in mir ist davon nicht betroffen, die zwei sind auch anders satt zu kriegen. Aber die subbie in mir (die nun mal den grössten Teil einnimmt) braucht genau das. Und zwar das in Zusammenhang mit "WEIL ER ES SO WILL". Weil IHM genau DAS jetzt grade Spass macht. Und NUR deshalb." *grübel ... Oder er verpackt es à la "manchmal kriegt man mehr als man jemals haben wollte" ...


      Viva schrieb:

      Vertrauen ist hier ein wichtiger Punkt, auch das Vertrauen in Dom, dass er für sich selber sorgt und halt nur "Sachen" macht, die ihm auch gut tun.

      Und ja auch da ist etwas Wahres dran...


      Ich danke Euch für Eure Gedankenschubser

      kijana
      Servus. :)

      Was Vertrauen angeht, muss man doch immer in Vorleistung gehen. Zumindest kommt es einem selbst oft so vor. Und anders lässt sich gegenseitiges Vertrauen ja auch nicht aufbauen. Erzwingen kann man es nicht. So viel dazu. Sich zu öffnen und preis zu geben was man will, ist genau so eine Situation. Da muss man eben durch oder die Wünsche bleiben unausgesprochen und werden zu Träumen. Ich ziehe Erfahrungen den Träumen vor. Man muss sich halt nur trauen.

      Und wenn man auch noch bekommt was man möchte, dann kann sich das schon komisch anfühlen. Man hat ja schließlich eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut und sich im Kopf damit auseinandergesetzt. Vielleicht ist es dieser Umstand, dass die Erfahrung nicht mit der erwarteten Befriedigung übereinstimmte, so störend? Ist es vielleicht besser nicht zu wissen was passieren wird? Unvorbereitet in die Situation zu kommen könnte durchaus ein wichtiger Faktor sein.

      Wenn die eigenen Wünsche nicht nur beachtet sondern geachtet werden, scheint das dem Machtgefälle nicht zuträglich zu sein. Dom/Top macht es ja dann nur "einem zu liebe". Ich sehe es als ein Zeichen von Dankbarkeit. Und das hat herzlich wenig mit "Wunscherfüllern" und "topping from the Bottom" zu tun. Warum denn nicht mal etwas tun, das gewünscht wird? Wenns nicht gefällt, lässt sich das ja "schlagartig" ändern. :evil:
      In einer SSC-Partnerschaft ist das meiner Meinung nach auch nur eine optionale Erweiterung des Handlungsspielraums des aktiven Parts. Eine gute Sache. Denn in erster Linie werden die Grenzen ohnehin von Sub/Bottom festgelegt. Und wenn gewisse Praktiken eher selten angewendet werden, dann muss man der Sache Zeit geben. Vorlieben können sich ändern.
      Erst in Leid und Ekstase offenbaren Frauen ihre wahre Schönheit.
      Hallo Kijana,
      erstmal Willkommen und Danke für dieses spannende Thema.
      Ich glaube, ich verstehe, was Du meinst und der Satz "Meine Lust beginnt, wo sie aufhört." macht auch für mich Sinn. Ich kenne es, wenn mir mein Kopf dazwischen funkt und Phantasien sind manchmal wie Seifenblasen. Wunderschön, solange sie durch die Luft schweben....aber sobald man danach greift....Puff...

      Mir hilft bei solchen Kopfknoten manchmal ein Perspektivwechsel. Ich weiß natürlich nichts über euer BDSM, vieviel DS, SM, wieviel auf psychischer oder physischer Ebene.
      Aber könntest Du Dir vorstellen die Sache umzudrehen?
      Du hast Schwierigkeiten, Deine Wünsche und Phantasien zu teilen. Das kann eine echte Aufgabe und große Herausforderung sein, wenn Dein Partner sie Dir verordnet. Du musst an Deine Grenze gehen, weil er es will. Und dann spielt er mit diesen Bildern nicht weil Du es Dir wünschst, sondern obwohl...oder trotzdem. Weil er es kann. Möglicherweise sogar erstmal als Strafe.

      Interessanterweise kam durch Dein Thema gestern, nach sehr langer Zeit, meine innere Domse zum Vorschein und wurde ganz hibbelig ob der vielen Optionen, die sich daraus ergeben könnten. Allein dafür danke ich Dir.
      Ich weiß nicht, ob das für euch Sinn ergibt, aber das sind meine Gedanken dazu.

      Liebe Grüße
      Ratvis

      kijana schrieb:



      Hat irgendjemand Gedanken dazu? Zeit und Muse sie mit mir zu teilen?
      Danke Euch fürs Lesen
      Gute Frage. Wenn Dom selbst entscheidet ob er Dir die Wünsche erfüllt oder nicht, dürfte das keineswegs zu weit führen.
      Man kann auch Wünsche äußern, ob diese halt auch Umgesetzt werden liegt dann eben im ermessen des Doms.
      Anders würde das aussehen wenn man darauf Pocht. (letztlich soltet Ihr beide damit zufrieden sein, das ist es doch worauf es ankommt letztlich)
      Wünsche und Fantasien kann man auch schriftlich äußern. Sub Tagebuch wäre da eine Option die mir spontan einfällt.
      Ich hörte Sie sagen, die Macht ist mit dir !

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      kijana schrieb:

      ...
      Aber vielleicht ist es eine Lösung, dass ich meine Wünsche und Fantasien eben nicht so detailliert erzähle.
      ...
      Genau SO und DA würde ich ansetzen. Ich würde versuchen die Fantasie nicht bis ins Detail zu beschreiben, sondern nur anzureißen.

      Also z.B. statt "Ich träume davon, im Spreadeagle auf dem Bauch liegend fixiert zu werden und du machst ...." Einfach ein "Gefesselt 'bearbeitet'* zu werden hat was" - Dann hat er tausend und eine Möglichkeit es umzusetzen und mit Glück (und nichts anderes wäre es dann) erwischt er dabei genau die Vorstellung deiner Phantasie, ansonsten gibt's die halt in abgewandelter Form dann.

      *Das bearbeitet kann mit jedem passenden Wort ersetzt werden, es sollte im Bsp. nur u18 tauglich bleiben.
      Ich hatte früher auch meine Schwierigkeiten damit aber letztendlich ist es doch auch so dass mein Partner/Herr mir auch etwas gutes tun möchte und dann gibt es ab und zu auch Sessions die ganz alleine darauf aus sind dass ausschließlich die Dinge gemacht werden die mir gefallen.
      Vor einer Weile hat ein Bekannter von uns eine Bezeichnung fallen lassen die wir amüsant fanden. Es passt auf manche Situationen einfach zu gut und wir sehen da nichts verwerfliches daran.
      Dieser Bekannte sagte damals, dass er manchmal auch einfach nur "ServiceDom" sei und die Wünsche und Bedürfnisse seiner Sub erfüllt.

      kijana schrieb:

      Der Gedanke "das geschieht nur mir zuliebe" beherrscht mich und lässt mich nicht mehr los.
      Ist doch erstmal kein schlechter Gedanke. Kann man auch genießen. ;)
      Ich schreibe es mal aus meiner D/S Dom-Sicht: Ich habe eine bestimmte Vorstellung davon, wie ich leben möchte. Das beinhaltet einen großen Plan, der sehr langfristig ist und die Grundlagen unseres TPE definiert. Und natürlich habe ich auch bestimmte Vorstellung von den alltäglichen Dingen, wie soll Sub mich ansprechen, was soll sie anziehen u.s.w. Das setzte ich mit mehr oder weniger sanftem Druck um. Gleichzeitig ist mir aber bewusst, das Subbie nicht nur meine Sub sondern auch meine Frau ist. Und mir ist immer klar, das ich ein Dom bin und kein Despot. Das heist, ich fordere und genieße nicht nur, ich habe vorrangig vor allem anderen die Verantwortung. Sowohl für das persönliche Wohlergehen meiner Sub als auch für die Stabilität unserer Beziehung. Und da hilft es mir enorm, die Wünsche und Bedürfnisse meiner Sub zu kennen. Und es macht mir Freude, ihre Wünsche zu erfüllen. Entweder weil es mir selbst Freude macht oder als eine Form der Anerkennung für ihre freiwillige Unterwerfung oder auch einfach, weil ich sie liebe und sie glücklich sehen will.
      Es macht mein Leben als Dom also einfacher, wenn Sub Wünsche äußert. Und da es allein mir überlassen ist, sie zu erfüllen oder zu verweigern stärkt es unser permanentes Machtgefälle. Und da Sub das auch klar ist, kann sie es genießen wenn ihre Wünsche erfüllt werden. Ohne schlechtes Gewissen auf ihrer Seite und ohne unangenehmes Gefühl auf meiner Seite.
      Ich habe jetzt etwas weiter ausgeholt aber ich versuche zu kommunizieren, warum es toll ist, Wünsche zu äussern und das alles, was dir zuliebe geschieht völlig in Ordnung ist.
      Dein Körper liegt vor mir im Staub. Aber mein Herz kniet vor deinem Herz. Und wir beide wissen es.
      Ich hätte es nie gedacht, aber ich finde mein Tagebuch toll.

      Da ich nicht gerne von Hand schreibe, da mein Herr manchmal für wenige Wochen abwesend ist und da er - selbst wenn er da ist - nicht immer fragen/schauen will, wo ich es grade abgelegt habe (wenn ich z.bsp. noch nicht fertig bin) UND auch weil ich gar nicht wissen will wann er was gelesen hat ... aus ganz vielen Gründen also habe ich mich für OneNote entschieden. Ich find das richtig PERFEKT dafür! (kann man auch Links reinpacken, oder Bilder etc.)
      Ich schreibe darin so, wie wenn ich mit jemand anderem sprechen würde.

      Dennoch schreibe ich nicht täglich, auch wenn ich das möchte... Ob und was er diesbezüglich möchte weiss ich (noch?) nicht. Vielleicht überlässt er es einfach mir nach dem Motto, sie schreibt wenn es was zu schreiben gibt.
      Letzte Woche haben wir uns mal gestritten ... für mich ist es so, dass ich dann immer noch mindestens 1000 Dinge sagen möchte und fast platze. Ich konnte alles loswerden, was mir auf der Seele lag ohne dass wir deswegen stundenlang gesprochen/diskutiert hätten, was ja immer weiter führen kann... (ich bin da gut drin, wenn er mich lässt. So konnten wir "zum Ende kommen" und ich konnte mir anschliessend noch alles "runterschreiben".

      Weder Service-Dom noch Erfüllungsgehilfe noch irgendeine ähnlich gemeinte Bezeichnung finde ich verwerflich. Ich bin auch nicht der Meinung, dem Dom bricht eine Zacke aus der Krone oder sägt damit an seinem Thron oder ähnliches. -> Es stimmt nur einfach für mich nicht. Kann man/frau geniessen. Ich eben nicht... oder nur SEHR erschwert...
      Das gilt aber nicht nur für "Sessions" oder "sexuelle Handlungen" sondern auch für alltägliches. Kleine Gesten oder ähnliches.

      Allerdings habe ich die vergangenen Tag in denen ich mich mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe auch einiges verstanden.
      Ein völlig banales Beispiel (nicht lachen - und wenn doch, bitte heimlich). Wenn ich Kaffee mache für uns zwei, giesse ich immer erst seinen ein, rühre den zuerst und bringe ihn ihm bevor ich von meinem Kaffee den ersten Schluck trinke. (Ich find es klingt etwas ... albern - ist aber so). Wenn ich Wäsche falte/bügle kommt zuerst seine Wäsche dran. Auch hier: Eigentlich albern, denn er braucht sie ja nicht JETZT, er verlangt es nicht und er WEISS es nicht mal. -----> Aber ICH weiss es. Und dass das eben auch reichen kann ist meine "Erkenntnis der Woche".

      Sodele und nun wünsche ich Euch ein schönes Wochenende, habt dank für die vielen anregenden Meinungen.
      kijana
      (die diese Woche den Vorstellungsthread dann auch noch gefunden hat und im Moment noch ein bisschen drum rum schleicht)

      kijana schrieb:

      Wenn ich Wäsche falte/bügle kommt zuerst seine Wäsche dran. Auch hier: Eigentlich albern, denn er braucht sie ja nicht JETZT, er verlangt es nicht und er WEISS es nicht mal. -----> Aber ICH weiss es.
      ...und Du fühlst Dich wohl damit, es fühlt sich für Dich richtig an und das ist es worauf es ankommt!
      An den Kreuzungen des Lebens stehen leider keine Wegweiser.

      kijana schrieb:

      Allerdings habe ich ... einiges verstanden.
      Wenn ich Kaffee mache für uns zwei, ... Wenn ich Wäsche falte/bügle ... Auch hier: Eigentlich albern,.. -----> Aber ICH weiss es. Und dass das eben auch reichen kann ist meine "Erkenntnis der Woche".
      Nein. Da lachen wir nicht, und es ist auch überhaupt nicht albern. Du hast es gernau richtig verstanden! Diese "Erkenntnis der Woche" ist fundamental.
      Ich will doch als Mann und HoH, dass meine Frau glücklich ist. Deshalb ist es für mich sehr wichtig, die Wünsche meiner Frau zu erfüllen, es sei denn, dass diese destruktiv sind, ihr also selbst schaden. Selbst ein ordentlicher Hinternvoll als Strafe für die Frau dient doch dazu, die Beziehung zu vertiefen und Harmonie und Geborgenheit wiederherzustellen. Wenn der Mann nur seine eigenen Wünsche kennt und nur seine eigenen Interessen durchsetzt, dann kann Harmonie und Geborgenheit nicht entstehen.